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Dokumentenidentifikation DE102005048455A1 12.04.2007
Titel Schwerstlastfahrzeug
Anmelder Scheuerle Fahrzeugfabrik GmbH, 74629 Pfedelbach, DE
Erfinder Kohler, Andreas, 74595 Langenburg, DE;
Gebert, Martin, 74670 Forchtenberg, DE
Vertreter Patentanwalts-Partnerschaft Rotermund + Pfusch + Bernhard, 70372 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 07.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048455
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse B60P 3/40(2006.01)A, F, I, 20051007, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60P 1/00(2006.01)A, L, I, 20051007, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein für langgestreckte, schwere Lasten, wie z. B. Brückensegmente, vorgesehenes Schwerstlastfahrzeug besitzt eine Lastaufnahmeanordnung, die die Last mit Verschiebbarkeit über im wesentlichen die gesamte Länge des Fahrzeuges abstützt. Damit kann das Fahrzeug gegebenenfalls auch als Transportbahn für die Last eingesetzt werden, um eine Übergabe der Last an Hub- oder Krananlagen zu erleichtern.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Schwerstlastfahrzeug mit störkonturenfreier Aufnahmeebene für Lasten, insbesondere sehr schwerer, langgestreckter Lasten, wie z.B. Brückensegmente, insbesondere mit in einer Vielzahl von Achsreihen angeordneten, einzeln lenkbaren und/oder antreibbaren Radsätzen.

Derartige Fahrzeuge sind in vielfältiger Form bekannt und für vielfältige Zwecke einsetzbar. Wie beispielsweise dem Internet unter www.scheuerle.de entnommen werden kann, lassen sich mit solchen Fahrzeugen große Fabrikanlagen, Schiffe oder Schiffsektionen oder dergleichen transportieren.

Der Transport von Brückensegmenten mit derartigen Fahrzeugen bereitet keine grundsätzlichen Schwierigkeiten. Jedoch ist zu beachten, dass das Fahrzeug die Brückensegmente nicht selbst auf die dafür vorgesehenen Fundamente bzw. Brückenpfeiler aufsetzen kann. Vielmehr werden hierfür regelmäßig Krananlagen eingesetzt, die im wesentlichen aus einer Kranbahn in Form eines gegebenenfalls wandernden Portals bestehen, welches die Fundamente bzw. Pfeiler, zwischen die das Brückensegment bzw. die Brückensegmente eingesetzt werden sollen, überspannt und sich bis zu einem Übergabeplatz erstreckt, an dem auf der Kranbahn verfahrbare Hubvorrichtungen bzw. -geschirre das jeweilige Brückensegment vom Fahrzeug abheben und zum weiteren Transport auf der Kranbahn übernehmen können.

Bislang muss das Portal am Übergabeplatz etwa die gleiche Länge wie das zum Transport des jeweiligen Brückensegmentes benutzte Fahrzeug besitzen, d.h. das Fahrzeug fährt in Längsrichtung der Kranbahn unter das Portal, so dass die Endbereiche des Brückensegmentes von den Hubvorrichtungen bzw. -geschirren simultan erfasst werden können.

Im Ergebnis muss also die Kranbahn nicht nur die Fundamente bzw. Pfeiler überdecken, zwischen die die Brückensegmente eingesetzt werden sollen. Vielmehr muss die Kranbahn auch den Übergabeplatz auf einer der Länge der Brückenelemente bzw. der zu deren Transport herangezogene Fahrzeuge überspannen.

Aufgabe der Erfindung ist es nun, den Aufwand für die Kranbahn am Übergabeplatz wesentlich zu vermindern, bzw. die Übergabe des Brückensegmentes zu vereinfachen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Schwerstlastfahrzeug der eingangs angegebenen Art dadurch gelöst, dass fahrzeugseitig eine Lastaufnahmeanordnung vorgesehen ist, die die Last mit Verschiebbarkeit über im wesentlichen die gesamte Länge des Fahrzeuges abstützt.

Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, das Schwerstlastfahrzeug als zusätzliche Transportbahn für die Last auszubilden, derart, dass das Brückensegment von einem Hubgerät oder -geschirr oder dergleichen zunächst nur an einem Fahrzeugende erfasst zu werden braucht und mittels des Hubgerätes oder -geschirrs oder dergleichen auf dem Fahrzeug in Längsrichtung verschoben werden kann, bis der noch auf dem Fahrzeug lagernde andere Endbereich des Brückensegmentes eine Lage in der Nähe des vorgenannten Fahrzeugendes einnimmt. Nunmehr kann ein weiteres Hubgerät oder -geschirr oder dergleichen diesen letztgenannten Endbereich des Brückensegmentes vom Fahrzeug abheben und zusammen mit dem erstgenannten Hubgerät oder -geschirr oder dergleichen zum gewünschten Einsatzort bringen.

Durch die Erfindung wird also der Vorteil geboten, dass lediglich ein Fahrzeugende innerhalb der Reichweite eines Krans oder einer Kranbahn oder dergleichen liegen muss, um ein gegebenenfalls sehr langes Brückensegment übernehmen zu können.

Gemäß einer konstruktiv bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind auf dem Fahrzeug wenigstens zwei mit Rollen auf fahrzeugseitigen Schienen verfahrbare Lastaufnahmen vorgesehen, d.h. die Aufnahmeebene für die Last wird im wesentlichen durch in Fahrzeuglängsrichtung erstreckte Schienen gebildet, die als Fahr- bzw. Rollbahnen für die Lastaufnahmen dienen. Die Lastaufnahmen sind so verfahrbar, dass unterschiedlich lange und oder schwere Lasten so auf dem Schwerlastfahrzeug verschoben werden können, dass die Last symmetrisch auf das Chassis des Schwerlastfahrzeugs verteilt wird und somit gleiche Achslasten im Vorder- und Hinterbereich des Fahrzeugs entstehen.

In besonders zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung sind gesonderte Schienen für zwei separate Lastaufnahmen vorgesehen. Dies bietet die Möglichkeit, dass das Fahrgestell jeder Lastaufnahme in Verschieberichtung länger als die jeweilige Lastaufnahme sein kann und gleichwohl unter die jeweils andere Lastaufnahme einfahrbar ist. Auf diese Weise lässt sich gewährleisten, dass die von der jeweiligen Lastaufnahme aufgenommene Last über vergleichsweise lange Schienenabschnitte auf das Fahrzeug abgetragen wird. Andererseits können die die Last unmittelbar abstützenden Teile der Lastaufnahmen sehr dicht aneinander angenähert werden.

Ein weiteres Ausführungsmerkmal der Lastaufnahmen ist, dass sie eine Dreipunktabstützung der Ladung gewährleisten, unabhängig von Verwindungen des Chassis durch Fahrbahn-Querneigungen. Dafür ist eine der Lastaufnahmen mit zwei hydraulischen Kolben-Zylindern, die vertikal in der Lastaufnahme angeordnet sind, ausgerüstet. Die Kolben-Zylinder sind an ihren Kolben-Enden mit Auflagen für die Ladung versehen. Sie sind miteinander hydraulisch verbunden, so dass ein Lastausgleich stattfindet und sie einen einzigen gemeinsamen virtuellen Ladungs-Unterstützungspunkt an der Längsmittelachse des Chassis bilden. Die andere Lastaufnahme ist ohne diese Kolben-Zylinder ausgeführt und bildet somit eine relativ zum Chassis starre Ladungs-Auflage. Diese letztere Auflage bildet also zwei virtuelle Unterstützungspunkte an den Längsseiten des Chassis.

Im übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfindung auf die Ansprüche sowie die nachfolgende Erläuterung der Zeichnung verwiesen, anhand der eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung näher beschrieben wird.

Schutz wird nicht nur für ausdrücklich angegebene oder dargestellte Merkmalskombinationen sondern prinzipiell auch für beliebige Unterkombinationen der Merkmale der dargestellten oder angegebenen Merkmalskombinationen beansprucht.

In der Zeichnung zeigt

1 eine perspektivische Ansicht des erfindungsgemäßen Schwerstlastfahrzeuges und

2 eine schematisierte Darstellung der Übergabe eines Brückensegmentes an eine Kranbahn.

