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Dokumentenidentifikation EP1324841 19.04.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001324841
Titel VORRICHTUNG ZUM BIEGEN EINER MATERIALBAHN
Anmelder Maschinenbau Gerold GmbH & Co. KG, 41334 Nettetal, DE
Erfinder WEHR, Hubert, 53332 Bornheim, DE
DE-Aktenzeichen 50014148
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 09.10.2000
EP-Aktenzeichen 009726266
WO-Anmeldetag 09.10.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/DE00/03560
WO-Veröffentlichungsnummer 2002030590
WO-Veröffentlichungsdatum 18.04.2002
EP-Offenlegungsdatum 09.07.2003
EP date of grant 07.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.04.2007
IPC-Hauptklasse B21D 13/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn, insbesondere von Metallband in Trapezform, welches beispielsweise als Stegmaterial für geschweißte Steg-Profile bestimmt ist (siehe z.B. DE-A-2 025 722).

Dabei besteht die Materialbahn vorzugsweise aus einem Stahlband, jedoch sind auch andere Materialien wie Aluminium, Metalllegierungen und Kunststoffe, die sich vorzugsweise verschweißen oder auch verkleben lassen, denkbar.

Wie schon bekannt und insbesondere in der DE 37 36 394 A1 beschrieben ist, gibt es Vorrichtungen zum Verbiegen von Metallband. Dabei sind jeweils zwei relativ zueinander verfahrbare Klemmbacken-Paare vorgesehen, wobei jedem Klemmbacken-Paar eine um die horizontale Achse verschwenkbare Biegebacke zugeordnet und zwischen den beiden verschwenkbaren Biegebacken, diesen gegenüberliegend eine Stützbacke angeordnet ist, welche das zu biegende Bandmaterial zwischen den Biegebacken abstützt, um die gewünschte Trapezform zu erhalten.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass mit dieser vorbekannten Biegevorrichtung nur verhältnismäßig flache Trapezstege geformt werden können, weil man die schwenkbar gelagerten Biegebacken nur um einen begrenzten Winkel gegen das zu verformende Bandmaterial verschwenken kann. Wird dieser Grenzwinkel überschritten, lassen sich die schwenkbar gelagerten Biegebacken nach dem Biegevorgang nicht mehr in die Ausgangsposition zurückschwenken, da sich die während des Biegevorgangs gegeneinander verschobenen Biegebacken beim Zurückschwenken gegenseitig behindern würden. Die Länge der Schenkel oder Flanken der Trapezstege und die Öffnungsweite des Trapezprofiles sind bei der bekannten Anordnung voneinander abhängig.

Auch ist diese bekannte Biege-Vorrichtung durch eine bestimmte Größe der für den Biegevorgang benutzten Werkzeuge begrenzt, das heißt, man kann eine derartige Vorrichtung nicht nachträglich auf andere Werkzeuggrößen umrüsten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn, insbesondere eines Stahlbandes, beispielsweise in Trapezform, bereitzustellen, mit welchem bzw. mit welcher man Profile mit steileren Schenkeln oder Flanken der Trapeze oder dergleichen sowie Trapeze oder dergleichen mit unterschiedlichen Öffnungsweiten maschinell und ohne Handarbeit biegen kann.

Als Lösung schlägt, die Erfindung eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn mit einer Klemmeinrichtung und einer Biegeeinrichtung vor. Die Biegeeinrichtung umfasst dabei wenigstens einen Biegestempel, welcher in einem Arbeitshub und in einem Rückhub auf voneinander abweichenden Bahnen geführt wird, und der wenigstens eine Biegestempel sowohl bogenförmig für den Arbeitshub als auch linear verschiebbar gelagert ist.

In einer Weiterbildung der Erfindung kann der wenigstens eine Biegestempel sowohl kreisförmig für den Arbeithub als auch linear verschiebbar gelagert sein.

Dieser Biegestempel kann oberhalb der Materialbahn angeordnet sein und durch beispielsweise Herunterschwenken in die Biegeposition hinein die Materialbahn in eine gewünschte Form biegen. Dabei ist die Biegebewegung gleichbedeutend mit einem Arbeitshub des Biegestempels. Die Biegeposition beschreibt hierbei eine Umkehrposition, an der sich die Rückholbewegung anschließt Die Rückholbewegung ist hierbei gleichbedeutend mit dem Rückhub des Biegestempels.

