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Dokumentenidentifikation DE102005041651A1 22.03.2007
Titel Verfahren zur Druckkorrektur
Anmelder Bosch Rexroth Aktiengesellschaft, 70184 Stuttgart, DE
Erfinder Schultze, Stephan, Dr., 97816 Lohr, DE
DE-Anmeldedatum 02.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005041651
Offenlegungstag 22.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.03.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 23/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Druckkorrektur mit einer Registerregeleinrichtung für eine Mehrfarben-Druckmaschine mit einzelnen Druckwerken, bei dem auf einem Bedruckstoff-Druckmarken aufgebracht werden, die mittels Sensoren detektiert werden oder eine zumindest teilweise Druckbilderfassung anhand einer Bildauswertung erfolgt und in der Registerregeleinrichtung eine Auswertung vorgenommen wird, um damit eine Bewegung des Bedruckstoffes oder eine Korrektur der einzelnen Druckwerke und/oder eines Bahntransportes zum Ausgleich unterschiedlicher Drucklängen zwischen den einzelnen Druckwerken zu steuern, wobei mindestens eine erste Druckmarke und eine zweite Druckmarke pro Produkt und Druckvorgang aufgedruckt und diese zur Registerregelung mit Referenzpunkten bzw. Referenzbereichen verglichen werden und/oder dass die Registerregelung auf der Grundlage eines Vergleichs zwischen den aus der Druckbilderfassung erhaltenen Daten und Vergleichsbilddaten erfolgt.
Dieses Verfahren ermöglicht es, Fertigungstoleranzen insbesondere bei flexiblen Druckklischees sowie Fehler, wie sie beim Aufspannen dieser Druckklischees auftreten können, auszugleichen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Druckkorrektur mit einer Registerregeleinrichtung für eine Mehrfarben-Druckmaschine mit einzelnen Druckwerken, bei dem auf einem Bedruckstoff Druckmarken aufgebracht werden, die mittels Sensoren detektiert werden, oder eine zumindest teilweise Druckbilderfassung anhand einer Bildauswertung erfolgt und in der Registerregeleinrichtung eine Auswertung vorgenommen wird, um damit eine Bewegung des Bedruckstoffes oder eine Korrektur der einzelnen Druckwerke und/oder eines Bahntransportes zum Ausgleich unterschiedlicher Drucklängen zwischen den einzelnen Druckwerken zu steuern.

Beim Mehrfarbendruck in Druckmaschinen, beispielsweise in Rotationsdruckmaschinen, erfolgt der Auftrag der einzelnen Farbauszüge, insbesondere für Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, in aufeinander folgenden Druckwerken. Der Bedruckstoff wird dabei als Rollenmaterial bereitgestellt und endlos durch die Druckeinheit geführt. Maßgeblich für die erreichte Druckqualität ist, dass die Druckbilder der einzelnen Farben exakt übereinander liegen. Das Übereinanderliegen der Druckbilder wird dabei als Register bezeichnet. Zur gegenseitigen Ausrichtung der einzelnen Druckwerke werden zusätzlich zu dem eigentlichen Druckbild von jedem Druckwerk Registermessmarken oder allgemein Druckmarken, zum Beispiel in Form von Passerkreuzen, aufgedruckt. Anhand dieser Marken kann ein Versatz zwischen den einzelnen Druckbildern durch ein optisches Messsystem online erfasst werden. Alternativ zum Aufdruck von Marken können diese Fehler im Druckbild anhand einer Druckbilderfassung mit Bildauswertung ermittelt werden.

Bei Rotationsdrucksystemen ist dieses Messsystem im Allgemeinen Bestandteil eines Regelsystems, der so genannten Registerregelung. Die Registerregelung greift dabei über geeignete Stellglieder in den Druckprozess ein und gleicht von dem optischen Messsystem erkannte Registerabweichungen aus. Insbesondere können die Stellglieder die Bahnlänge des Bedruckstoffes zwischen aufeinander folgenden Druckwerken so verändern, dass die Druckbilder aufeinander folgender Druckeinheiten übereinander liegen.

Die Ursache für Abweichungen zwischen den einzelnen Drucken sind neben der relativen Position der Druckwerke zueinander Änderungen in der Geometrie des Bedruckstoffes. Diese Geometrieänderungen werden zum Beispiel durch den Einfluss von Feuchtigkeit und durch zwischen den Druckwerken angeordnete Trocknungsschritte hervorgerufen. Erschwert wird dies zusätzlich, wenn der Bedruckstoff zumindest teilweise dehnbar ist.

