Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen intestinal aktiven Futterzusatz mit natürlichen
aktiven Substanzen oder zu natürlichen Substanzen identischen Substanzen, ein
Verfahren zur Herstellung des Futterzusatzes, eine Futtermischung, die den Zusatz
einschließt, sowie ein Verfahren zur Aufzucht von Nutztieren.
Stand der Technik
Es ist gut bekannt, antibiotische oder chemotherapeutische Substanzen
als so genannte Wachstumsförderer im Zusammenhang mit der Aufzucht von Nutztieren
zu verwenden. Während der letzten Jahre hat man sich auf die Probleme konzentriert,
die durch die weitverbreitete Verwendung von Antibiotika oder Chemotherapeutika
als Wachstumsförderer verursacht werden. Mehr und mehr pathogene Mikroorganismen
können eine Resistenz gegen die fraglichen Antibiotika entwickeln, die demgemäß
weniger wirksam werden. Ein Risiko besteht bei antibiotischen Rückständen,
die in den Kadavern zurückbleiben, mit dem Ergebnis, daß Menschen ebenfalls
Antibiotika konsumieren, was seinerseits das Ergebnis hat, daß Mikroorganismen,
die Menschen mit Krankheit infizieren, eine Resistenz entwickeln können. Zusätzlich
besteht das Risiko des Konsumierens von antibiotikaresistenten Mikroorganismen zusammen
mit den Fleischprodukten.
Eine fortgesetzte Verwendung von Antibiotika als Wachstumsförderer
kann das Risiko einer Epidemie unter Tieren und/oder Menschen erhöhen, die
nicht mit Hilfe von Antibiotika bekämpft werden kann. Überdies hat sich
einer der bisher verwendeten Wachstumsförderer auch als karzinogen herausgestellt.
Angesichts dieser Probleme sind Versuche unternommen worden, alternative
Methoden zu entwickeln, um eine krankheitsfreie Aufzucht von Nutztieren ohne die
Verwendung von Antibiotika sicherzustellen. Überdies hat die Verwendung klassischer
Wachstumsförderer bei der Schweineproduktion bereits in einigen Ländern,
wie etwa in Dänemark, aufgehört.
Es hat sich herausgestellt, daß diese Beendigung der Verwendung
herkömmlicher Wachstumsförderer im Zusammenhang mit der Produktion von
Ferkeln im Gewichtsverhältnis von 6 bis 35 kg Probleme in bis zu 80% aller
Herden verursacht. Typische Symptome sind eine erhöhte Behandlung auf Diarrhö
und daß die Ferkel nicht gedeihen und eine erhöhte Häufigkeit von
Infektionen, insbesondere verursacht durch E. coli oder Lawsonia, ebenso wie Dysenterie
und zu Dysenterie ähnliche Erkrankungen.
Um die Aufzucht von Nutztieren wirtschaftlicher zu machen, besteht
dementsprechend ein Bedarf an alternativen Lösungen, wobei besagte alternative
Lösungen diese Infektionen und Erkrankungen in Nutztieren verhindern oder verringern
können, während sie nicht das Risiko der klassischen Wachstumsförderer
mit sich bringen, eine Resistenz im Mikroorganismus zu entwickeln. Solche Lösungen
können vorteilhafterweise auf natürlichen Substanzen oder zu natürlichen
Substanzen identischen Substanzen beruhen. Diese Substanzen sollten auch dieselbe
oder vorzugsweise eine verbesserte Wirkung auf das Wachstum und die Nutzung des
Tierfutters der Tiere, verglichen mit den klassischen Wachstumsförderern, besitzen,
um die Akzeptanz des Bauern und der Tierfutterindustrie sicherzustellen.
Es ist eine gut bekannte Tatsache, daß viele Pflanzen verschiedene
funktionelle und/oder antibakterielle Substanzen enthalten, wie etwa Flavonoide,
Hydroxycymene und Terpene, und es ist auch eine gut bekannte Tatsache, daß
solche aktiven Substanzen aus Pflanzenmaterialien in Arzneistoffen verwendet werden.
So beschreibt US-PS Nr. 5,939,050 (entspricht WO 98/44 926) (Optiva
Corp.; Lokanathan et al.) eine antibakterielle Zusammensetzung, die wenigstens zwei
Komponenten umfaßt, die zusammen eine synergistische Wirkung in Bezug auf eine
minimale hemmende Konzentration zeigen. Beispiele der zwei Komponenten sind unter
anderem Zitronenöl und Rosmarinus-officinalis-Öl. Die Zusammensetzung
wird vorzugsweise für Zahnhygiene verwendet.
FR-PS Nr. 2 618 670 (Philip GML) betrifft eine Zusammensetzung gegen
Zahnerkrankungen. Die Zusammensetzung umfasst sechs Komponenten, deren Wechselwirkung
zu einer synergistischen Wirkung führt. Unter den sechs Komponenten sind die
folgenden erwähnt:
essentielle Öle aus Zitrone, Oregano und Thymian. Die Zusammensetzung hat unter
anderem eine entzündungshemmende und antivirale Wirkung.
Es ist auch bekannt, verschiedene Pflanzenzusammensetzungen in Futterzusätzen
zu verwenden. So betrifft CN 1 077 349 (Thieling City Chinese Herbal Medicine; Yan,
B.) einen Zusatz für Tierfutter, der Mikronährstoffe und chinesische Pflanzenmedizin
mit Zeolith als Trägerstoff einschließt.
US-PS Nr. 5,565,211 (Rossi) beschreibt eine Zusammensetzung zur Verbesserung
der Verdaubarkeit von Futter für Wiederkäuer. Die Zusammensetzung umfaßt
ein Phenolderivat, eine Aromamischung und einen Trägerstoff, die unter anderen
Substanzen Rosmarinpulver einschließen kann.
WO 97/01348 (Nitsas) offenbart pharmazeutische Zusammensetzungen.
