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Dokumentenidentifikation DE102005048203A1 12.04.2007
Titel Gefäß, insbesondere Urne, aus spritzgussfähigem Holz
Anmelder Perschl, Herbert, Widnau, CH
Erfinder Perschl, Herbert, Widnau, CH
Vertreter Bettinger und Kollegen, 81679 München
DE-Anmeldedatum 07.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048203
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse A61G 17/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Gefäß, bevorzugt eine Urne, aus biologisch abbaubarem Material, mit einem Gefäßkörper (10) und einem Deckel (20), dadurch gekennzeichnet, dass der äußere obere Rand (50) des Gefäßkörpers (10) nach oben im Wesentlichen konisch verjüngend ausgebildet ist und der hierzu korrespondierende innere untere Rand (60) des Deckels (20) nach unten im Wesentlichen erweiternd ausgebildet ist, so dass eine im Wesentlichen formschlüssige, bevorzugt aschedichte, Verbindung zwischen Gefäßkörper (10) und Deckel (20) erreichbar ist, wobei der Gefäßkörper (10) mindestens eine im Wesentlichen umlaufende Nut (55) und Deckel (20) mindestens zwei Grate (65) aufweist, wobei die Grate (65) im geschlossenen Zustand des Gefäßes so mit der Nut (55) verrasten, dass ein zerstörungsfreies Öffnen des Gefäßes nicht mehr möglich ist und wobei das biologisch abbaubare Material ein stärkefreies spritzgussfähiges Material, welches im Wesentlichen Holz- und Naturfasern und Holzpulver sowie Bindemittel, vorzugsweise Lignin, enthält und wobei mindestens auf einer, bevorzugt auf beiden Seiten der Grate (65) in radialer Richtung mindestens je eine Halterippe (66), die sich vorzugsweise im Wesentlichen längs in axialer Richtung am Deckel erstreckt und die den Zweck hat, den Deckel im Bereich der Grate (65) gegen versehentliches Eindrücken zu schützen, welches zur Öffnung des einmal geschlossenen Gefäßes führen kann, vorhanden ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gefäß, bevorzugt eine Urne, aus biologisch abbaubarem Material, welches einen Gefäßkörper und einen Deckel aufweist.

Derartige Gefäße sind im Stand der Technik bekannt. Es ist etwa bekannt, Gefäße, insbesondere Urnen, aus Massivholz herzustellen und dabei das Gefäßinnere sowie die äußere Form durch Drehen und/oder Schnitzen herauszubilden. Dies hat den erheblichen Nachteil, dass der Materialverbrauch unverhältnismäßig groß ist, insbesondere wenn, wie etwa bei einer Urne, ein vergleichsweise großer Hohlraum erforderlich ist. Darüber hinaus weist Holz als natürliches Material Unebenheiten auf, so dass ein sicherer Verschluss des Deckels mit dem Gehäuse, wie insbesondere bei Urnen, erforderlich ist, regelmäßig nur unter Verwendung von Leim erfolgen kann.

