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Dokumentenidentifikation DE102005048515A1 12.04.2007
Titel Spender für feste Arzneimittelportionen und dessen Verwendung
Anmelder Schering AG, 13353 Berlin, DE
Erfinder Leifeld, Sabine, 14109 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 05.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048515
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse A61J 7/04(2006.01)A, F, I, 20051005, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G04F 3/00(2006.01)A, L, I, 20051005, B, H, DE   G04G 15/00(2006.01)A, L, I, 20051005, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Spender für feste Arzneimittelportionen, umfassend: ein Etui ((1) Fig. 2) für die Arzneimittelportionen sowie Mittel zur Erinnerung an eine Einnahme der Arzneimittelportionen. Die Mittel zur Erinnerung umfassen mindestens eine Prozessoreinheit, mindestens eine der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnete Signalisierungseinrichtung ((13) Fig. 2) und mindestens ein der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnetes Mittel ((11) Fig. 1) zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion sowie mindestens ein der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnetes Mittel ((10) Fig. 1) zur Initialisierung eines Zeitraumes einer Einnahmeunterbrechung der Arzneimittelportionen nach einer Einnahmephase.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Spender für feste Arzneimittelportionen und dessen Verwendung für hormonale Arzneimittel für die Kontrazeption oder Hormonersatztherapie.

Arzneimittel in fester Form werden üblicherweise in Form von Pillen, Dragees, Kapseln, Tabletten und anderen festen Darreichungsformen zubereitet. Werden derartige Arzneimittel nicht in einem Gefäß schüttbar konfektioniert angeboten, können sie auch in so genannten Blisterpackungen (PTP: push-through pack) zusammengestellt sein. Letztere Packungen bestehen im Allgemeinen aus einer meist durchsichtigen Kunststoffhülle, die Aufnahmemulden für die Arzneimittelportionen aufweist, sowie einer mit dieser Hülle verschweißten Aluminiumfolie. Zum Gebrauch können die Arzneimittelportionen durch Durchdrücken von der Aufnahmemulde aus durch die Aluminiumfolie hindurch, die dabei zerreißt, entnommen werden. Die durch die einzelnen Aufnahmemulden gebildeten Behältnisse schließen die Portionen vom Zeitpunkt des Einschweißens bis zum Gebrauch somit hermetisch ab, so dass die Arzneimittelportionen gegen mechanische und chemische Beeinträchtigungen geschützt sind.

Für therapeutische Zwecke sind die Arzneimittel gemäß Gebrauchsanweisung in bestimmten Dosierungen und Zeitintervallen zu nehmen. Dies bereitet in den meisten Fällen keine Probleme, kann aber insbesondere dann, wenn die Mittel über einen längeren Zeitraum angewendet werden, dazu führen, dass die Mittel in einzelnen Fällen nicht oder nicht zum vorgeschriebenen Zeitpunkt genommen werden. In vielen Fällen ist dann der Erfolg einer Therapie gefährdet. Daher hat es nicht an Versuchen gefehlt, die Einnahme der Arzneimittel zu kontrollieren, wobei insbesondere auf die Selbstkontrolle durch den Patienten selbst Wert gelegt wird.

Um die vorgenannten Probleme zu beheben, ist vorgeschlagen worden, dem Patienten Hilfsmittel an die Hand zu geben, mit deren Hilfe trotz Ablenkung des Patienten im Alltag eine geregelte Einnahme der Arzneimittel gesichert wird. Hierzu werden beispielsweise Vorrichtungen zur Aufnahme der Arzneimittelpackungen beschrieben, in denen die Entnahme einzelner Tabletten automatisch registriert wird. Hierzu sind verschiedene Vorschläge gemacht worden:

In DE 198 50 890 A1 ist eine Vorrichtung zur Bevorratung von regelmäßig einzunehmenden Medikamenten beschrieben, die einen Vorratsbehälter für die in Portionen aufgeteilten Medikamente, eine Einrichtung zur portionsweisen Ausgabe von Medikamentenmengen, einen Zeitgeber zur Ermittlung der Fälligkeit einer Medikamenteneinnahme, einen Signalgeber zur Anzeige der Fälligkeit einer Medikamenteneinnahme sowie einen Sensor zur Erkennung der Entnahme einer Medikamentenportion umfasst. Hierzu ist ein karussellartiger Vorratsbehälter vorgesehen, der mit einem Schieber zur Freigabe der auf dem Karussell bevorrateten Portionen versehen ist. Durch Betätigen des Schiebers, der vor Erreichen der Fälligkeit einer Medikamenteneinnahme noch verriegelt ist, wird ein Zählwerk in Gang gesetzt und ein bei Fälligkeit einsetzender Alarm wieder gelöscht. Eine optische Anzeige gibt alphanumerisch die Zeit, das Datum und/oder den Wochentag aus. Außerdem kann auch eine akustische Signalabgabe vorgesehen sein. Die Arzneimittel können beispielsweise Kontrazeptiva sein.

In DE 197 39 438 A1 wird eine andere Variante beschrieben, bei der eine Blisterpackung mit Sensoren, die bei Entnahme einer Medikamentenprobe Signale abgeben, mit einer Auswerteschaltung und gegebenenfalls mit Speichern ausgerüstet ist, die die Signale der Sensoren verarbeitet, aus ihnen therapeutisch relevante Daten ermittelt und speichert. Die Sensoren, die Auswerteschaltung und die Speicher sind in die Blisterpackung integriert. Beim Durchdrücken einer Tablette durch die untere Folie der Blisterpackung wird eine dortige Leiterbahn zerstört, so dass ein elektrisches Signal erzeugt wird. In der Auswerteschaltung sind eine Uhrenfunktion, eine Dekodierung der gewünschten Alarmzeitpunkte sowie die Generierung einer bestimmten Signal-Pulsfolge für einen akustischen Signalgeber realisiert.

