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Dokumentenidentifikation DE102005047906A1 12.04.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Mischen von Polyurethan o. dgl. Mehrkomponentenkunststoffen
Anmelder Woitzel, Heinz, 49479 Ibbenbüren, DE;
Woitzel, Dirk, 49477 Ibbenbüren, DE
Erfinder Woitzel, Heinz, 49479 Ibbenbüren, DE;
Woitzel, Dirk, 49477 Ibbenbüren, DE
Vertreter Busse & Busse Patentanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Anmeldedatum 06.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005047906
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse B29B 7/74(2006.01)A, F, I, 20051006, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29B 7/76(2006.01)A, L, I, 20051006, B, H, DE   B29B 7/72(2006.01)A, L, I, 20051006, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Mischen von Polyurethan o. dgl. Mehrkomponentenkunststoffen werden zumindest zwei über Leitungen zuführbare Komponentenströme eines jeweiligen Fluids unter Druck in eine Mischkammer eingespritzt, so daß ein aus dieser ausleitbares Komponentengemisch erzeugt wird. Die Komponentenströme werden im Bereich der Mischkammer über eine Einlaßeinheit zugeführt. Erfindungsgemäß ist eine Verfahrensführung vorgesehen, bei der die Einlaßeinheit durch zumindest einen der Komponentenströme unmittelbar gesteuert wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Mischen von Mehrkomponentenkunststoffen, insbesondere Polyurethan, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 9.

Gemäß DE 27 03 755 ist ein Mischverfahren für Mehrkomponentenkunststoffe bekannt, bei dem eine die jeweiligen Komponentenströme aufnehmende Mischkammer verwendet wird. Zum gesteuerten Einlaß der Komponentenströme wird eine in die Mischkammer eingreifende Kolbenstange einer Kolben-Zylinder-Einheit verlagert, die zur Bewegungseinleitung mit einem außerhalb des Mischkammergehäuses angeordneten Hydraulikantrieb zusammenwirkt. Auch bei der Verfahrensführung gemäß EP 0 592 702 A1 ist eine verschiebbare Steuerstange als Einlaßeinheit im Bereich des Mischkanals der Mischkammer vorgesehen, wobei ein doppelt wirkender Betätigungskolben mit dem Hydraulikantrieb über ein Servoventil verbunden ist. In einem Dosiermaschinen-Prospekt (Firma Elastogran, D/M 191/3/98) wird eine PUR-Hochdruck-Dosiermaschine vorgestellt, die im Bereich der als Mischkopf ausgebildeten Mischkammer ebenfalls eine Hydraulikeinheit aufweist, mit der eine als zentraler Stellkolben bezeichnete Kolbenstange in die jeweilige Arbeitsstellung verlagerbar ist.

Es hat sich gezeigt, daß bei sämtlichen dieser zur Steuerung des Mischkopfes benutzten Hydraulikantriebe neben gerätetechnischem Aufwand insbesondere im Verbindungsbereich der angetriebenen Kolbenstange zur Mischkammer hin hohe Dichtigkeitsanforderungen zu erfüllen sind und dabei die Gefahr eines Eintritts von Leckageöl aus dem Hydraulikantrieb in die Mischkammer besteht. Damit können bei diesen Verfahrensführungen mit zusätzlichem Hydraulikkreislauf ungewollte Produktmängel auftreten, so daß zu deren Vermeidung und langzeitigen Qualitätssicherung ein hoher Wartungsaufwand erforderlich ist.

Die Erfindung befaßt sich mit dem Problem, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Mischen von Mehrkomponentenkunststoffen zu schaffen, womit der Mischvorgang bei geringerer Störanfälligkeit sowie vermindertem Energieaufwand einfacher steuerbar ist und mit einer weniger Einzelteile aufweisenden Konstruktion eine Senkung der Gestehungskosten sowie bei hoher Fertigungsqualität eine Verlängerung der Einsatzzeiten erreichbar sind.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. 9. Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen wird auf die Ansprüche 2 bis 8 bzw. 10 bis 16 verwiesen.

