PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005048054A1 12.04.2007
Titel Verfahren zum Betreiben einer Saugwalze
Anmelder Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Teufl, Bernhard, St. Poelten, AT;
Weinberger, Herbert, Lilienfeld, AT
DE-Anmeldedatum 07.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048054
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse D21F 3/10(2006.01)A, F, I, 20051007, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abdichten von wenigstens einer Saugzone einer rotierenden Saugwalze mit einem Saugöffnungen aufweisenden Walzenmantel insbesondere für eine Papiermaschine, umfassend die folgenden Schritte:
- mittels wenigstens einem berührenden, stationären Dichtelement wird eine erste Zone des Walzenmantels von einer zweiten Zone des Walzenmantels druckabdichtend abgetrennt, so dass über der ersten Zone ein gegenüber einem Druck in der zweiten Zone abweichender vorgegebener Unterdruck mittels einer Saugeinrichtung einstellbar ist;
- das berührende Dichtelement wird mittels einer Anpressvorrichtung, die einen vorgegebenen Anstelldruck auf das Dichtelement ausübt, gegen den Walzenmantel angepresst.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet:
- zeitlich vor und/oder während eines Aufbaus des vorgegebenen Unterdruckes in der ersten Zone übt die Anpressvorrichtung zum Anpressen des Dichtelementes gegen den Walzenmantel einen ersten Anstelldruck auf das Dichtelement aus und nach Erreichen des vorgegebenen Unterdruckes in der ersten Zone übt die Anpressvorrichtung zum Anpressen des Dichtelementes gegen den Walzenmantel einen vorgegebenen zweiten Anstelldruck auf das Dichtelement aus, wobei der zweite Anstelldruck gegenüber dem ersten Anstelldruck vermindert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft das Abdichten von wenigstens einer Saugzone einer rotierenden Saugwalze mittels wenigstens einem berührenden Dichtelement. Insbesondere betrifft die Erfindung das Abdichten wenigstens einer Saugzone einer rotierenden Saugwalze, die in einer Papiermaschine eingesetzt oder einsetzbar ist. Im einzelnen betrifft die vorliegende Erfindung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 ein Verfahren zum Abdichten von wenigstens einer Saugzone einer rotierenden Walze sowie eine Saugwalzensteuervorrichtung zum Regeln eines Anpressdruckes von einem solchen Dichtelement gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 9.

Sauwalzen finden in Papiermaschinen an verschiedenen Stellen Anwendung. So können beispielsweise eine oder mehrere Saugwalzen in der Siebpartie und/oder der Pressenpartie einer Papiermaschine vorgesehen werden, insbesondere zur Entwässerung der Papierbahn. Der Mantel solcher Saugwalzen weist eine Vielzahl von Saugöffnungen auf, welche radial von innen mit einem Unterdruck beaufschlagt werden, so dass die Papierbahn von außen an den Mantel der Saugwalze angesaugt wird und/oder Flüssigkeit aus der Papierbahn in das Innere der Saugwalze hinein und somit aus der Papierbahn heraus gesaugt wird.

Um den Unterdruck oder bei mehrzonigen Ausführungen verschiedene Unterdrücke auf räumlich begrenzte Abschnitte – die sogenannten Zonen – des Walzenmantels zu beschränken, werden in der Regel Dichtleisten verwendet, die mittels wenigstens eines Druckkreislaufes von innen gegen den Walzenmantel gedrückt werden. Dabei wird die Dichtleistenanstellung regelmäßig über zwei Druckkreisläufe realisiert. Durch den ersten Druckkreislauf wird der Anstelldruck der ersten Dichtleiste geregelt, betrachtet in Umfangsrichtung beziehungsweise Drehrichtung der Saugwalze. Der Anstelldruck aller folgender Dichtleisten wird mittels des zweiten Druckkreislaufes geregelt. Dabei wird der Druck in den Druckkreisläufen jeweils konstant gehalten, um eine sichere Abdichtung zwischen den Dichtleisten und der Mantelfläche zu gewährleisten.

