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Dokumentenidentifikation DE102005048061A1 12.04.2007
Titel Vorrichtung zur Generierung einer Positionsinformation und Verfahren
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Duckeck, Ralf, 31137 Hildesheim, DE
DE-Anmeldedatum 07.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048061
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse G01C 21/14(2006.01)A, F, I, 20051007, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01C 21/28(2006.01)A, L, I, 20051007, B, H, DE   G01S 5/12(2006.01)A, L, I, 20051007, B, H, DE   G08B 25/10(2006.01)A, L, I, 20051007, B, H, DE   
Zusammenfassung Es wird eine Vorrichtung für ein Kraftfahrzeug zur Generierung einer Positionsinformation über die Position des Fahrzeugs und ein Verfahren vorgeschlagen, wobei die Generierung der Positionsinformation mittels eines Satellitennavigationssignals (54) vorgesehen ist, wobei im Falle mangelhaften Empfangs oder im Falle eines vollständigen oder teilweisen Ausfalls des das Satellitennavigationssignal zur Verfügung stellende Satellitennavigationssystems
die Generierung der Positionsinformation aufgrund von mittels wenigstens einem fahrzeugfesten Sensor erfassten Fahrzeugbewegungsdaten und/oder Fahrzeugpositionsdaten und aufgrund eines zeitlich zurückliegenden erfolgreichen Empfangs des Satellitennavigationssignals vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung und einem Verfahren nach der Gattung der nebengeordneten Ansprüche. Aus der Druckschrift EP 0 809 117 A2 ist bereits eine Vorrichtung zur Aussendung einer Ortsinformation für Notfälle offenbart, wobei die Vorrichtung eine Positionsbestimmung über die Auswertung von Satellitennavigationssignalen durchführt und die erhaltene Ortsinformation an eine Zentrale übermittelt. Hieran ist es nachteilig, dass bei Ausfall der Positionsbestimmung durch das beispielsweise in einem Fahrzeug befindliche Gerät keine Position mehr an die Zentrale gemeldet werden kann und damit im Notfall keine Hilfe gegeben werden kann.

Vorteile der Erfindung

Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen der nebengeordneten Ansprüche hat demgegenüber den Vorteil, dass auch beim Ausfall des Satellitennavigationssignals bzw. bei einem mangelhaften Empfang des Satellitennavigationssignals eine vergleichsweise gute Ortung des verunglückten Fahrzeugs möglich ist.

Ferner ist bevorzugt, dass das Satellitennavigationssignal eine Integritätsinformation aufweist. Hierdurch ist es erfindungsgemäß möglich, dass erkennbar ist, ob das Satellitennavigationssignal eine brauchbare Navigation ermöglicht oder nicht.

Ferner ist bevorzugt, dass in Abhängigkeit der Integritätsinformation die Detektion des mangelhaften Empfangs und/oder des vollständigen oder teilweisen Ausfalls des das Satellitennavigationssignal zur Verfügung stellenden Satellitennavigationssystems vorgesehen ist. Hierdurch ist es möglich, einen Funktionstest des Satellitennavigationssystems durchzuführen und festzustellen, ob prinzipiell die aus dem Satellitennavigationssignal abgeleitete Ortsinformation verlässlich ist.

Erfindungsgemäß ist ferner bevorzugt, dass der Vorrichtung ein Speicher zugeordnet ist, wobei in dem Speicher eine Information über die Fahrzeugposition hinsichtlich des zeitlich zurückliegenden Empfangs des Satellitennavigationssignals sowie die seit diesem Empfang ermittelten Fahrzeugbewegungsdaten und/oder Fahrzeugpositionsdaten vorgesehen sind. Hierdurch ist es möglich, ausgehend von der zuletzt berechneten Fahrzeugposition auch bei Ausfall des Satellitennavigationssignals eine hinreichende Ortung des Fahrzeugs mit fahrzeugfesten Mitteln zu gewährleisten.

