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Dokumentenidentifikation DE19906500B4 26.04.2007
Titel Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Schumann, Volkmar, Dipl.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Reinsch, Carsten, Dipl.-Ing., 01139 Dresden, DE
DE-Anmeldedatum 17.02.1999
DE-Aktenzeichen 19906500
Offenlegungstag 24.08.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.04.2007
IPC-Hauptklasse B65H 9/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von unterlappt einem Anlegtisch zugeführter Bogen mit einer den jeweils auszurichtenden Bogen von unten erfassenden und gegen einen ortsfesten Seitenanschlag transportierenden Ziehschiene, die in einer Aussparung des Anlegtischs quer zur Bogenförderrichtung im Arbeitstakt verbringbar ausgeführt ist.

Derartige Vorrichtungen sind allgemein bekannt (z. B. DE 42 04 794 A1). Die Bogen werden in Schuppenform einem Anlegtisch zugeführt und an diesem zugeordneten Vordermarken nach der Vorderkante ausgerichtet. Nach Anlage eines Bogens mit der Vorderkante an den Vordermarken wird dieser durch eine im Anlegtisch angeordnete, quer zur Bogenförderrichtung im Arbeitstakt verbringbare Ziehschiene erfaßt, nachfolgend gegen einen ortsfesten Seitenanschlag gefördert und so nach der Seitenkante ausgerichtet. Die Ziehschiene kann als Saugziehschiene ausgebildet sein. Dabei sind in der Ziehschiene Sauger und/oder eine Saugplatte vorgesehen, die durch ein Steuerventil mit Unterdruck beaufschlagbar sind. Die Ziehschiene kann auch mit einem Reibbelag versehen sein, so dass der auszurichtende Bogen durch Friktion gegen den Seitenanschlag transportiert wird. Dabei ist es üblich, um insbesondere starkes oder steifes Material sicher gegen den Seitenanschlag zu führen, Mittel vorzusehen, die von oben auf den auszurichtenden Bogen wirken sowie diesen gegen die Ziehschiene führen und so die Haltekraft zwischen Bogen und Ziehschiene erhöhen.

Es hat sich als nachteilig erwiesen, dass bei diesen Materialien, bedingt durch das Bestreben hohe Haltekräfte zwischen auszurichtenden Bogen und Ziehschiene zu realisieren, der Reibkontakt zwischen auszurichtenden Bogen und Folgebogen erhöht wird, was zu Behinderungen des Ziehvorgangs oder des taktgerechten Zuführens des Folgebogens zu den Vordermarken führen kann.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der auch bei der Verarbeitung von starken oder steifen Bedruckstoffen ein störungsfreies Zuführen und seitliches Ausrichten der Bogen möglich ist.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des einzigen Anspruchs gelöst. Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch einfache Mittel auch bei der Realisierung hoher Haltekräfte zwischen dem Verarbeitungsgut und einer Ziehschiene sowie bei der Verarbeitung steifer oder starker Materialien ein störungsfreies Ausrichten nach der Seitenkante und eine taktgerechte Zuführung der Bogen zum Anlegtisch ermöglicht wird.

An einem Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen

1 die schematische Darstellung eines Anlegtischs in der Draufsicht,

2 eine Schnittdarstellung gem. der Linie A-A in 1.

In 1 ist ein Anlegtisch 1 mit Vordermarken 2 und einer Seitenmarke 3 in der Draufsicht gezeigt. Die Seitenmarke 3 besteht aus einem ortsfesten Seitenanschlag 4 und einer Ziehschiene 5. Der Seitenanschlag 4 weist eine Anschlagfläche 6 auf und dient gleichzeitig der Aufnahme einer Andrückrolle 7, die im Arbeitstakt gegen die Ziehschiene 5 gesteuert wird. Die Oberfläche der Ziehschiene 5 ist im Ausführungsbeispiel mit einem Reibbelag versehen und bildet mit der Oberfläche des Anlegtischs 1 eine Ebene. Es ist auch möglich, die Ziehschiene 5 mit Saugern und/oder einer Saugplatte zu versehen und diese über ein Steuerventil mit Unterdruck zu beaufschlagen. Die Ziehschiene 5 ist quer zur Bogenförderrichtung 8 im Arbeitstakt verschiebbar gelagert.

In Bogenförderrichtung 8 vor der Ziehschiene 5 ist ein Stützelement 9 vorgesehen. Das Stützelement 9 erstreckt sich längs der Ziehschiene 5 und ist im Arbeitstakt heb- und senkbar im Anlegtisch 1 angeordnet. Dabei bewegt sich das Stützelement 9 während eines Arbeitstaktes zwischen einer Arbeitsposition, in der die Oberfläche des Stützelements 9 mit der Oberfläche des Anlegtischs 2 eine Ebene bildet oder das Tischniveau 12 geringfügig überragt und einer Rastposition, in der sich die Oberfläche des Stützelements unter dem Tischniveau befindet.

