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Dokumentenidentifikation DE102005048329A1 12.04.2007
Titel Brennkraftmaschine mit einem Abgasturbolader
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Rumez, Werner, Dr.-Ing., 75417 Mühlacker, DE;
Schmid, Wolfram, Dipl.-Ing., 72622 Nürtingen, DE;
Sumser, Siegfried, Dipl.-Ing., 70327 Stuttgart, DE
DE-Anmeldedatum 08.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048329
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse F02M 25/07(2006.01)A, F, I, 20051008, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F02B 41/10(2006.01)A, L, I, 20051008, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Brennkraftmaschine (1) mit einem Abgasturbolader (2), der eine Abgasturbine (3) im Abgasstrang (4) und einen Verdichter (5) im Ansaugtrakt (6) umfasst, weist eine Abgasrückführungseinrichtung (9) mit einer Abgasrückführleitung (10) zwischen Abgasstrang (4) und Ansaugtrakt (6) auf. In der Abgasrückführleitung (10) ist eine Gaspumpe (14) zur Förderung von Gas in den Ansaugtrakt (6) hinein angeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkraftmaschine mit einem Abgasturbolader nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

In der DE 100 49 912 A1 wird eine Brennkraftmaschine mit einem Abgasturbolader und einer Compound-Nutzturbine beschrieben, die stromab der Abgasturbine im Abgasstrang angeordnet ist und unmittelbar von der Brennkraftmaschine angetrieben wird. Der Gesamtwirkungsgrad der Brennkraftmaschine kann durch diese Reihenschaltung von Abgasturbine und Compound-Nutzturbine verbessert werden, da die Restenergie im Abgas, die nach dem Durchströmen der Abgasturbine noch vorhanden ist, in der Compound-Nutzturbine zur Erzeugung eines auf die Kurbelwelle des Motors übertragbaren Antriebsmomentes ausgenutzt werden kann.

Darüber hinaus weist die aus der DE 100 49 912 A1 bekannte Brennkraftmaschine eine Abgasrückführungseinrichtung auf, die eine Abgasrückführleitung zwischen dem Abgasstrang stromauf der Abgasturbine und dem Ansaugtrakt stromab des Verdichters aufweist. Über die Abgasrückführung kann insbesondere im Teillastbetrieb der Brennkraftmaschine eine Reduzierung der NOx-Emissionen erreicht werden. Eine Abgasrückführung ist allerdings auf Motorbetriebsbereiche beschränkt, in denen zwischen Abgasstrang und Ansaugtrakt ein Druckgefälle herrscht. Mit zunehmender Last und Drehzahl baut sich zwar im Leitungsstrang zwischen Zylinderausgang und Abgasturbine ein Überdruck auf, der Voraussetzung für die Abgasrückführung ist. Bei niedrigen Lasten und Drehzahlen kann es jedoch vorkommen, dass das Druckgefälle für eine Abgasrückführung noch nicht ausreicht.

Zugleich ist bei Brennkraftmaschinen, die mit Compound-Nutzturbinen ausgestattet sind, zu berücksichtigen, dass bei einem Betrieb im Teillastgebiet bei aktivierter Abgasführung aufgrund des dadurch verringerten Massendurchsatzes die Compound-Nutzturbine in den Ventilationsbereich geraten kann, in der die Compoundturbine einen negativen Wirkungsgrad hat und Leistung von der Kurbelwelle des Motors zieht. Hierdurch wird der Gesamtwirkungsgrad der Brennkraftmaschine verschlechtert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brennkraftmaschine mit Abgasturbolader anzugeben, die sich einerseits durch eine geringe Emission von Stickoxiden und andererseits durch einen guten Gesamtwirkungsgrad auszeichnet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Die Unteransprüche geben zweckmäßige Weiterbildungen an.

