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Dokumentenidentifikation DE102004056087B4 12.04.2007
Titel Differentialgetriebe
Anmelder GETRAG Getriebe- und Zahnradfabrik Hermann Hagenmeyer GmbH & Cie KG, 74199 Untergruppenbach, DE
Erfinder Brosi, Matthias, 71720 Oberstenfeld, DE
Vertreter Witte, Weller & Partner, 70178 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 11.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004056087
Offenlegungstag 24.05.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse F16H 48/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Differentialgetriebe für Kraftfahrzeuge, mit einem Differentialgehäuse, an dem ein Antriebsrad festgelegt ist, einer in dem Differentialgehäuse gelagerten Differentialradanordnung, die ein Eingangsglied, das mit einem ersten Gehäuseteil des Differentialgehäuses in Drehrichtung verbunden und radial daran gesichert ist, und zwei Ausgangsglieder aufweist, die jeweils mit einer Abtriebswelle verbindbar sind, wobei das Differentialgehäuse ferner ein zweites Gehäuseteil aufweist, wobei das zweite Gehäuseteil das erste Gehäuseteil umgreift und dabei das Eingangsglied der Differentialradanordnung radial sichert, und wobei das Antriebsrad an dem ersten Gehäuseteil festgelegt ist.

Ein derartiges Differentialgetriebe ist beispielsweise bekannt aus der EP 1 079 148 A1.

Differentialgetriebe werden in Kraftfahrzeugen dazu verwendet, um Antriebsmoment von einem Motor auf eine linke bzw. eine rechte Abtriebswelle zu verteilen. Das Differentialgetriebe, das auch Ausgleichsgetriebe genannt wird, dient dabei unter anderem dazu, unterschiedliche Drehzahlen des linken und des rechten Antriebsrades zu ermöglichen, ohne dass sich der Antriebsstrang, in dem das Differentialgetriebe verwendet wird, verspannt.

Solche Differentialgetriebe können bei Fahrzeugen mit Heckantrieb beispielsweise als eigenes Achsgetriebe ausgebildet sein. Bei Fahrzeugen mit Vorderradantrieb kann das Differentialgetriebe auch in ein Gehäuse eines vorne quer ausgerichteten Stufengetriebes integriert sein. Im zweiten Fall kann das Antriebsrad des Differentialgetriebes unmittelbar mit einem oder mehreren Abtriebsrädern eines "final drive"-Radsatzes des Stufengetriebes in Eingriff stehen.

Die Differentialradanordnung des Differentialgetriebes kann als Planetenradsatz ausgebildet sein. Überwiegend ist die Differentialradanordnung jedoch als Kegelradanordnung ausgebildet.

Bei einem Kegelraddifferentialgetriebe ist das Eingangsglied in der Regel als Bolzen bzw. Lagerzapfen ausgebildet, der in eine Bohrung des Differentialgehäuses eingeführt ist. An dem senkrecht zur Abtriebswellenachse ausgerichteten Bolzen sind zwei Differentialräder drehbar gelagert, die mit zwei Achswellen-Kegelrädern in Eingriff stehen.

Der Bolzen ist dabei an dem Differentialgehäuse radial gesichert. Bei der eingangs genannten DE 196 07 077 C2 erfolgt die Radialsicherung dadurch, dass zwei Schrauben den Bolzen parallel zur Abtriebswellenachse durchsetzen.

Bei den Differentialgehäusen solcher Differentialgetriebe unterscheidet man zwischen einteiligen Gehäusen (vgl. beispielsweise DE 101 41 995 A1 und DE 198 20 206 A1) und mehrteiligen Gehäusen.

Bei den mehrteiligen Gehäusen liegt die Trennebene in der Regel senkrecht zur Abtriebswellenachse. Bei dreiteiligen Gehäusen (vgl. beispielsweise JP-11072158 A) ist ein hülsenförmiger Gehäuseteil an beiden Enden durch Deckel abgeschlossen, durch die die Abtriebswellen hindurch verlaufen. Dabei kann das Antriebsrad einstückig mit dem hülsenförmigen Gehäuseteil ausgebildet sein.

Bei den zweiteiligen Gehäusen ist ein erstes Gehäuseteil in der Regel als Topf ausgebildet und das zweite Gehäuseteil als Deckel.