Als aktives Material schließen diese Zusammensetzungen essentielle Pflanzenöle
aus Pflanzen der Gattung Origanum, insbesondere Origanum hyrtum und Origanum heracleoticum,
ein. Es ist jedoch ziemlich kostenintensiv, solche essentiellen Pflanzenöle
zu gewinnen, was besagte essentielle Pflanzenöle per se ungeeignet für
täglichen prophylaktischen Gebrauch macht. Für Veterinärgebrauch
sind diese Zusammensetzungen als Pulver erhältlich, die aus 94% CaCO3,
1% Tannin and 5% Oreganoöl bestehen. Solch eine Zusammensetzung stellt eine
schnelle Freisetzung der aktiven Inhaltsstoffe sicher, was im Falle eines täglichen
prophylaktischen Gebrauchs ziemlich nachteilig ist.
A. A. Berenguer and R. P. Castelles: „Sepiolite in the field
of animal nutrition" Proceeding of the 5th „Industrial Minerals" International
Congress, 1983, Seiten 37 – 45, Madrid, Spanien, offenbart die Verwendung
von Sepiolith als einem Trägerstoff für einen Ergänzungsstoff aus
Mikroinhaltsstoffen, wie etwa Vitaminen, Mineralien und Antibiotika, der in kleinen
Dosen in Tierfutter eingearbeitet werden soll. Die Funktion dieses Trägerstoffes
ist, den Ergänzungsstoff zu homogenisieren und Segregation der richtigen Komponenten
zu vermeiden. Die große Sorptionsfähigkeit von Sepiolith wird erwähnt,
aber die Verwendung als ein Mittel für langsame Freisetzung flüssiger
oder fluider aktiver Komponenten kontinuierlich durch den Magen-Darm-Trakt der Tiere
hindurch ist nicht offenbart.
Es ist gut bekannt, Arzneistoffe in Form magensaftresistenter Zubereitungen
zu formulieren, die unbeeinträchtigt durch den Magen hindurchgehen können
und den Wirkstoff nicht freisetzen, bis sie den Darm erreichen. Die Zubereitung
kann zum Beispiel mit einer magensaftresistenten Beschichtung versehen sein, die
der Säureumgebung des Magens widersteht und dadurch den inneren Kern mit dem
Wirkstoff der Zubereitung schützen kann, und die nicht gelöst und/oder
zersetzt wird, bis sie die basische Umgebung des Darms erreicht. Eine andere Art
von magensaftresistenten Zubereitungen impliziert, daß der Wirkstoff in eine
Matrix eingemischt wird, die nicht zersetzt wird, bis sie den Darm erreicht. Solche
magensaftresistenten Zubereitungen schließen üblicherweise ziemlich kostenintensive
Wirkstoffe ein, und abgesehen von dem Arzneistoff per se involvieren diese Zubereitungen
einen relativ hohen Herstellungspreis. Demgemäß sind solche Zubereitungen
zu teuer, um als Futterzusätze verwendet zu werden.
Die Literatur enthüllt eine Vielzahl von Vorschlägen zur
Verbesserung der Gesundheit, des Wachstums und der Nutzung des Tierfutters im Zusammenhang
mit der Aufzucht von Nutztieren, aber keiner dieser Vorschläge hat sich als
so wirkungsvoll herausgestellt, daß sie die klassischen Wachstumsförderer
ersetzen können, wie etwa Tylosinphospat und Virginiamycin, ohne gleichzeitige
Erhöhung der Kosten für die Tierfutterindustrie oder den Bauern.
Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß es möglich
ist, einen intestinal aktiven Futterzusatz durch Verwendung eines Pflanzenmaterials
herzustellen, das natürliche, aktive Substanzen oder entsprechende zu natürlichen
Substanzen identische Substanzen einschließt, in einer Zubereitung, bei der
die aktiven Inhaltsstoffe in einer flüssigen Zubereitung einem porösen,
mineralischen Trägermaterial mit einer Teilchengröße, die detaillierter
definiert ist, adsorbiert worden sind und/oder darauf absorbiert worden sind und
bei der besagter intestinal aktive Futterzusatz es mit den klassischen Wachstumsförderern
in Bezug auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis aufnehmen kann.
Kurze Beschreibung der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen natürlichen, intestinal aktiven
Futterzusatz, der natürliche Substanzen oder zu natürlichen Substanzen
identische Substanzen einschließt, und der zusätzlich zu möglichen
herkömmlichen Adjuvantien oder Zusatzstoffen
- a) eine aktive Komponente, die ein Pflanzenmaterial umfaßt oder aus dem
Pflanzenmaterial erhältlich ist, wobei besagtes Pflanzenmaterial aus Pflanzen
der Gattung Citrus stammt, oder ein Material ist, das entsprechende aktive Substanzen
einschließt, die zu natürlichen Substanzen identisch sind, wobei diese
aktive Komponente eine chemisch modifizierte aktive Substanz, die aus einem Nebenprodukt
aus der Herstellung von Zitrussaft erhältlich ist, und/oder
0,05 bis 10 g Flavonoide pro 1.000 kg Tierfutter umfaßt, und
- b) ein poröses, mineralisches Trägermaterial, das auf hydratisierten
Magnesium- und/oder Aluminiumsilikaten beruht und von der Art ist, daß wenigstens
55 Gew.-% desselben eine Teilchengröße von zwischen 50 &mgr;m und 700
&mgr;m zeigen,
einschließt, wobei die aktive Komponente (a) in flüssiger oder fluider
Form auf und/oder in dem mineralischen Trägermaterial (b) sorbiert ist.
Die Erfindung betrifft auch einen Futterzusatz, wie oben beschrieben,
beim dem die aktive Komponente 0,05 bis 10 g Flavonoide pro 1000 kg Tierfutter umfaßt,
vorzugsweise 0,1 bis 7 g Flavonoide pro 1000 kg Tierfutter.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung des
Futterzusatzes, wobei besagtes Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß die
fakultativ verdünnte aktive Komponente mittels eines Sorptionsprozesses auf
dem porösen, mineralischen Trägermaterial adsorbiert und/oder in diesem
absorbiert wird.