Bei der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine ist in der Abgasrückführleitung, die Teil der Abgasrückführungseinrichtung ist, eine Gaspumpe angeordnet, über die Gas aus dem Abgasstrang in den Ansaugtrakt hinein gefördert werden kann. Da die Gasförderung von Abgasstrang in Ansaugtrakt von der Gaspumpe unterstützt wird, kann eine Abgasrückführung auch in Betriebsbereiche hinein ausgedehnt werden, in denen kein Druckgefälle zwischen Abgasstrang und Ansaugtrakt herrscht bzw. ein derartiges Druckgefälle für eine Gasförderung nicht ausreicht. Die zusätzliche Förderung von Abgas über die Abgasrückführleitung in den Ansaugtrakt hinein ermöglicht in gegenüber dem Stand der Technik größeren Betriebsbereichen eine Reduzierung von Stickoxiden.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass nunmehr auch stromab der Abgasturbine die Abgasrückführleitung vom Abgasstrang abzweigen kann, ohne dass dies eine Begrenzung des Anwendungsbereiches der Abgasrückführung aufgrund eines mangelnden Druckabfalls zur Folge hätte. Dadurch steht stromauf der Abgasturbine der gesamte Abgasmassenstrom ohne Druckverlust für den Antrieb des Turbinenrades zur Verfügung, was sich vorteilhaft auf den Wirkungsgrad des Abgasturboladers auswirkt. Auch bei niedrigen Lasten und Drehzahlen, in denen nur verhältnismäßig wenig Abgas für den Antrieb der Abgasturbine produziert wird, wird kein Abgas stromauf der Turbine abgezweigt, so dass auch in diesem Betriebszustand der Brennkraftmaschine die Abgasturbine relativ schnell anspricht und ein so genanntes Turboloch vermieden wird. Zugleich kann auch in diesen Betriebsbereichen bereits eine Abgasrückführung durchgeführt werden, da der erforderliche Druck für die Überführung von Abgasstrang in den Ansaugtrakt über die Gaspumpe erzeugt werden kann.

Die für den Betrieb der Gaspumpe erforderliche Antriebsleistung kann entweder unmittelbar von der Brennkraftmaschine abgegriffen werden oder über ein zusätzliches Antriebsaggregat, beispielsweise einen Elektromotor, bereitgestellt werden. Die Lösung über das zusätzliche Antriebsaggregat bietet den Vorteil, dass die für den Betrieb der Gaspumpe erforderliche Antriebsleistung unabhängig von der Motorleistung bereitgestellt wird, so dass der Motorwirkungsgrad durch den Betrieb der Gaspumpe nicht beeinträchtigt wird. Der Antrieb der Gaspumpe über die Brennkraftmaschine bzw. einem der Brennkraftmaschine zugeordneten Aggregat bietet andererseits den Vorteil, dass kein zusätzlicher Motor vorgesehen werden muss.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung, in der die Antriebsenergie für die Gaspumpe direkt von der Brennkraftmaschine abgeleitet wird, ist die Gaspumpe mit einer Compound-Nutzturbine gekoppelt, die ihrerseits mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine verbunden ist, insbesondere über eine Kupplung und/oder ein Getriebe. Die Compound-Nutzturbine liegt zweckmäßig stromab der Abgasturbine im Abgasstrang und wird von den Abgasen durchströmt, welche bereits die Abgasturbine passiert haben. In der Compound-Nutzturbine kann die in dem Abgas noch enthaltene Restenergie in Antriebsleistung umgesetzt werden, die über die mechanische Kopplung auf die Kurbelwelle der Brennkraftmaschine übertragen wird, wodurch der Gesamtwirkungsgrad der Brennkraftmaschine verbessert wird. Die Abzweigung der Abgasrückführleitung befindet sich vorteilhaft stromab der Compound-Nutzturbine, um sicherzustellen, dass die Restenergie im Abgas ohne Abstriche der Compound-Nutzturbine zugute kommt.

