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Dokumentenidentifikation DE102005047941A1 12.04.2007
Titel Überführvorrichtung und Verfahren zum Überführen einer Faserstoffbahn in einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn
Anmelder Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Kohnen, Josef, 47918 Tönisvorst, DE
DE-Anmeldedatum 06.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005047941
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse D21F 2/00(2006.01)A, F, I, 20051006, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D21F 5/00(2006.01)A, L, I, 20051006, B, H, DE   B65H 19/18(2006.01)A, L, I, 20051006, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Überführvorrichtung in einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn (1), insbesondere einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn, zum Überführen des Anfangs der Faserstoffbahn (1) aus einem ersten Teil der Maschine in einen zweiten, dem ersten Teil in Bahnlaufrichtung der Faserstoffbahn (1) nachgeordneten Teil der Maschine mit Hilfe wenigstens eines aus der Faserstoffbahn (1) gebildeten Überführstreifens (22; 27, 28) und unter Einsatz einer seitlich von Walzen und Zylindern der Maschine verlaufenden Überführeinrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Überführvorrichtung eine Anordnung zum Einbringen eines Trägerstreifens (13) in den zweiten Teil der Maschine umfasst und dass der Überführstreifen (22; 27, 28) mittels des Trägerstreifens (13) in den zweiten Teil der Maschine einführbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf Überführvorrichtung in einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn, zum Überführen des Anfangs der Faserstoffbahn aus einem ersten Teil der Maschine in einen zweiten, dem ersten Teil in Bahnlaufrichtung der Faserstoffbahn nachgeordneten Teil der Maschine mit Hilfe wenigstens eines aus der Faserstoffbahn gebildeten Überführstreifens und unter Einsatz einer vorzugsweise seitlich von Walzen und Zylindern der Maschine verlaufenden Überführeinrichtung.

In der DE 101 61 073 A1 wird eine Anordnung zur Überführung einer Materialbahn, beispielsweise im Bereich einer Aufrolleinrichtung einer Papier- oder Kartonmaschine, einer Streichmaschine oder einer äquivalenten Maschine, beschrieben, durch die die Materialbahn ohne Unterbrechung des Herstellungsprozesses, d. h. ohne Abschalten der Papier- oder Kartonmaschine, nacheinander auf leere Wickelkerne, die auch als Leertamboure bezeichnet werden, aufgebracht wird oder in der die Materialbahn in besonderen Situationen, etwa nach dem Abriss der Papier- oder Kartonbahn oder nach dem Anfahren der Papier- oder Kartonmaschine, auf einen vorzugsweise leeren Wickelkern aufgewickelt wird.

Hierbei muss dafür gesorgt werden, dass der durch das Trennen der Materialbahn entstehende Bahnanfang dem neuen Wickelkern zugeführt wird, um auf diesem eine neue Wickelrolle zu bilden. Um dies zu erreichen, wird mindestens ein Initialtrennstück zur Verbindung zwischen der Materialbahn und dem leeren Wickelkern eingesetzt. Auf dem Initialtrennstück ist eine Verbindungsbildungsanordnung in Form eines Klebestreifens aufgebracht, der die Materialbahn mit dem neuen Wickelkern verklebt. Das Initialtrennstück wird von einer Abgabeeinrichtung an den Bahnanfang der Materialbahn abgegeben, der an den Wickelkern aufgeklebt werden soll.

Ferner ist es auch bekannt, eine Papierbahn mittels eines Überführstreifens durch einen Mehrwalzenkalander zur Schlussgruppe einer Papiermaschine, die insbesondere einen Rollenwickler umfasst, zu ziehen. Hierbei wird die Papierbahn zunächst bis hinter den letzten, dem Kalander in Bahnlaufrichtung vorgelagerten Trockenzylinder überführt und bahnbreit in den Ausschussauflöser oder Pulper geleitet.

