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Dokumentenidentifikation DE102005048423A1 12.04.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien
Anmelder Krause, Joachim, 96486 Lautertal, DE
Erfinder Krause, Joachim, 96486 Lautertal, DE
Vertreter PAe Reinhard, Skuhra, Weise & Partner GbR, 80801 München
DE-Anmeldedatum 10.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048423
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse B01D 33/06(2006.01)A, F, I, 20051010, B, H, DE
Zusammenfassung Für ein wirkungsvolles Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien mit einem geringen Energieverbrauch werden ein Verfahren und eine Vorrichtung vorgeschlagen, wobei in einem geneigt angeordneten Gehäuse 11 eine Siebtrommel mit Feststoff enthaltendem flüssigem Medium beschickt und langsam gedreht wird, um aus abgetrennten Feststoffen Rotationskörper zu kumulieren und mit Hilfe von Austragsorganen an der Innenseite der Siebtrommel 21 aus dieser zu entfernen. Das Gehäuse ist mit einer Einrichtung zur Neigungseinstellung versehen, und die Siebtrommel besitzt an ihrer Innenseite eine Filtermaterialschicht und in ihrem unteren Bereich ein Beschickungsrohr.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien.

Bezweckt wird der Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung insbesondere im Bereich der Abwasserfiltration, beispielsweise von Waschwasser, das Zellulosefasern aus Baumwolle enthält, das bei maschinellem Waschen anfällt.

Zur Trennung von Feststoffen aus flüssigen Medien sind bereits Vorrichtungen bekannt, bei denen eine Trennung mit Hilfe der Schwerkraft erfolgt, beispielsweise mit Bogensieben oder Separatoren. Problematisch ist dabei jedoch, dass der zurückgehaltene Feststoff an der Sieboberfläche verbleibt und es daher erforderlich ist, zur Vermeidung von Verstopfungen den Feststoff zu entfernen. Hierzu muss der Betrieb der Vorrichtung jedes Mal unterbrochen werden. Hinzu kommt, dass das Entfernen des zurückgehaltenen Feststoffes außerordentlich aufwändig ist.

Zur Lösung des vorgeschriebenen Reinigungsproblems ist es weiterhin bekannt, bei Separatoren durch vertikales Filtern unter Vibration der Filterflächen zurückgehaltene Feststoffe zu trennen und zu entfernen. Als nachteilig ist dabei jedoch anzusehen, dass zum einen ein hoher Energieaufwand für die Durchführung der Vibration erforderlich ist, wobei zudem eine große Geräuschentwicklung auftritt. Hinzu kommt, dass bei derartigen Separatoren ein hoher Zeitaufwand zur Erneuerung der Filtersiebe und ein großer Materialverschleiß zu verzeichnen ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung verfügbar zu machen, mit der bzw. mit dem das Trennen mit hoher Effektivität und niedriger Geräuschentwicklung bei geringem Energieverbrauch vorgenommen werden kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe verfahrensseitig durch die im Patentanspruch 1 genannten Merkmale gelöst.

Bevorzugte Merkmale, die das Verfahren nach Anspruch 1 vorteilhaft weiterbilden, sind in den nachgeordneten Ansprüchen 2 bis 7 angegeben.

Vorrichtungsseitig wird diese Aufgabe durch die im Patentanspruch 8 genannten Merkmale gelöst.

Bevorzugte weitere Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den nachgeordneten Patentansprüchen 9 bis 20 angegeben.

Durch die Erfindung wird vorteilhaft ein sich drehendes Sieb verfügbar gemacht, dessen Drehachse im spitzen Winkel von der Horizontalen abweicht, also zur Horizontalen geneigt ist. Auf dem Sieb werden die Feststoffe zurückgehalten und durch Drehung des Siebes kumuliert und dann mit vorgesehenen Auswurfschaufeln entfernt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich durch einen sehr geringen Antriebsenergieverbrauch und eine äußerst niedrige Geräuschentwicklung sowie durch eine hohe Filterleistung aus und erfordert nur einen sehr geringen Wartungsaufwand, weil durch das vorgesehene Siebmaterial und die Lagerung des langsam bewegten zylindrischen Siebes bzw. des Siebzylinders nur eine geringe Verschleißbeanspruchung auftritt.