Schließlich betrifft die Erfindung eine Futtermischung für
Nutztiere, die die Inhaltsstoffe des Futterzusatzes gemäß der Erfindung
zusammen mit einem herkömmlichen Tierfutter enthält, vorzugsweise in einer
Menge von 0,5 bis 12 kg, bevorzugter 3 bis 7 kg, eines Futterzusatzes pro 1000 kg
Futtermischung, sowie ein Verfahren zur Aufzucht von Nutztieren, bei dem besagte
Tiere mit einer solchen Futtermischung gefüttert werden.
Der Futterzusatz gemäß der Erfindung führt zu einem
verbesserten Wachstum und zu einer verbesserten Nutzung des Tierfutters in Verbindung
mit der Aufzucht von gesunden, aber auch weniger gesunden Nutztieren, und ein verbessertes
Gedeihen weniger gesunder Nutztiere.
Das Ausmaß der Anwendbarkeit der Erfindung wird aus der folgenden
detaillierten Beschreibung deutlich. Die detaillierte Beschreibung und die spezifischen
Beispiele sind nur eingeschlossen, um die bevorzugten Ausführungsformen zu
veranschaulichen.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Der intestinal aktive Futterzusatz gemäß der Erfindung beruht
auf funktionell und/oder antibakteriell aktiven natürlichen und/oder zu natürlichen
identischen Substanzen, die sorbiert, d.h. auf einem bestimmten, nicht zu fein gekörnten,
porösen mineralischen Trägermaterial adsorbiert und/oder in diesem absorbiert
werden, was in einer überraschend einfachen Weise sicherstellt, daß die
Freisetzung der aktiven Substanzen im Magen eingeleitet wird und daß die Substanzen
kontinuierlich durch die folgenden Abschnitte des Darmsystems in solch einer Weise
freigesetzt werden, daß die aktiven Substanzen sowohl im Dünndarm als
auch im Dickdarm freigesetzt werden.
Das günstige Freisetzungsmuster der aktiven Substanzen stellt
gedeihende und gesunde Nutztiere auf eine natürlichere Weise sicher als diejenige,
die mit den klassischen Wachstumsförderern erreicht wird. So ist es möglich,
dasselbe und sogar ein höheres tägliches Wachstum als dasjenige zu erzielen,
das mit den klassischen Wachstumsförderern erzielt wird, während die Resistenzprobleme,
die mit besagten antibiotischen Wachstumsförderern verbunden sind, gleichzeitig
vermieden werden können.
Es ist möglich, verschiedene aktive Inhaltsstoffe aus Pflanzenmaterial
von Pflanzen der Gattung Citrus mittels einer herkömmlichen Isolierung zu extrahieren.
In spezifischen Fällen können die aktiven Substanzen aus Citrus-Pflanzen
vorteilhafterweise in andere aktive Substanzen, die bereits in Pflanzenmaterialien
vorhanden sind, mittels einer einfachen chemischen Modifikation umgewandelt werden.
So ist das Citrus-Pflanzenmaterial eine in hohem Maße geeignete Quelle für
Hydroxycymene, mit einer antibakteriellen Aktivität und die mittels Oxidation
und Aromatisierung zyklischer Terpene erhalten werden können. Ein Beispiel
für Hydroxycymene ist 2-Hydroxy-p-cymen (Carvacrol).
Eine zusätzliche Gruppe von aktiven Verbindungen, die aus Citrus-Pflanzenmaterial
extrahiert werden können, sind Flavonoide. Flavonoide sind eine Klasse von
Verbindungen, die Derivate von Flavon (= 2-Phenyl-1,4-benzopyron) sind. In diesen
Derivaten sind ein oder mehrere der H-Atome in Flavon durch Hydroxygruppen oder
Methoxygruppen ersetzt. Flavonoide kommen in lebendem Gewebe vor, wo sie hauptsächlich
an Zuckermoleküle gebunden sind.
Flavonoide sind weitverbreitet in Pflanzenmaterialien. Insbesondere
Zitrusfrüchte, insbesondere Zitrone und Grapefruit, haben sich als geeignete
Flavonoid-Quellen herausgestellt.
Flavonoidhaltige Pflanzenmaterialien aus Citrus schließen auch
andere aktive Substanzen ein, die wie die Flavonoide einen mäßigen Effekt,
aber mit breitem Spektrum zeigen.
Die aktive Komponente (a) ist in der vorliegenden Beschreibung und
den Ansprüchen als ein Material zu sehen, das eine oder mehrere aktive Substanzen
enthält, und das ein Material ist, das entweder aus einer oder mehreren Pflanzen
der Gattung Citrus oder aus einem entsprechenden synthetisch hergestellten Material,
das zu einem natürlichen identisch ist, erhalten wird. Wenn die aktive Komponente
aus Pflanzen stammt, kann sie aus den Teilen einer Pflanze, die die aktiven Substanzen
enthalten, mittels Isolierung auf eine herkömmliche physikalische und/oder
chemische Weise erhalten werden, wie etwa durch Extraktion mittels eines geeigneten
Lösemittels, wie etwa eines Alkohols, und einer anschließenden Weiterverarbeitung
zu einer geeigneten flüssigen sorbierbaren Form. Wie erwähnt, können
einige der aktiven Substanzen, die aus Pflanzenmaterial erhalten werden, chemisch
zu anderen natürlichen aktiven Substanzen modifiziert werden.
Da es eine Frage von natürlichen Materialien ist, kann der Gehalt
der aktiven Substanzen variieren. Daher müssen die Mengen, die im Futterzusatz
verwendet werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen, zum Gehalt an aktiven
Substanzen im verwendeten Material in Bezug gesetzt werden. Für diesen Zweck
kann der Gehalt im Material an Hydroxycymenen und/oder Flavonoiden aus praktischen
Gründen als Marker für den allgemeinen Gehalt im Material an aktiven Substanzen
verwendet werden.
