Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Kunstleders, das wie Nubuk aussieht.
Genauer gesagt, betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Herstellung eines Kunstleders, dessen Oberflächenflor deutlich weniger in eine
Richtung ausgerichtet ist und das kurze, dicht angeordnete Florfasern aufweist,
wodurch es nubukähnliches Aussehen und einen nubukähnlichen Griff erhält.
In den letzten Jahren gab es große Fortschritte in Bezug auf
die Techniken zur Herstellung von Kunstleder mit Flor, die aus Substraten aus synthetischen
ultrafeinen, verschlungenen Fasern und elastischen Polymeren produziert werden,
und diese Kunstleder werden auch bei qualitativ hochwertiger Mode, Autobezügen,
Innenausstattung und Möbeln auf breiter Ebene angenommen.
Man kann sagen, dass diese Herstellungstechniken für Kunstleder
beachtliche Fortschritte, z.B. im Bereich von veloursähnlichen Kunstledern,
gemacht haben. Da diese Kunstleder viele ultrafeine, auf der Oberfläche aufgeraute
Fasern haben, stellt sich beim Nähen folgendes Problem.
Da der Flor des endproduzierten Gewebes stark in eine Richtung ausgerichtet
ist, weist ein Produkt, das durch das Zusammennähen mehrerer Gewebeteile mit
unterschiedlicher Florausrichtung hergestellt wird, deutlich sichtbare Farbtonunterschiede
auf den unterschiedlich ausgerichteten Floroberflächen auf. Um das zu verhindern,
ist es erforderlich, ausschließlich Gewebeteile mit der gleichen Florausrichtung
miteinander zu vernähen. Aus diesem Grund können die Gewebeteile nicht
effektiv verwendet werden, und die Nähausbeute ist begrenzt.
Der deutlich sichtbare Farbtonunterschied, der von der Ausrichtung
abhängt, wird im Bereich des Kunstleders zugunsten eines längeren Flors
eher akzeptiert, da dies das Gefühl hoher Qualität erzeugt. Andererseits
jedoch ist es weniger wahrscheinlich, dass so ein deutlicher Farbtonunterschied
in dem Bereich des Kunstleders, in dem ein kürzerer und dichterer Flor wie
Nubuk bevorzugt wird, akzeptiert wird.
Aufgrund des oben genannten Problems besteht Bedarf an der Entwicklung
eines Kunstleders mit einer Floroberfläche mit geringen sichtbaren Farbtonunterschieden,
die von der Ausrichtung abhängig sind, und mit guter Nähausbeute.
Ein solches Kunstleder mit einer Floroberfläche mit geringen
sichtbaren Farbtonunterschieden, die von der Ausrichtung abhängig sind, ist
für nubukähnliches Kunstleder deutlich besser geeignet als für veloursähnliches
Kunstleder, wenn der Flor kürzer und dichter ist.
Bei der konventionellen Herstellung von Kunstleder, das aus ultrafeinen
Fasern und elastischen Polymeren besteht, sind mehrere Techniken zur Kürzung
und Verdichtung des aufgerauten Flors auf der Oberfläche bekannt.
JP-A-07-126986 beschreibt etwa ein Verfahren, welches das Zerschneiden
einer Bahn aus ultrafeinen Fasern und einem elastischen Polymer, das Überziehen
der Oberfläche des Streifens mit einer Lösung, die ein Lösungsmittel
für das elastische Polymer enthält, sowie das Aufrauen der mit der lösungsmittelhältigen
Lösung überzogenen Oberfläche umfasst.
Außerdem offenbart JP-A-07-126985 ein Verfahren, das folgende
Schritte umfasst: Imprägnieren einer Konjugatfaserbahn mit einem elastischen
Polymer, teilweises Pressen des elastischen Polymers in zur Oberfläche des
Substrats senkrechter Richtung, Koagulieren, Ultra-Verfeinerung der konjugierten
Fasern, Auftragen eines Lösungsmittels für das elastische Polymer auf
die nicht aufgeraute Seite und Aufrauen der Oberfläche, auf die das Lösungsmittel
aufgetragen wurde.
Das erstere Verfahren weist das Problem auf, dass es schwierig ist
das Ausmaß der Lösungsimprägnierung in normal auf die Bahn stehender
Richtung zu steuern. Bei letzterem Verfahren ist es problematisch, das Ausmaß
des Pressens zu steuern, wenn die Dicke der Bahn aufgrund verschiedener Faktoren
variiert. In der Folge besteht, obgleich die Dicke des Flors verbessert wird, je
nach Ausmaß des Aufrauens die Wahrscheinlichkeit, dass die Florlänge ungleichmäßig
ist. Außerdem besteht, obwohl die Florlänge gesenkt werden kann, da die
Haftkraft zwischen den ultrafeinen Fasern und dem elastischen Polymer steigt, auf
der anderen Seite ein weiteres Problem, nämlich dass das Produkt weniger weich
aussieht.
JP-A-60-075681 offenbart ein Herstellungsverfahren für ultradünnes
Kunstleder durch Vernadeln einer Bahn, die aus gemischten, zur Bildung von ultrafeinen
Fasern geeigneten Fasern besteht. Bei diesem Verfahren wird die vernadelte Bahn
dann einer Kombination aus Hochgeschwindigkeitsflüssigkeitsbehandlung, Ultrafaserbildung
und Auftragen eines Bindemittels unterzogen.
Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, ein Verfahren zur Herstellung
eines Kunstleders mit Floroberfläche mit geringen sichtbaren Farbtonunterschieden
und mit guter Nähausbeute bereitzustellen. Mit der erfolgreichen Entwicklung
des Kunstleders soll ein beispielloses, in Bezug auf das Aussehen
ausgezeichnetes nubukähnliches Kunstleder geschaffen werden.
Die vorliegende Erfindung hat auch zum Ziel, ein Verfahren bereitzustellen,
das die Herstellung des oben beschriebenen Kunstleders, insbesondere eines nubukähnlichen
Kunstleders mit weichem Griff und einer Floroberfläche mit sehr geringen sichtbaren
Farbtonunterschieden ermöglicht.
Dementsprechend stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Herstellung eines nubukähnlichen Kunstleders bereit, bei dem eine Bahn, die
durch Auftragen eines elastischen Polymers auf ein Substrat aus ultrafeinen, verschlungenen
Fasern erhalten wird, aufgeraut wird, um eine mit Flor versehene Bahn zu bilden.
Das Verfahren umfasst dabei folgende Schritte: Aufbringen eines elastischen Polymers
auf ein Substrat aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern, Im-Wesentlichen-Verfestigen
des elastischen Polymers, Eintauschen des Substrats aus verschlungenen Fasern mit
darauf abgeschiedenem Polymer in ein Quellmittel für das elastische Polymer,
um das elastische Polymer quellen zu lassen, Zusammendrücken der Bahn in normal
auf die Bahn stehender Richtung, Entfernen des Quellmittels mit einem wässrigen
Lösungsmittel und Aufrauen der Bahn zumindest auf einer Seite.
Gemäß der Ausführungsformen des vorliegenden Verfahrens
wird die Einschnürung am Florgrund vor oder nach dem Aufrauen des Flors durch
eine Basenreduktionsbehandlung der ultrafeinen Fasern oder durch Anreiben des gesamten
Gewebes mit aufgerautem Flor gelockert, damit der Flor weniger in eine Richtung
ausgerichtet wird.
Die Herstellung eines nubukähnlichen Kunstleders erfolgt durch
das Verfahren der vorliegenden Erfindung wie folgt.
Ein Kunstleder mit einer Floroberfläche mit ultrafeinen Fasern
auf zumindest einer Seite, das durch Auftragen eines elastischen Polymers auf ein
Substrat aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern gebildet wurde und das durch eine
scheinbare Dichte von 0,3 g/cm3 oder mehr, eine Florlänge von 0,5
mm oder weniger gekennzeichnet ist und einen R-Wert von 25% oder weniger aufweist.
Der R-Wert wird aus folgender Formel erhalten, die auf der mit einem Goniophotometer
gemessenen goniometrischen Reflexionsverteilung beruht, wobei die Floroberfläche
von 0° bis 180° gedreht wird:
R-Wert (%) = (R1 – R3)/(R1 – R2) × 100
(worin R1 die Menge des reflektierten Lichts bei 0° ist; R2 die Minimalmenge
an reflektiertem Licht im Bereich von 0° bis 180° ist; und R3 die Menge
des reflektierten Lichts bei 180° ist).
Durch das oben beschriebene Kunstleder und das Herstellungsverfahren
gemäß der vorliegenden Erfindung kann ein Kunstleder mit einer Floroberfläche
mit geringen sichtbaren Farbtonunterschieden und einer guten Nähausbeute, also
ein nubukähnliches Kunstleder mit beispiellos ausgezeichnetem Aussehen, hergestellt
werden.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
1 ist ein schematisches Modelldiagramm zur Veranschaulichung
des Verfahrens zur Messung der goniometrischen Reflexionsverteilung in vorliegender
Erfindung.
2 zeigt ein Beispiel für die goniometrische Reflexionsverteilung
eines herkömmlichen Kunstleders.
3 ist ein Beispiel für die goniometrische Reflexionsverteilung
eines erfindungsgemäßen nubukähnlichen Kunstleders.
Beste Ausführungsformen der Erfindung
Ausführungsformen des Verfahrens der vorliegenden Erfindung zur
Herstellung eines nubukähnlichen Kunstleders werden im Folgenden detailliert
beschrieben.
Die Erfinder haben intensive Untersuchungen angestellt, um das oben
beschriebene Problem, d.h. das Problem beim Nähen, das auf die Unterschiede
im Oberflächenglanz aufgrund der Ausrichtung des Flors zurückzuführen
ist, zu lösen und ein Kunstleder mit verbesserter Nähausbeute zu entwickeln.
