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Dokumentenidentifikation DE102005048348A1 12.04.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage insbesondere eines Kraftfahrzeugs
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Streib, Martin, 71665 Vaihingen, DE;
Lederle, Karl-Bernhard, 71272 Renningen, DE;
Pfeil, Michael, 71701 Schwieberdingen, DE
DE-Anmeldedatum 10.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048348
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse G01M 3/26(2006.01)A, F, I, 20051010, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage (105) einer Brennkraftmaschine (100) insbesondere eines Kraftfahrzeugs mittels Überdruck oder Unterdruck, wobei ein erstes steuerbares Ventil (125) in einer Verbindung zwischen der Tankanlage und einer Druckquelle (145) und ein zweites steuerbares Ventil (120) in einer Verbindung der Tankanlage zur Umgebungsluft angeordnet sind, ist insbesondere vorgesehen, dass die Dichtheitsprüfung am Ende einer Betriebsphase der Brennkraftmaschine, insbesondere am Ende eines Fahrbetriebs eines die Brennkraftmaschine aufweisenden Kraftfahrzeugs, durchgeführt wird, wobei ein Abstellwunsch der Brennkraftmaschine zeitlich verzögert umgesetzt wird und wenigstens die den Überdruck oder Unterdruck erzeugenden Schritte der Dichtheitsprüfung innerhalb der Verzögerungszeit (215) durchgeführt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage insbesondere eines Kraftfahrzeugs gemäß den Oberbegriffen der jeweiligen unabhängigen Ansprüche.

Mittels Brennkraft betriebene Kraftfahrzeuge der hier umfassten Art weisen einen Kraftstoffvorratstank bzw. eine entsprechende Tankanlage sowie eine Kontrolleinrichtung zur Überwachung und gegebenenfalls zur Verhinderung der Emission von in dem Kraftstoffvorratstank gebildeten Kraftstoffdämpfen auf. Die Kontrolleinrichtung dient insbesondere dazu, etwa auftretenden Kraftstoffdampf mittels einer Aktivkohlefalle bzw. eines Aktivkohlefilters (AKF) einzufangen und in der Aktivkohlefalle vorübergehend zu speichern.

Flüchtige Kraftstoffdämpfe, das sind meist Kohlenwasserstoffdämpfe, bilden sich bspw. während eines Betankungsvorganges des Kraftfahrzeugs, im Fahrbetrieb des Kraftfahrzeugs aufgrund von Schwappbewegungen des Kraftstoffs im Kraftstoffvorratstank oder aufgrund einer ansteigenden Kraftstofftemperatur im Tank und des damit einhergehenden Anstiegs des Kraftstoffdampfdruckes.

Das Speichervermögen der genannten Aktivkohlefalle nimmt mit steigender Menge an gespeichertem Kohlenwasserstoff stetig ab, und daher ist es erforderlich, die Aktivkohlefalle zeitweilig zu regenerieren, d.h. den gespeicherten Kohlenwasserstoff aus dieser wieder herauszulösen. Zu diesem Zweck weisen die hier betroffenen Kraftfahrzeuge eine Tankentlüftungsanlage auf, bei welcher die Aktivkohlefalle über ein Tankentlüftungsventil (TEV) mit einem zum Ansaugen von Verbrennungsluft dienenden Saugrohr über eine Drosselklappe (DK) mit dem Brennraum der Brennkraftmaschine verbunden ist. Durch das Öffnen des TEV entsteht ein Druckgefälle zwischen der Aktivkohlefalle und dem Saugrohr, mittels dessen der in der Aktivkohlefalle gespeicherter Kohlenwasserstoff in das Saugrohr geführt wird, um letztlich in der Brennkraftmaschine verbrannt und damit umweltfreundlich entsorgt zu werden.

