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Dokumentenidentifikation DE102005048303A1 12.04.2007
Titel Hochwasser-Schutzsystem
Anmelder Hahn, Georg, 93194 Walderbach, DE
Erfinder Hahn, Georg, 93194 Walderbach, DE
Vertreter Graf und Kollegen, 93049 Regensburg
DE-Anmeldedatum 08.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048303
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse E02B 3/10(2006.01)A, F, I, 20051008, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04H 9/14(2006.01)A, L, I, 20051008, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Hochwasser-Schutzsystem, das aus fest im Boden verankerten Teilen und lösbaren sowie verstaubaren Teilen besteht, umfasst Vierkant-Stahlhülsen, die mit der Oberkante Erdboden bündig abschließend in den Erdboden eingesetzt sind und dort verbleiben, Vierkant-Stahlstützen, die in die Stahlhülsen einsetzbar, gegen Absenken gesichert und aus den Hülsen herausziehbar ausgebildet sind, Stahl-Abstandshalter, die an den Stahlhülsen innen angeschweißt sind, Stahl-Abstandshalter, die an den Stahlstützen außen angeschweißt sind, Stahlrohr-Hülsenrandverstärkungen, die an den Stahlhülsen außen angeschweißt und zur Aufnahme eines aufgesetzten Stahldeckels auf Bodenniveau ausgebildet sind, und Alu-Dammbalkenwände mit Flansch, die an der Innenseite der Stahlstütze mittels Spreizkeilen und Dichtungsband befestigt sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Hochwasser-Schutzsystem, das aus einem teilweise fest im Boden verankerten Teil und einem abnehmbaren bzw. lösbaren und verstaubaren beweglichen Teil besteht.

Aus langjährigen Erfahrungen und zahlreichen Hochwasserschäden ergibt sich, dass mit den derzeit verfügbaren Mitteln Überschwemmungen nicht ausgeschlossen oder wirksam verhindert werden können. Überall dort, wo die Hochwassermassen Städte, Orte und anderes wertvolles Gelände gefährden und die Möglichkeit besteht, derartige Kerngebiete einzugrenzen und Schutz durch Spundwände und damit verbundene Konstruktionen zu erreichen, werden nach herkömmlichen Methoden die Hochwassermassen in Verbindung mit Erddämmen und Sandsäcken bekämpft. Andere Methoden, mit stabilen Spundwänden und entsprechenden Konstruktionen das Eindringen von Hochwasser in innerstädtische Bereiche oder dergl. zu verhindern, die ortsfest errichtet werden, sind aus städtebaulicher Sicht nicht vertretbar, wenn diese Spundwände den Normalwasserpegel soweit überragen, dass im Städtebild dauerhafte Sperrmauern verbleiben.

Aufgabe der Erfindung ist, ein Hochwasser-Schutzsystem vorzuschlagen, mit dem schnell, effektiv und kostengünstig mit Hilfe einer relativ geringen Menge an Hilfskräften und ohne Einsatz von schwerem Gerät ein Schutz gegen Hochwasser erreicht werden kann.

Gemäß der Erfindung wird dies mit einem System mit den Merkmalen des Kennzeichens des Anspruches 1 erreicht. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Hochwasser-Schutzsystem geht aus von einer aus Hohlrohren bestehenden Grundkonstruktion. Die Hohlrohrhülsen, die aus Stahl oder Aluminium bestehen, werden an den Stellen, an denen die Hochwasser-Schutzwand errichtet werden soll, in das Erdreich eingerammt und bleiben dauerhaft im Erdreich, wo sie durch Deckel gesichert werden. Die Hohlrohrhülsen schließen bündig mit der Oberkante Erdboden ab und nehmen Hohlrohrstützen, sogenannte Piner, mit einer Länge von ca. 4 m auf, die im Ruhezustand in den Hohlrohrhülsen verstaut werden. Bei auftretendem Hochwasser werden die Hohlrohrstützen in den Hohlrohrhülsen hochgezogen und verriegelt bzw. verbolzt. Die Strecke, um die die Stützträger in den Hohlrohrhülsen hochgezogen werden, beträgt ca. 3 m, was etwa der Hochwasser-Schutzhöhe entspricht.