Die Erfinder haben festgestellt, dass das Problem durch eine Vorgabe der Lichtreflexion
durch die Floroberfläche, d.h. dadurch, dass der Unterschied im Oberflächenglanz
so gering wie möglich gehalten wird, gelöst und ein beispiellos gutes
nubukähnliches Leder hergestellt werden kann.
Das erfindungsgemäße nubukähnliche Kunstleder, das
durch das Verfahren hergestellt werden kann, ist gekennzeichnet durch einen R-Wert
von 25 % oder weniger in Bezug auf die unter Verwendung eines Goniophotometers durch
Drehen der Floroberfläche von 0° bis 180° wie oben beschrieben gemessene
goniometrische Reflexionsverteilung. Der R-Wert wird im Folgenden beschrieben.
Im Allgemeinen wird bei einem Kunstleder mit einer Floroberfläche
aus ultrafeinen Fasern auf zumindest einer Seite, das durch Auftragen eines elastischen
Polymers auf ein Substrat mit ultrafeinen, verschlungenen Fasern gebildet wird,
der Flor üblicherweise durch Aufrauen der Oberfläche der Bahn in
Längsrichtung, z.B. unter Verwendung von Sandpapier im Aufrauverfahren, aufgeraut.
In diesem Fall wird der Flor in Aufraurichtung ausgerichtet. Die Richtung, in die
der Flor wahrscheinlich fällt, wenn die Floroberfläche gebürstet
wird, ist als Strichrichtung definiert, und die Richtung, in die der Flor wahrscheinlich
aufgeraut wird, ist als Gegenstrichrichtung definiert.
Das Verfahren zur Messung der goniometrischen Reflexionsverteilung
in der vorliegenden Erfindung wird im Folgenden unter Bezug auf das Modelldiagramm
in 1 beschrieben.
Zunächst wird ein Goniophotometer (Modell GP-1 R oder GP-200)
mit einer als Lichtquelle eingesetzten Halogenlampe (12 V, 50 W) verwendet, und
das einfallende Licht (i) wird auf einen zentralen Punkt (0) gerichtet mit einem
Einfallswinkel (&agr;) von 60° in Bezug auf die Normale (N) auf die Oberfläche
eines Kunstleders (S) und mit einem Ausfallswinkel (&ggr;) des reflektierten Lichts
(R) von 60°. Auf der anderen Seite werden Nylonfäden (210D-15f, produziert
von Toray Industries, Inc.) verwendet, um ein Doppelflorgewebe aus 3,3 Kettfäden
pro mm (85 Kettfäden pro Zoll) und 2,2 Schussfäden pro mm (57 Schussfäden
pro Zoll) mit 594 Fasern pro 25 mm2 mit einer Faserlänge von 2,6
mm (Dicke von der Unterseite des Gewebes bis zu den Faserenden) zu bilden. Das Gewebe
wird thermofixiert, und die Fasern werden für ein Bürstgewebe in eine
Richtung ausgerichtet. Dieses wird auf eine 400-g-Charge mit einer Oberfläche
von 10 cm Länge × 10 cm Breite aufgeklebt und fixiert. Das Laminat wird
dann auf der Floroberfläche eines Kunstleders platziert und angetrieben, damit
der Flor mit einer Geschwindigkeit von 5 m/s in Strichrichtung aufgeraut wird. Zur
Herstellung eines Probestücks wird dieser Vorgang 5 Mal wiederholt.
Die oben beschriebenen Bedingungen entsprechen annähernd jenen
Bedingungen, die üblicherweise auftreten, wenn man den auf seinen Kleidern
abgelagerten Staub mit einer Kleiderbürste entfernt. Dieses Probestück
wird wie in 1 dargestellt ausgerichtet, wobei die Strichrichtung
(a) des Flors lotrecht zum einfallenden Licht (i) gehalten wird. Der Winkel des
Probestücks ist in dieser Position 0°.
Nun wird die Lichtquelle eingeschaltet, und gleichzeitig wird das
Kunstleder in Pfeilrichtung kontinuierlich um 180° gedreht, damit das reflektierte
Licht (R) kontinuierlich gemessen werden kann, um so die goniometrische Reflexionsverteilung
zu bestimmen.
In diesem Fall verändert sich die Menge des reflektierten Lichts
in der goniometrischen Reflexionsverteilung abhängig vom Farbton des Kunstleders,
auch wenn die Menge des einfallenden Lichts gleich bleibt. Deshalb wird der R-Wert
(%) der vorliegenden Erfindung unter den folgenden Referenzbedingungen bestimmt.
Zunächst wird eine weiße Platte aus Magnesiumfluorid verwendet,
um die volle Größe auf 100 % anzupassen, wobei die Lichtmengenregelung
und die Empfindlichkeitsregelung des Goniometers eingesetzt werden. Wenn dann beispielsweise
ein dunkel gefärbtes Kunstleder unter den oben genannten Bedingungen untersucht
wird, variiert die Menge des reflektierten Lichts bei niedrigen Positionen natürlich.
Wenn ein hell gefärbtes Kunstleder unter den besagten Bedingungen untersucht
wird, variiert die Menge des reflektierten Lichts natürlich bei höheren
Positionen als bei dunkel gefärbtem Kunstleder.
Um die Unterschiede aufgrund des Farbtons eines Kunstleders bei der
Bewertung desselben Kriteriums zu eliminieren, werden die Lichtmengenregelung und
die Empfindlichkeitsregelung des Goniometers so eingestellt, dass sichergestellt
wird, dass die Menge des reflektierten Lichts in Strichrichtung (i) des Flors, die
lotrecht zum einfallenden Licht (i) (wobei der Probewinkel bei 0° festgelegt
ist) gehalten wird, die 50%-Position (X) der weißen Platte aus Magnesiumfluorid
erreicht. Dann beginnt die Messung zur Ermittlung der goniometrischen Reflexionsverteilung
wie in 2dargestellt. So wird der R-Wert (5) nach folgender
Formel bestimmt. Da jedoch auch Kunstleder Unregelmäßigkeiten auf ihrer
Oberfläche aufweisen, werden Messungen bei fünf Probestücken durchgeführt,
deren Mittelwert dann bestimmt wird.
R-Wert (%) = (R1 – R3)/(R1 – R2) × 100
(worin R1 die Menge des reflektierten Lichts bei 0° ist; R2 die Minimalmenge
an reflektiertem Licht im Bereich von 0° bis 180° ist; und R3 die Menge
des reflektierten Lichts bei 180° ist).
Es folgt nun eine weitere detaillierte Beschreibung unter Bezug auf
ein Beispiel der goniometrischen Reflexionsverteilung.
R1 in der vorliegenden Erfindung steht für R1 in der goniometrischen
Reflexionsverteilung in 2, d.h. für die Menge
an reflektiertem Licht, wenn das Licht aus der Lichtquelle in einem Winkel von 90°
auf den Flor in Strichrichtung einfällt. R2 steht für die niedrigste Menge
an reflektiertem Licht, wenn das Kunstleder kontinuierlich mit konstanter Geschwindigkeit
in Richtung des Pfeils in 1 bis 180° gedreht wird.
R3 steht für die Menge an reflektiertem Licht bei der Position nach einer 180°-Drehung,
d.h. wenn die Ausrichtung des Flors entgegengesetzt zur Ausrichtung bei R1 ist.
Die Erfinder haben festgestellt, dass der Farbtonunterschied auf der
Floroberfläche gering ist, wenn der R-Wert (%) als Lichtmengenunterschied
von (R1 – R2), wobei der Lichtmengenunterschied von (R1 – R2) 100
% sind, auf der goniometrischen Reflexionsverteilung 25% oder weniger, vorzugsweise
20 % oder weniger, besonders bevorzugt 15% oder weniger, beträgt. Das bedeutet,
dass auch der sichtbare Farbtonunterschied gering ist, selbst wenn die Gewebeteile
in verschiedener Ausrichtung miteinander vernäht werden, und dass deshalb diese
Gewebe effektiv zur Verbesserung der Nähausbeute eingesetzt werden können.
Die Erfinder haben auch festgestellt, dass der R-Wert (%) des erfindungsgemäßen
nubukähnlichen Kunstleders vorzugsweise bei 0,1 % oder darüber, besonders
bevorzugt bei 0,5 % oder darüber, liegt. Wenn der R-Wert (%) zu niedrig ist,
sieht das Kunstleder mangelhaft aus.
In der vorliegenden Erfindung kann das Substrat mit ultrafeinen, verschlungenen
Fasern beispielsweise folgendermaßen hergestellt werden: durch Bildung konjugierter
Fasern durch konjugiertes Spinnen oder Polymermischspinnen von zumindest zwei verschiedenen
Polymeren oder durch Bildung ultrafeiner Fasern durch direktes Spinnen eines einzigen
Polymers, die Herstellung eines Gewebes daraus, die Umwandlung in ein Vlies durch
ein Verfilzungsverfahren wie etwa Vernadeln oder Wasserstrahltechniken, das Herauslösen
zumindest eines Polymers im Falle von konjugierten Fasern oder dessen physikalisches
oder chemisches Abblättern oder Spalten zur Herstellung von ultrafeinen Fasern.
Die konjugierten Fasern und ultrafeinen Fasern sind in ihrer Form
nicht speziell eingeschränkt und es ist lediglich erforderlich, dass ein Substrat
aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern hergestellt werden kann.
In Bezug auf die konjugierten Fasern gehören zu den Polymeren,
die zur Gewinnung von ultrafeinen Fasern verwendet werden können, Polyamide
wie Nylon 6, Nylon 66, Nylon 12 und Nyloncopolymere, sowie Polyester wie Polyethylenterephtalat,
Polyethylenterephthalat-Copolymere, Polybutylenterephthalat, Polybutylenterephthalat-Copolymere,
Polypropylenterephtalat und Polypropylenterephthalat-Copolymere. Die Polymere, die
verwendet werden können, um herausgelöst oder physikalisch oder chemisch
abgeblättert oder abgespalten werden zu können, sind die eben genannten
Polyamide, die genannten Polyester sowie Polyolefine wie Polyethylen, Polystyrol
und Polypropylen. Auch Kombinationen solcher Polymere können gewählt werden,
wobei beispielsweise Formbarkeit, Spinnbarkeit und Dehnbarkeit der ultrafeinen Fasern
berücksichtigt werden müssen.
