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Dokumentenidentifikation DE102005048141A1 12.04.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Bewertung eines Produkts auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien
Anmelder ZF Friedrichshafen AG, 88046 Friedrichshafen, DE
Erfinder Bagot, Benoit, 88079 Kressbronn, DE
DE-Anmeldedatum 07.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048141
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse G07C 3/14(2006.01)A, F, I, 20051007, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G06Q 50/00(2006.01)A, L, I, 20051007, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bewertung eines Produkts, insbesondere eines Fahrzeugs oder einer Baugruppe desselben, auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien. Das Verfahren umfasst zumindest die folgenden Schritte:
a) Erfassen von Daten über das Produkt, wobei es sich bei den Daten um mit Sensoren ermittelte, objektive Messdaten und/oder um von Personen abgegebene, subjektive Bewertungsdaten und/oder um Simulationsdaten handelt;
b) Speichern der erfassten Daten in einem ersten Speicher;
c) Grobanalysieren bzw. Grobbewerten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten in vorgegebenen Zeitabständen, wobei dann, wenn hierbei ermittelt wird, dass Teildaten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten für die quantifizierbaren Beurteilungkriterien relevante Datenmuster enthalten, diese Teildaten in mindestens einen zweiten Speicher umgespeichert und alle anderen in dem ersten Speicher gespeicherten Daten gelöscht oder auf einen Bruchteil reduziert werden;
d) Feinanalysieren bzw. Feinbewerten der in den zweiten Speicher umgespeicherten Teildaten zur Ermittlung von aus den Teildaten abgeleiteten Kenndaten und/oder Kennmustern;
e) Bewerten des Produkts auf Basis von quantifizierbaren Beurteilungskriterien für das Produkt und auf Basis der ermittelten Kenndaten und/oder Kennmuster.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bewertung eines Produkts, insbesondere eines Fahrzeugs oder einer Baugruppe desselben, auf Basis quantifizierbarer Beurteiungskriterien. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Bewertung eines Produkts auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien.

Bei der Entwicklung von Produkten, insbesondere von Kraftfahrzeugen oder Baugruppen für ein Kraftfahrzeug wie z. B. Automatgetrieben, spielen quantifizierbare Beurteilungskriterien eine entscheidende Rolle, die einerseits der Beurteilung des Produkts durch Fachkreise und andererseits der Beurteilung des Produkts durch Käuferkreise dienen. In der Automobilindustrie finden eine Vielzahl unterschiedlicher quantifizierbarer Beurteilungskriterien Verwendung, die entweder solche Produktmerkmale betreffen, die von einer Person unmittelbar feststellbar sind, oder solche Produktmerkmale betreffen, die von einer Person nur erschwert oder erst bei einem Funktionsausfall des Produkts feststellbar sind.

Als Beispiele für in der Automobilindustrie verwendete, quantifizierbare Beurteilungskriterien, die von einer Person unmittelbar feststellbare Merkmale eines Kraftfahrzeugs betreffen, seien hier exemplarisch der Kraftstoffverbrauch eines Kraftfahrzeugs, die Beschleunigung sowie Höchstgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs sowie der Geräuschpegel innerhalb des Kraftfahrzeugs genannt. Quantifizierbare Beurteilungskriterien, die von einer Person nur schwer oder erst bei Funktionsausfall feststellbare Merkmale eines Kraftfahrzeugs betreffen, sind z. B. Schadstoffemissionswerte des Kraftfahrzeugs sowie Verschleißwerte einzelner Baugruppen desselben.

Bei der Produktentwicklung müssen demnach eine Vielzahl unterschiedlicher Beurteilungskriterien berücksichtigt werden, wobei festzustellen ist, dass Beurteilungskriterien eine unterschiedliche Wichtigkeit bzw. Bedeutung aufweisen können. Weiterhin ist festzustellen, dass Beurteilungskriterien untereinander verknüpft sein können, so dass es nicht möglich ist, alle Produktkriterien isoliert für sich zu optimieren. So sind z. B. bei einem Kraftfahrzeug Beurteilungskriterien der Fahrleistung mit Beurteilungskriterien der Lebensdauer sowie der Umweltverträglichkeit verknüpft, und zwar derart, dass bei einer Erhöhung der Motorleistung üblicherweise die Lebensdauer eines Motors verringert wird und Schadstoffemissionen zunehmen. Bei einer ganzheitlichen Produktentwicklung müssen demnach möglichst viele quantifizierbare Beurteilungskriterien zusammen betrachtet, kombiniert sowie gewichtet werden, um eine optimierte Produktentwicklung zu ermöglichen. Aus dem Stand der Technik sind bislang keine Vorrichtungen und Verfahren zur Bewertung eines Produkts bekannt, die den obigen Zusammenhängen Rechnung tragen.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, ein neuartiges Verfahren zur Bewertung eines Produkts sowie eine entsprechende Vorrichtung zu schaffen.

