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Dokumentenidentifikation DE102006042883A1 22.03.2007
Titel Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Hieronymus, Jens, 64293 Darmstadt, DE;
Michels, Jürgen, 69221 Dossenheim, DE;
Schaffrath, Dieter, 64653 Lorsch, DE;
Schönberger, Wolfgang, 69198 Schriesheim, DE;
Schwaab, Bernhard, 67434 Neustadt, DE;
Thielemann, Michael, 69118 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 13.09.2006
DE-Aktenzeichen 102006042883
Offenlegungstag 22.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.03.2007
IPC-Hauptklasse B41F 33/14(2006.01)A, F, I, 20060913, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken, welche jeweils ein Aniloxfarbwerk mit einer Rasterwalze (13) und einer Auftragwalze (12), die einen Achsabstand (c) voneinander aufweisen, umfassen, wird der Achsabstand (c) in mindestens einem der Aniloxfarbwerke in Abhängigkeit von einer Schöndruck- oder Wiederdruckumstellung der Druckmaschine und/oder einer Veränderung einer Druckfarbenbelegung der Druckwerke verändert.
Zusätzlich zum Achsabstand oder statt diesem kann eine Temperatur in mindestens einem der Aniloxfarbwerke in Abhängigkeit von der Druckbetriebsmodusumstellung und/oder der Druckfarbenbelegungsänderung verändert werden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Druckmaschine.

In DE 42 11 379 C2 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine beschrieben, bei welchem ein Achsabstand zwischen einer Rasterwalze und einer Auftragwalze eines Anilox-Farbwerks automatisch nachgeregelt wird. Als Messgröße für diese Regelung können die Farbdichte, Linien- und Lagerkräfte und Temperaturen der Walzenkörper und Seitenwände dienen. Das Anilox-Farbwerk ist Bestandteil einer Offset-Druckeinheit, welche auch einen Gummituchzylinder umfasst, der mit einem weiteren Zylinder in Kontakt steht, welcher ebenfalls ein Gummituchzylinder sein kann. Diese technischen Gegebenheiten und die vertikale Orientierung eines von dem Gummituchzylinder zusammen mit dem weiteren Zylinder gebildeten Druckspalts, welche zeichnerisch dargestellt ist, sind typisch für Rollendruckmaschinen. Bei Rollendruckmaschinen gibt es – im Gegensatz zu Bogendruckmaschinen – keine Umstellungen vom reinen Schöndruckbetrieb zum Schön- und Wiederdruckbetrieb und keine damit gegebenenfalls verbundene Veränderungen der Druckfarbenbelegung.

In DE 103 02 747 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Flexodruckmaschine beschrieben, bei welchem eine Walzenposition in Abhängigkeit von der Druckgeschwindigkeit gesteuert wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein zum Betreiben einer Bogendruckmaschine geeignetes Verfahren anzugeben und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Druckmaschine zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Druckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken, welche jeweils ein Anilox-Farbwerk mit einer Rasterwalze und einer Auftragwalze, die einen Achsabstand voneinander aufweisen, umfassen, werden bzw. wird eine Temperatur in mindestens einem der Anilox-Farbwerke und/oder der Achsabstand in mindestens einem der Anilox-Farbwerke in Abhängigkeit von einer Schöndruck- oder Wiederdruckumstellung der Druckmaschine und/oder einer Veränderung einer Druckfarbenbelegung der Druckwerke verändert.

Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgen bzw. erfolgt die Veränderung der Temperatur und/oder des Achsabstandes automatisch.

Bei einer weiteren Weiterbildung wird der Achsabstand verändert und dadurch eine von der Rasterwalze zusammen mit der Auftragwalze bestimmte Kontaktstreifenbreite verändert.

Bei einer weiteren Weiterbildung erfolgt die Veränderung des Achsabstandes durch eine Verstellung der Auftragwalze.

Bei einer weiteren Weiterbildung wird der Achsabstand zusätzlich in Abhängigkeit von einer Maschinengeschwindigkeit der Druckmaschine automatisch verändert.