Das Antriebsrad kann an einem der zwei Gehäuseteile festgelegt oder einstückig hiermit ausgebildet sein. Beispielsweise kann das Antriebsrad zwischen den zwei Gehäuseteilen angeordnet sein (vgl. JP-62132055 A oder die eingangs genannte DE 196 07 077 C2). Die Radialsicherung des Bolzens an dem Differentialgehäuse erfolgt in der Regel durch parallel zur Abtriebswellenachse verlaufende Radialsicherungsstifte oder ähnliches. Wenn das Differentialgehäuse aus Stahlblechen aufgebaut ist, ist es auch möglich, die Radialsicherung durch Ausdrückungen in dem Gehäuseteil zu realisieren, an dem der Bolzen gelagert ist (vgl. DE 43 17 073 A1).

Aus der DE 699 05 815 T2 ist es bekannt, zwei Differentialgehäuseteile miteinander zu verschweißen, wobei ein Antriebsrad auf eines der Teile aufgepresst und anschließend daran verschweißt wird.

Vor dem obigen Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Differentialgetriebe für Kraftfahrzeuge anzugeben.

Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Differentialgetriebe dadurch gelöst, dass das Antriebsrad in axialer Richtung zwischen einer Schulter des ersten Gehäuseteils und dem zweiten Gehäuseteil festgelegt ist.

Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das erste und das zweite Gehäuseteil in axialer Richtung aufeinander zu vorgespannt sind.

Erfindungsgemäß werden folglich die zwei Gehäuseteile in axialer Richtung "ineinandergesteckt", so dass das zweite Gehäuseteil das erste Gehäuseteil umgreift. Der Begriff "Umgreifen" soll vorliegend breit verstanden werden und sowohl beinhalten, dass das zweite Gehäuseteil das erste Gehäuseteil radial außen umgreift oder auch radial innen.

In jedem Fall wird die Überdeckung zwischen dem ersten und dem zweiten Gehäuseteil dazu verwendet, um das Eingangsglied der Differentialradanordnung radial zu sichern.

Folglich kann das Differentialgetriebe mit wenigen Bauteilen realisiert werden. Separate weitere Radialsicherungsglieder sind in der Regel nicht erforderlich.

Durch Festlegen des Antriebsrades an dem ersten Gehäuseteil kann das über das Antriebsrad aufgebrachte Drehmoment unmittelbar auf das Eingangsglied der Differentialradanordnung übertragen werden.

Insofern lässt sich ein Presssitz zwischen dem ersten und dem zweiten Gehäuseteil besonders vorteilhaft realisieren, da dieser nicht durch das Antriebsmoment belastet wird.

Daher ist es von besonderem Vorteil, wenn das zweite Gehäuseteil im Presssitz an dem ersten Gehäuseteil festgelegt ist.

Denn es ist hierbei besonders vorteilhaft, dass das Differentialgetriebe mit wenigen Bauteilen auskommt. Ferner ergibt sich eine einfache Montage, durch einen Press- oder Schrumpfvorgang.

Ein separater Schraubvorgang oder ähnliches ist nicht notwendig. Damit entfällt auch das Andrehen von Zentrierungen und das Einbringen von Gewindebohrungen.

Es versteht sich jedoch, dass zur Verdrehsicherung Profile an den Gehäuseteilen vorgesehen sein können, wenn der Presssitz nicht ausreichen sollte. Auch können gegebenenfalls Passfedern oder Stifte angewendet werden, um eine Verdrehsicherung zu erreichen.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das zweite Gehäuseteil einen Hülsenabschnitt auf, der einen entsprechenden Hülsenabschnitt des ersten Gehäuseteils radial außen umgreift.

Bei dieser Ausführungsform ist die Radialsicherung des Eingangsgliedes besonders einfach zu realisieren, da in dem ersten Gehäuseteil lediglich eine Durchgangsbohrung für einen Bolzen vorzusehen ist und der Hülsenabschnitt des zweiten Gehäuseteils die Bohrung radial "verschließt", wenn das zweite Gehäuseteil an dem ersten Gehäuseteil festgelegt ist.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind das erste und das zweite Gehäuseteil in axialer Richtung aufeinander zu vorgespannt.