Aus der vollen Bahnbreite wird mittels eines Spitzenschneiders ein Überführstreifen herausgeschnitten und bei Produktionsgeschwindigkeit in eine Seilschere, d. h. in den Bereich, in dem zwei Seile unter einem spitzen Winkel zusammenlaufen, hineingeführt. Die Seilschere wird durch zwei umlaufende Seile gebildet. Der Überführstreifen klemmt zwischen den beiden Seilen und wird bei Produktionsgeschwindigkeit durch den Kalander hindurch bis zu einer diesem nachgeordneten Wickelvorrichtung geführt.

Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass sich nach heutigem Entwicklungsstand Bahnüberführungen nur bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 1550 m/min durchführen lassen. Bei höheren Geschwindigkeiten sinkt die Erfolgsquote deutlich. Es ist zu erwarten, dass ein Überführen mit Geschwindigkeiten von mehr als 2000 m/min nicht möglich ist. Eine hauptsächliche Schwierigkeit besteht darin, dass die Seilebene konstruktiv bedingt, seitlich versetzt zum Überführstreifen liegt und daher der Überführstreifen seitlich in Richtung zu dem Seil ausgelenkt werden muss. Weiterhin besteht das Risiko, dass der Überführstreifen bei hohen Geschwindigkeiten während des Überführvorgangs aus der Seilführung herausrutscht.

Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Überführvorrichtung derart zu verbessern, dass sie sich für jede Art von Faserstoffbahn und auch für hohe Geschwindigkeiten eignet.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Überführvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Überführvorrichtung eine Anordnung zum Einbringen eines Trägerstreifens in den zweiten Teil der Maschine umfasst und dass der Überführstreifen mittels des Trägerstreifens in den zweiten Teil der Maschine einführbar ist.

Gemäß der Erfindung wird ein Trägerstreifen als Hilfsüberführstreifen in an sich bekannter Weise aus einer Überführabrollung, d. h. einer Vorrichtung zur Überführung, bei einer gewählten Geschwindigkeit beispielsweise mittels einer Doppelseilüberführvorrichtung durch den Kalander überführt und dann auf die Produktionsgeschwindigkeit der Papiermaschine beschleunigt. Der Überführstreifen befindet sich nach dem Überführen nicht mehr zwischen den beiden Seilen der Doppelseilüberführvorrichtung, sondern läuft auf der Ebene, in der anschließend auch der Überführstreifen der Faserstoffbahn zwischen den Kalanderwalzen hindurchgeführt wird. Dies bedeutet, dass der Trägerstreifen, nachdem er von der Doppelseilüberführvorrichtung zunächst überführt wurde, seitlich in Richtung zur Mitte der Kalanderwalzen versetzt wird, was insbesondere dadurch realisiert werden kann, dass vom ausgangsseitigen Ende des Kalanders her eine Zugkraft auf den Trägerstreifen ausgeübt wird; dabei lässt sich gleichzeitig eine Kraft auf den Trägerstreifen aufbringen, um diesen in Richtung Walzenmitte zu versetzen. Während dieses Vorgangs oder bereits vorher wird der Trägerstreifen aus seiner Einklemmung zwischen den beiden Seilen der Doppelseilüberführvorrichtung gelöst. Diese wird abgeschaltet, und der Trägerstreifen wird bis zum Erreichen der Produktionsgeschwindigkeit beschleunigt.

Auf diese Weise verläuft der Trägerstreifen nun ausschließlich zwischen den Kalanderwalzen, ohne dass er an deren Stirnseiten seitlich überragt. Sodann wird der Trägerstreifen auf die Produktionsgeschwindigkeit der Maschine zur Herstellung der Faserstoffbahn beschleunigt. Auf dem Trägerstreifen wird nach dem Erreichen der gewünschten Geschwindigkeit, die in der Regel die Produktionsgeschwindigkeit sein wird, der Überführstreifen der Faserstoffbahn aufgeklebt oder in anderer Weise befestigt, beispielsweise durch andere mechanische Verbindungskräfte, durch magnetische und/oder elektrische, insbesondere elektrostatische Anziehung.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der erste Teil der Maschine die Pressenpartie und der zweite Teil die Trockenpartie ist.

