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Dokumentenidentifikation DE102005047968A1 12.04.2007
Titel Mehrkomponenten-Kartusche
Anmelder fischerwerke Artur Fischer GmbH & Co. KG, 72178 Waldachtal, DE
Erfinder Grün, Jürgen, 79268 Bötzingen, DE;
Schwaab, Frank, 79350 Sexau, DE;
Dienst, Clemens, 79341 Kenzingen, DE
DE-Anmeldedatum 06.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005047968
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse B65D 83/76(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Mehrkomponenten-Kartusche (1) zum getrennten Aufbewahren und zum gemeinsamen Auspressen von mindestens zwei Komponenten einer fließfähigen Masse. Die Erfindung schlägt vor, die Mehrkomponenten-Kartusche (1) mit einer axial zusammendrückbaren (stauchbaren) inneren Kammer (3) in einer äußeren Kammer (2) auszubilden und die Komponenten mit einem gemeinsamen, Druckgas beaufschlagten Auspresskolben (11) auszupressen, der die innere Kammer (3) beim Auspressen der Komponenten staucht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Mehrkomponenten-Kartusche zum getrennten Aufbewahren und zum gemeinsamen Auspressen von mindestens zwei Komponenten einer fließfähigen Masse, mit einem Kopfstück mit Austrittsöffnung und mit einem Auspresskolben, gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Unter „fließfähiger Masse" soll dabei insbesondere eine Masse aus pastösen Komponenten, wie beispielsweise Mehrkomponentenklebstoffe, Mehrkomponentenkunstharze oder Mehrkomponentenmörtel verstanden werden, die eine hohe Viskosität aufweisen.

Es ist bekannt, Zweikomponenten-Massen aus Zweikomponenten-Kartuschen auszubringen, in denen die Komponenten in voneinander getrennten Kammern aufbewahrt sind. Mittels einem oder zweier Auspresskolben lassen sich die in den Kammern befindlichen Komponenten in einem vorgegebenen Mischungsverhältnis durch Auslassöffnungen der Kammern auspressen und nachfolgend vermischen. Dabei gibt es sowohl Kartuschen, die rohrartig ausgebildet sind und einen verschiebbaren Auspresskolben als Boden aufweisen, als auch Kartuschen, bei denen die Komponenten in einem Beutel untergebracht sind und die zum Einlegen in eine Kartuschenpresse mit einem zylindrischen Aufnahmeraum mit verschiebbaren Auspresskolben vorgesehen sind. Derartige Kartuschen werden üblicherweise als Einwegartikel eingesetzt und nach dem Auspressen der Komponenten entsorgt.

Um die Komponenten der Zweikomponenten-Masse gut zu vermischen, ist es üblich, die fließfähige Masse durch einen auf die Auslassöffnungen aufgesetzten Statikmischer auszupressen. Insbesondere bei hoch viskosen Massen geht das sehr schwer. Als Hilfsmittel zum Auspressen derartiger Kartuschen sind Kartuschenpressen bekannt, da dem Anwender ein Auspressen von Hand ohne Hilfsmittel nicht zugemutet werden kann. Zum Auspressen der Komponenten aus der Mehrkomponentenkartusche wird die Kartusche in die Kartuschenpresse eingesetzt, beispielsweise in eine solche, bei der der Druck zum Auspressen der Komponenten von Hand erzeugt wird, und das Verschieben des Auspresskolbens über eine mechanisch betätigte Druckstange oder dgl. erfolgt. Eine gleichmäßige Dosierung der fliesfähigen Masse ist mit derartigen Kartuschenpressen nur bedingt möglich; zudem ermüdet das Auspressen den Anwender auf Dauer. Ebenfalls bekannt sind pneumatische Kartuschenpressen, die an eine stationäre Druckluftquelle über einen Druckluftschlauch angeschlossen werden. Derartige Kartuschenpressen sind teuer, was für einen Anwender eine große Hemmschwelle zum Kauf darstellt, der nur gelegentlich eine Kartusche verarbeiten will. Außerdem ist nicht immer Pressluft am Ort der Verarbeitung der Kartusche vorhanden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Mehrkomponenten-Kartusche vorzuschlagen, die eine Ausbringung der Komponenten der fließfähigen Masse ohne große Kraftanstrengung bei gleichmäßiger Dosierung ermöglicht und die keine weiteren Zusatzgeräte zu ihrer Benutzung benötigt.