In ähnlicher Weise ist in DE 195 16 076 A1 ein Magazin für formfeste Medikamentenproben beschrieben, das Sensoren, die bei Entnahme einer Medikamentenprobe Signale abgeben, und eine Auswerteschaltung mit Speichern umfasst, die die Signale der Sensoren verarbeitet, aus ihnen therapeutisch relevante Daten ermittelt und diese abspeichert. Die Funktion von Sensoren übernimmt in diesem Falle eine Sensorfolie, die Leiterbahnen aufweist. Die Leiterbahnen werden beim Ausdrücken der Tabletten aus der Blisterpackung durchtrennt. Bei Fälligkeit einer Medikamenteneinnahme wird der Patient beispielsweise durch ein akustisches Signal erinnert.

Ein ähnliches Prinzip ist in DE 198 52 602 A1 und DE 102 13 547 C1 beschrieben. Als Medikamente werden in DE 198 52 602 A1 beispielhaft Kontrazeptiva genannt. In einer Variante zu diesem Prinzip ist in DE 41 34 237 C1 und EP 0 191 168 A2 angegeben, dass eine Blisterpackung in eine Vorrichtung eingesetzt wird, in der beim Ausdrücken einer Tablette aus der Blisterpackung ein elektrischer Kontakt geschlossen wird. Im Falle der EP 0 191 168 A2 ist die Blisterpackung in einem diese zumindest teilweise umfassenden Halterahmen untergebracht, der aufgrund seiner wenigstens unten zumindest teilweise offenen Ausbildung ein Ausdrücken von Dragees aus der Blisterpackung ermöglicht.

In DE 198 36 100 A1 ist ferner eine Vorrichtung zur Aufbewahrung einer Blisterpackung beschrieben, die ein Aufnahmeteil für die Blisterpackung aufweist. Das Aufnahmeteil weist Öffnungen zum Ausdrücken von Arzneimitteln aus der aufgenommenen Blisterpackung und ein Signalgeberteil zum Einstellen von Zeitintervallen und zum Ausgeben von Signalen entsprechend den eingegebenen Zeitintervallen auf. Jeder Öffnung im Aufnahmeteil ist eine optische Anzeigeeinrichtung zum Ausgeben eines optischen Signals in Übereinstimmung mit den eingegebenen Zeitintervallen zugeordnet. Bei Fälligkeit der Einnahme des Arzneimittels beginnt diejenige optische Anzeigeeinrichtung zu blinken, die der entsprechenden Tablette in der Blisterpackung zugeordnet ist. Eine Einnahme der Tablette wird durch Drücken einer Taste bestätigt, so dass ein akustischer Alarm, der auf die Fälligkeit der Einnahme aufmerksam gemacht hat, ausgeschaltet wird.

In DE 102 17 929 A1 ist ferner eine Vorrichtung zur Ausgabe von Tabletten mit Mitteln zur Aufnahme einer Blisterpackung, Mitteln zum Ausdrücken einer Tablette aus der Blisterpackung sowie Mitteln zur Einstellung und Mitteln zur Anzeige von Einnahmezeiten beschrieben. Die Vorrichtung weist ein Unterteil und einen abnehmbar mit dem Unterteil verbundenen Deckel zur Aufnahme der Blisterpackung auf, wobei die Anordnung der Mittel der Anordnung der Tabletten in der aufzunehmenden Blisterpackung angepasst ist. Wird eine Tablette entnommen, findet ein elektrischer Kontakt eines Druckknopfes mit einer im Deckel angeordneten Platine statt, so dass die Entnahme der Tablette registriert wird. Das Mittel zur Anzeige der Einnahmezeiten ist ein blinkendes Alarmsymbol auf einer LCD-Anzeige oder ein akustisches Signal. Anstelle der automatischen Registrierung der Entnahme einer Tablette kann die Entnahme auch manuell bestätigt werden, woraufhin der Alarm gelöscht wird.

Eine weitere Ausführungsform ist in US 2004/0050746 A1 beschrieben. In diesem Falle wird eine Blisterpackung in eine Halterung eingeschoben, so dass ein elektrischer Schaltkreis und damit ein Zeitgeber aktiviert werden. Durch diese Aktivierung wird ein Alarm nach einem vorgegebenen Zeitraum ausgelöst, der die Fälligkeit einer Medikamenteneinnahme anzeigt.

In anderen Ausführungsformen entsprechender Halterungen für Blisterpackungen wird eine Medikamentenentnahme manuell registriert:

Hierzu ist in WO 01/54646 A2 ein Pillenspender mit einer Alarmfunktion beschrieben, der eine Blisterpackung sowie einen Mikroprozessor zur Speicherung eines Einnahmezeitintervalls und zur Aktivierung eines visuellen oder akustischen Alarms umfasst. Bei Entnahme einer Tablette aus einem entsprechenden Behältnis der Blisterpackung wird in einer Ausführungsform ein Knopf gedrückt, mit dem die Entnahme bestätigt wird. Damit wird eine Uhr in Gang gesetzt. Nach Ablauf eines vorbestimmten Zeitintervalls wird der Alarm aktiviert, woraufhin eine weitere Tablette genommen werden soll. Als Arzneimittel werden beispielsweise Mittel zur hormonalen Behandlung genannt.

In DE 20 2004 012 232 U1 ist eine Pillenuhr für Kontrazeptiva angegeben, bei der eine Digitaluhr mit einer Pillendose kombiniert ist. Die Digitaluhr kann wie eine Armbanduhr am Armgelenk getragen werden. Zur Signalisierung der Fälligkeit der Einnahme der Arzneimittel sind Alarmmodi vorgesehen, die akustisch sein können. Zusätzlich zu einem akustischen Alarm werden Einnahmezeitpunkte für die Arzneimittel auf einer Anzeige digital dargestellt. Die Einnahme eines Arzneimittels kann durch Drücken entsprechender Knöpfe bestätigt werden. Die Uhr kann zusätzlich zu Alarmsymbolen auch die Zeitspanne bis zur nächsten Einnahmefälligkeit numerisch anzeigen.