Es wird in dem vorliegenden Zusammenhang auf die bspw. in Kalifornien (USA) gültigen verschärften gesetzlichen Bestimmungen zum Betrieb von Brennkraftmaschinen hingewiesen, wonach es erforderlich ist, dass Kraftfahrzeuge, bei denen flüchtige Brennstoffe wie Benzin eingesetzt werden, eine eingangs genannte Kontrolleinrichtung aufweisen, die in der Lage ist, eine etwa bestehende Undichtigkeit (Leckage) einer Öffnungsgröße von 0,5 mm im Tank bzw. der gesamten Brennstofftankanlage allein mit Bordmitteln aufspüren zu können.

Ein solches Verfahren und eine Vorrichtung zur Erkennung von Undichtigkeiten (Lecks) in einer hier betroffenen Tankanlage geht aus der DE 101 43 327 A1 hervor. Bei dem dortigen Verfahren wird im Leerlauf der Brennkraftmaschine zunächst mittels eines AKF-Absperrventils die Belüftung der Tankanlage an der Frischluftseite des AKF geschlossen und über das TEV mittels des im Saugrohr der Brennkraftmaschine im Leerlauf vorhandenen Unterdrucks Kraftstoffdämpfe aus der Tankanlage abgesaugt, so dass dort im Vergleich zum Umgebungsdruck ein Unterdruck entsteht. Wenn ein bestimmtes Unterdruckniveaus erreicht ist, wird auch das TEV geschlossen. Bei einer dichten Tankanlage bleibt der vorhandene Unterdruck dauerhaft im Tank bzw. in der Tankanlage gespeichert. Im Falle des Vorliegens von Leckagen, und auch aufgrund der genannten Verdampfungseffekte des Kraftstoffs, baut sich dieser Unterdruck auch bei geschlossenen Ventilen wieder ab, wobei aus dem mittels eines Drucksensors erfassten Druckanstieg (bzw. dem Unterdruckabbau) auf das Vorhandensein von Leckagen geschlossen wird.

Die bekannten Verfahren zur hier betroffenen Dichtheitsprüfung benötigen relativ lange Leerlaufphasen der Brennkraftmaschine, um gesicherte Aussagen über die Dichtigkeit der Tankanlage treffen zu können. Sobald das Kraftfahrzeug sich in Bewegung setzt, werden durch die genannten Schwappeffekte Verdampfungen und Kondensationen von Kraftstoff gebildet, die eventuell durch eine Leckage verursachte Druckänderungen verdecken.

Die genannten gesetzlichen Bestimmungen in den USA fordern überdies für alle Leckdiagnosen eine Mindesthäufigkeit im realen Betrieb des Kraftfahrzeugs. Da die realen Leerlaufphasen vielfach kürzer sind als die für die Dichtheitsprüfung benötigten Messzeiten, kann es vorkommen, dass diese Gesetzesforderung in vielen Kraftfahrzeugen nicht erfüllt werden kann.

Vorteile der Erfindung

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die eingangs beschriebene Dichtheitsprüfung am Ende einer Betriebsphase der Brennkraftmaschine, insbesondere eines Fahrbetriebs eines die Brennkraftmaschine aufweisenden Kraftfahrzeugs, durchzuführen. Dabei wird nach einem durch den Fahrzeugführer bspw. mittels eines Zündschlosses geäusserter Wunsch, die Brennkraftmaschine bzw. das Kraftfahrzeug abzustellen, dieser Abstellwunsch erst zeitlich verzögert umgesetzt und wenigstens die den Unterdruck erzeugenden Schritte der genannten Dichtheitsprüfung innerhalb dieser Verzögerungszeit durchgeführt.

Als Ausgangspunkt liegt insbesondere die Erkenntnis zugrunde, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Fahrer unmittelbar nach einem per Zündschlüssel geäusserten Abstellwunsch des Kraftfahrzeugs wieder weiter fahren möchte. Daher kann man in der Regel davon ausgehen, dass die anschließende Stillstandzeit des Kraftfahrzeugs ausreicht, um eine Dichtheitsprüfung bzw. die genannten Schritte zur Erzeugung des Unterdrucks durchführen zu können.