Die erfindungsgemäße Druckmaschine umfasst mehrere Druckwerke, welche jeweils ein Anilox-Farbwerk mit einer Rasterwalze und einer Auftragwalze, die einen Achsabstand voneinander aufweisen, umfassen, und umfasst weiterhin eine Steuerungseinrichtung, in der ein Programm hinterlegt ist, in welchem eine Abhängigkeit einer Veränderung einer Temperatur in mindestens einem der Anilox-Farbwerke und/oder des Achsabstands in mindestens einem der Anilox-Farbwerke von einer Schöndruck- oder Wiederdruckumstellung der Druckmaschine und/oder einer Veränderung einer Druckfarbenbelegung der Druckwerke bestimmt ist.

Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Druckmaschine ist die Abhängigkeit in Form von Wertepaaren in dem Programm bestimmt.

Bei einer weiteren Weiterbildung sind die Rasterwalze und die Auftragwalze schmitzringlos ausgebildet.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist die Auftragwalze in einer verstellbaren Lagerung zur Verstellung des Achsabstandes gelagert.

Bei einer weiteren Weiterbildung umfasst die Lagerung eine Steuerkurve, in der die Auftragwalze drehbar gelagert ist.

Weitere funktionell und konstruktiv vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Druckmaschine ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigt:

1 eine schematische Darstellung einer Bogendruckmaschine mit mehreren in Reihenbauweise angeordneten Druckwerken,

2 eine detaillierte Darstellung des Aufbaus der Druckwerke,

3 ein Farbdichte-Kontaktstreifenbreite-Diagramm,

4 ein Farbdichte-Überrollungsanzahl-Diagramm,

5 ein Kontaktstreifenbreite-Überrollungsanzahl-Diagramm und

6 ein Farbdichte-Druckgeschwindigkeit-Diagramm.

1 zeigt eine Druckmaschine 5 mit einem ersten Druckwerk 1, einem zweiten Druckwerk 2, einem dritten Druckwerk 3 und einem vierten Druckwerk 4, die in Bogenlaufrichtung 6 nacheinander angeordnet sind. Außerdem umfasst die Druckmaschine 5 einen Leitrechner 7 und eine Wendeeinrichtung 8, die zwischen dem zweiten und dritten Druckwerk 2, 3 angeordnet ist.

2 zeigt am Beispiel des ersten Druckwerkes 1 den Aufbau jeden Druckwerks 1 bis 4. Es umfasst einen Gegendruckzylinder 9 und für den lithographischen Offsetdruck einen Gummituchzylinder 10 und einen Druckformzylinder 11. Weiterhin umfasst es ein Anilox-Farbwerk mit einer Auftragwalze 12 und einer Rasterwalze 13. Die Auftragwalze 12 und die Rasterwalze 13 sind über Zahnräder 14, 15 miteinander rotativ gekoppelt und schmitzringlos ausgebildet, d. h. nicht mit einer Art Schmitzringe ausgestattet. Die Rasterwalze 13 ist ortsfest in einem seitlichen Gestell 16 der Druckmaschine 5 gelagert. Im Gegensatz dazu ist die Auftragwalze 12 bezüglich des Achsabstandes ihrer Rotationsachse relativ zur Rotationsachse der Rasterwalze 13 und zur Rotationsachse des Druckformzylinders 11 verstellbar gelagert. Zur Verstellung der Achsabstände ist eine Dreipunktlagerung vorhanden, welche eine ringförmige Steuerkurve 17 umfasst. In der Steuerkurve 17 ist die Auftragwalze 12 drehbar gelagert. Die Steuerkurve 17 ist zwischen einer ersten Rolle 18, einer zweiten Rolle 19 und einer gefederten dritten Rolle 20 eingespannt. Die erste Rolle 18 liegt in etwa auf einer Linie, die durch die Rotationsachsen des Druckformzylinders 11 und der Auftragwalze 12 verläuft, und ist über einen oberen Stellexzenter 21 am Gestell 16 befestigt. Die zweite Rolle 19 liegt in etwa auf einer Linie, die durch die Rotationsachsen der Rasterwalze 13 und der Auftragwalze 12 verläuft, und ist über einen unteren Stellexzenter 22 am Gestell 16 befestigt. Die dritte Rolle 20 drückt die Steuerkurve 17 gegen die erste und zweite Rolle 18, 19.

