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Dokumentenidentifikation DE102005048041A1 12.04.2007
Titel Fadenabzugseinrichtung für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Wassenhoven, Heinz-Georg, 41065 Mönchengladbach, DE;
Preutenborbeck, Maximilian, 41065 Mönchengladbach, DE;
Oehrl, Wilhelm, 41812 Erkelenz, DE
DE-Anmeldedatum 07.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048041
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse D01H 4/40(2006.01)A, F, I, 20051007, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Fadenabzugseinrichtung für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine mit einer einzelmotorisch antreibbaren Fadenabzugsrolle sowie einer zugehörigen, über Reibschluss angetriebenen Andruckrolle.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Fadenabzugsrolle (10) einen rotationssymmetrischen Grundkörper (15) aufweist, der so ausgebildet ist, dass während der Rotation der Fadenabzugsrolle (10) eine Luftströmung entsteht, die den Fadenabzugsrollenantrieb (13) kühlt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenabzugseinrichtung für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Kreuzspulen herstellende Textilmaschinen, insbesondere Offenend-Spinnmaschinen, weisen im Bereich ihrer Arbeitsstellen jeweils eine Fadenabzugseinrichtung auf, die während des Spinnbetriebes den in einer Spinnvorrichtung hergestellten Faden aus der Spinnvorrichtung herauszieht und mit konstanter Liefergeschwindigkeit in Richtung einer Spuleinrichtung weiterfördert, wo der Faden zu einer Kreuzspule aufgewickelt wird.

Die Fadenabzugseinrichtungen bestehen dabei entweder, wie beispielsweise in der DE 44 32 240 A1 oder in der DE 39 17 047 A1 beschrieben, aus einer maschinenlangen Antriebswelle, auf der im Bereich der Arbeitsstellen jeweils eine schwenkbar gelagerte Andruckrolle aufliegt, oder die Fadenabzugseinrichtungen weisen jeweils einen einzelmotorischen Antrieb auf.

Solche einzelmotorisch angetriebenen Fadenabzugseinrichtungen sind beispielsweise in der DE 101 39 075 A1 dargestellt und beschrieben. Diese Fadenabzugseinrichtungen verfügen jeweils über eine relativ große, einzelmotorisch antreibbare Fadenabzugsrolle sowie eine deutlich kleinere, schwenkbar gelagerte Andruckrolle, die während des Spinnbetriebes von der Fadenabzugsrolle reibschlüssig mitgenommen wird.

Die Fadenabzugsrolle, die vorzugsweise über einen Schrittmotor reversibel antreibbar ist, besteht dabei in der Regel aus einem rotationssymmetrischen Druckguss- oder Spritzgusskörper.

Das heißt, aus einem einstückigen Gusskörper, der eine innere Befestigungsnabe, einen ringförmigen Außenumfang sowie eine dazwischen liegende, geschlossene Verbindungsscheibe aufweist.

Nachteilig bei diesen an sich bewährten Fadenabzugseinrichtungen ist die oft mangelhafte Kühlung der Fadenabzugsrollenantriebe. Das heißt, bei diesen bekannten Fadenabzugseinrichtungen kann es, insbesondere bei ungünstigen klimatischen Verhältnissen, während des Spinnprozesses zu einer Überhitzung der Fadenabzugsrollenantriebe kommen.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fadenabzugseinrichtung zu entwickeln, bei der während des Spinnbetriebes stets eine ausreichende Kühlung des Fadenabzugsrollenantriebes gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Fadenabzugseinrichtung gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß weist die Fadenabzugsrolle einen rotationssymmetrischen Grundkörper auf, der so ausgebildet ist, dass während der Rotation der Fadenabzugsrolle eine Luftströmung entsteht, die den Fadenabzugsrollenantrieb kühlt.

Das heißt, die Fadenabzugsrolle arbeitet nach Art eines Ventilators.

Auf diese Weise wird zuverlässig verhindert, dass der Fadenabzugsrollenantrieb überhitzen kann.

Die bei der Rotation der Fadenabzugsrolle entstehende Luftströmung sorgt auch bei schwierigen klimatischen Bedingungen stets für eine ausreichende Kühlung des Antriebes.

Wie im Anspruch 2 beschrieben, ist in vorteilhafter Ausführungsform vorgesehen, dass der Grundkörper der Fadenabzugsrolle einstückig, jedoch weitestgehend offen ausgebildet ist.

Das bedeutet, während der Rotation der Fadenabzugsrolle entsteht eine Luftströmung, die durch den Grundkörper hindurch strömend auf das Gehäuse des Fadenabzugsrollenantriebs trifft.

Die dabei stattfindende Wärmeabfuhr führt zu einer deutlichen Kühlung des entsprechenden Antriebes.