Es ist anzumerken, dass die Durchführung der Dichtheitsprüfung am Ende eines Fahrbetriebs eines die Brennkraftmaschine aufweisenden Kraftfahrzeugs insofern nur bevorzugt ist, als die vorliegende Erfindung beispielweise bei Hybrid- oder Start-Stopp-Fahrzeugen auch in der Weise implementiert werden kann, dass bereits vor dem Fahrtende eine Motor-Abstellphase in der Weise verzögert eingeleitet wird, dass die Dichtheitsprüfung noch während des Fahrbetriebs des Fahrzeugs, allerdings am Ende der genannten Betriebsphase der Brennkraftmaschine, erfolgt.

In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden innerhalb dieser Verzögerungszeit der den Unterdruck erzeugende erste Teil der Dichtheitsprüfung in der Weise durchgeführt, dass das AKF-Absperrventil geschlossen und das TEV geöffnet wird. Sobald ein für die Dichtheitsprüfung notwendiger Unterdruck erreicht ist, wird das TEV geschlossen und die Brennkraftmaschine ausgestellt, da diese für die Unterdruckerzeugung nicht mehr benötigt wird. Danach schließt sich der zweite Teil der Dichtheitsprüfung an, nämlich die genannte Erfassung und Auswertung des Druckanstiegs, bevorzugt der zeitliche Gradient des Druckanstiegs. Der zweite Teil der Dichtheitsprüfung erfolgt demnach bevorzugt ohne den weiteren Betrieb der Brennkraftmaschine bzw. außerhalb des Fahrbetriebs des Kraftfahrzeugs.

Alternativ zu einem verzögerten Ausstellen der Brennkraftmaschine kann auch das bei den meisten Brennkraftmaschinen naturgemäß erfolgende „Nachdrehen" nach dem Ausstellen der Brennkraftmaschine zu dem genannten Diagnosezweck ausgenutzt werden, um eine Dichtheitsprüfung auch dann durchführen zu können, wenn die Brennkraftmaschine nach dem geäusserten Abstellwunsch des Fahrers nicht weiter betrieben werden soll. Dabei wird unter "Nachdrehen" das Nachlaufen der Brennkraftmaschine aufgrund ihrer kinetischen Energie bei abgeschalteter Einspritzung/Zündung verstanden. Denn nach dem Ausstellen einer Brennkraftmaschine besteht meist noch ein Unterdruck in einem an der Brennkraftmaschine angeordneten Saugrohr, welcher ausgenutzt werden kann, um zumindest einen gewissen Unterdruck in der Tankanlage des Kraftfahrzeugs zu erzeugen. Dieser "Nachdreheffekt" kann zusätzlich noch durch ein Schließen einer an der Brennkraftmaschine angeordneten Drosselklappe unterstützt bzw. verstärkt werden.

Diese Alternative hat allerdings gegenüber der zuvor genannten Ausgestaltung den Nachteil, dass über das offene TEV Kohlenwasserstoff(HC-)dämpfe in das Saugrohr strömen können, die aufgrund der bereits abgestellten Brennkraftmaschine nicht mehr verbrannt werden und dadurch die zulässigen HC-Emissionen überschritten werden. Dieser Nachteil kann allerdings dadurch ausgeräumt werden, dass auch am Saugrohr ein eigenes oder mit der Tankanlage gemeinsam genutztes AKF angeordnet wird, um mögliche Emissionen aus dem Saugrohr in die Umwelt zu verhindern.

Die zeitliche Verzögerung des physischen Abstellens der Brennkraftmaschine beträgt bevorzugt 1–5 s. Um den Fahrer des Kraftfahrzeugs aufgrund des verzögerten Abstellens der Brennkraftmaschine nicht zu verunsichern, kann zusätzlich vorgesehen sein, dass ein entsprechender Hinweis angezeigt wird, bspw. „Diagnose aktiv, Motor wird verzögert abgestellt". Diese Anzeige kann entweder in einer bestehenden Fahrzeugarmatur oder mittels eines separaten Monitors erfolgen.

