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Dokumentenidentifikation DE102006040425A1 03.05.2007
Titel Ergänzungsmittel sowie Verfahren zur Herstellung desselben
Anmelder Berg & Schmidt (GmbH & Co.) KG, 20099 Hamburg, DE
Erfinder Pieper, Bernd, Dr., 16818 Wuthenow, DE;
Adelmann, Roland, Dr., 20099 Hamburg, DE
Vertreter Patentanwälte Dr. Ulrich Beines, Philipp Lau-Loskill, 41189 Mönchengladbach
DE-Anmeldedatum 29.08.2006
DE-Aktenzeichen 102006040425
Offenlegungstag 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse A23K 1/18(2006.01)A, F, I, 20060829, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A23K 1/16(2006.01)A, L, I, 20060829, B, H, DE   
Zusammenfassung Es wird ein Ergänzungsmittel als Zusatz zum Futter von Tieren, insbesondere zum Futter von Wiederkäuern und vorzugsweise als Zusatz zum Futter von Rindern, Kühen, Milchkühen, Ziegen und Schafen, beschrieben, wobei das Ergänzungsmittel eine homogene, pulverförmige Zusammensetzung aus mindestens einem, bei Raumtemperatur festen und pansenstabilen Fett und mindestens einer Stärke ist. Diese homogene Zusammensetzung weist eine solche Matrixstruktur auf, bei der die Stärkepartikel in dem mindestens einen Fett gleichmäßig dispergiert sind. Des weiteren wird ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Ergänzungsmittels beschrieben.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ergänzungsmittel mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1, das als Zusatz zum Futter von Tieren verwendet wird. Desweiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Ergänzungsmittels mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 21.

Um im Rahmen der Tierhaltung den Ertrag zu maximieren, der sich insbesondere in einer erhöhten Menge und/oder verbesserten Qualität der Tierprodukte, so beispielsweise der Milchmengen oder Milchqualität bei Milchkühen, Schafen oder Ziegen, der Größe und Menge von Eiern beim Federvieh oder der Fleischqualität und Fleischmenge bei Mastvieh, ausdrückt, ist es bekannt, dem Tierfutter Ergänzungsmittel als Zusatz zuzugeben. Hierbei können diese Ergänzungsmittel unterschiedlich aufgebaut sein, wobei beispielsweise die DE-A 34 32 120 ein Ergänzungsmittel beschreibt, das neben einem Emulgator Knochenfett, Kokosfett, Palmkernfett und Sojaöl enthält.

Die DE-A1-195 29 861 beschreibt ein lipidhaltiges Konzentrat als Zusatz für Nahrungsstoffe bei der Tierernährung, wobei das bekannte Konzentrat 10 Gew.% bis 85 Gew.% eines Lipids und 15 Gew.% bis 90 Gew.% eines Lecithins aufweist.

Mit den zuvor genannten bekannten Ergänzungsmitteln, die dem üblichen Futter zugesetzt werden, soll primär erreicht werden, daß die Aufzucht von Jungtieren erleichtert und insbesondere die Mortalität in der Aufzuchtphase verringert wird.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ergänzungsmittel als Zusatz zum Futter von Tieren zur Verfügung zu stellen, mit dem es möglich ist, eine erhöhte Energiezufuhr während des Fütterns und eine bessere Energieausbeute aus dem Tierfutter zu erreichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Ergänzungsmittel mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel, das als Zusatz zum Futter von Tieren, insbesondere zum Futter von Wiederkäuern und dort vorzugsweise als Zusatz zum Futter von Rindern, Kühen, Milchkühen, Ziegen und Schafen verwendet wird, sieht vor, daß das Ergänzungsmittel eine homogene, pulverförmige Zusammensetzung aus mindestens einem, bei Raumtemperatur festen und pansenstabilen Fett und mindestens einer Stärke ist, wobei die homogene Zusammensetzung eine solche Matrixstruktur aufweist, bei der die Stärkepartikel in dem mindestens einen festen und pansenstabilen Fett gleichmäßig dispergiert sind.