In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist der erste Teil der Maschine die Trockenpartie oder ein Streichwerk und die zweite Partie ein Kalander, insbesondere ein eine Mehrzahl von Walzen umfassender Kalander.

Von Vorteil ist alternativ auch wenn die Anordnung eine Doppelseilführung mit zwei Seilen umfasst, zwischen denen der Trägerstreifen durch den zweiten Teil hindurchführbar ist, wobei die Doppelseilführung entsprechend dem durch den zweiten Teil hindurchzuführenden Bahnverlauf seitlich des Bahnverlaufs an dem zweiten Teil entlang verläuft. Alternativ ist es denkbar, dass der Trägerstreifen auf andere Weise zwischen die Walzen des Kalanders hineingezogen wird, beispielsweise ausschließlich mit Hilfe von Blasluft.

Vorteilhaft ist eine Überführvorrichtung, in der der Trägerstreifen von einer Wickelrolle abgewickelt und mit dem wenigstens einen Überführstreifen verbunden wird. Dabei lässt sich vorsehen, dass auf der Wickelrolle lediglich die für den Überführvorgang notwendige Gesamtlänge des Trägerstreifens aufgewickelt ist. Oder die Wickelrolle umfasst eine größere, für mehrere Überführvorgänge einsetzbare Länge des Trägerstreifens; in diesem Fall muss eine Abschlagvorrichtung vorgesehen werden, die in dem Bereich zwischen der Klebevorrichtung, durch die der Trägerstreifen und der Überführstreifen miteinander verbunden werden, und der Wickelrolle angeordnet sein muss.

Als vorteilhaft erweist es sich ebenfalls, wenn die Klebevorrichtung eine Vorrichtung zur Abgabe eines Klebestreifens, insbesondere eines Doppelklebestreifens, oder eine Vorrichtung zur Abgabe eines Flüssigklebers oder eines Sprühklebers umfasst.

In vorteilhafter Weise kann die Überführvorrichtung auch dadurch gekennzeichnet sein, dass die Klebevorrichtung mit einer Andruckwalze und einer Gegenwalze in Verbindung steht, in deren Nip der Überführstreifen und der Trägerstreifen miteinander zusammendrückbar sind. Dadurch lässt sich der Trägerstreifen sicher auf dem Überführstreifen (oder umgekehrt) befestigen.

Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Überführen des Anfangs einer Faserstoffbahn in einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn, aus einem ersten Teil der Maschine in einen zweiten, dem ersten Teil in Bahnlaufrichtung der Faserstoffbahn nachgeordneten Teil der Maschine mit Hilfe wenigstens eines aus der Faserstoffbahn gebildeten Überführstreifens und unter Einsatz einer seitlich von Walzen und Zylindern der Maschine verlaufenden Überführeinrichtung.

Erfindungsgemäß ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerstreifen zunächst bei niedriger Geschwindigkeit in den Bahnverlauf des zweiten Teils eingebracht wird, dass dieser anschließend auf eine höhere Geschwindigkeit beschleunigt wird, dass der wenigstens eine Überführstreifen im Bereich vor dem zweiten Teil mit dem Trägerstreifen verbunden wird und gemeinsam mit diesem durch den zweiten Teil geführt wird.

In vorteilhafter Weise wird das Verfahren dadurch ausgestaltet, dass, nachdem das Ende des Trägerstreifens gemeinsam mit dem Überführstreifen den zweiten Teil durchlaufen hat, oder während des gemeinsamen Durchlaufens des Überführstreifens und des Trägerstreifens durch den zweiten Teil der Überführstreifen bis zur vollen Breite der Faserstoffbahn verbreitert wird.

Von Vorteil ist ebenfalls ein Verfahren, bei dem zur Einleitung des Überführvorgangs der Überführstreifen, der zunächst aus dem ersten Teil in einen Ausschussauflöser geleitet wird, mittels einer Überführvorrichtung, insbesondere mittels Blas- oder Saugluft und/oder wenigstens eines Überführblechs, in den Bereich zwischen einer Andruckwalze und einer Gegenwalze geführt wird, während diese noch voneinander abgeschwenkt sind.