Bei einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung konnten im Vergleich zu dem zuvor beschriebenen Bogensieb und dem Separator vorteilhaft Leistungen von bis zu 12 m3/h im Vergleich zu 8 bis 10 m3/h beim Separator und 10 m3/h beim Bogensieb erreicht werden. Vorteilhaft ist auch der Flächenbedarf des Ausführungsbeispiels der Vorrichtung mit einer Größe von nur 0,7 m × 1,2 m im Vergleich zu einem Separator mit einem Flächenbedarf von 2, 5 m × 2, 5 m und einem Bogensieb mit einem Flächenbedarf von 1,0 m × 2,5 m. Auch der Energieaufwand zur Durchführung der Trennung ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung außerordentlich positiv anzusehen, er lag bei dem Ausführungsbeispiel in der Größenordnung von 0,25 kWh, während ein Separator vergleichbarer Größe etwa einen Energieaufwand von 2,2 kW/h erfordert. Feststoffe konnten bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung bis zu einer Größenordnung von 50 &mgr;m ebenso wie bei dem vergleichsweise untersuchten Separator zurückgehalten werden, während beim Bogensieb nur Feststoffe bis 0,25 mm zurückgehalten werden konnten.

Beim Kumulieren der Faserreste (Feststoffe) werden auch Schwebstoffe in den Faserbrei eingelagert und gebunden, die kleiner als 50 × sind. Da sich die gelösten Schadstoffe an die Schwebstoffe anlagern und gebunden werden, ist die Filterleistung nicht nur auf die Maschenweite von 50 &mgr; begrenzt.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in vorteilhafter Weise das Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien, insbesondere das Trennen von Zellulosefasern aus Baumwolle aus Waschwasser, dadurch vorgenommen, dass eine gekrümmte geneigte Siebfläche, die mit einer Filtermaterialschicht versehen wird, mit dem Feststoffe enthaltenden flüssigen Medium beschickt wird, wobei die geneigte Siebfläche um eine Achse gedreht wird, die parallel zu deren Längsachse verläuft. Hierdurch werden auf der geneigten Siebfläche zurückgehaltene Feststoffe allein unter Schwerkrafteinfluß von der Siebfläche gelöst und zu Rotationskörpern, insbesondere Kugeln, kumuliert. Diese kumulierten Rotationskörper werden dann anschließend mit Hilfe von Austragorganen entfernt.

Nach einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Neigung der gekrümmten Siebfläche abhängig von dem Material der auf der Siebfläche angeordneten Filtermaterialschicht und/oder einem Beschickungsvolumenstrom und/oder der Bewegungsgeschwindigkeit der Siebfläche eingestellt. Hierdurch ist es vorteilhaft möglich, die Trennbedingungen an die Art des flüssigen Mediums und die Art der darin enthaltenen Feststoffe anzupassen, insbesondere hinsichtlich der Viskosität und der Feststoffgrößencharakteristika.

Das Verfahren läßt sich besonders einfach und wirksam dann durchführen, wenn die gekrümmte Siebfläche als Siebzylinder vorgesehen wird und überdies der Siebzylinder mit einer langsamen Drehzahl von etwa 5 bis 15 Umdrehungen pro Minute, vorzugsweise 7 Umdrehungen pro Minute gedreht wird. Dabei kann ebenso wie durch die Neigungseinstellung auch durch die Wahl der Drehzahl eine einfache Optimierung des Trennverfahrens abhängig von den Charakteristika unterschiedlicher flüssiger Medien und der darin enthaltenen Feststoffe durchgeführt werden.