Auf dem Anlegtisch 1 sind weiterhin ein auszurichtender Bogen 10 und ein Folgebogen 11 dargestellt.

Die Materialbogen werden durch nicht dargestellte Mittel unterschuppt in Bogenförderrichtung 8 dem Anlegtisch 1 zugeführt. Dabei wird der auszurichtende Bogen 10 mit der Vorderkante gegen die Vordermarken 2 transportiert und nach der Vorderkante ausgerichtet. Nachfolgend wird der in Ruhe befindliche Bogen 10 mit der Seitenkante gegen die Anschlagfläche 6 des Seitenanschlags 4 transportiert, indem die Ziehschiene 5 senkrecht zur Bogenförderrichtung 9 in Richtung des Seitenanschlages 4 verschoben wird. Dabei ist die Andrückwalze 7 gegen den auszurichtenden Bogen 10 gesteuert und hält diesen in Wirkverbindung mit der Ziehschiene 5.

Während des Ziehvorgangs ist das Stützelement 9 in seine Rastposition gesteuert, in der die Oberfläche unter dem Tischniveau 12 liegt. Damit kann der Folgebogen 11, der mit seinem vorderen Teil den in Bogenförderrichtung 8 hinten liegenden Bereich des auszurichtenden Bogens 10 unterlappt, störungsfrei gefördert werden, obwohl durch die Andrückwalze 7 der Bogen 10 gegen die Ziehschiene 5 und bei steifen Bedruckstoffen aufgrund deren Eigensteifiglkeit auch in den seitlichen Bereichen neben der Ziehschiene 5 auf die Oberfläche des Anlegtischs 1 gedrückt wird. Dabei kann, wie in 2 gezeigt, die Vorderkante des Folgebogens 11 geringfügig in die durch das Absenken des Stützelementes 9 entstehende Aussparung 13 im Anlegtisch 1 eintauchen. Nach dem Ausrichten des Bogens 10 nach der Seitenkante hebt die Andrückrolle 7 ab, der Bogen 10 wird von nicht dargestellten Greifern erfaßt und in die nachgeordnete Bogenmaschine transportiert, wobei die Vordermarken 2 unter das Tischniveau 12 geschwenkt werden.

Gleichzeitig dazu wird die Ziehschiene 5 in ihre Ausgangsposition zurückgeführt und das Stützelement 9 angehoben in die Arbeitsposition, in der die Oberfläche des Stützelements 9 mit der Oberfläche des Anlegtischs 1 vergleicht oder diese geringfügig überragt. Beim Anheben des Stützelements 9 in die Arbeitsposition wird die ggf. in die Aussparung 13 des Anlegtischs 1 eingetauchte Vorderkante des Folgebogens 11 angehoben, so dass der Folgebogen 11 störungsfrei durch eine nicht dargestellte Fördereinrichtung in Bogenförderrichtung 8 und damit gegen die Vordermarken 2 zum Ausrichten nach der Vorderkante transportiert werden kann.

1
Anlegtisch
2
Vordermarke
3
Seitenmarke
4
Seitenanschlag
5
Ziehschiene
6
Anschlagfläche
7
Andrückrolle
8
Bogenförderrichtung
9
Stützelement
10
Bogen
11
Folgebogen
12
Tischniveau
13
Aussparung


Anspruch[de]
Vorrichtung zum seitlichen Ausrichten von unterlappt einem Anlegtisch zugeführter Bogen mit einer den jeweils auszurichtenden Bogen von unten erfassenden und gegen einen ortsfesten Seitenanschlag transportierenden Ziehschiene, die in einer Aussparung des Anlegtischs quer zur Bogenförderrichtung im Arbeitstakt verbringbar ausgeführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass in Bogenförderrichtung (8) vor der Ziehschiene (5) ein sich längs der Ziehschiene (5) erstreckendes im Arbeitstakt heb- und senkbares Stützelement (9) angeordnet ist, das aus einer mit der Oberfläche des Anlegtischs (1) vergleichenden oder diese geringfügig überragenden Arbeitsposition in eine unter der Oberfläche des Anlegtischs (1) liegende Rastposition verbringbar ausgeführt ist, wobei das Stützelement (9) während des Transports des auszurichtenden Bogens gegen den Seitenanschlag (4) in die unter der Oberfläche des Anlegtischs (1) liegende Rastposition verbringbar ausgeführt ist.






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