Der obere und untere Stellexzenter 21, 22 dienen zur Mittelpunktsverlagerung der ersten und zweiten Rolle 18, 19 und damit der Steuerkurve 17 und damit der Auftragwalze 12. Die Auftragwalze 12 ist eine z. B. elastomere Gummiwalze, welche im Bereich ihres Kontaktes mit dem Druckformzylinder 11 und mit der Rasterwalze 13 umfangsseitige Abplattungen mit entsprechenden Press- bzw. Kontaktstreifenbreiten a, b aufweist. Durch mittels einer ersten Gewindespindel 23 bewirkter Drehung des oberen Stellexzenters 21 wird die erste Rolle 18 verlagert, um den zwischen der Auftragwalze 12 und dem Druckformzylinder 11 bestehenden Rotationsachsenabstand und somit die Kontaktstreifenbreite b zu justieren. Durch mittels einer zweiten Gewindespindel 24 bewirkter Drehung des unteren Stellexzenters 22 wird die zweite Rolle 19 verlagert, um den zwischen der Auftragwalze 12 und der Rasterwalze 13 bestehenden Rotationsachsenabstand und somit die Kontaktstreifenbreite a zu justieren. Die Gewindespindeln 23, 24 haben jeweils ein Steckprofil 25, z. B. einen Innensechskant, an das ein Steckschlüssel zum Drehen der Gewindespindeln 23, 24 beim Justieren der Kontaktstreifenbreiten a, b angesetzt wird. Die Gewindespindeln 23, 24 sind jeweils in eine Mutter 26 eingeschraubt, welche durch eine Querbohrung mit Innengewinde in einem Zapfen am jeweiligen Stellexzenter 21 bzw. 22 gebildet wird. Die erste Gewindespindel 23 ist nah ihrem Steckprofil 25 axial gesichert und drehbar am Gestell 16 befestigt. Die zweite Gewindespindel 24 ist nah ihrem Steckprofil 25 axial gesichert und drehbar an einem ersten Arm eines Hebels 27 befestigt. Der Hebel 27 ist um ein Gelenk 28 drehbar im Gestell 16 gelagert. Die Schwenkbewegung des Hebels 27 um das Gelenk 28 wird von einem elektrischen Stellmotor 29 angetrieben und über die zweite Gewindespindel 24 auf den unteren Stellexzenter 22 übertragen. Hierbei wirkt die zweite Gewindespindel 24 als Koppel eines vom Hebel 27, der zweiten Gewindespindel 24 und dem unteren Stellexzenter 22 zusammen gebildeten Viergelenkgetriebes. Der Stellmotor 29 ist am Gestell 16 befestigt und mit einer dritten Gewindespindel 30 ausgestattet, welche die Motorwelle oder eine darauf aufgesetzte Verlängerung sein kann. Die dritte Gewindespindel 30 ist in eine Mutter 31 eingeschraubt, welche an einem zweiten Arm des Hebels 27 befestigt und im Prinzip wie die Muttern 26 der anderen beiden Schraubengetriebe ausgebildet ist.

Das dargestellte System funktioniert folgendermaßen: Nach einer z. B. 20 Minuten dauernden Warmlaufphase hat die Druckmaschine 5 ihre z. B. 30°C betragende Arbeitstemperatur erreicht, so dass der Bediener durch Drehen der ersten und zweiten Gewindespindel 23, 24 eine Grundeinstellung der Kontaktstreifenbreiten a, b vornehmen kann. Hierbei wird die Kontaktstreifenbreite a in allen Druckwerken 1 bis 4 auf den gleichen Wert eingestellt, der z. B. 6 Millimeter beträgt, wobei die dementsprechende Zustellung (Abplattungstiefe) 0,1 Millimeter beträgt. Bei dieser Einstellung wird ein zwischen der Rasterwalze 13 und der Auftragwalze 12 bestehender Achsabstand c verändert (vgl. 2).

3 zeigt in einem Diagramm den Einfluss der Größe der Kontaktstreifenbreite a auf das Maß der von der Rasterwalze 13 auf die Auftragwalze 12 übertragenden Farbmenge. Auf der Abszisse des Diagramms ist die Kontaktstreifenbreite a aufgetragen und auf der Ordinate die im Druckbild gemessene Volltondichte DV, welche proportional zur übertragenen Farbmenge ist. Das dargestellte Beispiel illustriert, dass eine Vergrößerung der Kontaktstreifenbreite a von 6 Millimeter auf 10 Millimeter eine 0,20 betragende Zunahme der Volltondichte DV bewirkt.