Die erfindungsgemäße Vorgehensweise bietet den Vorteil, dass die Dichtheitsprüfung ohne kostspielige Maßnahmen an der Brennkraftmaschine oder dem Kraftfahrzeug mit der gesetzlich geforderten Häufigkeit bzw. Regelmäßigkeit durchgeführt werden kann und damit die gesetzlich geforderte Diagnosehäufigkeit mit diesem Verfahren in jedem Fall einzuhalten ist.

Es ist anzumerken, dass an Stelle des eingangs genannten Verfahrens auch ähnliche oder andere auf dem genannten Unterdruckprinzip oder einem Überdruckprinzip basierende Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen können, solange sich diese eine hierin beschriebene oder ähnliche Wirkungsweise der Brennkraftmaschine zu Nutze machen, um eine hier betroffene Dichtheitsprüfung durchführen zu können. Im Falle eines Überdruckprinzips wird die Tankanlage mit einem Überdruck beaufschlagt und der sich im Falle einer Leckage ergebende Druckabbau erfasst und ausgewertet.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Realisierung der genannten Funktionsabläufe bei der Dichtheitsprüfung erfordert in vorteilhafter Weise nur geringfügige Modifikationen an einer bestehenden Brennkraftmaschine bzw. einem Kraftfahrzeug.

So umfasst die Vorrichtung in einer ersten Ausführungsform eine geringfügig geänderte elektrische Verkabelung des Kraftfahrzeugs, wodurch die Spannungsversorgung elektrisch betriebener Komponenten der Brennkraftmaschine, wie bspw. von Einspritzventilen und Zündspulen, auch dann noch gewährleistet ist, wenn der Zündschlüssel bereits in der "Stopp"-Stellung steht.

Gemäß einer zweiten Ausführungsform, bevorzugt bei einem ein elektronisch gesteuertes Zündschloss aufweisenden Kraftfahrzeug bzw. Brennkraftmaschine, wird die Funktionsweise des elektronischen Zündschlosses in der Weise umprogrammiert, dass nach dem Drehen des Zündschlüssels in die "Stopp"-Stellung ein verzögertes Abstellen der Brennkkraftmaschine erfolgt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner ein Steuergerät oder ein in einem solchen Steuergerät angeordnetes Steuerprogramm, mittels dessen das eigentliche (physische) Abstellen der Brennkraftmaschine erst ab einem verzögerten Abstellzeitpunkt, z.B. durch Vorgabe einer Einspritzmenge "0" erfolgt.

In einer weiteren Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Spannungsversorgung, bspw. ein Spannungsversorgungsrelais auf, mittels dessen die Einspritzventile und/oder die Zündspulen von der Spannungsversorgung nach dem verzögerten Abstellzeitpunkt getrennt werden.

Es versteht sich, dass die Erfindung nicht nur in der Kraftfahrzeugtechnik, sondern auf sämtlichen Gebieten, in denen Tankanlagen in der eingangs genannten Weise von flüchtigen Stoffen freizuhalten sind, vorteilhaft einsetzbar ist. Beispielhaft sei hier nur der Bereich der Petrochemie angegeben.

Zeichnung

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels erläutert, aus dem sich weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben.

Die einzige Figur zeigt ein kombiniertes Block-/Funktionsdiagramm zur Illustration des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer hier betroffenen Tankanlage.

Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels

Das in der Figur gezeigte kombinierte Funktions-Blockdiagramm illustriert ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage 105125 einer Brennkraftmaschine (BKM) 100 eines (nicht gezeigten) Kraftfahrzeugs. Das Diagramm umfasst einen Kraftstoffvorratstank 105 zur Bevorratung von Kraftstoff 107 und ein Aktivkohlefilter (AKF) 115, welches über ein über eine erste Steuerleitung 130 steuerbares Aktivkohlefilter-Absperrventil (AAV) 120 und eine Ableitung 122 mit der Umgebungsluft verbunden ist. Das AKF 115 ist ferner über ein über eine zweite Steuerleitung 135 steuerbares Tankentlüftungsventil (TEV) 125 mit einem Ansaugrohr 145 der BKM 100 verbunden. Das Ansaugrohr 145 steht über eine Drosselklappe (DK) 150 und eine Zuleitung 155 ebenfalls mit der Umgebungsluft in Verbindung.