Die Hohlrohrstützen sind in Abständen von z.B. 3 m voneinander in Richtung des Schutzwandsystems angeordnet und bilden Felder aus, die durch den Einsatz von Dammbalken mit z.B. einer Länge von 3 m, einer Breite von 0,15 m und einer Höhe von 0,215 m zu der Hochwasser-Schutzwand verfüllt werden. Diese Dammbalken bestehen z.B. aus Aluminium, Stahl, verstärktem Kunststoff, Leimholz oder dergl. und sind an den Verbindungsstellen profiliert, um eine gegenseitige Verriegelung und Abdichtung mittels zusätzlicher Abdichtelemente zu erzielen. Die Dammbalken haben ein verhältnismäßig geringes Gewicht und das Einheben eines Balkens in das jeweilige Feld kann von einem einzigen Mann durchgeführt werden.

Die Stabilität einer derartigen Grundkonstruktion ist aufgrund des Versenkens der Hohlrohrhülsen im Erdreich so hoch, dass bis zu einer Hochwasser-Schutzhöhe von ca. 3 m eine Hinterabstützung nicht erforderlich ist.

Das Setzen der Hohlrohrhülsen, die dauerhaft im Boden verbleiben, und das Herausziehen der Stahlstützen bis ca. 3 m Schutzhöhe sowie das Verriegeln der Stahlstützen in dieser Höhe stellt die Aufbauphase I für den Hochwasserschutz bis ca. 3 m Höhe dar. Wird ein höherer Hochwasserstand erwartet, wird die Aufbauphase 2 eingeleitet, bei der auf die Stahlstützen nach der Aufbauphase I Stahlmuffen aufgesetzt und an den vorhandenen Stahlstützen verschraubt werden. In diese Stahlmuffen werden zur Verlängerung nach oben Aufsatzträger eingesetzt, die mit den Stahlmuffen verschraubt werden. Diese in der zweiten Aufbaustufe aufgesetzten Stahlstützen haben eine Länge von z. B. 3 m, erhöhen somit die gesamte zweite Aufbaustufe des Hochwasserschutzes auf insgesamt ca. 6 m Schutzhöhe, und werden mit einer Rückabstützung versehen, die ab einer Hochwasserhöhe von z. B. 3,50 m erforderlich ist. An den aufgesetzten Stahlstützen sind an der Außenseite (landseitig) Stahlschuhe angeschweißt, die den oberen Teil der Rückabstützungen aufnehmen, während der untere Teil der Rückabstützungen in weiteren Stahlschuhen aufgenommen wird, die mit flachen, auf dem Boden aufliegenden U-Trägern verschweißt werden, welche mit den in den Erdboden eingerammten Hohlrohrhülsen verriegelt werden, so daß die Rückabstützungen dreieckförmige, stabile Stützanordnungen ausbilden, die den durch die Hochwassermassen auf die Stahlstützen der zweiten Aufbauphase ausgeübten Druck abfangen. Die Stahlstützen der zweiten Aufbauphase sind analog den Stahlstützen der ersten Aufbauphase so ausgebildet, daß sie ebenfalls Dammbalken aufnehmen und damit die Hochwasserschutzwand bis auf ca. 6 m erhöhen. Die Dammbalken werden gegen Aufsteigen dadurch gesichert, daß sie an die Stahlstützen angebolzt und befestigt werden. Die Stahlstützen ihrerseits werden gegen Aufschieben nach oben dadurch gesichert, daß sie an die im Erdreich verankerten Hohlrohrhülsen angehängt werden, so daß bei der Konstruktion der Aufbauphase II gegenüber der Ausbildung der Aufbauphase I durch die gewählten Rückabstützungen eine hohe konstruktive Festigkeit gegenüber dem Druck der Hochwassermassen erreicht wird. Um diesen hohen Druck, der über die Rückabstützung an die Vierkant-Hohlrohrhülsen und von diesen an das umgebende Erdreich übertragen wird, aufzufangen, werden an die Hohlrohrhülsen seitliche Blechflügel in Deltaform angeschweißt, so dass der an den Dammbalken und Peinern anstehende Druck breitflächig auf das Erdreich übertragen wird. Diese Blechflügel werden einseitig oder beidseitig an die Hohlrohrhülse angeschweißt.