Da die Bahn beim vorliegenden Verfahren oft mit Basen (Basenreduktionsbehandlung)
weich gemacht wird, kann wie später beschrieben vorzugsweise ein basenlösliches
Polymer, das in Basen löslich ist und im Lösungsmittel für das plastische
Polymer nicht löslich ist, als ein Polymer der konjugierten Fasern verwendet
werden. Das basenlösliche Polymer ist besonders bevorzugt ein Copolyester,
der hauptsächlich aus Terephthalsäure und Ethylenglykol besteht und 6
bis 12 Mol-% 5-Natriumsulfoisophthalsäure und/oder 0 bis 10 Mol-% Isophthalsäure,
jeweils basierend auf der Gesamtmenge der Säuren, enthält.
Das Polymer zur Bildung der ultrafeinen Fasern kann auch Additive
wie Lichtbeständigkeitsverbesserer, Pigmente, Mattierungsmittel, Elektrizitätsregler
und Flammschutzmittel enthalten.
Die ultrafeinen Fasern des vorliegenden Verfahrens können einzelne
Fasern sein, jedoch sind Faserbündel die jeweils aus einer Vielzahl von Fasern
bestehen, vorzuziehen. Vorzugsweise beträgt die Zahl der Fasern pro Faserbündel
zumindest 5 oder mehr, noch bevorzugter 15 oder mehr und besonders bevorzugt 30
oder mehr. Wenn die Anzahl der Fasern, aus denen ein Faserbündel besteht, größer
ist, kann eine dichtere Florstruktur gebildet werden. Es sollte festgehalten werden,
dass die zu bevorzugende Zahl an Fasern von der Feinheit der Fasern abhängt.
Vorzugsweise liegt die durchschnittliche Feinheit der ultrafeinen
Fasern in einem Bereich zwischen 0,001 dtex und 0,1 dtex für verbesserten Griff,
Oberflächengriff, Farbentwicklungsvermögen und die später beschriebene
Flordichte des nubukähnlichen Kunstleders.
Wenn die durchschnittliche Feinheit der ultrafeinen Fasern im oberen
Bereich des besagten Bereichs liegt, ist es wünschenswert, dass die Anzahl
der Fasern, aus denen ein Bündel der ultrafeinen Fasern besteht, geringer ist,
und wenn die durchschnittliche Feinheit der ultrafeinen Fasern im unteren Bereich
des besagten Bereichs liegt, ist es wünschenswert, dass die Anzahl der Fasern,
aus denen ein Bündel der ultrafeinen Fasern besteht, höher ist.
Wenn die durchschnittliche Feinheit der ultrafeinen Fasern unter 0,001
dtex liegt, nimmt die Stärke der Fasern ab, und der Flor könnte durch
das Aufrauen zerschnitten werden. Wenn die durchschnittliche Feinheit über
0,1 dtex liegt, wird es hingegen schwierig, den Flor einheitlich kurz zu schneiden,
und der Flor kann dann unregelmäßig werden, wodurch die Wirkung der vorliegenden
Erfindung nicht erzielt werden kann.
Die durchschnittliche Feinheit der ultrafeinen Fasern liegt vorzugsweise
in einem Bereich zwischen 0,005 dtex und 0,05 dtex.
Das Grundmaterial für das durch das vorliegende Verfahren gewonnene
Kunstleder wird durch das Auftragen eines elastischen Polymers auf ein Substrat
aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern hergestellt.
Das elastische Polymer ist nicht speziell eingeschränkt. Üblicherweise
kann etwa Polyurethan verwendet werden, und außerdem kann vorzugsweise eine
oder mehrere Kombinationen zum Beispiel von polyesterdiol-basierten Polyurethanen,
polyetherdiol-basierten Polyurethanen, polycarbonat-basierten Polyurethanen für
verbesserten Griff und Oberflächengriff des Kunstleders verwendet werden. Das
elastische Polymer kann auch Additive wie Farbstoffe, Antioxidationsmittel, Antistatikmittel,
Dispersionsmittel, Weichmacher und Koagulierungsregler enthalten.
Bevorzugte Eigenschaften des nubukähnlichen Kunstleders, die
durch das erfindungsgemäße Verfahren erzielt werden können, sind,
dass der R-Wert (%) wie in 3 dargestellt 25 % oder
weniger beträgt und dass wenig darauf hindeutet, dass zwei deutliche Täler
in der in 2 dargestellten Reflexionsverteilung in Bezug
auf die Veränderung der Menge des reflektierten Lichts bei etwa 90°, wenn
die Oberfläche dieses Leders um etwa 90° gedreht wird, auftreten. Das
deutet darauf hin, dass das vorzuziehende erfindungsgemäße Kunstleder
nur geringe Veränderungen in Bezug auf die Menge des reflektierten Lichts bei
etwa 90° aufweist und es deshalb unwahrscheinlich ist, dass es zu Farbtonunterschieden
kommt.
Es ist wichtig, dass das nubukähnliche Kunstleder, das durch
das vorliegende Verfahren hergestellt werden kann, insgesamt eine hohe scheinbare
Dichte hat sowie dass die Fasern auf der Oberfläche auch möglichst dicht
gehalten werden. Als Faustregel gilt, dass eine Dichte von 0,3 g/cm3
oder darüber erforderlich und eine Dichte von 0,4 g/cm3 vorzuziehen
ist. Die scheinbare Dichte bezieht sich auf einen Wert, der bestimmt wird, indem
das Gewicht einer Flächeneinheit des Kunstleders durch seine Dicke dividiert
wird. Die hohe scheinbare Dichte des gesamten Kunstleders erhöht die scheinbare
Dichte der ultrafeinen Fasern, was wichtig ist, um die Dicke eines nubukähnlichen
Flors zu erzielen.
Das Verfahren zur Steigerung der scheinbaren Dichte des gesamten Kunstleders
wird später detaillierter beschrieben.
Wenn die scheinbare Dichte des Kunstleders unter 0,3 g/cm3
liegt, neigt das Kunstleder im Allgemeinen dazu, dass der Flor regelmäßiger
ausgerichtet ist und dass das elastische Polymer auf der Oberfläche sichtbar
ist, was dazu führt, dass eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass
die beiden Täler in der in 2 dargestellten Reflexionsverteilung
in Bezug auf die Veränderung der Menge des reflektierten Lichts bei etwa 90°
auftreten. Das bedeutet, dass es wahrscheinlich ist, dass ein sichtbarer Farbtonunterschied
auftritt. Eine derart niedrige scheinbare Dichte ist in der vorliegenden Erfindung
nicht annehmbar.
Die Menge des reflektierten Lichts ändert sich allgemein in Abhängigkeit
von dem Flor auf der Oberfläche des Kunstleders. Der Flor auf der Oberfläche
eines Kunstleders kann dadurch, dass eine Bahn mit einem elastischen Polymer, das
auf ein Substrat aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern aufgetragen ist, zumindest
auf einer Seite zum Beispiel mit Sandpapier aufgeraut wird, hergestellt werden.
Um die Effektivität der vorliegenden Erfindung zu steigern, ist es wichtig,
dass der Flor aus ultrafeinen Fasern einheitlicher kurz ist.
Die Florlänge bezieht sich auf die Länge von der Unterseite
bis zum oberen Teil des Flors, der durch Bürsten der Floroberfläche glatt
gelegt wurde. Dabei kann jede Bürste, die den Flor aufrichten und glatt legen
kann, verwendet werden. Bei dem erfindungsgemäßen Kunstleder ist es wichtig,
dass die Länge 0,5 mm oder weniger beträgt. Wenn die Florlänge höher
als 0,5 mm ist, ist der Flor regelmäßiger ausgerichtet, und der R-Wert
(%) neigt dazu, höher zu sein, wodurch es schwierig wird, das erfindungsgemäße
nubukähnliche Kunstleder herzustellen.
Vorzugsweise ist die Florlänge der ultrafeinen Fasern einheitlich
wie Samtfasern oder kürzer. Ein solcher Flor kann durch jede geeignete Kombination
der folgenden Aufraumittel hergestellt werden; Erhöhen der Aufraugeschwindigkeit
unter Einsatz von Sandpapier mit feineren Schleifkörnern, Erhöhen der
Haftung zwischen den ultrafeinen Fasern und dem elastischen Polymer vor dem Aufrauen,
Überziehen der Bahnoberfläche mit anorganischen feinen Körnern durch
Bürsten zur Erhöhung des Reibungswiderstandes sowie Aufrauen bei hoher
Geschwindigkeit.
Es ist von größter Notwendigkeit, dass das erfindungsgemäße
Kunstleder einen Flor aus ultrafeinen Fasern aufweist und dass die Florlänge
0,05 mm oder mehr beträgt. Die Florlänge liegt vorzugsweise zwischen 0,1
mm und 0,5 mm, besonders bevorzugt zwischen 0,1 mm und 0,4 mm. Wenn die Florlänge
unter 0,05 mm liegt, ist leider das lederähnliche Aussehen nicht gegeben.
Als generelle Tendenz gilt, dass das Kunstleder dazu neigt, minderwertigen
Griff und Oberflächengriff aufzuweisen.
Um die oben genannte Tendenz in Grenzen zu halten, ist es für
die Herstellung eines nubukähnlichen Kunstleders mit gutem Griff und Oberflächengriff,
wirksam, wenn beispielsweise das Polymer, das die ultrafeinen Fasern bildet Polyester
oder Copolyester ist, die ultrafeinen Fasern durch Basenreduktion unter Verwendung
einer Basenlösung vor oder nach dem Färben behandelt werden, damit sie
Poren zwischen den Fasern des Flors bilden und so die Fasern am oberen Ende des
Flors ausdünnen. Wenn das Polymer, das die ultrafeinen Fasern bildet, ein Polyamid
ist, ist eine Vorbehandlung mit einem Quellmittel und physisches Anreiben beim Färbeschritt
wirksam.