Hierbei kann die zu verformende Materialbahn beispielsweise durch mindestens ein Klemmbackenpaar in der Vorrichtung fixiert werden, so dass die Materialbahn bei dem entsprechenden Biegeprozess in einer definierten Position gehalten wird. Hierbei kann das Klemmbackenpaar derart angeordnet sein, dass sich wenigstens eine Klemmbacke oberhalb der Materialbahn sowie wenigstens eine zweite Klemmbacke unterhalb der Materialbahn befindet.

Als weitere Lösung schlägt vorliegende Erfindung ein Verfahren vor, bei welchem zum Biegen einer Materialbahn mittels einer Klemmeinrichtung und einer Biegeeinrichtung die Klemmeinrichtung die Materialbahn fixiert und die Biegeeinrichtung eine Biegebewegung in eine Biegeposition und anschließend eine Rückholbewegung durchläuft, wobei die Biegebewegung von der Rückholbewegung abweicht.

Um Querschnittsformen wie Trapezformen mit steileren Schenkeln bzw. Flanken und auch tiefere Trapeze und dergleichen zu erhalten, durchläuft die Biegeeinrichtung eine Biegebewegung bis in die Biegeposition hinein. Durch geeignete Wahl der Biegebewegung lassen sich Biegeradien der gebogenen Bleche einhalten, welche eine ungünstige Veränderung des Gefüges des Metalls im Biegebereich ausschließen.

In einer ersten Ausführung kann die Materialbahn an der materialbahnzuführenden Seite durch ein zweites Klemmbackenpaar, welches auf ähnliche Weise angeordnet sein kann, wie das erste Klemmbackenpaar, ebenfalls fixiert werden. Hierbei kann das Klemmbackenpaar, welches an der materialbahnzuführenden Seite wirkt, relativ zu dem ersten Klemmbackenpaar verschoben werden, um so auf einfache Weise eine durch das Biegen bedingte Verkürzung auszugleichen. Beispielsweise kann so ein zwischen den Klemmbacken-Paaren angeordneter Biegestempel in einem Arbeitshub zwei Biegevorgänge durchführen.

In einer weiteren Ausführung ist ein erstes Klemmbackenpaar vorgesehen, welches die Materialbahn fixiert. Hierbei unterscheidet sich die Biegeeinrichtung dahingehend, dass nicht nur oberhalb der Materialbahn ein Biegestempel angeordnet ist, sondern dass auch ein zweiter Biegestempel unter der Materialbahn angeordnet ist. Bei dieser Vorrichtungsvariante verfährt zuerst der oberer Biegestempel in eine Biegeposition, so dass er die Materialbahn mit seinem Werkzeug gegen eine Schulter der Klemmeinrichtung bzw. eine weitere untere Klemmbacke fixiert. Sodann verfährt der unterer Biegestempel ebenfalls in eine Biegeposition, so dass das Werkzeug des unteren Biegestempels die Materialbahn gegen eine Schulter des oberen Biegestempels klemmt und der obere Biegestempel bei diesem zweiten Biegevorgang somit als Teil der Klemmeinrichtung genutzt wird. Bei dieser Variante kann auf ein zweites Klemmbackenpaar verzichtet werden, was sich vorteilhaft auf die Kosten zum Bau und Unterhalt der Vorrichtung auswirken kann.

Die erfindungsgemäße Abweichung zwischen Biegebewegung und Rückholbewegung bedingt, dass diese beiden Bewegungsabläufe geeignet und insbesondere unabhängig voneinander optimiert werden können.

Durch die Abweichung im Bahnverlauf des Biegestempels bei der Biegebewegung und der Rückholbewegung, kommt es nach dem Verformungs- bzw. Biegevorgang nicht mehr zu der gegenseitigen Behinderung der Biegewerkzeuge, wie es im beschriebenen Stand der Technik der Fall ist.