In der Aufbauphase III, der höchsten Stufe der Hochwassergefahr, werden Aufbaustützen von z. B. 5 m Länge auf die Stahlstützen der Phase I aufgebracht und gegen die aus Phase II vorhandenen Stahlstützen mit einer Höhe von 3 m ausgewechselt. Die Rückabstützung nach Phase II wird in der Aufbauphase III analog der Aufbauphase II eingesetzt. In gleicher Weise werden die Dammbalken bis zu einer Gesamt-Trennwand von insgesamt z. B. 8 m Höhe zwischen den Stahlstützen-Feldern errichtet.

Da der durch die weiter vergrößerte Wasserstandshöhe an den Dammbalken anstehende Druck über die Stahlstützen auf die eingerammten Hohlrohrhülsen, die zur besseren Druckverteilung im Boden mit Delta-Flügeln ausgestattet sind, und von diesen auf das anliegende Erdreich extrem hoch wird, wird in dieser dritten Aufbauphase eine ausreichend sichere Druckverteilung dadurch erreicht, daß eine durchgehende Spundwand errichtet wird, die mit Hilfe von Spundwanddielen in das Erdreich eingerammt wird, an die die Hohlrohre den von den Stahlstützen kommenden Druck auf die Spundwand verteilt abgeben können. Diese Spundwände können auch als Absperrwände für austretendes Unterwasser bei Hochwasser genutzt werden, so daß dieses Unterwasser nicht hinter die Hochwasserschutzwand gelangen kann, damit das durch die Spundwände ausgesperrte Hinterwasser nach dem Abflauen des Hochwassers wieder in die Flüsse zurückgeleitet werden kann. Hierzu wird bei einer ersten Lösung vorgeschlagen, Fenster in die Spundwände zu schneiden, die mit Hilfe von Schiebern an die Spundwände in einem Falz geführt sind und über an der Spundwand-Oberfläche befestigten Drehgestänge bei Hochwasser geschlossen und bei Niedrigwasser wieder geöffnet werden.

Bei dieser Lösung liegen die Schiebergestänge ungeschützt im Erdreich und sind deshalb einer Abrostung bzw. anderen Gefahren ausgesetzt. Um dies zu verhindern, werden Sickerschächte aus Stahl- oder Stahlbeton eingesetzt, in denen das Gestänge und auch die Fenster kontrolliert und gewartet, und die Schiebergestänge in den Schächten betätigt werden können.