Die Basenreduktionsbehandlung oder das physikalische Abreiben kann
die Einschnürung am Florgrund gelockert werden, und folglich ist die Ausrichtung
des Flors weniger starr, wodurch der R-Wert (%) gesenkt wird.
Ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen nubukähnlichen
Kunstleders als Ausführungsform der Erfindung wird im Folgenden beschrieben.
Nubukähnliches Kunstleder kann durch ein Verfahren hergestellt
werden, bei dem durch Aufbringen eines elastischen Polymers auf ein Substrat aus
ultrafeinen, verschlungenen Fasern erhaltene Bahn aufgeraut wird, um eine mit Flor
versehene Bahn zu bilden, wie dies herkömmlicherweise zur Herstellung von Kunstleder
durchgeführt wird, wobei das Verfahren die Schritte des Aufbringens eines elastischen
Polymers auf ein Substrat aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern, des Im-Wesentlichen-Verfestigens
des elastischen Polymers, des Eintauchens des Substrats aus verschlungenen Fasern
mit darauf abgeschiedenem Polymer in ein Quellmittel für das elastische Polymer,
um das elastische Polymer quellen zu lassen, des Zusammendrückens der Bahn
in normal auf die Bahn stehender Richtung, des Entfernens des Quellmittels mit einem
wässrigen Lösungsmittel und des Aufrauens der Bahn zumindest auf einer
Seite umfasst.
Zunächst wird in der vorliegenden Erfindung ein Substrat mit
ultrafeinen, verschlungenen Fasern oder ein Substrat mit konjugierten, verschlungenen
Fasern, die geeignet sind, durch spätere Verfahren zur Bildung von ultrafeinen
Fasern ultrafeine Fasern zu erzeugen, hergestellt. So werden zum Beispiel zur Herstellung
eines Substrats mit ultrafeinen, verschlungenen Fasern ultrafeine Fasern auf 15
mm oder kürzer gekürzt und durch eine Papierherstellungstechnik zu einer
Bahn geformt. Die Bahn wird dann mit der Wasserstrahltechnik behandelt, um ein Substrat
mit verschlungenen Fasern zu ergeben. In einem anderen Verfahren kann ein Substrat
mit fangen verschlungenen Fasern durch ein Schmelz-Blas-Verfahren hergestellt werden.
Weitere alternative Verfahren umfassen beispielsweise das Vernadeln der Bahn oder
deren Behandlung durch die Wasserstrahltechnik, um ein Substrat mit verschlungenen
Fasern herzustellen.
Andererseits kann ein Substrat mit konjugierten, verschlungenen Fasern
hergestellt werden, indem die konjugierten Fasern gekürzt werden, durch herkömmliche
Verfahren wie das Krempel-Kreuzleger-Verfahren, ein Random-Webber-Verfahren oder
das Schmelz-Blas-Verfahren eine Bahn gebildet wird, durch Vernadelung eine Bahn
aus konjugierten Fasern hergestellt wird und die konjugierten Fasern durch ein Lösungsmittel,
Wärmebehandlung oder eine mechanische Behandlung ultrafein gemacht werden.
Dann wird in der vorliegenden Erfindung ein elastisches Polymer auf
das Substrat aus verschlungenen Fasern aufgetragen. Bevor jedoch das elastische
Polymer aufgetragen wird, wird das Substrat aus verschlungenen Fasern vorzugsweise
wärmebehandelt, damit es einläuft, oder unter Hitze mit einer Walze oder
Platte gepresst oder mit einer so genannten Nasspresse in nassem Zustand gepresst,
um so jeweils das Substrat aus verschlungenen Fasern zu verdichten, oder es wird
ein Schichtemittel wie Polyvinylalkohol zur Formintegration aufgetragen, da so die
Produktqualität verbessert werden kann.
Die Struktur des Substrats aus verschlungenen Fasern ist im Allgemeinen
die Struktur von dreidimensional verschlungenen, ultrafeinen Fasern wie oben beschrieben,
und ein dünneres Substrat dieser Struktur kann je nach Anwendung möglicherweise
nicht verwendet werden, da seine Stärke zu gering ist.
Als eine Ausführungsform zur Lösung des Problems der geringen
Stärke wird vorzugsweise ein Substrat aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern
und ein Gewebe und/oder Gewirke gemeinsam als einstückiges Substrat mit verschlungenen
Fasern zu verwenden.
Man kann ein mit einem Gewebe und/oder Gewirke einstückig ausgebildetes
Substrat aus verschlungenen Fasern herstellen, indem zum Beispiel die oben genannte
Bahn aus ultrafeinen Fasern oder konjugierten Fasern auf ein Gewebe und/oder Gewirke
gelegt wird und diese durch Vernadeln oder unter Einsatz der Wasserstrahltechnik
kombiniert werden.
Die einstückige Struktur aus verschlungenen Fasern kann hergestellt
werden, indem auf einer oder beiden Seiten eine Bahn auf ein Gewebe und/oder Gewirke
gelegt wird und diese verstrickt werden oder indem auf einer Seite eine Bahn auf
ein Gewebe und/oder Gewirke gelegt wird, diese zur Gewinnung einer einstückigen
Struktur aus verschlungenen Fasern verstrickt werden, mehrere solcher einstückiger
Strukturen aus verschlungenen Fasern übereinander gelegt werden
und alle einstückigen Strukturen parallel zur Oberfläche in die Hälfte
geschnitten werden (um so zwei Bahnen, die halb so dick wie die ursprüngliche
Bahn sind, zu erhalten).
In dieser Ausführungsform können die Garne zur Herstellung
des Gewebes oder Gewirkes Filamentgarne, Spinnfasergarne oder Mischgarne, die z.B.
aus Filamenten und kurzen Fasern bestehen, sein, und es bestehen keine speziellen
Einschränkungen.
Das Gewebe oder Gewirke kann Kettengewirke, Kulierware wie Trikotgewebe
oder jedes andere von vielen aus diesen Grundgewirken gewonnenen Gewirken, oder
einfache Gewebe, Twillgewebe, Satingewebe und jedes andere von vielen aus diesen
Grundgeweben gewonnenen Geweben. Es bestehen keine speziellen Einschränkungen.
Wenn ein Gewebe aus ultrafeinen Fasern oder konjugierten Fasern durch
Vernadeln mit einem Gewebe oder Gewirke fest verstrickt wird, können die Garne
des Gewebes oder Gewirkes, je nachdem welche Art von Garnen verwendet wird, zerschnitten
werden. Um dies zu vermeiden, werden vorzugsweise stark verzwirnte Garne eingesetzt.
Vorzugsweise beträgt die Zwirnung der stark verzwirnten Garne
zwischen 500 T/m und 4500 T/m, noch bevorzugter zwischen 1.500 T/m und 4.500 T/m,
besonders bevorzugt zwischen 2.000 T/m und 4.500 T/m. Wenn die Zwirnung unter 500
T/m liegt, wenn die einzelnen Fasern, aus denen das Garn besteht, unzureichend aneinander
gebunden sind, ist es wahrscheinlicher, dass sich bei der Herstellung des Substrats
aus verschlungenen Fasern Fasern in den Nadeln verfangen und somit beschädigt
werden. Wenn die Zwirnung zu hoch ist, sind die Garne unerwünscht hart, wenn
man berücksichtigt, dass der Griff des Produkts wünschenswerterweise weich
ist. Es ist also wünschenswert, dass die Zwirnung bei 4.000 T/m oder darunter
liegt.
Vorzugsweise werden die stark verzwirnten Garne zumindest teilweise
in dem Gewebe oder Gewirke verwendet. Besonders bevorzugt sind alle Garne, aus denen
das Gewebe oder Gewirke besteht, stark verzwirnte Garne, da so eine hohe Festigkeit
erzielt werden kann. Es können auch Schichtemittel auf Polyvinylbasis oder
auf Acrylbasis auf die stark verzwirnten Garne aufgetragen werden.
Das Gewebe oder Gewirke kann aus Polyester-, Polyamid-, Polyethylen,
Polypropylenfasern sowie aus Fasern aus Copolymeren davon bestehen.
Vorzugsweise werden ein oder mehrere Polyester, Polyamide oder Copolymere
davon verwendet. Besonders bevorzugt werden Polyester oder Copolyester verwendet,
da dann eine Basenreduktionsbehandlung eingesetzt und der Griff des Produkts leicht
angepasst werden kann.
Für einen weicheren Griff des Kunstleders sind die Fasern, aus
denen das Gewebe oder Gewirke besteht, vorzugsweise konjugierte Fasern, die ermöglichen,
dass zumindest eine Komponente herausgelöst werden kann, und die beispielsweise
durch Wärme- oder mechanische Behandlung abgeblättert oder abgespalten
werden können und gänzlich mit dem Gewebe aus ultrafeinen Fasern oder
konjugierten Fasern, die vor oder nach dem Auftragen des elastischen Polymers ultrafein
gemacht werden, verstrickt sind.
Wenn die Garne, aus denen das Gewebe oder Gewirke besteht, konjugierte
Fasern sind, gibt es keine speziellen Einschränkungen in Bezug auf die Schnittform.
Vorzugsweise sind die Garne, aus denen das Gewebe oder Gewirke besteht, konjugierte
Fasern vom Inseln-im-Meer-Typ mit einem basenlöslichen Polymer als Meer-Komponente.
Vorzugsweise ist das basenlösliche Polymer dabei ein Copolyester, der hauptsächlich
aus Terephthalsäure und Ethylenglykol besteht und 6 bis 12 Mol-% 5-Natriumsulfoisophthalsäure
und/oder 0 bis 10 Mol-% Isophthalsäure, bezogen auf die Gesamtmenge der Säuren,
enthält.