Das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel, das als Zusatz zum Futter der Tiere gegeben wird, basiert auf der Grundüberlegung, daß bei herkömmlichen Futtermittel üblicherweise die im Futter enthaltenen Kohlehydrate im Magen oder Pansen der Tiere fermentiert werden und teilweise in gasförmige Produkte, so beispielsweise in Kohlendioxid, flüchtige Fettsäuren und insbesondere in Methan umgewandelt werden. Hierdurch tritt durch Abgasung ein Energieverlust auf, so daß die entsprechend zugeführten Kohlehydrate nicht vollständig in Zucker umgewandelt werden, die dementsprechend dann über die Pansen- oder Magenwandungen dem Blutkreislauf des Tieres zugeführt werden können. Desweiteren bewirkt ein derartiger unerwünschter Abbau der Kohlehydrate, daß insbesondere bei höheren Dosierungen an Kohlehydrate der pH-Wert des Pansens oder Magens drastisch absinkt, was wiederum zur Folge hat, daß das Gleichgewicht der Pansen- bzw. Magenmikroben gestört und als Folge dessen die Verdaulichkeit der im Futter enthaltenen Fasern reduziert wird, was wiederum zu einer schlechteren Futterverwertung führt. Ferner kann die Ursache von gewissen Erkrankungen, beispielsweise Klauenerkrankungen, auch in einer zu schnellen Fermentation von Kohlehydraten im Pansen/Magen liegen, wobei grundsätzlich eine Erkrankung des Tieres immer zu einer Verringerung der tierischen Produkte bei gleichzeitiger Qualtitätseinbuße führt.

Bezüglich der, für die Tierernäherung notwendigen Fette, die immer gesättigte und ungesättigte Fettsäuren enthalten, ist des weiteren festzuhalten, daß die Pansen- bzw. Magenbakterien gegenüber ungesättigten Fettsäuren empfindlich sind. Diese Empfindlichkeit führt dazu, daß die ungesättigten Fettsäuren zu einem überwiegenden Teil in gesättigte Fettsäuren und im untergeordneten Maße in einfach ungesättigte Fettsäuren umgewandelt werden, wobei diese Umwandlung durch die Pansenbakterien aber nur im beschränkten Maße durchgeführt werden können. Wenn nunmehr die Menge an ungesättigten Fettsäuren im herkömmlichen Futter eine bestimmte Kapazität übersteigt, wird die Aktivität der Bakterien empfindlich gestört, so daß letztendlich hierdurch die Futteraufnahme im Pansen bzw. im Magen eingeschränkt wird, was zu einer entsprechend schlechteren Futterverwertung führt.

Ausgehend von den zuvor beschriebenen Erkenntnissen beruht nunmehr die vorliegende Erfindung auf dem Grundgedanken, ein Ergänzungsmittel zu schaffen, das einerseits Kohlehydrate in Form von Stärke und andererseits ein pansenstabiles bzw. magenstabiles Fett aufweist, wobei die Stärkepartikel so in dem pansenstabilen bzw. magenstabilen Fett eingeschlossen sind, daß sowohl die Stärkepartikel als auch die diese umgebende Fettmatrix gemeinsam den Pansen bzw. Magen passieren, ohne daß dabei die zuvor beschriebenen Vorgänge ablaufen. Nach der unveränderten, d.h. insbesondere der unfermentierten, Passage des Magens bzw. Pansens gelangt dann das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel in den Dünndarm und/oder Dickdarm des jeweiligen Tieres und wird dort wesentlich effektiver als im Magen bzw. im Pansen verdaut, so daß die Spaltprodukte der Stärke und das Fett bzw. die Fettabbauprodukte direkt durch die Darmwand des Dünn- bzw. Dickdarmes absorbiert werden und so in die Blutbahn gelangen. Hierdurch steht dem mit dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel gefütterten Tier mehr Energie für eine höhere Leistung zur Verfügung. Bedingt dadurch, daß die Stärkepartikel in dem magen- bzw. pansenstabilen Fett bei dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel homogen verteilt werden, kann der Abbau des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel im Dünn- bzw. Dickdarm vergleichmäßigt und beschleunigt werden, was den zuvor beschriebenen Prozeß des Abbaus des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel bezüglich seiner Effektivität weiter verbessert.