Dieses Problem wird durch ein Verfahren zur Bewertung eines Produkts gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß umfasst das Verfahren zumindest die folgenden Schritte:

  • a) Erfassen von Daten über das Produkt, wobei es sich bei den Daten um mit Sensoren ermittelte, objektive Messdaten und/oder um von Personen abgegebene, subjektive Bewertungsdaten und/oder um Simulationsdaten handelt;
  • b) Speichern der erfassten Daten in einem ersten Speicher;
  • c) Grobanalysieren bzw. Grobbewerten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten in vorgegeben Zeitabständen, wobei dann, wenn hierbei ermittelt wird, dass Teildaten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien relevante Datenmuster enthalten, diese Teildaten in mindestens einen zweiten Speicher umgespeichert und alle anderen in dem ersten Speicher gespeicherten Daten gelöscht oder auf einen Bruchteil reduziert werden;
  • d) Feinanalysieren bzw. Feinbewerten der in den zweiten Speicher umgespeicherten Teildaten zur Ermittlung von aus den Teildaten abgeleiteten Kenndaten und/oder Kennmustern;
  • e) Bewerten des Produkts auf Basis von quantifizierbaren Beurteilungskriterien für das Produkt und auf Basis der ermittelten Kenndaten und/oder Kennmuster.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist eine gesamtheitliche Beurteilung sowie Entwicklung eines Produkts möglich. So können sowohl Beurteilungskriterien, die von einer Person unmittelbar feststellbare Produktmerkmale betreffen, als auch Merkmale, die von einer Person nur erschwert feststellbare Produktmerkmale betreffen, systematisch und gesamtheitlich berücksichtigt werden. Hierzu werden im Sinne der Erfindung Daten über das Produkt, nämlich einerseits objektive Messdaten sowie andererseits subjektive Bewertungsdaten und gegebenenfalls Simulationsdaten, erfasst und automatisiert in einem ersten Speicher gespeichert. Durch eine automatische Grobanalyse bzw. Grobbewertung der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten können solche Teildaten ausgefiltert werden, die für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien interessante bzw. relevante Datenmuster enthalten. Durch das automatisierte Ausfiltern relevanter Teildaten aus der Gesamtheit der ermittelten Daten wird die zu verarbeitende Datenmenge begrenzt. Weiterhin können erste Kenndaten und/oder Kennmuster abgeleitet werden. An die Grobanalyse bzw. Grobbewertung schließt sich die automatisierte Feinanalyse bzw. Feinbewertung der umgespeicherten Teildaten und die Bewertung des Produkts an. Wie bereits erwähnt, erfolgt die Grobanalyse bzw. Grobbewertung der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten in vorgegebenen Zeitabständen, woraus folgt, dass der Start des Bewertungsablaufs nicht von einer Triggerung bzw. über externe Signale gestartet sowie beendet wird, sondern vielmehr über eine prozessinterne Größe, nämlich die vorgegebenen Zeitabstände. Die vorgegebenen Zeitabstände können entweder konstant oder variabel sein.