Je höher der Anstelldruck der Dichtleisten ausgeführt wird, desto besser ist grundsätzlich die Abdichtung zwischen der Dichtleiste, welche ortsfest gehalten wird, und dem Mantel der sich drehenden Saugwalze. Allerdings führt ein zunehmender Anstelldruck der Dichtleisten gleichzeitig zu einem zunehmenden Dichtleistenverschleiß. Um einen unnötig hohen Dichtleistenverschleiß zu vermeiden, war man daher bisher bestrebt, den Anstelldruck der Dichtleisten möglichst weit zu reduzieren, ohne dass die Gefahr einer unzureichenden Abdichtung besteht. Durch Experimente und Untersuchungen an bestehenden Anlagen hat man den Anstelldruck der verschiedenen Dichtleisten soweit optimiert, dass seine konstante Einregelung eine zuverlässige Abdichtung über allen Betriebszuständen der Saugwalze sicherstellt, bei einem nur mäßigen Dichtleistenverschleiß.

Auch der derart erzielte mäßige Dichtleistenverschleiß erfordert ein regelmäßiges Austauschen der verschlissenen Dichtleisten. Es ist daher äußerst wünschenswert, den Verschleiß weiter zu verringern oder vollständig zu vermeiden, so dass Stillstandszeiten der Papiermaschine zum Austausch der Dichtleisten minimiert werden, wobei gleichzeitig eine sichere Abdichtung zwischen der oder den Dichtleisten und dem Walzenmantel, insbesondere auf dessen Innenseite, gewährleistet sein muss.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die Abdichtung von wenigstens einer Saugzone einer rotierenden Saugwalze mittels eines berührenden Dichtelementes weiter zu verbessern. Insbesondere soll die Abdichtung einer rotierenden Saugwalze einer Papiermaschine mittels einer oder mehreren Dichtelementen oder Dichtleisten im Hinblick auf einen möglichst geringen Verschleiß optimiert werden.

Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Die abhängigen Ansprüche beschreiben vorteilhafte und besonders zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung.

Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass bei einer Verringerung des bisher vorgesehenen konstanten Anstelldruckes eines stationären Dichtelementes, das gegen den Walzenmantel einer rotierenden Saugwalze gepresst wird, das Versagen der Abdichtung zunächst stets beim Anfahren der Saugwalze erfolgt. Die Erfinder haben erkannt, dass der Grund hierfür das noch nicht vorhandene Vakuum beziehungsweise der noch nicht vorhandene Unterdruck ist, mittels welchem die Saugzone des Walzenmantels beaufschlagt wird. Durch den Unterdruck wird nach Erreichen eines stabilen stationären Zustands, insbesondere nach Erreichen eines stabilen Papierlaufes einer Papiermaschine, eine Anpresskraft erzeugt, welche zusätzlich zu der durch den Druckkreislauf ausgeübten Anstellkraft auf das Dichtelement einwirkt. Die Überlagerung der beiden Anpresskräfte führt nach Erreichen des Unterdruckes, im Vergleich zum Anfahren der Saugwalze, zu einer stärkeren Anpressung des stationären Dichtelementes.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Abdichten von wenigstens einer Saugzone einer rotierenden Saugwalze mit einem Saugöffnungen aufweisenden Walzenmantel, insbesondere einer Papiermaschine, umfasst daher die folgenden Schritte:

Mittels wenigstens einem berührenden, stationären Dichtelement wird eine erste Zone des Walzenmantels von einer zweiten Zone des Walzenmantels druckabdichtend abgetrennt, so dass über der ersten Zone ein gegenüber dem Druck in der zweiten Zone abweichender, vorgegebener Unterdruck einstellbar ist. Der Unterdruck wird in der Regel mittels einer Saugeinrichtung eingestellt, welche zumindest mittelbar mit der ersten Zone und/oder zweiten Zone druckleitend und/oder strömungsleitend verbunden ist.

Das berührende Dichtelement wird mittels einer Anpressvorrichtung gegen den Walzenmantel angepresst, wobei die Anpressvorrichtung einen vorgegebenen Anstelldruck entsprechend auf das Dichtelement ausübt, um dieses wenigstens mit dem Anstelldruck gegen den Walzenmantel zu pressen. Dieser Anstelldruck kann sich und wird sich regelmäßig mit einer durch den Unterdruck erzeugten Druckkomponente des Unterdruckes überlagern.