Mit der gestrichelten Linie 110 sind diejenigen Komponenten gekennzeichnet, welche der eingangs beschriebenen Tankentlüftungsanlage zuzuordnen sind.

Das Blockdiagramm umfasst ferner ein Steuergerät 110 zur vorliegend gleichzeitigen Steuerung der BKM 100 und der Tankentlüftungsanlage 110 sowie zur Durchführung der erfindungsgemäßen Dichtheitsprüfung. Es versteht sich allerdings, dass die Steuerung der Tankentlüftungsanlage 110 und/oder die Durchführung der Dichtheitsprüfung auch in einem separaten Steuergerät oder dgl. implementiert sein kann. Zu diesem Zweck ist das Steuergerät 110 mit den beiden genannten Steuerleitungen 130, 135 verbunden.

Über eine dritte Steuerleitung 160 steht das Steuergerät 110 mit nur schematisch angedeuteten Einspritzventilen 140 der BKM 100 sowie über eine vierte Steuerleitung 180 mit einem Schaltrelais 170 in signalleitender Verbindung. Das Schaltrelais 170 ist auf der einen Seite über eine elektrische Leitung 175 mit den Einspritzventilen 140 verbunden. Auf der anderen Seite ist das Schaltrelais 170 über eine elektrische Leitung 190 mit einer Spannungsversorgung 185, bspw. einer Kraftfahrzeugbatterie, verbunden. Es versteht sich, dass das Schaltrelais 170 nur bevorzugt ist, und dessen Funktion alternativ auch durch einen Transistorschalter oder dgl. realisiert sein kann.

Erfindungegmäß steht das Steuergerät 110 über eine fünfte Steuerleitung 200 mit einem Zündschloss 195 zur fahrerseitigen Eingabe eines Abstellwunsches der BKM 100 in signalleitender Verbindung. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist in dem Fahrerraum (bspw. der Fahrzeugarmatur) zusätzlich eine Anzeigeeinheit 205 angeordnet, welche über eine sechste Steuerleitung 210 mit dem Steuergerät 110 verbunden ist. Es ist hervorzuheben, dass diese Anzeigeeinheit nicht zwingend erforderlich ist, da das erfindungsgemäße Verfahren zur Dichtheitsprüfung auch ohne diese Anzeigeeinheit 205 mit den genannten Vorteilen ausgeführt werden kann.

In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel wird die gesamte Dichtheitsprüfung, wie bereits erwähnt, von dem Steuergerät 110 gesteuert, und zwar mit den folgenden Arbeitsschritten. Das Steuergerät 110 erfasst mittels des Zündschlosses 195, dass der Fahrer die Brennkraftmaschine 100 bzw. das Kraftfahrzeug abstellen möchte. Das Schaltrelais 170 wird von dem Steuergerät 110 so angesteuert, dass die BKM 100, insbesondere die Einspritzventile 140, trotz der "Stopp"-Stellung des Zündschlosses 195 weiterhin mit der Spannungsversorgung 185 verbunden sind. Diese Ausfrechterhaltung der Spannungsversorgung erfolgt innerhalb einer empirisch zu ermittelnden Verzögerungszeit 215, welche bevorzugt zwischen 1 und 5 s beträgt, und zwar gerechnet ab dem Zeitpunkt des von dem Zündschloss 195 über die fünfte Steuerleitung 200 gelieferten "Stopp"-Signals. Mit anderen Worten wird der fahrerseitig geäusserte Abstellwunsch zeitlich verzögert ausgeführt.