Die Erfindung kann in den unterschiedlichsten Entwicklungsstadien einer Produktentwicklung eingesetzt werden. So ist es möglich, die Erfindung im Zusammenhang mit Prototypen oder serienreifen Produkten zu verwenden. Ebenso ist es auch möglich, die Erfindung in einem sehr frühen Entwurfstadium einer Produktentwicklung einzusetzen, wobei dann als Daten über das Produkt lediglich Simulationsdaten vorliegen und berücksichtigt werden.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bewertung eines Produkts auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien ist in Anspruch 10 definiert.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

1 ein Signalflussdiagramm zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bewertung eines Produkts auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bewertung eines Produkts auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien. In einem ersten Hauptschritt 1 des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Daten über das Produkt automatisiert erfasst sowie gespeichert. In einem zweiten Hauptschritt 2 erfolgt eine automatisierte Grobanalyse bzw. Grobbewertung der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten, wobei im Wege der Grobanalyse bzw. Grobbewertung überprüft wird, ob in den im Hauptschritt 1 erfassten Daten Teildaten enthalten sind, die für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien relevante Datenmuster enthalten. Ist dies der Fall, so werden diese Teildaten ausgefiltert und in einen zweiten Speicher umgespeichert, wobei alle anderen im ersten Speicher gespeicherten Daten gelöscht oder auf einen Bruchteil reduziert werden.

In einem dritten Hauptschritt 3 werden dann die in den zweiten Speicher umgespeicherten Teildaten einer automatisierten Feinanalyse bzw. Feinbewertung unterzogen, um aus den Teildaten abgeleitete Kenndaten und/oder Kennmuster zu ermitteln. Im dritten Hauptschritt 3 erfolgt weiterhin auf Basis der ermittelten Kenndaten und/oder Kennmuster die automatisierte Bewertung des Produkts auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien. In einem vierten Hauptschritt 4 wird das Ergebnis der Bewertung automatisiert ausgegeben sowie gespeichert. Auf die Details der obigen Hauptschritte 1 bis 4 wird nachfolgend in größerem Detail eingegangen.

Im ersten Hauptschritt 1 erfolgt, wie bereits erwähnt, eine Erfassung von Daten über das Produkt. Hierbei werden in einem Schritt 5 mit Hilfe von Sensoren ermittelte, objektive Messdaten erfasst. Bei den mit Hilfe von Sensoren erfassten, objektiven Messdaten kann es sich bei einem Kraftfahrzeug oder einer Baugruppe desselben z. B. um mit Sensoren ermittelte Drehzahldaten und/oder Drehmomentdaten und/oder Temperaturdaten und/oder Beschleunigungsdaten und/oder Geschwindigkeitsdaten und/oder Zugkraftdaten handeln. Bei der Ermittlung der objektiven Messdaten können sowohl Sensoren verwendet werden, die Bestandteil des Produkts, insbesondere des Fahrzeugs oder einer Baugruppe desselben sind, als auch solche Sensoren, die Bestandteil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens sind, also nicht Bestandteil des Produkts sind und nur zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens Verwendung finden. Durch die Verwendung von Sensoren, die nicht Bestandteil des Produkts sondern der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens sind, kann die Flexibilität und Unabhängigkeit der Erfindung gesteigert werden. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass in Schritt 5 auch objektive Messdaten erfasst werden können, die von anderen Einrichtungen bzw. Geräten bereitgestellt werden. So werden z. B. an einem Kraftfahrzeug an einem sogenannten CAN-Bus eine Vielzahl von Signalen übertragen, die in Schritt 5 des Hauptschritts 1 des erfindungsgemäßen Verfahrens als objektive Messdaten erfasst und berücksichtigt werden können.

Zusätzlich zu den objektiven Messdaten werden in einem Schritt 6 des Hauptschritts 1 des erfindungsgemäßen Verfahrens subjektive Bewertungsdaten erfasst, die von Personen abgegeben werden. Bei solchen subjektiven Bewertungsdaten kann es sich bei einem Kraftfahrzeug um Fahrkomfortdaten handeln. Um derartige subjektive Bewertungsdaten standardisiert erfassbar und damit weiterverarbeitbar zu machen, werden die subjektiven Bewertungsdaten über eine Skala in weiterverarbeitbare Daten umgesetzt. Dies kann dadurch erfolgen, dass eine Person beim Umgang mit einem Produkt bzw. bei Durchführung eines Produkttests das subjektive Empfinden unter Verwertung einer Skala an einem Eingabegerät einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingibt. Auch ist es möglich, das subjektive Empfinden sprachlich aufzuzeichnen und über eine Spracherkennung in weiterverarbeitbare Daten umzusetzen. Als Skala zur Umsetzung von subjektiven Empfindungen in weiterverarbeitbare Bewertungsdaten findet vorzugsweise die sogenannte ATZ-Skala Anwendung, die als subjektive Skala in der Automobilindustrie weit verbreitet ist. Es kann aber auch jede andere Skala Verwendung finden.