Vorzugsweise beträgt der durchschnittliche Faserdurchmesser der
einzelnen Fasern, aus denen das Gewebe oder Gewirke besteht, zwischen 1 &mgr;m
und 30 &mgr;m, besonders bevorzugt zwischen 2 &mgr;m und 15 &mgr;m. Vorzugsweise
liegt der durchschnittliche Garndurchmesser der Garne, aus denen das Gewebe oder
Gewirke besteht, zwischen 30 &mgr;m und 150 &mgr;m, besonders bevorzugt zwischen
50 &mgr;m und 120 &mgr;m.
Wenn der durchschnittliche Faserdurchmesser der einzelnen Fasern geringer
als 1 &mgr;m ist, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Stärke abnimmt,
obwohl es in Hinblick auf die Weichheit des Produkts vorzuziehen wäre. Wenn
der Durchmesser auf der anderen Seite mehr als 30 &mgr;m beträgt, besteht
die Wahrscheinlichkeit, dass die umgekehrte Tendenz einsetzt. Wenn der durchschnittliche
Garndurchmesser unter 30 &mgr;m liegt, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass das
Gewebe oder Gewirke verknittert, wenn es in die Bahn integriert wird, und wenn der
Durchmesser über 150 &mgr;m liegt, kann das Gewebe oder Gewirke nur unzureichend
in die Bahn integriert werden und es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es ungünstig
abblättert.
In der vorliegenden Erfindung kann das Substrat mit verschlungenen
Fasern, auf das das elastische Polymer aufgetragen wird, ein Substrat mit verschlungenen,
ultrafeinen Fasern sein oder ein einstückiges Substrat aus
verschlungenen, ultrafeinen Fasern sowie ein Gewebe oder Gewirke wie oben beschrieben.
Außerdem kann es ein Substrat aus konjugierten, verschlungenen Fasern oder
ein einstückiges Substrat aus konjugierten, verschlungenen Fasern und einem
Gewebe oder Gewirke oder ein einstückiges Substrat aus verschlungenen Fasern
aus konjugierten Fasern und einem Gewebe oder Gewirke aus konjugierten Fasern sein.
Ferner kann nach dem Im-Wesentlichen-Verfestigen des auf eines dieser Substrate
aus verschlungenen Fasern aufgetragene elastischen Polymers ein Lösungsmittel,
welches das elastische Polymer nicht löst, verwendet werden, um die konjugierten
Fasern ultrafein zu machen. Diese Vorgehensweise ist vorzuziehen, da das Produkt
dadurch weicher und dünner gemacht werden kann.
Das heißt, das Verfahren, bei dem Fasern nach Auftragen des elastischen
Polymers ultrafein gemacht werden, ist in der vorliegenden Erfindung ebenfalls Teil
der Idee des Imprägnierens von Substraten aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern
mit dem elastischen Polymer.
Die in der vorliegenden Erfindung einsetzbaren elastischen Polymere
umfassen Polyurethanelastomere, Acrylnitril-Butadien-Kautschuk, Butadien-Kautschuk,
Naturkautschuk, Polyvinylchlorid und Polyamide.
Vor allem ist ein Polyurethanelastomer für verbesserte Verarbeitungsfähigkeit
bei der Herstellung des erfindungsgemäßen nubukähnlichen Kunstleders
und verbesserte Qualität des Endprodukts vorzuziehen. Besonders bevorzugt werden
polyesterdiolbasierte Polyurethane, polyetherdiol-basierte Polyurethane und polycarbonatdiol-basierte
Polyurethane, einzeln oder mehrere in Kombination, eingesetzt, jeweils mit einem
durchschnittlichen relativen Molekulargewicht zwischen 500 und 3.000. Ferner kann,
wenn eine Basenreduktionsbehandlung wie später beschrieben durchgeführt
wird, besonders bevorzugt ein polyetherdiol-basiertes Polyurethan oder ein polycarbonatdiol-basiertes
Polyurethan verwendet werden.
In der vorliegenden Erfindung wird das Substrat aus verschlungenen
Fasern mit einem dieser elastischen Polymere imprägniert oder überzogen,
was dazu führt, dass das Lösungsmittel des elastischen Polymers zur Im-Wesentlichen-Verfestigung
des elastischen Polymers entfernt wird.
Eine „Im-Wesentlichen-Verfestigung des elastischen Polymers"
bedeutet, einen Zustand herzustellen, in dem, selbst wenn Lösungsmittel teilweise
im elastischen Polymer verbleibt, wenn die Bahn auf die Hälfte ihrer Dicke
gepresst und dann entlastet wird, das elastische Hochpolymer nicht mit dem Lösungsmittel
herausgedrückt wird.
Wenn das elastische Polymer aufgetragen wird, kann es nach Bedarf
Additive wie Farbstoffe, Antioxidationsmittel, Antistatikmittel, Dispersionsmittel,
Weichmacher und Koagulierungsregler enthalten.
Die auf diese Weise hergestellte Bahn aus einem Substrat aus verschlungenen
Fasern und einem elastischen Polymer wird dann in eine Lösung, die ein Quellmittel
für das elastische Polymer enthält, eingetaucht und wird dann in normal
auf die Bahn stehender Richtung zusammengedrückt.
Bei der oben beschriebenen Bearbeitung durch Zusammendrücken
werden konjugierte Fasern, wenn die Bahn durch das Aufbringen eines elastischen
Polymers auf ein Substrat aus konjugierten, verschlungenen Fasern oder ein einstückiges
Substrat aus konjugierten, verschlungenen Fasern und einem Gewebe oder Gewirke oder
ein einstückiges Substrat aus verschlungenen Fasern aus konjugierten Fasern
und einem Gewebe oder Gewirke aus konjugierten Fasern hergestellt wird, unter Einsatz
eines Lösungsmittels, welches das elastische Polymer nicht löst, ultrafein
gemacht. Die Bahn wird durch Pressen unter Verwendung z.B. einer Walze unter Hitze
verdichtet. Dann wird sie in eine Lösung eingetaucht, die ein Quellmittel für
das elastische Polymer enthält, um das elastische Polymer quellen zu lassen.
Die Bahn wird in normal auf die Bahn stehende Richtung zusammengedrückt. Bei
einem weiteren bevorzugten Verfahren, werden die konjugierten Fasern, ohne ultrafein
gemacht zu werden, in eine Lösung eingetaucht, die ein Quellmittel für
das elastische Polymer enthält, um das elastische Polymer quellen zu lassen
und die Bahn wird in normal auf die Bahn stehende Richtung zusammengedrückt,
wodurch die konjugierten Fasern ultrafein gemacht werden.
Das Quellmittel ist ein Lösungsmittel, das eine gute Affinität
für Wasser aufweist, und vorzugsweise wird das Lösungsmittel mit Wasser
verdünnt eingesetzt.
Vorzugsweise ist die Konzentration der Lösung, die das Quellmittel
enthält, eine Konzentration, bei der das elastische Polymer quillt, ohne gelöst
zu werden, und hat eine dahingehende Wirkung, dass die Bahn, wenn sie mit dem Quellmittel
behandelt auf die Hälfte ihrer Dicke zusammengepresst und anschließend
wieder entlastet wird, bis zu 90 % ihrer ursprünglichen Dicke wiederherstellt.
Zu den Lösungsmittel, die hier eingesetzt werden können, gehören
beispielsweise Dimethylformamid, Dimethylacetamid und Diethylsulfoxid. Das Quellmittel
wird hergestellt, indem eines dieser Lösungsmittel geeignet mit Wasser verdünnt
wird. Die Konzentration des Quellmittels hängt von dem in
dem Substrat aus verschlungenen Fasern verwendeten elastischen Polymer ab und kann
allgemein angegeben werden. Als Faustregel gilt, dass die Konzentration vorzugsweise
60 % oder mehr, besonders bevorzugt 80 % oder mehr, beträgt. Wenn die Konzentration
des Quellmittels unter 60 % liegt, ist das Produkt voraussichtlich weniger dicht.
Wenn die Konzentration des Quellmittels zu hoch ist, wird das elastische Polymer
gelöst, wodurch die Formstabilität ungünstig gesenkt wird. Die Eintauchzeit
der Bahn im Quellmittel und die Kompressionsrate der Bahn können unter Berücksichtigung
des verwendeten elastischen Polymers oder der Menge des abgesetzten elastischen
Polymers geeignet angepasst werden.
Zahlreichen Untersuchungen der Erfinder zufolge können im Allgemeinen
gute Ergebnisse erzielt werden, wenn die in das Quellmittel eingetauchte Bahn in
normal auf die Bahn stehender Richtung so zusammengedrückt und verfestigt wird,
dass sichergestellt wird, dass der Anteil, zu dem die Bahn ihre Dicke beibehält,
als Prozentzahl ausgedrückt im Bereich zwischen 50 % und 90 % der Bahndicke
vor dem Eintauchen liegt.
Die Technik der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich von jeder
anderen Technik, bei der eine Bahn mit einer Quellmittellösung unter Einsatz
eines Tiefdruckbeschichters oder Sprühbeschichters beschichtet wird, oder bei
der eine Bahn mit einer Quellmittellösung, die von einem diese abgebenden Blatt
Papier, das auf der Oberfläche mit einem Quellmittel überzogen ist, übertragen
wird, angepresst und mit Heißluft behandelt wird, etc. Die Technik der vorliegenden
Erfindung umfasst die Schritte des im Wesentlichen vollkommenen Eintauchens der
Bahn in eine Quellmittellösung, des Anpressens der Bahn im Immersionsbad oder
nach Beenden des Eintauchens, um diese dann in normal auf die Bahn stehender Richtung
zusammenzudrücken, wobei das Quellmittel durch ein wässriges Lösungsmittel
entfernt wird, sowie des Trocknens in Heißluft.