Ferner ist bevorzugt, dass zur Generierung der Positionsinformation zusätzlich die Verwendung von im Fahrzeug vorhandenen Daten einer digitalen Karte vorgesehen ist. Hierdurch kann unter der Annahme, dass der Fahrzeugführer der bei der Navigation mittels der digitalen Karte benutzten Route auch dieser Route gefolgt ist, die Lokalisierung des verunglückten Fahrzeugs zusätzlich sicherer und genauer gestaltet werden.

Ferner ist erfindungsgemäß bevorzugt vorgesehen, dass das Satellitennavigationssignal ein dem Galileo-Standard im offenen Dienst (OS, Open Service) entsprechendes Signal ist. Hierdurch ist es mit einfachen Mitteln und vor allem kostengünstig möglich, eine Satellitennavigation zur Bestimmung des Fahrzeugortes zu benutzen.

Weiterhin ist bevorzugt, dass das Satellitennavigationssignal ein dem Galileo-Standard im SoL-Dienst (Service of Life) entsprechendes Signal ist. Hierdurch ist es erfindungsgemäß vorteilhaft möglich, dass der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Integritätsinformation zur Verfügung gestellt wird.

Erfindungsgemäß ist weiterhin bevorzugt, dass die Aussendung eines Notrufsignals in Abhängigkeit der Positionsinformation mittels einer Sendevorrichtung vorgesehen ist. Hierdurch wird es vorteilhaft möglich, dass ein Notrufsignal an eine Zentrale abgesetzt wird.

Zeichnungen

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Es zeigen

1 den grundsätzlichen Aufbau und die Anordnung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem Kraftfahrzeug und

2 eine vergrößerte Darstellung der Vorrichtung 10 mit den verschiedenen Einheiten in einem Kraftfahrzeug.

In 1 ist die grundsätzliche Anordnung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zur Generierung einer Positionsinformation 20 über die Position 20' eines Fahrzeugs 1 dargestellt. Ein Navigationssatellit 52 sendet ein Navigationssignal 54 aus, welches von der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 empfangen wird. Das Satellitennavigationssignal 54 weist bevorzugt insbesondere eine Integritätsinformation 55 auf. Der Vorrichtung 10 ist ein Speicher 11 innerhalb des Fahrzeugs 1 zugeordnet. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung 10 den Speicher 11 auf, d. h. die Vorrichtung 10 umfasst den Speicher 11. Der Vorrichtung 10 ist weiterhin ein fahrzeugfester Sensor 16 zugeordnet, welcher in der Lage ist, in 1 nicht dargestellte Fahrzeugbewegungsdaten bzw. in 1 ebenfalls nicht dargestellte Fahrzeugspositionsdaten zu detektieren. Die Vorrichtung 10 ist mit dem fahrzeugfesten Sensor 16 verbunden. Der Vorrichtung 10 ist weiterhin eine Sendevorrichtung 12zugeordnet bzw. es umfasst die Vorrichtung 10 die Sendevorrichtung 12. Mittels der Sendevorrichtung 12 ist es möglich, ein Signal 30 an eine Zentrale 40 auszusenden, etwa über ein GSM-Mobilfunknetz (Global System for Mobile Communication) und/oder über den GPRS-Standard (General Paket Radio System) und/oder über den UMTS-Standard (Universal Mobile Telecommunication Standard) und/oder über den WLAN-Standard (Wireless Local Area Network) oder andere zweiwegetaugliche Dienste; erfindungsgemäß weist das Signal 30 eine Positionsinformation 20 über die Position 20' des Fahrzeugs 1 auf.

