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Dokumentenidentifikation DE102005042840A1 22.03.2007
Titel System zur Iriserkennung mit verbesserter Benutzerführung
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Fiess, Reinhold, 77770 Durbach, DE;
Lichtermann, Jan, 71739 Oberriexingen, DE;
Schmidt, Ralph, 74321 Bietigheim-Bissingen, DE
DE-Anmeldedatum 09.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005042840
Offenlegungstag 22.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.03.2007
IPC-Hauptklasse G06K 9/62(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein System (1) zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen (2) mittels Iriserkennung, umfassend einen hinter einer Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) angeordneten Bildsensor (4), insbesondere eine Infrarotlicht empfindliche Kamera, zur Aufnahme mindestens einer vor der Abdeckblende bzw. Abdeckscheibe (6) befindlichen Iris einer zu identifizierenden bzw. verifizierenden Person (2), mindestens eine optische Signalquelle (10a, 10b, 11) zur Erzeugung optischer Informationen für eine zu identifizierende bzw. verifizierende Person (2) sowie eine Darstellungsfläche (9) zur Darstellung der optischen Informationen, wobei die Darstellungsfläche (9) unmittelbar an oder auf der Abdeckblende bzw. Abdeckscheibe (6) vorgesehen ist. Die Erfindung betrifft ferner eine Darstellungseinheit für ein derartiges System (1) sowie ein Verfahren zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen (2) über Iriserkennung, wobei mit einer hinter einer Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) angeordneten Kamera (4) eine vor der Abdeckblende bzw. Abdeckscheibe (6) positionierte Iris einer zu identifizierenden bzw. verifizierenden Person (2) aufgenommen wird und wobei mittels einer optischen Signalquelle (10a, 10b, 11) optische Informationen erzeugt und für eine zu identifizierende bzw. verifizierende Person (2) sichtbar unmittelbar an oder auf der Abdeckplatte (6) dargestellt werden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen mittels Iriserkennung, umfassend einen hinter einer Abdeckblende oder Abdeckscheibe angeordneten Bildsensor zur Aufnahme mindestens einer vor der Abdeckblende bzw. Abdeckscheibe befindlichen Iris einer zu identifizierenden bzw. verifizierenden Person, mindestens eine optische Signalquelle zur Erzeugung optischer Informationen für eine zu identifizierende bzw. verifizierende Person, sowie eine Darstellungsfläche zur Darstellung der optischen Informationen. Der Bildsensor ist dabei vorzugsweise durch eine Infrarotlicht-empfindliche Kamera gebildet, wobei insbesondere auch ein optisches System zum Abbilden der Iris eines Benutzers auf den Bildsensor bzw. auf die Kamera vorgesehen ist. Wenn eine Abdeckscheibe verwendet wird, so kann diese vorteilhafterweise auch die Funktion einer optischen Blende haben.

Derartige Systeme auf Basis der Iriserkennung sind als biometriegestützte Kontrollsysteme bekannt. Sie werden insbesondere an sicherheitsrelevanten Bereichen installiert, um nur vorab bekannten und zugelassenen Personen den Zutritt zu gewähren. Dazu müssen die zugangsberechtigten Personen aus einer Vielzahl von Personen herausgefunden und als zugelassene Person im 1:n-Vergleich identifiziert oder im 1:1-Vergleich verifiziert werden. Beispielsweise sind derartige Kontrollsysteme vorzugsweise an Flughäfen einsetzbar, um Fluggästen die Ein- und Ausreise ohne manuelle Überprüfung durch Grenzbeamte zu gewähren.

Systeme und Verfahren zur Iriserkennung sind Techniken zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen, bei denen die von einem Bildsensor erfassten Bilddaten zur Iris einer zu identifizierenden Person mit vorab gespeicherten Iris-Daten mittels Mustervergleichsmethoden verglichen werden. In Abhängigkeit von dem Ergebnis des Vergleichs wird über die Abweisung oder die Zulassung der Person entschieden. Derartige Iriserkennungs-Systeme und Iriserkennungs-verfahren sind allgemein bekannt und sie sind als solche nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung.