Aus der DE 196 08 261 ist eine Urne bekannt, die aus einem stärkehaltigen Material besteht, welches spritzgussfähig ist. Damit kann der Materialverbrauch erheblich eingeschränkt werden. Nachteilig an dieser Urne ist jedoch, dass das Material eine sehr hohe Bruchdehnung aufweist, so dass es sehr flexibel ist. Dies hat zur Folge, dass ein unlösbarer Verschluss des Deckels mit dem Gefäßkörper nicht möglich ist, da weder eine saubere formschlüssige Verbindung, noch ein dauerhafter Schnappverschluss möglich ist. Darüber hinaus ist die Handhabung derart instabiler Gefäße problematisch. Die durch die Stärke bedingte weißlich-gelbliche Farbe des Gefäßes ist darüber hinaus häufig unerwünscht, so dass die zusätzliche Verwendung von Farben erforderlich wird. Dazu kommt, dass das Material nur sehr schlecht für das Spritzgussverfahren geeignet ist, da es aufgrund seiner Zusammensetzung und der konkret erforderlichen Verfahrensschritte regelmäßig in kurzen Abständen die Werkzeugdüsen verstopft. Deren häufige Reinigung ist aufwändig und behindert eine gleichmäßige Produktion erheblich.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die oben beschriebenen Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden, und ein Gefäß, insbesondere eine Urne zur Verfügung zu stellen, welches bei geringem Materialeinsatz und sicherer Verschließbarkeit vollständig biologisch abbaubar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein eingangs genanntes Gefäß gelöst, bei dem der äußere obere Rand des Gefäßkörpers nach oben im Wesentlichen konisch verjüngend ausgebildet ist und der hierzu korrespondierende innere untere Rand des Deckels nach unten im Wesentlichen erweiternd ausgebildet ist, so dass eine im Wesentlichen formschlüssige, bevorzugt aschedichte, Verbindung zwischen Gefäßkörper und Deckel erreichbar ist. Der Gefäßkörper weist dabei mindestens eine im Wesentlichen umlaufende Nut auf, der Deckel mindestens zwei Grate, wobei die Grate im geschlossenen Zustand des Gefäßes so mit der Nut verrasten, dass ein zerstörungsfreies Öffnen des Gefäßes nicht mehr möglich ist. Auf mindestens auf einer, bevorzugt auf beiden Seiten der Grate ist in radialer Richtung mindestens je eine Halterippe angebracht, die sich vorzugsweise im Wesentlichen längs in axialer Richtung am Deckel erstreckt und die den Zweck hat, den Deckel im Bereich der Grate gegen versehentliches Eindrücken zu schützen. Durch ein derartiges Eindrücken wäre es möglich, das einmal geschlossene Gefäß zerstörungsfrei erneut zu öffnen, was insbesondere bei Urnen auf Grund gesetzlicher Vorgaben regelmäßig nicht möglich sein darf. Da das erfindungsgemäß verwendete Material eine noch recht große Bruchdehnung aufweist, hat sich eine derartige Verstärkung als sehr vorteilhaft erwiesen. Diese wird weiter verbessert, wenn mindestens eine weitere Halterippe oberhalb (in radialer Richtung) des Grates vorhanden ist, so dass der Grat an allen freien Seiten zusätzlich durch Halterippen verstärkt wird.

Das biologisch abbaubare Material ist dabei ein stärkefreies spritzgussfähiges Material, welches im Wesentlichen Holz- und Naturfasern und Holzpulver sowie Bindemittel, bevorzugt Lignin, enthält.

Der Rohstoff wird vorzugsweise aus Holzabfall gewonnen und mit Lignin versetzt, was besonders Ressourcen schonend ist. Dazu kommt, dass bei der Verrottung des Gefäßes nur so viel CO2 frei wird, wie vorher im Material gebunden war. Das Gefäß ist damit regenerativ und CO2 neutral.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Material durch Zusatz von Schlagzähmodifikatoren so verändert, dass die Bruchdehnung des Gefäßes einen Wert von weniger als 4 %, bevorzugt von weniger als 1,5 %, besonders bevorzugt zwischen 0,3 und 0,7 % aufweist.

Es hat sich darüber hinaus als vorteilhaft erwiesen, wenn im Bodenbereich des Gefäßkörpers und/oder des Deckels des Gefäßes mindestens drei Rippen ausgebildet sind, so dass sowohl der Gefäßkörper als auch der Deckel gestapelt werden können. Dadurch verringert sich das Taransportvolumen erheblich.

Die formschlüssige Verbindung zwischen Deckel und Gefäßkörper ist vorzugsweise so ausgebildet, dass im geschlossenen Zustand eine umlaufende Nut zwischen dem oberen äußeren Rand des Gefäßkörpers und dem unteren äußeren Rand des Deckels verbleibt. Dies ermöglicht größere Fertigungstoleranzen und verbessert zugleich den optischen Eindruck.