Die erfindungsgemäße Mehrkomponenten-Kartusche dient zur Aufbewahrung und zum Auspressen einer fließfähigen Masse, die aus mindestens zwei Komponenten besteht, die in einem Kartuschengehäuse der Mehrkomponenten-Kartusche in voneinander getrennten Kammern aufbewahrt sind und gemeinsam ausgepresst werden. Dazu weist das Kartuschengehäuse einen zu einer Austrittsöffnung eines Kopfstückes des Kartuschengehäuses bewegbaren Auspresskolben sowie eine Vorrichtung zum Aufbau eines Auspressdruckes zum Auspressen der Komponenten der fließfähigen Masse auf, die auf einer dem Kopfstück abgewandten Seite des Auspresskolbens angeordnet ist Die Vorrichtung steht mit dem Auspresskolben der Mehrkomponenten-Kartusche in Wirkverbindung und ermöglicht den Aufbau des Auspressdruckes bei geringem Kraftaufwand für den Anwender, wodurch die erfindungsgemäße Mehrkomponenten-Kartusche besonders anwenderfreundlich ist.

Der mittels der Vorrichtung aufbaubare Auspressdruck ist variabel und kann an die Viskosität der fließfähigen Masse angepasst werden, wodurch die durch die Austrittsöffnung pro Zeiteinheit ausgepresste Menge der Masse einstellbar und an die Arbeitsgewohnheiten des Anwenders und an den Verwendungszweck anpassbar ist. Die auszupressende fließfähige Masse ist mit der Vorrichtung bedarfsgerecht dosierbar.

Vorteilhafterweise weist die Vorrichtung zum Aufbau des Auspressdruckes eine Druckkammer zur Aufnahme eines komprimierten Mediums auf, die im Kartuschengehäuse der Mehrkomponenten-Kartusche auf einer zum Kopfstück weisenden Stirnseite von dem Auspresskolben der Mehrkomponenten-Kartusche abgeschlossen ist. Das komprimierte Medium in der Druckkammer der Mehrkomponenten-Kartusche weist einen Druck auf, der direkt auf den Auspresskolben wirkt und eine Bewegung des Auspresskolbens zum Auspressen der Komponenten der fließfähigen Masse zu der Austrittsöffnung des Kopfstückes des Kartuschengehäuses hin ermöglicht.

Die Druckkammer ist insbesondere in das Kartuschengehäuse integriert, wobei die Kammer von einer Außenwand und einem Boden des Kartuschengehäuses sowie von dem Auspresskolben der Mehrkomponenten-Kartusche begrenzt ist. Der Boden der Mehrkomponenten-Kartusche ist dicht mit dem Kartuschengehäuse verbunden und der Auspresskolben zu der Druckkammer und zu den Kammern, die die Komponenten der fließfähigen Masse enthalten, abgedichtet. Zum Füllen der Druckkammer mit dem komprimierten Medium ist an dem Boden der Mehrkomponenten-Kartusche eine Eintrittsöffnung mit einem Ventil vorgesehen. Es ist jedoch auch möglich, die Druckkammer an das Kartuschengehäuse der Mehrkomponenten-Kartusche adaptierbar auszuführen. Dazu kann beispielsweise ein separates, becherförmiges Bodenstück, das die Eintrittsöffnung für das Medium aufweist, dichtend an der dem Kopfstück abgewandten Seite der Mehrkomponenten-Kartusche an der Außenwand des Kartuschengehäuses lösbar befestigt sein. Dies hat den Vorteil, dass die Druckkammer mehrfach verwendet werden kann.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Mehrkomponenten-Kartusche enthält die Druckkammer Druckgas, das den Auspresskolben beaufschlagt. Dabei kann die Druckkammer der Mehrkomponenten-Kartusche entweder im Werk bei der Herstellung oder vor Ort durch den Anwender mit dem Druckgas befüllt werden. Als Druckgas kann beispielsweise Druckluft eingesetzt werden. Abhängig von dem Volumen der Druckkammer sowie vom dem Druck des komprimierten Mediums kann die Druckkammer einmal oder mehrmals mit dem Druckgas gefüllt werden, um die Komponenten der fließfähigen Masse vollständig aus der Mehrkomponenten-Kartusche auszupressen. Es ist auch möglich, die Druckkammer der Mehrkomponenten-Kartusche permanent mit einem externen Druckgasreservoir zu verbinden, was jedoch den Nachteil hat, dass der Anwender in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Weiterer Vorteil der Verwendung von Druckgas ist, dass die Mehrkomponenten-Kartusche und/oder die ausgepresste fließfähige Masse bei eventuellen Undichtigkeiten der Mehrkomponenten-Kartusche nicht verunreinigt werden.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Austrittsöffnung der Mehrkomponenten-Kartusche ein Austrittsventil auf. Das Austrittsventil verhindert im geschlossenen Zustand ein Ausströmen der mit Druck beaufschlagten Komponenten der fließfähigen Masse aus ihren Kammern. Es ist zum Ausbringen der fließfähigen Masse öffenbar, wodurch deren Komponenten aus ihren Kammern durch Bewegen des Auspresskolbens zu dem Kopfstück des Kartuschengehäuses hin durch die Austrittsöffnung der Mehrkomponenten-Kartusche ausgepresst und einem an dem Kopfstück der Mehrkomponenten-Kartusche befestigten Statikmischer zugeführt werden. Nach dem Öffnen des Austrittsventils expandiert das in der Druckkammer der Mehrkomponenten-Kartusche befindliche, komprimierte Medium und verschiebt den Auspresskolben zum Auspressen der fließfähigen Masse.

