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Dokumentenidentifikation DE102005044123A1 05.04.2007
Titel Energiespeichervorrichtung
Anmelder Thoma, Werner, 80538 München, DE
Erfinder Thoma, Werner, 80538 München, DE
Vertreter Quermann, A., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 80538 München
DE-Anmeldedatum 15.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005044123
Offenlegungstag 05.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2007
IPC-Hauptklasse F03G 3/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Energiespeichervorrichtung mit einem Schwungrad (6, 14, 16) und mit einer Elektromotor-/Generatorvorrichtung (18, 20) zum Antrieb des Schwungrades mittels elektrischer Energie und zur Umwandlung von im Schwungrad gespeicherter Rotationsenergie in elektrische Energie. So eine Vorrichtung kann man mit sehr großer Energiespeicherkapazität herstellen, wenn das Schwungrad einen Schwimmkörper (6) mit rotationssymmetrischer Außenfläche aufweist, der um seine Rotationsachse (4) drehbar und in Wasser (22) schwimmend gelagert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Energiespeichervorrichtung mit einem Schwungrad und mit einer Elektromotor-/Generatorvorrichtung zum Antrieb des Schwungrades mittels elektrischer Energie und zur Umwandlung von im Schwungrad gespeicherter Rotationsenergie in elektrische Energie. Derartige Schwungradspeicher verwendet man zum Beispiel in Forschungseinrichtungen, in denen man für Experimente kurzzeitig äußerst hohe elektrische Leistungen benötigt, die das Stromnetz nicht bereitzustellen im Stande ist.

Auch die Stromwirtschaft benötigt Energiespeichervorrichtungen, nämlich um den Netzstrombedarf in Spitzenlast-Zeiten decken zu können. Es gibt zum Beispiel Pumpspeicherwerke, in denen in Niedriglast-Zeiten kostengünstiger Grundlaststrom verwendet wird, um große Mengen Wasser auf ein höheres Niveau zu pumpen, welches in Spitzenlast-Zeiten über Turbinen abgelassen wird, welche Stromgeneratoren antreiben. Pumpspeicherwerke mit nennenswerter Energiespeicherkapazität kann man aber nur in bergigem Gelände wirtschaftlich realisieren.

Außerdem gibt es Gasdruckspeicher, in denen mittels Grundlaststrom Luft komprimiert und unterirdisch gespeichert wird, um in Spitzenlast-Zeiten über Turbinen und Generatoren Strom zu erzeugen. Derartige Anlagen setzen aber eine besondere Bodenbeschaffenheit voraus und sind daher nur an wenigen Orten realisierbar.

Schwungradspeicher sind zwar nicht an bestimmte örtliche Gegebenheiten gebunden, erreichen aber keine für die Stromwirtschaft nennenswerte Energiespeicherkapazität. Die Größe von Schwungradspeichern wird dadurch begrenzt, dass die gesamte Schwungradmasse von axialen Lagern getragen werden muss, und die Energiespeicherkapazität lässt sich auch nicht einfach durch Erhöhen der Drehzahl steigern, welche durch die auftretenden Fliehkräfte begrenzt ist. Außerdem übersteigt der für bisherige Schwungradspeicher nötige technische Aufwand den mit Stromspeicherung für den Massenverbrauch erzielbaren Nutzen bei weitem.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Energiespeichervorrichtung mit großer Energiespeicherkapazität bereitzustellen, welche auf relativ einfache Weise und weitgehend unabhängig von den örtlichen Gegebenheiten hergestellt werden kann.

Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Schwungrad dadurch gelöst, dass das Schwungrad einen Schwimmkörper mit rotationssymmetrischer Außenfläche aufweist, der um seine Rotationsachse drehbar und in Wasser schwimmend gelagert ist.

Da das erfindungsgemäße Schwungrad mittels des Schwimmkörpers wie ein Schiff in Wasser schwimmend gelagert ist, muss es wesentlich weniger Eigenstabilität haben als die bekannten frei tragend gelagerten Schwungräder. Natürlich wird auch bei dem erfindungsgemäßen Schwungrad die Drehzahl durch die auftretenden Fließkräfte begrenzt. Dennoch kann die Energiespeicherkapazität so groß wie gewünscht gemacht werden, weil das Schwungrad keine tragende Achse benötigt, lediglich vergleichsweise schwach zu dimensionierende Lager zur Fixierung der Drehachse, und daher fast beliebig groß und schwer gemacht werden kann.