Bei der erfindungsgemäßen Verfahrensführung wird einer der Komponentenströme, insbesondere der flüssige Polyol-Strom bei einer Polyurethanmischung, unmittelbar zur Steuerung von den Mischvorgang im Bereich der Mischkammer beeinflussenden Baugruppen benutzt. Eine bisher bei den bekannten Mischverfahren vorgesehene Steuerung mittels eines zusätzlichen Hydraulikaggregates o. dgl. Stellantrieben ist damit entbehrlich.

Bei der erfindungsgemäßen Verfahrensführung wird die bisher in den Komponentenströmen zu deren Einspritzung aufgebaute Energie in Form eines Fluiddruckes erstmals auch dazu benutzt, den Verfahrensablauf zu steuern. Dabei wird der Mischkopf bzw. dessen Mischkammer im Bereich der mit den Komponentenströmen zusammenwirkenden Einlaßeinheit nur durch einen abgezweigten Fluid-Teilstrom betätigt, wobei dieses als hydraulische oder pneumatische Steuerung ausführbare Antriebskonzept im Bereich eines in die Mischkammer als Stellglied eingreifenden Stellkolbens unmittelbar in den Verfahrensablauf integriert wird. Damit ermöglichen eine geringe Anzahl und raumsparend anzuordnende Bauteile eine optimale Verfahrensführung.

Die zur Durchführung des Verfahrens ausgebildete Misch-Vorrichtung ist insgesamt einfacher aufgebaut, wobei denkbar ist, die Einlaßeinheit über Zweigleitungen o. dgl. direkt an eine Förderpumpe eines der Komponentenströme zu koppeln und dessen Energie zur Steuerung zu nutzen. Erfindungsgemäß ist zur unmittelbaren Bedienung der Einlaßeinheit eine in die Zweigleitungen des Komponentenstromes zu integrierende Regeleinheit vorgesehen. Mit dieser Regeleinheit kann eine jeweilige Funktionslage im Bereich des angetriebenen Stellkolbens weitgehend variabel vorgegeben werden. Als Regel-Energiequelle ist im Bereich der Regeleinheit ein zusätzlicher Druckspeicher in den Förderstrom so integriert, daß der Stellkolben zumindest phasenweise auch unabhängig vom Fluiddruck des Komponentenstromes bzw. dessen Förderpumpe steuerbar ist.

Mit dieser unmittelbaren Verwendung einer der Mischungs-Komponenten als die Regeleinheit bzw. die Einlaßeinheit antreibendes und steuerndes Druckmedium wird der bisher einen Hydrauliköl-Kreislauf o. dgl. Druckmittel erfordernde Stellantriebe mit aufwendigen Bauteilen entbehrlich und auch ein ungewollter Eintritt von die Produktqualität beeinflussenden Fremdstoffen, z. B. Hydrauliköl, in die Mischkammer ist sicher vermieden.

Weitere Einzelheiten und Wirkungen ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel einer das erfindungsgemäße Verfahren verwendenden Vorrichtung schematisch veranschaulicht ist. In der Zeichnung zeigen:

1 eine Übersichtsdarstellung der erfindungsgemäßen Verfahrensführung beim Mischen eines Mehrkomponentenkunststoffes, insbesondere von aus Polyol und Isocyanat bestehendem Polyurethan,

2 eine vergrößerte Ausschnittsdarstellung der zur erfindungsgemäßen Verfahrensführung vorgesehenen Vorrichtung im Bereich einer eine Einlaßeinheit aufweisenden Mischkammer, und

3 bis

6 jeweilige Prinzipdarstellungen ähnlich 2 mit unterschiedlichen Phasen bei der Steuerung der einen Stellkolben aufweisenden Einlaßeinheit zur Mischkammer.

In 1 zeigt eine Übersichtsdarstellung den Verfahrensablauf bei der Herstellung eines Mehrkomponentenkunststoffes. In der dargestellten Ausführung werden zwei die Kunststoffkomponenten A und B enthaltende Behälter 1 und 2 über jeweilige vorlaufende Förderleitungen 3, 4 und Rücklaufleitungen 3', 4' mit einem eine Mischkammer 5 aufweisenden Mischkopf 6 verbunden sind. In diese Mischkammer 5 werden die chemisch miteinander reagierenden Kunststoffkomponenten A (hier: Polyol) und B (hier: Isocyanat) eingespritzt (Pfeil 7, 8), so daß damit ein aus der Mischkammer 5 ausleitbares Komponentengemisch G (hier: Polyurethan) erzeugt wird. Zur Steuerung der beiden Komponentenströme A, B im Bereich der Mischkammer 5 weist der an sich bekannte Mischkopf 6 eine Einlaßeinheit 9 auf, die zum Öffnen bzw. Schließen jeweiliger Öffnungen 10, 11 bzw. 12, 13 sowie einer Auslaßöffung 14 einen in der Längsmittelebene M verlagerbaren Stellkolben 15 aufweist (2).