Hierdurch kann der Presssitz zwischen den Gehäuseteilen dauerhaft aufrechterhalten werden. Insbesondere wird hierdurch ein axiales Wandern vermieden.

Von besonderem Vorteil ist es dabei, wenn das erste und das zweite Gehäuseteil durch ein erstes und ein zweites Axiallager in axialer Richtung aufeinander zu vorgespannt sind.

Dabei wiederum ist es von besonderem Vorteil, wenn wenigstens eines der Axiallager als Kegelrollenlager ausgebildet ist, an dem das Differentialgehäuse drehbar gelagert ist.

Durch diese Maßnahme wird der Bauteilaufwand weiter verringert, da die Lager zum drehbaren Lagern des Differentialgehäuses auch dazu verwendet werden können, um das erste und das zweite Gehäuseteil in axialer Richtung aufeinander zu vorzuspannen.

Von besonderem Vorteil ist es, wenn das Antriebsrad im Presssitz an dem ersten Gehäuseteil festgelegt ist.

Hierdurch wird der Bauteilaufwand weiter verringert. Es versteht sich, dass bei hohen Drehmomenten eine zusätzliche Verdrehsicherung vorgesehen sein kann, beispielsweise über geeignete Profile an dem Antriebsrad bzw. dem ersten Gehäuseteil. Gegebenenfalls ist es auch denkbar, eine Verdrehsicherung durch zusätzliche Elemente, wie Passfedern, Stifte, etc., zu erzielen. Diese Teile können ebenfalls zur Sicherstellung der richtigen Montageposition der Gehäuseteile zueinander dienen.

Auch ist es generell vorteilhaft, wenn das erste Gehäuseteil aus Gussstahl hergestellt ist, beispielsweise aus GGG 50.

Hierdurch ist es möglich, das erste Gehäuseteil kostengünstig herzustellen und mit einer vergleichsweise hohen Belastbarkeit zu versehen. Bei sehr schwach belasteten Differentialgetrieben kann das erste Gehäuseteil aus einem Leichtbauwerkstoff (wie Aluminium oder Magnesium) hergestellt sein.

Gemäß einer weiteren insgesamt bevorzugten Ausführungsform ist das zweite Gehäuseteil aus einem Leichtbauwerkstoff, insbesondere aus Aluminium oder Magnesium hergestellt.

Hierbei ist vorteilhaft, dass das Gewicht des Differentialgetriebes insgesamt reduziert werden kann.

Das zweite Gehäuseteil lässt sich beispielsweise auf einfache Weise durch eine Drehoperation herstellen Auch das erste Gehäuseteil lässt sich jedoch durch eine einfache Drehoperation herstellen. Für das Eignungsglied (z.B. Bolzen) kann eine Querbohrung vorgesehen sein.

Insgesamt ist es ferner bevorzugt, wenn das erste und das zweite Gehäuseteil jeweils eine Öffnung zur Durchführung einer jeweiligen Abtriebswelle aufweisen.

Ferner ist es insgesamt vorteilhaft, wenn das Antriebsrad als Stirnrad ausgebildet ist, das koaxial zu der Abtriebswellenachse angeordnet ist.

Dies ermöglicht auf einfache Weise eine Anbindung des Differentialgetriebes an ein Stufengetriebe im Front-Quer-Verbund.

Das Antriebsrad kann jedoch auch als Kegelrad ausgebildet sein.

Insgesamt wird mit der vorliegenden Erfindung wenigstens einer der folgenden Vorteile erzielt:

  • – es ist keine komplexe Innenbearbeitung des Differentialgehäuses mit Sondermaschinen notwendig;
  • – eine Verschraubung des Differentialgetriebes mit dem Antriebsrad ist in der Regel nicht notwendig;
  • – eine Sicherung des Differentialbolzens gegen radiales Herauswandern durch separate Bauteile ist in der Regel nicht notwendig;
  • – Bauteile wie Schrauben und Sicherungsstifte für den Differentialbolzen sind in der Regel nicht notwendig;
  • – folgende Bearbeitungsschritte können entfallen: Bohren des Antriebsrades, Bohren und Gewindeschneiden des zugeordneten Gehäuseteils; Verschrauben des Antriebsrades an dem Differentialgehäuse;
  • – es ergibt sich eine vereinfachte Montage;
  • – im idealen Fall sind sämtliche Bauteile durch Drehoperationen herstellbar;
  • – das Differentialgetriebe weist insgesamt ein geringes Gewicht auf;
  • – sofern das Antriebsrad auf das erste Gehäuseteil aufgepresst ist, kann eine höhere Rundlaufgenauigkeit erreicht werden und damit eine höhere Laufruhe, insbesondere, wenn die Verzahnung des Antriebsrades nach dem Aufpressen endbearbeitet wird;
  • – da die Differentialgehäuseteile ebenfalls vorzugsweise durch Drehoperationen hergestellt werden, ergibt sich ebenfalls eine geringe Unwucht des Differentialgetriebes.

Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Längsschnittansicht durch ein Differentialgetriebe gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung; und

2 in der oberen Hälfte einen schematischen Längsschnitt durch eine nicht zur Erfindung gehörende Ausführungsform eines Differentialgetriebes und in der unteren Hälfte einen schematischen Längsschnitt durch eine nicht zur Erfindung gehörende Ausführungsform eines Differentialgetriebes.

In 1 ist eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Differentialgetriebes generell mit 10 bezeichnet.

Das Differentialgetriebe 10 weist ein Differentialgehäuse 12 auf, an dem ein Antriebsrad 14 in Form eines Stirnrades festgelegt ist.

Im Inneren des Differentialgehäuses 12 ist eine Differentialradanordnung 16 herkömmlicher Kegelradbauart gelagert.

Die Differentialradanordnung 16 weist ein Eingangsglied 18 in Form eines Differentialbolzens auf, der drehfest mit dem Differentialgehäuse 12 verbunden ist. Ferner weist die Differentialradanordnung 16 ein erstes Ausgangsglied 20 und ein zweites Ausgangsglied 22 auf, die mit einer ersten bzw. einer zweiten (linken bzw. rechten) Abtriebswelle bzw. Abtriebshalbwelle verbindbar sind.

Das Differentialgetriebe 10 kann insbesondere in Verbindung mit einem Front-Quer-Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges verwendet werden, wobei das Antriebsrad 14 mit einem oder mehreren Rädern einer final-drive-Anordnung eines Stufengetriebes dieses Antriebsstranges in Eingriff steht.

Das Differentialgehäuse 12 ist als zweiteiliges Gehäuse mit einem ersten Gehäuseteil 30 und einem zweiten Gehäuseteil 32 ausgebildet.

Das erste Gehäuseteil 30 weist eine Öffnung 31 zur Durchführung einer ersten Abtriebswelle auf. Das zweite Gehäuseteil 32 weist eine Öffnung 33 zur Durchführung einer zweiten Abtriebswelle auf.

Das Antriebsrad 14 ist im Presssitz an dem ersten Gehäuseteil 30 festgelegt. Ferner ist das Eingangsglied 18 (der Differentialbolzen) an dem ersten Gehäuseteil 30 festgelegt. Genauer gesagt ist das erste Gehäuseteil 30 mit einer radial verlaufenden Durchgangsbohrung versehen, in die hinein der Differentialbolzen 18 eingeführt ist.

Die Durchgangsbohrung für den Differentialbolzen 18 ist im Bereich eines Hülsenabschnittes 34 des ersten Gehäuseteils 30 ausgebildet. Im eingesetzten Zustand schließen die Enden des Differentialbolzens 18 etwa bündig mit dem Außenumfang des Hülsenabschnittes 34 ab.

Das zweite Gehäuseteil 32 weist einen entsprechenden Hülsenabschnitt 36 auf, der den ersten Hülsenabschnitt 34 radial außen im Presssitz umgreift. Der Pressitz ist ein leichter Presssitz für die Montage. Durch den Presssitz sind die Gehäuseteile 30, 32 miteinander verbunden.

Dabei übergreift der Hülsenabschnitt 36 des zweiten Gehäuseteils 32 die Bohrung, in der der Differentialbolzen 18 gelagert ist. Demzufolge bildet der Hülsenabschnitt 36 eine Radialsicherung für den Differentialbolzen 18.

