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Dokumentenidentifikation DE102006006679A1 12.04.2007
Titel Vorrichtung zum Freigeben einer Öffnung in einem Gehäuseteil eines Lenkgetriebes
Anmelder ZF Lenksysteme GmbH, 73527 Schwäbisch Gmünd, DE
Erfinder Bareis, Helmut, 73569 Eschach, DE;
Budaker, Martin, 73540 Heubach, DE;
Kunz, Reiner, 73577 Ruppertshofen, DE;
Reuter, Wolfgang, Dr., 61197 Florstadt, DE;
Hetzel, Oliver, 73550 Waldstetten, DE;
Hasenclever, John, 71409 Schwaikheim, DE
DE-Anmeldedatum 14.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006006679
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse B62D 3/00(2006.01)A, F, I, 20060214, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B62D 3/12(2006.01)A, L, I, 20060214, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung (11) zum Freigeben einer Öffnung (12) in einem Gehäuseteil (6) eines Lenkgetriebes (2) bei einer Fahrzeuglenkung (1) weist ein die Öffnung verschließendes Verschlusselement (13) und ein Bauteil (14) auf, welches, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, wenigstens eine seiner Eigenschaften derart verändert, dass, nach einem Zusammenwirken des Bauteils (14) mit dem Verschlusselement (13), das Verschlusselement (13) die Öffnung (12) freigibt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Freigeben einer Öffnung in einem Gehäuseteil eines Lenkgetriebes nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art.

Lenkungen für Kraftfahrzeuge sind im Allgemeinen im Bereich der Verbindung der Zahnstange mit den Spurstangen mittels Faltenbälgen gegen die Umgebung abgedichtet. Ein Problem dieser meist aus einem elastomeren Werkstoff bestehenden Faltenbälge ist, dass sie beispielsweise durch Tierbisse, Steinschläge, Werkzeuge oder andere Einflüsse beschädigt werden können. Zwar lässt sich dieses Risiko durch den Einsatz hochwertiger Werkstoffe verringern, es kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Wenn die Faltenbälge beschädigt werden, so ist die gesamte Lenkung nicht mehr dicht und es kann Feuchtigkeit in das Lenkgetriebe eintreten. Da sich die beschädigte Stelle des Faltenbalgs nur äußerst selten an der tiefsten Stelle des Lenkgetriebes befindet, fließt das eintretende Wasser nicht von selbst ab und sammelt sich innerhalb des Lenkgehäuses. Für die funktionalen Bauteile des Lenkgetriebes ist jedoch insbesondere stehendes Wasser schädlich und kann unter Umständen zu Funktionsstörungen führen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Freigeben einer Öffnung in einem Gehäuseteil eines Lenkgetriebes bei einer Fahrzeuglenkung zu schaffen, welche im Falle eines Flüssigkeitseintritts mit möglichst einfachen Mitteln ein zwangsweises Freigeben einer Öffnung des Lenkgetriebes sicherstellt.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.

Die erfindungsgemäße Lösung weist eine verhältnismäßig einfache Konstruktion auf und es ist lediglich das zusätzliche Bauteil erforderlich. welches eine seiner Eigenschaften ändert, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt. Dadurch bleibt das Verschlusselement in dem Zustand, in dem keine Flüssigkeit in das Gehäuse des Lenkgetriebes eindringt, verschlossen, wohingegen ein Eindringen von Flüssigkeit in das Lenkgetriebe zu einem sehr raschen Öffnen des Verschlusselements und somit zu einem Freigeben der Öffnung führt. Dadurch kann die sich in dem Lenkgetriebe befindliche Flüssigkeit über die nunmehr freigegebene Öffnung aus dem Lenkgetriebe austreten und es werden weitere Beschädigungen verhindert.

In einer sehr vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Bauteil, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, sein Volumen vergrößert. Bei einem derartigen Bauteil kann in einer weiteren Ausgestaltung vorgesehen sein, dass das Bauteil so gegenüber dem Verschlusselement angeordnet ist, dass es bei einer Volumenvergrößerung das Verschlusselement aus der Öffnung drückt. Hierbei handelt es sich um eine besonders einfache Konstruktion, bei welcher die Öffnung dauerhaft freigegeben wird.

