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Dokumentenidentifikation DE102005044819A1 05.04.2007
Titel Modulanordnung in einem Kraftfahrzeug
Anmelder GM Global Technology Operations, Inc., Detroit, Mich., US
Erfinder Hilß, Dirk, 64686 Lautertal, DE
Vertreter Strauß, P., Dipl.-Phys.Univ. MA, Pat.-Anw., 65191 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 20.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005044819
Offenlegungstag 05.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2007
IPC-Hauptklasse B60R 11/06(2006.01)A, F, I, 20051207, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Modulanordnung in einem Kraftfahrzeug, welche eine im Fahrzeugunterboden angeordnete Reserveradwanne und ein außenseitig der Reserveradwanne befestigtes Modul umfasst, wobei das Modul mit wenigstens einem zur Aufnahme von Gegenständen geeigneten Hohlraum versehen ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugtechnik und betrifft insbesondere eine Modulanordnung in einem Kraftfahrzeug, ein Verfahren zu dessen Fertigung, sowie ein mit einer solchen Modulanordnung ausgerüstetes Kraftfahrzeug.

Um möglichst kurze Montagezeiten eines Kraftfahrzeugs zu erreichen, ist in der modernen Kraftfahrzeugproduktion ein Trend zu beobachten, dass möglichst viele etwa von einer Zulieferfirma vorgefertigte und vormontierte Module an einer Montagelinie des Kraftfahrzeugs bereitgestellt werden, welche dann nur noch zusammengefügt werden müssen. Oftmals ist jedoch eine Modularisierung von Bauteilen bzw. Fahrzeugkomponenten nur schwierig zu realisieren, und zwar vor allem dann, wenn ein zur automatischen Montage des Moduls geeigneter Montageort nur schwer aufzufinden ist.

Demgegenüber besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Modulanordnung in einem Kraftfahrzeug anzugeben, mit welcher eine Modularisierung von Bauteilen/Komponenten des Kraftfahrzeugs bei einer automatischen Montage des Moduls am Kraftfahrzeug an einer Montagelinie erleichtert ist.

Diese Aufgabe wird nach dem Vorschlag der Erfindung durch eine Modulanordnung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche angegeben.

Erfindungsgemäß ist eine Modulanordnung in einem Kraftfahrzeug gezeigt, welche eine im Fahrzeugunterboden angeordnete Reserveradwanne und ein außenseitig der Reserveradwanne befestigtes Modul umfasst, wobei das Modul mit wenigstens einem zur Aufnahme von Gegenständen geeigneten Hohlraum versehen ist.

Erfindungsgemäß ist das Modul zur Aufnahme von Gegenständen an der Außenseite (d. h. auf der der Reserradmulde der Reserveradwanne abgewandten Seite) der Reserveradwanne befestigt, zu welchem Zweck wenigstens ein mechanisches Verbindungsmittel zur kraft- und/oder formschlüssigen Verbindung, wie eine Verschraubung, Vernietung, Verschweißung Verklebung oder dergleichen, einzeln oder in Kombination eingesetzt werden kann. So kann das Modul beispielsweise durch eine Verschraubung mittels Gewindebolzen in Kombination mit einer Verklebung an der Reserveradwanne befestigt sein. Zur Befestigung des Moduls an der Reserveradwanne ist dieses zudem vorteilhaft mit einem Befestigungsflansch versehen, welcher vorteilhaft eine Passform zu den zur Befestigung des Moduls vorgesehenen Stellen der Außenseite der Resereradwanne aufweist. Die Reserveradwanne ist hierbei beispielsweise als Ausbuchtung des Fahrzeugbodenblechs beispielsweise durch Tiefziehen geformt. Alternativ ist auch möglich, dass die Reserveradwanne nicht durch Tiefziehen des Fahrzeugbodenblechs geformt ist, sondern in einer Durchbrechung des Fahrzeugbodenblechs in Form einer Metall- oder Kunststoffwanne eingesetzt ist. Vorteilhaft ist die Reserveradwanne mit wenigstens einer Durchbrechung versehen, wobei das Modul nach dessen Befestigung an der Reserveradwanne durch die Durchbrechung der Reserradwanne ragen kann.

In der erfindungsgemäßen Modulanordnung ist das Modul mit wenigstens einem Hohlraum zur Aufnahme von Gegenständen versehen, wobei es sich bei den Gegenständen vorteilhaft und vorzugsweise um keine Gebrauchsgegenstände des Fahrzeugnutzers, sondern um Bauteile/Komponenten des Kraftfahrzeugs selbst handelt. Hierdurch kann vorteilhaft eine erleichterte automatische Montage von Bauteilen/Komponenten an dem Kraftfahrzeug an einem für einen Montageroboter leicht zu erreichenden Montageort erzielt werden. Die Bauteile/Komponenten des Kraftfahrzeugs sind hierbei vorteilhaft, jedoch nicht zwingend, funktionell gekoppelt und können insbesondere auch Bauteile-/Komponentengruppen umfassen.