Das Hochwasser-Schutzsystem besteht einerseits aus stationären, baulichen Grundelementen, die in Form von Hohlrohren in den Boden eingerammt werden und die die Stützträger bzw. Peiner dauernd aufnehmen, bis diese im Notfall aktiviert und aus dem Boden herausgezogen werden, und andererseits aus mobilen, tragbaren Komponenten, die in Form von separat gelagerten Dammbalken aus Aluminium oder dergleichen Material bestehen, die gegen Aufschwemmen gesichert sind, die zwischen den Peinern eingelegt werden, und die nur im Falle eines drohenden Hochwassers benötigt werden. Mit einer derartigen Einrichtung wird das Stadt- oder Landschaftsbild nicht dauerhaft beeinträchtigt, da die Aufbauten über dem Boden nur zu Zeiten des Hochwassers errichtet und anschließend wieder in die Hohlrohrhülse abgesenkt werden. Die erfindungsgemäße Einrichtung ist je nach dem Ausmaß der Hochwassergefahr so ausgelegt, daß sie bis zu einer Schutzhöhe von etwa 3 m ohne Rückabstützung einwandfrei arbeitet, ab einer Schutzhöhe über 3 m eine Hinterabstützung benötigt, und bei der maximalen Schutzhöhe von 8 m eine Hinterabstützung mit zusätzlichen Peinern erforderlich wird, während alternativ bei einer Schutzhöhe von 8 m die Rückabstützung mit Aufbau-Peinern mit einer Länge von 5 m eingesetzt und zusätzlich eine durchgehende Spundwand aus Spundwanddielen vorgesehen wird, mit der die Hohlrohre verschweißt und in einem Arbeitsgang eingerammt werden.

Der Einsatz von Hochwasser-Schutzsystemen der vorstehend beschriebenen Art ist überall dort möglich, wo einigermaßen stabiler Untergrund vorhanden ist. Dies ist in der weit überwiegenden Mehrzahl der praktischen Einsatzfälle gegeben. Es gibt jedoch Bodenverhältnisse im Untergrund, z.B. im Falle von Bauaufschüttungen, bei denen Bodenklassen schlechter als 4 vorgefunden werden, und damit instabile Zustände gegeben sind. Für derartige Ausnahmefälle wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, ein Betonfundament mit Baustahlbewehrung von z.B. 1,5 m Tiefe bauseits an Ort und Stelle zu errichten, Ausnehmungen im Fundament auszusparen und die Ausnehmungen mit Vergussbeton auszukleiden, in die Stahlstützen bzw. sog. Peiner eingesetzt werden, die z.B. 3,00 m aus dem Fundament nach oben ragen. Derartige Fundamente bzw. Aufnahmestellen für die Stahlstützen werden voneinander beabstandet so gesetzt, dass die Mitten zweier benachbarter Stahlstützen 3,00 m voneinander versetzt sind und Dammbalken mit Abdichtung in der oben beschriebenen Weise eingesetzt werden, damit eine durchgehende Schutzwand aufgebaut werden kann.

Nachstehend wird die Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigt:

1 ein Hochwasserschutzsystem nach der Erfindung in Ruhestellung;

2 das Hochwasserschutzsystem nach der Erfindung im Betrieb;

3 das Hochwasserschutzsystem nach der Erfindung im Betrieb für den Einsatz mit größerer Schutzhöhe mit Hinterabstützung;

4 das Hochwasserschutzsystem nach 3 in Verbindung mit Spundwand und Mastkran.

In 1 ist eine Vierkant-Stahlhülse 2 mit vierseitiger Anspitzung 3 in den Erdboden bis zu einer Tiefe von z. B. 4,5 m eingerammt, und schließt vorzugsweise am oberen Ende bündig mit dem Erdboden ab. In der Stahlhülse 2 ist eine Stahlstütze 1 eingelagert, deren unteres Ende am Boden der Stütze 2 aufsitzt, und deren oberer Abschluss in Ruhestellung unterhalb der Oberkante Hülse endet. Die Stahlhülse 2 ist am oberen Ende offen, und durch diese Öffnung kann die Stahlstütze 1 aus der Stahlhülse herausgezogen werden, etwa soweit, dass ein unterer Abschnitt von 1 m Länge in der Stahlhülse 2 verbleibt, um eine hinreichende Stabilität des Schutzsystems zu erzielen.