4 zeigt in einem Diagramm die Abhängigkeit der Volltondichte DV von der Anzahl sogenannter Überrollungen, denen die mittels eines bestimmten Druckwerks ins Druckbild gebrachte Druckfarbe in dem bestimmten Druckwerk nachfolgenden Druckwerken ausgesetzt ist. In diesem Zusammenhang ist der Überrollungseffekt von Bedeutung, welcher in der Erhöhung der Volltondichte DV der in dem bestimmten Druckwerk verdruckten Druckfarbe infolge der Überrollung dieser Druckfarbe durch einen oder mehrere Gummituchzylinder von den dem bestimmten Druckwerk nachfolgenden Druckwerken besteht. Bei dieser Überrollung wird die Druckfarbe kalandriert und verpresst, so dass sie vergleichmäßigt und verdichtet auf dem Papier des Bedruckstoffbogens aufliegt. Der Überrollungseffekt kommt nur in Druckwerken zum Tragen, in denen das Druckbild mit der Druckfarbe dem überrollenden Gummituchzylinder zugewandt ist. Befindet sich das Druckbild dagegen auf der vom Gummituchzylinder abgewandten Bogenseite, wie dies z. B. bei einem Schöndruck-Druckbild in einem Wiederdruck-Druckwerk der Fall ist, tritt das Kalandrieren und Verpressen der Druckfarbe nicht ein und bleibt infolgedessen die Volltondichte DV der Druckfarbe unverändert. Die Anzahl der Überrollungen, denen eine in der Druckmaschine 5 verdruckte Druckfarbe ausgesetzt ist, kann sich von Druckauftrag zu Druckauftrag ändern.

Beispielsweise wird eine im ersten Druckwerk 1 verdruckte Druckfarbe im reinen Schöndruckbetrieb durch die Gummituchzylinder 10 des zweiten, dritten und vierten Druckwerks 2, 3, 4 überrollt und im Schön- und Wiederdruckbetrieb nur noch im zweiten Druckwerk 2 aber nicht im dritten und vierten Druckwerk 3, 4 überrollt. Ohne die an späterer Stelle vorliegender Beschreibung noch detailliert beschriebenen Kompensationsmaßnahmen würde die nach dem Druckgang gemessene Volltondichte DV der im ersten Druckwerk 1 verdruckten Druckfarbe infolge der Umstellung der Wendeeinrichtung 8 vom reinen Schöndruckbetrieb, wobei die Wendeeinrichtung 8 die Bogen nicht wendet, zum Schön- und Wiederdruckbetrieb, wobei die Bogen in der Wendeeinrichtung 8 gewendet werden, unerwünschterweise abnehmen.

Ein anderes Beispiel für die Ursache der Änderung der Anzahl der Überrollungen ist eine Veränderung der Farbenbelegung der Druckwerke 1 bis 4. Wird bei einem vorhergehenden Druckauftrag eine erste Druckfarbe in dem dritten Druckwerk 3 und eine zweite Druckfarbe in dem vierten Druckwerk 4 verdruckt und wird diese Farbenbelegung für einen nachfolgenden Druckauftrag verändert, indem die erste und zweite Druckfarbe gegeneinander ausgetauscht werden, so hat dies zur Folge, dass die beim vorhergehenden Druckauftrag im vierten Druckwerk 4 überrollte erste Druckfarbe beim nachfolgenden Druckauftrag im vierten Druckwerk 4 verdruckt wird und, weil das vierte Druckwerk 4 das letzte Druckwerk ist, in keinem Druckwerk mehr überrollt wird. Infolgedessen wäre ohne die bereits erwähnten Kompensationsmaßnahmen die mit der ersten Druckfarbe erzielte Volltondichte DV beim vorhergehenden Druckauftrag größer als beim nachfolgenden Druckauftrag.

Selbstverständlich beruhen die zuvor erläuterten Beispiele zu den verschiedenen Ursachen und Auswirkungen „fehlender" Überrollungen auf der Annahme, dass die übrigen die Volltondichte DV beeinflussenden Parameter von Druckauftrag zu Druckauftrag unverändert bleiben, wobei diese Annahme nur dem besseren Verständnis dienen soll und in der Praxis selten zutrifft.

