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Dokumentenidentifikation DE19652645B4 22.03.2007
Titel Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Pietsch, Harald, 71691 Freiberg, DE
DE-Anmeldedatum 18.12.1996
DE-Aktenzeichen 19652645
Offenlegungstag 25.06.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.03.2007
IPC-Hauptklasse G04G 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F02D 41/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F02D 41/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G07C 5/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers, insbesonders eines steuergeräteinternen oder steuergeräteexternen relativen Zeitmessers nach der Gattung des Hauptanspruchs.

Die Kenntnis der Zeit zwischen dem Abstellen einer Brennkraftmaschine und dem erneuten Starten ist eine Größe, die für eine optimale Regelung einer Brennkraftmaschine, beispielsweise für die Steuerung bei Kraftstoffzufuhr, der Zündung usw. benötigt wird. In Abhängigkeit von der Abstellzeit löst das Steuergerät des Fahrzeugs die optimalen Ansteuerungen aus.

Für die Ermittlung der Abstellzeit einer Brennkraftmaschine sind verschiedene Verfahren bekannt. Eines dieser Verfahren wird in der DE 196 21 900 A1 beschrieben. Bei diesem Verfahren zur Bestimmung der Abstellzeit einer Brennkraftmaschine werden die den Zeitpunkt des Abstellens repräsentierenden Zeitdaten im Steuergerät der Brennkraftmaschine gespeichert und beim erneuten Starten der Brennkraftmaschine mit den den Zeitpunkt des Startens repräsentierenden Zeitdaten verrechnet. Die Differenz zwischen diesen Zeitdaten stellt die Abstellzeit der Brennkraftmaschine dar. Gewonnen werden die Zeitdaten bei dein aus der DE-P 196 21 900 bekannten Verfahren mit Hilfe einer zur Zeitanzeige im Fahrzeug dienenden Borduhr, die so ausgestaltet ist, dass sie in der Lage ist, die jeweilige Zeiten repräsentierenden Zeitdaten auf Anforderung oder dauerhaft zur Übernahme durch das Fahrzeug-Steuergerät bereitzustellen. Das Steuergerät ist somit in der Lage, zu den gewünschten Zeitpunkten die Zeitdaten der Borduhr auszulesen und zu verarbeiten.

Das bekannte Verfahren zur Bestimmung der Abstellzeit einer Brennkraftmaschine wird jedoch nicht daraufhin überwacht, ob der Zeitmesser, also beispielsweise die Borduhr während des in Frage kommenden Zeitraums ständig voll funktionsfähig war. Es kann somit unter ungünstigen Umständen vorkommen, dass eine falsche Abstellzeit angenommen wird. Da die Abstellzeit für verschiedene wichtige Funktionen der Brennkraftmaschine benötigt wird, kann bei Verwendung einer falschen Abstellzeit eine nicht optimale Regelung der Brennkraftmaschine eintreten. Die EP 0 681 272 A2 zeigt dazu ein Verfahren zur Überprüfung der Genauigkeit eines Zeitmessers, der in Verbindung mit einem Steuergerät einer Brennkraftmaschine eingesetzt wird, wobei während des Betriebes des Steuergerätes zu einem wählbaren Zeitpunkt ein weiterer Zeitmesser, insbesondere ein Softwaretimer des Steuergerätes, mit einem vorgebbar definierten Zeitintervall gestartet wird und nach Ablauf dieses Zeitintervalls die Periode des zu prüfenden Zeitmessers bestimmt wird.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Verfahren zur Sicherstellung, dass die ermittelte Abstellzeit der Brennkraftmaschine der tatsächlichen Abstellzeit entspricht, weiter zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das in Anspruch 1 beanspruchte Verfahren gelöst.