Aufgrund der vorstehenden Erläuterungen, die als Annahme für die verbesserte Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels angesehen werden, wird verständlich, daß das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel nicht nur eine Steigerung der Energiezufuhr für das jeweils hiermit gefütterten Tier bewirkt, was sich in einer erhöhten Wachstumsrate, einer reduzierten Mortalität, einer verbesserten Fleischqualität, einer höheren Milchleistung und/oder einer vergrößerten Eierleistung ausdrückt, sondern gleichzeitig wird auch verhindert, daß im Magen bzw. im Pansen des mit dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels gefütterten Tiers unerwünschte und zuvor beschriebene biologische oder biochemische Vorgänge ablaufen, die letztendlich zu einer Erkrankung des Tieres führen können und/oder die Verdaulichkeit des übrigen üblichen Futters und/oder dessen Energiezufuhr reduzieren. Somit ist zusammenfassend festzuhalten, daß das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel mit geringem Aufwand die Effektivität des üblichen Futters steigert und wirksam das Auftreten von unerwünschten Magen- bzw. Pansenstörungen bei der Fütterung oder von Erkrankungen des Tiers verhindern.

Abhängig von der Größe des in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel enthaltenen jeweiligen Stärkepartikels und der Größe der dieses einbettenden Fettmatrix ist festzuhalten, daß das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel auch so aufgebaut sein kann, daß nur ein einziges Stärkepartikel in einer einzigen Fettmatrix eingebettet ist. Vorzugsweise sind jedoch jeweils mehrere Stärkepartikel innerhalb einer einzigen Fettmatrix, die die pulverförmige Zusammensetzung ausbildet, angeordnet. Von daher deckt der im vorliegenden Text im Plural verwendete Begriff "Stärkepartikel" nicht nur eine Vielzahl von Stärkepartikeln sondern auch den Singular hiervon, nämlich ein einziges Stärkepartikel, ab.

Das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel kann grundsätzlich als Zusatz zum Futter von jedem Tier verwendet werden, unabhängig davon, ob das jeweils hiermit gefütterte Tier nur einen einzigen Magen oder einen mehrteiligen Magen besitzt. Besonders gute Ergebnisse werden jedoch mit dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel dann erreicht, wenn es als Zusatz zum Futter von Wiederkäuern, die einen mehrteiligen Magen aufweisen, und insbesondere als Zusatz zum Futter von Mastrindern, Milchbüffel, Milchkühen, Ziegen und Schafen verwendet wird.

Besonders gute werte in bezug auf eine Maximierung der Energiezufuhr können dann erreicht werden, wenn eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel eine kumulative Gasbildung, bestimmt nach dem Hohenheimer-Futterwert-Test über einen Meßzeitraum von bis zu 72 Stunden von weniger als 20 ml Gas pro 200 mg Trockenmasse aufweist. Hierbei bezieht sich dieser zuvor genannte kumulative Gasbildungs-Wert auf solche Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel, die als Zusatz zum Futter von Wiederkäuern und insbesondere als Zusatz von Rindern gegeben werden, wobei der kumulative Gasbildungs-Wert weniger als 20 ml Gas pro 200 mg Trockenmasse insbesondere ausdrückt, daß im Pansen des jeweiligen Tieres die eingangs beschriebene unerwünschte Gasbildung und die damit verbundene Problematik erheblich reduziert ist. Hierbei wird der kumulative Gasbildungs-Wert so gemessen, wie dies von Steingass und Menke in Kraftfutter, Band 63, 1980, S. 534 ff beschrieben ist.

Insbesondere dann, wenn das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel eine kumulative Gasbildung, bestimmt nach dem Hohenheimer-Futterwert-Test, über einen Meßzeitraum von bis zu 24 Stunden zwischen 0,1 bis 5 ml Gas pro 200 mg Trockenmasse aufweist, bewirkt diese Weiterbildung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels eine besonders hohe Energielieferung zu dem damit gefütterten Tier, insbesondere dem damit gefütterten Rind, Schaf oder der damit gefütterten Ziege, zumal nur ein geringer Anteil des Ergänzungsmittels dabei im Pansen anverdaut bzw. anfermentiert und in die für die Ernährung unwirksamen Gase (z.B. gasförmige Fettsäuren, Kohlendioxid und insbesondere Methan) umgewandelt wird.