Im früher eingesetzten Beschichtungs- oder Übertragungsverfahren
wird nur das oberflächennahe elastische Polymer gelöst oder gequollen,
und die Quellmittelkonzentration wird durch Heißluftrocknen gesteigert, um
das elastische Hochpolymer zu lösen, wodurch die Poren in den Fasern des Substrats
aus verschlungenen Fasern gefüllt werden. Im Allgemeinen wird das gelöste
elastische Polymer trockengeformt, um eine dünne Schicht zu bilden und so die
Fasern und das elastische Polymer stark aneinander zu binden und einen harten Griff
zu verleihen. Durch nur leichte Verschiebungen bei der Aufraubearbeitung und leichte
Schwankungen in der Bahndicke besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Florlänge
und -dichte stark verändert werden, was die Qualitätskontrolle erschwert.
Durch das neue Verfahren der vorliegenden Erfindung hingegen ist die
Dichte des Substrats mit verschlungenen Fasern in normaler Richtung mit hoher Wahrscheinlichkeit
einheitlich, da das elastische Polymer in der gesamten Bahn gequollen wird, und
da das Quellmittel in einer wässrigen Lösung zur Verfestigung entfernt
wird, füllt das elastische Polymer kaum die Poren in den Fasern. Außerdem
kann das Problem des harten Griffs durch die Bildung der feuchten, dünnen Schicht
vermieden werden.
Dann wird die Bahn zumindest auf einer Seite aufgeraut. Wenn die Bahn
aus einem einstückigen Substrat aus verschlungenen Fasern kombiniert mit einem
Gewebe oder Gewirke besteht, ist es wünschenswert, dass das Substrat aus verschlungenen
Fasern auf der Seite, die frei von dem Gewebe oder Gewirke ist, aufgeraut wird.
Wenn das Gewebe oder Gewirke nahe der Oberflächenschicht ist, ist es wünschenswert
nur leicht in einem solchen Maß anzureiben, dass das Gewebe oder Gewirke nicht
beschädigt wird.
Die Bearbeitung durch die Fasern ultrafein werden kann auch nach Beendigung
des Aufrauens erfolgen.
Um die Wirkung der vorliegenden Erfindung weiter zu steigern, ist
es wirksam, die Einschnürung am Florgrund zu lösen, damit der Flor weniger
in eine Richtung ausgerichtet ist.
Das Lösen der Einschnürung am Florgrund, damit der Flor
weniger in eine Richtung ausgerichtet ist, vor oder nach dem Aufrauen zeigt direkte
Wirkung, da es den R-Wert (%) deutlich senkt und hat bemerkenswerte Auswirkungen
auf die Weichheit des Griffs und des Oberflächengriffs. Es ist besonders wirksam,
eine Behandlung zur Basenreduktion der ultrafeinen Fasern einzusetzen, oder das
gesamte mit einem Flor versehene Gewebe anzureiben.
Wenn zum Beispiel ein Polyester oder Copolyester als Polymer, das
die ultrafeinen Fasern bildet, verwendet wird, ist es wirksam, die ultrafeinen Fasern
vor oder nach dem Aufrauen mit einem Basen zur Basenreduktion zu behandeln. Wenn
ein Polyamid als Polymer, das die ultrafeinen Fasern bildet, verwendet wird, ist
es wirksam, das Gewebe physisch anzureiben.
Es ist natürlich auch wirksam, das gesamte mit einem Flor versehene
Gewebe zusätzlich zu der Basenreduktionsbehandlung anzureiben, wenn ein Polyester
oder Copolyester als Polymer, das die ultrafeinen Fasern bildet, verwendet wird.
Das physische Anreiben bezieht sich nicht auf ein Jigger- oder Thermosolverfahren,
sondern bezieht sich zum Beispiel auf das Anreiben unter Verwendung
einer Rundfärbemaschine oder eine trommelartige Anreibemaschine. Eine solche
abschließende Oberflächenbehandlung kann einem mit Flor versehenen Gewebe
einen dichten Flor mit kurzen Fasern und weichem Griff verleihen.
Die Reduktionsrate bei der Basenreduktion kann in Bezug auf die Feinheit
der verwendeten ultrafeinen Fasern bestimmt werden, jedoch liegt die Reduktionsrate
vorzugsweise zwischen 1 bis 30 Gew.-% der Faser, noch bevorzugter zwischen 2 und
20 g Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 3 und 10 Gew.-%.
Wenn die Reduktionsrate unter 1 Gew.-% liegt, ist das Produkt für
den Anwendungsbereich, in dem größere Weichheit verlangt wird, nicht geeignet.
Wenn sie hingegen über 30 Gew.-% liegt, nimmt die Stärke der ultrafeinen
Fasern ungünstig ab. Die Basenreduktion kann zum Beispiel durch das Auftragen
von heißem Wasser, warmem Wasser oder einem Schichtemittel aus Natronlauge
und darauf folgendes Bedampfen erfolgen.
Bei der Festlegung der Bearbeitungsbedingungen ist es unbedingt erforderlich,
die Basenkonzentration und die Behandlungszeit unter Berücksichtigung des Abbaus
des elastischen Polymers richtig festzulegen. Wenn ein Abbau des elastischen Polymers
befürchtet wird, ist es wünschenswert, dass das eine niedrigere Konzentration
der Base verwendet wird. Wenn es keine dahingehenden Befürchtungen gibt, kann
für die Behandlung auch eine höhere Konzentration und eine höhere
Temperatur gewählt werden.
Bei der Basenreduktionsbehandlung kann der integrierten Bahn, wenn
das Substrat aus verschlungenen Fasern ein einstückiges Substrat aus verschlungenen
Fasern, das aus einem nicht gewebten Gewebe aus ultrafeinen Fasern und einem Gewebe
oder Gewirke besteht, durch die Behandlung der ultrafeinen Fasern und/oder des Gewebes
oder Gewirkes für eine Basenreduktion ein weicherer Griff verliehen werden.
In diesem Fall ist es wichtig, dass entweder die ultrafeinen Fasern oder das Gewebe
oder Gewirke oder beide durch ein basenlösliches Polymer, d.h. ein Polyester
oder Copolyester, gebildet werden. Wie hierin beschrieben kann die Basenreduktionsbehandlung
nicht nur den Griff, sondern auch die Fasertrennung der ultrafeinen Fasern, die
Glätte und den Oberflächengriff des Gewebes verbessern.
Die Basenreduktionsbehandlung kann zum Abbau des elastischen Polymers
führen. Wenn das elastische Polymer ein Polyurethanelastomer ist, kann ein
polyester-basiertes Polyurethan oder ein polyesterpolyetherdiol-basiertes Polyurethan
verwendet werden, wenn die Basenkonzentration niedrig ist. Vorzugsweise wird jedoch
ein polyether-basiertes Polyurethan und/oder ein polycarbonat-basiertes Polyurethan
eingesetzt, wenn die Reduktionsrate durch eine Steigerung der Basenkonzentration
gesteigert werden soll.
Wie oben beschrieben kann durch das Herstellungsverfahren der vorliegenden
Erfindung das Problem der Verfahren nach dem Stand der Technik, wodurch es zu einem
harten Griff kommt, wenn der Flor der Bahn dichter und kürzer gemacht wird,
gelöst werden. Außerdem kann durch die besagte Ausführungsform ein
weicheres und glatteres nubukähnliches Kunstleder hergestellt werden.
Das nubukähnliche Kunstleder, das durch das vorliegende Verfahren
hergestellt werden kann, hat einen weniger in eine Richtung ausgerichteten Flor
und kann so wirksam die Nähausbeute verbessern, nicht nur im Bekleidungsbereich,
sondern zum Beispiel auch in den Materialbereichen von Möbeln, Taschen, Schuhen
und Autobezügen.
Besonders in den Materialbereichen wird verlangt, dass das Produkt
höhere Festigkeit als im Bekleidungsbereich aufweist, und das nubukähnliche
Kunstleder der vorliegenden Erfindung kann dieser Anforderung gerecht werden.
Nachstehend werden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
unter Bezugnahme auf Beispiele detaillierter beschrieben.
Beispiel 1
Aus konjugierten Stapelfasern vom „Inseln-im-Meer"-Typ mit
Polyethylenterephthalat als Insel-Komponente, Polystyrol als Meer-Komponente, einem
Inseln/Meer-Verhältnis von 30/70 Gew.-%, 36 Inseln pro Filament, einer Feinheit
der konjugierten Fasern von etwa 4,4 dtex, einer Faserlänge von etwa 51 mm
und etwa 0,47 Kräuselungen/mm (12 Kräuselungen/Zoll) wurde eine Bahn mit
Hilfe einer Krempel- und einer Kreuzlegermaschine gebildet. Die Bahn wurde dann
vernadelt, wodurch ein Filz mit einem Flächengewicht von 790 g/m2
erhalten wurde.
Der Filz wurde verdichtet, getrocknet, nach dem Aufbringen von Polyvinylalkohol
erneut getrocknet und wiederholt in Trichlorethylen eingetaucht und in einer Mangel
gemangelt, um das als Meer-Komponente verwendete Polystyrol vollständig zu
entfernen. Der verbleibende Filz wurde getrocknet.
Die hergestellte Bahn aus verschlungenen Fasern war eine Substratbahn
aus verschlungenen Fasern, in der etwa 0,04 dtex ultrafeine Fasern aus Polyethylenterephthalat
der Insel-Komponente verschlungen waren.
Die Bahn aus verschlungenen Fasern wurde mit einem polyesterpolyether-basierten
Polyurethan in einer Menge von etwa 30 Teilen, berechnet als Feststoffe, bezogen
auf die Menge der Fasern der Insel-Komponente, imprägniert. Das Polyurethan
wurde nasskoaguliert.