Gemäß 1 ist das erfindungsgemäße, zum Transport von Brückensegmenten geeignete Fahrzeug 1 nach Art einer fahrbaren, langgestreckten Plattform ausgebildet. Das Fahrzeug 1 besitzt eine Vielzahl von Achslinien, im dargestellten Beispiel 18 Achslinien, mit einzeln lenkbaren und antreibbaren Radsätzen 2. In der Regel besitzt das Fahrzeug ein elektronisch gesteuertes Lenksystem, derart, dass durch entsprechende Lenkverstellung der Radsätze 2 äußerst vielfältige Fahrmanöver ausgeführt werden können, wie beispielsweise Fahrten quer oder schräg zur Fahrzeuglängsrichtung sowie Schwenkmanöver um praktisch beliebig vorgebbare Schwenkzentren oder Lenkpole. Zum Antrieb der Radsätze 2 dienen in der Regel in den Achsen der Radsätze angeordnete Hydromotoren, die hydraulisch mit großen Pumpaggregaten verbunden sind, die ihrerseits von starken Motoren 3 in einer Antriebsgondel 4 des Fahrzeuges 1 angetrieben werden.

Die Lastabstützung der Radsätze 2 erfolgt in grundsätzlich bekannter Weise mittels hydraulischer Kolben-Zylinder-Aggregate, wobei jeweils die Aggregate mehrerer benachbarter Radsätze miteinander auf Ausgleich verbunden sind, so dass die Radsätze der miteinander verbundenen Kolben-Zylinder-Aggregate gleiche Lasten aufnehmen.

Je nach Einsatzzweck oder Fahrsituationen können gegebenenfalls die Kolben-Zylinder-Aggregate unterschiedlicher Radsätze 2 miteinander auf Ausgleich verbunden sein.

Das Fahrzeug 1 kann gegebenenfalls auch aus zwei oder mehreren Einzelfahrzeugen zusammengesetzt sein, die dann Segmente des Fahrzeuges 1 bilden.

Für die Erfindung wichtig ist, dass auf dem Fahrzeug 1 in Fahrzeuglängsrichtung erstreckte Schienen 5 angeordnet sind, auf denen rollschlittenartige Lastaufnahmen über praktisch die gesamte Länge des Fahrzeuges 1 verfahrbar sind. Dabei läuft das Fahrwerk der in 1 vorderen Lastaufnahme 6 auf dem inneren Paar der Schienen 5, während das Fahrwerk der anderen Lastaufnahme auf dem äußeren Paar der Schienen 5 geführt ist. Die Lastaufnahmen 6 sind so ausgebildet, dass das Fahrwerk jeder Lastaufnahme 6 die zur eigentlichen Lastaufnahme dienende Traverse 7 der jeweils anderen Lastaufnahme 6 unterfahren kann. Bei Bedarf können also die Traversen 7 unmittelbar zueinander benachbarte Lagen einnehmen.

Die eine Traverse ist starr mit dem zugeordneten Fahrwerk verbunden, so dass diese Traverse mit ihrem Ende zwei in Fahrzeugquerrichtung beabstandete feste Abstützpunkte für die Last bildet. Die andere Traverse ist an ihren Enden über hydraulische Verdrängeraggregate auf dem zugeordneten Fahrwerk abgestützt, wobei die Hydraulikaggregate miteinander hydraulisch verbunden sind, so dass das eine Hydraulikaggregat seine vertikale Länge vergrößert, wenn das andere Hydraulikaggregat in vertikaler Richtung verkürzt wird. Diese Traverse ist also um eine zur Fahrzeuglängsachse parallele virtuelle Achse schwenkbar und bildet für die Last nur einen Abstützpunkt in der Quermitte des Fahrzeuges. Insgesamt ist also eine statisch bestimmte Dreipunktabstützung für die Last gegeben.

Bei einer normalen Transportfahrt, etwa beim Transport eines nur in 2 dargestellten Brückensegmentes 8, wird die jeweils transportierte Last von den Traversen 7 der Lastaufnahmen 6 abgestützt, wobei die Lastaufnahmen 6 an den Längsendbereichen der Last angreifen und eine Position nahe der Längsenden des Fahrzeuges 1 bzw. etwa symmetrisch zu einer Mittelquerachse des Fahrzeuges 1 einnehmen.

Anhand der 2 wird die Übergabe des Brückensegmentes 8 an eine Kranbahn 9 erläutert. Die Kranbahn 9 besitzt ein Portal 10, auf dem Hubgeräte 11' und 11'' verfahrbar sind.

Das Hubgerät 11' hat nun bereits das in 2 linke Ende des Brückensegmentes 8 angehoben und dementsprechend von der zugeordneten Lastaufnahme 6 auf Fahrzeug 1 abgehoben.