Während des Druckprozesses wird die Bahnspannung weitestgehend gleich gehalten, was eine gute Druckqualität ohne wesentliche Korrekturen ermöglicht. Die Regelparameter der Registerregelung sind auf diesen Betriebszustand angepasst. Bei sowohl positiven als auch negativen Beschleunigungsvorgängen hingegen ändert sich die Bahnspannung mit negativem Einfluss auf die Registergenauigkeit. Dies kann von dem Regelsystem meist nicht ausreichend ausgeglichen werden, was in dieser Betriebsphase zu entsprechendem Ausschuss führt. Auch nach der Beschleunigungsphase benötigt das Regelsystem eine gewisse Laufdauer, um wieder zu den geeigneten Stellgrößen zu gelangen. Auch hierdurch kann Ausschuss entstehen.

In der DE 40 37 728 C1 ist eine Vorrichtung zur Registerregelung für Mehrfarben-Rollenrotationsdruckmaschinen gemäß dem Bahn/Bahn-Verfahren beschrieben mit einem Regler mit einer Zentraleinheit zur Erfassung und Abspeicherung aller Regelparameter und des Regelverhaltens, mit einer Abtasteinrichtung zur Erfassung von Bahn-Registermarken und mit Stellgliedern zur Regelung des Längsregisters. Die Vorrichtung enthält eine Überwachungseinheit, die eine Beschleunigungserfassungseinrichtung aufweist, die eine von einer stabilen Bahngeschwindigkeit abweichende Geschwindigkeitsänderung der Druckmaschine an den Druckzylindern ermittelt und die eine Abschalteinrichtung aufweist, die mit der Beschleunigungserfassungseinrichtung in Signalverbindung steht, und die die Regeltätigkeit beim Auftreten eines diese Geschwindigkeitsänderung repräsentierenden Signals solange unterbricht, bis wiederum eine konstante Betriebsgeschwindigkeit erreicht ist.

Bei Bearbeitungsvorgängen mit flexiblen Werkzeugen wird durch die Aufspannung des Werkzeugs in Materialflussrichtung eine Dehnung hervorgerufen. Dies ist z.B. im Falle von Flexodruckklischees der Fall, die gummiartig flexibel und somit dehnbar sind.

Des weiteren ist das Elastizitätsmodul abhängig von der Klischeedicke, die abhängig von dem zu druckenden Muster variiert. Bei konstanter Spannkraft ergibt sich hierdurch eine klischeedickenabhängige und dadurch druckmusterabhängige unterschiedliche Dehnung des Klischees in Druckrichtung auf dem Druckzylinder. Derselbe Zustand tritt auf, wenn die Bearbeitungswerkzeuge nicht ausreichend genau genug fertigbar sind bzw. starken Fertigungsschwankungen innerhalb des Formates unterworfen sind. Dies erschwert die exakte Positionierung der Druckbilder zueinander.

Bisher wurde pro Format und Druck maximal eine einzige Druckkorrektur ausgeführt. Anhand von Probedrucken wird der sich ergebende Korrekturwert durch manuelle Messung ermittelt und manuell in das Steuerungssystem eingegeben. Dabei hat sich allerdings gezeigt, dass diese Maßnahmen insbesondere bei flexiblen Druckklischees nicht ausreichend genau sind.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Druckkorrektur bereit zustellen, welches Fertigungstoleranzen bei diesen Druckklischees so wie Fehler beim Aufspannen dieser Druckklischees ausgleicht.

Vorteile der Erfindung

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass mindestens eine erste Druckmarke und eine zweite Druckmarke pro Produkt und Druckvorgang aufgedruckt und diese zur Registerregelung mit Referenzpunkten bzw. Referenzbereichen verglichen werden und/oder dass die Registerregelung auf der Grundlage eines Vergleichs zwischen den aus der Druckbilderfassung erhaltenen Daten und Vergleichsbilddaten erfolgt. Dieses Verfahren ermöglicht es, Fertigungstoleranzen insbesondere bei flexiblen Druckklischees so wie Fehler, wie sie beim Aufspannen derartiger Druckklischees auftreten können, auszugleichen. Zudem können Verzerrungen, die infolge unterschiedlicher Klischeehöhen auftreten können wirkungsvoller korrigiert werden.