Dann wurde die Bahn aus verschlungenen Fasern (etwa 1,5 mm dick) im
Wesentlichen vollständig in eine 90-gew.-%ige wässrige Lösung von
Dimethylformamid getaucht, um das Polyurethan quellen zu lassen, auf eine Dicke,
die der Hälfte der ursprünglichen Dicke entsprach, zusammengedrückt,
zur Entfernung des Lösungsmittels in Wasser getaucht und getrocknet, um eine
Bahn (etwa 1,2 mm dick) zu erhalten, bei der ein elastisches Polymer auf ein Substrat
aus Faserbündeln aus verschlungenen, ultrafeinen Polyethylenterephthalatfasern
mit einer durchschnittlichen Faserfeinheit von etwa 0,04 dtex aufgebracht war.
Die Bahn wurde parallel zur Oberfläche in die Hälfte geschnitten
(in zwei halb so dicke Bahnen zerschnitten), und die geschnittenen Bahnen wurden
mit 400-Mesh-Sandpapier auf den Schnittflächen zur Herstellung eines naturfarbenen
Stoffes aufgeraut.
Der naturfarbene Stoff wurde dann in eine Rundfärbemaschine geladen,
mit Base behandelt, um eine Reduktionsrate der ultrafeinen Fasern von 4 % zu erreichen,
aus der Rundfärbemaschine genommen, erneut andersherum in die Rundfärbemaschine
geladen, mit einer Dispersionsfarbe braun eingefärbt, endbearbeitet und während
des Trocknens mit einer Taumeltrockner-Reibemaschine angerieben, um ein nubukähnliches
Kunstleder mit einer scheinbaren Dichte von 0,41 g/cm3 und einer Florlänge
von 0,5 mm herzustellen.
Das nubukähnliche Kunstleder wurde zu einem 5 cm langen und 5
cm breiten Stück geschnitten, auf der Floroberfläche 5 Mal in Strichrichtung
gebürstet, und die Floroberfläche wurde zur Messung der goniometrischen
Reflexionsverteilung mittels Goniophotometer kontinuierlich von 0° auf 180°
gedreht.
Der aus der goniometrische Reflexionsverteilung ermittelte R-Wert
(%) betrug 15 %, und die beiden Täler der Veränderung der Menge des reflektierten
Lichts bei etwa 90° in der goniometrischen Reflexionsverteilung waren kaum
sichtbar, wie in 3 dargestellt.
Zwei 30 cm lange und 10 cm breite Stücke des nubukähnlichen
Kunstleders wurden mit einer Nähmaschine in Längsrichtung zusammengenäht,
wobei ein Stück um 180° gedreht wurde. Der sichtbare Farbtonunterschied
auf der Floroberfläche war sehr gering.
Eine Damenjacke, die aus der Bahn genäht wurde, hatte ein gutes
Aussehen von nubukähnlichem Kunstleder, und die Nähausbeute konnte um
etwa 20% verbessert werden.
Beispiel 2
Eine Bahn aus denselben konjugierten Stapelfasern vom „Inseln-im-Meer"-Typ,
die in Beispiel 1 verwendet wurden, wurde auf ein einfaches Gewebe (mit einem Flächengewicht
von 70 g/m2), das aus falsch verzwirnten grauen Garnen aus 75D-72f-Polyethylenterephthalat-Fasern
mit einer Zwirnung von 2.500 T/m hergestellt wurde, aufgelegt. Diese wurden dann
zur Herstellung eines Filzes aus verschlungenen Fasern mit einem Flächengewicht
von 780 g/m2 vernadelt.
Danach konnte durch Bearbeitung unter denselben wie in Beispiel 1
beschriebenen Bedingungen ein gutes nubukähnliches Kunstleder mit einer scheinbaren
Dichte von 0,44 g/cm3 und einer Florlänge von 0,4 mm hergestellt
werden. Auf dieses wurde ein Polyurethan zur Integration eines Substrats aus Faserbündeln
aus verschlungenen, ultrafeinen Polyethylenterephthalat-Fasern mit einer durchschnittlichen
Faserfeinheit von etwa 0,04 dtex und eines Gewebes aufgetragen.
Der aus der goniometrischen Reflexionsverteilung wie in Beispiel 1
beschrieben ermittelte R-Wert des nubukähnlichen Kunstleders betrug 12 %, und
die beiden Täler der Veränderung der Menge des reflektierten Lichts bei
etwa 90° in der goniometrischen Reflexionsverteilung waren wie bei Beispiel
1 kaum sichtbar.
Das Kunstleder wurde mit einer Nähmaschine wie in Beispiel 1
beschrieben zusammengenäht, und der sichtbare Farbtonunterschied war nur gering.
Beispiel 3
Aus konjugierten Stapelfasern vom „Inseln-im-Meer"-Typ mit
Nylon 6 als Insel-Komponente, Polystyrol als Meer-Komponente, einem Inseln/Meer-Verhältnis
von 50/50 Gew.-%, 36 Inseln pro Filament, einer Feinheit der konjugierten Fasern
von etwa 3,3 dtex, einer Schnittlänge von etwa 51 mm und etwa 0, 47 Kräuselungen/mm
(12 Kräuselungen/Zoll) wurde mit Hilfe einer Krempel-Kreuzlegermaschine eine
Bahn gebildet. Die Bahn wurde dann vernadelt, wodurch ein Filz mit einem Flächengewicht
von 700g/m2 erhalten wurde.
Der Filz wurde bearbeitet, damit er einläuft, getrocknet, nach
dem Aufbringen von Polyvinylalkohol erneut getrocknet und wiederholt in Trichlorethylen
eingetaucht und in einer Mangel gemangelt, um das als Meer-Komponente verwendete
Polystyrol vollständig zu entfernen. Der verbleibende Filz
wurde getrocknet.
Die hergestellte Bahn aus verschlungenen Fasern war eine Bahn aus
ultrafeinen, verschlungenen Fasern, in der etwa 0,05 dtex ultrafeine Fasern aus
Nylon 6 der Insel-Komponente verschlungen waren.
Die Bahn aus verschlungenen Fasern wurde mit einem polyesterpolyether-basierten
Polyurethan in einer Menge von etwa 35 Teilen, berechnet als Feststoffe, bezogen
auf die Menge der Fasern der Insel-Komponente, imprägniert. Das Polyurethan
wurde nasskoaguliert.
Darin wurde die Bahn aus verschlungenen Fasern (etwa 1,3 mm dick)
im Wesentlichen vollständig in eine wässrige Lösung mit 85 Gew.-%
Dimethylformamid eingetaucht, um das Polyurethan quellen zu lassen, auf eine Dicke,
die der Hälfte der ursprünglichen Dicke entsprach, zusammengedrückt,
zur Entfernung des Lösungsmittels in Wasser getaucht und getrocknet, um eine
Bahn (etwa 1,0 mm dick) zu erhalten, bei der ein elastisches Polymer auf ein Substrat
aus Faserbündeln aus verschlungenen, ultrafeinen Nylon 6-Fasern mit einer durchschnittlichen
Faserfeinheit von etwa 0,05 dtex aufgebracht war.
Die Bahn wurde parallel zur Oberfläche in die Hälfte geschnitten
(in zwei halb so dicke Bahnen zerschnitten), und die geschnittenen Bahnen wurden
mit 400-Mesh-Sandpapier auf den Schnittflächen zur Herstellung eines naturfarbenen
Stoffes aufgeraut.
Der naturfarbene Stoff wurde dann in eine Rundfärbemaschine geladen,
mit heißem Wasser behandelt, aus der Rundfärbemaschine genommen, erneut
andersherum in die Rundfärbemaschine geladen, mit einem metallhältigen
Säurefarbstoff braun eingefärbt, endbearbeitet und während des Trocknens
mit einer Taumeltrockner-Reibemaschine angerieben, um ein nubukähnliches Kunstleder
mit einer scheinbaren Dichte von 0,45 g/cm3 und einer Florlänge
von 0,4 mm herzustellen.
Das nubukähnliche Kunstleder wurde zu einem 5 cm langen und 5
cm breiten Stück geschnitten, auf der Floroberfläche 5 Mal in Strichrichtung
gebürstet, und die Floroberfläche wurde zur Messung der goniometrischen
Reflexionsverteilung mittels Goniophotometer kontinuierlich von 0° auf 180°
gedreht.
Der aus der goniometrischen Reflexionsverteilung ermittelte R-Wert
(%) betrug 17 %, und die beiden Täler der Veränderung der Menge des reflektierten
Lichts bei etwa 90° in der goniometrischen Reflexionsverteilung waren kaum
sichtbar, wie in 3 dargestellt.
Zwei 30 cm lange und 10 cm breite Stücke des nubukähnlichen
Kunstleders wurden mit einer Nähmaschine in Längsrichtung zusammengenäht,
wobei ein Stück um 180° gedreht wurde. Der wahrnehmbare Farbtonunterschied
auf der Floroberfläche war nur gering.
Beispiel 4
Aus konjugierten Stapelfasern vom „Inseln-im-Meer"-Typ mit
Nylon 6 als Insel-Komponente, einem Polyester mit 5,2 Mol-%, basierend auf der Gesamtmenge
der Säuren, copolymerisierte, 5-Natriumsulfoisophthalat als Meer-Komponente,
einem Inseln/Meer-Verhältnis von 50/50 Gew.-%, 36 Inseln pro Filament, einer
Feinheit der konjugierten Fasern von etwa 4,4 dtex, einer Schnittlänge von
etwa 51 mm und etwa 0, 47 Kräuselungen/mm (12 Kräuselungen/Zoll) wurde
eine Bahn mit Hilfe einer Krempel-Kreuzlegermaschine gebildet. Die Bahn wurde dann
vernadelt, wodurch ein Filz mit einem Flächengewicht von 600 g/m2
erhalten wurde. Der Filz wurde bearbeitet, damit er einläuft, und getrocknet.
Die Bahn wurde mit einem dimethylformamid-basierten und einem polyether-basierten
Polyurethan in einer Menge von etwa 45 Teilen, berechnet als Feststoffe, bezogen
auf die Menge der Fasern der Insel-Komponente, imprägniert. Das Polyurethan
wurde nasskoaguliert.