Teile von Pflanzen aus Zitrusfrüchten, wie etwa Zitrone und Grapefruit
und verwandten Arten von Citrus, sind besonders nützlich als Ausgangsmaterial
für die aktive Komponente im Futterzusatz gemäß der Erfindung, sowohl
weil diese Früchte zyklische Terpene einschließen, die in Hydroxycymene
umwandelbar sind, als auch weil diese Früchte einen relativ hohen Gehalt an
Limonoiden und Flavonoiden besitzen. Diese Substanzen sind funktionell aktiv und
können sich an flüchtige Stickstoffverbindungen und Schwefelverbindungen
binden, die im Zusammenhang mit der Verdauung des Tierfutters gebildet werden. Zusätzlich
haben die Flavonoide einen antibakteriellen Effekt mit breitem Spektrum.
Die aktive Komponente im Futterzusatz gemäß der Erfindung,
die aus Pflanzenmaterial erhalten wird, das von Pflanzen der Gattung Citrus stammt,
wird typischerweise in einer Menge von 100 bis 500, vorzugsweise 125 bis 300 g pro
1000 kg Tierfutter verwendet, berechnet auf der Basis eines Materials, das 3 Gew.-%
Flavonoide enthält.
Saft wird mittels Auspressen von Zitrusfrüchten hergestellt,
von denen die gefärbte Schale, die unter anderem essentielle Öle enthält,
entfernt worden ist. Nach dem Auspressen wird ein Rückstand, der festes Material
enthält, als ein Abfallmaterial erhalten. Dieses Abfallmaterial, das aus der
Saftproduktion stammt, ist geeignet als Ausgangsmaterial für die aktive Komponente
im Futterzusatz gemäß der Erfindung. So kann der festes Material enthaltende
Rückstand mittels Alkohol oder Wasser extrahiert und auf eine flüssige
Zubereitung mit ungefähr 50 Gew.-% Trockenmaterial eingestellt werden, da solch
eine Verbindung beginnen würde zu gelieren, wenn der Trockenmaterialgehalt
ungefähr 60 Gew.-% übersteigt.
Die aktive Komponente oder ein Teil davon kann vorteilhafterweise
in Form eines konzentrierten und möglicherweise chemisch modifizierten Extrakts
des obigen Rückstandsmaterials aus der Saftproduktion vorliegen, und dieser
Extrakt wird vorzugsweise in einer Menge von 125 bis 175 g/1000 kg Tierfutter verwendet.
Einige der aktiven Substanzen, die aus Zitrusfrüchten erhalten
werden können, sind per se Fluide, und demgemäß müssen sie nicht
in einer gelösten Form vorliegen, um auf dem porösen mineralischen Trägermaterial
sorbierbar zu sein. Carvacrol (2-Hydroxy-p-cymen) ist zum Beispiel ein Fluid, im
Gegensatz zur isomeren Verbindung Thymol (3-Hydroxy-p-cymen), die einen Schmelzpunkt
von 51,5°C besitzt. Um eine gleichförmige Verteilung der sorbierten aktiven
Substanzen sicherzustellen, werden die flüssigen aktiven Substanzen üblicherweise
mit einem süßen Öl (essbaren Öl) vermischt, gefolgt von einem
Sorbieren der Mischung auf dem Trägermaterial. Wenn konzentrierte flüssige
aktive Substanz, wie etwa Carvacrol, verwendet wird, enthält der Futterzusatz
vorzugsweise 10 bis 100 g, besonders bevorzugt 25 bis 60 g aktive Substanz pro 1000
kg Tierfutter.
Ein wesentliches Merkmal des natürlichen, intestinal aktiven
Futterzusatzes gemäß der Erfindung ist, daß die aktive Komponente
auf dem porösen, mineralischen Trägermaterial (b) sorbiert ist, das auf
hydratisierten Magnesium- und/oder Aluminiumsilikaten beruht. Es hat sich herausgestellt,
daß, wenn dieses Trägermaterial eine geeignete, nicht
zu kleine Teilchengröße präsentiert, dann tatsächlich einige
Zeit vergehen wird, bevor die darauf in Form einen fluiden Verbindung aufgesprühte
aktive Komponente ausreichend auf dem porösen Trägermaterial absorbiert
oder in diesem absorbiert wird. Ihrerseits werden die aktiven Substanzen auch aus
dem Trägermaterial mit einer geeigneten Verzögerung in solcher Weise freigesetzt,
daß die aktiven Substanzen durch den Magen des Tieres hindurchgehen und hier
nur zu einem geringen Umfang freigesetzt werden. Eine Freisetzung ausschließlich
im Magen impliziert, daß die aktiven Substanzen in großem Umfang durch
den Magensaft zersetzt werden. Diese Verzögerung hat den Effekt, daß eine
Menge der aktiven Substanzen nicht freigesetzt wird, bevor sie den Darm der Tiere
erreichen, und es scheint aus den durchgeführten Fütterungsexperimenten,
das besagte aktiven Substanzen die Gesundheit der Tiere aufgrund ihrer antibakteriellen
und anderen funktionellen Effekte verbessern können, was eine verbesserte Nutzung
des Tierfutters und ein verbessertes Wachstums, d.h. eine verringerte Zahl von Stahltagen,
sicherstellt.
Beispiele für Trägermaterialien (b) sind Sepiolithe und
andere Tonmineralien der Sepiolith-Palygorskit-Familie, sowie Zeolithe, wie etwa
Klinoptilolith, und Bentonit. Solche Trägermaterialien können die aktiven
Substanzen adsorbieren und absorbieren, nämlich sorbieren, und besagte Substanzen
mit einer geeigneten Geschwindigkeit durch das Verdauungssystem der Tiere hindurch
freisetzen. Das Trägermaterial sollte eine solche Teilchengröße besitzen,
daß der Hauptanteil, wie etwa wenigstens 55 Gew.-%, bevorzugt wenigstens 60
Gew.-%, besonders bevorzugt wenigstens 80 Gew.-%, eine Teilchengröße zwischen
50 &mgr;m und 700 &mgr;m, vorzugsweise 100 &mgr;m und 650 &mgr;m, wie etwa
zwischen 300 &mgr;m und 600 &mgr;m, präsentiert.
