PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005047889A1 12.04.2007
Titel Verfahren zum Reduzieren von übelriechenden Substanzen in Tankbehältern
Anmelder AIR & D - Sarl, Rosheim, FR
Erfinder Wuest, Robert, Rosheim, FR;
Kerszenbaum, Laurent, La Cannet, FR
Vertreter R. Zellentin und Kollegen, 67061 Ludwigshafen
DE-Anmeldedatum 06.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005047889
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse B65D 90/44(2006.01)A, F, I, 20051006, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reduzieren von übelriechenden Substanzen in Tankbehältern für Schweröl oder Bitumen, bei dem in den Gasraum über dem Flüssigkeitsspiegel zusammen mit einem Inertgas aktive Agentien eingeleitet werden, die mit den übelriechenden Substanzen reagieren bzw. diese maskieren und dadurch die Geruchsbelästigung vermindern.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reduzieren von übelriechenden Substanzen in Tankbehältern für Schweröl oder Bitumen, in denen über dem Flüssigkeitsspiegel sich ein Gasraum mit den übelriechenden Substanzen befindet, wobei in den Gasraum zur Inertisierung gegen Explosionen ein Inertgas eingeleitet wird, das am oberen Ende des Tankbehälters wieder austritt.

Schweröle und verflüssigtes Bitumen werden im allgemeinen in großen Tankbehältern, die bis zu 40 m hoch sein können, gelagert. Je nach Füllgrad des Tanks befindet sich über dem Flüssigkeitsspiegel ein mehr oder weniger großer Gasraum, in den hinein flüchtige Bestandteile aus der Flüssigkeit verdunsten. Diese sind teilweise brennbar, so dass Explosionsgefahr besteht. Um dieser zu begegnen, werden in den Gasraum Inertgase eingeleitet, die am oberen Ende des Tankbehälters zusammen mit den flüchtigen Bestandteilen wieder abgeführt werden. Diese flüchtigen Bestandteile bestehen im wesentlichen aus Kohlenwasserstoffen und Schwefelverbindungen, die in der Umgebung des Behälters einen üblen, zum Erbrechen reizenden Geruch verbreiten. Dies ist besonders gravierend, wenn der Tank gefüllt wird und durch den dabei auftretenden erhöhten Druck die Entgasung durch das Abluftrohr beschleunigt wird. Es ist praktisch nicht möglich, die übelriechenden Substanzen auf konventionelle Weise durch Absaugen zu entfernen, da einige ihrer Bestandteile in klebriger Form kondensieren und so die Absaugrohre verstopfen würden.

Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, die übelriechenden Substanzen in dem Gasraum zu entfernen oder wenigstens stark zu reduzieren, um dadurch die Geruchsbelästigung zu vermindern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zusammen mit dem Inertgas aktive Agentien in den Gasraum eingeleitet werden, die mit den übelriechenden Substanzen reagieren bzw. diese maskieren und dadurch die Geruchsbelästigung vermindern.

Im industriellen Bereich werden recht große Tankbehälter verwendet, die z.B. 500 bis 15.000 to Schweröl bzw. Bitumen enthalten. Bitumen liegt dabei als 80 bis 120 °C heiße Flüssigkeit vor, wodurch die Verdunstung von flüchtigen Bestandteilen begünstigt wird.

Je nach Füll- bzw. Entleerungsgrad des Tankbehälters macht der Gasraum über dem Flüssigkeitsspiegel 10 bis 90 % des Gesamtvolumens aus. In diesen Gasraum wird zur Inertisierung gegen Explosionen ein Inertgas eingeleitet, z.B. Stickstoff oder Wasserdampf, wobei letzterer im allgemeinen unter einem Druck von 2 bis 10 bar steht und eine Temperatur von 140 bis 200 °C aufweist. Erfindungsgemäß werden mit dem Inertgasstrom aktive Agentien in den Gasraum eingeführt. Dies können z.B. höhere Aldehyde, Ketone, Ester oder Alkohole sein, z.B. C7- bis C12-Aldehyde oder natürliche ölige Essenzen, wie Harzöle, ferner parfümartige Substanzen, wie Vanillin, Menthol oder &agr;-Pinen.

Die aktiven Substanzen werden als wässrige Emulsion in Form feiner Tröpfchen oder als Gas in das Zuleitungsrohr mit dem Inertgasstrom eingebracht und mit diesem zusammen in den Gasraum eingeleitet. Durch geeignete Ventile und Bypass-Leitungen kann die Menge des in den Gasraum eingeleiteten Inertgases, welches die aktiven Komponenten enthält, gesteuert werden, so dass z.B. bei niedrigem Flüssigkeitsstand, und insbesondere beim Befüllen des Tanks, kontinuierlich relativ viel und bei hohem Flüssigkeitsstand und entsprechend kleinem Gasraum sequenzweise relativ wenig Inertgas eingeleitet wird.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird aus einem Vorratsgefäß eine z.B. 10 bis 30 Gew.%ige wässrige Emulsion der aktiven Agentien von einer Dosierpumpe angesaugt und dort mit zugeführtem Wasser verdünnt. Das Gemisch, das dann z.B. 0,5 bis 20 Gew.% aktive Substanzen enthält, wird durch eine Hochdruckpumpe unter einen Druck von 25 bis 120 bar gesetzt und in das Rohr, in dem das Inertgas geführt wird, eingeleitet. Am Ende der Leitung befindet sich eine feine Düse, durch die die Emulsion durchgepresst wird. Dabei wird die wässrige Emulsion der aktiven Agentien versprüht und auf eine Partikelgröße von 5 bis 25 &mgr;m mikronisiert und in dieser Form in den Gasraum eingebracht.