Grundsätzlich weist das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel mindestens ein pansenstabiles Fett auf, das bei Raumtemperatur fest ist. Insbesondere jedoch ist in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel mindestens ein Fett enthalten, dessen Schmelzpunkt vorzugsweise zwischen 40 °C und 80 °C und insbesondere zwischen 50 °C und 70 °C liegt.

Wie bereits eingangs bei dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel ausgeführt ist, handelt es sich bei dem in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel enthalten Fett um ein magen- bzw. pansenstabiles Fett, wobei hierfür vorzugsweise dieses Fett aus der Gruppe ausgewählt wird, die aus mindestens einer Fettsäure, aus mindestens einem Fettsäuresalz, insbesondere aus mindestens einem Alkali- oder Erdalkali-Fettsäuresalz, aus mindestens einem fraktionierten Fett, aus mindestens einem gehärteten Fett sowie aus Mischungen der zuvor konkret genannten Fette gebildet ist. Hierunter zählen insbesondere dann auch die magen- bzw. pansenstabilen Fettseifen, die magen- bzw. pansenstabilen gehärteten Fette und die magen- bzw. pansenstabilen fraktionierten Fette, wobei diese Fette solche bei Raumtemperatur festen Triglyceride, Diglyceride und/oder Monoglyceride der Fettsäuren aus pflanzlichem oder tierischen Ursprung insbesondere in ihrer gehärteten (hydrierten), aber auch in ihrer ungehärteten Form, darstellen.

Der im vorliegenden Text verwendete Begriff "und/oder" bedeutet, daß die einzelnen Elemente bei der entsprechenden Aufzählung sowohl additiv oder alternativ zu sehen sind, wobei bei der additiven Benennung dann mindestens zwei Elemente der Aufzählung miteinander kombiniert sind.

Eine weitere, besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels sieht vor, daß hierbei das Fett, das die Grundmatrix ausbildet, in die die Stärkepartikel insbesondere vollständig und gleichmäßig eingebettet sind, aus einem Fettsäuregemisch besteht, wobei die magen- bzw. pansenstabilen Fettsäuren des Gemisches überwiegend eine C14-C20-Kohlenstoffkette und vorzugsweise eine lineare C14-C20-Kohlenstoffkette besitzen. Insbesondere handelt es sich bei diesen Fettsäuren ausschließlich oder überwiegend um gesättigte lineare Fettsäuren, wobei vorzugsweise maximal zwei Doppelbindungen, insbesondere jedoch nur eine Doppelbindung, in der Kohlenstoffkette vorhanden ist, wenn ein Teil der Fettsäuren ungesättigt ist.

Eine in bezug auf die Energiezufuhr besonders hochwirksame Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels weist ein solches Fettsäuregemisch auf, daß zu mindestens 45 Gew.% und insbesondere zu mindestens 70 Gew.% aus Palmitinsäure und zu mindestens 5 Gew.% aus Stearinsäure besteht, wobei diese Gewichtsangaben sich auf die Masse (d.h. das Gewicht) des Fettsäuregemisches, das die Matrixstruktur ausbildet, bezieht.

Wie bereits vorstehend bei den Fettsäuren ausgeführt ist, weist das in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel vorgesehene Fett vorzugsweise eine überwiegend gesättigte Kohlenstoffkette und insbesondere eine lineare C14-C20-Kohlenstoffkette auf, wobei der Anteil der Fettsäuren mit ungesättigten Kohlenstoffketten in dem Fett kleiner als 15 Gew.%, bezogen auf die Fettsäurenverteilung des Fettes, beträgt. Selbstverständlich ist es auch möglich, daß das die Matrixstruktur ausbildende Fett das in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel vorgesehen ist, eine verzweigte Kohlenstoffkette und vorzugsweise eine solche verzweigte Kohlenstoffkette aufweist, die zwischen C14- und C20-Kohlenstoffatomen besitzt, wobei jedoch nochmals zu betonen ist, daß das Fett oder die Fettsäure in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel eine lineare und überwiegend gesättigte Kohlenstoffkette besitzt.