Eine Uhr ohne Aufbewahrungsmöglichkeit für derartige Arzneimittel ist in DE 298 11 525 U1 gezeigt. Die Funktionalitäten dieser Uhr sind mit denen der Pillenuhr von DE 20 2004 012 232 U1 vergleichbar.

Auch die In DE 197 13 915 A1 gezeigte Anordnung zur Überwachung der Einnahme von Pillen, insbesondere von Kontrazeptiva, weist geeignete optische Anzeigeelemente und akustische Signalgeber auf, die die Parameterwerte für die Funktionen des letzten Einnahmetermins, des nächsten Einnahmetermins, des abgelaufenen Zeitraums nach dem Entnahmezeitpunkt und die Uhrzeit mitteilen. Bei Einnahme der Arzneimittel ist eine Einnahmetaste zu betätigen. Das Uhrengehäuse weist zur Einnahme der Arzneimittel außerdem eine Schublade zur Aufnahme einer Blisterpackung mit wenigstens 21, vorzugsweise 28 oder mehr Pillen auf.

DE 202 07 266 U1 offenbart ferner ein Pillenetui für Kontrazeptiva mit Uhr und Alarmfunktion. Die Uhr kann in diesem Falle getrennt von einem die Blisterpackung aufnehmenden Etui aufbewahrt werden.

Zur Kontrazeption ist es notwendig, die Arzneimittelportionen regelmäßig zu nehmen. Bei niedrig dosierten hormonalen Präparaten ist eine möglichst zeitgenaue Verabreichung besonders wichtig. In diesem Falle muss das Arzneimittel innerhalb eines relativ schmalen Zeitfensters genommen werden, um einen ausreichenden kontrazeptiven Schutz zu gewährleisten. Die Arzneimittelportionen werden über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig genommen, beispielsweise 21 Tage lang, wobei üblicherweise pro Tag jeweils eine Portion genommen wird (Einnahmephase). An diesen Zeitraum schließt sich der einnahmefreie Zeitraum an, beispielsweise ein 7 Tage langer Zeitraum. Im Anschluss an diesen Zeitraum beginnt wieder ein Zeitraum mit regelmäßiger Einnahme. Die erneute Verabreichung der Arzneimittelportionen muss pünktlich nach dem Ende der einnahmefreien Phase beginnen. Andernfalls besteht kein ausreichender Schutz gegen eine Schwangerschaft.

Der vorliegenden Erfindung liegt von daher das Problem zugrunde, dass mit den bekannten Vorrichtungen keine Sicherheit bezüglich der Bestimmung des Zeitpunktes besteht, zu dem nach einer Unterbrechung mit einer erneuten Einnahme von Kontrazeptiva begonnen werden muss. Dieses Problem stellt sich im vorliegenden Falle in besonderer Weise, weil die zu schaffende Vorrichtung für ein variables Einnahmeregime geeignet sein soll, bei dem ein erneuter Einnahmezeitpunkt nach einer Einnahmeunterbrechung nicht unbedingt regelmäßig wiederkehrt.

Dieses Problem wird mit dem Spender für feste Arzneimittelportionen gemäß Anspruch 1 und mit der Verwendung des Spenders nach Anspruch 26 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Der erfindungsgemäße Spender für feste Arzneimittelportionen dient vorzugsweise zur Aufnahme von Arzneimittelpackungen, die insbesondere hormonale Arzneimittel für die Kontrazeption oder Hormonersatztherapie enthalten. In einem derartigen Falle ist es unerlässlich, ein vorgeschriebenes Arzneimittel-Einnahmeregime möglichst genau zu befolgen, um vollständigen Schutz vor Schwangerschaft oder einen therapeutischen Erfolg gewährleisten zu können. Ein derartiges Einnahmeregime ist durch regelmäßig wiederkehrende Fälligkeitszeitpunkte für die Einnahme gekennzeichnet. Jedoch können die Einnahmephasen und Phasen einer Einnahmeunterbrechung unterschiedlich lang sein. Insbesondere im Falle niedrig dosierter Kontrazeptiva ist es notwendig, die einzelnen Arzneimittelportionen während einer Einnahmephase in möglichst gleichmäßigen Zeitabständen zu vorbestimmten Zeitpunkten zu nehmen. Ganz besonders wichtig ist die Einhaltung dieser Vorschriften dann, wenn wie im Falle neuartiger Präparate eine gleichmäßige Verabreichung im 24-stündigen Rhythmus während der Einnahmephase wenigstens 24 Tage lang und im Allgemeinen nicht mehr als 120 Tage lang möglich ist. In diesem Falle schließt sich an diese Einnahmephase beispielsweise eine einnahmefreie Phase von vier Tagen an. Diese Zeiträume sind möglichst genau einzuhalten. Nach diesem neuartigen Einnahmeregime kann auch eine variable Einlegung einer maximal vier Tage langen Einnahmephase vorgesehen sein; nach einer Einnahmepause ist dann mit einer gleichmäßigen täglichen Einnahme bis zur nächsten variablen Pause fortzufahren.

Um sicherzustellen, dass die Vorschriften auch dann befolgt werden, wenn die Kontrazeptiva wegen anderweitiger Ablenkung im Alltag normalerweise nicht regelmäßig genommen würden und überdies keine systematische Selbstkontrolle über die Länge der einnahmefreien Phase besteht, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, einen Spender für feste Arzneimittelportionen, insbesondere von Arzneimittelportionen, die sich in einer Blisterpackung befinden, zu schaffen, der

  • a. ein Etui für die Arzneimittelportionen sowie
  • b. Mittel zur Erinnerung an die Einnahme der Arzneimittelportionen
aufweist.