In der in 1 dargestellten Ruheposition, in der die Stahlstütze 1 vollständig in der Stahlhülse 2 aufgenommen gezeicgt ist, ist die Stahlhülse durch einen Stahldeckel 9 wasserdicht verschlossen. Der Stahldeckel 9 liegt etwa auf Bodenniveau und besteht insbesondere aus Nirosta. Zusätzlich ist unterhalb des Nirosta-Deckels 9 eine ringförmige wasserdichte Abdeckung, bestehend aus einem Stahldeckel 8 mit angeklebtem PVC-Dichtungsband 7 angeordnet. Diese Abdichtung liegt auf einem Stahlrohr-Hülsenrand 6 auf, der eine Verstärkung und eine Abdicht-Deckel-Verschraubung besitzt. Um die Stahlstütze 1 ist eine Abdicht-Stahlplatte 10 herumgeschweißt. Sie ist ringförmig ausgebildet und weist eine zentrische Öffnung auf, die es ermöglichst, die Stahlhülse 1 zu heben und zu senken.

An den Stahlrohr-Hülsen 2 sind Abstandhalter 4 auf der Innenseite angeschweißt, während auf der Außenseite der Stahlstützen 1 den Abstandhaltern 4 zugeordnete Abstandhalter 4' angeschweißt sind, die gegenseitig in Eingriff kommen, und die nach dem Einführen der Stahlstützen in die Stahlhülsen eine Senkrechtstellung der eingestellten Stahlstützen bewirken und die Stahlstützen unmittelbar gegen Herausziehen aus der Stahlhülse so arretieren, dass ein Herausziehen der Stahlstütze aus der Stahlhülse nur durch Schrägstellen und Ziehen in der Schrägrichtung der Stahlstütze möglich ist. Die Stahlbolzen 11, die in 2 dargestellt sind, und die die Stahlhülsen 2 in ihrer Höhenposition festlegen, sind bei den in 3 und 4 dargestellten Ausführungsformen nicht erforderlich, wenn die Stahlstützen 1 auf dem Stahlboden der Stahlhülsen 2 aufstehen. Die Stahlstützen 1 weisen an ihrem oberen Ende eine Öse 5 auf, die zum Einhaken eines Stahlseilgehänges dienen, mit dem über einen Mastkran die Stützen in der Stahlhülse 2 angehoben bzw. abgesenkt werden, oder aber andere Stahlstützen 1' in Einsatz kommen. Damit können Stahlstützen 1 mit einer Länge von etwa 4–4,5 m in einer Höhe von 3 m aus der Stahlhülse 2 herausgezogen und auf dieser Höhe gehalten werden, sodass ein Hochwasseranstand von 3 m Höhe erzielt werden kann, ohne das eine Hinterabstützung erforderlich ist und die Einspannung von mindestens 1,0 m in der Stahlhülse 2 verbleibt, was eine einwandfreie Stabilität der Hochwasserschutzwand gewährleistet. Die Ausziehhöhe in der Größenordnung von z.B. 3 m wird durch die in 2 dargestellten Stahlbolzen 11 erzielt. Um eine höhere Hochwasserschutzwand aufzubauen, werden die Stahlstützen 1 nach 1 aus der Stahlhülse 2 entfernt, z. B. mit Hilfe eines Alu-Mastkranes, wie er weiter unten beschrieben wird, herausgezogen und seitlich gelagert. Anstelle der Stahlstützen 1 werden neue Stahlstützen mit den gleichen angeschweißten Abstandhaltern, jedoch mit einer größeren Länge von z. B. 10 m in die Stahlhülse 2 eingesetzt, die auf dem Hülsenboden aufsitzen und die auf einer Schutzwandhöhe von z. B. 8 m über Erdbodenniveau herausragen. Wird eine noch grössere Hochwasserschutzhöhe erforderlich, werden hierfür bereitgestellte bzw. gelagerte Stahlstützen 1' mit einer Länge von z. B. 12 m eingesetzt, die ebenfalls auf dem Boden der Stahlhülse 2 aufsitzen und die z. B. 8 m über Bodenniveau herausragen. Auch diese Stahlstützen weisen Abstandshalter 4, 4' auf und sind mit Abdichtdeckeln 10, wie in den 2 und 3 gezeigt, versehen, wobei diese Abdichtdeckel 10 ebenfalls angeschweißt sind. Bei einem derart hohen Hochwasseranstand über 3 m ist jedoch eine Hinterabstützung erforderlich, wie sie in den 3 und 4 mit 13, 14 dargestellt ist, die mit an den Stahlstützen 1, 1' angeschweißten Stahlschuhen 12 versehen ist, in die die Hinterabstützungen der Systeme eingeschoben und verbolzt werden.