Als Lager für die riesige Masse des Schwungrades wirkt hauptsächlich das Wasser, welches sich in einem geeigneten Becken befinden kann, wobei man aus konstruktiven Gründen die Rotationsachse in der Regel parallel zur Schwerkraftrichtung anordnen wird und einen Teil des Schwungrades aus dem Wasser ragen lassen wird. Das Schwungrad könnte aber auch vollständig unter Wasser liegen, z.B. in einem See oder Ozean, wobei die Rotationsachse im Prinzip beliebig orientiert sein könnte.

In der Regel wird es zweckmäßig sein, an Land ein Becken für den Schwimmkörper auszuheben und auszubetonieren, dessen Innenfläche im Wesentlichen dieselbe rotationssymmetrische Form wie die Außenfläche des späteren Schwimmkörpers hat, vorzugsweise zylindrisch, und die Außenfläche mit allseitigem Zwischenraum umgibt. In dem leeren Becken könnte man den Schwimmkörper in konventioneller Betonbauweise als einen Betonmantel herstellen, den man mit einem Teil des Aushubes des Beckens oder einem beliebigen anderen Füllmaterial befüllen könnte, bis die Gesamtmasse des Schwungrades gleich dem Auftrieb des Schwimmkörpers bei der gewünschten Eintauchtiefe ist. Danach wird Wasser in das Becken geleitet, bis der Schwimmkörper darin schwimmt.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird der überwiegende Teil der Gesamtmasse des Schwungrades in einem über der Wasseroberfläche liegenden Schwungrad-Kranz angeordnet, dessen Durchmesser größer als der Durchmesser des Schwimmkörpers ist. Dadurch kann der Reibungswiderstand des Wassers im Vergleich zur speicherbaren Energiemenge wesentlich vermindert werden.

Die Elektromotor-/Generatorvorrichtung umfasst vorzugsweise eine fest mit dem Schwungrad verbundene kreisförmige Anordnung von Magneten und/oder Spulen und eine drehfeste kreisförmige Anordnung von Spulen und/oder Magneten, wobei die Magneten und Spulen einander mit Zwischenraum gegenüberliegen und ein Translationsmotor-/-generator-System bilden. In der Ausführungsform mit einem über der Wasseroberfläche liegenden Schwungrad-Kranz ordnet man die fest mit dem Schwungrad verbundenen Magneten und/oder Spulen vorzugsweise entlang des Schwungrad-Kranzes an.

Um die Drehachse des Schwungrades zu stabilisieren, lagert man das Schwungrad zweckmäßigerweise axial verschiebbar in ortsfesten Lagern, in denen es um die Rotationsachse drehbar bleibt. Solche Lager sind vorzugsweise mechanische Lager wie z. B. Kugellager, können aber auch Flüssigkeitslager oder elektromagnetische Lager sein. Die axiale Verschiebbarkeit dient zum Ausgleich des sich ändernden Schwimmpegels des Schwimmkörpers. Dieser ändert sich mit der Drehzahl des Schimmkörpers, weil sich das Wasser durch Reibung teilweise mit der Außenfläche des Schwimmkörpers mitbewegt und durch Fliehkraft nach außen gedrängt wird.

Mit der Erfindung können auf relativ einfache Weise extrem große Massen von z. B. 100.000 Tonnen oder mehr zur Energiespeicherung in Form von kinetischer Energie verwendet werden. Die erfindungsgemäße Energiespeichervorrichtung eignet sich besonders für Orte, an denen es nicht möglich ist, Pumpspeicherwerke oder Gasdruckspeicher zu errichten, und sie kann gut in die Landschaft integriert werden. Man kann sie im Baukastenprinzip standardisieren und ganze Batterien oder Parks von solchen Anlagen errichten. Besonders in der Ausführungsform mit Schwungrad-Kranz ist der Energieverlust durch Reibung relativ gering, weil sich der Schwimmkörper, an dem der größte Verlust auftritt, im Vergleich zum Schwungrad-Kranz, der den Hauptenergieträger bildet, mit einer viel kleineren Geschwindigkeit dreht. Durch die integrale Elektromotor-/Generatorvorrichtung kann elektrische Energie ohne Umweg über Pumpen und Turbinen direkt in Bewegungsenergie umgewandelt werden und umgekehrt.