Systeme zur Iriserkennung zählen insbesondere auch im Vergleich zu Identifizierungs- bzw. Verifizierungstechniken über Fingerabdruckerkennung zu besonders sicheren biometrischen Systemen. Obwohl derartige Iriserkennungs-Systeme im Labor bereits sehr gute Erkennungsleistungen zeigen, kommt es in der Praxis beim alltäglichen Betrieb, insbesondere an Flughäfen oftmals noch zu relativ hohen Fehlerraten. Untersuchungen haben ergeben, dass die hierbei auftretenden hohen Falschabweisungsraten vor allem auf Bedienungsfehler der Fluggäste bzw. der zu identifizierenden bzw. der zu verifizierenden Personen zurückzuführen sind.

So ist es bei der Identifizierung von Personen durch Iriserkennungsverfahren von entscheidender Bedeutung, dass eine zu erkennenden Person die erforderliche Positionierung vor der Kamera exakt einhält. Hierzu kommt es insbesondere auf die seitliche und vertikale Ausrichtung des Auges, aber auch den Abstand des Auges zur Kamera an. Zur Anleitung des Benutzers werden dazu vom System Hinweise gegeben, die insbesondere die folgenden Informationen umfassen können: Start der Aufnahme, Anleitung zur korrekten Positionierung vor der Kamera bzw. vor der vor der Kamera befindlichen Abdeckscheibe, Ende der Aufnahme und/oder Ergebnis des zur Verifizierung vom System durchgeführten Vergleichs.

Die entsprechenden Rückmeldungen bzw. Informationen aktueller Iriserkennungssysteme an zu identifizierende Personen erfolgt insbesondere über Blinkzeichen von Leuchtdioden (Light Emitting Diode = LED) oder alternativ über Sprachausgaben. Die verwendeten Blinkzeichen erlauben jedoch keine eindeutigen Rückschlüsse zum Status des Systems und sie werden von den meisten Personen, die im Umgang mit derartigen Erkennungssystemen keine alltägliche Routine haben, als verwirrend bezeichnet. Außerdem lenken die LEDs den Blick des Betrachters von der Iriskamera ab.

Abhilfemaßnahmen durch zusätzliche externe Displays würden diesen negativen Effekt noch weiter verstärken.

Ein wesentlicher Nachteil von Sprachausgaben an Flughäfen als einem bevorzugten Einsatzort für derartige Kontrollsysteme ist die häufige Überlagerung der Sprachinformationen durch allgemeinen Umgebungslärm und laute Flughafenansagen.

Aus der KR-2004013303-A ist ein System zur Identifizierung von Personen mittels Iriserkennung gemäß der eingangsgenannten Art bekannt, bei dem Informationen zur Bedienung bzw. Rückmeldungen der Iriserkennungskamera durch LEDs optisch angezeigt werden. Die LED's befinden sich dabei hinter einem halbdurchlässigen Spiegel, der für das von den LED's ausgesandte Licht durchlässig und für das zur Iriserkennung verwendete Infrarotlicht reflektierend ist. Dieser Spiegel befindet sich in einem 45° Winkel im Inneren des Systems, so dass er die sichtbaren LED-Lichtstrahlen geradlinig passieren lässt und die zur Iriserkennung verwendeten Infrarotlichtstrahlen rechtwinklig zu einer im unteren Bereich des Systems angeordneten Kamera umlenkt.

Ferner ist ein derartiges System auch aus der EP 1241634 A2 bekannt, auf die zu weiteren Einzelheiten verwiesen werden kann.

Vorteile der Erfindung

Das erfindungsgemäße System gemäß Anspruch 1 weist gegenüber den aktuell eingesetzten Ausführungsformen den Vorteil auf, dass die Benutzerhinweise klar und einfach verständlich darstellbar sind und gleichzeitig eine optimale Positionierung der zu erkennenden Iris vor der Kamera erreicht wird. Erkennungsfehler, die aus Fehlbedienungen der zu identifizierenden bzw. verifizierenden Personen resultieren, können hierdurch auf ein Minimum reduziert werden.

Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Idee besteht darin, dass die Darstellungsfläche entweder unmittelbar an der Abdeckscheibe oder auf der Abdeckscheibe vorgesehen ist.

Im Unterschied zu separaten Displays oder LED-Anordnungen wird durch die erfindungsgemäße Darstellung der Benutzerhinweise auf der Abdeckblende bzw.

Abdeckscheibe vor der Kamera der Blick eines zu identifizierenden bzw. verifizierenden Benutzers direkt ins Blickfeld der Iriskamera gelenkt. Damit wird eine optimale Ausrichtung der Augen vor der Kamera erreicht. Beliebige Informationen können zur Anleitung und Führung des Benutzers eindeutig und klar verständlich dargestellt werden, so dass auch im öffentlichen Einsatz die guten Erkennungsleistungen aus den Laboren erreichbar sind. Eine Einschränkung der Benutzer-Informationen auf wenig eindeutige Leuchtzeichen von einzelnen LEDs, die sich insbesondere in Farbe, Größe Form oder durch Blinkfrequenzen voneinander unterscheiden können, ist hierbei nicht mehr gegeben. So können mit dem erfindungsgemäßen System beispielsweise auch Bilder und/oder Worte, insbesondere auch in verschiedenen Sprachen dargestellt werden, was die Benutzerführung erheblich verbessert.

Vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der erfindungsgemäßen Anzeigevorrichtung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

So ist es besonders vorteilhaft, wenn ein Projektor, insbesondere ein LED-Projektor oder ein Laserprojektor als optische Signalquelle vorgesehen ist, durch den Informationen auf die Abdeckscheibe projizierbar sind. Benutzerhinweise und sonstige Informationen können dabei in beliebiger Form auf besonders einfache Weise klar und deutlich erkennbar auf der vor der Kamera befindlichen Abdeckscheibe dargestellt werden. Je nach Art des eingesetzten Projektors sind sowohl monochrome als auch mehrfarbige Informationen darstellbar. Eine Einschränkung auf die mit bisher bekannten Systemen darstellbaren Informationen existiert hierbei nicht mehr.

Besonders vorteilhaft ist es ferner, wenn die Abdeckscheibe für infrarotes Licht transparent und für sichtbares Licht reflektiv oder streuend ausgeführt ist. Vorzugsweise besteht die Abdeckscheibe dabei aus einem diese Eigenschaften aufweisenden Kunststoff. Das nahe infrarote Licht, mit dem das System arbeitet und welches das Gesicht einer zu identifizierenden bzw. verifizierenden Person beleuchtet und von diesem reflektiert wird, gelangt somit zur Iriskamera, die sich auf der anderen Seite der Abdeckscheibe befindet. Gleichzeitig kann die Abdeckscheibe, da sie für sichtbares Licht reflektiv wirkt, als Projektionsleinwand für einen Projektor genutzt werden.

Um bestimmte vorteilhafte optische Eigenschaften, beispielsweise die Effekte optischer Bandfilter, Kantenfilter oder ähnlicher optischer Elemente erreichen zu können, ist es weiterhin günstig, wenn die Abdeckscheibe eine dielektrische Beschichtung aufweist. Derartige Filter werden bereits in Infrarot-Scheinwerfern für sogenannte Night-Vision-Systeme eingesetzt.

Besonders vorteilhaft ist es ferner, wenn die Abdeckscheibe holographische bzw. diffraktive Strukturen aufweist. Insbesondere beim Einsatz von LED-Projektoren oder Laser-Projektoren als bildgegebenen Einheiten können derartige Strukturen zum Einsatz kommen, die auf die Größenordnung der Wellenlängen der LED's bzw. des Lasers abgestimmt sind. Wenn ein monochromer Projektor verwendet wird, ist die Realisierung besonders einfach, weil die diffraktive Struktur nur auf eine Wellenlänge abgestimmt werden muss und damit sehr effizient wirkt.