Eine andere Lösung bei einem sein Volumen vergrößernden Bauteil kann vorsehen, dass das Bauteil so gegenüber dem Verschlusselement angeordnet ist, dass es bei einer Volumenvergrößerung das Verschlusselement gegen ein das Verschlusselement in seine Geschlossenstellung drückendes Federelement nach innen von der Öffnung abhebt. Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass, wenn in dem Gehäuse keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist, das zusätzliche Bauteil austrocknet und die Federkraft dafür sorgt, dass das Verschlusselement die Öffnung wieder verschließt. Auf diese Weise wird ein Eindringen von Flüssigkeit in das Lenkgetriebe über die Öffnung in dem Lenkgehäuse verhindert.

Eine Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen, dass das Bauteil aus einem Material besteht, welches, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, chemisch derart reagiert, dass das Bauteil das Verschlusselement zerstört. Hierbei sind im Wesentlichen keine mechanischen Abläufe vorhanden, sondern es wird durch die chemische Reaktion des Bauteils mit der Flüssigkeit und die anschließende Reaktion des durch die Flüssigkeit veränderten Bauteils mit dem Verschlusselement ein Freigeben der Öffnung sichergestellt.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen, dass das Bauteil aus einem Material besteht, dass sich, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt auflöst. Das Material des Bauteiles ist in vorteilhafter Weise so gewählt, dass erst stehende Flüssigkeit den Auflösungsprozess des Bauteiles auslöst und die feste Konsistenz des Bauteiles bei hoher Luftfeuchtigkeit erhalten bleibt. Durch die Schwerkraft oder durch ein zusätzliches Federelement wird das Verschlusselement aus dem Gehäuse entfernt und die Öffnung freigegeben.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den restlichen Unteransprüchen. Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellt.

Es zeigt:

1 eine sehr schematische Darstellung einer Fahrzeuglenkung;

2 eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung;

3 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung; und

4 eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

5 eine vierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

6 eine fünfte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

7 eine sechste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

8 eine siebente Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

9 eine achte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Eine in 1 sehr schematisch dargestellte Fahrzeuglenkung 1 für ein nicht dargestelltes Kraftfahrzeug weist in an sich bekannter Weise ein Lenkgetriebe 2 auf, auf dessen Eingangsseite sich ein Ritzel 3, eine Lenksäule 4 und eine Lenkhandhabe 5 befinden. Auf der Ausgangsseite des Lenkgetriebes 2 befindet sich eine in einem Gehäuseteil 6 des Lenkgetriebes 2 in Längsrichtung derselben verschiebliche Zahnstange 7. Als Gehäuseteil 6 wird dabei das gesamte Gehäuse, jedoch auch ein einzelnes Bauteil des Gehäuses, wie z. B. ein Gehäusedeckel oder dergleichen, angesehen.

Die Zahnstange 7 ist an ihren beiden Enden mit jeweiligen Spurstangen 8 verbunden. Der Verbindungsbereich zwischen der Zahnstange 7 und den Spurstangen 8 ist von einem jeweiligen Faltenbalg 9 umgeben. In an sich bekannter Weise sind an den Spurstangen 8 jeweilige Räder 10 des Kraftfahrzeugs angebracht.

Da bei einer Beschädigung eines der Faltenbälge 9 eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser, in das Lenkgetriebe 2 eintreten kann, ist an dem Gehäuseteil 6 eine Vorrichtung 11 zum Freigeben einer Öffnung 12 in dem Gehäuseteil 6 angeordnet. Die Öffnung 12 ist mit einem Verschlusselement 13 verschlossen, so dass in diesem Bereich keine Flüssigkeit von außen in das Lenkgetriebe 2 eindringen kann. Bei sämtlichen Ausführungsformen der Vorrichtung 11 ist ein Bauteil 14 vorgesehen, welches, wenn es mit einer sich in dem Lenkgetriebe 2 befindlichen Flüssigkeit in Kontakt kommt, wenigstens eine seiner Eigenschaften derart ändert, dass, nach einem Zusammenwirken des Bauteils 14 mit dem Verschlusselement 13, das Verschlusselement 13 die Öffnung 12 freigibt. Nachfolgend werden verschiedene Ausführungsformen der Vorrichtung 11 anhand vergrößerter Schnittdarstellungen erläutert.