Im Gegensatz zu der Biegebewegung, welche eine beispielsweise nahezu kreisförmige Bahn durchläuft, durchläuft der Biegestempel bei der Rückholbewegung vorzugsweise einen linearen Bewegungsabschnitt senkrecht zur Materialbahn, was wesentlich raumsparender erfolgen kann.

Um eine bei minimalem baulichen Aufwand genügend große Kraft auf den Biegestempel der Biegeeinrichtung ausüben zu können, kann jeder Biegestempel mit einem eigenen Antrieb versehen sein. Hierbei ist beispielsweise jeder Biegestempel gelenkig, vorzugsweise durch ein Doppelgelenk, mit derjenigen Klemmbacke verbunden, welche auf der selben Seite des Materialbandes liegt und mit dem Biegestempel korrespondiert.

Damit die Biegevorrichtung vielseitig eingesetzt werden kann, kann wenigstens ein Biegestempel auswechselbar ausgebildet sein, wobei der Biegestempel sowie auch die Klemmbacken mit klemm- bzw. biegespezifischen Werkzeugen versehen werden können. Diese Werkzeuge sind vorzugsweise ebenfalls auswechselbar, so dass die Biegevorrichtung auch hierdurch sinnvoll umgestaltet werden kann.

Gemäß einem weiteren vorzugsweisen Merkmal der Erfindung weisen die Klemmeinrichtung und die Biegeeinrichtung mindestens eine Biegekante auf, welche derart zueinander geführt sind, dass während eines Biegebewegungsabschnittes zumindest ein freier Materialabschnitt vorhanden ist.

Dadurch dass während des Biegebewegungsabschnittes zumindest ein freier Materialabschnitt vorhanden ist, ergibt sich vorteilhafterweise, dass die Biegestempel auf einer fast beliebigen Bahn geführt werden können. Da dadurch die Biegestempel einen wesentlich höheren Bewegungsfreiheitsgrad aufweisen, als in einer fest vorbestimmten Anordnung, können nahezu beliebige Formen hergestellt werden.

Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand der Beschreibung anliegender Zeichnungen dargestellt, in welcher beispielhaft eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn dargestellt ist.

Dabei zeigt,

  • Figur 1 eine erste Ausführungsform einer Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn mit in der Ausgangsposition befindlichen Klemm- und Biegeeinrichtung,
  • Figur 2 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 1, bei der sich die Klemmeinrichtung in einer Klemmposition befindet,
  • Figur 3 eine Ansicht, bei der der obere Biegestempel in die Biegeposition bewegt worden ist,
  • Figur 4 eine Ansicht, bei der auch der untere Biegestempel in die Biegeposition bewegt wurde,
  • Figur 5 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 1, bei der sowohl die Klemmbacken der Klemmeinrichtung als auch die Biegestempel der Biegeeinrichtung nach Beendigung eines Biegeprozesses vom trapezförmig gebogenen Abschnitt der Materialbahn zurückgezogen wurden, um den zuletzt verformten Abschnitt der Materialbahn für den nächsten Biegevorgang aus dem Bereich der Biegeeinrichtung in die in Figur 1 gezeigte Position verschieben zu können,
  • Figur 6 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor Beginn eines Biegeprozesses,
  • Figur 7 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6, bei der sich die Klemmbacken und der Biegestempel in einer Ausgangsposition für einen neuen Biegeprozess befinden,
  • Figur 8 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6, bei der sich sowohl die Klemmbacken der Klemmeinrichtung als auch der Biegestempel der Biegeeinrichtung in der Biegeposition befinden,
  • Figur 9 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6 nach Beendigung eines Biegeprozesses, woraus zu erkennen ist, wie die Biege- und Klemmeinrichtung in ihrer Ausgangsposition für einen nächsten Biegeprozess verfahren werden, und
  • Figur 10 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6, wobei die Klemm- und die Biegeeinrichtung sich in einer Position befinden, welche ein Nachschieben eines noch nicht verformten Materialbahnabschnittes ermöglicht.