Es folgt eine Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Darin zeigen:

1 eine schematische vertikale Querschnittsansicht eines ersten Ausführungsbeispiels für eine Energiespeichervorrichtung mit schwimmendem Schwungrad, und

2 eine noch schematischere vertikale Querschnittsansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels für eine Energiespeichervorrichtung mit schwimmendem Schwungrad.

In 1 befindet sich ein mit Beton ausgekleidetes Becken 2 in gestrichelt dargestelltem Erdboden. Das Becken 2 ist um eine Mittelachse 4 rotationssymmetrisch, die parallel zur Richtung der Schwerkraft ist, d.h. in der Regel senkrecht zur Erdbodenfläche. Das Becken 2 ist in zwei Abschnitte unterteilt, einen inneren, tief in die Erde reichenden zylindrischen Abschnitt und einen äußeren, flacheren zylindrischen Abschnitt, dessen Durchmesser wesentlich größer als der Durchmesser des inneren Abschnitts ist. Der innere Abschnitt des Beckens 2 ist mit Wasser gefüllt, das nicht ganz bis zum Boden des äußeren Abschnitts des Beckens 2 reicht, wenn ein zylindrischer Schwimmkörper 6 eines Schwungrades darin schwimmt, welches weiter unten detaillierter beschrieben wird.

Der zylindrische Schwimmkörper 6 hat einen etwas kleineren Durchmesser als der innere Abschnitt des Beckens 2 und eine größere Höhe als der innere Abschnitt des Beckens 2 tief ist. Der zylindrische Schwimmkörper 6 hat eine im Vergleich zu seiner Größe dünne Wand aus Stahlbeton und ist ansonsten im Wesentlichen hohl, wobei allerdings innere Stützelemente zur Festigkeitserhöhung vorgesehen sein können.

Oben und unten am zylindrischen Schwimmkörper 6 stehen jeweils axiale Wellen 8a und 8b hervor, die jeweils in einem Kugellager 10a bzw. 10b gelagert sind, die auf der Mittelachse 4 des Beckens 2 liegen, so dass der Schwimmkörper 6 um die Mittelachse 4 drehbar und vor Trudelbewegungen geschützt ist. Die Kugellager 10 sind ortsfest, und zwar ist das untere Kugellager 10a im Boden des Beckens 2 eingebaut und ist das obere Kugellager 10b an einem Tragegerüst 12 befestigt, welches das ganze Becken 2 überspannt und außerhalb des Beckens 2 am Erdboden befestigt ist. Die Wellen 8a und 8b können innerhalb der Kugellager 10a und 10b ein Stück nach oben und nach unten gleiten.

Rings um den oberen Rand des zylindrischen Schwimmkörpers 6 sind in einer zur Mittelachse 4 rotationssymmetrischen Anordnung mehrere Träger 14 am Schwimmkörper 6 befestigt, die sich horizontal und radial vom Schwimmkörper 6 weg bis zu einem ringförmigen Schwungrad-Kranz 16 erstrecken, mit dem sie fest verbunden sind. Der Schwungrad-Kranz 16 ist ebenfalls zur Mittelachse 4 rotationssymmetrisch und bildet zusammen mit den Trägern 14 und dem Schwimmkörper 6 ein Schwungrad. Der Schwungrad-Kranz 16 ist ein Hohlkörper aus Stahlbeton oder Metall, der mit einem Teil des Beckenaushubes gefüllt ist und ein viel größeres Gewicht als der Rest des Schwungrades hat, jedoch weniger Gewicht hat als die maximale Auftriebskraft des Schwimmkörpers 6 beträgt. Speziell wird die Gesamtmasse des Schwungrades so groß gemacht, dass der Schwimmkörper 6 ein Stück weit über dem Boden des inneren Abschnitts des Beckens 2 schwebt, wenn das Becken 2 nicht ganz bis zum oberen Rand des inneren Abschnitts des Beckens 2 mit Wasser gefüllt ist. In dieser Situation schweben die Träger 14 und der von ihnen getragene Schwungrad-Kranz 16 frei im äußeren Abschnitt des Beckens 2.