Die Mittel zur Erinnerung an die Einnahme der Arzneimittelportionen umfassen folgende Komponenten:

  • i. mindestens eine Prozessoreinheit,
  • ii. mindestens eine der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnete Signalisierungseinrichtung und
  • iii. mindestens ein der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnetes Mittel zur Bestätigung der nächsten Einnahme einer Arzneimittelportion.

Die Prozessoreinheit kann insbesondere ein herkömmlicher Mikroprozessor sein, der in geeigneter Weise programmiert ist, so dass er die erforderlichen Funktionen aufweist, beispielsweise die Funktion eines Zeitgebers, eines Rechenwerkes sowie der nötigen Steuereinrichtungen für die externen Einrichtungen, wie der Signalisierungseinrichtungen, der Mittel zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion und der Mittel zur Initialisierung eines Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung der Arzneimittelportionen nach einer Einnahmephase. Durch die Signalisierungseinrichtung wird der jeweils aktuelle Zustand der Arzneimitteleinnahme ausgegeben.

Sobald eine Arzneimittelportion genommen wurde, ist dies zu bestätigen. Hierzu weist der Spender das mindestens eine Mittel zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion auf. Durch diese Bestätigung kann beispielsweise ein Zähler im Rechenwerk um eins hoch gesetzt werden, da die Anzahl der bereits genommenen Portionen um eine Einheit erhöht wird. Weiterhin wird der berechnete Zeitraum seit Beginn der ersten Einnahme bis zum bis dahin letzten Fälligkeitszeitpunkt im Rechenwerk um ein weiteres Inkrement eines Zeitraumes zwischen zwei Fälligkeitszeitpunkten, im Allgemeinen 24 Stunden, verlängert.

In erfindungsgemäßer Art und Weise umfasst der Spender zusätzlich

  • iv. mindestens ein der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnetes Mittel zur Initialisierung eines Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung der Arzneimittelportionen.

Dieses zusätzliche Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung ist vorzugsweise ausgewählt aus einer Gruppe, umfassend manuelle Betätigungsmittel und Spracherkennungsmittel. Somit kann der Modus 'Unterbrechung der Arzneimitteleinnahme' durch Betätigen eines manuellen Betätigungsmittels, beispielsweise eines Tasters, oder durch die Sprache gestartet werden. Der Taster kann beispielsweise ein taktiler Taster sein, d.h. ein manuelles Betätigungsmittel, das beim Drücken zunächst einen leichten Widerstand leistet und dann bei weiterem Druck ruckartig nachgibt, so dass die Betätigung taktil leicht wahrgenommen werden kann.

Das mindestens eine Mittel zur Initialisierung eines Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung der Arzneimittelportionen dient zur Berücksichtigung des einnahmefreien Zeitraumes zwischen zwei Einnahmephasen, so dass die Signalisierungseinrichtungen einen nächsten Fälligkeitszeitpunkt anzeigen, der nach Ablauf des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung liegt. Denn erst nach Ablauf des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung setzt eine neue Einnahmephase ein. Indem dies automatisch durch die Signalisierungseinrichtungen ausgegeben wird, ist es niemals erforderlich, andere Mittel zur Ermittlung der Fälligkeitszeitpunkte für die Verabreichung vorzusehen als den erfindungsgemäßen Spender. Dadurch wird eine maximale Sicherheit der Einnahme der Arzneimittel gewährleistet, selbst nach einer Einnahmeunterbrechung. Es ist also nicht notwendig, separate Notizen über die erneute Einnahme nach Ablauf des Zeitraumes einer Einnahmeunterbrechung zu führen oder den erneuten Einnahmezeitpunkt im Gedächtnis zu behalten.

Die mindestens eine Prozessoreinheit und die mindestens eine Signalisierungseinrichtung sind vorzugsweise so ausgebildet, dass ein Fälligkeitszeitpunkt einer ersten Einnahme einer Arzneimittelportion in einer neuen Einnahmephase nach Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung durch die mindestens eine Prozessoreinheit berechnet und durch die mindestens eine Signalisierungseinrichtung angezeigt wird. Unmittelbar mit Ablauf dieses Zeitraumes ist eine erneute Einnahme einer Arzneimittelportion fällig. Durch automatische Signalisierung dieser Fälligkeit wird vermieden, dass der Ablauf dieses Zeitraumes und somit der Fälligkeitszeitpunkt und eine erneute Arzneimitteleinnahme versäumt werden.

Die mindestens eine Prozessoreinheit und die mindestens eine Signalisierungseinrichtung sind vorzugsweise so ausgebildet, dass zeitgenau an die Einnahme einer Arzneimittelportion erinnert wird. Dies gilt dann sowohl für die Zeitpunkte der Einnahme von Arzneimittelportionen während der Einnahmephase als auch für eine erste Einnahme nach einer Einnahmeunterbrechung und somit zu Beginn einer neuen Einnahmephase. Somit hängt der Fälligkeitszeitpunkt für die Einnahme der Arzneimittelportionen nicht vom Zeitpunkt der letzten tatsächlichen Einnahme einer Arzneimittelportion ab, sondern vielmehr von dem theoretisch richtigen Zeitpunkt, der sich aus dem ersten Einnahmezeitpunkt einer ersten Einnahmephase und den sich daran anschließenden Zeiträumen zwischen den einzelnen Fälligkeitszeitpunkten und gegebenenfalls Unterbrechungszeiträumen berechnet.

Ein aktueller Unterbrechungszeitraum hängt gemäß der vorstehend angegebenen bevorzugten Ausführungsform von dem berechneten letzten zurückliegenden Fälligkeitszeitpunkt einer Arzneimitteleinnahme bzw. von dem Zeitpunkt der ersten Einnahme einer ersten Einnahmephase ab. Selbst wenn also die letzte Arzneimittelportion nicht genau zum letzten Fälligkeitszeitpunkt genommen und/oder der Unterbrechungszeitraum nicht genau zum darauf folgenden Fälligkeitszeitpunkt initialisiert worden sind, ergibt sich durch Einleiten des Unterbrechungszeitraumes ein genauer nächster Fälligkeitszeitpunkt.