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist vorgesehen, daß die Einlaßeinheit 9 durch zumindest einen der Komponentenströme A, B unmittelbar gesteuert wird und damit ein bei bekannten Verfahren vorgesehenes zusätzliches Antriebsaggregat zur Betätigung der Einlaßeinheit 9 bzw. des Stellkolbens 15 entbehrlich ist. Denkbar ist dabei auch, daß beide Komponentenströme A und B zur Steuerung verwendet werden oder bei Mischverfahren mit mehr als zwei Komponentenströmen nur eines der unter Druck stehenden Fluide zur Steuerung der Einlaßeinheit 9 verwendet wird (nicht dargestellt).

Die Prinzipdarstellung gemäß 1 zeigt, daß die Einlaßeinheit 9 über allgemein mit 16 und 16' bezeichnete Zweigleitungen an die eine Förder- und Dosierpumpe 17 aufweisende Förderleitung 3 bzw. 3' so angeschlossen ist, daß der im Bereich der Einlaßeinheit 9 bewegliche Stellkolben 15 (2) durch einen unter Druck stehenden Fluid-Teilstrom in unterschiedliche Bewegungsrichtungen (Pfeil D) angesteuert wird und in vorgesehene Funktionslagen verschiebbar ist. Mit dieser unmittelbaren Steuerung des Stellkolbens 15 ist ein bei bekannten Verfahrensführungen vorgesehener Hydraulikantrieb als zusätzlicher Stellantrieb entbehrlich.

Dieses Konzept der Verfahrensführung kann entsprechend variabel an bestehende Mischkopf-Konstruktionen angepaßt werden, wobei zur Steuerung der Einlaßeinheit 9 bzw. des Stellkolbens 15 ein von einem flüssigen und/oder gasförmigen Fluid gebildeter Teilstrom der jeweiligen Komponentenströme A, B verwendbar ist. Bei der Herstellung eines PUR-Gemisches G aus den beiden dargestellten Komponentenströmen A und B hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, den flüssigen Polyol-Strom A zur Steuerung des Stellkolbens 15 zu verwenden (2).

In 1 ist im Bereich zwischen den Förderleitungen 3, 3' und den Zweigleitungen 16, 16' eine deren jeweilige Druckbeaufschlagung steuernde, insgesamt mit 18 bezeichnete Regeleinheit vorgesehen, die im Bereich zwischen dem Vorratsbehälter 1 und der Mischkammer 5 in den Polyol-Strom A bzw. die Förderleitung 3 (und 3') integriert ist. Im Bereich dieser Regeleinheit 18 ist insbesondere ein Druckspeicher 19 (2) vorgesehen, in den das mittels einer Pumpe 17 über die Zuleitung Z unter Druck zugeführte Polyol A eingeleitet und als Teilmenge A' gespeichert wird. Dieser Polyol-Anteil A' wird beispielsweise gegen ein Luftpolster o. dgl. Medien L unter Vorspannung gehalten.

Bei Freigabe der Zuleitung Z durch die Regeleinheit 19 wird ein Steuervorgang im Bereich der Einlaßeinheit 9 ausgelöst, wobei dieser weitgehend unabhängig von den Förderverhältnissen im Bereich der Förderleitung 3 durchgeführt werden kann.

In der vergrößerten Darstellung gemäß 2 wird das Zusammenwirken der Regeleinheit 18 und des Mischkopfes 6 deutlich, wobei damit nur eine denkbare Ausführungsform der Vorrichtung zur Verfahrensführung dargestellt ist. Über die Förderleitungen 3 bzw. 3' weist die Einlaßeinheit 9 zu dem Komponenstrom A hin eine Verbindung auf (Vorlauf und Rücklauf), wobei in dieser Ausführung die über Zweigleitungen 16, 16' geförderten Teilmengen des Fluids A bzw. A' für den Antrieb des Stellgliedes 15 in die jeweils vorgesehene Richtung D nutzbar ist.