Ein geeignetes Trägermaterial ist Sepiolite 30/60®,
das zur Verwendung in Futtersubstanzen zugelassen ist, mit der Bezeichnung EEC-No.
E 562, und von dem 91 bis 97 Gew.-% eine Teilchengröße von 300 und 600
&mgr;m besitzen. Sepiolite 30/60® wird in Spanien gewonnen und
ist erhältlich von NOR-FEED ApS Hvidovre, Dänemark.
Der Futterzusatz gemäß der Erfindung kann entsprechend einer
besonderen Ausführungsform eine oder mehrere zusätzliche aktive Komponenten
einschließen, die irgendeine per se gut bekannte aktive Substanz enthalten
und zur Verwendung in Tierfutter zugelassen sind, einschließlich auch antibakterieller
Pflanzenmaterialien aus Pflanzen, die nicht zur Gattung Citrus gehören, sowie
entsprechender antibakterieller Substanzen, die zu natürlichen Substanzen identisch
sind.
Ein Pflanzenmaterial, das geeigneterweise Teil einer Ausführungsform
gemäß der Erfindung als eine ergänzende aktive Komponente bildet,
ist Pflanzenmaterial aus der Labiatae-Familie (Lamiaceae), wie etwa zum Beispiel
Origanum vulgare (Oregano), Thymus vulgaris (Thymian), Rosmarinus officinalis (Rosmarin),
Mentha piperita (Pfefferminze) so wie Mentha arvensis (Ackerminze). Diese bekannten
aromatischen Pflanzen offenbaren einen ergänzenden Effekt, weil sie offensichtlich
den Appetit von Schweinen stimulieren, und sie enthalten auch verschiedene aktive
Substanzen, wie etwa Hydroxycymene und Terpene, die sie mit dem gewünschten
funktionellen und antibakteriellen Effekt mit breitem Spektrum versehen.
Die Sammlung von Pflanzenmaterial aus der Labiatae-Familie und die
Gewinnung oder Isolierung der aktiven Substanzen aus besagten Pflanzen sind relativ
kostenintensive Verfahren, und sie können demgemäß in der Praxis
nicht als die einzige aktive Komponente in einem Futterzusatz verwendet werden,
der täglich verwendet werden soll. Andererseits haben die aromatisierenden
Eigenschaften der aromatischen Pflanzen den Effekt, daß der Zusatz sehr attraktiv
für die Nutztiere ist, und dementsprechend kann erhöhter Futterverzehr
erwartet werden.
Ein Beispiel für die Gewinnung der ergänzenden aktiven Komponente
aus Pflanzenmaterialien ist wie folgt: die Gewinnung aus Thymian kann durchgeführt
werden durch Pressen der Blätter, gefolgt von einer Extraktion mittels Alkohol,
woraufhin der Alkohol verdampft wird, um eine sprühbare, flüssige Zubereitung
mit einem geeigneten Trockenmassegehalt zu erhalten.
Die ergänzende aktive Komponente kann vorteilhafterweise in Form
von Oreganoöl oder Thymianöl vorliegen, das vorzugsweise in einer Menge
von 15 bis 500, vorzugsweise 50 bis 100 g pro 1000 kg Tierfutter verwendet wird.
Die Gewinnung von Oreganoöl oder Thymianöl ist per se relativ
teuer. Ein preiswerteres Verfahren, um die Vorteile zu nutzen, wie beim Zumischen
von Pflanzenmaterial aus einer Pflanze der Labiatae-Familie als eine ergänzende
aktiven Komponente gefunden werden, ist, getrocknete, zerkleinerte Blätter
von der Pflanze zu verwenden.
Die aktive(n) Komponente oder Komponenten, die Teil des Futterzusatzes
gemäß der Erfindung bildet (bilden), kann (können) Materialien mit
einem Gehalt an verschiedenen funktionell und/oder antibakteriell aktiven Substanzen
einschließen, die zusammen mit den übrigen aktiven Substanzen in besagten
Materialen den Effekt der aktiven Komponente im Futterzusatz sicherstellen. Es wird
angenommen, daß insbesondere drei Gruppen von Verbindungen, die in variierenden
Mengen in den fraglichen Pflanzen vorhanden sind, mehr oder weniger zu den funktionellen
und/oder antibakteriellen Effekten beitragen.
Eine Gruppe von aktiven Verbindungen sind die antibakteriellen Hydroxycymene,
insbesondere Carvacrol und Thymol.
Pflanzenmaterialen von Pflanzen der Gattung Citrus können einen
hohen Gehalt an zyklischen Terpenen besitzen, die per se aktive Verbindungen sind,
aber die auch auf eine relativ einfache Weise in Hydroxycymene umgewandelt werden
können. Andere Quellen für Hydroxycymene sind Pflanzen der Labiatae-Familie,
wie etwa Oregano, Thymian und Pfefferminze.
Die zweite Gruppe von aktiven Verbindungen ist Flavonoide, die, wie
oben erwähnt, in Pflanzenmaterialien weitverbreitet sind, und insbesondere
in Zitrusfrüchten, insbesondere in Zitrone und Grapefruit.
Die dritte Gruppe von aktiven Verbindungen sind einige funktionell
aktive Terpene. Beispiele für solche funktionell aktiven Terpene sind Pinen,
Cymen, Cineol, Borneol und Campher, die unter anderen in Pflanzen der Labiatae-Familie
vorhanden sind, wie etwa in Oregano, Thymian und Pfefferminze, sowie das Limonen,
das in Citrus vorhanden ist.
Es sollte unterstrichen werden, daß die Pflanzenmaterialien,
die als die aktive(n) Komponente oder Komponenten anwendbar sind, verschiedene aktive
Substanzen einschließen können, sowohl innerhalb als auch außerhalb
der obigen drei Gruppen von Verbindungen, und daß man annehmen kann, daß
diese aktiven Substanzen individuell wichtig für den Effekt des Futterzusatzes
gemäß der Erfindung sind.