Der Antrieb der Gaspumpe über die Brennkraftmaschine, insbesondere über die Compound-Nutzturbine, geht zwar mit einer geringfügigen Verringerung des Wirkungsgrades der Compound-Nutzturbine einher; dies wird jedoch durch den Vorteil ausgeglichen, dass der gesamte Abgasmassenstrom die im Abgasstrang befindlichen Turbinen durchströmt, wodurch auch noch in der nachgeschalteten Compound-Nutzturbine in weiten Betriebsbereichen ein für den Antrieb dieser Turbine nutzbares Druckgefälle herrscht. Außerdem kann über die Betätigung der Gaspumpe unabhängig von dem Abgasdruck im Verzweigungspunkt der Abgasrückführleitung die Abgasrückführung durchgeführt werden.

Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausführung ist in der Abgasrückführleitung stromauf der Gaspumpe ein Stellventil angeordnet, über das zum einen der Abgasstrom in die Abgasrückführleitung hinein einstellbar ist und zum anderen auch Frischluft in die Abgasrückführleitung eingespeist werden kann. Die Einspeisung der Frischluft erfolgt alternativ oder zusätzlich zur Rückführung von Abgas. Über das betreffende Stellventil kann das Verhältnis von rückgeführtem Abgasmassenstrom und Frischluftstrom reguliert werden. Das Stellventil stellt eine Dosiereinrichtung dar, über die der Brennkraftmaschine ein weiterer Freiheitsgrad zur Verfügung steht, nämlich die Einstellung des Verhältnisses Lambda von Abgas zu Luft.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung ist vorgesehen, dass die Abgasturbine, die Bestandteil des Abgasturboladers ist, mit einer variablen Turbinengeometrie zur veränderlichen Einstellung des wirksamen Turbineneintrittsquerschnitts ausgestattet ist. Die variable Einstellung der Turbinengeometrie erlaubt eine Anpassung sowohl in der befeuerten Antriebsbetriebsweise als auch im Motorbremsbetrieb an die aktuell geltenden Erfordernisse. Beispielsweise kann die variable Turbinengeometrie im Bremsbetrieb in eine den Eintrittsquerschnitt reduzierende Stauposition verstellt werden, um eine Erhöhung des Abgasgegendrucks zu erreichen, so dass die Kolben der Brennkraftmaschine gegen diesen erhöhten Abgasgegendruck Ausschubarbeit leisten müssen.

Weitere Vorteile und zweckmäßige Ausführungen sind den weiteren Ansprüchen, der Figurenbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine mit Abgasturbolader, Compound-Nutzturbine und Abgasrückführungseinrichtung, deren Abgasrückführleitung stromab der Compound-Nutzturbine vom Abgasstrang abzweigt, wobei in der Abgasrückführleitung eine Gaspumpe angeordnet ist, die über die Compound-Nutzturbine mechanisch von der Brennkraftmaschine angetrieben wird,

2 eine 1 entsprechende Darstellung, jedoch mit einem zusätzlichen, regulierbaren Stellventil in der Abgasrückführleitung stromauf der Gaspumpe, wobei das Stellventil die Regulierung des rückzuführenden Abgasmassenstromes und zugleich die Einleitung eines Frischluftmassenstromes in die Abgasrückführleitung erlaubt,

3 eine weitere Brennkraftmaschine, mit der Modifikation, dass die Gaspumpe in der Abgasrückführleitung zwischen Abgasstrang und Ansaugtrakt von einer separaten, beispielhaft als Elektromotor ausgebildeten Antriebseinheit angetrieben wird.

In den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Die in 1 dargestellte Brennkraftmaschine 1 – ein Ottomotor oder ein Dieselmotor – ist mit einem Abgasturbolader 2 ausgestattet, der eine Abgasturbine 3 im Abgasstrang 4 und einen Verdichter 5 im Ansaugtrakt 6 umfasst. Das Turbinenrad der Abgasturbine 3 ist über eine Welle 7 drehfest mit dem Verdichterrad im Verdichter 5 gekoppelt. Die Abgasturbine 3 ist mit einer variablen Turbinengeometrie 8 ausgestattet, die eine veränderliche Einstellung des wirksamen Turbineneintrittsquerschnittes zwischen einer minimalen Stauposition und einer maximalen Öffnungsposition erlaubt. Die variable Turbinengeometrie 8 ist beispielsweise als axial verstellbares Leitgitter oder als Leitgitter mit verstellbaren Leitschaufeln ausgebildet.