Vorteile der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den Vorteil, dass sichergestellt wird, dass die ermittelte Abstellzeit einer Brennkraftmaschine auch der tatsächlichen Abstellzeit entspricht. Diese Absicherung der mit Hilfe eines steuergeräteexternen oder steuergeräteinternen relativen Zeitzählers über kurze oder lange Zeiträume, während oder außerhalb des Steuergerätebetriebes gewonnenen Zeitintervalle wird in vorteilhafter Weise durch einfachen Vergleich mit einem Softwaretimerintervall durchgeführt. Damit kann eine zuverlässige Überprüfung des relativen Zeitzählers auf Ungenauigkeit, Ausfall oder sonstige Fehler erfolgen, Unplausibilitäten werden also in vorteilhafter Weise erkannt.

Durch Vorgabe einer Genauigkeitsschwelle kann eine tolerierbare Ungenauigkeit des relativen Zeitzählers festgelegt werden und gleichzeitig eine eventuelle Ungenauigkeit des Softwaretimers berücksichtigt werden. Die Überprüfung der Funktionsfähigkeit erfolgt in vorteilhafter Weise unter sehr geringer Rechnerbelastung. Erzielt werden diese Vorteile durch das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Weitere Vorteile der Erfindung werden mit Hilfe der in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen erzielt.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Beschreibung

Die einzige Figur der Zeichnung zeigt schematisch ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispieles des erfindungsgemäßen Verfahrens, das im Steuergerät des Kraftfahrzeuges abläuft. Dieses Steuergerät führt auch die Regelung der Brennkraftmaschine durch. Es umfaßt als zentrale Steuereinheit einen Mikroprozessor, Mikrocontroller oder dergleichen, in dem ein Steuerprogramm abgearbeitet wird. Weiterhin umfaßt das Steuergerät die erforderlichen Speicher. Die für die Regelung der Brennkraftmaschine und die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens benötigten Informationen werden dem Steuergerät durch externe Meßwertaufnehmer zugeführt. Das Steuergerät gibt die erforderlichen Ansteuersignale ab. Die für die Ermittlung der Abstellzeit benötigten Zeitinformationen werden beispielsweise von der Borduhr geliefert, die mit dem Steuergerät so in Verbindung steht, daß dieses zu den gewünschten Zeitpunkten auf die Borduhr zurückgreifen kann und die für die Berechnung der Abstellzeit der Brennkraftmaschine benötigten Zeitdaten auslesen und weiterverarbeiten kann.

Anstelle einer steuergeräteexternen Uhr kann auch eine im Steuergerät befindliche Uhr ausgewertet werden, die ebenfalls die erforderlichen Daten an das Steuergerät liefert.

Grundsätzlich kann auch eine nach einer anderen Methode ermittelte Abstellzeit hinsichtlich ihrer Plausibilität überwacht werden, beispielsweise kann verglichen werden, ob eine über eine Auswertung der Abkühlrate einer Brennkraftmaschine ermittelte Abstellzeit plausibel ist. Eine solche Abstellzeitermittlung wird beispielsweise in der DE 1 96 44 497 A1 beschrieben.

Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Zeitmessers wird wie in der Figur dargestellt, während des Steuergerätebetriebs zu einem bestimmten Zeitpunkt die Überprüfung gestartet. Dazu wird, wie in Schritt S1 dargestellt, die relative Zeit aus der zu prüfenden Uhr ausgelesen und zwischengespeichert. Diese Zeit ist mit t1 bezeichnet. Gleichzeitig wird ein Softwaretimer mit einem definierten Zeitintervall geladen und gestartet.

Im Schritt S2 wird überprüft, ob der Softwaretimer bereits abgelaufen ist. Ist dies nicht der Fall, wird wiederum geprüft, ob der Softwaretimer abgelaufen ist. Diese Prüfung wird so lange fortgesetzt, bis im Schritt S2 erkannt wird, daß der Softwaretimer abgelaufen ist.

Zum Zeitpunkt des Ablaufs des Softwaretimers wird im Schritt S3 erneut die relative Zeit aus der zu prüfenden Uhr ausgelesen und als Zeit t2 zwischengespeichert. Weiterhin wird die Differenz der beiden Zeiten gebildet, es wird also die Zeitdifferenz dt = t2 – t1 gebildet.