Dann wurde die Bahn in eine 90-gew.-%ige wässrige Lösung
von Dimethylformamid eingetaucht, auf eine Dicke, die der Hälfte der ursprünglichen
Dicke entsprach, zusammengedrückt, zur Entfernung des Lösungsmittels in
Wasser getaucht, und getrocknet. Die Bahn wurde während 40 Minuten wiederholt
bei 98°C in eine 3-gew.-%ige Natronlaugelösung getaucht und mit einer
Mangel gemangelt, mit Essigsäure neutralisiert, mit Wasser gewaschen und getrocknet,
um eine Bahn zu erhalten, bei der Polyurethan auf ein Substrat aus Faserbündeln
aus verschlungenen, ultrafeinen Nylonfasern mit einer durchschnittlichen Faserfeinheit
von etwa 0,06 dtex aufgebracht war. Die Bahn wurde parallel zur Oberfläche
in die Hälfte geschnitten, und die geschnittenen Bahnen wurden mit 400-Mesh-Sandpapier
auf den Schnittflächen zur Herstellung eines naturfarbenen Stoffes aufgeraut.
Der naturfarbene Stoff wurde dann in eine Rundfärbemaschine geladen
und wie in Beispiel 3 beschrieben gefärbt und endbehandelt, um ein nubukähnliches
Kunstleder mit einer scheinbaren Dichte von 0,44 g/cm3 und einer Florlänge
von 0,4 mm herzustellen.
Das nubukähnliche Kunstleder wurde wie in Beispiel 1 beschrieben
mit einem Goniometer zur Ermittlung der goniometrischen Reflexionsverteilung gemessen.
Der aus der goniometrischen Reflexionsverteilung ermittelte R-Wert
(%) betrug 19 %, und die beiden Täler der Veränderung der Menge des reflektierten
Lichts bei etwa 90° in der goniometrischen Reflexionsverteilung waren kaum
sichtbar, wie in 3 dargestellt. Der wahrnehmbare Farbtonunterschied
auf der Floroberfläche der wie in Beispiel 1 beschrieben mit einer Nähmaschine
zusammengenähten Kunstlederstücke war gering.
Beispiel 5
Aus konjugierten Stapelfasern vom „Inseln-im-Meer"-Typ mit
Polyethylenterephthalat als Insel-Komponente, Polystyrol als Meer-Komponente, einem
Inseln/Meer-Verhältnis von 55/45 Gew.-%, 36 Inseln, einer Feinheit der konjugierten
Fasern von etwa 4,4 dtex, einer Schnittlänge von etwa 51 mm und etwa 0,47 Kräuselungen/mm
(12 Kräuselungen/Zoll) wurde eine Bahn mit Hilfe einer Krempel-Kreuzlegermaschine
gebildet. Die Bahn wurde dann vernadelt, wodurch ein Filz mit einem Flächengewicht
von 570 g/m2 erhalten wurde. Der Filz wurde bearbeitet, damit er einläuft
und getrocknet. Die Bahn wurde mit einer Lösung aus in Dimethylformamid/Wasser
= 92/8 Gew.-% gelöstem polyesterpolyether-basierten Polyurethan in einer Menge
von etwa 30 Teilen, berechnet als Feststoffe, bezogen auf die Menge der Fasern der
Insel-Komponente, imprägniert. Das Polyurethan wurde nasskoaguliert. Die Bahn
wurde in Trichlorethylen getaucht, zur Entfernung der Meer-Komponente gemangelt,
getrocknet und mit einer Pressenwalze heißgepresst, um bei den Fasern der Insel-Komponente
eine scheinbare Dichte von 0, 4 g/cm3 zu erreichen.
Dann wurde die Bahn in eine 90-gew.-%ige wässrige Lösung
von Dimethylformamid eingetaucht, zusammengedrückt, zur Entfernung des Lösungsmittels
in Wasser getaucht und getrocknet, um eine Bahn zu erhalten, bei der ein elastisches
Polymer auf ein Substrat aus verschlungenen, ultrafeinen Polyethylenterephthalatfasern
mit einer durchschnittlichen Faserfeinheit von etwa 0,08 dtex aufgebracht war. Die
so hergestellte Bahn wurde in die Hälfte geschnitten, und die geschnittenen
Bahnen wurden mit 400-Mesh-Sandpapier auf den Schnittflächen zur Herstellung
eines naturfarbenen Stoffes aufgeraut.
Der naturfarbene Stoff wurde dann in eine Rundfärbernaschine
geladen und wie in Beispiel 1 beschrieben gefärbt und endbehandelt, um ein
nubukähnliches Kunstleder mit einer scheinbaren Dichte von 0,49 g/cm3
und einer Florlänge von 0,4 mm herzustellen.
Das Reflexionsvermögen des nubukähnlichen Kunstleders wurde
zur Ermittlung der goniometrischen Reflexionsverteilung wie in Beispiel 1 beschrieben
mit einem Goniophotometer gemessen.
Der aus der goniometrischen Reflexionsverteilung ermittelte R-Wert
(%) betrug 16 %, und die beiden Täler der Veränderung der Menge des reflektierten
Lichts bei etwa 90° in der goniometrischen Reflexionsverteilung waren kaum
sichtbar, wie in 3 dargestellt.
Außerdem war der wahrnehmbare Farbtonunterschied auf der Floroberfläche
der wie in Beispiel 1 beschrieben mit einer Nähmaschine zusammengenähten
Kunstlederstücke gering.
Vergleichsbeispiel 1
Aus konjugierten Stapelfasern vom „Inseln-im-Meer"-Typ mit
Polyethylenterephthalat als Insel-Komponente, Polystyrol als Meer-Komponente, einem
Inseln/Meer-Verhältnis von 80/20 Gew.-%, 16 Inseln, einer Feinheit der konjugierten
Fasern von etwa 4,4 dtex, einer Schnittlänge von etwa 51 mm und etwa 0, 47
Kräuselungen/mm (12 Kräuselungen/Zoll) wurde eine Bahn mit Hilfe einer
Krempel-Kreuzlegermaschine gebildet. Die Bahn wurde dann vernadelt, wodurch ein
Filz mit verschlungenen Fasern mit einem Flächengewicht von 520g/m2
erhalten wurde.
Der Filz wurde verdichtet, getrocknet, nach dem Aufbringen von Polyvinylalkohol
erneut getrocknet und wiederholt in Trichlorethylen eingetaucht und in einer Mangel
gemangelt und getrocknet, um eine Bahn aus ultrafeinen, verschlungenen Fasern zu
erhalten.
Die Bahn wurde mit einem polyesterpolyether-basierten Polyurethan
in einer Menge von etwa 30 Teilen, berechnet als Feststoffe, bezogen auf die Menge
der Fasern der Insel-Komponente, imprägniert. Das Polyurethan wurde nasskoaguliert.
Das Lösungsmittel wurde aus der Bahn entfernt, und sie wurde getrocknet, wodurch
eine Bahn erhalten wurde, bei der ein elastisches Polymer auf ein Substrat aus verschlungenen,
ultrafeinen Polyethylenterephthalatfasern mit einer durchschnittlichen Faserfeinheit
von etwa 0,23 dtex aufgebracht war.
Die Bahn wurde in die Hälfte geschnitten, und die geschnittenen
Bahnen wurden mit 240-Mesh-Sandpapier auf den Schnittflächen zur Herstellung
eines naturfarbenen Stoffes aufgeraut.
Der naturfarbene Stoff wurde dann in eine Rundfärbemaschine geladen,
mit einer Dispersionsfarbe braun eingefärbt und endbehandelt, um ein nubukähnliches
Kunstleder mit einer scheinbaren Dichte von 0,25 g/cm3 und einer Florlänge
von 0,9 mm herzustellen.
Der aus der wie in Beispiel 1 beschrieben gemessenen goniometrischen
Reflexionsverteilung ermittelte R-Wert (%) des nubukähnlichen
Kusntleders betrug 37 %, und die beiden Täler der Veränderung der Menge
des reflektierten Lichts bei etwa 90° in der Reflexionsverteilung waren deutlich
sichtbar, wie in 2 dargestellt. Der sichtbare Farbtonunterschied
der wie in Beispiel 1 beschrieben mit einer Nähmaschine zusammengenähten
Kunstlederstücke war groß.
Vergleichsbeispiel 2
Die Bahn aus Beispiel 5 wurde mit Polyurethan imprägniert, das
nasskoaguliert wurde, in Trichlorethylen getaucht, zur Entfernung der Meer-Komponente
gemangelt, getrocknet, heißgepresst, in eine 90-gew.-%ige wässrige Lösung
von Dimethylformamid getaucht und, ohne zusammengedrückt zu werden, in die
Hälfte geschnitten. Die geschnittenen Bahnen wurden mit 240-Mesh-Sandpapier
auf den Schnittoberflächen zur Herstellung eines naturfarbenen Stoffes aufgeraut.
Der naturfarbene Stoff wurde dann in eine Rundfärbemaschine geladen
und wie in Beispiel 5 beschrieben eingefärbt und endbehandelt, um ein nubukähnliches
Kunstleder mit einer scheinbaren Dichte von 0,29 g/cm3 und einer Florlänge
von 1,0 mm herzustellen.
Der aus der wie in Beispiel 1 beschrieben gemessenen goniometrischen
Reflexionsverteilung ermittelte R-Wert (%) des nubukähnlichen Kunstleders betrug
31 %, und die beiden Täler der Veränderung der Menge des reflektierten
Lichts bei etwa 90° in der Reflexionsverteilung waren deutlich sichtbar, wie
in 2 dargestellt. Der sichtbare Farbtonunterschied
der wie in Beispiel 1 beschrieben mit einer Nähmaschine zusammengenähten
Kunstlederstücke war groß.
Gewerbliche Anwendbarkeit
Das durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung herstellbare Kunstleder
hat ein nubukähnliches Aussehen und einen nubukähnlichen Griff und ist
beispielsweise für qualitativ hochwertige Mode, Autobezüge, Innenausstattung
und Möbel weitreichend annehmbar.