Die Realisierung entsprechender Oberflächenstrukturierungen kann auf besonders einfache und günstige Weise durch einen Prägeprozess auf einen infrarot-transparenten Kunststoff erfolgen. Die benötigten Strukturgrößen entsprechen dabei denen eines herkömmlichen DVD-Prägeprozesses. Die Struktur kann sich vorzugsweise an der der Kamera zugewandten Rückseite der Abdeckscheibe befinden und als Leinwand für den Projektor dienen. Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von z.B. 880 nm wird dabei transmittiert und sichtbares Licht eines roten Lasers oder einer roten LED mit einer Wellenlänge von z.B. 660 nm wird durch die holographische Struktur gestreut.

Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Projektor auf der Seite der Abdeckscheibe angeordnet ist, auf der sich eine zu verifizierende Person befindet. Der Projektor befindet sich hierbei auf der von dem Bildsensor bzw. von der Iriskamera abgewandten Seite der Abdeckscheibe und ist dort in dem das System umgebenden Raum montiert. Von dieser äußeren Position aus projiziert der Projektor die Informationen für den Benutzer auf die Abdeckscheibe.

Alternativ kann jedoch ebenso vorgesehen sein, dass der Projektor auf der einer zu identifizierenden bzw. zu verifizierenden Person gegenüberliegenden Seite der Abdeckscheibe angeordnet ist. Dabei befindet sich der Projektor vorteilhafterweise zumindest annähernd in Blickrichtung der Kamera auf der gleichen Seite der Abdeckscheibe, wie der zur Erkennung der Iris eingesetzte Bildsensor.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist dabei weiterhin vorgesehen, dass der Projektor zusammen mit der Kamera in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet ist, das auf der einer zu identifizierenden bzw. verifizierenden Person zugewandten Seite eine Öffnung aufweist, welche durch die Abdeckscheibe abgedeckt ist. In dem gemeinsamen Gehäuse können vorteilhafterweise auch weitere Komponenten des Identifikations-Systems untergebracht sein, insbesondere eine Steuerungseinheit und/oder mindestens eine Infrarot-Lichtquelle und/oder ein optisches System zum Leiten der für die Identifikation bzw. Verifikation erforderlichen Infrarot-Lichtstrahlen und/oder zum Leiten der zur Darstellung der Informationen benötigten Lichtstrahlen.

Gemäß einer grundsätzlich verschiedenen Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung kann alternativ zu einer Projektionseinheit mit den vorgenannten Projektoren die Darstellung der Benutzerhinweise auch auf einer organischen LED-Anzeige, insbesondere auf einer organischen LED-Folie erfolgen. Derartige sogenannte OLED-Displays sind aktiv bzw. selbstleuchtend, so dass sie gleichzeitig als optische Signalquelle und als Darstellungsfläche eingesetzt werden können (Aktiv-Matrix-OLED-Display).

OLED-Displays sind vorteilhafterweise auf transparenten Folien verfügbar. Sie sind bei Nichtansteuerung transparent, insbesondere auch für nahes Infrarot-Licht, mit dem das System arbeitet. Derartige OLED-Foliendisplays können daher mit sehr geringem Aufwand auf bisherige Systeme bzw. auf deren Abdeckscheibe aufgebracht, insbesondere aufgeklebt werden. Auch kann die Abdeckscheibe durch ein OLED-Display selbst gebildet sein.

Sowohl zur Ansteuerung eines Projektors als auch zur Ansteuerung eines Displays auf Basis organischer Leuchtdioden bzw. einer OLED-Folie können Hardware und Software des bisher realisierten Kontrollsystems mitbenutzt werden. Insbesondere kann der vorhandene Grafikprozessor der Iriserkennungskamera auch für die Erzeugung der zur Benutzerführung dienenden Informationen verwendet werden.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch eine Darstellungseinheit für ein Identifizierungs- bzw. Verifizierungssystem der voranstehend beschriebenen Art. Eine derartige Darstellungseinheit umfasst einen Projektor oder eine organische LED-Anzeige sowie mindestens eine damit verbundene Schnittstelle zum Anschluss an das Identifizierungs- bzw. Verifizierungssystem. Auf diese Weise kann die Darstellungseinheit eine Ergänzung zu den bereits aktuell im Einsatz befindlichen Identifizierungssystemen oder Verifizierungssystemen bilden und die dabei verwendeten LED-Anzeigen ersetzen.

Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein besonders vorteilhaftes und einfach durchzuführendes Verfahren zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen über Iriserkennung, insbesondere mit einem System der vorangehend beschriebenen Art. Dieses erfindungemäße Verfahren sieht vor, dass mit einer hinter einer Abdeckscheibe angeordneten Kamera eine vor der Abdeckscheibe positionierte Iris einer zu identifizierenden oder verifizierenden Person aufgenommen wird, wobei mittels einer optischen Signalquelle optische Informationen erzeugt und für eine zu identifizierende oder verifizierende Person sichtbar unmittelbar an oder auf der Abdeckscheibe dargestellt werden. Auf diese Weise kann die Fehlerrate gegenüber den bisher bekannten Verfahren bei der Identifizierung oder Verifizierung von Personen mittels Iriserkennung deutlich reduziert werden, da die Informationen zur Benutzerführung auch für ungeübte Personen klar erkennbar und leicht verständlich dargestellt werden können.

Zeichnungen

In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden.

Es zeigen:

1: eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems;

2: eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems; und

3: eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Systems.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Das in den 1 bis 3 gezeigte Kontrollsystem 1 zur Identifizierung von Personen 2 mittels Iriserkennung umfasst jeweils ein Gehäuse 3, in dem eine Iriskamera als Bildsensor 4 zur Erfassung der Iris eines Auges 5 von einer vor dem System befindlichen Person 2 angeordnet ist. Das Gehäuse 3 hat in seinem der Person 2 zugewandten vorderen Bereich eine Öffnung, die durch eine Abdeckscheibe 6 abgedeckt und verschlossen ist, wobei die Abdeckscheibe 6 hier auch die Funktion einer Abdeckblende bzw. einer optischen Blende hat. Durch die Abdeckscheibe 6 gehen nahe Infrarot-Lichtstrahlen 7, die von einer in den Zeichnungen nicht dargestellten Infrarot-Lichtquelle zur Beleuchtung des Auges 5 ausgehen und die von dem Gesicht und dem Auge 5 einer zu verifizierenden Person 2 reflektiert werden, geradlinig hindurch.

Bei den in den 1 und 2 dargestellten Ausführungsvarianten ist die hier aus Kunststoff bestehende Abdeckscheibe 6 für infrarotes Licht 7 transparent und für sichtbares Licht 8 reflektierend ausgeführt. Auf diese Weise bildet die Abdeckscheibe 6 für sichtbares Licht 8 eine Projektionsleinwand als Darstellungsfläche 9 für die dem Benutzer anzuzeigenden Informationen, welche von einem Projektor 10a, 10b erzeugt werden. Der Projektor 10a, 10b, der hier als monochromer Laserprojektor ausgeführt ist, wird dazu von einer eigenen Steuerungs- oder Regelungseinheit und/oder von einem Steuerungs- oder Regelungsmodul bzw. von entsprechenden Hardware- und/oder Softwarekomponenten des eigentlichen Iriserkennungssystems angesteuert.

Während der Projektor 10a bei der Ausführungsvariante gemäß 1 in das System 1 integriert und innerhalb des Gehäuses 3 hinter der Abdeckscheibe 6 angeordnet ist, befindet sich der Projektor 10b bei der in 2 gezeigten Variante außerhalb des Gehäuses 3 vor der Abdeckscheibe 6. In 1 werden die Informationen auf der Innenseite der Abdeckscheibe 6 dargestellt, wohingegen bei der Ausführung gemäß 2 die Informationen von dem im umgebenden Raum befestigten Projektor 10b auf die Außenseite der Abdeckscheibe 6 projiziert werden.