Bei der Ausführungsform von 2 ist das Bauteil 14 gemeinsam mit dem Verschlusselement 13 und einem zwischen dem Bauteil 14 und dem Verschlusselement 13 angeordneten Kolben 15 in einer Hülse 16 untergebracht, welche im vorliegenden Fall in die Öffnung 12 des Gehäuseteils 6 des Lenkgetriebes 2 eingeschraubt wird. Selbstverständlich ist, wie auch in den anderen Ausführungsformen, auch eine andere Art der Verbindung der Hülse 16 mit dem Gehäuseteil 6 möglich. Die Hülse 16 weist Öffnungen 17 auf, über welche die Flüssigkeit zu dem Bauteil 14 gelangen kann. Das Bauteil 14, welches beispielsweise aus einem hydrophilen Chloroprenkautschuk bestehen kann, vergrößert sein Volumen, wenn es mit der Flüssigkeit, insbesondere Wasser, in Kontakt kommt und drückt so, im vorliegenden Fall über den Kolben 15, das Verschlusselement 13 aus einer sich an die Öffnung 12 anschließenden Öffnung 12a der Hülse 16. Der Kolben 15, der eine kontrollierte Ausdehnung des Bauteils 14 sicherstellt, kann beispielsweise aus Kunststoff oder Metall bestehen.

Um im trockenen Zustand der Vorrichtung 11 ein Verschließen der Öffnung 12a durch das Verschlusselement 13 zu gewährleisten, weist dieses Vorsprünge 18 auf, die in entsprechende Hinterschneidungen 19 in der Hülse 16 eingreifen. Um die Kraft, welche das Bauteil 14 zum Entfernen des Verschlusselements 13 aus der Öffnung 12 aufbringen muss, zu minimieren, kann das Verschlusselement 13 beispielsweise aus einem Elastomer bestehen.

Bei dieser Ausführungsform fallen das Verschlusselement 13, das Bauteil 14 und der Kolben 15 aus der Öffnung 12a und es ist kein Wiederverschließen der Öffnung 12a und somit der Öffnung 12 vorgesehen. Dies ist jedoch im Wesentlichen unschädlich, da, wenn einer der Faltenbälge 9 beschädigt ist, auch weiterhin Flüssigkeit in das Lenkgetriebe 2 gelangen kann und auf diese Weise ein Abfließen derselben aus dem Gehäuseteil 6 sichergestellt ist. Bei einer eventuellen Reparatur des beschädigten Faltenbalgs 9 in einer Werkstatt kann auch eine neue Vorrichtung 11 in die Öffnung 12 eingesetzt werden.

Eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung 11 ist in 3 dargestellt. Auch hierbei ist eine Hülse 16 vorgesehen, welche in die Öffnung 12 des Gehäuseteils 6 eingeschraubt oder auf andere Weise befestigt wird. Wiederum kann die sich in dem Lenkgetriebe 2 befindliche Flüssigkeit über die Öffnungen 17 zu dem Bauteil 14 gelangen, welches wiederum so ausgebildet ist, dass es sein Volumen vergrößert, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt. Auch diese Ausführungsform des Bauteils 14 kann aus einem hydrophilen Chloroprenkautschuk bestehen. Derartige Werkstoffe weisen eine extreme Volumenänderung auf, wenn sie mit einer Flüssigkeit, insbesondere mit Wasser, in Kontakt kommen.