Werden weitere Druckmarken pro Produkt und Druckvorgang aufgedruckt und diese zur Registerregelung ausgewertet, können dabei auch komplexe Verzerrungen, insbesondere solche, die eine höhere Ordnung besitzen, d.h. nicht linear sind, besser detektiert und ausgewertet werden.

Dabei kann der Bedruckstoff in mehrere auszuwertende Bereiche unterteilt werden. Dies können beispielsweise mehrere Bereiche des Klischees sein, in denen das Klischee druckt, d.h. mit dem Bedruckstoff in Kontakt steht.

Eine Verfahrensvariante sieht vor, dass die auszuwertenden Bereiche innerhalb eines Druckbereiches und/oder außerhalb des Druckbereichs angeordnet werden. Dies ermöglicht eine besonders flexible Anpassung an die Druckvorlagen.

In einer bevorzugten Verfahrensvariante werden die Druckmarken automatisch abgetastet. Damit kann eine automatische Registerreglung realisiert werden, bei der mehrere Bereiche pro Format korrigierbar werden.

Werden die Druckmarken in einer Auswerteeinheit mittels Markenleser und/oder mittels einer oder mehrerer Kameras und nachgeschalteter Bildauswertung erfasst, kann anstatt einer festen Anzahl von Druckmarken der gesamte Druckbereich als Korrekturbereich dienen, so dass die Abrollung des Druckwerkzeuges derart vorverzerrt werden kann, entsprechend der Bearbeitungsfehler des Druckklischees bzw. entsprechend der Aufspannfehler des Klischees, dass sich insgesamt ein optimaler Druck ergibt.

Eine Verfahrensvariante sieht vor, dass zur Korrektur das jeweilige Druckwerk, für das die jeweiligen Druckmarken oder das Druckbild ausgewertet wurden, in seiner Positionierung angepasst wird. Dies ermöglicht für den nächsten Druckvorgang eine optimale Ausrichtung des Druckwerkes.

Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass zur Korrektur die in einer Materialflussrichtung dem jeweiligen Druckwerk, für das die Druckmarken ausgewertet wurden, nachgeordneten Druckwerke in ihrer Positionierung angepasst werden. Hierdurch wird zwar nicht der absolute Druck optimiert. Vorteilhaft ist aber, dass die verschiedenen Druckstationen zueinander korrigiert werden können, was insbesondere beim Mehrfarbdruck von Interesse ist, wo beispielsweise die vier Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zueinander sehr genau zueinander justiert werden müssen.

Eine alternative Variante sieht vor, dass zur Korrektur die Auswerteeinrichtung zum Erfassen der Druckmarken direkt mit einem als Stellglied ausgebildeten korrigierenden Antrieb verbunden wird. Dadurch ist eine besonders schnelle Korrektur möglich.

Wird die Korrektur innerhalb vorgebbarer Korrekturbereiche auf dem Bedruckstoff durchgeführt, so ergibt sich daraus der Vorteil, dass beispielsweise die Korrektur gezielt außerhalb des Druckbereichs durchgeführt werden kann. Ein „Verschmieren" des Druckes wird damit vermieden. Ebenso ist eine Verlagerung der Korrekturbereiche in Druckbereiche möglich, in denen eine geringfügige Korrektur nur wenig stört und sich damit nur minimal auf das Druckergebnis auswirkt.

Eine bevorzugte Anwendung des Verfahrens sieht vor, dass das Verfahren in der Papierbedruckung, im Pappdruck, Wellpappdruck, Kunststoff- oder Metallfoliendruck, in der Holzbedruckung, in der Bedruckung von Stoffen oder Metallen mit Verwendung von flexiblen und/oder dehnbaren Druckklischees eingesetzt wird. Insbesondere in dieser Anwendung ergibt sich der zuvor beschriebene Vorteil, da hier häufig die Eingangs erwähnten Probleme auftreten können.

Werden als Druckklischees Flexodruckklischees verwendet, was insbesondere bei der Direktbedruckung von Wellpappe der Fall ist, können mit dem Korrekturverfahren effektiv auch komplexe Korrekturen der Verzerrungen durchgeführt werden, die insbesondere durch die Verwendung der Flexodruckklischees auftreten können.