Durch die vorstehenden Maßnahmen wird erreicht, dass unabhängig von der Ungenauigkeit der Zeitpunkte, zu denen die Arzneimittelportionen tatsächlich genommen werden, stets eine sehr genaue Berechnung der Fälligkeitszeitpunkte gelingt. Dies ist für eine wirksame Kontrazeption oder Therapie äußerst wichtig.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die mindestens eine Signalisierungseinrichtung so ausgebildet, dass sie einen verbliebenen Zeitraum bis zum Fälligkeitszeitpunkt der nächsten Einnahme ausgibt. Damit ist es zu jedem Zeitpunkt möglich zu erkennen, zu welchem späteren Zeitpunkt eine erneute Einnahme erforderlich sein wird. Dies liefert auch die weitere Information, ob eine letzte Arzneimittelportion genommen wurde oder nicht.

Ferner ist die mindestens eine Signalisierungseinrichtung in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung so ausgebildet, dass sie die Anzahl bereits entnommener Arzneimittelportionen in einer gegenwärtigen Einnahmephase ausgibt. Damit ist es stets möglich zu erkennen, wie viele Arzneimittelportionen in der gegenwärtigen Einnahmephase bereits genommen wurden. Dies ist nicht nur für herkömmliche Präparate auf dem Gebiet der Kontrazeptiva wichtig, sondern insbesondere auch für moderne Präparate, da diese gestatten, die Länge der Einnahmephase variabel zu gestalten.

Beispielsweise kann die Länge der Einnahmephase mindestens 24 und im Allgemeinen höchstens 120 Tage andauern.

Um die vorgenannten Ausgabemodi auf einer Signalisierungseinrichtung einstellen zu können, kann der Spender in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform mindestens ein Umschaltmittel aufweisen, mit dem entweder die Ausgabe des verbliebenen Zeitraumes bis zum nächsten Fälligkeitszeitpunkt oder die Ausgabe der Anzahl bereits entnommener Arzneimittelportionen durch die Signalisierungseinrichtung ausgewählt wird. Zusätzlich kann durch das Umschaltmittel auch ein Modus ausgewählt werden, bei dem der Fälligkeitszeitpunkt, d.h. die entsprechende Uhrzeit und gegebenenfalls auch ein Datum und/oder Wochentag, ausgegeben werden. Außerdem kann auch vorgesehen sein, dass durch mehrmaliges Auslösen des Umschaltmittels, beispielsweise Drücken eines Tasters, nacheinander zunächst die Anzahl der Tage in einem Unterbrechungszeitraum und danach die verbleibende Anzahl von Stunden angezeigt werden, die bis zum Erreichen des ersten Fälligkeitszeitpunktes in der nächsten Einnahmephase verbleiben.

Wie das Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung kann auch dieses Umschaltmittel ein --taktiler Taster sein (Info-Taster). Das Umschaltmittel kann die zusätzliche Funktion aufweisen, den nach längerem Nichtgebrauch in einen Batterie-Sparzustand fallenden Spender zu reaktivieren. Ein derartiger Sparzustand kann sich dann einstellen, wenn der Spender über einen längeren Zeitraum nicht betätigt wird, beispielsweise während 15 Minuten, um eine übermäßige Inanspruchnahme der Batterie beispielsweise durch die Signalisierungseinrichtung zu vermeiden.

Für den Fall, dass die vorgesehene nächste Arzneimittelportion nicht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters, beispielsweise innerhalb von 12 Stunden, nach einem Fälligkeitszeitpunkt genommen wird, kann in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen sein, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung so ausgebildet ist, dass sie eine Überschreitung dieses Zeitfensters ausgibt.

Weiterhin kann die Signalisierungseinrichtung auch anzeigen, ob gegenwärtig eine Einnahmephase vorliegt oder ob eine Unterbrechung initialisiert wurde.

Schließlich kann die Signalisierungseinrichtung auch den Ladezustand einer im Spender vorgesehenen Batterie anzeigen, um sicherzustellen, dass diese jederzeit ausreichend in der Lage ist, den Spender mit elektrischem Strom zu versorgen.

Die mindestens eine Signalisierungseinrichtung ist vorzugsweise ausgewählt aus einer Gruppe, umfassend optische, akustische und haptische Anzeigemittel. Optische Anzeigemittel können beispielsweise beleuchtete oder unbeleuchtete Flüssigkristallanzeigen sein. Als akustische Anzeigemittel kommen Summer oder Klingeln sowie Tongeneratoren einschließlich programmierter Wiedergabeeinrichtungen für Melodien in Frage. Haptische Anzeigemittel schließen beispielsweise Vibrationsmittel ein, die auf einen Fälligkeitszeitpunkt diskret aufmerksam machen können.

Das Mittel zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion kann ausgewählt sein aus einer Gruppe, umfassend manuelle Betätigungsmittel und Spracherkennungsmittel. Somit kann die Einnahme einer Arzneimittelportion beispielsweise durch Drucktaster oder mittels einer Spracheingabe bestätigt werden. Das Bestätigungsmittel kann wie das Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung vorzugsweise ein taktiler Taster sein.

Um für eine Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion sicherzustellen, dass die Eingabe tatsächlich genau einmal durchgeführt wurde, kann der erfindungsgemäße Spender ferner mindestens eine entsprechende Anzeigeeinrichtung aufweisen. Diese Anzeigeeinrichtung kann beispielsweise eine LED sein.

Das Etui des Spenders kann vorzugsweise eine erste Etuihälfte zur Aufnahme einer Behältnisse für feste Arzneimittelportionen enthaltenden Arzneimittelpackung (Blisterpackung) und eine an die erste Etuihälfte angelenkte zweite Etuihälfte umfassen. Die Etuihälften können beispielsweise aus Kunststoff hergestellt sein, etwa aus Acrylnitril/Butadien/Styrol-Copolymer, Polycarbonat oder einem Blend dieser Kunststoffe miteinander oder mit anderen Kunststoffen.