Die mindestens zwei Kammern der Mehrkomponenten-Kartusche zum Aufbewahren der mindestens zwei Komponenten der fließfähigen Masse weisen jeweils Austrittsöffnungen für die Komponenten auf. Die Austrittsöffnungen können nebeneinander und/oder ineinander angeordnet sein, wobei jede Austrittsöffnung mit einem Austrittsventil verschließbar ist. Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die mindestens zwei Kammern der Mehrkomponenten-Kartusche eine gemeinsame Austrittsöffnung für die fließfähige Masse aufweisen, an der ein gemeinsames Austrittsventil für die mindestens zwei Komponenten der fließfähigen Masse vorgesehen ist.

Dies hat den Vorteil, dass mindestens ein Austrittsventil an dem Kartuschengehäuse einsparbar ist, was zu einer Reduzierung der Herstellkosten der Mehrkomponenten-Kartusche führt. Dazu werden Austrittskanäle der Kammern der Mehrkomponenten-Kartusche so ausgebildet, dass sie in die einzige Austrittsöffnung der Mehrkomponenten-Kartusche münden, an der das gemeinsame Austrittsventil angeordnet ist. So ist es besonders einfach möglich, an der Austrittsöffnung eine Düse oder Statikmischer mit einen Abzug zum Betätigen des Ventils vorzusehen, wodurch die Mehrkomponenten-Kartusche einfach handhabbar ist.

In einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist mindestens eine der zwei eigenstabilen Kammern der Mehrkomponenten-Kartusche derart in Längsrichtung deformierbar ausgebildet, dass ein der Austrittsöffnung gegenüberliegender Kammerboden der deformierbaren Kammer zum Auspressen der Komponenten zur Austrittsöffnung der Kammer hin bewegbar ist. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass dazu eine Kammerwand der Kammer zumindest bereichsweise balgartig ausgebildet ist.

Die Kammer verhält sich beim Auspressen der Komponente im Wesentlichen wie eine bekannte Einkomponenten-Kartusche. Sie weist dabei eine röhrenförmige bzw. flaschenartige Form und eine über ihre Länge konstante Querschnittsfläche auf, deren Kammerwand zumindest abschnittsweise faltenbalgartig ausgebildet ist. Hierdurch wird eine definierte Deformation der Kammerwand mit einem im Wesentlichen konstant bleibenden Außendurchmesser beim Auspressen der Komponente aus der Kammer sichergestellt.

Des Weiteren wird nur ein Auspresskolben benötigt, der die äußere Kammer dem Kopfstück gegenüberliegend dichtend abschließt und dadurch einen besonders einfachen Aufbau der Mehrkomponenten-Kartusche ermöglicht. Der Kammerboden der deformierbaren inneren Kammer stützt sich dabei auf der in Richtung des Kopfstücks weisenden Seite des gemeinsamen Auspresskolbens ab, wodurch die innere Kammer beim Verschieben des Auspresskolbens zur Austrittsöffnung hin in Längsrichtung zusammengedrückt (gestaucht) wird.