Eine besonders geeignete und insbesondere für die Rindermast verwendete Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels weist als Fett ein Fettgemisch auf, das aus den zerkleinerten Fruchtkernen und/oder dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen ist und das anschließend fraktioniert und/oder hydriert wird. Hierbei besitzt dieses Palmfett (Palmöl) einen Schmelzpunkt von etwa 53 °C bis etwa 58 °C und zeichnet sich insbesondere durch einen Gesamtfettgehalt von 90 % bis 99 % aus, wobei die Fettsäure-Zusammensetzung diesen festen Palmfettes zwischen 1,3 und 1,8 Gew.% Myristinsäure, zwischen 70 Gew.% und 80 Gew.% Palmitinsäure, zwischen 3 Gew.% und 11 Gew.% Stearinsäure, zwischen 7 Gew.% und 13 Gew.% Ölsäure, zwischen 1,5 Gew.% und 2,5 Gew.% Linolsäure und zwischen 0,2 Gew.% und 0,7 Gew.% Arachinsäure und höhere lineare Fettsäuren aufweist. Der unverseifbare Anteil dieses Palmfettes (Palmöles) liegt bei etwa 2,5 %, während die Jodzahl zwischen 6 g/100 g und 18 g/100 g variiert.

Grundsätzlich kann in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel als Stärke jede Stärke enthalten sein, die einerseits geeignet ist, homogen als Stärkepartikel in der Fettmatrix verteilt zu werden und andererseits im Dünndarm der hiermit gefütterten Wiederkäuer oder im Dünn-/Dickdarm der hiermit gefütterten monogastrischen Tiere in die erforderlichen Zucker abgebaut zu werde, wobei diese Zucker dann durch die Darmwandung absorbiert und dem Blutkreislauf zugeführt werden. Insbesondere weist das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel als Stärke Getreidestärke, vorzugsweise Weizen-, Hafer-, Roggen-, Gerste-, Tritikale-, Dinkel- und/oder Maisstärke auf.

Um bei den zuvor beschriebenen Getreidestärken, die bei dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel in der Matrixstruktur gleichmäßig dispergiert und durch das Fett vor einem Abbau im Magen des jeweiligen Tiers durch die Matrixstruktur geschützt werden, eine besonders wirkungsvolle Umwandlung im Darm der Tiere in Zucker herbeizuführen, sieht eine andere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels vor, daß hierbei die Getreidestärke zumindest teilweise entölt und/oder entkeimt ist. Hierdurch wird sichergestellt, daß störende fettige Bestandteile der Getreidestärke so weit zumindest entfernt werden, daß sie den erforderlichen Abbau im Darm nicht weiter behindern.

Eine besonders geeignete Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels, das alle Vorteile im verstärkten Maße aufweist, wie diese eingangs für das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel beschrieben sind, sieht vor, daß als Getreidestärke Maisstärke und/oder Weizenstärke in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel enthalten ist, wobei diese Stärke dann als entkeimtes Maismehl und/oder Weizenmehl homogen in Form von Partikeln in der Fettmatrix verteilt ist. Diese homogene Verteilung in der Fettmatrix bewirkt, daß während der Passage des Ergänzungsmittels durch den Darm stets pro Zeiteinheit eine gleichmäßige Menge an Stärke freigesetzt wird, so daß über die gesamte Länge des Darmes gesehen hier ein gleichmäßiges Stärkeangebot besteht, wobei diese Stärke dann entsprechend, wie vorstehend mehrfach ausgeführt, in die entsprechenden Zucker überführt und von der Darmwandung absorbiert und somit dem Blutkreislauf des mit dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels gefütterten Tiers zugeführt wird.

Insbesondere dann, wenn das zuvor beschriebene Mehl, das vorzugsweise als entkeimtes Maismehl und/oder Weizenmehl vorliegt, auf eine Korngröße zwischen 20 &mgr;m und 400 &mgr;m und vorzugsweise auf eine Korngröße zwischen 80 &mgr;m und 250 &mgr;m vermahlen ist, als Stärkepartikel in dem mindestens einen Fett gleichmäßig dispergiert und durch die Matrixstruktur geschützt ist, läßt sich diese Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels mit besonders hohem Erfolg in der Ernährung insbesondere von Rindern einsetzen. Hierbei hat sich gezeigt, daß die Gasbildung im Pansen dabei erheblich reduziert ist und die Verdaulichkeit im Dünndarm erheblich verbessert wird, so daß sowohl die Milchleistung bei Milchkühen, Ziegen oder Schafen als auch die Gewichtszunahme bei Mastrindern erheblich gesteigert ist.