Bei der in Figur 1 bis 5 dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn 1 in Trapezform ist eine obere Klemmbacke 2 sowie eine untere Klemmbacke 3 vorgesehen, die jeweils an einen Schlitten 4 bzw. 5 auswechselbar angeordnet sind, um sie gegen Klemmbacken anderer Größe und/oder Form bei Bedarf auswechseln zu können. Die beiden Schlitten 4 und 5 sind senkrecht gegenüber der durchlaufenden Materialbahn 1 verstellbar, wie durch einen Doppelpfeil 6 bzw. 7 angedeutet ist.

Am oberen Schlitten 4 ist mittels eines Doppelgelenkes ein oberer Biegestempel 8 gelagert, der mittels eines vom oberen Schlitten 4 separaten Antriebes aus der Figur 1 in vollen Linien gezeigten Position in die in unterbrochenen Linien gezeigte Position verstellt werden kann. In vorliegendem Zusammenhang ist die untere Position als Biegeposition und die obere Position als Rückholposition zu bezeichnen. Der obere Biegestempel 8 ist ebenso wie der Schlitten 4, vorzugsweise senkrecht zur Durchlaufrichtung der Materialbahn 1 verstellbar, wie durch einen Doppelpfeil 9 angedeutet ist.

Bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 bis 5 ist das für den Biegevorgang vorgesehene untere Ende 10 des oberen Biegestempels 8 keilförmig ausgebildet, um die Materialbahn 1 in die in der Zeichnung dargestellten Trapezform biegen zu können. Dabei ist jeder Winkel bis zu 90° zwischen den Schenkeln 12 bzw. Flanken und den gerade verlaufenden Abschnitten 13 des Trapezes 11 wählbar, wobei lediglich die Form der verwendeten Biegestempel auf die gewünschte Querschnittsform des Trapezes bzw. des Trapezprofils abgestellt zu werden braucht.

Oberhalb des für den Biegeprozess vorgesehenen unteren Endes 10 des oberen Biegestempels 8 ist seitlich an diesem ein blockförmiger Anschlag 14 angeordnet, welcher als Widerlager für einen unteren Biegestempel 15 dient, der im folgenden bezüglich Ausbildung und Funktion noch näher beschrieben wird.

An der dem Anschlag 14 gegenüberliegenden Seite ist der obere Biegestempel 8 mit zwei im Abstand übereinander angeordneten Lagerplatten 16 und 17 versehen, an welchen jeweils ein Hebel 18 bzw. 19 um einen Zapfen 20 bzw. 21 verschwenkbar und damit gelenkig an einem Ende gelagert ist. Der Hebel 18 bzw. 19 ist mit seinem jeweiligen anderen Ende um einen Zapfen 22 bzw. 23 ebenfalls gelenkig gelagert, der seinerseits an einer Lagerplatte 24 bzw. 25 des Schlittens 4 befestigt ist. Daher können der senkrecht zur Durchlaufebene der Materialbahn 1 verstellbare Schlitten 4 sowie der vorzugsweise senkrecht zur Durchlaufebene der Materialbahn 1 verstellbare obere Biegestempel 8 Relativbewegungen zueinander nach Art einer Pendel-Schwinge ausführen, wie sie aus den Figuren 1 bis 5 entnommen werden können. Innerhalb bestimmter Grenzen lassen sich sowohl der Schlitten 4 als auch der obere Biegestempel 8 unabhängig voneinander gegen die Materialbahn 1 anstellen und auch von dieser zurückziehen.

Der untere Biegestempel 15 ist in gleicher Weise wie der obere Biegestempel 8 gelagert, nämlich über parallel zueinander angeordnete Hebel 26 und 27, die zwischen am unteren Biegestempel 15 angeordneten Lagerplatten 28 und 29 und am unteren Schlitten angebrachten Lagerplatten 30 und 31 mittels Zapfen 32 und 34 bzw. 33 und 35 verschwenkbar gelagert sind.

Es versteht sich, dass die Hebel 18, 19, 26 und 27 nicht notwendigerweise gleichlang gewählt werden müssen. Vielmehr können je nach gewünschter Trapezform bzw. nach gewünschtem Bewegungsablauf diese Hebellängen variiert werden.