Das Antriebsrad 14 ist, wie gesagt, im Presssitz an dem ersten Gehäuseteil 30 festgelegt. In axialer Richtung ist das Antriebsrad 14 zwischen einer nicht näher dargestellten Schulter 42 des ersten Gehäuseteils 30 und einer vorderen Stirnseite 44 des zweiten Gehäuseteils 32 festgelegt.

Die Schulter 42 ist im Bereich eines Endes des ersten Gehäuseteils 30 vorgesehen, und die Stirnseite 44 des Hülsenabschnittes 36 des zweiten Gehäuseteils 32 bildet einen gegenüberliegenden Axialbund zum Festlegen des Antriebsrades 14.

Das Antriebsrad 14 ist dabei an einem nicht näher bezeichneten Grundabschnitt des ersten Gehäuseteils 30 vorgesehen, von dem der Hülsenabschnitt 34 vorsteht. Bei der Montage wird das Antriebsrad 14 demzufolge über den Hülsenabschnitt 34 aufgeschoben und anschließend im Presssitz an dem Grundabschnitt des ersten Gehäuseteils 30 gegen die Schulter 42 festgelegt.

Das Differentialgehäuse 12 ist mittels zweier Wälzlager 38, 40 um die Abtriebswellenachse herum drehbar gelagert.

Genauer gesagt sind die zwei Wälzlager 38, 40 als Kegelrollenlager 38, 40 in X-Anordnung ausgebildet. Deren innere Lagerringe sind dabei an dem ersten bzw. dem zweiten Gehäuseteil 30 festgelegt. Dabei stoßen die inneren Lagerringe jeweils gegen eine Axialfläche des ersten bzw. des zweiten Gehäuseteils 30, 32, so dass über die Kegelrollenlager 38, 40 eine Axiallagerung der zwei Gehäuseteile 30, 32 realisierbar ist. Bei geeigneter Lagerung der äußeren Lagerringe der Kegelrollenlager 38, 40 ist es auch möglich, die zwei Gehäuseteile 30, 32 in axialer Richtung aufeinander zu vorzuspannen.

Durch die axiale Vorspannung kann erreicht werden, dass zum einen die Axiallagerung des Antriebsrades 14 sowie der Presssitz des zweiten Gehäuseteils 32 auf dem ersten Gehäuseteil 30 dauerhaft einrichtbar sind.

Das erste Gehäuseteil 30 ist vorzugsweise aus einem Stahlgussmaterial bzw. Graugussmaterial, wie GGG 50, hergestellt. Das zweite Gehäuseteil 32 ist vorzugsweise aus einem Leichtbaumaterial, wie Aluminium oder Magnesium, hergestellt.

Beide Gehäuseteile 30, 32 lassen sich in ihrer Endform durch Drehoperationen herstellen. Hierdurch wird insgesamt eine hohe Laufruhe des Differentialgehäuses 12 erzielt. Dabei kann eine Endbearbeitung der Verzahnung des Antriebsrades 14 auch nach dem Aufpressen auf das erste Gehäuseteil 30 erfolgen, um die Rundlaufgenauigkeit und damit die Laufruhe zu verbessern.

Das gesamte Differentialgetriebe 10 besteht in der einfachsten Form lediglich aus der Differentialradanordnung 16, den zwei Gehäuseteilen 30, 32 und dem Antriebsrad 14 sowie den Kegelrollenlagern 38, 40. Das Differentialgetriebe 10 weist daher nur wenige Bauteile auf. Auch ist die Montage vereinfacht, da keine Bohrungen für axiale Verbindungsschrauben, Sicherungsstifte etc. erforderlich sind.

Der Presssitz zwischen dem Antriebsrad 14 und dem ersten Gehäuseteil 30 sowie der Presssitz zwischen den Hülsenabschnitten 34, 36 kann, sofern dies bei höheren Drehmomentanwendungen erforderlich ist, durch Verdrehsicherungen unterstützt werden, beispielsweise über geeignete Profile. Gegebenenfalls ist es auch denkbar, eine Verdrehsicherung über zusätzliche Elemente, wie Passfedern, Stifte etc., zu realisieren.