Innerhalb der Verzögerungszeit 215 wird in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel der den Unterdruck erzeugende Teil der Dichtheitsprüfung durchgeführt, wobei das AAV 120 geschlossen und das TEV 125 geöffnet wird, so dass die noch „nacharbeitende" BKM 100 über das Saugrohr 145 in der Tankanlage 105 einschließlich des AKF 115 und der entsprechenden Zu- und Ableitungen einen Unterdruck erzeugt. Sobald ein für die Dichtheitsprüfung notwendiger Mindest-Unterdruck erreicht ist, wird das TEV 125 geschlossen und die BKM 100 ganz ausgestellt, d.h. das Schaltrelais 170 unterbricht die Spannungsversorgung insbesondere der Einspritzventile 140. Daraufhin wird der zweite Teil der Dichtheitsprüfung durchgeführt, wobei der Druckanstieg in der Tankanlage 105 einschließlich des AKF 115 und der entsprechenden Zu- und Ableitungen in an sich bekannter Weise mittels eines (nicht gezeigten) Drucksensors erfasst und der Druckanstieg, bevorzugt dessen zeitlicher Gradient, ausgewertet wird.

Während der Verzögerungszeit generiert das Steuergerät 110 auf der Anzeigeeinheit 205 den folgenden beispielhaften Hinweis an den Fahrer: „Es wird derzeit eine Dichtheitsprüfung durchgeführt und Ihr Abstellwunsch des Motors daher zeitlich verzögert umgesetzt".

In einem anderen Ausführungsbeispiel wird die Dichtheitsprüfung zwar ebenfalls am Ende einer Betriebsphase der BKM 100, bevorzugt am Ende des Fahrbetriebs des Kraftfahrzeugs, durchgeführt. Im Unterschied zu dem vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel wird jedoch nicht der fahrerseitige Abstellwunsch verzögert umgesetzt, sondern während des naturgemäßen Nachdrehens der BKM 100 versucht, den dabei entstehenden Unterdruck dazu auszunutzen, den genannten ersten Teil der Dichtheitsprüfung durchzuführen. Aus den eingangs genannten Gründen ist in diesem Ausführungsbeispiel bevorzugt ein an dem Saugrohr 145 der BKM 100 angeordnetes (in der Figur nicht gezeigtes) Filterelement vorgesehen, mittels dessen mögliche Emissionen aus dem Saugrohr 145 in die Umgebungsluft verringert bzw. verhindert werden.