Die Stahlhülsen 2 werden bei anstehendem Hochwasser dadurch wasserdicht gehalten, dass an die Stahlstützen 1 in Umfangsrichtung ein z. B. 3 cm breiter Stahlring angeschweißt wird, auf dem der Dichtungsdeckel 7 mit angeklebtem Dichtungsband aufgeschraubt wird. An der Innenseite der Stahlstützen ist jeweils ein Dichtungsband 21 befestigt, z. B. angeklebt, an das die Alu-Dammbalkenwand 19 durch einen Spreizkeil 20 angedrückt wird, damit die Wasserdichtigkeit bei Hochwasseranstand gegeben ist. Am ersten Alu-Dammbalken, der auf dem Erdboden aufliegt, ist z.B. ein Vollgummibalken 23 angeklebt, damit eine Abdichtung zum Erdreich erreicht wird. Des Weiteren ist eine reißfeste PVC-Folie 22 zwischen dem waagrechten Steg des unteren Alu-Dammbalkens und dem Vollgummibalken angeklebt und wird im Ruhezustand um diesen ersten Alu-Dammbalken aufgewickelt, sodass er als erster Teil des Stapels greifbar ist. Diese reißfeste PVC-Folie 22 ist am ersten Alu-Dammbalken ca. 1,25 m breit ausgebildet und wird bei Hochwassereinsatz auf dem Erdboden an der Wasserseite ausgerollt und mit Sandsäcken 18 beschwert, die am äußeren Umfang der Folie in Längsrichtung aufliegen, damit das ankommende Hochwasser nicht unter die Folie kriechen und die Folie anheben kann, sondern das ankommende Hochwasser nach unten abdichtet, damit ein sogenannter Grundbruch vermieden wird.

Zum Einsetzen und Herausheben der Stahlstützen in die bzw. aus den Stahlhülsen wird ein Alu-Mastkran 25, z. B. mit einer Hubleistung von 750 kg vorgeschlagen, der von zwei Männern getragen und betätigt werden kann. Das Stahl-Zugseil 26 des Mastkrans wird in die Einstecköse 24 eingesetzt, die mit der Stahlhülse 2 befestigt sein kann. Das Stahl-Zugseil 26 des Mastkrans 25 weist einen ferngesteuerten Karabiner-Auslösehaken 27 am freien Ende aus, das Zugseil ist über Seil-Umlenkrollen 28 geführt und der Mastkran besitzt eine Tragarm-Absteifung 29 aus Aluminium. Der Mastkran 25 wird über eine Seilwinde 30 betätigt, z. B. von Hand. Eine Gerüst-Einhängeöse 31, die an der Stahlstütze 1 angeschweißt ist, dient zur Aufnahme eines Einhänge-Leichtgerüstes 32.