Weiterhin ist es möglich, in Hauptschritt 1 des erfindungsgemäßen Verfahrens in einem Schritt 7 Simulationsdaten des Produkts zu erfassen. Dies erfolgt insbesondere dann, wenn das Verfahren in einem besonders frühen Entwicklungsstadium eines Produkts durchgeführt werden soll, in welchem noch keine objektiven Messdaten und/oder subjektiven Bewertungsdaten eines Produkts vorliegen. Die Simulationsdaten werden von Simulationsmodellen des Produkts bereitgestellt.

Die in den Schritten 5, 6 und 7 ermittelten bzw. erfassten Daten über das Produkt werden in einem Schritt 8 des Hauptschritts 1 in einem ersten Speicher gespeichert. Dieser erste Speicher wird nachfolgend als Zwischenspeicher bezeichnet.

Im Zusammenhang mit der automatisierten Erfassung und Speicherung von Daten über das Produkt in Hauptschritt 1 kann vorgesehen werden, die erfassten Daten nach Ihrer Bedeutung bzw. Wichtigkeit in Kategorien zu klassifizieren. Dabei kann vorgesehen sein, dass dann, wenn für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien wichtige Daten nicht vorliegen, entweder Ersatzdaten aus anderen erfassten Daten zu errechnen oder das Verfahren zu stoppen bzw. abzubrechen. Das Abbrechen des Verfahrens wird jedoch nur dann erfolgen, wenn besonders wichtige Daten entweder nicht erfasst wurden oder auch nicht aus Ersatzdaten errechnet werden können.

Im Anschluss an das Erfassen und Speichern von Daten über das Produkt im Hauptschritt 1 erfolgt in einem Hauptschritt 2 des erfindungsgemäßen Verfahrens eine automatisierte Grobanalyse bzw. Grobbewertung der in dem Zwischenspeicher gespeicherten Daten. Diese Grobanalyse bzw. Grobbewertung erfolgt in vorgegebenen, insbesondere festen Zeitabständen, vorzugsweise alle 100 ms. Bei der Grobanalyse bzw. Grobbewertung wird überprüft, ob in den im Hauptschritt 1 erfassten und im Zwischenspeicher gespeicherten Daten Datenmuster enthalten sind, die für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien relevant sind. Dies wird in einem Schritt 9 des Hauptschritts 2 mit Hilfe von aus der Mustererkennung bekannten Techniken durchgeführt.

Wird bei dieser Grobanalyse bzw. Grobbewertung festgestellt, dass die im Zwischenspeicher gespeicherten Daten derartige Teildaten enthalten, die für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien relevante Datenmuster enthalten, so werden gemäß Schritt 10 diese Teildaten in einen zweiten Speicher, der nachfolgend als Hauptspeicher bezeichnet wird, umgespeichert. Alle anderen Daten des Zwischenspeichers werden gelöscht oder auf einen Bruchteil reduziert, so dass demnach nach erfolgter Grobanalyse und nach Umspeicherung relevanter Teildaten vom Zwischenspeicher in den Hauptspeicher der Zwischenspeicher komplett gelöscht ist.

Wird bei der Grobanalyse bzw. Grobbewertung in Schritt 9 festgestellt, dass die im Zwischenspeicher enthaltenen Daten keinerlei relevante Teildaten enthalten, so werden lediglich alle Daten des gesamten Zwischenspeichers gelöscht oder auf einen Bruchteil reduziert.

Über die Grobanalyse bzw. Grobbewertung gemäß Hauptschritt 2 des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich, aus der Vielzahl der in Hauptschritt 1 erfassten Daten Teildaten automatisiert auszufiltern, die für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien relevant und wichtig sind. Nicht relevante und demnach überflüssige Daten werden hingegen gelöscht. Hierdurch wird es möglich, die handzuhabende Datenflut einzugrenzen. Weiterhin können bei der Grobanalyse bzw. Grobbewertung erste Kenndaten und/oder Kennmustern abgeleitet werden.