In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung sind die mindestens zwei Kammern der Mehrkomponenten-Kartusche, die sich in Längsrichtung des Kartuschengehäuses erstrecken, ineinander, insbesondere parallel zueinander in dem Kartuschengehäuse angeordnet. Durch diese vorteilhafte Anordnung können die Auspresskolben für die beiden Kammern parallel zueinander angeordnet und zum Auspressen der fließfähigen Masse gemeinsam und parallel zueinander verschoben werden, wodurch die Austrittskolben einfach zu den zugehörigen Kammerwänden der Kammern bzw. zu der Außenwand des Kartuschengehäuses hin abdichtbar sind.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand dreier in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die dargestellten Figuren sind als vereinfachte schematische Darstellungen zur Erläuterung der Erfindung zu verstehen. Es zeigen:

1 einen Achsschnitt einer ersten erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartusche mit zwei ineinander koaxial angeordneten nicht deformierbaren Kammern in Einventilausführung;

2 einen Achsschnitt einer zweiten erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartusche mit einer äußeren nicht deformierbaren und einer darin koaxial angeordneten deformierbaren Kammer in Einventilausführung; und

3 einen Achsschnitt einer dritten erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartusche mit einer äußeren nicht deformierbaren und einer darin exzentrisch angeordneten deformierbaren Kammer in Zweiventilausführung.

In den in den 13 dargestellten erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartuschen 1 sind jeweils zwei voneinander getrennte Kammern 2, 3 zum getrennten Aufbewahren und zum gemeinsamen Auspressen von zwei nicht dargestellten Komponenten einer fließfähigen, pastösen Masse vorgesehen. Die Kammern 2, 3 für die Komponenten sind in einem zylindrischen Kartuschengehäuse 4 mit einem vorderen Kopfstück 5 und einem hinteren Boden 6 angeordnet, wobei das Kopfstück 5 und der Boden 6 dicht mit einer Außenwand 7 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 verbunden sind.

Das Kopfstück 5, der Boden 6 und die Außenwand 7 des Kartuschengehäuses 4 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 können aus Metall oder Kunststoff hergestellt sein. Die Kammern 2, 3 erstrecken sich in dem Kartuschengehäuse 4 in Längsrichtung von dem Boden 6 zu dem Kopfstück 5 und weisen über ihre Länge eine konstante kreisförmige Querschnittsfläche auf. Sie sind ineinander, insbesondere parallel zueinander in dem Kartuschengehäuse 4 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 angeordnet und weisen an ihren vorderen, zum Kopfstück 5 weisenden Seiten Austrittskanäle 8, 9 für die Komponenten auf, die bei der Zweiventilausführung in Austrittsöffnungen 10, 10' münden. Bei den in 1 und 2 dargestellten Einventilausführungen münden die Austrittskanäle 8, 9 in eine gemeinsame Austrittöffnung 10, bei der in 3 dargestellten Mehrventilausführung münden die Austrittkanäle 8, 9 in jeweils eigene, nebeneinander angeordnete Austrittsöffnungen 10, 10'. In der Einventilausführung gemäß 1 sind die Kammern 2, 3 koaxial ineinander angeordnet.

Entsprechend der Form und der Ausführungsform des Kartuschengehäuses 4 und der Kammern 2, 3 weist die Mehrkomponenten-Kartusche 1 Auspresskolben 11 bzw. 11, 11' mit kreisförmigen Querschnittsflächen auf, die an einem zum Boden 6 weisenden Ende der Kammern 2, 3 angeordnet sind. Es ist jedoch auch möglich, das Kartuschengehäuse 4, die Kammern 2, 3 und die Auspresskolben 11 bzw. 11, 11' der Mehrkomponenten-Kartusche 1 mit anderen Querschnittsgeometrien auszubilden.

An dem Kopfstück 5 des Kartuschengehäuses 4 sind Austrittsöffnungen 10, 10' angeordnet, durch die die Komponenten der nicht dargestellte fließfähige Masse ausgepresst werden. Umlaufend um die Austrittsöffnung 10, 10' sind an das Kopfstück 5 auf der den Kammern 2, 3 gegenüberliegenden Seite je ein Befestigungsflansch 12 angeformt. Der Befestigungsflansch 12 dient zur lösbaren Befestigung eines in der Zeichnung nicht dargestellten Statikmischers und/oder einer nicht dargestellten Verschlusskappe an der Mehrkomponenten-Kartusche 1.