Eingetragen wird das Feststoffe enthaltende flüssige Medium nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung über ein Rohr in den unteren Bereich der Siebfläche bzw. des Siebzylinders, vorzugsweise gegen eine Prallplattenanordnung, wodurch sich vorteilhaft eine Verringerung der Temperaturabhängigkeit des Antriebs ergibt.

Gemäß der Erfindung besteht die Vorrichtung zum Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien aus einem geneigt angeordneten Gehäuse, das bis auf eine Austragöffnung geschlossen ist, einer mit Feststoff enthaltendem flüssigem Medium beschickbaren Siebtrommel, die in dem Gehäuse drehbar und von der Außenseite des Gehäuses antreibbar gelagert ist, und aus Austragorganen für kumulierte Rotationskörper aus getrennten Feststoffen, die an der Innenseite der Siebtrommel angeordnet sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung weist das Gehäuse eine Einrichtung zur Neigungseinstellung auf, die mit allen üblichen mechanischen und hydraulischen Maßnahmen verwirklicht sein kann. Bevorzugt ist wegen der Einfachheit der Ausgestaltung die Neigungseinstellung mit einer Schwenkgelenkanordnung an dem unteren Ende des Gehäuses und davon beabstandet mit einer Gewindespindelanordnung versehen. Die Neigung ist abhängig von den Parametern Filtermaterial, Volumenstrom, Art des flüssigen Mediums sowie Art des darin enthaltenen Feststoffs sowie der Drehzahl der Siebtrommel zur Optimierung der Effektivität des Trennens einstellbar.

Gemäß einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung der Erfindung besitzt die Siebtrommel an ihrer Innenseite eine Filtermaterialschicht, welche bevorzugt aus Edelstahlgaze besteht, wobei die Edelstahlgaze beispielsweise eine Maschengröße für das Trennen von Feststoffen bis zu 50 &mgr;m aufweist. Befestigt ist das Innensieb nach einer weiteren vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung durch Spannen über Führungslängsstreben, die an der Siebtrommel und an deren Austragöffnung an einem Austragring befestigt sind.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Siebtrommel mit dem Feststoffe enthaltenden flüssigen Medium in ihrem unteren Bereich über ein Rohr beschickbar, das entweder durch den oberen Bereich der Austragöffnung in das Innere in den unteren Bereich der Siebtrommel eingeführt ist oder sich von der Rückseite der Siebtrommel im Bereich der Längsachse in den unteren Bereich der Siebtrommel erstreckt, wobei bevorzugt jeweils vor der Rohrmündung eine Prallplattenanordnung vorgesehen ist.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Siebtrommel als Austragorgane Auswurfschaufeln auf, die an dem Innenumfang der Siebtrommel abschnittsweise und in Draufsicht zu deren Längsachse bevorzugt um ca. 45° abgewinkelt und vorzugsweise an den Führungsstreben befestigt sind. Das Vorsehen dieser Auswurfschaufeln ist in praktischen Versuchen bei Faserstoffen enthaltenden flüssigen Medien als besonders wirkungsvoll erprobt worden. Es ist jedoch auch möglich, andere Austraglösungen vorzusehen, beispielsweise Schöpftaschen.

Das Vorsehen von Auswurfschaufeln ist eine außerordentlich einfache Maßnahme, die auch die Herstellungskosten der Vorrichtung nicht über Gebühr erhöht. Dabei wird beim Drehen der Trommel auch ein Bewegen der sich kumulierenden Rotationskörper abschnittsweise über den Innenumfang der sich drehenden Siebtrommel erreicht, wodurch vorteilhaft für das Kumulieren der Feststoffe nicht nur eine Bewegungskomponente in Richtung der Siebtrommeldrehung und eine Bewegungskomponente aufgrund der Neigung der Siebtrommel, sondern auch eine durch Aufprallen der kumulierten Rotationskörper überlagerte schräg in Mantelrichtung der Siebtrommel zu deren Austragöffnung gerichtete Bewegungskomponente überlagert wird. Aufgrund dieser Maßnahmen wird nicht nur ein Lösen von Feststoffen von dem Innensieb begünstigt, sondern auch der Kumulierungsvorgang zu einzelnen Rotationskörpern durch überlagerte Bewegungskomponenten verbessert. Hinzu kommt, dass zusätzliche kumulierungsfördernde Einflüsse auch durch den Zusammenprall von entstehenden Rotationskörpern, die gegebenenfalls auch unterschiedliche Größe schon erreicht haben, weiter gefördert werden.