Danach wird das Hubgerät 11' mit dem Brückensegment 8 in 2 nach links verfahren, wobei das Brückensegment 8 entsprechend mitgeschleppt wird. Somit hat sich das in 2 rechte Ende des Brückensegmentes 8 auf dem Fahrzeug 1 zusammen mit der Lastaufnahme 6, die das in 2 rechte Ende des Brückensegmentes 8 abstützt, nach links verschoben.

Nunmehr befindet sich auch das rechte Ende des Brückensegmentes 8 im Bereich des Portals 10 der Kranbahn 9, so dass das weitere Hubgerät 11'' das rechte Ende des Brückensegmentes 8 anheben und dann zusammen mit dem Hubgerät 11' auf dem Portal 10 zu seinem Einsatzort weitertransportieren kann. Dort können dann die Hubgeräte 11' und 11'' das Brückensegment 8 auf zwei Fundamente bzw. Pfeiler 12 oder dergleichen auflagern.

In umgekehrter Weise ist es grundsätzlich möglich, ein demontiertes Brückensegment 8 auf das Fahrzeug 1 aufzusetzen.

Vorzugsweise werden die verfahrbaren Lastaufnahmen 6 durch eine im Schwerlastfahrzeug angeordnete Seilwinde und deren horizontal wirkendes und über Umlenkrollen geführtes Zugseil angetrieben (verfahren). Somit kann beim Abnehmen oder Übernehmen der Ladung (Brückensegment 8) das auf dem Portal 10 über dem Schwerlastfahrzeug 1 positionierte Hubgerät 11' oder 11'', unterstützt werden, indem die Lastaufnahme 6, auf der die Ladung (Brückensegment 8) zunächst noch verbleibt, nachgeführt wird.

In jedem Falle kann das Fahrzeug 1 aufgrund der Verschiebbarkeit der Lastaufnahmen 6 als Transportbahn für das Brückensegment 8 bzw. eine sonstige Last genutzt werden. Dementsprechend kann das Portal 10 im Bereich des Übergabeplatzes zwischen Kranbahn 9 und Fahrzeug 1 eine vergleichsweise kurze Länge aufweisen, d.h, im dargestellten Beispiel braucht das Portal 10 lediglich einen Endbereich des Fahrzeuges 1 zu überspannen.

Dadurch wird einerseits der bauliche Aufwand für das Portal 10 oder sonstige Kräne oder Hubvorrichtungen deutlich vermindert. Dies ist insbesondere bei langen Brückensegmenten 8 ein großer Vorteil. Andererseits wird die Übergabe vereinfacht, weil die Übergabeposition des Fahrzeuges 1 weniger genau bestimmt werden muss.


Anspruch[de]
Schwerstlastfahrzeug (1) mit störkonturenfreier Aufnahmeebene für Lasten, insbesondere sehr schwerer, langgestreckter Lasten, wie z.B. Brückensegmente (8), insbesondere mit in einer Vielzahl von Achsreihen angeordneten, einzeln lenkbaren und/oder antreibbaren Radsätzen (2), gekennzeichnet, durch eine Lastaufnahmeanordnung (6), die die Last mit Verschiebbarkeit über im wesentlichen die gesamte Länge des Fahrzeuges abstützt. Schwerstlastfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Lastaufnahmen (6) mit Rollen auf fahrzeugseitigen Schienen (5) verfahrbar sind. Schwerstlastfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass gesonderte Schienen (5) für zwei Lastaufnahmen (6) bzw. zwei Gruppen von Lastaufnahmen angeordnet sind. Schwerlastfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lastaufnahmen (6) verfahrbar und durch eine Seilwinde mit horizontal über Umlenkrollen geführtem Seil angetrieben sind. Schwerstlastfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrgestell jeder Lastaufnahme (6) in Verschieberichtung länger als die Lastaufnahme ist, wobei das Fahrgestell unter die jeweils nächste Lastaufnahme einfahrbar ist. Schwerlastfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine der zwei verfahrbaren Lastaufnahmen (6) mit hydraulischen Kolben-Zylindern in vertikaler Anordnung ausgerüstet sind, die miteinander zur Verteilung der Last verbunden sind und somit eine gemeinsame Ladungs-Auflage bilden. Schwerstlastfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug aus mehreren in Längsrichtung aneinandergekoppelten Teilfahrzeugen zusammengesetzt ist.






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