Diese in 2 gezeigte Regeleinheit 18 ist dabei mit jeweiligen Ventilen 20, 21 versehen, die mit dem Mischkopf 6 bzw. dem zur Druckaufnahme vorgesehenen Energiespeicher 19 zusammenwirken. Die Ventilbaugruppe 20 ist dabei direkt mit der Förderleitung 3 im Nahbereich der Pumpe 17 verbunden, so daß mit diesem Ventil 20 sowohl der in Leitung 3 vorlaufende Strom als auch der Rückstrom in Leitung 3' aus dem Mischkopf 6 erfaßbar sind. Zusätzlich ist die zweite Ventilbaugruppe 21 als Teil der Regeleinheit 18 vorgesehen, wobei diese zur Steuerung der Einlaßeinheit 9 sowie des Energiespeichers 19 im Bereich der Zweigleitungen 16, 16' jeweilige zusätzliche Verbindungen 24, 24' aufweist.

Deutlich wird, daß die Regeleinheit 18 vorteilhaft mit jeweiligen Mehr-Wege-Ventilen versehen ist. In der Leitung 3 und der Zweigleitung 24' sind zusätzlich jeweilige Rückschlagventile 22, 23 angeordnet. In der Leitung 3' ist mit dem Ventil 23 ein Fluidstrom in Rücklaufrichtung 7' zum Behälter 1 hin möglich, wobei das Ventil 23 in Strömungsrichtung frei und das Ventil 22 gesperrt ist. Über die Einbaulage des Rückschlagventils 22 kann in der Leitung 16 auch eine zum Ventil 21 bzw. zur Leitung 16, 16' hin gerichtete Vorlaufrichtung definiert werden.

Zur Erzeugung des Förderdrucks im jeweiligen Komponentenstrom A sind im Bereich der Pumpe 17 jeweilige Ausführungen in Form von Kolbenpumpen, Axialkolbenpumpen o. dgl. Druckerzeugern denkbar, mit denen zusätzlich zur Erzeugung des bei G als Reaktionsgrundlage erforderlichen Gemisch-Druckes eine schnelle Füllung des Energiespeichers 19 möglich ist.

Unter Bezugnahme auf die Darstellungen gemäß 3 bis 6 wird der funktionale Ablauf bei der Durchführung des Mischverfahrens bzw. dessen Beeinflussung durch die Regeleinheit 18 nachfolgend näher beschrieben.

Die in 3 dargestellte Ausgangsstellung des Systems zeigt die Regeleinheit 18 in einer Phase beim Ladebetrieb für den Energiespeicher 19. Ausgehend von der zugeschalteten Förderpumpe 17 wird der Förderstrom A im Bereich der als 4/2-Wege-Ventil ausgebildeten Baugruppe 20 in die Förderleitung 24' geleitet (Ventil 23 sperrt) und gelangt dabei über das in diese Richtung freie Rückschlagventil 22 zu der als 4/3-Wege-Ventil ausgebildeten Baugruppe 21, die sich in dieser Phase in einer Schließstellung befindet. Damit kann das geförderte Polyol A nur noch über eine an die Förderleitung 24' angeschlossene Zuleitung Z in den Energiespeicher 19 gelangen. Durch das geschlossene Ventil 21 bleiben die Druckverhältnisse in den Leitungen 16 und 16' konstant und damit ist die Lage des Stellkolbens 15 (hier: Schließstellung) unverändert.