Bereits vorstehend ist ausgeführt, daß insbesondere ein entöltes und/oder entkeimtes Mais- und/oder Weizenmehl in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel enthalten ist bzw. sind, wobei dann vorzugsweise dieses entölte und/oder entkeimte Mehl als solches einen Fettgehalt aufweist, der weniger als 3 Gew.% Fett beträgt. Hierbei bezieht sich diese quantitative Angabe des Fettes auf das Gewicht (Masse) des entölten Mehls.

Eine besonders magenstabile und insbesondere auch pansenstabile Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel wird dadurch zur Verfügung gestellt, daß hierbei die homogene, pulverförmige Zusammensetzung eine solche Matrixstruktur aufweist, bei der die Stärke homogen in der Fettmatrix verteilt und mit einer durchgehenden äußeren Fettbeschichtung versehen ist, so daß sichergestellt ist, daß auch außenliegende Stärkepartikel nicht ungeschützt während ihrer Passage durch den Magen bzw. den Pansen verbleiben. Hierdurch wird weiter erreicht, daß die Gasbildung im Magen bzw. Pansen der Tiere nochmals reduziert wird, so daß nahezu ausschließlich ein Abbau der Stärke bzw. der Fettmatrix im Dünndarm bzw. Dünn- und Dickdarm des jeweils damit gefütterten Tiers stattfindet.

Insbesondere weist das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel eine Korngröße zwischen 500 &mgr;m und 2.800 &mgr;m auf.

Abhängig von der jeweiligen Anwendung und der jeweils zu dosierenden Menge, der Häufigkeit der Anwendung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels, dem jeweiligen Grundfutter und des jeweils zu fütternden Tiers richtet sich auch die quantitative Zusammensetzung der in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel enthaltenen Fettmatrix und der darin dispergierten Stärkepartikel. Üblicherweise variiert die erfindungsgemäße Zusammensetzung derart, daß sie zwischen 50 Gew.% und 99 Gew.% Fett und zwischen 50 Gew.% und 1 Gew.% Stärke aufweist, wobei bevorzugt die erfindungsgemäße Zusammensetzung zwischen 75 Gew.% und 90 Gew.% Fett und zwischen 10 Gew.% und 20 Gew.% Stärke aufweist. Zusätzlich zu der zuletzt genannten Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel noch zwischen 0,5 Gew.% und 5 Gew.% sonstiger Zusätze aufweisen, wobei insbesondere als sonstige Zusätze in dem Ergänzungsmittel mindestens ein Emulgator, mindestens ein Fließhilfsmittel, mindestens ein Stabilisator und/oder mindestens ein veterinärmedizinischer Zusatz enthalten ist.

Enthält das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel einen veterinärmedizinischen Zusatz, so können hiermit neben den üblichen, pharmazeutischen Stoffen insbesondere als veterinärmedizinische Zusätze Vitamine enthalten sein, wobei Vitamin A, Vitamin B3, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Nikotinsäure und/oder Nikotinsäureamid, Pantothensäure, Folsäure und/oder L-Carnitin besonders bevorzugt sind.

Soll in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel als weiterer Zusatz ein Emulgator enthalten sein, was die Dispergierung der Stärke in der Fettmatrix erleichtert, so bietet es sich hierbei an, vorzugsweise als Emulgator einen Lecithin-Emulgator auszuwählen, wobei dessen Konzentration insbesondere zwischen 0,1 Gew.% und 2 Gew.%, bezogen auf das anwendungsfertige Ergänzungsmittel, variiert. Um die Fließfähigkeit des granulatartigen oder pulverförmigen erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels zu erleichtern und damit dessen Dosierung besonders einfach zu gestalten, sieht eine andere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels vor, daß hierbei diese Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels ein Fließhilfsmittel, insbesondere ein Kieselsäurederivat und vorzugsweise eine gefällte Kieselsäure, enthält, wobei die Konzentration dieser Fließhilfsmittel insbesondere zwischen 0,1 Gew.% und 2 Gew.%, bezogen auf die Masse (Gewicht) des anwendungsfertigen erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels variiert. Um einen unerwünschten Abbau zu verhindern und um die Lagerstabilität zu vergrößern, sieht eine weiter bevorzugte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels vor, daß das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel einen Stabilisator aufweist, wobei vorzugsweise hierfür ein Erdalkalisalz der Propionsäure und insbesondere ein Calciumpropionat enthalten ist. Die Konzentration dieses Stabilisators variiert in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel zwischen insbesondere 0,1 Gew.% und 3 Gew.%.