Das obere Ende 36 des unteren Biegestempels 15 ist in gleicher Weise wie das untere Ende 10 des oberen Biegestempels 8 keilstumpfförmig ausgebildet und wirkt in der Gegenposition mit dem gegenüberliegenden blockförmigen Anschlag 14 des oberen Biegestempels 8 nach Art einer Klemmverbindung zusammen. Dabei ist eine Bewegung der Biegestempel 8, 15 in Verformungsrichtung der Materialbahn 1 (in der Zeichnung von rechts nach links) entsprechend der Verkürzung der Länge der Materialbahn 1 aufgrund eines Biegeschrittes möglich.

Die untere Klemmbacke 3 weist einen hochstehenden rechteckigen Steg 37 auf, der als eigentlich Klemmbacke dient und eine Biegekante bildet. Die Breite dieses Steges 37 ist auf die Stirnflächen 38 bzw. 39 des oberen Biegestempels 8 bzw. des unteren Biegestempels 15 abgestellt, um ein gleichförmiges Trapez 11 biegen zu können.

Die untere Klemmbacke 3 ist mit einer Schulter 40 (siehe Fign. 2 bis 5) versehen, welche als Widerlager für das untere Ende 10 des oberen Biegestempels 8 dient, wie insbesondere aus den die einzelnen Verfahrensschritte demonstrierenden Figur 2 bis 5 ersichtlich ist.

Aus Figur 2 ist erkennbar, dass zu Beginn eines Biegeprozesses zunächst die untere Klemmbacke 3 und die obere Klemmbacke 2 zusammengefahren werden, wobei sich die obere Klemmbacke 2 auf die oberen gerade verlaufenden Abschnitte 13 des bereits geformten Trapezes und der Materialbahn 1 legt, während der rechteckige Steg 37 der unteren Klemmbacke 3 gegen die Unterseite der noch nicht verformten Materialbahn 1 gedrückt wird, um die noch nicht verformte Materialbahn 1 zwischen den beiden Klemmbacken 2 und 3 zu klemmen.

Aus Figur 3 ist erkennbar, dass der obere Biegestempel 8 in die Biegeposition nach unten verfahren wurde, wobei er die Materialbahn 1 in der Vorlaufebene nach unten gedrückt und dabei teilweise verformt hat. Die Materialbahn 1 liegt nunmehr am oberen Ende 36 des unteren Biegestempels 15 auf.

Daraufhin wird der untere Biegestempel 15 nach oben verfahren, bis sein oberes Ende 36 bis an den Anschlag 14 des oberen Biegestempels 8 herangefahren ist und die Materialbahn 1 zwischen dem unteren Biegestempel 15 und den Anschlag 14 eingeklemmt ist und sich wieder in seiner normalen Vorlaufebene befindet. Da der untere Biegestempel 15 beim Hochfahren gegen den Anschlag 14 die Materialbahn 1 aufgrund seiner bogenförmigen Bewegung mitnimmt, wird diese verformt, ohne dass eine wesentliche Relativbewegung zwischen der Materialbahn 1 und der Stirnfläche 39 des unteren Biegestempels 15 stattfindet.

Der bei diesen Arbeitsschritt gebogene Trapezprofilabschnitt hat nunmehr die gewünschte Form, so dass die Klemmbacken 2 und 3 sowie die Biegestempel 8 und 15 senkrecht zur Vorlaufebene der Materialbahn 1 zurückgefahren werden können, wie Figur 5 zeigt, damit die Materialbahn 1 für einen nächsten Biegevorgang vorgeschoben werden kann.

Während bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 die Vorrichtung einen oberen und einen unteren Biegestempel 8 bzw. 15 sowie zwei Klemmbacken 2 und 3 hat, wobei die Klemmbacken und auch die Biegestempel vorzugsweise senkrecht zur Oberfläche der vorlaufenden und in Trapezform zu biegenden Materialbahn anstellbar sind, weist die in Figur 6 gezeigte und anhand der Figuren 7 bis 10 in ihrer Arbeitsweise erläuterte zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung einen oberen Biegestempel 41 sowie zwei Paare von Klemmbacken 42, 43 und 44, 45 auf. Die Klemmbacken 42 und 43 sind dabei jeweils als senkrecht verfahrbare Schlitten ausgebildet, welche mit einem Antriebszylinder 46 bzw. 47 versehen sind, um eine unabhängige Verstellung der Klemmbacken senkrecht zur Oberfläche der Materialbahn 1 gemäß den Doppelpfeilen 48 und 49 zu ermöglichen.