Es ist natürlich möglich, die Leitung, in der die Emulsion geführt wird, mit mehreren Inertgasrohren zu verbinden, so dass mehrere Tankbehälter gleichzeitig mit aktiven Agentien behandelt werden können. Durch Ventile bzw. Bypass-Leitungen kann die Behandlungsintensität dabei unterschiedlich gesteuert werden.

Die beigefügte Zeichnung zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Dabei ist mit 1 der Tankbehälter bezeichnet, mit 2 das Schweröl bzw. das verflüssigte Bitumen, mit 3 der Gasraum über dem Flüssigkeitsspiegel, mit 4 der Austritt des Abgases, mit 5 das Rohr, durch welches das Inertgas in den Gasraum eingeleitet wird, mit 6 die Inertgaszufuhr, mit 7 das Vorratsgefäß für die wässrige Emulsion der aktiven Agentien, mit 8 der Wasserstrom, der in die Dosierpumpe 9 eingeleitet wird, welche gleichzeitig die wässrige Emulsion aus dem Vorratsgefäß ansaugt, mit 10 die Hochdruckpumpe, in der das Gemisch aus Wasser und den aktiven Agentien unter Druck gesetzt wird und mit 11 die Düse, durch die das Gemisch in das Rohr 5 eingepresst und dabei mikronisiert wird.

Bei einer anderen Ausführungsform wird trockener, kalter Dampf nach dem Venturi-Verfahren mit den aktiven Agentien vermischt, und die in öliger Form vorliegende Mischung wird in das Rohr mit dem Inertgas eingepresst und dabei auf eine Partikelgröße von 0,08 bis 2 &mgr;m mikronisiert.

Bei einer weiteren Ausführungsform wird in einer Zweifluss-Düse einerseits Luft und andererseits eine wässrige Emulsion der aktiven Agentien eingeführt, in einer Mischkammerdüse vermischt, komprimiert und in das Rohr hinein ausgepresst und dabei auf eine Partikelgröße von 8 bis 40 &mgr;m mikronisiert.

Schließlich können die aktiven Agentien, auch wie in der EP-B 1 471 948 beschrieben, an einem gelförmigen Polymeren adsorbiert sein und durch darüber strömende Luft oder ein Inertgas wieder desorbiert werden und mit diesem zusammen in das Rohr mit dem Inertgasstrom eingeführt werden.

Die in den Gasraum eingeführten aktiven Agentien reagieren dort – oder kurz hinter dem Austritt des Inertgases aus dem Tankbehälter- mit den übelriechenden Substanzen und entfernen diese ganz oder zumindest weitgehend aus dem ausgetretenen Abgasstrom, so dass die Geruchsbelästigung weitgehend beseitigt ist. Parallel dazu können wohlriechende aktive Agentien auch die übelriechenden Substanzen maskieren und deren Geruch überdecken.


Anspruch[de]
Verfahren zum Reduzieren von übelriechenden Substanzen in Tankbehältern für Schweröl oder verflüssigtes Bitumen, in denen sich über dem Flüssigkeitsspiegel sich ein Gasraum mit den übelriechenden Substanzen befindet, wobei in den Gasraum zur Inertisierung gegen Explosionen ein Inertgas eingeleitet wird, das am oberen Ende des Tankbehälters wieder austritt, dadurch gekennzeichnet, dass zusammen mit dem Inertgas aktive Agentien eingeleitet werden, die mit den übelriechenden Substanzen reagieren bzw. diese maskieren und dadurch die Geruchsbelästigung vermindern. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tankbehälter 500 bis 15.000 to Schweröl bzw. Bitumen enthält, wobei der Gasraum über dem Flüssigkeitsspiegel 10 bis 90 % des Gesamtvolumens ausmacht. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Inertgas Stickstoff oder Wasserdampf eingeleitet wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die übelriechenden Substanzen Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen enthalten. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aktiven Agentien Aldehyde, Ketone, Ester und/oder Alkohole sind. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aktiven Agentien als wässrige Emulsion in Form feiner Tröpfchen mit einer Partikelgröße von weniger als 50 &mgr;m oder als Gas in den Inertgasstrom eingepresst und mit diesem zusammen in den Gasraum eingeführt werden, wo sie mit den übelriechenden Substanzen reagieren bzw. diese maskieren. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die aktiven Agentien als 0,5 bis 25 Gew.%ige wässrige Emulsion durch feine Düsen in Form feiner Tröpfchen mit einer Partikelgröße von 5 bis 25 &mgr;m in das Rohr eingepresst werden, in dem der Inertgasstrom geführt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com