Selbstverständlich können auch andere, dem Fachmann geläufige Emulgatoren, Fließhilfsmittel und Stabilisatoren in dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel enthalten sein, wobei hier nicht nur jeweils ein Emulgator sondern auch ein Emulgatorengemisch, nicht nur ein Fließmittel, sondern auch ein Fließhilfsmittelgemisch und/oder nicht nur ein Stabilisator sondern auch ein Stabilisatorgemisch vorgesehen sein kann.

Bezüglich der Konzentration des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels, bei der es täglich angewandt wird, ist festzuhalten, daß sich diese Konzentration einerseits nach dem gewünschten Effekt und andererseits nach dem jeweils zu fütternden Tier richtet, wobei üblicherweise die tägliche Konzentration des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels zwischen 0,5 g und 3 g pro kg Lebendgewicht des zu fütternden Tieres variiert. Hierbei wird in der Regel das Ergänzungsmittel einmal dem üblichen Futter pro Tag zugesetzt, wobei es jedoch wahlweise bei mehrfacher Futtergabe auch sein kann, daß das erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel auch entsprechend mehrfach zugesetzt wird, ohne die zuvor angegebene bevorzugte tägliche Konzentration jedoch zu überschreiten.

Die vorliegende Erfindung betrifft desweiteren ein Verfahren zur Herstellung des zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels, mit dem es möglich ist, dieses Ergänzungsmittel reproduzierbar herzustellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 21 gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels sieht vor, daß zunächst das mindestens eine Fett bei einer Temperatur, die zwischen 2 °C und 10 °C oberhalb der Schmelztemperatur des jeweiligen Fettes liegt, aufgeschmolzen wird. Eine Teilmenge, vorzugsweise die Hälfte, dieser Fettschmelze wird dann unter Beibehaltung der Temperatur, die, wie bereits vorstehend ausgeführt ist, 2 °C bis 10 °C oberhalb der Schmelztemperatur des jeweils verwendeten Fettes liegt, mit dem mindestens einen weiteren Zusatz und ggf. der Stärke versetzt, wobei vorzugsweise hier als mindestens ein weiterer Zusatz ein Emulgator, insbesondere Lecithin, und ein Stabilisator, insbesondere Calciumpropionat, verwendet wird, um so die sich anschließende Dispergierung der Stärke zu erleichtern und eine homogene Verteilung der Stärkepartikel in dem aufgeschmolzenen Fett unter maximaler Stabilisierung zu erreichen.

Das sich hieran anschließende mechanische Homogenisieren der Mischung, bestehend aus der Teilmenge des aufgeschmolzenen Fettes, des Emulgators, des Stabilisators und der Stärke, wird während 10 Minuten bis 50 Minuten mechanisch durchgeführt, ohne daß es dabei zu einer Absenkung der ursprünglich gewählten Temperatur kommt.

Hiernach wird der homogenisierten Mischung, bestehend aus der Teilmenge der Fettschmelze, dem Emulgator, dem Stabilisator und der Gesamtmenge der Stärkepartikel, unter Beibehaltung der ursprünglich ausgewählten Temperatur der verbleibende Teil der Fettschmelze zugesetzt, so daß sich hieran ein weiteres mechanisches Homogenisieren während 10 Minuten bis 50 Minuten unter Beibehaltung der ausgewählten Temperatur anschließt.

Die so erstellte flüssige, homogenisierte Mischung, bestehend nunmehr aus der Gesamtmenge der Fettschmelze, den hierin homogen verteilten Stärkepartikeln, dem Emulgator und dem Stabilisator, wird unter Ausbildung des pulverartigen oder granulatförmigen Ergänzungsmittels in einen zwischen 5 °C und 15 °C, vorzugsweise einem 10 °C, kalten Luftstrom injiziert, was dazu führt, daß das Fett unter Einschluß der darin homogen verteilten und auch allseitig verschlossenen Stärkepartikel erstarrt.