Die zweite obere Klemmbacke 44 ist bei dieser Ausführungsform in Vorlaufrichtung der Materialbahn 1 entsprechend einem Doppelpfeil 50 verschiebbar und somit nicht gegen die Materialbahn 1 anstellbar und auch nicht von ihr abstellbar an einem Schlitten 53 angeordnet. Die mit dieser zweiten Klemmbacke 44 zusammenwirkende Klemmbacke 45 ist hingegen senkrecht gegenüber der Materialbahn 1 an- und abstellbar, wie durch einen weiteren Doppelpfeil 51 angedeutet ist. Mit Hilfe eines Antriebszylinders 52 ist diese auf dem Schlitten 53 abgestützt, der mittels eines weiteren Antriebszylinders 54 in horizontaler Richtung verschiebbar ist, wie ein Doppelpfeil 55 andeutet.

Der obere Biegestempel 41 ist über ein in Verbindung mit Figur 1 beschriebenes Doppelgelenk 56, 57 nach Art einer Parallelschwinge mit der als Schlitten ausgebildeten Klemmbacke 42 derart gelenkig verbunden, dass Bewegungen des oberen Biegestempels entsprechend den eingezeichneten Doppelpfeilen 58 und 59 erreicht werden.

Der obere Biegestempel 41 ist seinerseits mit einem eigenen Antriebszylinder 60 verbunden.

Das Ganze ist in einem schematisch angedeuteten Maschinenrahmen 61 angeordnet.

Figur 7 zeigt, wie sich bei in der Klemmposition befindlichen Klemmbacken 42, 43 sowie 44, 45 die beiden letztgenannten Klemmbacken in Pfeilrichtung nach links bewegen, wenn der Biegestempel 41 gegen die Materialbahn 1 angestellt und dabei auf diese herabgedrückt wird, bis der Biegestempel in Verbindung mit den Klemmbacken ein in Figur 8 gezeigtes Trapez 11 in die Materialbahn 1 eingeformt hat.

Auch bei dieser Ausführungsform ist erkennbar, dass die Steilheit der Flanken 12 oder Schenkeln des Trapezes 11 von der jeweiligen Form des äußeren Endes 62 der Klemmbacke 43 abhängt.

Figur 9 zeigt, wie nach Beendigung eines Biegevorganges die Klemmbacken 42 und 43 vorzugsweise senkrecht von der verformten Materialbahn 1 zurückgefahren werden, ebenso wie der einzige Biegestempel 41. Die Klemmbacken 44 und 45 werden in deren Ausgangsposition zurückgefahren, wobei die zweite untere Klemmbacke 45 außerdem senkrecht von der Materialbahn 1 freigefahren wird.

Figur 10 zeigt wie die schrittweise in Trapezform gebogene Materialbahn 1 in die nächste Biegeausgangsphase gemäß einem Pfeil 63 vorgefahren wird.

Es versteht sich, dass bei der in Fign. 6 bis 10 dargestellten Ausführungsform beispielsweise der Antriebszylinder 60 auch schräg angestellt werden kann, so dass die von diesem Zylinder 60 aufgebrachte Kraft möglichst vollständig als Biegekraft umgesetzt wird. Ähnliches gilt für die Antriebe der Biegestempel 8, 15 des in Fign. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiels.

Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Trapeze mit sehr steilen Schenkeln oder Flanken maschinell biegbar, ebenso Trapeze mit großer Tiefe. Deshalb ist es möglich, Trapezstege für Trapezprofile bzw. Trapezstegträger zu biegen, welche sowohl eine hohe Biegesteifigkeit des daraus hergestellten Trägerprofils als auch eine hohe Verwindungssteifigkeit aufweisen, weil sowohl die in Längsrichtung des Trägers verlaufenden Abschnitte 13 als auch die mehr oder weniger in Schenkel verlaufenden Flanken 12 für die nötige Verbindungssteifigkeit sorgen. Für gewisse Anwendungen wären Trapeze mit rechtwinklig zueinander verlaufenden Abschnitten 12 und 13 ideal.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist jedoch auch geeignet, Materialbahnen in andere Querschnittsformen zu biegen, beispielsweise in asymmetrische Trapeze sowie rechtwinklige, zick-zack-förmige, wellenförmige und auch mäanderförmige Querschnitte.

