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Dokumentenidentifikation DE102005048306A1 12.04.2007
Titel Gefechtskopf
Anmelder Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, 80997 München, DE
Erfinder Wirthig, Bernhard, 82256 Fürstenfeldbruck, DE;
Rettinger, Günter, 80999 München, DE
Vertreter Feder, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 40545 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 08.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048306
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse F42B 12/16(2006.01)A, F, I, 20051008, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F42B 12/44(2006.01)A, L, I, 20051008, B, H, DE   
Zusammenfassung Gefechtskopf (1), welcher eine Bohrladung (2), vorteilhafterweise eine Hohlladung oder eine P-Ladung, und einen Zünder (3) aufweist, wobei er einen Behälter (5) mit einem Brandsatz (6) aufweist, welcher bezüglich der Bohrladung (2) in deren Wirkrichtung versetzt angeordnet ist. Trifft der Gefechtskopf (1) auf eine Panzerung, so wird die Bohrladung (2) gezündet, vorteilhafterweise mit einem Aufschlagzünder. Nach dem Zünden der Bohrladung (2) wird als erstes der Behälter (5) und dann die Panzerung durchschlagen, beispielsweise mit dem Hohlladungsstrahl oder dem Projektil. Der Brandsatz (6) wird mit der Bohrladung (2) durch die vorhandene Öffnung in der Panzerung in den Kampfraum gebracht, wobei sie sich spontan spätestens am innenliegenden Ausschuss der Panzerung entzündet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gefechtskopf mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Solche Gefechtsköpfe werden eingesetzt zur Bekämpfung von gepanzerten Kampfräumen, beispielsweise von Kampfpanzern, in welchen sich eine Besatzung aufhält. Die im Gefechtskopf enthaltene Bohrladung, beispielsweise eine Hohlladung oder eine P-Ladung (projektilbildende Ladung), dient dazu, die Panzerung zu durchdringen. Diese Art von Ladungen erzeugt allerdings beim Durchschlagen der Panzerung lediglich einen geringen Druck und eine geringe Temperatur im Kampfraum. Die Hauptwirkung wird durch die direkte Verwundung der Besatzung sowie die Zerstörung der technischen Geräte und Einrichtungen erzielt, die bei der Verwendung einer Hohlladung in der Schussachse des Hohlladungsstrahls oder des Splitterkegels liegen. Der Splitterkegel kann in seiner Splitterdichte und im Kegelwinkel durch die Anbringung von geeignetem splitterkegelverringerndem Material (Linermaterial) soweit reduziert werden, dass eine Wirkung fast ausschließlich durch den Hohlladungsstrahl selbst erfolgt. Unter diesen Umständen sind mehrere Treffer in den Kampfraum erforderlich, um das Ziel erfolgreich zu bekämpfen.

Die EP 0 583 642 B1 beschreibt einen Gefechtskopf zur Bekämpfung von gepanzerten Kampfräumen. Bei Aufschlag auf eine Wand wird eine Bohrladung zum Durchschlagen dieser Wand gezündet. Beim aufschlagbedingten Abbremsen des Gefechtskopfs löst sich eine hinter der Bohrladung angeordnete Nachschussladung aus einer Halterung und fliegt in das von der Bohrladung erzeugte Loch, um zeitverzögert nach dem Eintritt in dem hinter der Wand befindlichen Kampfraum ihre Spreng- und Splitterladung zu zünden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Gefechtskopf auszugestalten, der eine größere Wirkung gegen gepanzerte Ziele aufweist.

Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Die Wirkung der Erfindung basiert darauf, dass durch Erzeugung von Druck und Temperatur im Kampfraum die Besatzung außer Gefecht gesetzt wird und somit weitere Handlungen der Besatzung nicht mehr möglich sind. Dies wird dadurch erzielt, dass ein Behälter mit einem Brandsatz, beispielsweise einer brennbaren Flüssigkeit (z.B. Dieselkraftstoff oder Ethanol), vorzugsweise mit einem hohen Heizwert oder einem pulverförmigen (z.B. Zirkonium) oder wachsartigen (z.B. weißer Phosphor) oder gelatinösen (z.B. Napalm) Brandmittel, in einem Abstand vor der Bohrladung positioniert wird. Die Bohrladung kann vorteilhafterweise als Hohlladung oder P-Ladung ausgeführt sein. Der Brandsatz kann unter Druck in dem Behälter gespeichert sein. Der Behälter kann in Wirkrichtung der Bohrladung zumindest teilweise einen verjüngenden Querschnitt aufweisen.

Trifft der Gefechtskopf auf die Panzerung, so wird die Bohrladung gezündet, vorteilhafterweise mit einem Aufschlagzünder. Nach dem Zünden der Bohrladung wird als erstes der Behälter und dann die Panzerung durchschlagen, beispielsweise mit dem Hohlladungsstrahl oder dem gebildeten Projektil. Das Brandmittel wird mit der Bohrladung durch die vorhandene Öffnung in der Panzerung in den Kampfraum gebracht. Sie zerstäubt dabei und entzündet sich spontan spätestens am innenliegenden Ausschuss der Panzerung. Durch den heftigen Abbrand entstehen ein hoher Druck und eine hohe Temperatur, welche sich im Kampfraum ausbreiten. Eine eventuell vorhandene Liner-Auskleidung ist wirkungslos und gängige Brandunterdrückungsanlagen reagieren zu spät.

Mögliche Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den 1 und 2 dargestellt.

Es zeigen

1 ein Gefechtskopf mit einer Hohlladung in einer Seitenansicht

2 ein Gefechtskopf mit einer P-Ladung in einer Seitenansicht

Die 1 zeigt einen Gefechtskopf 1, welcher als Bohrladung eine Hohlladung 2 und als Zünder einen Bodenaufschlagzünder 3 in einem Granatgehäuse 4 aufweist. Der Pfeil W zeigt die Wirkrichtung der Hohlladung 2 an. Der Gefechtskopf 1 weist einen Behälter 5, gefüllt mit Dieselkraftstoff, als Brandsatz 6 auf, welcher der Hohlladung 2 in deren Wirkrichtung vorgelagert ist. Der Querschnitt des Behälters 5 verjüngt sich in Wirkrichtung der Hohlladung.

Die 2 zeigt einen Gefechtskopf 1, welcher als Bohrladung eine P-Ladung 7 aufweist. Der Aufbau mit dem Granatgehäuse 4, dem Behälter 5 mit einem Brandsatz 6 und dem Bodenaufschlagzünder 3 entspricht ansonsten dem Gefechtskopf aus 1.


Anspruch[de]
Gefechtskopf (1), welcher eine Bohrladung (2, 7) und einen Zünder (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Behälter (5) mit einem Brandsatz (6) aufweist, welcher bezüglich der Bohrladung in deren Wirkrichtung versetzt angeordnet ist. Gefechtskopf (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrladung als Hohlladung (2) ausgebildet ist. Gefechtskopf (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrladung als P-Ladung (7) ausgebildet ist. Gefechtskopf (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandsatz (6) flüssig, pulverartig, gelatinös oder wachsartig vorliegt. Gefechtskopf (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zünder als Aufschlagzünder (3) ausgeführt ist. Gefechtskopf (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Brandsatz (6) unter Druck in dem Behälter (5) befindet.






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