Nach einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind für die Lagerung der Siebtrommel radial angreifende Wälzlager vorgesehen, die eine besonders ruhige und gleichmäßige Lagerung ermöglichen. Ferner ist ein Drehantrieb vorgesehen, der bevorzugt am Gehäuse angeordnet und mit einem Keilriemen versehen ist. Hierdurch läßt sich einerseits eine Schwingungsdämpfung bei der Einleitung des Drehantriebs und andererseits auch ein geeignetes Übersetzungsverhältnis herstellen, wobei auch das Spannen des Keilriemens durch einfache Verstellmaßnahmen am Drehantrieb, beispielsweise einem Elektromotor mit 250 Watt Antriebsleistung, problemlos verwirklicht werden kann. Dabei kann der vorgesehene Keilriemen auch an dem Außenumfang der Siebtrommel angreifen, wodurch sich das Vorsehen einer separaten Riemenscheibe für die Drehtrommel erübrigt und das Einbringen eines Beschickungsrohrs im Bereich der Drehachse der Siebtrommel vereinfacht wird.

Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;

2 eine schematisierte Vorderansicht auf die Vorrichtung gemäß 1 in Richtung der Mittelachse der Siebtrommel gesehen; und

3 eine Schnittansicht durch die Siebtrommel.

In 1 ist schematisiert eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 dargestellt. Die Vorrichtung 10 weist ein geneigt angeordnetes Gehäuse 11 auf, das bis auf eine in 2 angedeutete Austragöffnung 12 geschlossen ist. Das Gehäuse 11 hat bei diesem Ausführungsbeispiel eine annähernd quaderförmige Form mit einem quadratischen Querschnitt, wie in 2 angedeutet, und ist ringsherum, bis auf die Austragöffnung 12 und einen Auslaß 31 flüssigkeitsdicht geschlossen.

Mit 13 ist eine Einrichtung zur Neigungseinstellung angedeutet, die aus einer sich am Boden 14 abstützende Gewindespindelanordnung 15 und einer Schwenkgelenkanordnung 16 besteht. Die Schwenkgelenkanordnung 16 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel in 1 am linken unteren Ende angeordnet, während die Gewindespindelanordnung 15 sich im Bereich des rechten unteren Endes gemäß 1 befindet.

Auf dem Gehäuse 11 ist ein elektrischer Antriebsmotor 17 verstellbar befestigt, der über eine Riemenscheibe 18 mit einem Keilriemen 19 verbunden ist, der an der Rückseite des Gehäuses 11, in 1 am linken Ende mit einer Riemenscheibe 20 in Eingriff ist, deren Durchmesser etwa der einer Innentrommel 29 entspricht. Die Riemenscheibe 20 ist über eine hohe Welle 22 abgedichtet durch die linke hintere Wand, in 1 links angedeutet, des Gehäuses 11 geführt und mit der Siebtrommel 21 verbunden. Im Inneren der Hohlwelle 22 ist abgedichtet ein Rohr 23 für das Zuführen von Feststoff enthaltendem flüssigen Medium angedeutet, die im Inneren der Siebtrommel 21 eine Prallplattenanordnung 24 aufweist. Alternativ kann statt des Rohres 23 ein Rohr 23' (wie gestrichelt angedeutet) vorgesehen sein, das durch die vordere Öffnung der Siebtrommel 21 in das Innere in den unteren Bereich der Siebtrommel 21 ragt und ebenfalls eine Prallplattenanordnung 24' an der Mündung aufweist.

