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Dokumentenidentifikation DE102006001062B3 12.04.2007
Titel Leitfähiges Gewebe für das Sportfechten
Anmelder Grollmisch, Steffen, 04435 Schkeuditz, DE
Erfinder Grollmisch, Steffen, 04435 Schkeuditz, DE
Vertreter Hoffmann, R., Dipl.-Ing. Faching.f.Schutzrechtswesen, Pat.-Anw., 04103 Leipzig
DE-Anmeldedatum 07.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006001062
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse A63B 69/02(2006.01)A, F, I, 20060107, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A41D 31/00(2006.01)A, L, I, 20060107, B, H, DE   A41D 13/00(2006.01)A, L, I, 20060107, B, H, DE   
Zusammenfassung Beim Sportfechten mit elektronischer Trefferanzeige werden gültige Treffer durch akustische oder optische Signale angezeigt. Zur Abgrenzung der gültigen Treffflächen werden bei Florett und Säbel zusätzlich von den Fechtern leitfähige Metallgewebe u.Ä. getragen. Weiterhin ist für das Sportfechten eine Fechtbahn mit leitfähiger Oberfläche erforderlich. Bisher dafür verwendete Metallgewebe und Metallgewirke sind anfällig gegen Korrosion und mechanische Beanspruchungen.
Der Erfindung liegt deshalb das Problem zugrunde, ein verbessertes leitfähiges Gewebe für das Sportfechten ohne diese Nachteile zu entwickeln, welches eine wesentlich verbesserte elektrische Leitfähigkeit aufweist und sowohl für Fechtbekleidung als auch für Fechtausrüstungen geeignet ist.
Erfindungsgemäß besteht das leitfähige Gewebe aus Metallfasern und elastischem flexiblen Polyesterfasergarn, umhüllt mit INOX-Metallsplittern in spezieller Nebeneinanderanordnung und Webweise. Die elektrische Leitfähigkeit des Gewebes beträgt unter 5 Ohm/cm2.
Das erfindungsgemäße Gewebe ist als Obermaterial zur Markierung gültiger Treffflächen bei Fechtbekleidungen und als leitfähiges Obermaterial bei Fechtbahnen geeignet. Die Korrosions- und Bruchgefahr wird so bei einer Verbesserung der Leitfähigkeit vermindert. Parallel dazu wird die Beweglichkeit der Sportfechter erhöht und die Haltbarkeit der Fechtbahnen verbessert. Die Erfindung wird auch die Einführung eines künftigen kabellosen Fechtens fördern. Ein ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein leitfähiges Gewebe, welches für das Sportfechten mit elektronischer Trefferanzeige und auch für ein künftiges kabelloses Fechten geeignet ist.

Bei dem Sportfechten mit elektronischer Trefferanzeige, insbesondere mit Florett und Säbel werden gültige Treffer durch akustische und optische Signale angezeigt. Gültige Treffer entstehen durch einen Kontakt der o. g. Waffen mit der durch internationales Reglement der Federation International d'Escrime festgelegten gültigen Treffflächen. Dazu werden von den Wettkämpfern über der eigentlichen Schutzbekleidung, dem Fechtanzug, zusätzliche Metallgewebewesten u. ä. getragen, die die gültige Trefffläche markieren.

Weiterhin ist für das o. g. Sportfechten eine Fechtbahn (Planche) mit leitfähiger Oberfläche erforderlich.

Bisher bekannte und dafür verwendete Metallgewebe und Metallgewirke sind jedoch anfällig gegen Korrosion und starke mechanische Belastungen während der Wettkämpfe. Dadurch wird unter anderen die Leitfähigkeit der Gewebe bzw. Gewirke erheblich vermindert.

So ist aus DE 90 02 013 U1 ist ein Gewebe für Fechtwesten bekannt, für das Kunststofffäden verwendet werden; die als Flachfäden teilweise beiderseits mit Aluminium kaschiert oder mit Aluminium bedampft sind. Ein solches Gewebe ist anfällig gegen starke mechanische Belastungen und ist deshalb für Fechtwesten nur bedingt und für Fechtbahnen überhaupt nicht geeignet. Die elektrische Leitfähigkeit eines solchen Gewebes ist für den praktischen Einsatz im Wettkampf nicht ausreichend.

Aus DE 197 09 692 C2 ist weiterhin ein Gewebe mit leitfähigem Material für Fechtsportartikel, bestehend aus einem elastischen Material mit hoher Reißfestigkeit bekannt. Die dafür verwendeten Kohlenstofffasern sind trotz Beschichtung anfällig gegen Abrieb und mechanische Belastung. Diese Lösung hat sich im Fechtsport nicht durchgesetzt.

Außerdem ist aus DE 199 27 148 C1 ein Gewebe bekannt, das aus synthetischen Fasern besteht, die vollständig metallisch umhüllt sind und auf diversen Unterlagen angeordnet sind. Mit diesem offenbarten Material wird eine durchschnittliche Leitfähigkeit von unter 10 Ohm/cm2 erreicht. Es ist zudem recht aufwendig in der Herstellung und belastet die Fechter auch gewichtsmäßig. Auch für Fechtbahnen ist in der DE 199 27 213 C1 eine ähnliche aufwendige Lösung offenbart.