Im Betrieb der Brennkraftmaschine 1 treiben die unter Druck stehenden Abgase das Turbinenrad an, wobei über die Welle 7 das Verdichterrad im Verdichter 5 angetrieben wird, woraufhin unter Umgebungsdruck stehende Verbrennungsluft in den Ansaugtrakt 6 angesaugt und auf einen erhöhten Druck verdichtet wird. Stromab des Verdichters 5 wird die verdichtete Luft zunächst in einem Ladeluftkühler 18 gekühlt und anschließend unter Ladedruck den Zylindern der Brennkraftmaschine 1 zugeführt.

Abgasseitig strömen die aus den Zylindern der Brennkraftmaschine 1 abgeleiteten Abgase über den Abgasstrang 4 zunächst in die Abgasturbine 3 und anschließend stromab der Abgasturbine 3 durch eine ebenfalls im Abgasstrang 4 angeordnete Compound-Nutzturbine 15, in der die im Abgas enthaltene Restenergie für den Antrieb des Turbinenrades in der Compound-Nutzturbine 15 ausgenutzt wird. Die Compound-Nutzturbine 15 ist über eine lösbare Kupplung 16 und ein Getriebe 17 mechanisch mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine 1 verbunden, so dass die auf die Compound-Nutzturbine 15 übertragene Antriebsenergie auf die Brennkraftmaschine 1 weitergeleitet wird.

Stromab der Compound-Nutzturbine 15 wird das entspannte Abgas durch eine Abgasreinigungseinrichtung 19 geleitet und anschließend in die Atmosphäre entlassen.

Des Weiteren ist die Brennkraftmaschine 1 mit einer Abgasrückführungseinrichtung 9 versehen, die eine Abgasrückführleitung 10 zwischen dem Abgasstrang 4 stromab der Abgasreinigungseinrichtung 19 und dem Ansaugtrakt 6 stromab des Ladeluftkühlers 18 umfasst. Darüber hinaus ist der Abgasrückführungseinrichtung 9 ein Sperrventil 11 zugeordnet, das in der Abgasrückführleitung 10 angeordnet ist und als unidirektionales Strömungsventil ausgeführt ist, das nur eine Strömungsrichtung vom Abgasstrang 4 zum Ansaugtrakt 6 hin erlaubt. Gegebenenfalls ist das Sperrventil 11 einstellbar ausgebildet, so dass der Massenstrom durch die Abgasrückführleitung 10 durch Einstellung des Sperrventils 11 zu regulieren ist. Das Sperrventil 11 befindet sich unmittelbar vor der Einmündung der Abgasrückführleitung 10 in den Ansaugtrakt 6.

Weiterhin gehört zur Abgasrückführungseinrichtung 9 ein Gassammelbehälter 13, der stromab der Abgasreinigungseinrichtung 19 im Abgasstrang 4 angeordnet ist und von dem aus die Abgasrückführleitung 10 verzweigt. In der Abgasrückführleitung 10 sind außerdem unmittelbar stromab des Gassammelbehälters 13 ein Abgaskühler 12 und stromab des Abgaskühlers 12 eine Gaspumpe 14 angeordnet. Die Gaspumpe 14 als Bestandteil der Abgasrückführungseinrichtung 9 ist mechanisch mit der Compound-Nutzturbine 15 drehgekoppelt und wird von der Compound-Nutzturbine 15 angetrieben. Die Gaspumpe 14 erlaubt eine Rückführung von Abgas aus dem Abgasstrang 4 in den Ansaugtrakt 6 auch in solchen Betriebszuständen der Brennkraftmaschine 1, in denen kein oder kein ausreichendes Druckgefälle zwischen dem Abgasstrang 4 stromab der Abgasreinigungseinrichtung 19 und dem Ansaugtrakt 6 stromab des Ladeluftkühlers 18 herrscht. Sogar bei einem negativen Druckgefälle, also bei einem höheren Druck im Ansaugtrakt 6 als im Abgasstrang 4, kann mithilfe der Gaspumpe 14 eine Abgasrückführung zwischen Abgasstrang 4 und Ansaugtrakt 6 durchgeführt werden. Aufgrund der mechanischen Kopplung zwischen der Gaspumpe 14 und der Compound-Nutzturbine 15 ist kein separater Antrieb für die Gaspumpe 14 erforderlich.