Ebenso erweist es sich als vorteilhaft, wenn der Trägerstreifen ebenfalls durch den Nip zwischen der Anpresswalze und der Gegenwalze geführt wird, dass eine Klebevorrichtung wenigstens einen Klebestreifen, insbesondere einen Doppelklebestreifen, oder ein flüssiges Klebemittel, insbesondere einen Sprühkleber, in den Nip zwischen der Anpresswalze und der Gegenwalze einbringt und dass, während die Anpresswalze und die Gegenwalze aneinander angestellt sind, der Überführstreifen mit dem Trägerstreifen verbunden wird.

Üblicherweise wird für den Trägerstreifen ein Papierstreifen, insbesondere aus einem Papier höherer Festigkeit, eingesetzt; es lässt sich aber auch ein Kunststoffstreifen eingesetzt wird. Ein derartiger Kunststoffstreifen kann, wenn er die entsprechende Haltbarkeit hat, für einen späteren Auf- oder Überführvorgang erneut verwendet werden.

Ein vorteilhaftes Verfahren bezieht sich auch darauf, dass der Trägerstreifen, wenn dieser aus Papier besteht, nach dem Beenden des Überführvorgangs gemeinsam mit dem Überführstreifen der Faserstoffbahn in einen Ausschussauflöser geführt wird.

Vorzugsweise wird in einer Ausgestaltung der Erfindung die Überführabrollung derart quer zur Bahnlaufrichtung verschoben, dass der Trägerstreifen aus einer wenigstens teilweise neben den Mantelflächen der Walzen und Zylinder des zweiten Teils verlaufenden Position vollständig in den Bereich der Walzen geführt wird und dass anschließend der Überführstreifen mit dem Trägerstreifen verbunden wird.

Nachstehend wird die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine einem Mehrwalzenkalander am Ende einer Trockenpartie vorgelagert Überführvorrichtung und

2a, b zwei Alternativen für die Verbindung eines Trägerstreifens mit einem Überführstreifen bzw. mit zwei Überführstreifen.

Eine Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn 1 umfasst eine Siebpartie, eine Pressenpartie, eine Trockenpartie – von der in 1 lediglich der letzte Trockenzylinder 2 dargestellt ist, und einen Kalander 3 mit einer Mehrzahl von Walzen 4 bis 11, zwischen denen die Faserstoffbahn hindurchgeführt wird, um sie zu glätten, beispielsweise für Papier in SC-Qualität. Dabei ist alternativ aber auch eine Bahnführung möglich, in der die Faserstoffbahn 1 lediglich durch den von den Walzen 10 und 11 gebildeten Nip läuft.

Zunächst wird die Faserstoffbahn 1 jedoch als ganze, nachdem sie die Trockenpartie einschließlich des Trockenzylinders 1 durchlaufen hat, in einen in Richtung eines Pfeils A gelegenen Stoffauflöser oder Pulper geführt.

Währenddessen wird von einer Überführabrollung 12 ein beispielsweise 250 mm breiter Trägerstreifen 13 abgewickelt und mittels einer (ebenfalls nicht dargestellten) an sich bekannten Doppelseilüberführvorrichtung oder einer anderen nach demselben Prinzip arbeitenden Überführvorrichtung entsprechend dem Bahnverlauf der später durch den Kalander 2 einzuziehenden Faserstoffbahn im Bereich des seitlichen Randes der Walzen 4 bis 11 hindurchgeführt. Dabei sind die Kalanderwalzen 4 bis 11 vorzugsweise voneinander abgestellt. Hierzu folgt der Trägerstreifen einem Bahnverlauf 14, bei dem er zunächst zwischen den Walzen 4 und 5 hindurchgeführt wird.

Alternativ lässt sich der Trägerstreifen 13 bei einem Bahnverlauf 15 über Umlenkwalzen 16, 17, 18 innerhalb des Kalanders 3 derart führen, dass die Faserstoffbahn 1 später ausschließlich durch den Nip geleitet wird, den die Walzen 10 und 11 miteinander bilden.