In der Ausführungsform gemäß 3 wird jedoch das Verschlusselement 13 mittels eines Federelements 20, welches im vorliegenden Fall mit einer Sicherungsscheibe 21 in der Hülse 16 gehalten ist, in seine Geschlossenstellung gegen die Öffnung 12a in der Hülse 16 gedrückt. Sobald das Bauteil 14 mit der Flüssigkeit in Kontakt kommt, vergrößert es sein Volumen und hebt das Verschlusselement 13 gegen die Kraft des Federelements 20 von der Öffnung 12a ab und gibt diese frei. Hierzu weist das Bauteil 14 an seiner dem Federelement 20 abgewandten Ende Schlitze 22 auf, die es ermöglichen, dass die Flüssigkeit durch das Bauteil 14 zu der Öffnung 12a strömen kann. Wenn die Flüssigkeit das Lenkgetriebe 2 verlassen hat, kann das Bauteil 14 austrocknen und das Verschlusselement 13 kann die Öffnung 12a in der Hülse 16 und damit auch die Öffnung 12 in dem Gehäuseteil 6 durch die von dem Federelement 20 aufgebrachte Kraft wieder verschließen. Das Federelement 20 ist hierbei nur so stark auszulegen, dass das Bauteil 14 in seinem feuchten Zustand das Verschlusselement 13 sicher gegen die Kraft desselben von der Öffnung 12a abheben kann.

4 zeigt eine Ausführungsform der Vorrichtung 11, bei welcher das Bauteil 14 aus einem Material besteht, welches, wenn es mit einer Flüssigkeit, insbesondere mit Wasser, in Kontakt kommt, chemisch derart reagiert, dass das Bauteil 14 das Verschlusselement 13 zerstört. Auch hierbei sind sowohl das Bauteil 14 als auch das Verschlusselement 13 in einer an dem Gehäuseteil 6 angebrachten Hülse 16 angeordnet, so dass die Vorrichtung 11 nach ihrem Gebrauch in einfacher Weise ausgetauscht werden kann. Durch die beschriebene Zerstörung des Verschlusselements 13 durch das Bauteil 14 wird auch in diesem Fall die Öffnung 12a der Hülse 16 freigegeben.

Da sich die Öffnung 12a unmittelbar an die Öffnung 12 in dem Gehäuseteil 6 anschließt, kann das Freigeben der Öffnung 12a als Freigeben der Öffnung 12 angesehen werden. Es wird also jeweils nicht unmittelbar die Öffnung 12 in dem Gehäuseteil 6 freigegeben, sondern eine an die Stelle der Öffnung 12 tretende Öffnung 12a in der Hülse 16.

5 zeigt eine Ausführungsform der Vorrichtung 11, bei welcher das Bauteil 14 aus einem Material besteht, welches sich, wenn es mit einer Flüssigkeit, insbesondere mit Wasser, in Kontakt kommt, auflöst und die Öffnung 12 im Gehäuseteil 6 durch das schwerkraftbedingte Herausfallen des Verschlusselementes 13 freigibt.

6 zeigt eine Weiterbildung der Ausführungsform nach 5, in welcher das schwerkraftbedingte Herausfallen des Verschlusselementes 13 durch ein zwischen Verschlusselement 13 und Gehäuseteil 6 integriertem Federelement 25 verstärkt wird, mit dem Vorteil, dass das Verschlusselement 13 schon zeitnah bei noch nicht vollständig aufgelöstem Bauteil 14 herausgedrückt wird.

In beiden Ausführungsformen nach den 5 und 6 wird das Bauteil 14 vor Eintritt von Wasser in einem ringförmigen Spalt zwischen einer äußeren Mantelfläche des Verschlusselementes 13 und der Innenfläche der Öffnung 12 des Gehäuseteiles 6 formschlüssig gehalten. Der Ringspalt muss dabei nicht kreisförmig ausgeführt sein, sondern kann auch eine ovale oder eine andere geometrische Form aufweisen.

Um die Haltekraft zu erhöhen, weisen die Oberflächen des Bauteiles 14, des Verschlusselementes 13 und die Innenfläche 12 des Gehäuseteiles 6 eine hohe Oberflächenrauhigkeit auf. Eine andere Möglichkeit die Haftkraft zu verstärken ist es, die Abmaße des Bauteiles 14, des Verschlusselementes 13 und die Innenfläche 12 des Gehäuseteiles 6 so aufeinander abzustimmen, dass sie unter Vorspannung miteinander verbunden sind.

Für Materialien des Bauteiles 14, die ungeeignet für eine reibungserhöhte oder vorgespannte Aufnahme des Verschlusselementes 13 in das Gehäuseteil 6 sind, zeigt die 7 eine Ausführungsform der Vorrichtung 11, in welcher sich der Ringspalt in Richtung Gehäuseaußenseite verjüngt. Das Verschlusselement 13 ist dann im Ringspalt bis zur Auflösung des Bauteils 14 bei Wassereintritt in das Lenkgetriebe 2 durch das Bauteil 14 in der Öffnung 12 des Gehäuseteiles 6 verkeilt.