Sämtliche einstellbaren Aggregate der Brennkraftmaschine 1 werden über Stellsignale einer Regel- und Steuereinheit 20 in Abhängigkeit von Zustands- und Betriebsgrößen eingestellt. Reguliert werden insbesondere das Sperrventil 11 in der Abgasrückführungseinrichtung 9, die variable Turbinengeometrie 8 in der Abgasturbine 3 sowie die Kupplung 16 und das Getriebe 17, über die die Compound-Nutzturbine 15 mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine 1 verbunden sind.

Aufgrund der Abzweigung der Abgasrückführleitung 10 stromab der Compound-Nutzturbine 15 steht die Exergie des Abgases ungeschmälert für den Antrieb der Abgasturbine 3 und der Compound-Nutzturbine 15 zur Verfügung, wodurch der Gesamtwirkungsgrad der Brennkraftmaschine 1 verbessert wird. Die Rückförderung des Abgases vom Abgasstrang 4 in den Ansaugtrakt 6 wird mithilfe der Gaspumpe 14 durchgeführt, so dass die Abgasrückführung unabhängig von den Druckverhältnissen im Verzweigungspunkt der Abgasrückführleitung 10 vom Abgasstrang 4 durchgeführt werden kann. Zudem erhält man mit der Gaspumpe 14 einen zusätzlichen Freiheitsgrad, in dem gegebenenfalls die Pumpenleistung der Gaspumpe 14 einstellbar ausgeführt wird.

Die Gaspumpe 14 ist zweckmäßig als Verdichter mit einem drehbar gelagerten Verdichterrad ausgeführt, das koaxial zur Welle der Compound-Nutzturbine 15 gelagert ist und von dieser angetrieben wird. In Frage kommen aber auch weitere Pumpenausführungen, beispielsweise eine Kolbenpumpe bzw. Verdrängermaschinen aller Art.

In 2 ist eine weitere Ausführung einer Brennkraftmaschine 1 mit Abgasturbolader 2 und Abgasrückführungseinrichtung 9 dargestellt. Wie im vorhergehenden Ausführungsbeispiel verzweigt die Abgasrückführleitung 10 von einem Gassammelbehälter 13, der stromab der Abgasreinigungseinrichtung 19 im Abgasstrang 4 angeordnet ist. In der Abgasrückführleitung 10 befindet sich der Abgaskühler 12 , die Gaspumpe 14 sowie das Sperrventil 11. Darüber hinaus ist in der Abgasrückführleitung 10 zwischen dem Gassammelbehälter 13 und dem Abgaskühler 12 – also stromauf der Gaspumpe 14 – ein weiteres Stellventil 21 angeordnet, über das zum einen der Massenstrom des Abgases aus dem Abgasstrang 4 in die Abgasrückführleitung 10 reguliert und zum anderen ein zusätzlicher Frischluftstrom aus der Umgebung in die Abgasrückführleitung 10 eingespeist werden kann. Das Stellventil 21 ist variabel ausgeführt, so dass stufenlos unterschiedliche Mischungsverhältnisse von Abgas und Frischluft eingestellt werden können, wobei auch eine völlige Absperrung der Abgasrückführleitung 10, ein ausschließlicher, einstellbarer Abgasmassenstrom oder ein ausschließlicher, einstellbarer Frischluftmassenstrom eingestellt werden können. Die Beimischung von Frischluft stellt einen zusätzlichen Freiheitsgrad dar, über den das Emissionsverhalten der Brennkraftmaschine 1 beeinflusst werden kann.