Erfindungsgemäß wird zeitlich vor und/oder während des Aufbaus des vorgegebenen Unterdruckes in der ersten Zone ein anderer Anstelldruck mittels der Anpressvorrichtung auf das Dichtelement ausgeübt als nach dem Abschluss des Unterdruckaufbaus in der ersten Zone, das heißt wenn der Unterdruck einen vorgegebenen, in der Regel konstanten Wert erreicht hat. Somit übt die Anpressvorrichtung zum Anpressen des Dichtelementes gegen den Walzenmantel während oder vor dem Unterdruckaufbau in der ersten Zone einen ersten Anstelldruck auf das Dichtelement aus und nach Erreichen des vorgegebenen Unterdruckes in der ersten Zone einen zweiten Anstelldruck, welcher gegenüber dem ersten Anstelldruck vermindert ist.

Insbesondere wird der Anstelldruck, welcher mittels der Anpressvorrichtung auf das Dichtelement ausgeübt wird, derart geregelt, dass der Gesamtdruck, mittels welchem das Dichtelement gegen den Walzenmantel gepresst wird, konstant oder im wesentlichen konstant bleibt. Der Gesamtdruck setzt sich zusammen aus dem Anstelldruck der Anpressvorrichtung und der gleichgerichteten Komponente des Unterdruckes in der ersten Zone und gegebenenfalls aus dem Druckzustand in weiteren angrenzenden Zonen, die regelmäßig mit Unterdruck beaufschlagt sind, wobei jedoch auch Komponenten von Überdrücken in den Gesamtdruck einfließen können.

Gemäß einer ersten Alternative ist der erste Anstelldruck und/oder der zweite Anstelldruck ein konstanter Wert. Gemäß einer zweiten Alternative wird der erste und/oder der zweite Anstelldruck dynamisch und/oder gleitend, beispielsweise mit einer vorgegebenen progressiven oder linearen Abnahme, eingestellt.

Gemäß einer Ausführung der Erfindung wird die erste Zone durch zwei auf entgegengesetzten Enden derselben angeordnete Dichtelemente begrenzt. Beispielsweise können in Drehrichtung beziehungsweise Umfangsrichtung der Saugwalze zwei Dichtleisten mit Abstand zueinander angeordnet sein, welche sich entlang der Längsachse der Saugwalze parallel zueinander erstrecken und die erste Zone in Form eines Umfangsabschnittes des Saugwalzenmantels abgrenzen. Das erste Dichtelement kann mit dem Anstelldruck eines ersten Druckkreislaufes mittels einer ersten Anpressvorrichtung gegen den Walzenmantel, insbesondere gegen die innere Mantelfläche desselben, gepresst werden und das zweite Dichtelement entsprechend mittels einer zweiten Anpressvorrichtung, wobei das zweite Dichtelement mit einem Anstelldruck eines zweiten Druckkreislaufes angepresst wird. Der Druck des ersten Druckkreislaufes kann dabei unabhängig beziehungsweise getrennt vom Druck des zweiten Druckkreislaufes eingestellt werden. Unter getrennt ist dabei zu verstehen, dass zwar der Druck des zweiten Druckkreislaufes in Abhängigkeit des Druckes im ersten Druckkreislauf eingestellt werden kann, jedoch relativ verschiedene Drücke in den beiden Druckkreisläufen geregelt werden können. Selbstverständlich ist es auch möglich, die Anstelldrücke in den verschiedenen Druckkreisläufen völlig unabhängig voneinander zu regeln.

Bei der Ausführung der Erfindung mit wenigstens zwei Druckkreisläufen kann entweder eines der beiden Dichtelemente oder eine vorgegebene Auswahl einer Vielzahl von Dichtelementen, insbesondere alle mit Ausnahme des in Umfangsrichtung der Saugwalze gesehen ersten Dichtelementes, welches die erste mit der Papierbahn beaufschlagte Saugzone abgrenzt, gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren geregelt werden. Beispielsweise kann der Druck dieses ersten Dichtelementes, insbesondere der ersten Dichtleiste, konstant gehalten werden, wohingegen nach Erreichen eines stabilen Papierlaufes der Druck im zweiten Druckkreislauf, mit welchem der oder die dem ersten Dichtelement beziehungsweise der ersten Dichtleiste folgenden Dichtelemente oder Dichtleisten angestellt werden, automatisch abgesenkt werden, um den Dichtleistenverschleiß so gering wie möglich zu halten.

Selbstverständlich ist es auch möglich, den Anstelldruck aller Dichtelemente gemäß dem beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren nach Erreichen eines gewünschten Unterdruckes abzusenken.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und der Figur exemplarisch erläutert werden.