Durch Differenzbildung zwischen den beiden ausgelesenen relativen Zeiten t2 und t1 wird also die in der zu diagnostizierenden Uhr verstrichene Zeit dt ermittelt. Im Schritt S4 wird die Zeit dt mit dem Softwareintervall verglichen. Es wird also der Unterschied zwischen dem relativen Zeitintervall dt und dem Softwaretimerintervall dti ermittelt, indem berechnet wird: f_t =|dt – dti|.

Der so ermittelte Unterschied f_t wird im Schritt S5 mit einem geeignet zu bestimmenden Schwellenwert verglichen. Unterscheiden sich die beiden Zeitintervalle dt und dti um mehr als diesen bestimmten Schwellenwert, wird im Schritt S5 erkannt, daß ein Fehler der zu prüfenden Uhr vorliegt. Anschließend wird im Schritt S6 ein Fehler erkannt und eine Fehlerbotschaft versandt. Diese Fehlerbotschaft wird vom Steuergerät registriert, und es werden geeignete Maßnahmen ergriffen, daß die als fehlerhaft erkannte Abstellzeit nicht für weitere Berechnungen herangezogen wird. Gegebenenfalls wird auf einen Ersatzwert zurückgegriffen.

Wird im Schritt S5 erkannt, daß der Zeitunterschied f_t nicht größer ist als der vorgegebene Schwellenwert, wird davon ausgegangen, daß der zu überprüfende Zeitmesser ordnungsgemäß funktioniert, und die mit Hilfe dieses Zeitmessers ermittelten Abstellzeiten werden bei den weiteren Berechnungen, also bei den Ermittlungen geeigneter Ansteuersignale berücksichtigt.

Mit dem beschriebenen Verfahren kann auf eine Ungenauigkeit oder einen Ausfall des relativen Zeitmessers sowie auf Unplausibilität der durch Auswertung des Zeitmessers erhaltenen Zeitinformation geschlossen werden. Diese Prüfung kann einmalig oder mehrmals zu wählbaren Zeiten während des Steuergerätebetriebes durchgeführt werden.


Anspruch[de]
Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers, der in Verbindung mit einem Steuergerät einer Brennkraftmaschine eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass während des Betriebes des Steuergerätes zu einem wählbaren Zeitpunkt die relative Zeit aus dem Zeitmesser ausgelesen wird und gleichzeitig ein weiterer Zeitmesser, insbesondere ein Softwaretimer des Steuergerätes, mit einem vorgebbar definierten Zeitintervall gestartet wird und nach Ablauf dieses Zeitintervalls erneut die relative Zeit des zu prüfenden Zeitmessers ausgelesen wird und die Differenz zwischen den beiden relativen Zeiten und dem durch den zweiten Zeitmesser definierten Zeitintervall ermittelt wird und eine Fehlfunktion erkannt wird, wenn die Abweichung ein vorgebbares Maß überschreitet. Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitmesser eine steuergeräteinterne Uhr oder eine steuergeräteexterne Uhr ist, die mit dem Steuergerät so in Verbindung steht, dass dieses zu wählbaren Zeitpunkten auf die relativen Zeiten der Uhr zurückgreifen kann. Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren einmalig bei Inbetriebnahme des Steuergerätes oder mehrmals während des Steuergerätebetriebes zu wählbaren Zeitpunkten durchgeführt wird. Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei erkanntem Fehler eine Anzeige erfolgt und die vom Zeitmesser gelieferten Zeitdaten von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen werden. Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Zeitmesser gelieferten Zeitdaten durch Ersatzwerte ersetzt werden. Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit eines Zeitmessers nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitmesser zur Ermittlung der Abstellzeit einer Brennkraftmaschine verwendet wird, die aus der Differenz zwischen der beim Abschalten der Brennkraftmaschine gemessenen relativen Zeit und der beim Wiedereinschalten der Brennkraftmaschine gemessenen relativen Zeit gebildet wird.






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