Nach Abschluß dieses Ladebetriebs für den Energiespeicher 19 wird gemäß 4 in der Regeleinheit 18 eine Umschaltung im Bereich der Ventilbaugruppe 20 aktiviert, um das System in einer zweiten Phase für den nachfolgenden Mischvorgang vorzubereiten. Dazu ist in den Förderleitungen sowie im Bereich der Mischkammer 5 über die Öffnungen 10 und 11 eine Spülung des System-Kreislaufs vorgesehen, um Fluidreste zu entfernen und im Behälter 1 vorbereitetes Material einzubringen. Der Komponentenstrom A wird dazu über die Förderleitung 3 und die Öffnung 10 bis in einen Verbindungskanal 25 (2) im Stellkolben 15 gefördert und über die Öffnung 11 erfolgt eine Weiterleitung der Komponente A zu der als Rücklauf vorgesehenen Förderleitung 3' (Förderrichtung 7'), wobei das Fluid A über das Rückschlagventil 23 und das auf Durchlaßstellung geregelte Ventil 20 in den Behälter 1 zurückgefördert wird. Bei diesem Zirkulationsvorgang ist das 4/2-Wege-Ventil 20 in die dargestellten Durchlaufrichtungen (Vor- und Rücklauf) umgeschaltet und das Ventil 21 ist geschlossen.

Zur Vorbereitung und Durchführung des Mischvorganges zur Erzeugung des Materialaustrags G im Bereich des Mischkopfes 5 wird die Regeleinheit 18 in einer gemäß 5 dargestellten Bedienphase geschaltet. Bei gegenüber 4 unveränderter Stellung des Ventils 20 wird jetzt das Ventil 21 in eine die dargestellten Strömungsrichtungen in den Leitungen Z, 16 und 16' ergebende Bedienstellung gebracht, so daß sowohl zwischen den Zweigleitungen 16' und 24' als auch 16 und 24 eine offene Verbindung hergestellt ist. Die unter hohem Druck gespeicherte Komponente A' im Bereich des Speichers 19 wird damit aus diesem ausgefördert und im Bereich der Einlaßeinheit 9 erfolgt über eine Einlaßöffnung 26 eine Druckeinleitung auf den Stellkolben 15. Durch eine Auslaßöffnung 26' wird das Fluid A aus der Einheit 9 ausgefördert und der Stellkolben 15 wird in Pfeilrichtung D' nach oben verlagert. Damit wird gleichzeitig ein vorderer Steuerschaft 15' des Stellkolbens 15 in einer vorgesehenen Mischstellung so positioniert, daß die in Pfeilrichtung 7 und 8 förderbaren Komponentenströme A und B durch die Öffnungen 10 und 12 (2) frei in die Mischkammer 5 einspritzen können und dabei in einer "Schluß"-Phase der vorgesehene Gemischstrom G (1) gebildet wird. Diese zur Mischung des Polyurethans vorgesehene Funktionslage des Stellkolbens 15 bleibt entsprechend einer vorgesehenen Mischzeit konstant, wobei auch eine gesteuerte Verlagerung in Richtung D' bzw. D" denkbar ist, beispielsweise um das jeweilige Strömungsvolumen durch Veränderung des Einlaßquerschnitts im Bereich der Öffnungen 10, 12 zu variieren.

Bei Abschluß des Mischvorganges in einer Phase gemäß 6 wird die Regeleinheit 18 so aktiviert, daß im Bereich des Ventiles 21 eine Umschaltung der Förderrichtungen erfolgt und über die Zweigleitungen Z und 16 der Förderdruck des Energiespeichers 19 auf die Öffnung 26' im Bereich der Einlaßeinheit 9 geleitet wird. Der Stellkolben 15 ist dabei in einer Bewegungsrichtung D'' belastet und wird in die gemäß 6 ersichtliche Schließstellung im Bereich der beiden Öffnungen 10 und 12 verlagert. Bei dieser den Polyurethan-Schaumbildungsvorgang beendenden Verlagerung wird gleichzeitig über die Zweigleitung 16' ein Teil des abgezweigten Komponentenstromes A'' in die Zweigleitung 24 und über diese in den Behälter 1 (1) zurückgefördert.

Bei einem späteren wiederholten Einsatz der Vorrichtung für einen Mischvorgang wird die Regeleinheit 18 entsprechend den in 3 bis 5 dargestellten Bedienphasen erneut aktiviert, wobei insbesondere nach längerer Stillstandszeit des Systems die gleichzeitige Spülung im Bereich der beiden Komponentenströme A (Polyol) und B (Isocyanat) durch die in 4 gezeigte Lage des Stellkolbens realisiert werden kann.