Bei Bedarf kann das Gefäß mindestens an der Außenseite mit einem biologisch abbaubaren Schutzlack versehen werden. Es ist aber auch möglich, biologisch abbaubare Farbpigmente dem Material unmittelbar zuzusetzen, so dass das Gefäß insgesamt eingefärbt ist. Darüber hinaus ist es möglich, das Material des Gefäßes mit Duftstoffen zu dotieren, die aus dem fertigen Gefäß austreten. So können etwa verschiedene Holzdüfte, aber auch jegliche Form anderer Düfte eingebracht werden. Insbesondere die Verwendung von Holzdüften unterstreicht das holzartige Aussehen des fertigen Produktes.

Soweit es auf eine schnelle Verrottbarkeit des Gefäßes, etwa bei Urnen, ankommt, hat es sich gezeigt, dass eine Dotierung mit Mikroben vorteilhaft ist, die geeignet sind, den Verrottungsprozess zu beschleunigen.

Für den Einsatz des Gefäßes als Urne bei Feuerbestattungen ist es darüber hinaus vorteilhaft, wenn der Deckelbereich des Gefäßes eine Ausnehmung aufweist, in die eine vorzugsweise unverrottbare Plakette einbringbar ist, in die die persönlichen Daten des Verstorbenen eingetragen werden können.

Ein besonders guter Verschluss der Urne wird im übrigen erreicht, wenn wenigstens drei, bevorzugt wenigstens fünf Grat – Halterippen Kombinationen zur Verbindung mit der Nut im Gefäß zur Verfügung stehen.

Im Folgenden wird anhand der Figuren die bevorzugte Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Es zeigen:

1: eine Urne mit Gefäßkörper und Deckel,

2: eine Seitenschnittansicht einer solchen Urne,

3: eine Seitenansicht des oberen Randes des Gefäßkörpers,

4: eine Seitenansicht des unteren Randes des Deckels,

5: eine Seitenansicht der Verschlussgeometrie bei geschlossener Urne und

6: einen Querschnitt durch den Deckel einer erfindungsgemäßen Urne und

7: eine Draufsicht auf die Unterseite eines Deckels einer erfindungsgemäßen Urne.

1 zeigt ein erfindungsgemäßes Gefäß, hier eine Urne, in einer Ansicht von schräg oben. Die Urne besteht dabei aus einem Gefäßkörper 10 und einem Deckel 20.

2 zeigt dieselbe Urne in einer Seitenansicht. Zu erkennen ist hier neben dem Gefäßkörper 10 und dem Deckel 20 auch die sich konisch nach innen verjüngende Randfläche 50 des Gefäßkörpers 10. Nur angedeutet ist die umlaufende Nut.

Diese Nut 55 ist in 3 gut zu erkennen. Es handelt sich hierbei um eine sehr kleine Einkerbung in dem umlaufenden Rand 50 des oberen Gefäßteils. Die Fläche 50 ist ansonsten glatt ausgebildet, so dass eine formschlüssige Verbindung mit der korrespondierenden Fläche 60 des in 4 gezeigten unteren Randes des Deckels möglich ist. In 4 ist ein seitlicher Schnitt des Bereiches des Deckels gezeigt, in dem ein Grat 65 vorhanden ist, der mit der umlaufenden Nut 55 des Gefäßkörpers 20 im geschlossenen Zustand verrasten kann.

5 zeigt den entsprechenden Bereich der Urne im geschlossenen Zustand in einer Seitenansicht. Zu erkennen ist hier im unteren Bereich der obere Rand 50 des Gefäßkörpers 10 sowie der untere Rand 60 des Deckels 20, sowie die Nut 55 und den damit verrasteten Grat 65. In der konkreten Ausführungsform ist der Rand 60 des Deckels 20 kurz im Vergleich zum Rand 50 des Gefäßkörpers 10 gehalten, so dass im geschlossenen Zustand eine bevorzugt umlaufende Schattenfuge 70 verbleibt. Dies ermöglicht einen guten Ausgleich von Fertigungstoleranzen und sorgt darüber hinaus für einen besseren optischen Eindruck. Vorzugsweise ist der untere Rand des Randes 60 auf der Innenseite abgerundet, was eine leichtere Verbindung zwischen Deckel und Gefäßkörper ermöglicht.