Bei dem in 4 gezeigten Diagramm sind auf der Abszisse die Anzahl der Überrollungen einer bestimmten Druckfarbe und auf der Ordinate die Volltondichte DV des mit dieser Druckfarbe gedruckten Druckbildes abgebildet. Das Diagramm, worin die Volltondichte DV als Funktion der Überrollungsanzahl dargestellt ist, bezieht sich auf die in 1 dargestellte Druckmaschine 5 mit den vier Druckwerken 1 bis 4. Das Diagramm zeigt, dass eine im dritten Druckwerk 3 verdruckte Druckfarbe einmal überrollt wird, nämlich im vierten Druckwerk 4, und infolgedessen die Volltondichte DV = 1,75 erreicht, und dass dieselbe Druckfarbe, wenn sie im zweiten Druckwerk 2 verdruckt wird und demzufolge noch zweimal überrollt wird, nämlich im dritten und vierten Druckwerk 3, 4, die Volltondichte DV = 1,80 erreicht. Die zusätzliche Überrollung bewirkt eine 0,05 betragende Zunahme der Volltondichte DV.

Zur Kompensation der aufgrund der erläuterten Ursachen wegfallenden Überrollungen und um die angestrebte Volltondichte zu erhalten, wird in jedem betroffenen Druckwerk der Achsabstand c verringert und infolgedessen die Kontaktstreifenbreite a zwischen der Rasterwalze 13 und der Auftragwalze 12 vergrößert, so dass von erster auf letztere mehr Druckfarbe übertragen wird. Bei der Umstellung der Druckmaschine 5 auf den Schön- und Wiederdruckbetrieb veranlasst der Leitrechner 7 automatisch die Korrektur der Zustellung der Auftragwalze 12 relativ zur Rasterwalze 13 in den bezüglich der Bogenlaufrichtung 6 vor der Wendeeinrichtung 8 liegenden Druckwerken 1 und 2. Die dazu notwendigen Korrekturwerte sind durch Druckversuche ermittelt worden und im Programm der elektronischen Steuerungseinrichtung, d. h. des Leitrechners 7, hinterlegt.

Es ist möglich, dass eine Druckfarbe, z. B. Black, die im reinen Schöndruckbetrieb nur in einem der Wendeeinrichtung 8 vorgeordneten Druckwerk verdruckt wird, nach der Umstellung der Druckmaschine 5 auf den Schön- und Wiederdruckbetrieb, nun zusätzlich auch in einem Druckwerk nach der Wendeeinrichtung 8 verdruckt wird. Um dies zu berücksichtigen gibt der Bediener die neue Farbenbelegung anhand einer Bedienmaske des Leitrechners 7 in diesen ein. Für die neue Farbenbelegung wählt der Leitrechner 7 einen Korrekturwert aus Korrekturwerte enthaltenden und im Leitrechner 7 hinterlegten Listen und stellt mittels dieses Korrekturwertes die Kontaktstreifenbreite a in dem durch die Änderung der Farbenbelegung betroffenen Druckwerk so ein, dass die angestrebte Volltondichte DV in Abhängigkeit von den folgenden Überrollungen erzielt wird.

5 zeigt qualitativ die vom Leitrechner 7 bei der automatischen Korrektur berücksichtigte Abhängigkeit der Kontaktstreifenbreite a (Ordinate) von der Anzahl der Folgeüberrollungen (Abszisse). Gemäß dem im Leitrechner 7 hinterlegten Programm können die Kontaktstreifenbreiten a bei der Druckmaschine 5 beispielsweise folgendermaßen eingestellt werden:

Reiner Schöndruckbetrieb:

Erstes Druckwerk 1: 6 Millimeter

Zweites Druckwerk 2: 6 Millimeter

Drittes Druckwerk 3: 6 Millimeter

Viertes Druckwerk 4: 6 Millimeter

Schön- und Wiederdruckbetrieb:

Erstes Druckwerk 1: 7 Millimeter

Zweites Druckwerk 2: 8 Millimeter

Drittes Druckwerk 3: 6 Millimeter

Viertes Druckwerk 4: 6 Millimeter

Aufgrund des viskoelastischen Verhaltens der gummierten Auftragwalze 12 verringert sich die Kontaktstreifenbreite a zwischen der Rasterwalze 13 und der Auftragwalze 12 mit zunehmender Druckgeschwindigkeit und somit zunehmender Drehzahl der Walzen 12, 13. Diese Verringerung der Kontaktstreifenbreite a führt zu einer Reduzierung der von der Rasterwalze 13 auf die Auftragwalze 12 übertragenen Farbmenge. Ein die Druckqualität beeinträchtigender und im Druckbild messbarer Abfall der Volltondichte DV kann aus einer übermäßigen Reduzierung besagter Farbübertragung infolge verringerter Kontaktstreifenbreite beim Übersteigen eines bestimmten Maßes der Druckgeschwindigkeit resultieren. Um diesem Effekt entgegen zu wirken und die von der Rasterwalze 13 auf die Auftragwalze 12 übertragene Farbmenge auch mit zunehmender Maschinen- bzw. Druckgeschwindigkeit konstant zu halten, wird der untere Stellexzenter 22 durch den Stellmotor 29 derart gedreht, dass der Achsabstand c in Abhängigkeit von der Zunahme der Druckgeschwindigkeit verringert wird. Für diese Geschwindigkeitskompensation sind in dem Leitrechner 7 in Form einer Kennlinie Werte hinterlegt, die der dabei vom Leitrechner 7 angesteuerte Stellmotor 27 anfahren muss, um die Kontaktstreifenbreite a der Änderung der Druckgeschwindigkeit entsprechend nachzuführen. Einige Werte für diese Kennlinie sind durch Druckversuche ermittelt worden und die übrigen Werte werden vom Leitrechner 7 interpoliert. Die zur geschwindigkeitsabhängigen Nachführung des Achsabstandes c verwendete Kennlinie kann für alle Druckwerke 1 bis 4 und für alle Druckfarben gleich sein.

Außer der vom Bediener am Steckprofil 25 der zweiten Gewindespindel 24 vorgenommenen Grundeinstellung des Achsabstandes c, erfolgen somit eine vom Stellmotor 29 automatisch vorgenommene statische Veränderung des Achsabstandes c und eine ebenfalls vom Stellmotor 29 automatisch vorgenommene dynamische Veränderung des Achsabstandes c. Die motorisch vorgenommene statische Einstellung dient der dem Betriebsmodus (reiner Schöndruckbetrieb oder Schöndruck- und Wiederdruckbetrieb) und/oder der Druckfarbenbelegung der Druckwerke 1 bis 4 entsprechenden Einstellung der Kontaktstreifenbreiten a. Diese motorisch vorgenommene statische Einstellung wird wie auch die zuvor erwähnte manuelle Einstellung während des laufenden Druckbetriebes unverändert beibehalten. Die vom Stellmotor 29 vorgenommene dynamische Einstellung der Kontaktstreifenbreiten a ändert sich während des Maschinenlaufes bei Druckgeschwindigkeitsänderungen automatisch, ist also dynamisch.

In 6 ist ein Diagramm dargestellt, dessen Abszisse die Maschinen- bzw. Druckgeschwindigkeit innerhalb eines Bereiches von einer minimalen Druckgeschwindigkeit vmin bis zu einer maximalen Druckgeschwindigkeit vmax zeigt und dessen Ordinate die Vollton- bzw. Farbdichte DV zeigt. Die in dem Diagramm mit Volllinie dargestellte obere Kurvenschar umfasst eine untere Kurve, welche den Farbdichteverlauf ohne die automatisch erfolgende, druckgeschwindigkeitsabhängige Nachführung der Kontaktstreifenbreite a illustriert und dessen obere Kurve den Farbdichteverlauf mit druckgeschwindigkeitsabhängiger Nachführung der Kontaktstreifen zeigt. Die obere Kurvenschar beruht auf der Annahme einer ersten Temperatur, welcher entsprechend die Rasterwalze 13 mittels einer zeichnerisch nicht dargestellten Temperiereinrichtung temperiert ist. Wird mittels der Temperiereinrichtung eine andere, zweite Temperatur der Rasterwalze 13 eingestellt, so resultiert dies in der mit Phantomlinie dargestellten Kurvenschar mit veränderter Volltondichte.