In 2 ist in detaillierterer Darstellung die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zusammen mit den anderen Einheiten 11, 12, 15, 16 dargestellt, welche in dem Fahrzeug 1 normalerweise vorhanden sind. Hierbei ist zusätzlich zu den in 1 genannten Einheiten in 2 ein Navigationsgerät 15 aufgeführt, welches ebenfalls der Vorrichtung 10 entweder zugeordnet ist oder von der Vorrichtung 10 umfasst wird. Dem Navigationsgerät 15 stehen insbesondere Daten einer digitalen Karte 7 zur Verfügung, die in einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zur Ortsbestimmung bei Ausfall des Navigationssignals 54 hinzugezogen werden. Fahrzeugbewegungsdaten 5 und/oder Fahrzeugpositionsdaten 6 stehen dem fahrzeugfesten Sensor 16 zur Verfügung, welcher entsprechende Daten bzw. Informationen an die Vorrichtung 10 weiterleitet. Die Positionsinformation 20 wird mittels des von der Sendevorrichtung 12 ausgesandten Signals 30 an die Zentrale 40 übertragen, wobei die Positionsinformation 20 erfindungsgemäß auch bei Ausfall des Satellitennavigationssignals 54 mit einer vergleichsweise großen Genauigkeit die Position des Fahrzeugs 1 angibt, so dass Rettungskräfte mit einer großen Wahrscheinlichkeit das Fahrzeug 1 finden.

Die Auslösung des Mechanismusses bzw. des Verfahrens zur Generierung des Signals 30 kann entweder manuell durch den Fahrer oder den Beifahrer oder auch automatisch, etwa bei der Auslösung eines Airbags oder dergleichen, erfolgen. Im Normalfall werden die Positionsinformationen 20, insbesondere die Ortungskoordinaten, des Fahrzeugs 1 übermittelt, welche mittels des Navigationsgerätes 15 bzw. mittels der Vorrichtung 10 generiert wurden. Bei einem Ausfall der Positionsbestimmung aufgrund eines Ausfalls des Satellitennavigationssignals 54 kann herkömmlich keine Position mehr an die Zentrale 40 gemeldet werden und damit im Notfall keine Hilfe gegeben werden. Dieser Nachteil wird gemäß der vorliegenden Erfindung vermieden, indem auch nach dem Ausfall des Satellitennavigationssignals 54 als Fahrzeugbewegungsdaten 5 bzw. Fahrzeugpositionsdaten 6 automatisch die Zeit, die letzte bekannte Position (aufgrund eines zeitlich zurückliegenden erfolgreichen Empfangs des Satellitennavigationssignals 54) und die letzte bekannte Fahrtrichtung aufgezeichnet und im Notfall an die Zentrale 40 übertragen wird. Wird das Satellitennavigationssignal 54 wieder korrekt empfangen, dann können diese in dem Speicher 11 aufgezeichneten Daten gelöscht werden. Damit kann sichergestellt werden, dass im Falle einer Notsituation kurz nach dem Ausfall des Satellitennavigationssignals 54 immer noch eine brauchbare Position (d. h. eine brauchbare Positionsinformation 20) an die Zentrale 40 übermittelt werden kann. Bei Unfällen z. B. in bergigen Gegenden kann ein Abkommen von der Straße durchaus zu einer schwierigen Auffindbarkeit des Fahrzeugs 1 führen. Ausfälle der Positionsbestimmung mittels des Satellitennavigationssignals 54 kommen dort aber auch relativ häufig vor. Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 ist es möglich, dass die Suche nach dem Fahrzeug 1 erheblich vereinfacht wird, weil die Position des Fahrzeugs 1 mit einer größeren Genauigkeit bestimmt wird. Zusätzlich zu den mittels des fahrzeugfesten Sensors 16 erfassten Fahrzeugbewegungsdaten 5 bzw. Fahrzeugpositionsdaten 6 ist es möglich, auch aus den Informationen der zuletzt berechneten Route entlang einer digitalen Karte 7 die Position des verunglückten Fahrzeugs 1 mit einer größeren Genauigkeit abzuleiten, wobei jedoch hier die Annahme getroffen wird, dass der Fahrzeugführer derjenigen Fahrstrecke gefolgt ist, die durch die digitale Karte 7 vorgegeben ist. In diesem Fall kann die Position des Fahrzeugs mit einer noch größeren Genauigkeit bestimmt werden. Erfindungsgemäß ist es jedoch auch vorgesehen, dass die Positionsinformation 20, die mittels der Fahrzeugbewegungsdaten 5 bzw. der Fahrzeugpositionsdaten 6 ermittelt wurde, nicht zwangsläufig mit der gefolgten Route der digitalen Karte 7 in Übereinstimmung gebracht wird, falls dies unplausibel erscheint (etwa bei einem Abkommen von der Straße). Um im Falle eines Notfalls des Fahrzeugs, beispielsweise einer Unfallsituation, immer die Fahrzeugbewegungsdaten 5 bzw. Fahrzeugpositionsdaten 6 zur Verfügung zu haben, werden diese gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren ständig in dem Speicher 11 aufgezeichnet. Weiterhin werden in dem Speicher 11 ständig die zuletzt korrekt empfangenen Ortsinformationen 20 aus dem Satellitennavigationssignal 54 aufgezeichnet und gegebenenfalls auch mit einer mittels des Satellitennavigationssignals 54 empfangenen Integritätsinformation 55 korreliert. Falls eine Empfangsverschlechterung des Satellitennavigationssignals 54festgestellt wird, ist es somit möglich, auf die aufgelaufenen Daten des Sensors 16 bzw. des Navigationsgerätes 15 sowie der zuletzt berechneten vergleichsweise genau bekannten Position bzw. den Positionsinformationen 20 aufbauend die Position des Fahrzeugs 1 zu berechnen.