Diese genannten Lösungen werden jedoch den derzeitigen hohen Anforderungen des internationalen Reglements für ein leitfähiges Gewebe mit verbesserter elektrischer Leitfähigkeit nicht mehr im vollen Umfang gerecht.

Aufgabe der Erfindung

Der Erfindung liegt deshalb das Problem zugrunde, ein verbessertes elektrisch leitfähiges Gewebe für das Sportfechten zu entwickeln, welches kostengünstig herstellbar, leicht handhabbar sowohl für Fechtbekleidung als auch für Fechtausrüstungen geeignet ist und eine wesentlich verbesserte elektrische Leitfähigkeit aufweist.

Lösung

Das Problem wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst, in Verbindung mit den vorteilhaften Ausgestaltungen der Patentansprüche 2 bis 4.

Danach besteht das erfindungsgemäße leitfähige Gewebe aus Metallfasern und elastischem flexiblen Polyesterfasergarn, umhüllt mit INOX-Metallsplittern, wobei in der Kette nebeneinander einmal Metallfasern und zweimal metallsplitterumhülltes Polyesterfasergarn und im Schluss nebeneinander einmal Metallfasern und siebenmal Metallsplitter umhülltes Polyesterfasergarn eingesetzt werden.

Gemäß Patentanspruch 2 weist die elektrische Leitfähigkeit des Gewebes Werte unter 5 Ohm/cm2 auf.

Vorteilhaft wirkt sich gem. Patentanspruch 3 aus, dass die Nebeneinanderanordnungen in Kette und Schuss austauschbar sind.

Besonders vorteilhaft wirkt sich gemäß Patentanspruch 4 aus, dass das Polyesterfasergarn einfärbbar ist.

Das erfindungsgemäße Gewebe weist eine hohe Reißfestigkeit auf; ist geeignet als Obermaterial zur Markierung gültiger Treffflächen bei Fechtbekleidungen und auch als leitfähiges Obermaterial bei Fechtbahnen. Die Umhüllung des verwebten Polyesterfasergarnes hat einen durchschnittlichen Edelstahlgehalt von 15%. Das Gewebe zeigt nur einen geringen Abrieb.

Die Verwendung des erfindungsgemäßen Gewebes bietet für den Einsatz im Sportfechten wesentliche Vorteile gegenüber bekannten Materialien. Neben der erheblich verbesserten elektrischen Leitfähigkeit wird durch das erfindungsgemäße Gewebe der Einsatz von Metallfasern und damit die Korrosions- und Bruchgefahr vermindert. Parallel dazu wird die Beweglichkeit der Sportfechter erhöht und die Haltbarkeit der Fechtbahnen verbessert.

Hervorzuheben ist weiterhin, dass die Verwendung des erfindungsgemäßen Gewebes die Einführung eines künftigen kabellosen Fechtens erheblich fördern wird.

Besonders vorteilhaft für die Attraktivität des Sportfechtens für die breite Öffentlichkeit ist die erfindungsgemäße Möglichkeit zur Einfärbung des Polyesterfasergarns sowohl mit üblichen Textilfarben, als auch mit leuchtenden Neonfarben. Durch eine unterschiedliche farbliche Gestaltung, beispielsweise der Oberfläche der Fechtbahnen, kann für das Publikum die Rangfolge der Wettkämpfe verdeutlicht werden.

Das erfindungsgemäße eingefärbte Gewebe ermöglicht auch farblich attraktive Demonstrationswettkämpfe und damit eine neue Qualität der Werbung für das Sportfechten.

Die Verwendungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen leitfähigen Gewebes ist nicht allein auf das Sportfechten beschränkt. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind z. B. bei antistatischen, wärmeleitfähigen Materialien oder Bekleidungsteilen mit Erwärmungsfaktor gegeben.


Anspruch[de]
Leitfähiges Gewebe, insbesondere für das Sportfechten mit elektronischer Trefferanzeige und für ein kabelloses Fechten, dadurch gekennzeichnet, dass das leitfähige Gewebe aus Metallfasern und elastischem Polyesterfasergarn, umhüllt mit INOX-Metallsplittern besteht, wobei in der Kette nebeneinander einmal Metallfaser und zweimal metallsplitterumhülltes Polyesterfasergarn und im Schuss nebeneinander einmal Metallfasern und siebenmal metallsplitterumhülltes Polyesterfasergarn eingesetzt werden. Leitfähiges Gewebe gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitfähigkeit des Gewebes unter 5 Ohm/cm2 beträgt. Leitfähiges Gewebe gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Kette nebeneinander einmal Metallfaser und siebenmal metallsplitterumhülltes Polyesterfasergarn und im Schuss einmal Metallfaser und zweimal metallsplitterumhülltes Polyesterfasergarn eingesetzt werden. Leitfähiges Gewebe gemäß Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das metallsplitterumhülltes Polyesterfasergarn mit Textilfarben und Neonfarben eingefäbt werden kann.






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