Anspruch[de]
Hochwasser-Schutzsystem bestehend aus einem teilweise fest im Boden verankerten Teil und einem abnehmbaren bzw. lösbaren und verstaubaren Teil,

gekennzeichnet durch

a) Vierkant-Stahlhülsen (2), die mit der Oberkante Erdboden bündig abschließend in den Erdboden eingesetzt sind und dort dauerhaft verbleiben,

b) Vierkant-Stahlstützen (1), die in die Stahlhülsen (2) einsetzbar, gegen Absenken gesichert und aus den Hülsen herausziehbar ausgebildet sind,

c) Stahl-Abstandshalter (4), die an den Stahlhülsen (2) innen angeschweißt sind,

d) Stahl-Abstandshalter (4'), die an den Stahlstützen (1) außen angeschweißt sind,

e) Stahlrohr-Hülsenrandverstärkungen (6), die an den Stahlhülsen (2) außen angeschweißt sind und zur Aufnahme eines aufgesetzten Stahldeckels (8) auf Bodenniveau ausgebildet sind, und

f) Alu-Dammbalkenwände (19) mit Flansch (21), die an der Innenseite der Stahlstütze (1) mittels Spreizkeilen (20) und mittels Dichtungsband (21) befestigt sind.
Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Teil der Vierkanthülse (2)) vierseitig angespitzt ist. Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Spundwanddielen (15, 16) parallel zu den Stahlrohrhülsen (2) in den Boden eingeschlagen und mit den Stahlrohrhülsen (2) verschweißt sind, und Hülsen und Stützen miteinander in den Boden eingerammt werden. Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit den Vierkanthülsen (2) auf deren Außenseite Delta-Stahlbleche befestigt, insbesondere angeschweißt sind. Hochwasser-Schutzsystem nach einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlstützen (1) im außerbetrieblichen Zustand in der Stahlhülse (2) vollständig untergebracht und mittels Nirosta-Stahldeckel (9) bündig mit dem Erdboden und wasserdicht verschlossen sind. Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Nirosta-Stahldeckel (9) auf einem Abdicht-Stahldeckel (8) angeordnet ist, der seinerseits ein angeklebtes PVC-Dichtungsband (7) aufweist und der dauerhaft mit der Stahlhülse (2) verbunden ist. Hochwasser-Schutzsystem nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlstütze (1) am oberen Ende eine Öse (5) zum Einhaken eines Seils oder Gestänges einer Hubvorrichtung aufweist. Hochwasser-Schutzsystem nach einem der Ansprüche 1–7, für einen erweiterten Hochwasserschutz bis zu 6–8 m Höhe, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlstütze (1') eine Hinterabstützung aufweist, die aus einem mit der Stahlstütze (1') angeschweißten Stahlschuh (12) einer Schrägstütze (13), einer zwischen Schrägstütze (13) und einer mit der Stahlstütze (1') verschweißten Stahlöse (14) zur Aufnahme einer Querstrebe (13') besteht. Hochwasser-Schutzsystem nach einem der Ansprüche 1–8, dadurch gekennzeichnet, dass an der Innenseite des Stahlstützen-Flansches ein Dichtungsband (21) befestigt ist, und dass die Alu-Dammbalkenwand (19) durch einen Spreizkeil (20) zur Erzielung einer Wasserdichtigkeit angedrückt wird. Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass am untersten Alu-Dammbalken (19) ein Dichtungsbalken (23) aus Gummi, PVC oder dergl. Material befestigt ist, und dass zwischen dem waagrechten Steg des unteren Alu-Dammbalkens und dem Dichtungsbalken (23) eine reissfeste PVC-Folie (22) eingeklebt ist, die bei auftretendem Hochwasser zur Wasserseite hin ausgerollt und mit Sandsäcken (18) beschwert ist. Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahl-Stützen (1, 1') Haken (31) aufweisen, die zum Einhängen eines Gerüstes (32) für das Einlegen der Alu-Dammbalken ausgebildet sind. Hochwasser-Schutzsystem nach Anspruch 1 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Stahlrohr-Hülse (2) eine Einstecköse (24) zur Aufnahme eines Alu-Mastes (25) für einen Kran befestigt ist, der einen am Ende eines Stahl-Zugseiles (26) angeordneten ferngesteuerten Auslösehaken (27) aufweist, der in die Öse (5) am oberen Ende einer Stahlstütze (1) eingreift.






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