Rings um den ganzen Schwungrad-Kranz 16 sind eine Vielzahl von Magneten 18 fortlaufend befestigt. Auf der Wandinnenseite des äußeren, flachen Abschnitts des Beckens 2 sind eine Vielzahl von Spulen 20 angeordnet, die den Magneten 18 gegenüberliegen, mit einem Luftspalt dazwischen. Die Magneten 18 und Spulen 20 bilden ein Translationsmotoren-System, das auch als Stromgenerator arbeiten kann. Alternativ können die Magneten 18 als Rotor und die Spulen 20 als Stator eines Elektromotors angesehen werden, der auch als Stromgenerator arbeiten kann. Die Spulen 20 sind in der Höhe verstellbar, zum einen, um die Spulen 20 nach Bedarf in die Spur der Magneten 18, d.h. auf deren Höhe zu bringen oder herunterzufahren, und zum anderen zur Anpassung an den Schwimmpegel des Schwimmkörpers 6. Wenn sich das Schwungrad mit größerer Geschwindigkeit dreht, wird das den Schwimmkörper 6 umgebende Wasser nämlich durch Reibung teilweise von der Außenfläche des Schwimmkörpers 6 mitgeschleppt, wodurch die Wasseroberfläche in dem Zwischenraum zwischen Becken 2 und Schwimmkörper 6 parabolisch wird, wie in 1 mit dem Bezugszeichen 22 angezeigt. Gleichzeitig taucht der Schwimmkörper 6 etwas tiefer in das Becken 2 ein, weshalb dafür gesorgt werden muss, das sich die Wellen 8a und 8b in den Kugellagern 10a und 10b axial verschieben können. Das Becken 2, seine Wasserfüllung und der Schwimmkörper 6 werden so dimensioniert, dass das Wasser auch bei Maximaldrehzahl des Schwungrades nicht aus dem inneren Abschnitt des Beckens 2 austritt.

Das Schwungrad aus Schwimmkörper 6, Träger 14 und Schwungrad-Kranz 16 wird so gut wie möglich ausgewuchtet. Somit brauchen die Wellen 8a und 8b, die Kugellager 10a und 10b und das Tragegerüst 12 nur so stark dimensioniert zu sein, dass sie möglichen Restunwuchten und den im Betrieb wirkenden Kräften des Translationsmotoren-Systems standhalten.

Diese Energiespeichervorrichtung kann zum Beispiel wie folgt hergestellt werden. Zuerst wird das Becken 2 ausgehoben und innen mit Beton ausgekleidet. Außerdem werden die Wellen 8, die Kugellager 10 und das Tragegerüst 12 in Stellung gebracht. Der Boden des Beckens 2 wird mit einem Betontrennmittel bedeckt, und es werden Außen- und Innenverschalungen für die Seitenwände des Schwimmkörpers 6 und des Schwungrad-Kranzes 16 aufgebaut, mit Bewehrungsstahlskeletten dazwischen. Auch die Träger 14 werden in Position gebracht. Danach werden die Stahlbetonmäntel des Schwimmkörpers 6 und des Schwungrad-Kranzes 16 gegossen, wobei die Wellen 6 und die Träger 14, die geeignete Fortsätze tragen, um sie mit dem Schwimmkörper 6 und dem Schwungrad-Kranz 16 zu verbinden, darin eingegossen werden. Aus dem Stahlbetonmantel des Schwungrad-Kranzes 16 wird die Innenverschalung entfernt, um ihn mit Aushubmaterial zu füllen, das ggf. durch Einspritzen von Beton verfestigt wird, und auch der Schwungrad-Kranz 16 wird auf seiner Oberseite mit Stahlbeton verschlossen. Nach dem Entfernen der Außenverschalungen und Füllen des Beckens 2 mit Wasser erhält man ein einstückiges, bereits im frei drehbaren Zustand befindliches Schwungrad, das auf diese Weise praktisch beliebig groß und schwer gemacht werden kann, anders als konventionelle Schwungräder, die z.B. mit Kränen montiert werden müssen.