Eine weitere bevorzugte Anwendung des Verfahrens sieht vor, dass bei mehreren Druckwerken, die zueinander geregelt werden können, zunächst in einem ersten Druckwerk ein erster Druck ohne Korrektur erfolgt und alle ermittelten Korrekturwerte auf mögliche Drucklängenverkürzungen überprüft und gemeinsam mit dem Druck des ersten Druckwerks dergestalt modifiziert werden, dass Drucklängenverkürzungen ausgeschlossen werden. Dies ist besonders im Hinblick auf die Bedruckung von Papier oder Wellpappe von Vorteil, wo es in bestimmten Fällen zu kritischen Drucklängenverkürzungen kommen kann, die dann besonders gravierende Auswirkungen auf das Druckbild haben können. Durch diese Verfahrensvariante wird zwar keine absolute Druckgenauigkeit erreicht. Die Druckstationen bleiben jedoch zueinander fehlerfrei, ohne dass kritische Drucklängenverkürzungen auftreten können.

Zeichnungen

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

1 in schematischer Darstellung ein Bewegungsprofil ohne und mit Drucklängenkorrektur,

2 schematisch einen Ausschnitt eines Bedruckstoffes mit zwei Druckmarken,

3 schematisch einen Ausschnitt eines Bedruckstoffes mit mehreren Druckmarken.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Eine Druckkorrektur nach dem Stand der Technik geht davon aus, dass Fehler der Drucklängen in einem druckfreien Bereich korrigiert werden, in dem eine Korrekturbewegung ausgeführt wird.

1 zeigt in schematischer Darstellung ein Bewegungsprofil ohne und mit Drucklängenkorrektur. Ohne Drucklängenkorrektur ergibt sich ein Bewegungsprofil ohne Korrektur 60. Dieses ist durch einen, über den gesamten Bereich linearen Verlauf gekennzeichnet. Die Geschwindigkeit eines Bedruckstoffes 10 ist dabei konstant.

Mit einer Drucklängenkorrektur ergibt sich typischerweise ein Bewegungsprofil mit Korrektur 70, dass in einem Druckbereich 30 eine zunächst konstante, gegenüber dem Bewegungsprofil ohne Korrektur 60 etwas erhöhte Geschwindigkeit aufweist. In einem Korrekturbereich 40, der sich nach dem Druckbereich 30 anschließt, wird der Bedruckstoff 10 zunächst abgebremst und anschließend wieder beschleunigt, bis die notwendige zuvor ermittelte Drucklängenkorrektur erreicht wurde. Ein entsprechendes Geschwindigkeitsprofil mit Korrektur 80 ist ebenfalls in diesem Diagramm dargestellt.

Bisherige automatische Lösungen arbeiten nur mit einer Korrektur pro Produkt und korrigieren dadurch nur einen Fehler pro Produkt. Dabei werden pro Format maximal eine oder zwei Druckkorrekturen ausgeführt. Anhand von Druckproben wird der sich ergebende Korrekturwert durch manuelle Messung von Druckmarken ermittelt und manuell in das Steuerungssystem eingegeben. Druckmarken stehen verallgemeinert für messbare Abweichungen im Druck und können z.B. auch durch Auswertung eines Druckbildes ersetzt werden. Der Vorteil von Druckmarken ist eine einfache Messbarkeit.

In erfinderischer Ausführung ist vorgesehen, dass zusätzliche Druckmarken pro Produkt und Druckvorgang aufgedruckt und diese zur Registerregelung mit Referenzpunkten bzw. Referenzbereichen verglichen werden. Dies kann beispielsweise durch einen Vergleich mit einer Leitachsposition geschehen. Der Bedruckstoff 10 wird dabei in mehrere auszuwertende Bereiche unterteilt. Dies können beispielsweise mehrere Bereiche des Klischees sein, in denen das Klischee druckt, d.h. mit dem Bedruckstoff 10 in Kontakt steht. Daneben gibt es beispielsweise Bereiche, in denen das Klischee nicht in Kontakt mit dem Bedruckstoff 10 steht. Geeigneterweise korrigiert man innerhalb dieser Bereiche, da hierdurch kein „Verschmieren" des Druckes auftritt. Damit ergeben sich keine Auswirkungen auf den Transportvorgang des Bedruckstoffes 10.

Ist das Werkzeug konstant mit dem Bedruckstoff 10 in Kontakt, wie dies beispielsweise beim Offsetdruck der Fall ist, so wird man eher Korrekturbereiche anhand des zu druckendes Bildes auswählen, bei denen die Korrektur sich minimal auf den Prozess bzw. auf das Druckergebnis auswirkt. Im Allgemeinen sind in diesem Falle nur sehr geringe Korrekturen möglich, da ansonsten der Korrekturvorgang negative Auswirkungen auf den Transport des Bedruckstoffes 10, wie beispielsweise Bahnspannungsschwankungen, hat.