Eine andere Ausführungsform zum funktionellen Zusammenspiel von Verschlusselement 13, Bauteil 14 und Öffnung 12 des Gehäuseteiles 6 ist in der 8 dargestellt. Bei dieser Vorrichtung 11 wird das sich bei Wassereintritt auflösende Bauteil 14 bis zum Eintritt seiner Zweckbestimmung durch ein bewegungshemmendes Element 24 zwischen Verschlusselement 13 in der Öffnung 12 des Gehäuseteiles 6 gehalten. Dies erfolgt wie dargestellt, durch die Ausbildung eines Kragens an der Innenfläche der Öffnung 12 des Gehäuseteiles und/oder der äußeren Mantelfläche des Verschlusselementes 13. Andere nicht dargestellte geometrische Ausführungsformen als Verriegelungselement für die Vorrichtung 11 sind aber auch möglich.

Um das Bauteil 14 bei normalem Betrieb des Lenkgetriebes vor Spritzwasser von Außen zu schützen, weist das Verschlusselement 13 der Ausführungsformen nach den 5 bis 8 getriebeaußenseitig derart einen flanschartigen Abschluss auf, dass zwischen der gehäusezugewandten Fläche dieses flanschartigen Abschlusses und einer mit dieser Fläche korrespondierenden Fläche des Gehäuseteiles 6 eine Dichtung 23 angeordnet werden kann.

Als besonders vorteilhaft stellt sich eine Lösung nach 9a–c dar, da das Verschlusselement 13 wieder verwendet werden kann. Bei dieser Lösung ist der flanschartige Abschluss des Verschlusselementes 13 gehäuseinnenseitig angeordnet und weist in seinem, den Kernteil des Verschlusselementes 13 überragenden Flanschteil, als Ablaufbohrungen 26 ausgebildete Öffnungen auf. Wenn die Vorrichtung 11, wie in der 9a dargestellt, geschlossen ist, ist zwischen dem flanschartigen Abschluss des Verschlusselementes 13 und einem Bodenabschnitt 6a des Gehäuseteiles 6, das beispielhaft ringförmige ausgebildete Bauteil 14 angeordnet. Eine Dichtung 23, welche in einer Aufnahme 29 des Kernteiles des Verschlusselementes 13 integriert ist, dichtet die Vorrichtung 11 gegen Spritzwasser ab.

Wie in den anderen Ausführungsformen schon beschrieben, löst sich das Bauteil 14 bei Wassereintritt in das Lenkgetriebe auf. 9b zeigt die Vorrichtung 11, nachdem das Bauteil 14 aufgelöst ist, und ein zwischen einem Gehäuseteil und dem Verschlusselement 13 integriertes Federelement 25, welches das Verschlusselement 13 gegen die Haftkraft des Dichtelementes 23 nach unten gedrückt hat. Eingedrungenes Wasser kann über die Ablaufbohrungen 26 und den freigegebenen Ablaufkanal 27 ablaufen. Der Ablaufkanal 27 wird einerseits durch einen ringförmigen Kanalabschnitt zwischen dem Kernteil des Verschlusselementes 13 und der Öffnung 12 im Bodenabschnitt 6a des Gehäuseteiles 6 und andererseits dadurch, dass der flanschartige Teil des Verschlusselementes 13 durch Abstandhalter 28 in einem Abstand zu dem Bodenabschnitt 6a des Gehäuseteiles 6 gehalten wird, gebildet.

In 9c ist das Verschlusselement einzeln dargestellt.

Selbstverständlich ist es auch möglich die Vorrichtung 11 der Ausführungsformen nach den 5 bis 9, wie oben beschrieben, in eine Hülse 16 zu integrieren.

Um ein möglichst vollständiges Abfließen der Flüssigkeit aus dem Lenkgetriebe 2 zu gewährleisten, sollte sich die Vorrichtung 11 bei sämtlichen Ausführungsformen an einer möglichst tiefen Stelle des Lenkgetriebes 2 befinden.