In Bahnlaufrichtung hinter dem Kalander 3 befindet sich eine Rollvorrichtung 30 zum Aufrollen der Faserstoffbahn 1. Nachdem der Trägerstreifen 13 durch den Kalander 3 hindurchgeführt ist, wird er dort, wenigstens sofern er aus Papier besteht und nicht wiederverwendbar ist, ebenfalls in Richtung eines Pfeils B in den Pulper überführt.

Sodann wird die Doppelseilüberführvorrichtung abgeschaltet, und der Trägerstreifen 13 wird ein wenig zur Mitte der Walzen 4 bis 11 hingezogen, so dass er nur im Bereich zwischen deren Mantelflächen läuft. Sodann wird der Trägerstreifen 13 auf die gewünschte Geschwindigkeit beschleunigt. Der Trägerstreifen 13 läuft, bevor er in den Kalander 3 gelangt, zwischen einer Anpresswalze 19 und einer Gegendruckwalze 20 hindurch, die aneinander anpressbar und voneinander abstellbar sind.

Gleichzeitig oder etwas später wird von der Faserbahn 1 mittels einer auch als Spitzenschneider bezeichneten Schneidvorrichtung 21 ein Überführstreifen 22 abgetrennt, der mittels einer Überführeinrichtung 23 und/oder mittels Blasluft (ggf. auf Leitblechen) in die Richtung zwischen die Anpresswalze 19 und die Gegenwalze 20 gelenkt, während die übrige Faserstoffbahn 1 weiterhin in den Pulper abgeleitet wird.

Vor den Walzen 19, 20 ist im Zwickel zwischen der Bahnführung des Trägerstreifens 13 und des Überführstreifens 22 eine Klebevorrichtung 24 vorgesehen, die einen doppelseitig klebenden Klebestreifen 25 (2a) in den Bereich zwischen dem Trägerstreifen 13 und den Überführstreifen 22 entweder auf diesen oder auf jenen aufträgt, so dass, wenn anschließend beide Streifen 13, 22 durch den Nip zwischen den Walzen 19, 20 geführt werden, während die Walzen 19, 20 aneinander angestellt sind, der Klebestreifen 25 die Streifen 13, 22 fest miteinander verbindet. Dadurch führt der Trägerstreifen 13 den Überführstreifen 22 entsprechend der Bahnführung 14 oder der Bahnführung 15 durch den Kalander 3 hindurch. Beide werden gemeinsam bis zur Wickelvorrichtung geführt. In diesem Bereich können die Streifen 13, 22 und der Klebestreifen 25, sofern möglich, wieder voneinander getrennt oder separat aufgefangen und danach entsorgt werden. Sie können jedoch auch gemeinsam in Richtung des Pfeils B in den Pulper geleitet werden.

Nachdem der Überführstreifen 22 zusammen mit dem Trägerstreifen 13 durch den Kalander 3 hindurchgelaufen ist, wird der Trägerstreifen 13 abgeschlagen, während die Schneidspitze der Schneidvorrichtung 21 parallel zur Längsachse des Trockenzylinders 2 verfahren wird, so dass die Faserstoffbahn 1 allmählich über ihre gesamte Breite in den Kalander 3 eingeführt wird.

Alternativ zum Einsatz eines den Trägerstreifen 13 mit dem Überführstreifen 22 verbindenden doppelseitig klebenden Klebestreifens 25 lässt sich auch ein einseitig klebender Klebestreifen 26 (2b) einsetzen, wenn anstelle eines einzigen Überführstreifens 22 zwei von der Schneidvorrichtung 21 erzeugte Überführstreifen 27, 28 derart durch den Klebestreifen 26 beklebt werden, dass in dem Bereich zwischen den beiden Überführstreifen 27, 28 noch der Trägerstreifen 13 durch den Klebestreifen 26 festgeklebt werden kann. In diesem Fall kommt alternativ zur Klebvorrichtung 24 eine Klebvorrichtung 29 zum Einsatz, die den Klebstreifen 26 von unten auf die beiden Überführstreifen 27, 28 aufklebt, so dass im freien Bereich zwischen den Überführstreifen 27, 28 die Klebewirkung auf den Trägerstreifen 13 übergeht.

Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Überführgeschwindigkeit variierbar und frei wählbar. Auch eine manuelle Anknüpfung des Trägerstreifens 13 an ein Einfachseil unter Einsatz eines mit diesem verbundenen Klebstreifens oder – etiketts ist möglich.

Beim Überführvorgang können nur die Leitmittel und die Aufrollung entsprechend der Überführgeschwindigkeit angetrieben werden. Die Kalander können dabei mit Betriebsgeschwindigkeit betrieben werden. Die Papierrolle für die Überführabwicklung, d. h. für den Trägerstreifen 13, kann u. U. aus der eigenen Produktion derselben Maschine stammen. Für den Trägerstreifen 13 lässt sich eine andere Papiersorte höherer Festigkeit einsetzen. Die Überführabwicklung kann seitlich, d. h. parallel zur Längsachse des Trockenzylinders 1, verfahrbar sein, so dass sich der Trägerstreifen 13 während der Überführung auf der Seilebene befindet und der während der Überführung des Überführstreifens 22 auf dessen Ebene. Um die Klebestreifen 25, 26 in Pulper geben zu können, sollte dieser aus einem auflösbaren Material bestehen, welche dem Papierkreislauf zugeführt werden können. Das oben anhand der Überführung im Bereich des Kalanders 3 beschriebene Prinzip ist auch auf andere Aggregate innerhalb der Maschine zur Herstellung der Faserstoffbahn 1 übertragbar, beispielsweise auf das Streichwerk.

Durch die Erfindung kann der eigentliche Überführvorgang mit einer wahlweise geringeren Geschwindigkeit erfolgen, die dann eine größere Sicherheit in der Durchführung bietet. Die Überführung des Überführstreifens 22 erfolgt gerade, d. h. ohne seitliche Auslenkung, in die Maschine hinein. Durch den Einsatz des Trägerstreifens als Hilfsüberführstreifen ist das Risiko eines Abrisses des Überführstreifens 22 gegenüber dem Stand der Technik deutlich reduziert. Eine sichere und erfolgreiche Bahnüberführung ist auch bei hohen Geschwindigkeiten möglich