2 zeigt beispielhaft in schematischer Darstellung einen Bedruckstoff 10, der einen ersten Korrekturbereich 41 und einen zweiten Korrekturbereich 42 aufweist. Im gezeigten Beispiel ist eine erste Druckmarke 51 in Richtung einer Materialflussrichtung 20 vor dem ersten Korrekturbereich 41 angeordnet. Eine zweite Druckmarke 52 ist im gezeigten Beispiel zwischen dem ersten Korrekturbereich 41 und dem zweiten Korrekturbereich 42 angeordnet.

In 3 ist in schematischer Darstellung ein anderes Beispiel dargestellt. Der Bedruckstoff 10 weist in diesem Fall in Materialflussrichtung 20 einen ersten Korrekturbereich 41 auf, an dem sich ein zweiter Korrekturbereich 42, sowie daran anschließend ein dritter Korrekturbereich 43 und daran anschließend ein vierter Korrekturbereich 44 anschließt. Am Anfang des ersten Korrekturbereichs 41 befindet sich auf dem Bedruckstoff 10 eine erste Druckmarke 51. Wiederholt ist eine zweite Druckmarke 52 direkt am Anfang des zweiten Korrekturbereichs 42, eine dritte Druckmarke 53 direkt am Anfang des dritten Korrekturbereichs 43 und eine vierte Druckmarke 54 direkt am Anfang des vierten Korrekturbereichs aufgedruckt.

Bei Verwendung einer Bildauswertung anstatt der Auswertung von Druckmarken 51, 52, 53, 54 wird es ermöglicht, anstatt einer festen Anzahl von Korrekturbereichen 41, 42, 43, 44 den gesamten Druckbereich 30 als Korrekturbereich 40 zu verwenden und durch die Korrekturbewegung die Abrollung des Druckwerkzeuges derart zu verzerren, dass sich ein optimaler Druck ergibt.

Eine weitere Variante des Verfahrens sieht eine Korrektur der nachfolgenden Druckstationen vor. Anstatt die Druckstation, deren Druckbild man ausgewertet hat, zu korrigieren, können auch alle nachfolgenden Druckstationen entsprechend ihrer Position korrigiert werden. Diese Option kann noch dadurch erweitert werden, dass die das auszuwertende Druckbild druckende Druckstation ebenfalls korrigiert wird, was sich allerdings erst auf den nächsten Druck des nächsten Produktes auswirkt.

Eine besonders schnelle Korrektur kann ermöglicht werden, wenn das Auswertungsgerät, beispielsweise ein Markenleser oder ein Kamerasystem, direkt am korrigierenden Antrieb, dem Stellglied, angeschlossen wird. Diese Option ist allerdings nicht mit den Optionen einer Korrektur der nachfolgenden Druckstationen oder in Kombination der Korrektur von Druckstationen und nachfolgenden Druckstationen möglich.

Eine weitere Option stellt eine Optimierung des Stellalgorithmus durch eine druckwerksübergreifende Regelung bzw. Stellung dar. Werden mehrere Druckwerke zueinander geregelt, so kann es vorkommen, dass einige der Verstellungen Druckverkürzungen und gleichzeitig auch Druckverlängerungen ergeben. Insbesondere können aber Druckverkürzungen gravierende Auswirkungen auf das Druckbild nach sich ziehen. Daher ist in dieser Option folgender Ablauf vorgesehen:

  • • Angenommen ist zunächst ein Druck einer ersten Druckstation, die zunächst ohne Korrektur gedruckt wird.
  • • Alle daraus errechneten Korrekturwerte werden dann auf mögliche Drucklängenverkürzungen überprüft, die im Hinblick auf das Gesamtdruckergebnis als besonders kritisch gelten.
  • • Ergeben sich Drucklängenverkürzungen, so werden diese nicht durchgeführt. Stattdessen werden die Korrekturwerte dergestalt modifiziert, dass sich keine Verkürzungen ergeben.

Hierdurch sind zwar keine absoluten Druckgenauigkeiten erreichbar, jedoch bleiben die Druckstationen zueinander fehlerfrei und die kritischen Drucklängenverkürzungen werden vermieden.