Die Siebtrommel 21 ist, wie in 2 angedeutet, in dem Gehäuse 11 über drei gleichmäßig voneinander beabstandete Wälzlageranordnungen 25 zusätzlich zu der hinteren Lagerung an der mittigen Welle 22 gelagert, wobei die Wälzlageranordnungen 25 im Bereich einer in 1 mit 26 angedeuteten Austragrings angeordnet sind, der an der Siebtrommel 21 befestigt ist und vorn, also in 1 nach rechts aus dem Gehäuse 11 herausragt. Mit 27 ist in 2 eine von mehreren Auswurfschaufeln angedeutet, die abschnittsweise über den Innenumfang der Siebtrommel 21 und in Draufsicht zu deren Längsachse L, siehe 3, in einem Winkel von etwa 45° abgewinkelt an Führungslängsstreben 28 befestigt sind. Es sind insgesamt vier Führungslängsstreben 28 vorgesehen, welche sich über den Innenumfang der Siebtrommel 21 parallel zu deren Mittelachse L gleichmäßig voneinander beabstandet von dem in 3 links dargestellten Boden 29 der Siebtrommel bis zum Austragring 26 erstrecken. Die Führungslängsstreben 28 dienen zur Aufspannung eines Innensiebs 30, das sich nach Art einer Innentrommel koaxial in der Siebtrommel 21 befindet und aus Edelstahlgaze mit einer Maschengröße für das Trennen von Feststoffen bis zum 50 &mgr;m besteht.

Die Auswurfschaufeln 27 sind zur Austragöffnung 12 geneigt und in der Lage, unter Berücksichtigung der Drehrichtung A, wie in 3 angedeutet, kumulierte Rotationskörper aus abgetrennten Feststoffen aus dem Inneren der Siebtrommel 21 über den Austragring 26 heraus zu befördern. Die Auswurfschaufeln 27 sind zwischen den Führungsstreben 28 im Winkel von etwa 45° fest eingeschweißt.

Der Trommelantrieb über den Antriebsmotor 17 und den Keilriemen 19 erfolgt bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer Winkelgeschwindigkeit von 18,3 cm/sek, um die Feststoffe, die sich auf der Filtergaze 30 auflegen, in einem Wasserfilm kumulieren zu können. Der Antrieb der Siebtrommel 21 erfolgt dabei bevorzugt kontinuierlich, und nach Beschickung mit dem Feststoff enthaltenden Medium entsteht durch das Auflegen der Feststoffe am Innensieb 30 im unteren Bereich eine Wasserlache, die bei langsamer Drehung das Lösen der Feststoffe von dem Innenfilter und damit das anschließende Kumulieren der Feststoffe bewirkt.

Aufgrund der versetzten abschnittsweisen Anordnung der Auswurfschaufeln 27 wird das Kumulieren dabei infolge der Drehung und der Neigung der Siebtrommel 21 unterstützt, wobei nach hinreichender Bildung von Festkörperrotationskörpern, die insbesondere kugelförmig sind. Durch das Abrollen der Feststoffkugeln in der drehenden Trommel werden die Feststoffe bis auf 80% der Restfeuchtigkeit entwässert und deren Austrag ebenfalls durch die Auswurfschaufeln 27 in eine nicht dargestellte Aufnahmeeinrichtung erfolgt. Gereinigtes Wasser läuft über den Auslaß 31 am unteren Ende des Gehäuses 11 in einen nicht dargestellten Behälter.

Die Winkelgeschwindigkeit von 18,3 cm/sek betrifft bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine Siebtrommel mit einem Durchmesser von etwa 50 cm. Die entsprechend zugeordnete Drehzahl beträgt 7 Umdrehungen pro Minute. In nicht dargestellter Weise kann weiterhin der Antriebsmotor 17 noch mit einer Getriebeübersetzung versehen sein und hat bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine Antriebsleistung von etwa 250 Watt.