Anspruch[de]
Verfahren zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage (105) einer Brennkraftmaschine (100) insbesondere eines Kraftfahrzeugs mittels Überdruck oder Unterdruck, wobei ein erstes steuerbares Ventil (125) in einer Verbindung zwischen der Tankanlage und einer Über- oder Unterdruckquelle (145) und ein zweites steuerbares Ventil (120) in einer Verbindung der Tankanlage zur Umgebungsluft angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtheitsprüfung am Ende einer Betriebsphase der Brennkraftmaschine, insbesondere am Ende eines Fahrbetriebs eines die Brennkraftmaschine aufweisenden Kraftfahrzeugs, durchgeführt wird, wobei ein Abstellwunsch der Brennkraftmaschine zeitlich verzögert ausgeführt wird und wenigstens der den Überdruck oder Unterdruck erzeugende Teil der Dichtheitsprüfung innerhalb der Verzögerungszeit (215) durchgeführt oder wenigstens begonnen wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Verzögerungszeit der den Überdruck oder Unterdruck erzeugende erste Teil der Dichtheitsprüfung in der Weise durchgeführt, dass das zweite steuerbare Ventil geschlossen und das erste steuerbare Ventil geöffnet wird, dass sobald ein für die Dichtheitsprüfung notwendiger Uberdruck oder Unterdruck erreicht ist, das zweite steuerbare Ventil geschlossen und die Brennkraftmaschine abgestellt wird, und dass im Anschluss daran der zweite Teil der Dichtheitsprüfung durchgeführt wird, wobei der Druckabfall oder Druckanstieg erfasst und ausgewertet wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerungszeit 1–10 s, bevorzugt 1–5 s, beträgt. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass während der Verzögerungszeit ein Hinweis angezeigt wird, dass die Dichtheitsprüfung durchgeführt wird und der Abstellwunsch der Brennkraftmaschine zeitlich verzögert umgesetzt wird. Verfahren zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage einer Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs mittels Überdruck oder Unterdruck, wobei ein erstes steuerbares Ventil in einer Verbindung zwischen der Tankanlage und einer Druckquelle und ein zweites steuerbares Ventil in einer Verbindung der Tankanlage zur Umgebungsluft angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtheitsprüfung am Ende einer Betriebsphase der Brennkraftmaschine, insbesondere am Ende eines Fahrbetriebs eines die Brennkraftmaschine aufweisenden Kraftfahrzeugs, durchgeführt wird, wobei während einer Nachlaufphase (Nachdrehen) der Brennkraftmaschine wenigstens der den Überdruck oder Unterdruck erzeugende Teil der Dichtheitsprüfung durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckaufbau oder Druckabbau während der Nachlaufphase durch ein Schließen einer an der Brennkraftmaschine angeordneten Drosselklappe unterstützt bzw. verstärkt wird. Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage (105) einer Brennkraftmaschine (100) insbesondere eines Kraftfahrzeugs mittels Überdruck oder Unterdruck, wobei ein erstes steuerbares Ventil (125) in einer Verbindung zwischen der Tankanlage und einer Druckquelle und ein zweites steuerbares Ventil (120) in einer Verbindung der Tankanlage zur Umgebungsluft angeordnet sind und wobei Bedienmittel (195) zur Eingabe eines Abstellwunsches der Brennkraftmaschine vorgesehen sind, gekennzeichnet durch eine geänderte elektrische Verkabelung und/oder Steuerung der Brennkraftmaschine und/oder des Kraftfahrzeugs, wodurch die Spannungsversorgung (185) elektrisch betriebener, für die Verbrennung benötigter Komponenten (140) der Brennkraftmaschine auch dann aufrecht erhalten wird, wenn die Bedienmittel zur Eingabe eines Abstellwunsches der Brennkraftmaschine in der "Aus"-Stellung sind, und durch Steuermittel (110) zur Aktivierung wenigstens des den Überdruck oder Unterdruck erzeugenden Teils der Dichtheitsprüfung nach einem mittels der Bedienmittel eingegebenen Abstellwunsch der Brennkraftmaschine. Vorrichtung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch Mittel zum verzögerten Abstellen der Brennkraftmaschine ab einem vorgebbaren Abstellzeitpunkt nach umgesetztem Abstellwunsch. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum verzögerten Abstellen der Brennkraftmaschine das verzögerte Abstellen durch Vorgabe einer Einspritzmenge "0" durchführen. Vorrichtung nach einemr der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch betriebenen, für die Verbrennung benötigten Komponenten der Brennkraftmaschine mittels eines Spannungsversorgungsrelais nach dem verzögerten Abstellzeitpunkt von der Spannungsversorgung getrennt werden. Vorrichtung zur Dichtheitsprüfung einer Tankanlage (105) einer Brennkraftmaschine (100) insbesondere eines Kraftfahrzeugs mittels durch ein Saugrohr (145) der Brennkraftmaschine bereitgestelltem Unterdruck, wobei ein erstes steuerbares Ventil (125) in einer Verbindung zwischen der Tankanlage und dem Saugrohr und ein zweites steuerbares Ventil (120) in einer Verbindung der Tankanlage zur Umgebungsluft angeordnet sind, wobei die Dichtheitsprüfung am Ende einer Betriebsphase der Brennkraftmaschine, insbesondere am Ende eines Fahrbetriebs eines die Brennkraftmaschine aufweisenden Kraftfahrzeugs, durchgeführt wird und wobei während einer Nachlaufphase (Nachdrehen) der Brennkraftmaschine wenigstens der den Unterdruck erzeugende Teil der Dichtheitsprüfung durchgeführt wird, gekennzeichnet durch ein an dem Saugrohr der Brennkraftmaschine angeordnetes Filterelement, mittels dessen mögliche Emissionen aus dem Saugrohr in die Umwelt unterdrückt werden. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, gekennzeichnet durch eine Anzeigeeinheit (205) zur Anzeige eines Hinweises während der Verzögerungszeit, dass die Dichtheitsprüfung durchgeführt wird und der Abstellwunsch der Brennkraftmaschine zeitlich verzögert umgesetzt wird.






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