Das beschriebene Verfahren und dessen Varianten ermöglichen insbesondere den Ausgleich von Verzerrungen, wie sie beispielsweise beim Bedrucken von Papier oder Pappe, Wellpappe, Kunststoff- oder Metallfolien, Holz, Stoffen oder Metallen mit Flexodruckklischees auftreten können. Dabei können einerseits die Fertigungstoleranzen der Druckklischees, die je nach Klischeehöhe unterschiedlich sein können, und andererseits mögliche Aufspannfehler infolge einer partiell unterschiedlichen Dehnung dieses Klischees korrigiert werden.

10
Bedruckstoff
20
Materialflussrichtung
30
Druckbereich
40
Korrekturbereich
41
erster Korrekturbereich
42
zweiter Korrekturbereich
43
dritter Korrekturbereich
44
vierter Korrekturbereich
50
Druckmarke
51
erste Druckmarke
52
zweite Druckmarke
53
dritte Druckmarke
54
vierte Druckmarke
60
Bewegungsprofil ohne Korrektur
70
Bewegungsprofil mit Korrektur
80
Geschwindigkeitsprofil mit Korrektur


Anspruch[de]
Verfahren zur Druckkorrektur mit einer Registerregeleinrichtung für eine Mehrfarben-Druckmaschine mit einzelnen Druckwerken, bei dem auf einem Bedruckstoff (10) Druckmarken aufgebracht werden, die mittels Sensoren detektiert werden, oder eine zumindest teilweise Druckbilderfassung anhand einer Bildauswertung erfolgt und in der Registerregeleinrichtung eine Auswertung vorgenommen wird, um damit eine Bewegung des Bedruckstoffes (10) oder eine Korrektur der einzelnen Druckwerke und/oder eines Bahntransportes zum Ausgleich unterschiedlicher Drucklängen zwischen den einzelnen Druckwerken zu steuern, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine erste Druckmarke (51) und eine zweite Druckmarke (52) pro Produkt und Druckvorgang aufgedruckt und diese zur Registerregelung mit Referenzpunkten bzw. Referenzbereichen verglichen werden, und/oder dass die Registerregelung auf der Grundlage eines Vergleichs zwischen den aus der Druckbilderfassung erhaltenen Daten und Vergleichsbilddaten erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Druckmarken (53, 54) pro Produkt und Druckvorgang aufgedruckt und diese zur Registerregelung ausgewertet werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bedruckstoff (10) in mehrere auszuwertende Bereiche unterteilt wird. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die auszuwertenden Bereiche innerhalb eines Druckbereiches (30) und/oder außerhalb des Druckbereichs (30) angeordnet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmarken (51, 52, 53, 54) und/oder das Druckbild automatisch abgetastet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmarken (51, 52, 53, 54) und/oder das Druckbild in einer Auswerteeinheit mittels Markenleser und/oder mittels einer oder mehrerer Kameras und nachgeschalteter Bildauswertung erfasst werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Korrektur das jeweilige Druckwerk, für das die jeweiligen Druckmarken (51, 52, 53, 54) oder das Druckbild ausgewertet wurden, in seiner Positionierung angepasst wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Korrektur die in einer Materialflussrichtung (20) dem jeweiligen Druckwerk, für das die Druckmarken (51, 52, 53, 54) ausgewertet wurden, nachgeordneten Druckwerke in ihrer Positionierung angepasst werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Korrektur die Auswerteeinrichtung zum Erfassen der Druckmarken (51, 52, 53, 54) direkt mit einem als Stellglied ausgebildeten korrigierenden Antrieb verbunden wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrektur innerhalb vorgebbarer Korrekturbereiche (40) auf dem Bedruckstoff (10) durchgeführt wird. Anwendung des Verfahrens zur Druckkorrektur nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in der Papierbedruckung, im Pappdruck, Wellpappdruck, Kunststoff- oder Metallfoliendruck, in der Holzbedruckung, in der Bedruckung von Stoffen oder Metallen mit Verwendung von flexiblen und/oder dehnbaren Druckklischees eingesetzt wird. Anwendung des Verfahrens zur Druckkorrektur nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Druckklischees Flexodruckklischees verwendet werden. Anwendung des Verfahrens zur Druckkorrektur nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Druckwerken, die zueinander geregelt werden können, zunächst in einem ersten Druckwerk ein erster Druck ohne Korrektur erfolgt und alle ermittelten Korrekturwerte auf mögliche Drucklängenverkürzungen überprüft und mit dem Druck des ersten Druckwerks dergestalt modifiziert werden, dass Drucklängenverkürzungen ausgeschlossen werden.






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