Das erfindungsgemäß verwendete Material der Urne besteht im Wesentlichen aus Holzfasern und Holzpulver sowie dem organischen Bindemittel Lignin. Das Holz ist dabei so fein gemahlen, dass die einzelnen Fasern nicht mehr zu erkennen sind. Gleichzeitig bleibt durch die Herstellung im Spritzgussverfahren ein gemaserter Holzeindruck im fertigen Gefäß erhalten, was einen optisch ansprechenden Eindruck hinterlässt, ohne dass weitere Behandlungen der Urne erforderlich wären. Dennoch ist die Verwendung eines farblosen oder auch farbigen Schutzlacks jederzeit denkbar, der aber vorzugsweise biologisch abbaubar sein sollte, um die Verrottbarkeit der Urne nicht zu gefährden. Das Material der beschriebenen Urne ist darüber hinaus vollkommen schadstofffrei und aus diesem Grund besonders für die Verrottung geeignet.

Die verwendete Materialmischung weist keine Nachschwindung nach Abschluss des Spritzgussprozesses auf, so dass keine Einfallstellen bei Wandstärkensprüngen auftreten. Gleichzeitig ist eine sehr exakte Verarbeitung möglich, was dünne Wandstärken von nur 3 mm bei der gezeigten Urne ermöglicht, die ein Volumen von 4,1 ltr in dem 15 mm unter der oberen Kante des Gefäßkörpers endenden Hohlraum fasst. Durch die geringe Wandstärke beträgt das Gesamtgewicht der Urne lediglich etwa 1 kg.

Der gezeigte Deckel der Urne weist ein Volumen von 1,5 l auf. Es ist daher möglich, den gezeigten Deckel in einer weiteren Form herzustellen, nämlich mit dem in 3 gezeigten Rand 50 samt umlaufender Nut 55 wie der Gefäßkörper 10, so dass die gleiche Form für den Deckel auch als Gefäßkörper verwendet werden kann. Das zur Verfügung stehende Volumen bis 15 mm unter der Kante des Körpers beträgt 1,5 l und ist daher bei der Verwendung als Urne für die Bestattung von Kindern geeignet.

Das verwendete Material weist eine ausgesprochen geringe Bruchdehnung auf und ist dadurch sehr steif. Die im Einzelfall erforderliche Erhöhung der Bruchdehnung erfolgt durch Zugabe von Schlagzähmodifikatoren. In Verbindung mit der nicht nachschwindenden Herstellung können Oberflächen, insbesondere auch die gezeigten Ränder, sehr glatt und stabil ausgeformt werden, so dass eine formschlüssige Verbindung, die annähernd gasdicht und praktisch vollständig aschedicht ist, möglich wird. Daher genügen bereits wenige Grate 65, die in der umlaufenden Nut 55 verrasten, um, gemeinsam mit der formschlüssigen Verbindung zwischen Gefäßkörper und Deckel, für eine feste, unlösbare Verbindung sorgen, nachdem die Teile einmal verbunden worden sind.

Da, im Gegensatz zur eingangs beschriebenen Urne aus stärkehaltigem Material nach DE 196 08 261, wegen der hier besonders niedrigen Bruchdehnung eine Verformung des Gefäßes auch bei großem Gefäßvolumen praktisch nicht möglich ist, kann durch üblichen äußeren Druck keine Verformung des Gefäßes hervorgerufen werden, die ausreicht, um den Verschluss wieder zu lösen. Damit ist der Einsatz von Klebstoff oder sonstigen Verschlusshilfen nicht erforderlich, was die Verwendung des erfindungsgemäßen Gefäßes weiter vereinfacht und verbilligt.