Da bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung das Biegewerkzeug bzw. die Biegewerkzeuge senkrecht zur zu verformenden Materialbahn verstellbar gelagert ist bzw. sind und bei Bewegen in eine endgültige Biegeposition gegebenenfalls auch bogenförmig verstellt werden können, lassen sich Querschnittsformen wie Trapezformen mit steileren Schenkeln bzw. Flanken und auch tiefere Trapeze oder dergleichen als mit der bekannten Biegevorrichtung maschinell und ohne Handarbeit formen. Nach dem Verformungs- bzw. Biegevorgang können die Biegewerkzeuge senkrecht von der verformten Materialbahn zurückgezogen werden, so dass sich die Biegewerkzeuge gegenseitig nicht behindern. Es lassen sich aber auch Biegeradien der gebogenen Bleche einhalten, welche eine günstige Veränderung des Gefüges des Materials im Bewegebereich ausschließen.

Gemäß einem weiteren vorzugsweisen Merkmal der Erfindung können die Werkzeuge der Vorrichtung, das heißt die Klemmbacken und die Biegestempel, auswechselbar vorgesehen sein, so dass sich die Vorrichtung bzw. Maschine mit Biegewerkzeugen unterschiedlicher Größe ausstatten lässt. Die Umrüstung auf unterschiedliche Werkzeuge ist wegen der senkrechten Verstellbarkeit problemlos möglich.