1
Fahrzeuglenkung
2
Lenkgetriebe
3
Ritzel
4
Lenksäule
5
Lenkhandhabe
6
Gehäuseteil
6a
Bodenteil des Gehäuseteils
7
Zahnstange
8
Spurstange
9
Faltenbalg
10
Räder
11
Vorrichtung
12
Öffnung
13
Verschlusselement
14
Bauteil
15
Kolben
16
Hülse
17
Öffnungen
18
Vorsprünge
19
Hinterschneidungen
20
Federelement
21
Sicherungsscheibe
22
Schlitze
23
Dichtung
24
bewegungshemmendes Element
25
Federelement
26
Ablaufbohrung
27
Ablaufkanal
28
Abstandhalter
29
Aufnahme


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Freigeben einer Öffnung in einem Gehäuseteil eines Lenkgetriebes bei einer Fahrzeuglenkung, mit einem die Öffnung verschließenden Verschlusselement, gekennzeichnet durch ein Bauteil (14), welches, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, wenigstens eine seiner Eigenschaften derart ändert, dass, nach einem Zusammenwirken des Bauteils (14) mit dem Verschlusselement (13), das Verschlusselement (13) die Öffnung (12, 12a) freigibt. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14), wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, sein Volumen vergrößert. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) so gegenüber dem Verschlusselement (13) angeordnet ist, dass es bei einer Volumenvergrößerung das Verschlusselement (13) aus der Öffnung (12, 12a) drückt. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Bauteil (14) und dem Verschlusselement (13) ein Kolben (15) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (13) aus einem Elastomer besteht. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) so gegenüber dem Verschlusselement (13) angeordnet ist, dass es bei einer Volumenvergrößerung das Verschlusselement (13) gegen ein das Verschlusselement (13) in seine Geschlossenstellung drückendes Federelement (20) nach innen von der Öffnung (12, 12a) abhebt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) aus einem hydrophilen Chloroprenkautschuk besteht. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) aus einem Material besteht, welches, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, chemisch derart reagiert, dass das Bauteil (14) das Verschlusselement (13) zerstört. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) aus einem Material besteht, welches, wenn es mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, derart reagiert, dass das Bauteil (14) sich auflöst und die Verriegelung des Verschlusselementes (13) in dem Gehäuseteil (6) löst und die Öffnung (12, 12a) freigibt. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) in einem zwischen Gehäuseteil (6) und Verschlusselement (13) gebildeten Zwischenraum integriert ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) derart in einem zwischen Gehäuseteil (6) und Verschlusselement (13) gebildeten Ringspalt integriert ist, dass das Verschlusselement (13) formschlüssig in dem Gehäuseteil (6) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die wirkverbundenen Flächen des Bauteiles (14) und/oder des Verschlusselementes (13) und/oder des Gehäuseteiles (6) eine reibungserhöhende Oberflächenrauheit aufweisen. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) vorgespannt in den zwischen Gehäuseteil (6) und Verschlusselement (13) gebildeten Ringspalt integriert ist. Vorrichtung einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich der zwischen Gehäuseteil (6) und Verschlusselement (13) gebildete Ringspalt in Richtung Gehäuseaußenseite verjüngt. Vorrichtung einem der Ansprüche 9 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass Verschlusselement (13) und/oder Gehäuseteil (6) mindestens ein bewegungshemmendes Element (24) aufweisen. Vorrichtung einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Verschlusselement (13) und Gehäuseteil (6) ein vorgespanntes Federelement (25) integriert ist. Vorrichtung einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Gehäuseteil (6) und Verschlusselement (13) eine Dichtung (23) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Verschlusselement (13) und/oder im Gehäuseteil (6) und/oder zwischen Verschlusselement (13) und Gehäuseteil (6) eine Ablaufeinrichtung (27; 26) angeordnet ist Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Wesentlichen am tiefsten Punkt des Lenkgetriebes (2) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (14) und die Verschlusseinrichtung (13) in einer Hülse (16) angeordnet sind, welche mit dem Gehäuseteil (6) verbunden ist. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (16) eine sich an die Öffnung (12) in dem Gehäuseteil (6) anschließende Öffnung (12a) aufweist.






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