Wegen der möglichen formschlüssigen und steifen Verbindung zwischen Deckel und Gefäßkörper sind auch Gefäße, die nicht wie die in 1 und 2 gezeigte Urne rotationssymmetrisch sind, möglich. Da das Gefäß bevorzugt im Spritzgussverfahren hergestellt wird, sind hier völlig freie Formen denkbar. So ist es etwa möglich, dreidimensionale Tierfiguren auszubilden, die als Urne für die Bestattung von Tieren Verwendung finden können.

Es hat sich herausgestellt, dass für einen guten formschlüssigen und sicher sitzenden Verschluss die Bruchdehnung vorzugsweise unterhalb von 4 % liegen sollte, besonders bevorzugt unter 1,5 %. Eine sehr steife Verbindung wird bei einer Bruchdehnung im Bereich von 0,3 und 0,7 % erreicht. Damit ist die Bruchdehnung noch ausreichend, um beim Verschließen des Gefäßes den im Deckel vorhandenen Grat 65 über den Rand 50 in die Nut 55 rutschen zu lassen, ohne den Grat abzubrechen. Gleichzeitig ist die Härte des Materials ausreichend, um einen sicheren Verschluss zu gewährleisten.

Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass das für die Urnen erforderliche Material mit der erforderlichen Bruchdehnung sehr gut spritzgussfähig ist. Es kann insbesondere eine ganze Serie von Gefäßen hergestellt werden, ohne dass eine separate Reinigung der Düsen im Spritzgussverfahren erforderlich ist, was das verwendete Material deutlich von der bekannten Stärkemischung unterscheidet. Bei den aus Stärke hergestellten Urnen hat sich gezeigt, dass der Herstellungsaufwand wegen sich regelmäßig verstopfender Düsen erheblich ist.

Aufgrund der geringen Bruchdehnung und damit der hohen Steifigkeit des Materials auch bei dünnen Wandstärken können die Verschlussmechanismen auch filigraner ausgefertigt werden, so dass etwa auch Bajonettverschlüsse realisierbar sind.

6 zeigt schließlich eine Schnittzeichnung einer erfindungsgemäßen Urne, wie sie bereits in 1 und 2 gezeigt ist. Zu erkennen sind im unteren Bereich des Gefäßes 10 Stützelemente oder Rippen 80, die hier zusätzlich über eine Einkerbung verfügen. In der gezeigten Urne sind drei, gleichmäßig beabstandete derartige Stützelemente vorhanden, deren innerer, durch die Kerben gebildete Radius in etwa dem Radius des Bodens des Gefäßes 10 entspricht, so dass hier eine einfache und sichere Stapelbarkeit erreicht wird.

Aufgrund der geringen Bruchdehnung beschränkt sich die Auflagefläche des Bodens auf die Stütze, während die Wände im Wesentlichen nicht miteinander in Berührung sind und somit nicht miteinander verkleben können, wie dies etwa bei der sehr flexiblen Stärkeurne nach der DE 196 08 261 der Fall ist. Im Deckel 20 der Urne nach 6 sind ebenfalls derartige Halteelemente 90 zu sehen, so dass auch die Deckelelemente separat gestapelt werden können. Dabei sind drei derartige Halteelemente in Gefäßkörper und Deckel ausreichend, es können jedoch auch vier oder mehr vorhanden sein.

Im Rand 60 des Deckels 20 ist im vorderen Bereich ein Grat 65 zu erkennen, der in die hier nicht gezeigte Nut im Rand 50 des Gefäßes 10 einrastet. Bei der gezeigten Urne sind zwei derartige Grate 65 vorhanden. Häufig ist es auch günstig, drei oder mehr Grate vorzusehen.

Neben den Graten 65 sind jeweils zwei Halterippen 66 zu erkennen, sowie eine weitere Halterippe 67 oberhalb des Grates. Die Lage insbesondere der Halterippen 66 und 67 wird nochmals deutlich in der Querschnittsansicht nach 7.