Der Presssitz zwischen dem Antriebsrad 14 und dem ersten Gehäuseteil 30 sowie der Presssitz zwischen den Hülsenabschnitten 34, 36 kann jeweils durch axiales Auf pressen oder auch durch Aufschrumpfen realisiert werden.

Insgesamt ergibt sich ferner eine hohe Steifigkeit des Differentialgetriebes 10.

In 2 sind zwei weitere Ausführungsformen von Differentialgetrieben generell mit 10' bzw. 10'' bezeichnet.

Die Differentialgetriebe 10'' haben generell den gleichen Aufbau und die gleiche Funktionsweise wie das Differentialgetriebe 10 der 1, so dass dessen Beschreibung analog heranzuziehen ist. Gleiche Elemente sind zudem mit gleichen Bezugsziffern bezeichnet. Im Folgenden wird lediglich auf die Unterschiede eingegangen.

Das Differentialgetriebe 10' weist ein erstes Gehäuseteil 30' auf, an dem das Antriebsrad 14' einteilig bzw. einstückig angeformt ist.

Hierdurch wird der Bauteilaufwand weiter verringert.

Bei dem Differentialgetriebe 10'' ist das Antriebsrad 14'' als getrenntes Bauteil von dem ersten Gehäuseteil 30'' vorgesehen und im Presssitz daran befestigt. Dabei ist das Antriebsrad 14'' jedoch von der entgegengesetzten Seite auf das erste Gehäuseteil 30'' aufgeschoben und ist lediglich in einer Richtung axial gesichert, durch eine Schulter 46 an dem ersten Gehäuseteil 30''.

Gegebenenfalls kann jedoch zur axialen Festlegung in der anderen Richtung ein separates Bauteil, wie ein axialer Sicherungsring oder ähnliches, vorgesehen sein.


Anspruch[de]
Differentialgetriebe (10) für Kraftfahrzeuge, mit einem Differentialgehäuse (12), an dem ein Antriebsrad (14) festgelegt ist, einer in dem Differentialgehäuse (12) gelagerten Differentialradanordnung (16), die ein Eingangsglied (18), das mit einem ersten Gehäuseteil (30) des Differentialgehäuses (12) in Drehrichtung verbunden und radial gesichert ist, und zwei Ausgangsglieder (20, 22) aufweist, die jeweils mit einer Abtriebswelle verbindbar sind, wobei das Differentialgehäuse (12) ferner ein zweites Gehäuseteil (32) aufweist, wobei das zweite Gehäuseteil (32) das erste Gehäuseteil (30) umgreift und dabei das Eingangsglied (18) der Differentialradanordnung (16) radial sichert und wobei das Antriebsrad (14; 14'') an dem ersten Gehäuseteil (30; 30'') festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (14) in axialer Richtung zwischen einer Schulter (42) des ersten Gehäuseteils (30) und dem zweiten Gehäuseteil (32) festgelegt ist. Differentialgetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Gehäuseteil (32) im Presssitz an dem ersten Gehäuseteil (30) festgelegt ist. Differentialgetriebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Gehäuseteil (32) einen Hülsenabschnitt (36) aufweist, der einen entsprechenden Hülsenabschnitt (34) des ersten Gehäuseteils (30) radial außen umgreift. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Gehäuseteil (30, 32) in axialer Richtung aufeinander zu vorgespannt sind. Differentialgetriebe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Gehäuseteil (30, 32) durch ein erstes und ein zweites Axiallager (38, 40) in axialer Richtung aufeinander zu vorgespannt sind. Differentialgetriebe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Axiallager (38, 40) als Kegelrollenlager (38, 40) ausgebildet ist, an dem das Differentialgehäuse (12) drehbar gelagert ist. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (14) im Presssitz an dem ersten Gehäuseteil (30) festgelegt ist. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Gehäuseteil (30) aus Grauguss oder Stahlguss hergestellt ist. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Gehäuseteil (32) aus einem Leichtbauwerkstoff, insbesondere aus Aluminium oder Magnesium hergestellt ist. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Gehäuseteil (30, 32) jeweils eine Öffnung (31, 33) zur Durchführung einer jeweiligen Abtriebswelle aufweisen. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (14) als Stirnrad (14) ausgebildet ist. Differentialgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (14) als Kegelrad ausgebildet ist.






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