Die erste Etuihälfte kann insbesondere ein Einschubfach für die Arzneimittelpackung aufweisen. Dadurch kann die Blisterpackung bequem im Spender untergebracht werden. Hierzu kann das Einschubfach an zwei einander gegenüber liegenden Seiten Führungsschienen und an einer dritten Seite einen Anschlag aufweisen. Dadurch ist die Arzneimittelpackung über eine vierte Seite in das Einschubfach einschiebbar. Die Führungsschienen können insbesondere in Längsrichtung in der Etuihälfte vorgesehen sein, so dass die Packung über eine Schmalseite in die Etuihälfte eingeschoben werden kann.

Da die vierte Seite in der ersten Etuihälfte etwa in Höhe der Einschubebene offen ist, um die Blisterpackung einschieben zu können, weist die zweite Etuihälfte an einer der vierten Seite des Einschubfaches korrespondierenden Seite eine Schürze auf. Dadurch wird verhindert, dass eine eingeschobene Arzneimittelpackung bei geschlossenem Etui heraus fällt.

Die zweite Etuihälfte umfasst vorzugsweise die mindestens eine Signalisierungseinrichtung, das mindestens eine Mittel zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion und das mindestens eine Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung. Die mindestens eine Signalisierungseinrichtung ist bevorzugt auf einer Außenseite der zweiten Etuihälfte angeordnet. Dadurch ist der Einnahmestatus leicht erkennbar, ohne dass das Etui geöffnet werden muss. Auch das Umschaltmittel kann an der zweiten Etuihälfte vorgesehen sein.

Das mindestens eine Mittel zur Bestätigung der Einnahme und das mindestens eine Mittel zur Initialisierung eines Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung sind vorzugsweise auf einer Innenseite der zweiten Etuihälfte angeordnet. Dadurch ist eine unbeabsichtigte Betätigung dieser Mittel weitgehend ausgeschlossen. Dies trägt zur Sicherheit der Einnahme maßgeblich bei. Das Umschaltmittel kann ebenso wie die Signalisierungseinrichtung auf der Außenseite der zweiten Etuihälfte angeordnet sein. Um zu vermeiden, dass das Umschaltmittel unbeabsichtigt betätigt wird, kann es vorzugsweise als Taster ausgebildet sein, der in einer Vertiefung in der Oberfläche der Etuihälfte eingelassen ist. Gleiches gilt für die Mittel zur Bestätigung der Einnahme und die Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung.

Zur weiteren Veranschaulichung der Erfindung dienen die nachfolgenden Figuren. Es zeigen im Einzelnen:

1: eine perspektivische Ansicht eines Spenders in geöffnetem Zustand;

2: eine perspektivische Ansicht eines Spenders in geschlossenem Zustand;

3: eine Darstellung der Anzeige der Signalisierungseinrichtung mit verschiedenen Anzeigezuständen.

Gleiche Bezugszeichen in den Figuren bezeichnen gleiche Elemente.

1 gibt eine perspektivische Ansicht eines Spenders 1 in geöffnetem Zustand wieder. Das Etui 1 besteht aus einer ersten Etuihälfte 2 und einer zweiten Etuihälfte 3. Die beiden Hälften sind an einer Anlenkung 4 aneinander angelenkt. Die erste Etuihälfte nimmt eine Blisterpackung P mit Behältnissen B für Arzneimittelportionen auf. Die Blisterpackung ist von der abgewandten Seite her in eine Führung in die erste Etuihälfte eingeschoben und wird dort festgehalten. Die zweite Etuihälfte kann über der ersten Etuihälfte geschlossen werden, wobei ein Schließmechanismus 5.1, 5.2 dafür sorgt, dass das Etui beim Transport nicht geöffnet wird. In geschlossenem Zustand sorgt ferner eine Schürze 6 an der zweiten Etuihälfte dafür, dass die Blisterpackung nicht aus der Führung und aus dem Spender herausrutscht.

Auf der Innenseite der zweiten Etuihälfte 3 ist ein taktiler Taster 10 zur Initialisierung eines Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung der Arzneimittelportionen (Abbruchtaster) angeordnet. Weiterhin ist auf dieser Seite der zweiten Etuihälfte ein taktiler Taster 11 zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion (Bestätigungstaster) vorgesehen. Zwischen dem Abbruchtaster und dem Bestätigungstaster ist ferner eine LED 12angeordnet, die zur Anzeige der Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion mittels des Bestätigungstasters dient.

In 2 ist eine perspektivische Ansicht eines Spenders in geschlossenem Zustand gezeigt. Das aus einer ersten Etuihälfte (nicht dargestellt) und einer zweiten Etuihälfte 3 bestehende Etui 1 weist auf der Außenseite eine Flüssigkristallanzeige 13 als Signalisierungseinrichtung sowie einen Info-Taster 14 zur Umschaltung zwischen einer Ausgabe des verbliebenen Zeitraumes bis zum Fälligkeitszeitpunkt einer nächsten Einnahme und der Ausgabe der Anzahl bereits entnommener Arzneimittelportionen auf. Der Info-Taster ist in Form eines taktilen Tasters ausgebildet.

Nicht dargestellt ist ein Mikroprozessor, der im Spender untergebracht ist und der so programmiert ist, so dass er die erforderlichen Funktionen aufweist. Außerdem ist auch eine Batterie vorgesehen, die zur Energieversorgung des Mikroprozessors, der Flüssigkristallanzeige und der LED dienen.