Die Gegenstände, wie Bauteile/Komponenten bzw. Bauteile-/Komponentengruppen eines Kraftfahrzeugs, werden zunächst in/an dem Modul vormontiert und das Modul mit vormontierten Gegenständen anschließend an der Außenseite der Reserveradwanne montiert, so dass durch lediglich einen einzigen Montageschritt der Befestigung des Moduls an der Reserveradwanne die im Modul enthaltenen Gegenstände am Kraftfahrzeug montiert werden können, wodurch Fertigungszeit an der Montagelinie eingespart werden kann. Die Module können insbesondere in vorgefertigter bzw. vormontierter Form von einem Zulieferer bezogen werden. Neben einer erleichterten und schnelleren Montage von Gegenständen an der Montagelinie kann weiterhin eine leichter durchzuführende Qualitäts- und Funktionskontrolle der im Modul enthaltenen Gegenstände erfolgen, welche unabhängig und räumlich entfernt von der Montagelinie bereits im Vorfeld durchgeführt werden kann, wodurch wiederum Fertigungszeit an der Montagelinie eingespart werden kann. Elektrischen Strom und/oder Fluide leitende Verbindungen, welche die in dem Modul enthaltenen Gegenstände benötigen, sind durch geeignete Durchbrechungen der Modulwand hindurch geführt oder mit jeweiligen in der Modulwand geformten Anschlussstücken verbunden, so dass elektrischer Strom und/oder Fluide in geeigneter Weise den im Modul enthaltenen Gegenständen zugeführt bzw. von dort abgeführt werden können.

Für eine leichte Vormontage von Gegenständen im/am Modul umfasst das Modul vorteilhaft zwei einen Behälter formende Schalen, die nach erfolgter Vormontage der Gegenstände miteinander gefügt werden können. Die Schalen sind zur Befestigung aneinander vorteilhaft mit entsprechenden Befestigungsflanschen versehen. Alternativ ist bevorzugt, dass anstelle einer der Schalen ein Druckbehälter für ein insbesondere gasförmiges Druckmedium angeordnet ist, welcher mit der anderen der Schalen gefügt ist.

Das erfindungsgemäße Modul ist beispielsweise mit Bauteilen/Kompenten einer Luftfederung des Kraftfahrzeugs versehen, welche einen Kompressor und/oder wenigstens ein Luftventil, was inbesondere in einem Ventilblock aufgenommen sein kann, umfassen können. Besonders vorteilhaft ist wenigstens ein Abschnitt des Moduls als ein zum Halten von Druckluft geeigneter Druckbehälter ausgebildet.

Die Erfindung erstreckt sich ferner auf ein Kraftfahrzeug, welches mit einer wie oben beschriebenen Modulanordnung ausgerüstet ist.

Weiterhin erstreckt sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Montage wenigstens eines Bauteils/Komponente bzw. Bauteil-/Komponentengruppe an einem Kraftfahrzeug, bei welchem zunächst das wenigstens eine Bauteil/Komponente bzw. Bauteil-/Komponentengruppe in/an einem Modul vormontiert und anschließend das Modul an einer Reserveradwanne des Kraftfahrzeugs außenseitig befestigt wird.

Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, wobei Bezug auf die beigefügten Zeichnungen genommen wird. Es zeigen

1 eine schematische Schnittdarstellung in Fahrzeugquerrichtung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Modulanordnung;

2 eine schematische Schnittdarstellung in Fahrzeuglängsrichtung der Ausführungsform der erfindungsgemäßen Modulanordnung von 1;

3 eine schematische Explosionsdarstellung der Ausführungsform der erfindungsgemäßen Modulanordnung von 1 zur Veranschaulichung der Montageschritte.

Es wird nun Bezug auf die 1 bis 3 genommen, worin in einer schematischen Schnittdarstellung in Fahrzeugquerrichtung bzw. Fahrzeuglängsrichtung (die Fahrtrichtung ist durch den Pfeil 11 angegeben), sowie in einer Explosionsdarstellung eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Modulanordnung veranschaulicht ist. Demnach umfasst eine Modulanordnung gemäß vorliegender Erfindung, welche insgesamt mit der Bezugszahl 1 bezeichnet ist, ein Modul mit einer oberen Schale 5 und einem unteren Druckbehälter 6, die an ihren mit Befestigungsflanschabschnitten 13, 14 versehenen Randabschnitten mittels eines kraft- und/oder formschlüssigen, mechanischen Verbindungsmittels, wie einer Verschraubung, miteinander gefügt sind. Das aus der oberen Schale 5 und dem Druckbehälter 6 aufgebaute Modul ist mittels Befestigungsschrauben 10 und einer nicht näher dargestellten Verklebung mit den Befestigungsflanschabschnitten 13, 14 an einer Reserveradwanne 2 an deren Außenseite befestigt. Die Reserveradwanne 2 ist hierbei mit einer Durchbrechung 16 versehen, durch welche im montierten Zustand des Moduls dessen obere Schale 5 ragt.