In der 1 erkennt man eine rotierende Saugwalze 1 (siehe den Pfeil der Drehrichtung), welche einen Walzenmantel 2 mit einer Vielzahl von Saugöffnungen 13 umfasst. Die Saugöffnungen 13 sind dabei über dem gesamten Umfang des Walzenmantels 2 eingebracht, auch wenn dies zur Vereinfachung der Darstellung in der 1 nicht gezeigt ist.

Tangential entlang der äußeren Mantelfläche des Walzenmantels 2 läuft eine Papiermaschinenbespannung 10, aus welcher Wasser durch einen Unterdruck im Inneren der Saugwalze 1 herausgesaugt wird. Der Unterdruck im Inneren der Sauwalze 1 wird durch eine Saugeinrichtung 9 erzeugt. Dabei weist der Walzenmantel 2 in einer ersten Ausführungsform eine erste Saugzone A auf, welche abgedichtet gegenüber einer zweiten Zone B mit einem geringeren Unterdruck, das heißt mit einem höheren Absolutdruck, ist. Die Abdichtung erfolgt an den Schnittstellen zwischen dem stationären inneren Mantel 3 der Saugwalze 1 und dem rotierenden äußeren Walzenmantel 2 durch berührende Dichtleisten 4 und 5. Es sind im Inneren des Walzenmantels gemäß dieser ersten Ausführungsform genau zwei Zone A und B vorhanden, nämlich die erste Zone A mit einem über den größten Teil des Umfangs der Walze 1 kreisförmigen Querschnitt und die zweite Zone B, welche sich entlang des Umfangsbereiches dieses kreisförmigen Querschnitts außerhalb der Zone A in einer Art Ringform erstreckt (bei dieser Ausführungsform sind der gestrichelt dargestellte Bereich des stationären inneren Mantels 3 und die Zone C nicht vorhanden).

Wie in der 1 durch die gestrichelten Linien angedeutet ist, kann die Saugwalze 1 auch gemäß einer zweiten Ausführungsform mehrzonig ausgeführt sein, beispielsweise indem genau drei Zonen A, B und C vorgesehen sind, welche jeweils einen relativ zueinander abweichenden Druck aufweisen. Bei der gezeigten zweiten Ausführung ist der Innenraum der Zone A aus der ersten Ausführung nochmals unterteilt, um die Zonen A und C auszubilden. Insbesondere kann die Zone C, welche die erste Zone ist, die von der Papiermaschinenbespannung 10 in der Bewegungsrichtung der Papiermaschinenbespannung 10 gesehen abgedeckt wird, einen geringeren Druck als die sich an die Zone C anschließende Zone A haben. Die Zone B kann beispielsweise den höchsten Druck aufweisen.

Die verschiedenen Zonen A, B, C sind voneinander an jeder Schnittstelle durch jeweils eine Dichtleiste 4, 5, 6 abgetrennt, welche jeweils mit einer entsprechenden Berührungsfläche auf der inneren Oberfläche des Walzenmantels 2 zusammenarbeiten. Die verschiedenen Dichtleisten 4, 5, 6 werden mittels jeweils einer Anpressvorrichtung 12, beispielsweise durch eine statische Druckbeaufschlagung, radial nach außen und von innen gegen den Walzenmantel 2 gepresst. Der Anstelldruck, welchen die jeweilige Anpressvorrichtung 12 auf die jeweils zugeordnete Dichtleiste 4, 5, 6 ausübt, wird durch die Steuervorrichtung 8 eingestellt, welche über Druckleitungen 7 jeweils mit den Anpressvorrichtungen 12 verbunden ist.

Die Steuervorrichtung 8 kann einen, zwei oder mehr Druckkreisläufe umfassen. Gemäß einer Ausführung umfasst die Steuervorrichtung 8 genau zwei Druckkreisläufe, nämlich einen ersten Druckkreislauf, welcher einen Anstelldruck auf die erste Dichtleiste 4 – in Bewegungsrichtung der Papiermaschinenbespannung 10 beziehungsweise in Drehrichtung der Saugwalze 1 gesehen – ausübt, und einen zweiten Druckkreislauf, welcher einen zweiten Anstelldruck auf alle der ersten Dichtleiste 4 folgenden Dichtleisten 5 und gegebenenfalls 6 oder darüber hinaus vorgesehene Dichtleisten (nicht dargestellt) ausübt. In der Figur sind die Druckleitungen des ersten Druckkreislaufes mit der Bezugsziffer 7 versehen und jene des zweiten Druckkreislaufes mit der Bezugsziffer 11.