Wie dem Signalflussdiagramm der 1 entnommen werden kann, erfolgt parallel zur Umspeicherung der relevanten Teildaten vom Zwischenspeicher in den Hauptspeicher gemäß Schritt 10 des Hauptschritts 2 in einem Schritt 11 des Hauptschritts 2 eine Speicherung von ersten Kenndaten und/oder Kennmustern, die bei der in Schritt 9 vorgenommenen Grobanalyse bzw. Grobbewertung ermittelt werden.

Im Zusammenhang mit der Umspeicherung von Teildaten in Hauptschritt 2 des erfindungsgemäßen Verfahrens sei darauf hingewiesen, dass den relevanten Teildaten Kennzeichnungsdaten zugeordnet werden können, die zusammen mit den Teildaten im Hauptspeicher sowie gegebenenfalls Redundanzspeicher gespeichert werden. Bei den Kennzeichnungsdaten kann es sich um Zeitdaten und/oder Indizdaten handeln. Zeitdaten geben Aufschluss darüber, wann sich relevante Teildaten ereignet haben. Indizdaten geben Aufschluss darüber, ob auf Basis der Grobanalyse in Hauptschritt 2 Teildaten einer Produkteigenschaft bzw. einem Produktmerkmal zugeordnet werden können.

Es sei darauf hingewiesen, dass die vorgegebenen Zeitabstände, in welchen die Grobanalyse bzw. Grobbewertung durchgeführt wird, entweder konstant oder variabel sein können. Auch können diese Zeitabstände davon abhängig sein, wie viel Zeit eine nachfolgende bzw. vorhergehende Feinanalyse bzw. Feinbewertung in Anspruch nimmt bzw. in Anspruch genommen hat. Weiterhin können die Zeitabstände von anderen Funktionalitäten abhängig sein. Dadurch, dass die Grobanalyse bzw. Grobbewertung der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten in vorgegebenen Zeitabständen durchgeführt wird, ist der Start des Bewertungsablaufs nicht von einer Triggerung anhängig bzw. wird nicht über externe Signale gestartet sowie beendet, sondern vielmehr über eine prozessinterne Größe, nämlich die vorgegebenen Zeitabstände.

In einem weiteren Hauptschritt 3 des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die im Wege der Grobanalyse bzw. Grobbewertung gemäß Hauptschritt 2 herausgefilterten Teildaten einer automatisierten Feinanalyse bzw. Feinbewertung unterzogen. Im Wege dieser Feinanalyse werden aus den in Hauptschritt 2 ausgefilterten sowie umgespeicherten Teildaten weitere Kenndaten und/oder Kennmuster abgeleitet. Diese Feinanalyse bzw. Feinbewertung in Hauptschritt 3 erfolgt im Sinne der Schritt 12 und 13 kaskadiert bzw. mehrstufig mit zunehmenden Detaillierungsgrad. In einem Schritt 12 der Feinanalyse werden Kenndaten und/oder Kennmuster aus den Teildaten ermittelt bzw. abgeleitet, wobei dann weiter überprüft wird, ob auf Basis der ermittelten Kenndaten und/oder Kennmuster eine weitere Analyse erforderlich ist oder nicht.

Dann, wenn eine weitere Analyse erforderlich ist, wird ausgehend von Schritt 12 auf Schritt 13 verzweigt und eine verfeinerte Feinanalyse bzw. Feinbewertung so oft durchgeführt, bis alle relevanten Kenndaten und/oder Kennmuster abgeleitet wurden. Ermittelte Kenndaten und/oder Kennmuster werden von den Schritten 12 und 13 jeweils zur Weiterverarbeitung in einem nachfolgenden Schritt 14 ausgegeben.

Handelt es sich bei dem zu bewertenden Produkt um ein Automatgetriebe eines Kraftfahrzeugs, so können im Sinne der Schritte 12 und 13 als Kenndaten z. B. Daten ermittelt werden, die Aufschluss über eine Reaktionszeit des Automatgetriebes geben. Hierbei kann es sich z. B. um eine Reaktionszeit handeln, die Aufschluss darüber gibt, wie viel Zeit zwischen einem Schaltungsbeginn und einer Drehzahländerung an einem Abtriebstrang des Automatgetriebes verstreicht. Bei weiteren in den Schritten 12 und 13 aus Teildaten abgeleiteten bzw. errechneten Kenndaten bzw. Kennmustern kann es sich um eine Amplitudendifferenz oder einen Zeitversatz zwischen einem Steuersignal und einem Ausgangssignal eines Automatgetriebes handeln.