Es ist möglich, zur automatischen Kompensation der durch die Schöndruck- oder Wiederdruckumstellung und/oder die Veränderung der Druckfarbenbelegung bewirkten Veränderung der gedruckten Farbdichte anstatt oder zusätzlich zur verstellbaren Lagerung der Auftragwalze 12 die Temperiereinrichtung der Rasterwalze 13 zu verwenden. Hierbei wird ausgenutzt, dass mit zunehmender Temperatur der Rasterwalze 13 von dieser mehr Druckfarbe auf die Auftragwalze 12 übertragen wird. Beispielsweise können bei einer Umstellung der Druckmaschine 5 vom reinen Schöndruckbetrieb auf den Schöndruck- und Wiederdruckbetrieb die Temperaturen der Rasterwalzen der vor der Wendeeinrichtung 8 liegenden Druckwerke 1, 2 erhöht werden, um die durch die Umstellung „verloren gehenden" Überrollungen der mit diesen Druckwerken 1, 2 gedruckten Druckfarben zu kompensieren. Die Temperaturen der Rasterwalzen der anderen Druckwerke 3, 4, welche der Wendeeinrichtung 8 nachgeordnet sind, werden bei der Umstellung unverändert beibehalten.

1
erstes Druckwerk
2
zweites Druckwerk
3
drittes Druckwerk
4
viertes Druckwerk
5
Druckmaschine
6
Bogenlaufrichtung
7
Leitrechner
8
Wendeeinrichtung
9
Gegendruckzylinder
10
Gummituchzylinder
11
Druckformzylinder
12
Auftragwalze
13
Rasterwalze
14
Zahnrad
15
Zahnrad
16
Gestell
17
Steuerkurve
18
erste Rolle
19
zweite Rolle
20
dritte Rolle
21
oberer Stellexzenter
22
unterer Stellexzenter
23
erste Gewindespindel
24
zweite Gewindespindel
25
Steckprofil
26
Mutter
27
Hebel
28
Gelenk
29
Stellmotor
30
dritte Gewindespindel
31
Mutter
a, b
Kontaktstreifenbreite
c
Achsabstand
DV, DV1, DV2
Volltondichte
vmin
minimale Druckgeschwindigkeit
Vmax
maximale Druckgeschwindigkeit


Anspruch[de]
Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine (5) mit mehreren Druckwerken (1 bis 4), welche jeweils ein Aniloxfarbwerk mit einer Rasterwalze (13) und einer Auftragwalze (12), die einen Achsabstand (c) voneinander aufweisen, umfassen, wobei eine Temperatur in mindestens einem der Aniloxfarbwerke und/oder der Achsabstand (c) in mindestens einem der Aniloxfarbwerke in Abhängigkeit von einer Schöndruck- oder Widerdruckumstellung der Druckmaschine (5) und/oder einer Veränderung einer Druckfarbenbelegung der Druckwerke (1 bis 4) verändert werden bzw. wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Veränderung der Temperatur und/oder des Achsabstandes (c) automatisch erfolgen bzw. erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Achsabstand (c) verändert wird und dadurch eine von der Rasterwalze (13) zusammen mit der Auftragwalze (12) bestimmte Kontaktstreifenbreite (a) verändert wird. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Veränderung des Achsabstandes (c) durch eine Verstellung der Auftragwalze (12) erfolgt. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, wobei der Achsabstand (e) zusätzlich in Abhängigkeit von einer Maschinengeschwindigkeit der Druckmaschine (5) automatisch verändert wird. Druckmaschine (5) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit mehreren Druckwerken (1 bis 4), welche jeweils ein Aniloxfarbwerk mit einer Rasterwalze (13) und einer Auftragwalze (12), die einen Achsabstand (c) voneinander aufweisen, umfassen, und mit einer Steuerungseinrichtung (7), in der ein Programm hinterlegt ist, in welchem eine Abhängigkeit einer Veränderung einer Temperatur in mindestens einem der Aniloxfarbwerke und/oder des Achsabstand (c) in mindestens einem der Aniloxfarbwerke von einer Schöndruck- oder Widerdruckumstellung der Druckmaschine (5) und/oder einer Veränderung einer Druckfarbenbelegung der Druckwerke (1 bis 4) bestimmt ist. Druckmaschine nach Anspruch 6, wobei die Abhängigkeit in Form von Wertepaaren in dem Programm bestimmt ist. Druckmaschine nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Rasterwalze (13) und die Auftragwalze (12) schmitzringlos ausgebildet sind. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei die Auftragwalze (12) in einer verstellbaren Lagerung zur Verstellung des Achsabstandes (c) gelagert ist. Druckmaschine nach Anspruch 9, wobei die Lagerung eine Steuerkurve (17) umfasst, in der die Auftragwalze (12) drehbar gelagert ist.






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