Das Translationsmotoren-System wird installiert und als Motor arbeiten gelassen, um das Schwungrad in langsame Drehung zu versetzen. Geeignete Sensoren ermöglichen die Messung von Unwuchten, welche schrittweise ausgeglichen werden. Falls nötig, kann auch im späteren laufenden Betrieb eine laufende Unwuchtüberwachung und ggf. ein automatische laufende Unwuchtkorrektur mittels beweglicher Gewichte am Schwungrad stattfinden.

In einem Stromspeicherbetrieb wird das Translationsmotoren-System als Motor arbeiten gelassen, bis das Schwungrad die maximal mögliche Drehzahl erreicht. Abschätzungen zeigen, dass bei typischen Schwungraddurchmessern in der Größenordnung von 100 m Umfangsgeschwindigkeiten in der Größenordnung von 100 m/sec möglich sein sollten, ohne dass das Schwungrad zerbirst. Und in einem Stromabgabebetrieb wird das Translationsmotoren-System als Stromgenerator arbeiten gelassen, wobei gespeicherte Rotationsenergie wieder in elektrischen Strom zurückverwandelt wird.

Es wird nun ein Rechenbeispiel für eine Anlage wie in 1 gezeigt gegeben. In diesem Beispiel hat der Schwimmkörper 6 einen Außendurchmesser r = 50 m und eine gewünschte Eintauchtiefe h = 50 m, d.h. einen Umfang U = 2&pgr;r = 157,5 m und ein Auftriebsvolumen V = &pgr;r2h = 98.125 m3. Das Schwungrad hat eine Nenndrehzahl von 12 Umdrehungen pro Minute, d.h. eine Umlaufdauer T = 5 sec und eine Umfangsgeschwindigkeit v = U/T = 31,5 m/s bei Nenndrehzahl. Der Schwungrad-Kranz 16 hat einen Außendurchmesser von 160 m, d.h. einen Umfang von 502,4 m und eine Umfangsgeschwindigkeit von 100,48 m/s bei Nenndrehzahl. Das Nettogewicht des Schwungrades wird mit 8.125 t angesetzt, so dass zur Verdrängung einer 50 m Eintauchtiefe des Schwimmkörpers 6 entsprechenden Wassermenge noch 90.000 t Material im Schwungrad-Kranz 16 aufgefüllt werden. In diesem Fall kann das Schwungrad zur Vereinfachung der Rechnung als ausgeprägter Hohlraumzylinder behandelt werden, mit einem Trägheitsmoment &thgr; = m·r2 = 576·109 kg m2. Die Winkelgeschwindigkeit bei Nenndrehzahl ist &ohgr; = 2&pgr;/T = 1,256 s–1. Somit ist die speicherbare Energie E = S&thgr;&ohgr;2 = 454,33·109 J = 126,20 MWh, was ein auch für die Stromwirtschaft beachtlicher Wert ist. Eine grobe Abschätzung ergab außerdem, dass sich die Reibungsverluste in einem Rahmen halten, der eine wirtschaftliche Stromspeicherung für mindestens einen Tag erwarten lässt, was ein für Strompufferung zur Spitzenlastversorgung ausreichender Wert ist.