Um sicherzustellen, daß die notwendigen aktiven Substanzen im
Futterzusatz gemäß der Erfindung vorhanden sind, ist es gegenwärtig
bevorzugt, natürliche Pflanzenmaterialien als Quelle für die aktive Komponente
zu verwenden. Auf der Grundlage der gegenwärtigen Kenntnisse sind die Hydroxycymene,
die identisch zu natürlichen Hydroxycymenen sind, offensichtlich genauso effizient
wie die Hydroxycymene, die direkt aus Pflanzenmaterialien isoliert worden sind,
d.h. ohne einer chemischen Modifikation unterworfen worden zu sein.
Allgemein gesprochen ist es, wenn es gewünscht ist, ein synthetisch
hergestelltes Pflanzenmaterial zu verwenden, das identisch ist zu natürlichen
Pflanzenmaterialen, notwendig, den Umfang zu bestimmen, in dem andere geeignete
Mengen an anderer aktiver Substanz in der aktiven Komponente vorhanden sein sollten.
Es kann zum Beispiel erwähnt werden, daß Materialien, die aus Citrus gewonnen
werden, zusätzlich zu den Flavonoiden auch andere aktive antibakterielle Substanzen
enthalten, wie etwa zum Beispiel Phlorin, sowie Limonoide, die Ammoniak binden.
Limonoidhaltige Materialen sind natürliche Bindemittel für
flüchtige, stickstoffhaltige und schwefelhaltige Verbindungen, und sie verbessern
die Nutzung des Stickstoff- und Fettgehaltes im Tierfutter durch die Tiere. Daher
haben die Limonoide auch einen umweltverbesserenden Effekt, weil eine verringerte
Menge an Stickstoff- und Schwefelverbindungen dadurch zusammen mit dem Urin und
den Faeces freigesetzt wird.
Die aktive(n) Komponente oder Komponenten beruht (beruhen) vorzugsweise
auf einem Pflanzenmaterial. Die Komponenten sind üblicherweise im Futterzusatz
in flüssiger Form vorhanden, hergestellt mittels Extraktion der aktiven Substanzen
aus dem Pflanzenmaterial mittels eines geeigneten Lösemittels, üblicherweise
eines alkoholischen Lösemittels, gefolgt von einer vollständigen oder
teilweisen Verdampfung besagten Lösemittels sowie, falls erforderlich, einer
Verdünnung mittels eines süßen Öls (essbaren Öls), das
im Tierfutter annehmbar ist. Der Gehalt der aktiven Substanzen in der resultierenden
flüssigen aktiven Komponente kann variieren, aber der Gehalt an Flavonoiden
liegt typischerweise im Bereich von 2 bis 4 Gew.-%, wohingegen der Gesamtgehalt
an Hydroxycymenen und Terpenen typischerweise im Bereich von 50 bis 98 Gew.-% liegt.
Eine geeignete aktive Komponente kann in einer finanziell günstigen
Weise aus der Fruchtmasse von Zitrusfrüchten, insbesondere Zitrone oder Grapefruit,
erhalten, auf der Basis des pulverhaltigen Rückstandes, der als ein Nebenprodukt
nach der Saftherstellung zurückbleibt, wobei die aktiven Substanzen extrahiert
und fakultativ modifiziert werden, wie oben beschrieben.
Für die Herstellung des Futterzusatzes gemäß der Erfindung
wird die fakultativ verdünnte aktive Komponente auf dem porösen, mineralischen
Trägermaterial adsorbiert und/oder darin absorbiert.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das folgende
Verfahren wie folgt:
- i) die aktive Komponente wird als eine flüssige Zubereitung hergestellt,
- ii) die flüssige Zubereitung wird auf das poröse mineralische Trägermaterial
aufgesprüht, während es umgewälzt wird, und
- iii) die Umwälzung wird fortgesetzt, nachdem das Aufsprühen beendet
worden ist, bis die antibakterielle Komponente in einem ausreichenden Masse auf
und/oder in dem Trägermaterial sorbiert worden ist.
Die Umwälzung in den Schritten (ii) und (iii) kann zum Beispiel
in einem Horizontalmischer durchgeführt werden.
Die flüssige Zubereitung kann vorteilhafterweise mittels Extraktion
von Pflanzenmaterial, das die aktive Komponente enthält, mittels eines wässrigen
oder eines organischen Lösmittels hergestellt werden, wohingegen das verwendete
Lösemittel oder ein Teil davon nach Erfordernis verdampft wird und ein Verdünnungsmittel,
das in Tierfutter annehmbar ist, wie etwa ein süßes Öl, vorzugsweise
ein Pflanzenöl, wie etwa Rapsöl, oder ein Alkohol, wie etwa Glycerol oder
Proplenglykol, fakultativ zugegeben werden kann.
Beispiel 1
Für die Herstellung von 1 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Carvacrol, min. 98%*
12,5 g
Dänisches Rapsöl
50,0 g
Sepiolite 30/60®**
937,5 g
- *Carvacrol, min. 98%, ist ein essentielles Öl, extrahiert aus Zitrusfrucht,
durch Oxidation und Aromatisierung des Limonens, gefolgt von Konzentration; erhältlich
von Nor-Feed ApS, Hvidovre, Dänemark.
- **Sepiolite 30/60® ist ein Sepiolith-Produkt, in dem wenigstens
88 Gew.-% eine Teilchengröße von 300 bis 600 &mgr;m besitzen; erhältlich
von Nor-Feed ApS, Hvidovre, Dänemark.
Der Träger, Sepiolite 30/60®, wird in einen Horizontalmischer
gegeben. Die Mischung aus Rapsöl und Carvacrol wird auf dieses Trägermaterial
aufgesprüht, während das Trägermaterial umgewälzt wird. Nach
dem Aufsprühen wird das Umwälzen für bis zu 20 Minuten fortgesetzt.
Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum Beispiel Schweine
verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 2 bis 6 kg pro 1000 kg
Tierfutter verwendet.