Bei der in 3 dargestellten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Systems 1 wird eine organische LED-Folie 11 als optische Signalquelle eingesetzt. Die im nichtangesteuerten Ruhezustand transparente OLED-Folie 11 ist als Darstellungsfläche 9unmittelbar auf die Abdeckscheibe 6 aufgeklebt. Eine zusätzliche Lichtquelle zur Beleuchtung der OLED-Folie 11 ist dabei nicht erforderlich.

Das erfindungsgemäße Iriserkennungssystem mit verbesserter optischer Benutzerführung eignet sich besonders gut für Personengruppen, die in dieser Technik nicht durch alltäglichen Umgang geübt sind. Daher bietet ein Flughafen mit seinen Randbedingungen wie internationalem Publikum, der Überlagerung von Sprachausgaben durch permanente Durchsagen sowie allgemeiner Hektik und entsprechendem Lärmpegel einen optimalen Standort für den Einsatz des beschriebenen Systems bzw. des entsprechenden Verfahrens, da hier die erfindungsgemäßen Vorteile besonders gut zur Geltung kommen.


Anspruch[de]
System (1) zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen (2) mittels Iriserkennung, umfassend einen hinter einer Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) angeordneten Bildsensor (4), insbesondere eine infrarotlicht empfindliche Kamera, zur Aufnahme mindestens einer vor der Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) befindlichen Iris einer zu identifizierenden oder zu verifizierenden Person (2), mindestens eine optische Signalquelle (10a, 10b, 11) zur Erzeugung optischer Informationen für eine zu identifizierende oder zu verifizierende Person (2), sowie eine Darstellungsfläche (9) zur Darstellung der optischen Informationen, dadurch gekennzeichnet, dass die Darstellungsfläche (9) unmittelbar an oder auf der Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) vorgesehen ist. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Projektor (10a, 10b), insbesondere ein LED-Projektor oder ein Laserprojektor, als optische Signalquelle vorgesehen ist, durch den Informationen auf die Abdeckblende oder auf die Abdeckscheibe (6) projizierbar sind. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) für infrarotes Licht transparent und für sichtbares Licht reflektiv oder streuend ausgeführt ist. System nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) eine dielektrische Beschichtung aufweist. System nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) holographische bzw. diffraktive Strukturen aufweist, die vorzugsweise in der Größenordnung der Lichtwellenlänge des Projektors (10a, 10b) ausgeführt sind. System nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Projektor (10b) auf der Seite der Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) angeordnet ist, auf der sich eine zu verifizierende Person (2) befindet. System nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Projektor (10a) auf der einer zu verifizierenden Person (2) gegenüberliegenden Seite der Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) angeordnet ist. System nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Projektor (10a) zusammen mit der Kamera (4) in einem gemeinsamen Gehäuse (3) angeordnet ist, das auf der einer zu verifizierenden Person (2) zugewandten Seite eine Öffnung aufweist, die durch die Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) abgedeckt ist. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine organische LED-Anzeige (11), insbesondere eine organische LED-Folie, als optische Signalquelle vorgesehen ist, die als Darstellungsfläche (9) auf die Abdeckblende oder auf die Abdeckscheibe (6) aufgebracht ist. Darstellungseinheit für ein Verifizierungs-System (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, umfassend einen Projektor (10a, 10b) oder eine organische LED-Anzeige (11) sowie mindestens eine damit verbundene Schnittstelle zum Anschluss an das Verifizierungs-System (1). Verfahren zur Identifizierung oder Verifizierung von Personen (2) über Iriserkennung, wobei mit einer hinter einer Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) angeordneten Kamera (4) eine vor der Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) positionierte Iris einer zu identifizierenden oder verifizierenden Person (2) aufgenommen wird und wobei mittels einer optischen Signalquelle (10a, 10b, 11) optische Informationen erzeugt und für eine zu identifizierende oder verifizierende Person (2) sichtbar dargestellt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationen unmittelbar an oder auf der Abdeckblende oder Abdeckscheibe (6) dargestellt werden.






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