Anspruch[de]
Überführvorrichtung in einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn (1), insbesondere einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn, zum Überführen des Anfangs der Faserstoffbahn (1) aus einem ersten Teil der Maschine in einen zweiten, dem ersten Teil in Bahnlaufrichtung der Faserstoffbahn (1) nachgeordneten Teil der Maschine mit Hilfe wenigstens eines aus der Faserstoffbahn (1) gebildeten Überführstreifens (22; 27, 28) und unter Einsatz einer vorzugsweise seitlich von Walzen und Zylindern der Maschine verlaufenden Überführeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführvorrichtung eine Anordnung zum Einbringen eines Trägerstreifens (13) in den zweiten Teil der Maschine umfasst und dass der Überführstreifen (22; 27, 28) mittels des Trägerstreifens (13) in den zweiten Teil der Maschine einführbar ist. Überführvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Teil der Maschine die Pressenpartie und der zweite Teil die Trockenpartie ist. Überführvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Teil der Maschine die Trockenpartie oder ein Streichwerk und die zweite Partie ein Kalander (3), insbesondere ein eine Mehrzahl von Walzen (4bis 11) umfassender Kalander (3), ist. Überführvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung eine Doppelseilführung mit zwei Seilen umfasst, zwischen denen der Trägerstreifen (13) durch den zweiten Teil hindurchführbar ist, wobei die Doppelseilführung entsprechend dem durch den zweiten Teil hindurchzuführenden Bahnverlauf seitlich des Bahnverlaufs an dem zweiten Teil entlang verläuft. Überführvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerstreifen (13) von einer Überführabrollung (12) abwickelbar und mit dem wenigstens einen Überführstreifen (22; 27, 28) verbindbar ist. Überführvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerstreifen (13) in einer Klebevorrichtung (24, 29) mit dem Überführstreifen (22; 27, 28) verbindbar ist. Überführvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebevorrichtung (24, 29) eine Vorrichtung zur Abgabe eines Klebestreifens, insbesondere eines Doppelklebestreifens, oder eine Vorrichtung zur Abgabe eines Flüssigklebers oder eines Sprühklebers umfasst. Überführvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebevorrichtung (24, 29) mit einer Andruckwalze (19) und einer Gegenwalze (20) in Verbindung steht, in deren Nip der Überführstreifen (22; 27, 28) und der Trägerstreifen (13) miteinander zusammendrückbar sind. Verfahren zum Überführen des Anfangs einer Faserstoffbahn (1) in einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn (1), insbesondere einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn, aus einem ersten Teil der Maschine in einen zweiten, dem ersten Teil in Bahnlaufrichtung der Faserstoffbahn nachgeordneten Teil der Maschine mit Hilfe wenigstens eines aus der Faserstoffbahn (1) gebildeten Überführstreifens (22; 27, 28) und unter Einsatz einer seitlich von Walzen und Zylindern der Maschine verlaufenden Überführeinrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Trägerstreifen (13) zunächst bei niedriger Geschwindigkeit in den Bahnverlauf des zweiten Teils eingebracht wird, dass dieser anschließend auf eine höhere Geschwindigkeit beschleunigt wird, dass der wenigstens eine Überführstreifen (22; 27, 28) im Bereich vor dem zweiten Teil mit dem Trägerstreifen (13) verbunden wird und gemeinsam mit diesem durch den zweiten Teil geführt wird. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass, nachdem das Ende des Trägerstreifens (13) gemeinsam mit dem wenigstens einen Überführstreifen (22; 27, 28) den zweiten Teil durchlaufen hat, oder während des gemeinsamen Durchlaufens des wenigstens einen Überführstreifens (22; 27, 28) und des Trägerstreifens (13) durch den zweiten Teil der Überführstreifen (22; 27, 28) bis zur vollen Breite der Faserstoffbahn (1) verbreitert wird. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einleitung des Überführvorgangs der wenigstens eine Überführstreifen (22; 27, 28), der zunächst aus dem ersten Teil in einen Ausschussauflöser geleitet wird, mittels einer Überführvorrichtung, insbesondere mittels Blas- oder Saugluft und/oder wenigstens eines Überführblechs (23), in den Bereich zwischen einer Andruckwalze (19) und einer Gegenwalze (20) geführt wird, während diese noch voneinander abgeschwenkt sind. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerstreifen (13) ebenfalls durch den Nip zwischen der Anpresswalze (19) und der Gegenwalze (20) geführt wird, dass eine Klebevorrichtung (24, 29) wenigstens einen Klebestreifen (25, 26), insbesondere einen Doppelklebestreifen (25), oder ein flüssiges Klebemittel, insbesondere einen Sprühkleber, in den Nip zwischen der Anpresswalze (19) und der Gegenwalze (20) einbringt und dass, während die Anpresswalze (19) und die Gegenwalze (20) aneinander angestellt sind, der wenigstens eine Überführstreifen (22; 27, 28) mit dem Trägerstreifen (13) verbunden wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägerstreifen (13) ein Papierstreifen, insbesondere aus einem Papier höherer Festigkeit, oder ein Kunststoffstreifen eingesetzt wird. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerstreifen (13), wenn dieser aus Papier besteht, nach dem Beenden des Überführvorgangs gemeinsam mit dem wenigstens einen Überführstreifen (22; 27, 28) der Faserstoffbahn (1) in einen Ausschussauflöser geführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführvorrichtung derart quer zur Bahnlaufrichtung verschoben wird, dass der Trägerstreifen (13) aus einer wenigstens teilweise neben den Mantelflächen der Walzen und Zylinder des zweiten Teils verlaufenden Position vollständig in den Bereich der Walzen geführt wird und dass anschließend der wenigstens eine Überführstreifen (22; 27, 28) mit dem Trägerstreifen (13) verbunden wird.






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