Beispiel 2
Für die Herstellung von 1 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Nor-Spice® M Liquid*
37,5 g
Sepiolite 30/60®
962,5 g
- *Nor-Spice® M Liquid ist wasserbasierter Zitrusextrakt; erhält
von Nor-Feed ApS, Hvidovre, Dänemark.
Der Träger, Sepiolite 30/60®, wird in einen Horizontalmischer
gegeben. Nor-Spice® M Liquid wird darauf aufgesprüht, während
der Träger umgewälzt wird. Nach dem Aufsprühen wird das Umwälzen
für bis 20 Minuten fortgesetzt.
Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum Beispiel Schweine
verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 3 bis 8 kg Zusatz pro 1000
kg Tierfutter verwendet.
Beispiel 3
Für die Herstellung für 1 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Nor-Spice® AB Liquid*
50,0 g
Sepiolite 100®**
940,0 g
Orangenöl
5,0 g
Orangen-Wasserphase
5,0 g
- *Nor-Spice® AB Liquid ist ein flavonoidhaltiges konzentriertes
Nebenprodukt aus der Herstellung von Zitronensaft oder Grapefruitsaft.
- **Sepiolite 100® ist ein fein gekörntes Sepiolith-Produkt,
in dem wenigstens 90 Gew.-% eine Teilchengröße von kleiner als 125 &mgr;m
besitzen; erhältlich von Nor-Feed ApS, Hvidovre, Dänemark.
Der Träger, Sepiolite 100®, wird in einen Horizontalmischer
gegeben. Eine Mischung aus Nor-Spice® AB Liquid und Orangen-Wasserphase
wird darauf aufgesprüht, während der Träger umgewälzt wird.
Nach diesem Aufsprühen wird Orangenöl darauf aufgesprüht. Nach dem
Aufsprühen wird das Umwälzen für bis zu 20 Minuten fortgesetzt.
Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum Beispiel Schweine
verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 3 bis 10 kg Zusatz pro
1000 kg Tierfutter verwendet.
Beispiel 4
Für die Herstellung von 4 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Carvacrol
25,0 g
Nor-Spice® M Liquid
100 g
Propylenglykol
150 g
Sepiolite 30/60®
3,725 g
Der Träger, Sepiolite 30/60®, wird in einen Horizontalmischer
gegeben. Eine Mischung aus Carvacrol und Nor-Spice® M wird darauf
aufgesprüht, während der Träger umgewälzt wird. Dann wird Propyleneglykol
darauf aufgesprüht. Nach dem Aufsprühen wird das Umwälzen für
bis zu 20 Minuten fortgesetzt. Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum
Beispiel Schweine verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 3 bis
7 kg, insbesondere 5 kg, pro 1000 kg Tierfutter verwendet.
Beispiel 5
Für die Herstellung von 4 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Nor-Spice® M Liquid
150 g
Getrocknete, zerkleinerte Thymianblätter
200 g
Propylenglykol
160 g
Sepiolite 100®
3,490 g
Der Träger, Sepiolite 100®, wird in einen Horizontalmischer
gegeben. Eine Mischung aus Nor-Spice® M Liquid und Propylenglykol
wird darauf aufgesprüht, während der Träger umgewälzt wird.
Nach dem Aufsprühen wird das Umwälzen für bis zu 20 Minuten fortgesetzt.
Schließlich werden die getrockneten, zerkleinerten Thymianblätter zugemischt.
Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum Beispiel Schweine
verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 3 bis 7 kg Zusatz pro 1000
kg Tierfutter verwendet.
Beispiel 6
Für die Herstellung von 4 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Carvacrol
50 g
Rapsöl
200 g
Sepiolite 60/100®*
3,750 g
- *Sepiolite 60/100® ist ein Sepiolith-Produkt, in dem wenigstens
57 Gew.-% eine Teilchengröße von 100 bis 300 &mgr;m besitzen; erhältlich
von Nor-Feed ApS, Hvidovre, Dänemark.
Der Träger, Sepiolite 60/100®, wird in einen
Horizontalmischer gegeben. Das Carvacrol wird mit dem Rapsöl vermischt, und
diese Mischung wird auf das Sepiolith aufgesprüht, während der Träger
umgewälzt wird. Nach dem Aufsprühen wird das Umwälzen
für bis zu 20 Minuten fortgesetzt.
Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum Beispiel Schweine
verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 3 bis 7 kg Zusatz pro 1000
kg Tierfutter verwendet.
Beispiel 7
Für die Herstellung von 4 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Nor-Spice® M Liquid
200 g
Sepiolite 60/100®
3,800 g
Der Träger, Sepiolite 60/100®, wird in einen
Horizontalmischer gegeben. Nor-Spice® M Liquid wird auf das Sepiolith
aufgesprüht, während der Träger umgewälzt wird. Nach dem Aufsprühen
wird das Umwälzen für bis zu 20 Minuten fortgesetzt.
Der Futterzusatz kann als Tierfutter für zum Beispiel Schweine
verwendet werden. Üblicherweise wird eine Menge von 3 bis 7 kg pro 1000 kg
Tierfutter verwendet.
Beispiel 8
Für die Herstellung von 1 kg Futterzusatz werden die folgenden
Materialien verwendet:
Carvacrol
10 g
Nor-Spice® AB Liquid
50 g
Sepiolite 100®
940 g
Der Träger, Sepiolite 100®, wird in einen Horizontalmischer
gegeben. Nor-Spice® AB Liquid und Carvacrol werden auf das Sepiolith
aufgesprüht, während der Träger umgewälzt wird. Nach dem Aufsprühen
wird das Umwälzen für bis zu 20 Minuten fortgesetzt.
Fütterungsexperimente
Um den Futterzusatz gemäß der Erfindung zu testen, ist eine
Reihe von Fütterungsexperimenten durchgeführt worden. Diese Fütterungsexperimente
wurden an gesunden und kräftigen Schweinen durchgeführt. Innerhalb der
Landwirtschaft glaubt man weithin, daß Zusätze, die zu einem erhöhten
Wachstum von gesunden Tieren beitragen, auch einen Effekt auf weniger gesunde oder
sogar kranke Tiere haben.