Als Verfahren zur Feinanalyse in den Schritten 12 und 13 können wiederum aus der Mustererkennung bekannte Verfahren eingesetzt werden, so zum Beispiel ein auf sogenannten Wavelets basierendes Verfahren. Bei solchen Wavelet-Verfahren erfolgt eine Ableitung von Kenndaten kaskadenartig in mehreren Frequenzbereichen, wobei benutzte Grenzbereiche für die Frequenzen frei wählbar sind und ein variables Verhältnis aufweisen können. In den Schritten 12 und 13 kann auch jede andere systemsspezifische Mustererkennung zur Ableitung von Kenndaten und/oder Kennmustern aus den ausgefilterten Teildaten verwendet werden.

Nach der kaskadierten bzw. mehrstufigen Feinanalyse der in Hauptschritt 2 ausgefilterten Teildaten gemäß den Schritten 12 und 13 in Hauptschritt 3 werden im Sinne der Feinanalyse sowie gegebenenfalls Grobanalyse abgeleitete Kenndaten und/oder Kennmuster in einem Schritt 14 des Hauptschritts 3 hierarchisch strukturiert. Bei der hierarchischen Strukturierung in Schritt 14 werden Kenndaten und/oder Kennmuster untereinander verknüpft, des Weiteren können den Kenndaten und/oder Kennmustern Plausibilitätsdaten und/oder Regeldaten zugeordnet werden.

Der Hierarchisierung in Schritt 14 liegt der Gedanke zugrunde, dass Produkte aus vielen miteinander zusammenwirkenden Teilkomponenten bestehen. Dabei ist es von Bedeutung, Teildaten sowie aus den Teildaten abgeleitete Kenndaten sowie Kennmustern mit den Komponenten eines Produkts in Verbindung zu setzen. Zu diesem Zweck wird jedem Teildatum, Kenndatum und/oder Kennmuster ein Zeitdatum zugeordnet, um über einen Vergleich der Zeitdaten festzustellen, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen den Daten und einer Komponente des Produkts plausibel ist. Über Regeldaten kann für die Fälle, in denen Teildaten und/oder Kenndaten und/oder Kennmuster nicht eindeutig Komponenten eines Produkts zugeordnet werden können, Plausibilitätsindizien bzw. Wahrscheinlichkeiten abgeleitet werden. Das Ergebnis des Schritts 14 ist eine hierarchische Struktur von Teildaten und abgeleiteten Kenndaten bzw. Kennmustern, auf Basis derer nachfolgend in Schritt 15 die Bewertung unter Zugrundelegung quantifizierbarer Beurteilungskriterien erfolgt.

Die Bewertung in Schritt 15 des Hauptschritts 3 des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt dabei unter Verwendung logischer Operatoren, insbesondere unter Verwendung eines sogenannten HDM-Netzes, welches aus mehreren miteinander verknüpften logischen Fuzzy-Operatoren zusammengesetzt ist. Dabei kann ein Fuzzy-Operator Verwendung finden, wie er nachfolgend wiedergegeben ist: wobei X die Eingangsdaten und Z das Ausgangsdatum des logischen Fuzzy-Operators sind, und wobei fn(Xn) eine Konstante oder ±Xn ±fn(Xn) ein monotones Produkt ist.

Vorzugsweise findet folgender Fuzzy-Operator Verwendung:

In einem sich an den Hauptschritt 3 anschließenden Hauptschritt 4 des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein Ausgeben sowie Speichern der Bewertung erfolgen. In einem Schritt 16 des Hauptschritts 4 kann z. B. eine visuelle und/oder akustische Ausgabe für einen Anwender erfolgen. Angezeigt werden insbesondere Diagramme und/oder Signalverläufe. Visuelle Anzeigen erfolgen vorzugsweise auf Anzeigegeräten, akustische Ausgaben können mittels einer künstlichen Stimme über Lautsprecher erfolgen. Das Speichern der Bewertung erfolgt in Schritt 17. In einem Schritt 18 des Hauptschritts 4 kann eine Ausgabe zu weiteren Zwecken erfolgen, so z. B. zu Dokumentationszwecken oder Optimierungszwecken bei der Abstimmung des Produkts.