An den zu dem Boden 6 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 weisenden Enden der Kammern 2, 3 sind, wie in der 1 dargestellt, die Auspresskolben 11, 11' von dem Boden 6 des Kartuschengehäuses 4 beabstandet angeordnet. Die Auspresskolben 11, 11 sind in den nicht deformierbaren Kammern 2, 3 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 in Längsrichtung verschiebbar und zu Kammerwänden 7, 13 durch nicht dargestellte Dichtungen abgedichtet. Der Boden 6 bildet mit den Auspresskolben 11, 11' und den daran angrenzenden Bereichen der Kammerwände 7, 13 Druckkammern 14, 15 zur Aufnahme eines in der Zeichnung nicht dargestellten Druckgases, das zum Aufbau eines Auspressdruckes zum Auspressen der fließfähigen Masse vorgesehen ist und mit den Auspresskolben 11, 11' in Wirkverbindung steht.

Die Druckkammern 14, 15 sind durch die Auspresskolben 11, 11' von den Kammern 2, 3 mit den darin aufbewahrten Komponenten getrennt und weisen an dem Boden 6, der die Druckkammern 14, 15 auf der den Kammern 2, 3 gegenüberliegenden Seite begrenzt; nicht dargestellte Eintrittsöffnungen mit einem Ventil zum Füllen der Druckkammern 14, 15 mit dem Druckgas auf. Der Druck des Druckgases, das beispielsweise Druckluft sein kann, beaufschlagt die Auspresskolben 11, 11' in Richtung der Austrittsöffnung 10 und baut in den Kammern 2, 3 ein dem Druck des Druckgases entsprechenden Druck auf.

Damit die Komponenten nicht schon beim Füllen der Druckkammern 14, 15 aus den Kammern 2, 3 ausgepresst werden, ist an der Austrittsöffnung 10 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 ein Austrittsventil 16 vorgesehen, das die Austrittsöffnung 10 verschließt und ein unbeabsichtigtes Ausströmen der Komponenten verhindert. Zum Ausbringen der fließfähigen Masse ist im Bereich des Austrittsventils 16ein Abzug 17 angeordnet, mit dem der Anwender das Austrittsventil 16 öffnen kann. Durch Betätigung des Abzugs 17 wird das Austrittsventil 16 geöffnet, so dass die Komponenten durch den Druck des Druckgases durch die Austrittsöffnung 10 aus der Mehrkomponenten-Kartusche 1 ausgepresst werden. Dabei werden die Auspresskolben 11, 11' von dem expandierenden Druckgas kontinuierlich und gleichmäßig in Richtung des Kopfstückes 5 des Kartuschengehäuses 4 bewegt.

Die 1, 2 zeigen eine Einventilausführung der erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartusche 1 bei der die gemeinsame Austrittsöffnung 10 für die Komponenten der fließfähigen Masse, in die die Austrittskanäle 8, 9 der Kammern 2, 3 münden und mit der die Kammern 2, 3 kommunizieren, mit einem gemeinsamen Austrittsventil 16 verschließ- und öffenbar ist. Die in der 1 dargestellte Mehrkomponenten-Kartusche 1 weist zwei nicht deformierbare Kammern 2, 3 mit festen Kammerwänden 7, 13 auf, die koaxial in dem Kartuschengehäuse 4 angeordnet sind und die auf der den Austrittskanälen 8, 9 gegenüberliegenden Seiten durch zwei ebenfalls koaxial angeordnete Auspresskolben 11, 11' begrenzt sind. Gegenüber den Kammern 2, 3 sind die zwei miteinander kommunizierende Druckkammern 14, 15 vorgesehen.

2 zeigt eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartusche 1. Sie unterscheidet sich von der in der 1 dargestellten Ausführung dadurch, dass die innere Kammer 3 des Kartuschengehäuses 4 keine feste Kammerwand 13 aufweist. Die Kammer 3 ist einstückig als Blasformteil ausgeführt und in Längsrichtung des Kartuschengehäuses 4 zusammendrückbar (stauchbar). Die innere Kammer 3 weist auf der zu dem Boden 6 des Kartuschengehäuses 4 weisenden Seite einen Kammerboden 18 auf, der der Austrittsöffnung 10 gegenüberliegt und zum Auspressen der darin aufbewahrten Komponente zur Austrittsöffnung 10 bewegbar ist. Die Kammerwand 13 der inneren Kammer 3 ist über ihre gesamte Länge faltenbalgartig ausgebildet, so dass die Kammerwand 13 beim Bewegen des Kammerbodens 18 in Richtung der Austrittsöffnung 10 definiert zusammengedrückt wird.