Fütterungsexperiment 1
Ein Fütterungsexperiment ist an Schweinen mittels des Futterzusatzes
gemäß Beispiel 6 durchgeführt worden. Das Fütterungsexperiment
dauerte 21 Tage. Wie veranschaulicht in der Tabelle, wurde der Testzeitraum in zwei
Zeiträume unterteilt, nämlich einen ersten Zeitraum von 10 Tagen und einen
zweiten Zeitraum von 11 Tage.
Eine Kontrollgruppe von 23 Schweinen wurde mit einer Mischung ohne
einen Wachstumsförderer, die 37% Gerste, 37% Weizen und 26% Ergänzungsfutter
der Marke „Soya Super"®, erhältlich von „Aarhusegnens
Andel", enthielt, gefüttert. Die Testgruppe von 23 Schweinen wurde mit diesem
Tierfutter, vermischt mit dem Futterzusatz von Beispiel 6, in einer Menge von 4
kg/1000 kg Tierfutter gefüttert. Beide Gruppen Schweine waren zum Beginn und
zum Ende des Experiments gesund und kräftig.
Die Ergebnisse der Fütterungsexperimente sind aus Tabelle 1 unten
ersichtlich.
Aus Tabelle 1 ist deutlich, daß es möglich ist, ein Gesamtwachstum
pro Schwein zu erzielen, das 5,1% höher ist für Schweine, die mit einer
Futtermischung gefüttert worden sind, die einen Futterzusatz gemäß
der vorliegenden Erfindung enthielt, verglichen mit der Kontrollgruppe, die den
besagten Futterzusatz nicht erhalten hatte. Überdies ist deutlich, daß
dieser Gewichtsanstieg in einer profitableren Weise erhalten wird, weil der Futterverzehr
pro kg Wachstum, gemessen durch die Anzahl Futtereinheiten (FEs; = foderenheder
(Futtereinheiten) for svine), 3,8% niedriger für Schweine ist, die mit einer
Futtermischung gefüttert worden sind, die einen Futterzusatz gemäß
der Erfindung enthielt, verglichen mit Schweinen, die diesen Futterzusatz nicht
erhalten hatten.
Es sollte angemerkt werden, daß das positive Ergebnis trotz der
Tatsache erhalten wird, daß die Schweine, die an dem Experiment teilnahmen,
nämlich sowohl die Kontrollgruppe als auch die Testgruppe, während des
gesamten Experimentes vollständig gesund waren und in guten Stählen gehalten
wurden. Es muß angenommen werden, daß im Zusammenhang mit weniger gesunden
Herden sogar noch bessere Ergebnisse erzielt werden können.
Fütterungsexperiment 2
Ein Fütterungsexperiment ist an Schweinen mittels des Futterzusatzes
gemäß Beispiel 7 durchgeführt worden. Das Fütterungsexperiment
dauerte 9 Tage. Eine Kontrollgruppe von 23 Schweinen wurde mit einer Mischung ohne
einen Wachstumsförderer, die 37% Gerste, 37% Weizen und 26% Ergänzungsfutter
der Marke „Soya Super"®, erhältlich von „Aarhusegnens
Andel", gefüttert. Die Testgruppe von 23 Schweinen wurde mit diesem Tierfutter,
vermischt mit dem Futterzusatz von Beispiel 7 in einer Menge von 4 kg/1000 kg Tierfutter,
gefüttert. Beide Gruppen Schweine waren zum Beginn und zum Ende des Experiments
gesund und kräftig. Das Experiment wurde an dem Tag begonnen, an dem die Schweine
im Schweinestall aufgenommen wurden.
Die Ergebnisse der Fütterungsexperimente sind aus Tabelle 2 unten
deutlich:
Aus Tabelle 2 ist deutlich, daß es möglich ist, ein Gesamtwachstum
pro Schwein zu erzielen, das 6,8% höher ist für Schweine, die mit einer
Futtermischung gefüttert worden sind, die einen Futterzusatz gemäß
der vorliegenden Erfindungen enthielt, verglichen mit der Kontrollgruppe, die den
besagten Futterzusatz nicht erhalten hatte. Über dies ist deutlich, daß
dieser Gewichtsanstieg in einer profitableren Weise erzielt wird, weil der Futterverzehr
pro kg Wachstum, gemessen durch die Anzahl Futtereinheiten (FEs), 5,6% niedriger
ist für Schweine, die mit einer Futtermischung gefüttert worden sind,
die einen Futterzusatz gemäß der Erfindung enthielt, verglichen mit Schweinen,
die diesen Futterzusatz nicht erhalten hatten.
Fütterungsexperiment 3
Ein Fütterungsexperiment wurde 21 Tage (29. November bis 20.
Dezember 2000) durchgeführt, indem Schweine in der Entwöhnungsphase mittels
einer Entwöhnungsmischung aus Weizen, Gerste, Schoko-/Keksmischung, Fischmehl,
Rapssamen und Fett mit 1,24 FEs pro kg gefüttert wurden. Die Kontrollgruppe
erhielt diese Entwöhnungsmischung ohne Zusatz, wohingegen die Testgruppe dasselbe
Tierfutter mit 5 kg Futterzusatz gemäß Beispiel 8 pro Tonne Tierfutter
erhielt. Die Ergebnisse sind aus Tabelle 3 ersichtlich.
Fütterungsexperiment 4
Ein Fütterungsexperiment wurde für 21 Tage (6. Dezember
bis 27. Dezember 2000) durchgeführt, indem Schweine in der Entwöhnungsphase
mittels einer Entwöhnungsmischung aus Weizen, Gerste, Schoko-/Keksmischung,
Fischmehl, Rapssamen und Fett, die 1,24 FEs pro kg enthielt, gefüttert wurden.
Die Kontrollgruppe enthielt die Futtermischung allein, wohingegen die Testgruppe
dasselbe Tierfutter mit 4 kg Futterzusatz gemäß Beispiel 8 pro Tonne Tierfutter
erhielt. Die Ergebnisse sind aus Tabelle 4 ersichtlich.