1
Hauptschritt
2
Hauptschritt
3
Hauptschritt
4
Hauptschritt
5
Schritt
6
Schritt
7
Schritt
8
Schritt
9
Schritt
10
Schritt
11
Schritt
12
Schritt
13
Schritt
14
Schritt
15
Schritt
16
Schritt
17
Schritt
18
Schritt


Anspruch[de]
Verfahren zur Bewertung eines Produkts, insbesondere eines Fahrzeugs oder einer Baugruppe desselben, auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien, gekennzeichnet durch folgende Schritte:

a) Erfassen von Daten über das Produkt, wobei es sich bei den Daten um mit Sensoren ermittelte, objektive Messdaten und/oder um von Personen abgegebene, subjektive Bewertungsdaten und/oder um Simulationsdaten handelt;

b) Speichern der erfassten Daten in einem ersten Speicher;

c) Grobanalysieren bzw. Grobbewerten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten in vorgegeben Zeitabständen, wobei dann, wenn hierbei ermittelt wird, dass Teildaten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien relevante Datenmuster enthalten, diese Teildaten in mindestens einen zweiten Speicher umgespeichert und alle anderen in dem ersten Speicher gespeicherten Daten gelöscht oder auf einen Bruchteil reduziert werden;

d) Feinanalysieren bzw. Feinbewerten der in den zweiten Speicher umgespeicherten Teildaten zur Ermittlung von aus den Teildaten abgeleiteten Kenndaten und/oder Kennmustern;

e) Bewerten des Produkts auf Basis von quantifizierbaren Beurteilungskriterien für das Produkt und auf Basis der ermittelten Kenndaten und/oder Kennmuster.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a) als objektive Messdaten eines Fahrzeugs oder einer Baugruppe des Fahrzeugs Drehzahldaten und/oder Drehmomentdaten und/oder Temperaturdaten und/oder Beschleunigungsdaten und/oder Zugkraftdaten erfasst werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a) als subjektive Bewertungsdaten eines Fahrzeugs Fahrkomfortdaten derart erfasst werden, und dass subjektive Empfindungen über eine Skala in weiterverarbeitbare Daten umgesetzt werden. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn bei der Grobanalyse bzw. Grobbewertung in Schritt c) ermittelt wird, dass keinerlei Teildaten der in dem ersten Speicher gespeicherten Daten für die quantifizierbaren Beurteilungskriterien interessante Datenmuster enthalten, alle Daten des ersten Speicher gelöscht auf einen Bruchteil reduziert werden. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Umspeicherung der Teildaten in Schritt c) den Teildaten Kennzeichnungsdaten wie Zeitdaten und/oder Indizdaten zugeordnet werden. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Grobanalyse bzw. Grobbewertung in Schritt c) erste Kenndaten und/oder Kennmuster ermittelt werden. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Feinanalyse bzw. Feinbewertung in Schritt d) kaskadiert oder mehrstufig durchgeführt wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die bei der Feinanalyse bzw. Feinbewertung in Schritt d) und gegebenenfalls bei der Grobanalyse bzw. Grobbewertung in Schritt c) ermittelten Kenndaten und/oder Kennmuster hierarchisch strukturiert werden, wobei hierzu vorzugsweise zumindest einige der Kenndaten und/oder Kennmuster untereinander verknüpft und/oder denselben Plausibilitätsdaten und/oder Regeldaten zugeordnet werden. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewertung gemäß Schritt e) unter Verwendung logischer Operatoren, insbesondere unter Verwendung einer harmonischen Entscheidungsmatrix auf Basis logischer Fuzzy-Operatoren, durchgeführt wird. Vorrichtung zur Bewertung eines Produkts, insbesondere eines Fahrzeugs oder einer Baugruppe desselben, auf Basis quantifizierbarer Beurteilungskriterien, gekennzeichnet durch Sensoren und/oder Schnittstellen zur Erfassung von Daten über das Produkt, durch Speicher zur Speicherung der Daten und daraus ermittelter Teildaten sowie Kenndaten und/oder Kennmuster, und durch Mittel zur Analyse, nämlich zur Grobanalyse und Feinanalyse, der Daten und zur Bewertung des Produkts auf Grundlage der Analyse. Vorrichtung nach Anspruch 10, gekennzeichnet, durch Mittel zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9.






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