Soweit der Verschlussmechanismus, bestehend aus einer Nut mit korrespondierenden Graten, betroffen ist, ist auch eine Vertauschung möglich, d.h. die Nut in den Rand 60 des Deckels 20 einzuarbeiten und die Grate im Gegenzug in den Rand 50 des Gefäßkörpers 10. Ebenso können mehrere Nuten vorhanden sein, so dass ein abgestuftes Verschließen möglich ist. Wenn den mehreren Nuten auch mehrere abgestufte Grate gegenüber stehen, kann auch eine zusätzliche Festigkeit durch diese Verwendung zusätzlicher Halteelemente erzielt werden.


Anspruch[de]
Gefäß, bevorzugt eine Urne, aus biologisch abbaubarem Material, aufweisend einen Gefäßkörper (10) und einen Deckel (20), dadurch gekennzeichnet, dass der äußere obere Rand (50) des Gefäßkörpers (10) nach oben im wesentlichen konisch verjüngend ausgebildet ist und der hierzu korrespondierende innere untere Rand (60) des Deckels (20) nach unten im wesentlichen erweiternd ausgebildet ist, so dass eine im wesentlichen formschlüssige, bevorzugt aschedichte, Verbindung zwischen Gefäßkörper (10) und Deckel (20) erreichbar ist, wobei der Gefäßkörper (10) mindestens eine im wesentlichen umlaufende Nut (55) und Deckel (20) mindestens zwei Grate (65) aufweist, wobei die Grate (65) im geschlossenen Zustand des Gefäßes so mit der Nut (55) verrasten, dass ein zerstörungsfreies Öffnen des Gefäßes nicht mehr möglich ist und wobei das biologisch abbaubare Material ein stärkefreies spritzgussfähiges Material, welches im wesentlichen Holz- und Naturfasern und Holzpulver sowie Bindemittel, vorzugsweise Lignin, enthält und wobei mindestens auf einer, bevorzugt auf beiden Seiten der Grate (65) in radialer Richtung mindestens je eine Halterippe (66), die sich vorzugsweise im Wesentlichen längs in axialer Richtung am Deckel erstreckt und die den Zweck hat, den Deckel im Bereich der Grate (65) gegen versehentliches Eindrücken zu schützen, welches zur Öffnung des einmal geschlossenen Gefäßes führen kann, vorhanden ist. Gefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass über dem Grat (65) in axialer Richtung eine weitere Halterippe (67) vorhanden ist, die zur weiteren Verstärkung des Deckels gegen versehentliches Eindrücken dient. Gefäß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material Schlagzähmodifikatoren enthält, deren Anteil so eingestellt ist, dass die Bruchdehnung des Gefäßes kleiner als 4%, vorzugsweise kleiner als 1,5% und besonders bevorzugt zwischen 0,3 und 0,7% ist. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils mindestens drei Rippen (80, 90) im Bodenbereich des Gefäßkörpers (10) und/oder des Deckels (20) ausgebildet sind, um eine bessere Stapelbarkeit des Gefäßkörpers (10) und/oder des Deckels (20) zu ermöglichen. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ränder (50, 60) von Gefäßkörper (10) und Deckel (20) so ausgebildet sind, dass im geschlossenen Zustand des Gefäßes eine umlaufende Nut (70) in der äußeren Oberfläche verbleibt. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens an der Außenseite einen Schutzlack, bevorzugt einen biologisch abbaubaren Schutzlack, aufweist. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es biologisch abbaubare Farbpigmente im Material aufweist. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es Duftstoffe, bevorzugt Duftstoffe mit natürlichem Holzgeruch, im Material aufweist. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mit Mikroben dotiert ist, die geeignet sind den Verrottungsprozess zu beschleunigen. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (20) eine Ausnehmung für die Anbringung einer, vorzugsweise unverrottbaren, Plakette aufweist. Gefäß nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens drei, bevorzugt mindestens fünf Grate (65) aufweist, die jeweils von mindestens einer Halterippe (66, 67) verstärkt werden.






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