In der Resereradmulde 15 der Reserveradwanne 2 ist weiterhin ein Reserverad 3 mit der Radfelge 4 gelagert, wobei die obere Schale 5 des Moduls in einer typischer Weise vorhandenen Wölbung der Radfelge 4 aufgenommen ist.

In dem Modul sind in seiner oberen Schale 5, welche als Behälter dient, ein Luftkompressor 8 und ein mit Druckventilen versehener Ventilblock 9 aufgenommen, welche jeweils mit nicht näher dargestellten Strom- und/oder Fluidanschlüssen in der Schalenwand der Schale 5 verbunden sind. Der untere Druckluftbehälter 6 ist zum Halten von Druckluft geeignet ausgebildet, wobei sich im gefügten Zustand der oberen Schale 5 und des Druckluftbehälters 6 eine gasdichte Wand 7 zwischen diesen befindet. Der Druckbehälter 6, der Kompressor 8 und der Ventilblock 9 sind Komponenten einer Luftfederung des Kraftfahrzeugs. Der Kompressor 8 speist hierbei über eine nicht näher dargestellte fluidleitende Verbindung in der Wand 7 den Druckbehälter 6, welcher seinerseits über entsprechende Druckventile des Ventilblocks 9 mit Federelementen der Luftfederung fluidleitend verbunden ist (was in den Figuren nicht näher dargestellt ist).

Es wird nun speziell Bezug auf 3 genommen, worin in einer schematischen Explosionsdarstellung die Vormontage des erfindungsgemäßen Moduls und dessen Montage am Kraftfahrzeug veranschaulicht ist. Die Montagerichtung ist in 3 mit dem Pfeil 12 dargestellt. Demnach werden zunächst der Kompressor 8 und der Ventilblock 9 in einer nicht näher dargestellten Weise im Hohlraum der oberen Schale 5 vormontiert (befestigt), wozu herkömmliche form- und/oder kraftschlüssige Befestigungsmittel zur mechanischen Befestigung eingesetzt werden können. Anschließend wird der Druckbehälter 6 mit seinem Befestigungsflansch 14 an dem Befestigungsflansch 13 der Schale 5 beispielsweise mittels Verschraubung (oder einem anderen mechanischen Befestigungsmittel zur form- und/oder kraftschlüssigen mechanischen Verbindung) befestigt. Das nun aus der oberen Schale 5 mit vormontiertem Kompressor 8 und Ventilblock 9 und dem Druckbehälter 6 geformte Modul wird anschließend in der durch Pfeil 12 angegebenen Montagerichtung an der Reserveradwanne 2 beispielsweise mittels Verschraubung und Verklebung (oder einem anderen mechanischen Befestigungsmittel zur form- und/oder kraftschlüssigen mechanischen Verbindung) so befestigt, dass die obere Schale 5 annähernd vollständig durch die Durchbrechung 16 der Reserveradwanne 2 in die Reserveradmulde 15 ragt. Nach erfolgter Montage des Moduls an der Reserveradwanne müssen lediglich noch die Anschlüsse in der Modulwand für elektrisch leitende bzw. fluidleitende Verbindungsleitungen mit den jeweils zugehörigen Verbindungsleitungen verbunden werden.

1
Modulanordnung
2
Reserveradwanne
3
Reserverad
4
Felge
5
obere Schale
6
unterer Druckbehälter
7
Wand
8
Kompressor
9
Ventilblock
10
Schraube
11
Fahrtrichtung
12
Montagerichtung
13
Befestigungsflansch
14
Befestigungsflansch
15
Reserveradmulde
16
Durchbrechung


Anspruch[de]
Modulanordnung in einem Kraftfahrzeug, welche eine im Fahrzeugunterboden angeordnete Reserveradwanne und ein außenseitig der Reserveradwanne befestigtes Modul umfasst, wobei das Modul mit wenigstens einem zur Aufnahme von Gegenständen geeigneten Hohlraum versehen ist. Modulanordnung nach Anspruch 1, bei welcher die Reserveradwanne in Form einer Ausbuchtung des Fahrzeugunterbodens ausgebildet ist. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, bei welcher die Reserveradwanne mit wenigtens einer Durchbrechung versehen ist. Modulanordnung nach Anspruch 3, bei welcher das Modul durch die Durchbrechung ragt. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher das Modul aus zwei gefügten Schalen geformt ist. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher das Modul aus einer Schale und einem Druckbehälter für ein gasförmiges Medium, welche miteinander gefügt sind, geformt ist. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welcher in dem Modul wenigstens ein Bauteil/Komponente bzw. Bauteile-/Komponentengruppe des Kraftfahrzeugs enthalten ist. Modulanordnung nach Anspruch 7, bei welcher in dem Modul Bauteile/Komponenten einer Luftfederung des Kraftfahrzeugs enthalten sind. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welcher wenigstens ein Abschnitt des Moduls als ein zum Halten von Druckluft geeigneter Druckluftbehälter geformt ist. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei welcher das Modul wenigstens ein Druckluftventil enthält. Modulanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei welcher das Modul einen Druckluftkompressor enthält. Fahrzeug, insbesondere Kraftfahrzeug, mit einer Modulanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11.






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