Der Kammerboden 18 der inneren Kammer 3 liegt an dem Auspresskolben 11 der Mehrkomponenten-Kartusche 1 an, der die die innere Kammer 3 umgreifende Kammer 2 an der dem Kopfstück 5 gegenüberliegenden Seite abschließt. Beim Auspressen der fließfähigen Masse aus der Mehrkomponenten-Kartusche 1 presst der Druckgas beaufschlagte Auspresskolben 11 die Komponenten aus beiden Kammern 2, 3gleichmäßig in Richtung des Kopfstückes 5 und in die Austrittsöffnung 10 der Mehrkomponenten-Kartusche 1. Dabei drückt er die innere Kammer 2 axial zusammen. Die Mehrkomponenten-Kartusche 1 aus 2 benötigt nur eine Druckkammer 14 und einen Auspresskolben 11.

3 zeigt eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Mehrkomponenten-Kartusche 1 in einer Zweiventilausführung. Der Aufbau und die Wirkweise der Mehrkomponenten-Kartusche 1 entspricht im Wesentlichen der in der 2 dargestellten Ausführungsform, die vorstehend beschrieben ist. Sie unterscheidet sich jedoch von dieser dadurch, dass die innere Kammer 3 exzentrisch in der äußeren Kammer 2 des Kartuschengehäuses 4 angeordnet ist und die Austrittskanäle 8, 9 der Kammern 2, 3 nicht in eine gemeinsame Austrittsöffnung 10 münden. Stattdessen weist das Kopfstück 5 des Kartuschengehäuses 4 zwei voneinander getrennte Austrittsöffnungen 10, 10' für die voneinander getrennten Kammern 2, 3 auf, mit denen die Kammern 2 bzw. 3 kommunizieren. An den Austrittsöffnungen 10, 10' ist je ein Austrittsventil 16, 16' vorgesehen, das zum Ausbringen der fließfähigen Masse öffenbar ist und auf die der Anwender gleichzeitig mit einem gemeinsamen Abzug 17 öffnen kann.


Anspruch[de]
Mehrkomponenten-Kartusche (1) zum getrennten Aufbewahren und zum gemeinsamen Auspressen von mindestens zwei Komponenten einer fließfähigen Masse, mit einem Kartuschengehäuse (4) mit mindestens zwei Kammern (2, 3) zur Aufnahme der Komponenten, mit einem Kopfstück (5), das eine Austrittsöffnung (10) für die fließfähige Masse aufweist, mit der die Kammern (2, 3) kommunizieren und mit mindestens einem dem Kopfstück (5) gegenüberliegenden, im Kartuschengehäuse (4) verschiebbaren Auspresskolben (11) zum Auspressen der Komponenten, dadurch gekennzeichnet, dass das Kartuschengehäuse (4) eine Vorrichtung zum Aufbau eines Auspressdruckes zum Auspressen der fließfähigen Masse aufweist, die auf einer dem Kopfstück (5) abgewandten Seite des Auspresskolbens (11) angeordnet ist und die mit dem Auspresskolben (11) in Wirkverbindung steht. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zum Aufbau des Auspressdruckes eine Druckkammer (14, 15) zur Aufnahme eines komprimierten Mediums aufweist, die im Kartuschengehäuse (4) vom Auspresskolben (11) von den Kammern (2, 3) für die Komponenten der fließfähigen Masse getrennt ist. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckkammer (14, 15) Druckgas enthält, das den Auspresskolben (11) beaufschlagt. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnung (10) ein Austrittsventil (16) aufweist. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Kammern (2, 3) sich in Längsrichtung der Mehrkomponenten-Kartusche (1) erstrecken und ineinander, insbesondere parallel zueinander in dem Kartuschengehäuse (4) angeordnet sind. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Kammern (2, 3) der Mehrkomponenten-Kartusche (1) ein gemeinsames Austrittsventil (16) für die mindestens zwei Komponenten der fließfähigen Masse aufweisen, das an einer gemeinsamem Austrittsöffnung (10) angeordnet ist. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der mindestens zwei Kammern (2, 3) der Mehrkomponenten-Kartusche (1) zum Auspressen der in ihr enthaltenen Komponente der fließfähigen Masse in Längsrichtung zusammendrückbar (stauchbar) ist. Mehrkomponenten-Kartusche nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kammerwand (13) der zusammendrückbaren Kammer (3) zumindest bereichsweise balgartig ausgebildet ist.






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