Das Obige ist nur ein Beispiel für eine Vielzahl von Ausführungsformen und Dimensionen, in denen die Schwungrad-Energiespeichervorrichtung realisiert werden könnte. Als ein weiteres Beispiel zeigt 2 eine Prinzipskizze einer Energiespeichervorrichtung mit einem zylindrischen Schwungrad 24, das vollständig in Wasser 26 in einem Becken 28 schwebend gelagert ist. Das Becken 28 ist zumindest teilweise mit einem Deckel 30 verschlossen, damit das Wasser 26 nicht heraus schwappt, wenn sich das Schwungrad 24 dreht. So eine Anordnung ist weniger effizient als das Ausführungsbeispiel von 1, da bei gleicher Drehzahl die Reibungsverluste höher sind, kann aber voraussichtlich noch einfacher hergestellt werden. Die Lager, Spulen und Magneten sind in 2 nicht eingezeichnet. Übrigens kann man möglicherweise ganz auf separate Lager verzichten, nämlich indem man die Spulen und Magneten so auslegt, dass sie bei geeigneter Ansteuerung gleichzeitig als geregelte Magnetlager wirken können.

In dem Ausführungsbeispiel von 2 würde sich zwischen den Spulen und Magneten, wenn sie am Rand des Schwimmkörpers bzw. Beckens angebracht sind, Wasser befinden. Dies würde deren Funktion nicht beeinträchtigen, jedoch könnte es für leichtere Isolierung erwünscht sein, diese an anderer Stelle anzuordnen. Zum Beispiel könnte man den in 2 gezeigten Schwimmkörper höher machen und nur teilweise in Wasser eintauchen lassen, wobei man die Magneten am oberen Rand anbringen kann. Dies entspräche einer Anordnung ähnlich wie in 1, jedoch ohne den Schwungrad-Kranz 16, und die Gesamtmasse des Schwungrades würde innerhalb des Schwimmkörpers liegen.

Wie weiter oben beschrieben, kann der Schwimmkörper aus Stahlbeton hergestellt werden. Er kann aber auch auf andere Weise hergestellt werden, z.B. wie ein Schiffsrumpf in reiner Stahlbauweise.


Anspruch[de]
Energiespeichervorrichtung mit einem Schwungrad und mit einer Elektromotor-/Generatorvorrichtung zum Antrieb des Schwungrades mittels elektrischer Energie und zur Umwandlung von im Schwungrad gespeicherter Rotationsenergie in elektrische Energie, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwungrad einen Schwimmkörper (6) mit rotationssymmetrischer Außenfläche aufweist, der um seine Rotationsachse (4) drehbar und in Wasser (22) schwimmend gelagert ist. Energiespeichervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse (14) parallel zur Schwerkraftrichtung angeordnet ist. Energiespeichervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenfläche des Schwimmkörpers (6) zylindrisch ist. Energiespeichervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwimmkörper (6) in einem mit Wasser gefüllten Becken (2) schwimmt, dessen Innenfläche im Wesentlichen dieselbe rotationssymmetrische Form wie die Außenfläche des Schwimmkörpers (6) hat und diesen mit allseitigem Zwischenraum umgibt. Energiespeichervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftrieb des Schwimmkörpers (6) bei einer gewünschten Eintauchtiefe in dem mit Wasser gefüllten Becken (2) gleich der Gesamtmasse des Schwungrades (6, 14, 16) ist. Energiespeichervorrichtung nach einem Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der überwiegende Teil der Gesamtmasse des Schwungrades in einem über der Wasseroberfläche liegenden Schwungrad-Kranz (16) verkörpert ist, dessen Durchmesser größer als der Durchmesser des Schwimmkörpers (6) ist. Energiespeichervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektromotor-/Generatorvorrichtung eine fest mit dem Schwungrad verbundene kreisförmige Anordnung von Magneten (18) und/oder Spulen und eine drehfeste kreisförmige Anordnung von Spulen (20) und/oder Magneten aufweist, wobei die Magneten und Spulen einander mit Zwischenraum gegenüberliegen und ein Translationsmotor-/-generator-System bilden. Energiespeichervorrichtung nach Anspruch 6 und Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die fest mit dem Schwungrad verbundene kreisförmige Anordnung von Magneten (18) und/oder Spulen rings um den Schwungrad-Kranz (16) verläuft. Energiespeichervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwungrad axial verschiebbar in ortsfesten Lagern (10a, 10b) um die Rotationsachse (4) drehbar gelagert ist. Energiespeichervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtmasse des Schwungrades mindestens 10.000 Tonnen und vorzugsweise in der Größenordnung von 100.000 Tonnen oder darüber beträgt.






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