Anspruch[de]
Vorrichtung (10) für ein Kraftfahrzeug (1) zur Generierung einer Positionsinformation (20) über die Position des Fahrzeugs 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Generierung der Positionsinformation (20) mittels eines Satellitennavigationssignals (54) vorgesehen ist, wobei im Falle mangelhaften Empfangs oder im Falle eines vollständigen oder teilweisen Ausfalls des das Satellitennavigationssignal (54) zur Verfügung stellende Satellitennavigationssystems die Generierung der Positionsinformation (20) aufgrund von mittels wenigstens einem fahrzeugfesten Sensor (16) erfassten Fahrzeugbewegungsdaten (5) und/oder Fahrzeugpositionsdaten (6) und aufgrund eines zeitlich zurückliegenden erfolgreichen Empfangs des Satellitennavigationssignals (54) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Satellitennavigationssignal (54) eine Integritätsinformation (55) aufweist. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit der Integritätsinformation (55) die Detektion des mangelhaften Empfangs und/oder des vollständigen oder teilweisen Ausfalls des das Satellitennavigationssignal (54) zur Verfügung stellenden Satellitennavigationssystems vorgesehen ist. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorrichtung (10) ein Speicher (11) zugeordnet ist, wobei in dem Speicher (11) eine Information über die Fahrzeugposition hinsichtlich des zeitlich zurückliegenden erfolgreichen Empfangs des Satellitennavigationssignals (54) sowie die seit diesem Empfang ermittelten Fahrzeugbewegungsdaten (5) und/oder Fahrzeugpositionsdaten (6) vorgesehen ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Generierung der Positionsinformation (20) zusätzlich die Verwendung von im Fahrzeug vorhandenen Daten einer digitalen Karte (7) vorgesehen ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Satellitennavigationssignal (54) ein dem Galileo-Standard im offenen Dienst (OS, Open Service) entsprechendes Signal ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Satellitennavigationssignal (54) ein dem Galileo-Standard im SoL-Dienst (Service of Life) entsprechendem Signal ist. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussendung eines Notruf-Signals (30) in Abhängigkeit der Positionsinformation (20) mittels einer Sendevorrichtung (12) vorgesehen ist. Verfahren zur Generierung einer Positionsinformation (20) über die Position eines Fahrzeugs (1) zur Verwendung einer Vorrichtung (10), dadurch gekennzeichnet, dass die Positionsinformation (20) mittels eines Satellitennavigationssignals (54) generiert wird, wobei im Falle mangelhaften Emfpangs oder im Falle eines vollständigen oder teilweisen Ausfalls des das Satellitennavigationssignal (54) zur Verfügung stellende Satellitennavigationssystems die Positionsinformation (20) aufgrund von mittels wenigstens einem fahrzeugfesten Sensor (16) erfasst sind, Fahrzeugbewegungsdaten (5) und/oder Fahrzeugpositionsdaten (6) und aufgrund eines zeitlich zurückliegenden erfolgreichen Empfangs des Satellitennavigationssignals (54) generiert wird.






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