Im Ausführungsbeispiel nach 3, das ebenfalls eine aufgeladene Brennkraftmaschine 1 mit Abgasturbolader 2 und Abgasrückführungseinrichtung 9 zeigt, ist die Gaspumpe 14 in der Abgasrückführleitung 10 nicht unmittelbar von der Brennkraftmaschine 1 angetrieben, sondern von einem ihr zugeordneten Elektromotor 22. Der Elektromotor 22 wird zweckmäßig von einem Generator mit Strom gespeist, der von der Brennkraftmaschine 1 angetrieben wird, beispielsweise von der Lichtmaschine. Der Vorteil dieser Ausführung liegt in der mechanischen Entkopplung von Brennkraftmaschine 1 und Antrieb der Gaspumpe 14, was die Regelung und Steuerung der Gaspumpenleistung erheblich vereinfacht.

Die Abgasrückführeinrichtungen 9 der 1, 2 und 3 sind auch für Aufladesysteme ohne Compound-Nutzturbine 15 vorteilhaft nutzbar, insbesondere, wenn hohe Abgasrückführmengen über der Rate von 40 % bewerkstelligt werden müssen. Bei der fehlenden Compound-Turbine wird die Gaspumpe 14 in 1 und 2 mechanisch über die Kurbelwelle mit nachgeschaltetem Getriebe 17 angetrieben. Hierdurch wird die Auslegung der Abgasturboladerturbine in ihrer Größe und damit ihrem Wirkungsgrad stark begünstigt.


Anspruch[de]
Brennkraftmaschine (1) mit einem Abgasturbolader (2), der eine Abgasturbine (3) im Abgasstrang (4) und einen Verdichter (5) im Ansaugtrakt (6) umfasst, mit einer Abgasrückführungseinrichtung (9), die eine Abgasrückführleitung (10) zwischen Abgasstrang (4) und Ansaugtrakt (6) umfasst, wobei die Abgasrückführleitung (10) stromab der Abgasturbine (3) vom Abgasstrang (4) abzweigt, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abgasrückführleitung (10) eine Gaspumpe (14) zur Förderung von Gas in den Ansaugtrakt (6) hinein angeordnet ist. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasrückführleitung (10) stromab der Abgasturbine (3) vom Abgasstrang (4) abzweigt. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Compound-Nutzturbine (15) vorgesehen ist, die mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine (1) gekoppelt ist. Brennkraftmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspumpe (14) von der Compound-Nutzturbine (15) angetrieben ist. Brennkraftmaschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Compound-Nutzturbine (15) stromab der Abgasturbine (3) im Abgasstrang (4) angeordnet ist. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasrückführleitung (10) stromab der Compound-Nutzturbine (15) vom Abgasstrang (4) abzweigt. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Compound-Nutzturbine (15) über ein Getriebe (17) mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine (1) gekoppelt ist. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspumpe (14) als Zusatzverdichter ausgebildet ist. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspumpe (14) als Kolbenpumpe bzw. als Verdrängermaschine aller Art ausgebildet ist. Brennkraftmaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gaspumpe (14) von einem Elektromotor (22) angetrieben wird. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasrückführleitung (10) stromab einer Abgasreinigungseinrichtung (19) vom Abgasstrang (4) abzweigt. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Abgasstrang (4) ein Gassammelbehälter (13) angeordnet ist, von dem aus die Abgasrückführleitung (10) abzweigt. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abgasrückführleitung (10) stromauf der Gaspumpe (14) ein Stellventil (21) angeordnet ist, über das der Abgasstrom in die Abgasrückführleitung (10) einstellbar ist. Brennkraftmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass über das Stellventil (21) Frischluft in die Abgasrückführleitung (10) einzuspeisen ist. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasrückführleitung (10) stromab eines Ladeluftkühlers (18) in den Ansaugtrakt (6) einmündet. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasturbine (3) das Abgasturboladers (2) mit einer variablen Turbinengeometrie (8) zur veränderlichen Einstellung des wirksamen Turbineneintrittsquerschnittes ausgestattet ist.






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