In 3A ist eine Darstellung der Flüssigkristallanzeige mit allen verfügbaren Anzeigeelementen wiedergegeben. Die Flüssigkristallanzeige weist zum einen ein alphanumerisches Feld 20 zur Anzeige des verbliebenen Zeitraumes bis zum Fälligkeitszeitpunkt einer nächsten Arzneimitteleinnahme oder der Anzahl bereits entnommener Arzneimittelportionen auf. Im vorliegenden Falle ist ein Platzhalter 20 für die Darstellung des verbliebenen Zeitraumes (angezeigt durch die Einheiten-Anzeige 20.1 in ,h/hr' für 'Stunden') angegeben, wobei erkennbar ist, dass die Anzeige im alphanumerischen Feld negativ sein kann, wenn der Fälligkeitszeitpunkt bereits verstrichen ist, ohne dass bisher eine fällige Arzneimittelportion genommen und daher der Bestätigungstaster auch noch nicht betätigt wurde.

In einem linken oberen Symbolfeld 21 ist ein Tablettensymbol eingeblendet, das im vorliegenden Fall durchgestrichen ist. Falls dieses Symbol nicht durchgestrichen ist, signalisiert es, dass derzeitig eine Einnahmephase besteht. Falls das Symbol, wie im vorliegenden Fall, durchgestrichen ist, zeigt es eine Unterbrechungsphase an.

Im linken unteren Symbolfeld 22 kann ein Warnhinweis gegeben werden, der anzeigt, dass eine vorgesehene nächste Arzneimittelportion nicht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters nach dem letzten Fälligkeitszeitpunkt genommen worden ist, so dass kein ausreichender Schutz bzw. die gewünschte Therapiewirkung nicht mehr gewährleistet sind. Falls keine Einnahmephase vorliegt, so dass im linken oberen Symbolfeld 21 ein durchgestrichenes Tablettensymbol angezeigt wird, kann mangels Notwendigkeit, eine Arzneimittelportion zu nehmen, kein Warnhinweis im linken unteren Symbolfeld 22 angezeigt werden.

In einem rechten oberen Symbolfeld 23 ist dargestellt, ob die im Spender enthaltene Batterie zur Energieversorgung noch ausreichend geladen ist oder nicht. Im vorliegenden Falle zeigt das Symbol an, dass die Lebensdauer der Batterie in Kürze zu Ende gehen wird.

Zum Starten der Anzeige wird der Infotaster 14 betätigt. Dadurch wird die Flüssigkristallanzeige 13 in Betrieb genommen. Bei Einnahme einer ersten Arzneimittelportion wird der Bestätigungstaster 11 betätigt. Damit wird ein Zeitgeber im Mikroprozessor getriggert und die innere Uhrzeit gestartet. Bei Festprogrammierung des Mikroprozessors mit einem 24-stündigen Einnahmeintervall setzt ein Alarm exakt nach 24 Stunden ein. Dieser Alarm besteht einerseits aus einer Anzeige des noch verbliebenen Zeitraumes bis zum nächsten Fälligkeitszeitpunkt (in diesem Falle ,0 h/hr') und eines akustischen Warnhinweises, beispielsweise eines intervallartigen Summtones. Falls die Arzneimittelportion danach zügig genommen wird, zeigt die Flüssigkristallanzeige 13 '24 h/hr' bzw. (nach Umschalten)'1' („eine Arzneimittelportion genommen") an.

Nach 24 genommenen Arzneimittelportionen wird beispielsweise der Zeitraum der Einnahmeunterbrechung initialisiert. In diesem Fall setzt die Flüssigkristallanzeige 13 auf '4 d' (4 Tage). Außerdem erscheint anstelle des zunächst nicht durchgestrichenen Tablettensymbols das entsprechende durchgestrichene Tablettensymbol 21. Nach Ablauf von vier Tagen erscheint auf der Flüssigkristallanzeige wieder die Angabe '0 h/hr' (Restzeitraum von 0 h) bzw. '0' (noch keine genommene Arzneimittelportion). Außerdem ertönt der Alarmsummer.

In 3B und 3C sind Anzeigeoptionen dargestellt, die eine Ein- bzw. Ausschaltung eines akustischen Warnsignals bei Erreichen eines Fälligkeitszeitpunktes signalisieren. Diese Anzeigen werden im alphanumerischen Feld 20 in 3A dargestellt. Bei Ausschaltung des akustischen Warnsignals wird im linken unteren Symbolfeld 22 gleichzeitig ein Warnhinweis gegeben.

In 3D ist eine Anzeigesituation wiedergegeben, die beim Überschreiten eines Zeitfensters, beispielsweise von 6 Stunden nach dem letzten Fälligkeitszeitpunkt für eine Einnahme, erscheint, ohne dass eine Arzneimittelportion genommen wurde: In diesem Falle wird im alphanumerischen Symbolfeld 20 angezeigt, dass der letzte Fälligkeitszeitpunkt 7 Stunden zurückliegt. Durch die Anzeige des Warnhinweises im linken unteren Symbolfeld 22 wird zudem angezeigt, dass das genannte Zeitfenster überschritten ist. Außerdem zeigt das Tablettensymbol im linken oberen Symbolfeld 21 an, dass derzeitig eine Einnahmephase besteht.

In 3E ist eine Anzeigesituation wiedergegeben, die vor dem Erreichen eines Fälligkeitszeitpunktes erscheint: Im linken oberen Symbolfeld 21 wird angezeigt, dass eine Einnahmephase besteht. Im alphanumerischen Symbolfeld 20 wird dargestellt, dass der nächste Fälligkeitszeitpunkt in fünf Stunden erreicht ist.

In 3F ist eine Anzeigesituation wiedergegeben, die nach Verstreichen des letzten Fälligkeitszeitpunktes erscheint, ohne dass eine Arzneimittelportion genommen wurde: Im alphanumerischen Symbolfeld 20 wird in diesem Falle angezeigt, dass der Fälligkeitszeitpunkt bereits vor fünf Stunden erreicht war. Allerdings ist das Zeitfenster noch nicht überschritten, da kein Warnhinweis im linken unteren Symbolfeld 22 erscheint.