Gemäß Anspruch 3 weist der Grundkörper der Fadenabzugsrolle eine äußere Lageraufnahme zum Festlegen eines dünnwandigen, profilierten Metallringes, eine innenliegende Nabe zur Befestigung der Fadenabzugsrolle an der Motorwelle des Fadenabzugsrollenantriebes sowie dazwischen angeordnete Luftschaufeln auf.

Die Luftschaufeln initiieren während der Rotation der Fadenabzugsrolle eine deutliche, weitestgehend gleichmäßige Luftströmung in Richtung des zugehörigen Antriebes.

Wie im Anspruch 4 dargelegt, sind die Luftschaufeln in Rotationsrichtung gewölbt ausgebildet.

Das heißt, die Luftschaufeln weisen konkav gewölbte Flächen auf, die, wenn der reguläre Fadenabzug stattfindet, in Rotationsrichtung der Fadenabzugsrolle vorne liegen.

Diese konkav gewölbten Flächen der Luftschaufeln sorgen dafür, dass die Luft kontinuierlich in Richtung des Antriebes gedrückt wird, mit der Folge, dass eine gute Kühlung des Fadenabzugsrollenantriebes sichergestellt ist.

Wie im Anspruch 5 beschrieben, ist der Grundkörper der Fadenabzugsrolle als Spritzguss- oder Druckgussteil gefertigt. Solche Spritzguss- oder Druckgussteile sind, insbesondere, wenn größere Stückzahlen hergestellt werden, relativ kostengünstig und sehr passgenau zu fertigen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigt:

1 perspektivisch eine Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer einzelmotorisch angetriebenen Fadenabzugseinrichtung sowie einer erfindungsgemäßen Fadenabzugsrolle,

2 eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Fadenabzugsrolle mit angeschlossenem Fadenabzugsrollenantrieb.

Die 1 zeigt in perspektivischer Darstellung eine Arbeitsstelle 1 einer Offenend-Rotorspinnmaschine.

Derartige Arbeitsstellen 1 verfügen, wie bekannt und daher nur schematisch dargestellt, über eine Offenend-Spinnvorrichtung 2 zur Herstellung eines Fadens 9 sowie über eine Spulvorrichtung 3, auf der der Faden 9 zu einer Kreuzspule 8 aufgewickelt wird.

Der in der Offenend-Spinnvorrichtung 2 hergestellte Faden 9 wird dabei durch eine Fadenabzugseinrichtung 27, die eine einzelmotorisch antreibbare Fadenabzugsrolle 10 sowie eine an die Fadenabzugsrolle 10 anschwenkbare, von dieser reibschlüssig mitgenommene Andruckrolle 14 aufweist, aus der der Offenend-Spinnvorrichtung 2 abgezogen.

Wie in 1 angedeutet, verlässt der Faden 9 die der Offenend-Spinnvorrichtung 2 durch ein sogenanntes Fadenabzugsröhrchen 21. Im Bereich der Offenend-Spinnvorrichtung 2 ist außerdem ein schwenkbar gelagertes Anspinnhilfsorgan 16 angeordnet, das nach einem Fadenbruch den durch eine Saugdüse 4 von der Kreuzspule 8 zurückgeholten Faden 9 übernimmt und das Fadenende zum Wiederanspinnen vorbereitet.

In Fadenlaufrichtung hinter der Fadenabzugseinrichtung 27 sind des Weiteren ein Fadenwächter 26, Fadenspeichereinrichtungen 7 beziehungsweise 12 sowie eine Paraffiniereinrichtung 5 angeordnet.

Die Fadenspeichereinrichtung 12 ist dabei als unterdruckbeaufschlagbare Speicherdüse ausgebildet, während die Speichereinrichtung 7 als mechanischer Fadenspeicher ausgebildet ist. Das heißt, zwischen zwei stationären Fadenleitorganen ist ein verstellbares Fadenleitorgan angeordnet, das, durch einen Schrittmotor 28 beaufschlagt, relativ zum Fadenlaufweg beweglich angeordnet ist.

Die Spuleinrichtung 3 besteht, wie üblich, aus einem Spulenrahmen 22 zum drehbaren Haltern einer Kreuzspule 8, einer vorzugsweise über einen reversierbaren Einzelantrieb 19 antreibaren Spulenantriebstrommel 23 sowie einer Fadenchangiereinrichtung 24, die beispielsweise über einen Schrittmotor 20 angetrieben wird.

Vor der Fadenchangiereinrichtung 24 kann außerdem eine Fadenzentriereinrichtung in Form eines schwenkbar gelagerten Zentrierbleches 17 angeordnet sein, das im Bedarfsfall durch einen Antrieb 18 definiert in den regulären Fadenlaufweg geklappt werden kann.