Anspruch[de]
Verfahren zum Mischen von Polyurethan o. dgl. Mehrkomponentenkunststoffen, bei dem zumindest zwei über Leitungen zuführbare Komponentenströme eines jeweiligen Fluids (A, B) unter Druck in eine Mischkammer (5) eingespritzt werden und ein aus dieser ausleitbares Komponentengemisch (G) erzeugt wird, wobei die Komponentenströme im Bereich der Mischkammer (5) über eine Einlaßeinheit (9) zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaßeinheit (9) durch zumindest einen der Komponentenströme (A) unmittelbar gesteuert wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr Komponentenströme (A, B) zur Steuerung verwendet werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei diesem mehr als zwei Komponentenströme (A, B) zugeführt werden und zur Steuerung der Einlaßeinheit (9) nur eines der unter Druck stehenden Fluide verwendet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der steuerbaren Einlaßeinheit (9) ein beweglicher Stellkolben (15) angesteuert und dabei durch einen aus dem unter Druck stehenden Komponentenstrom (A) abgezweigten Fluid-Teilstrom verlagert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die unmittelbare Steuerung des Stellkolbens (15) an Stelle eines mit diesem zusammenwirkenden Hydraulikantriebes in den Verfahrensablauf integriert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Steuerung des Stellkolbens (15) ein von einem flüssigen und/oder gasförmigen Fluid gebildeter Teilstrom des Komponentenstromes (A) verwendet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Herstellung eines PUR-Gemisches (G) zwei der Komponentenströme (A, B) in die Mischkammer (5) gefördert werden, dabei jeweils ein Isocyanat- (B) und ein Polyol-Strom (A) vorgesehen sind und dabei das flüssige Polyol (A) zur Steuerung des Stellkolbens (15) verwendet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das vom Komponentenstrom im Bereich zwischen einem Vorratsbehälter (1) und der Mischkammer (5) abgezweigte Polyol (A) in einen Druckspeicher (19) eingeleitet und bei dessen Freigabe mit dem ausströmenden Polyol-Teilstrom (A') ein Steuervorgang ausgelöst wird. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, mit einer zumindest zwei Komponentenströme (A, B) aus jeweiligen Förderleitungen (3, 4) aufnehmenden und ein Komponentengemisch (G) durch eine Auslaßöffnung abgebenden Mischkammer (5), wobei in dieser zum Öffnen bzw. Schließen der jeweiligen Öffnungen (10, 11, 12, 13) eine einen antreibbaren Stellkolben (15) o. dgl. Stellglied aufweisende Einlaßeinheit (9) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaßeinheit (9) zu zumindest einem der Komponentenströme (A, B) hin eine Verbindung aufweist, derart, daß zumindest ein Teilstrom des geförderten Fluids (A) für den Antrieb des Stellgliedes (15) nutzbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaßeinheit (9) über Zweigleitungen an den Förderdruck zumindest einer der Komponentenströme (A) angeschlossen ist, derart, daß mittels einer in diesen Zweigleitungen integrierten Regeleinheit (18) jeweilige Funktionslagen des Stellkolbens (15) einstellbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinheit (18) über jeweilige Ventilbaugruppen (20, 21) aufweisende Zweige der Leitungen (3, 3') im Bereich zwischen der Mischkammer (5) und einer den Druck des jeweiligen Komponentenstromes (A) erzeugenden Pumpe (17) in einen Fluidkreislauf integriert ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß diese mehrere Regeleinheiten mit jeweiligen Zweigleitungen aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinheit (18) mit zumindest einem durch die Ventilbaugruppen (20, 21) steuerbaren Energiespeicher (19) zusammenwirkt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinheit (18) zumindest zwei in den Förderkreislauf bzw. die Zweigleitungen integrierte Ventilbaugruppen (20, 21) und jeweilige Rückschlagventile (22, 23) aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Regeleinheit (18) jeweilige Mehr-Wege-Ventile vorgesehen sind und diese über die Rückschlagventile (22, 23) mit zum Energiespeicher (19) bzw. dem Fluid-Vorratsbehälter (1) gerichteten Zweigleitungen verbunden sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung des Förderdruckes im jeweiligen Komponentenstrom (A) eine Kolbenpumpe, eine Axialkolbenpumpe o. dgl. Druckerzeuger (17) vorgesehen und dieser auch zum Füllen des Energiespeichers (19) nutzbar ist.






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