In 3G ist eine Anzeigesituation wiedergegeben, die vor Erreichen des Fälligkeitszeitpunktes erscheint, zu dem die vierte Arzneimittelportion in der gegenwärtigen Einnahmephase genommen werden muss. Im alphanumerischen Symbolfeld 20 erscheint daher für die bisher genommenen Arzneimittelportionen eine '3'.

1
Spender
2
erste Etuihälfte
3
zweite Etuihälfte
4
Anlenkung
5.1, 5.2
Schließmechanismus
6
Schürze
10
Abbruchtaster
11
Bestätigungstaster
12
LED zur Anzeige der Bestätigung der Einnahme
13
Flüssigkristallanzeige
14
Info-Taster
20
alphanumerisches Symbolfeld
20.1
Einheitenanzeige
21
Symbolfeld für die Einnahmephase
22
Symbolfeld für einen Warnhinweis
23
Symbolfeld für den Ladezustand einer Batterie
P
Arzneimittelpackung
B
Behältnisse für Arzneimittelportionen


Anspruch[de]
Spender für feste Arzneimittelportionen, umfassend:

a. ein Etui (1) für die Arzneimittelportionen sowie

b. Mittel zur Erinnerung an eine Einnahme der Arzneimittelportionen, umfassend:

i. mindestens eine Prozessoreinheit,

ii. mindestens eine der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnete Signalisierungseinrichtung (13) und

iii. mindestens ein der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnetes Mittel (11) zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion, dadurch gekennzeichnet, dass

iv. zusätzlich mindestens ein der mindestens einen Prozessoreinheit zugeordnetes Mittel (10) zur Initialisierung eines Zeitraumes einer Einnahmeunterbrechung der Arzneimittelportionen nach einer Einnahmephase umfasst ist.
Spender nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Prozessoreinheit und die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) so ausgebildet sind, dass ein Fälligkeitszeitpunkt einer ersten Einnahme einer Arzneimittelportion nach Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung durch die mindestens eine Prozessoreinheit berechnet und durch die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) ausgeben wird. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung (10) ausgewählt ist aus einer Gruppe, umfassend manuelle Betätigungsmittel und Spracherkennungsmittel. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mittel zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung (10) ein taktiler Taster ist. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Prozessoreinheit und die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) so ausgebildet sind, dass zeitgenau an die Einnahme einer Arzneimittelportion erinnert wird. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) so ausgebildet ist, dass sie einen verbliebenen Zeitraum bis zu einem Fälligkeitszeitpunkt der nächsten Einnahme ausgibt. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) so ausgebildet ist, dass sie die Anzahl bereits genommener Arzneimittelportionen in einer Einnahmephase ausgibt. Spender nach einem der Ansprüche 6–7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Umschaltmittel (14) vorgesehen ist, mit dem entweder eine Ausgabe eines verbliebenen Zeitraumes bis zum Fälligkeitszeitpunkt der nächsten Einnahme oder eine Ausgabe der Anzahl von in der Einnahmephase bereits genommener Arzneimittelportionen durch die Signalisierungseinrichtung (13) ausgewählt wird. Spender nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Umschaltmittel (14) ein taktiler Taster ist. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) so ausgebildet ist, dass sie eine Überschreitung eines vorgegebenen Zeitfensters nach einem Fälligkeitszeitpunkt der nächsten Einnahme ausgibt. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) ausgewählt ist aus einer Gruppe, umfassend optische, akustische und haptische Anzeigemittel. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) eine Flüssigkristallanzeige ist. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mittel (11) zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion ausgewählt ist aus einer Gruppe, umfassend manuelle Betätigungsmittel und Spracherkennungsmittel. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mittel (11) zur Bestätigung der Einnahme einerArzneimittelportion ein taktiler Taster ist. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Einrichtung (12) zur Anzeige der Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion vorgesehen ist. Spender nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Einrichtung (12) zur Anzeige der Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion eine LED ist. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Etui (1) eine erste Etuihälfte (2) zur Aufnahme einer Behältnisse (B) für feste Arzneimittelportionen enthaltenden Arzneimittelpackung (P) und eine an die erste Etuihälfte (2) angelenkte zweite Etuihälfte (3) umfasst. Spender nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Etuihälfte (2) ein Einschubfach für die Arzneimittelpackung (P) aufweist. Spender nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Einschubfach an zwei einander gegenüber liegenden Seiten Führungsschienen und an einer dritten Seite einen Anschlag aufweist, so dass die Arzneimittelpackung (P) über eine vierte Seite in das Einschubfach einschiebbar ist. Spender nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Etuihälfte (3) an einer der vierten Seite des Einschubfaches der ersten Etuihälfte (2) korrespondierenden Seite eine Schürze (6) aufweist, um zu verhindern, dass eine eingeschobene Arzneimittelpackung (P) bei geschlossenem Etui (1) heraus fällt. Spender nach einem der Ansprüche 18–20, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Etuihälfte (2) unterhalb des Einschubfaches für die Arzneimittelpackung (P) eine Schublade zur Aufnahme durchgedrückter Arzneimittelportionen aufweist. Spender nach einem der Ansprüche 17–21, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Etuihälfte (3) die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13), das mindestens eine Mittel (11) zur Bestätigung der Einnahme einer Arzneimittelportion und das mindestens eine Mittel (10) zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung umfasst. Spender nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Signalisierungseinrichtung (13) auf einer Außenseite der zweiten Etuihälfte (3) angeordnet ist. Spender nach einem der Ansprüche 22 und 23, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mittel (11) zur Bestätigung der Einnahme und das mindestens eine Mittel (10) zur Initialisierung des Zeitraumes der Einnahmeunterbrechung auf einer Innenseite der zweiten Etuihälfte (3) angeordnet sind. Spender nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er einen eingeschobenen Blister enthält. Verwendung des Spenders nach einem der Ansprüche 1–25 für hormonale Arzneimittel für die Empfängnisverhütung oder Hormonersatztherapie.






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