Des weiteren verfügen derartige Arbeitsstellen 1, wie vorstehend bereits angedeutet, über eine Saugdüse 4, die mittels eines Schrittmotors 6 definiert zwischen einer im Bereich der Spulvorrichtung 3 liegenden Fadenaufnahmestellung und einer im Bereich der Spinnvorrichtung 2 liegenden Fadenübergabestellung verstellbar ist.

Die einzelnen Schrittmotoren der Arbeitsstelle 1 sind, wie in 1 angedeutet, über diverse Steuerleitungen an einen Spulstellenrechner 25 angeschlossen.

Die Fadenabzugseinrichtung 27 besteht, wie vorstehend bereits angedeutet, im Wesentlichen aus einer antreibbaren Fadenabzugsrolle 10, einer an die Fadenabzugsrolle 10 anschwenkbaren und von dieser reibschlüssig mitgenommenen Andruckrolle 14 sowie einem Fadenabzugsrollenantrieb 13.

Der vorzugsweise als Schrittmotor ausgebildete Fadenabzugsrollenantrieb 13 ist seinerseits über eine Steuerleitung 35 an einen Arbeitsstellenrechner 25 angeschlossen.

Die Fadenabzugseinrichtung 27 sorgt sowohl während des regulären Spinnbetriebes für das Abziehen des Spinnfadens 9 aus der Offenend-Spinnvorrichtung 2, als auch beim Wiederanspinnen nach einer Spinnunterbrechung für die Rückführung eines vorbereiteten Fadens 9 in die Offenend-Spinnvorrichtung 2.

Wie insbesondere in 2 dargestellt, besteht die Fadenabzugsrolle 10 aus einem rotationssymmetrischen, beispielsweise im Spitzguss- oder Druckgussverfahren gefertigten Grundkörper 15.

Der Grundkörper 15 weist dabei eine kreisförmige, äußere Lageraufnahme 29 auf, auf der ein dünnwandiger, beispielsweise durch Hochdruckinnenverformung profilierter Metallring 11, der vorzugsweise aus Stahl oder einer Edelstahllegierung besteht, festlegbar ist.

Der dünnwandige, profilierte Metallring 11 steht während des Spulbetriebes mit dem Faden 9 in Kontakt und sorgt in Verbindung mit der anliegenden Andruckrolle 14 dafür, dass der Faden 9 kontinuierlich aus der Offenend-Spinnvorrichtung 2 abgezogen wird.

Der Grundkörper 15 weist des Weiteren eine innenliegende Nabe 31 auf, über die die Fadenabzugsrolle 10 an der Motorwelle 32 des Fadenabzugsrollenantriebes 13 festlegbar ist.

Zwischen der Nabe 31 und der Lageraufnahme 29 erstrecken sich Luftschaufeln 33, die während der Rotation der Fadenabzugsrolle 10 nach Art eines Ventilators 30 arbeiten.

Das heißt, die Luftschaufeln 33 initiieren eine Luftströmung, die den Fadenabzugsrollenantrieb 13 kühlt.

Wie aus 2 weiter ersichtlich, weisen die Luftschaufeln 33 Flächen auf, die bezogen auf die Rotationsrichtung R der Fadenabzugsrolle 10 vorne liegen und konkav gewölbt sind.


Anspruch[de]
Fadenabzugseinrichtung für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine mit einer einzelmotorisch antreibbaren Fadenabzugsrolle sowie einer zugehörigen, über Reibschluss angetriebenen Andruckrolle, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenabzugsrolle (10) einen rotationssymmetrischen Grundkörper (15) mit Einrichtungen (33) aufweist, die während der Rotation der Fadenabzugsrolle (10) eine Luftströmung erzeugen, die den Fadenabzugsrollenantrieb (13) kühlt. Fadenabzugseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (15) der Fadenabzugsrolle (10) einstückig, jedoch weitestgehend offen ausgebildet ist. Fadenabzugseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (15) der Fadenabzugsrolle (10) eine äußere, kreisförmige Lageraufnahme (29) zum Festlegen eines dünnwandigen, profilierten Metallringes (11), eine innenliegende Nabe (31) zur Befestigung der Fadenabzugsrolle (10) an der Motorwelle (32) des Fadenabzugsrollenantriebes (13) sowie dazwischen angeordnete Luftschaufeln (33) aufweist. Fadenabzugseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftschaufeln (33) in Rotationsrichtung (R) gewölbt ausgebildet sind. Fadenabzugseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenabzugsrolle (10) als Spritzguss- oder Druckgussteil gefertigt ist.






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