Während des stationären Betriebs der Saugwalze, das heißt nach Erreichen eines stabilen Papierlaufes, ist ein niedriger Anstelldruck der Dichtleisten 4, 5, 6, mittels welchem sie von den Anpressvorrichtungen 12 gegen den Walzenmantel 2 gepresst werden, ausreichend, da die Dichtleisten 4, 5 und 6 durch das Vakuum beziehungsweise den Unterdruck in den Saugwalzenmantelbohrungen zugleich zuverlässig am Saugwalzenmantel 2 angesaugt werden.

Beim Anfahren der Saugwalze 1 ist jedoch der Unterdruck in dem oder den Saugzonen A, B, C noch nicht vorhanden, so dass ein höherer Dichtleistenanstelldruck notwendig ist, mittels welchem die einzelnen Dichtleisten 4, 5, 6 durch die zugeordneten, insbesondere als Druckschläuche ausgebildeten Anpressvorrichtungen 12 gegen den Walzenmantel 2 gedrückt werden.

Somit wird nach Erreichen eines stabilen Papierlaufes wenigstens der Druck in den Druckleitungen 11 des zweiten Druckkreislaufs von einem anfänglichen hohen Druck von etwa oder genau 0,8 bis 0,3 bar, insbesondere etwa 0,5 bar, auf einen niedrigen Druck von etwa oder genau 0,3 bar bis 0,05 bar, insbesondere etwa 0,1 bar, abgesenkt. Somit ergibt sich beispielsweise zwischen den zugehörigen Dichtleisten 5 und 6 und dem Walzenmantel 2 ein hoher Druck von 0,2 bis 2 bar und ein niedriger Druck von 0,02 bis 0,7 bar.

Der Anstelldruck der ersten Dichtleiste 4 kann stets konstant gehalten werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, den Anstelldruck dieser Dichtleiste nach Erreichen eines vorgegebenen Vakuums, beispielsweise in der Zone A, beziehungsweise nach Erreichen eines stabilen Papierlaufes von einem hohen Druck auf einen niedrigen Druck abzusenken, wobei der hohe Druck und der niedrige Druck jeweils in dem oben genannten Bereich oder um eine vorgegebene Differenz abweichend hiervon liegen können.


Anspruch[de]
Verfahren zum Abdichten von wenigstens einer Saugzone (A, B, C) einer rotierenden Saugwalze (1) mit einem Saugöffnungen aufweisenden Walzenmantel (2) insbesondere für eine Papiermaschine, umfassend die folgenden Schritte:

1.1 mittels wenigstens einem berührenden, stationären Dichtelement wird eine erste Zone (A) des Walzenmantels (2) von einer zweiten Zone (B) des Walzenmantels (2) druckabdichtend abgetrennt, so dass über der ersten Zone (A) ein gegenüber einem Druck in der zweiten Zone (B) abweichender vorgegebener Unterdruck mittels einer Saugeinrichtung (9) einstellbar ist;

1.2 das berührende Dichtelement wird mittels einer Anpressvorrichtung (12), die einen vorgegebenen Anstelldruck auf das Dichtelement ausübt, gegen den Walzenmantel (2) angepresst;

gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:

1.3 zeitlich vor und/oder während eines Aufbaus des vorgegebenen Unterdruckes in der ersten Zone (A) übt die Anpressvorrichtung (12) zum Anpressen des Dichtelementes gegen den Walzenmantel (2) einen ersten Anstelldruck auf das Dichtelement aus, und nach Erreichen des vorgegebenen Unterdruckes in der ersten Zone (A) übt die Anpressvorrichtung (12) zum Anpressen des Dichtelementes gegen den Walzenmantel (2) einen vorgegebenen zweiten Anstelldruck auf das Dichtelement aus, wobei der zweite Anstelldruck gegenüber dem ersten Anstelldruck vermindert ist.
Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Zone (A) mittels zwei an entgegengesetzten Enden der ersten Zone (A) angeordneten berührenden, stationären Dichtelementen, welche insbesondere mit einem vorgegebenen Abstand in Drehrichtung der Saugwalze (1) parallel zueinander angeordnet sind, druckabdichtend abgetrennt wird, und das erste Dichtelement mit dem Anstelldruck eines ersten Druckkreislaufes und das zweite Dichtelement mit dem Anstelldruck eines zweiten Druckkreislaufes mittels jeweils einer Anpressvorrichtung (12) beaufschlagt wird, wobei der Anstelldruck des ersten Druckkreislaufes getrennt gegenüber dem Anstelldruck des zweiten Druckkreislaufes einstellbar ist, und dadurch, dass der Anstelldruck von genau einem der beiden Dichtelemente, insbesondere des zweiten Dichtelementes in Drehrichtung der Saugwalze (1) gesehen, gemäß dem Schritt 1.3 vermindert wird. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Zone (A) mittels zwei an entgegengesetzten Enden der ersten Zone (A) angeordneten berührenden, stationären Dichtelementen, welche insbesondere mit einem vorgegebenen Abstand in Drehrichtung der Saugwalze (1) parallel zueinander angeordnet sind, druckabdichtend abgetrennt wird, und das erste Dichtelement mit dem Anstelldruck eines ersten Druckkreislaufes und das zweite Dichtelement mit dem Anstelldruck eines zweiten Druckkreislaufes mittels jeweils einer Anpressvorrichtung (12) beaufschlagt wird, wobei der Anstelldruck des ersten Druckkreislaufes getrennt gegenüber dem Anstelldruck des zweiten Druckkreislaufes einstellbar ist, und dadurch, dass der Anstelldruck von beiden Dichtelementen gemäß dem Schritt 1.3 vermindert wird. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Dichtelemente in Form jeweils einer Dichtleiste (4, 5, 6) ausgebildet ist/sind, die sich in Längsrichtung der Saugwalze (1) entlang des Walzenmantels (2) erstreckt/erstrecken. Verfahren gemäß der Ansprüche 2 oder 3 und insbesondere gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei berührende, stationäre Dichtelemente in Umfangsrichtung der Saugwalze (1) mit Abstand zueinander am Walzenmantel (2) positioniert sind, welche wenigstens zwei mit verschiedenen Unterdrücken beaufschlagte Zonen (A, B, C) abgrenzen, von welchen Dichtelementen in Drehrichtung der Saugwalze (1) gesehen das erste Dichtelement mit dem Anstelldruck des ersten Druckkreislaufes und alle folgenden Dichtelemente mit dem Anstelldruck des zweiten Druckkreislaufes beaufschlagt werden. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstelldruck von jedem Dichtelement ausschließlich auf jeweils die genannten beiden Anstelldrücke geregelt wird und/oder regelbar ist, wobei die Anstelldrücke insbesondere konstant sind. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstelldruck von jedem Dichtelement derart dynamisch insbesondere fallend geregelt wird, dass der Gesamtanpressdruck von jedem Dichtelement, mit welchem es gegen den Walzenmantel (2) angepresst wird und der sich aus dem jeweiligen Anstelldruck und dem auf das Dichtelement wirkenden Saugdruck zusammensetzt, konstant oder im wesentlichen konstant ist. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Anstelldruck um wenigstens den Faktor 2, insbesondere um den Faktor 2 bis 10 oder mehr, kleiner als der erste Anstelldruck ist. Saugwalzensteuervorrichtung zum Regeln eines Anpressdruckes von wenigstens einem berührenden, stationären Dichtelement, das abdichtend an einem Saugöffnungen aufweisenden Walzenmantel (2) einer rotierenden Saugwalze (1) insbesondere für eine Papiermaschine angeordnet ist, wobei der Walzenmantel (2) wenigstens zwei Zonen (A, B, C) mit verschiedenen Druckzuständen aufweist, von welchen wenigstens die erste Zone (A) mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist und durch das wenigstens eine Dichtelement gegenüber wenigstens der zweiten Zone (B) abgedichtet abgetrennt ist;

mit einer Saugeinrichtung (9), welche wenigstens mittelbar derart mit der ersten Zone (A) druckleitend und/oder strömungsleitend verbunden ist, dass sie einen Unterdruck in der ersten Zone (A) aufbauen kann;

mit wenigstens einer Anpressvorrichtung (12), die einen vorgegebenen Anstelldruck auf das wenigstens eine Dichtelement ausübt, um dieses gegen den Walzenmantel (2) zu pressen;

dadurch gekennzeichnet, dass

die Steuervorrichtung wenigstens zwei Anpressdrücke umfasst, mittels welchen das wenigstens eine Dichtelement beaufschlagbar ist, und zur Regelung des Anpressdruckes für die Abdichtung der wenigstens einen Saugzone (A, B, C) gemäß dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 eingerichtet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com