Dabei genügt es, wenn nur die unmittelbar mit der zu biegenden Materialbahn in Kontakt kommenden Teile der Klemmwerkzeuge und/oder der Biegewerkzeuge auswechselbar angeordnet sind.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn (1) mit einer Klemmeinrichtung und einer Biegeeinrichtung, welche miteinander korrespondieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegeeinrichtung wenigstens einen Biegestempel (8, 15; 41) umfasst, welcher in einem Arbeitshub und in einem Rückhub auf voneinander abweichenden Bahnen geführt wird, und der wenigstens eine Biegstempel sowohl bogenförmig für den Arbeitshub als auch linear verschiebbar gelagert ist. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Biegestempel sowohl kreisförmig für den Arbeitshub als auch linear verschiebbar gelagert ist. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Klemmbacken-Paar (42,43) der Klemmeinrichtung zu wenigstens einem weiteren Klemmbacken-Paar (44,45) der Klemzneinrichtung relativ bewegt ist. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung zwei Klemmbacken-Paare (42,43;44,45) und die Biegeeinrichtung einen zwischen den Klemmbacken-Paaren (42, 43; 44, 45) wirksamen Biegestempel (41) aufweisen. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung zwei Klemmbacken (2,3) und die Biegeeinrichtung zwei Biegestempel (8,15) aufweisen. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Biegestempel (8,15;41) der Biegeeinrichtung mit einem eigenen Antrieb (60) versehen ist und jeder Biegestempel (8,15;41) gelenkig mit einer auf der gleichen Seite der Materialbahn (1) liegende Klemmbacke (2,3;42) der Klemmeinrichtung verbunden ist. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Biegestempel (8,15;41) der Biegeeinrichtung mittels eines Doppelgelenkes (18, 19; 56, 57) mit einer entsprechenden Klemmbacke (2,3;42) der Klemmeinrichtung verbunden ist. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Biegestempel (8,15;41) auswechselbar ist. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmbacken (2,3;42) und/oder die Biegestempel (8,15;41) mit klemm- bzw. biegespezifischen Werkzeugen versehen sind, welche auswechselbar sind. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung und die Biegeeinrichtung jeweils mindestens eine Biegekante aufweisen, welche derart zueinander geführt sind, dass während eines Biegebewegungsabschnittes zumindest ein freier Materialabschnitt vorhanden ist.
Anspruch[en]
An apparatus for bending a web of material (1) with a clamping device and a bending device corresponding together, characterized in that the bending device comprises at least one bending punch (8, 15; 41) that is guided on differing paths in a working stroke and in a return stroke and that the at least one bending punch is carried both for curved displacement in the case of the working stroke and for linear displacement. The bending apparatus as set forth in claim 1, characterized in that the at least one bending punch is carried both for circular displacement in the case of the working stroke and for linear displacement. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 or 2, characterized in that at least one pair of clamping jaws (42, 43) of the clamping device is moved relative to at least one other pair of clamping jaws (44, 45) of said clamping device. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 3, characterized in that the clamping device has two pairs of clamping jaws (42, 43; 44, 45) and that the bending device has a bending punch (41) that is operative between said pairs of clamping jaws (42, 43; 44, 45). The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 4, characterized in that the clamping device has two clamping jaws (2, 3) and the bending device two bending punches (8, 15). The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 5, characterized in that each bending punch (8, 15; 41) of the bending device is provided with a drive (60) of its own and that each bending punch (8, 15; 41) is hinge-linked to a clamping jaw (2, 3; 42) of the clamping device that is located on the same side of the web of material (1). The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 6, characterized in that each bending punch (8, 15; 41) of the bending device is linked to a corresponding clamping jaw (2, 3; 42) of the clamping device by means of a double joint (18, 19; 56, 57). The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 7, characterized in that at least one bending punch (8, 15; 41) is exchangeable. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 3 to 8, characterized in that the clamping jaws (2, 3; 42) and/or the bending punches (8, 15; 41) are provided with tools that are specifically devised for clamping or respectively bending and that are exchangeable. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 9, characterized in that the clamping device and the bending device have at least one bending edge each, said bending edges being guided toward each other in such a manner that during a portion of a bending movement there is provided at least one free portion of material.
Anspruch[fr]
Dispositif de cintrage d'une bande de matériau (1) avec un organe de serrage et un organe de cintrage correspondant l'un avec l'autre, caractérisé en ce que l'organe de cintrage comprend au moins un poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) qui décrit des trajectoires différentes dans sa course de travail et dans sa course de retour et que l'au moins un poinçon de cintrage est monté à la fois mobile en translation courbe pour sa course de travail et mobile en translation linéaire. Dispositif de cintrage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un poinçon de cintrage est monté à la fois mobile en translation circulaire pour la course de travail et mobile en translation linéaire. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins une paire de mâchoires de serrage (42, 43) de l'organe de serrage est mue par rapport à au moins une autre paire de mâchoires de serrage (44, 45) de l'organe de serrage. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 ou 3, caractérisé en ce que l'organe de serrage comporte deux paires de mâchoires de serrage (42, 43 ; 44, 45) et que l'organe de cintrage comporte un poinçon de cintrage (41) agissant entre les paires de mâchoires de serrage (42, 43 ; 44, 45). Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'organe de serrage comporte deux mâchoires de serrage (2, 3) et que l'organe de cintrage comporte deux poinçons de cintrage (8, 15). Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que chaque poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) de l'organe de cintrage est pourvu d'une commande (60) qui lui est propre et que chaque poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) est articulé sur une mâchoire de serrage (2, 3 ; 42) de l'organe de serrage située du même côté de la bande de matériau (1). Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que chaque poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) de l'organe de cintrage est relié à une mâchoire de serrage (2, 3 ; 42) correspondante de l'organe de serrage au moyen d'un joint double (18, 19 ; 56, 57). Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu' au moins un poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) est échangeable. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 3 à 8, caractérisé en ce que les mâchoires de serrage (2, 3 ; 42) et/ou les poinçons de cintrage (8, 15 ; 41) sont munis d'outils spécifiques du serrage ou du cintrage aptes à être échangés. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que l'organe de serrage et l'organe de cintrage comportent chacun au moins une arête de cintrage, ces arêtes de cintrage étant orientées l'une par rapport à l'autre de telle sorte qu'il y a au moins une partie de matériau qui est libre pendant une partie d'un mouvement de cintrage.






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