Alternativ zu der Beschickung der Siebtrommel 21 durch ein bodenseitiges mittiges Rohr 23 mit Prallplattenanordnung 24 kann auch ein Beschickungsrohr im oberen Bereich der Siebtrommel 21 durch den Austragring 26 bis in den Bereich des Bodens, in 1 links angedeutet, ragen und gegebenenfalls ebenfalls mit einer Prallplattenanordnung versehen sein.


Anspruch[de]
Verfahren zum Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien, bestehend aus folgenden Verfahrensschritten:

a) Vorsehen einer gekrümmten geneigten Siebfläche mit einer Filtermaterialschicht;

b) Beschicken der Siebfläche mit dem Feststoffe enthaltenden flüssigen Medium;

c) Drehen der Siebfläche um eine Achse, die parallel zu deren Längsachse verläuft, um auf der geneigten Siebfläche zurückgehaltene Feststoffe unter Schwerkrafteinfluß zu Rotationskörpern zu kumulieren; und

d) Entfernen der kumulierten Rotationskörper von der Siebfläche mit Hilfe von Austragorganen.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung der gekrümmten Siebfläche abhängig von dem Material der Filtermaterialschicht und/oder einem Beschickungs-Volumenstrom eingestellt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die gekrümmte Siebfläche als Siebzylinder vorgesehen wird. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebzylinder mit einer Drehzahl von etwa 5 bis 15 U/min, vorzugsweise von 7 U/min gedreht wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kumulierten Rotationskörper mittels siebzylinderfesten Austragschaufeln ausgetragen werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebfläche mit einer Filtermaterialschicht in Form einer Filtergaze bereitgestellt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Feststoff enthaltende flüssige Medium über ein Rohr in den unteren Bereich der Siebfläche, vorzugsweise gegen eine Prallplattenanordnung, zugeführt wird. Vorrichtung zum Trennen von Feststoffen aus flüssigen Medien, bestehend aus

einem geneigt angeordneten Gehäuse (11),

einer mit Feststoff enthaltendem flüssigen Medium beschickbare Siebtrommel (21), die in dem Gehäuse (11) drehbar und von der Außenseite des Gehäuses (11) antreibbar gelagert ist, und aus an der Innenseite der Siebtrommel (21) verteilt angeordneten Austragorganen (27) für kumulierte Rotationskörper aus abgetrennten Feststoffen.
Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (11) eine Einrichtung (13) zur Neigungseinstellung aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (21) an ihrer Innenseite eine Filtermaterialschicht (30) aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (21) mit dem Feststoff enthaltenden flüssigen Medium in ihrem unteren Bereich über ein Rohr (23) beschickbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (23) in dem Bereich der Mittelachse L-L der Siebtrommel (21) mit einer Prallplattenanordnung (24) mündet. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr durch die Austragöffnung (12) in das Innere der Siebtrommel (21) ragt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (21) als Austragorgane Auswurfschaufeln (27) aufweist, die an dem Innenumfang der Siebtrommel (21) abschnittsweise und in Draufsicht zu deren Mittelachse L-L bevorzugt um ca. 45° abgewinkelt angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass für die Lagerung der Siebtrommel (21) radial angreifende Wälzlager (25) vorgesehen sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass für die Siebtrommel (21) ein am Gehäuse (11) angeordneter Drehantrieb (17), vorzugsweise mit Keilriemen (19), vorgesehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebtrommel (21) ein Innensieb (30) aus Edelstahlgaze mit einer Maschengröße für das Trennen von Feststoffen bis zu 50 &mgr;m aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Innensieb (30) über Führungslängsstreben (28) gespannt ist, die an der Siebtrommel (21) und im Bereich der Austragöffnung (12) an einem Austragring (26) befestigt sind. Vorrichtung nach Anspruch 14 und 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswurfschaufeln (27) zwischen den Führungsstreben (28) befestigt sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass zu der Einrichtung (13) zur Neigungseinstellung eine Schwenkgelenkanordnung (16) an dem unteren Ende des Gehäuses (11) und davon beabstandet eine Gewindespindelanordnung (15) gehören.






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