Bedingt durch das plötzliche Erstarren der mit den Stärkepartikeln versehenen Fettschmelze mit Hilfe des Injizierens in den kalten Luft-Gegenstrom läßt sich das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel besonders reproduzierbar herstellen, zumal durch die Düsengeometrie, die bei der Injektion verwendet wird, und den Düsendruck die Tröpfchenform stets konstant gehalten wird, sofern der im Gegenstrom geführte kalte Luftstrom ebenfalls bezüglich der geförderten Menge konstant bleibt, was bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gegeben ist. Dies wiederum führt dazu, daß das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Ergänzungsmittel insbesondere eine kugelförmige oder kugelige Form aufweist, wobei innerhalb dieser, aus dem Fett gebildeten Matrix die Stärkepartikel gleichmäßig und homogen verteilt sind.

Bezüglich der beim erfindungsgemäßen Verfahren einzusetzenden Modifikationen des Fettes und der Stärke sowie des Emulgators und der anderen Zusätze gelten all die Ausführungen, wie sie vorstehend für das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel ausführlich beschrieben sind, so daß zur Vermeidung von Wiederholungen hierauf verwiesen wird, die identisch oder analog auch dem erfindungsgemäßen Verfahren gelten.

Um das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Ergänzungsmittel, das pulverartig bzw. granulatförmig ist und eine kugelartige bzw. runde Form aufweist, leichter zu dosieren, sieht eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, daß nach dem Erstarren das pulverartige oder granulatförmige Ergänzungsmittel mit einem Fließhilfsmittel, wie es vorstehend bei dem erfindungsgemäßen Ergänzungsmittel beschrieben ist, vermischt wird. Hierfür wird in der Regel als Fließhilfsmittel ein Kieselsäurederivat und insbesondere frisch gefällt Kieselsäure verwendet, deren Konzentration insbesondere zwischen 0,1 Gew.% und 2 Gew.%, bezogen auf das anwendungsfertige Ergänzungsmittel, variiert. Dieses Fließhilfsmittel setzt sich somit außen auf die Oberfläche des pulverartigen bzw. granulatförmigen Ergänzungsmittels und verhindert die Ausbildung von größeren Aggregaten, die entsprechend die Anwendung und das Dosieren des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels stören würden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist vorstehend wiederholt davon berichtet worden, daß das erfindungsgemäße Verfahren ein mechanisches Homogenisieren vorsieht. Grundsätzlich kann das mechanische Homogenisieren so durchgeführt werden, daß hier ein entsprechendes Rührwerk verwendet wird, wie dies in unterschiedlicher Ausgestaltung für das Einrühren eines festen partikelförmigen Produktes in eine Schmelze in der Technik bekannt ist. Besonders geeignet ist es jedoch, wenn bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens hier das mechanische Homogenisieren mit Hilfe einer Druckhomogenisierung erfolgt, da die hierfür verwendeten Druckhomogenisatoren, die auch als Hochdruckhomogenisatoren bezeichnet werden, innerhalb von kürzester Zeit ein intensives Vermischen der zu vermischenden Bestandteile bewirkt.

In Weiterbildung dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß das Druckhomogenisieren ein doppelstufiges Druckhomogenisieren ist und eine erste Homogenisationsstufe bei einem Druck zwischen 120 bar und 170 bar und eine sich hieran anschließende zweite Homogenisationsstufe bei einem Druck zwischen 10 bar und 50 bar umfaßt, so daß in jeder Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens, die ein mechanisches Homogenisieren vorsieht, dieses mechanische Homogenisieren mit dem zuvor beschriebenen doppelstufigen Druckhomogenisieren durchgeführt wird, derart, daß in der ersten Homogenisationsstufe die Mischung bei einem Druck zwischen 120 bar und 170 bar und in einer sich hieran anschließenden zweiten Homogenisationsstufe die vorhomogenisierte Mischung dann bei einem Druck zwischen 10 bar und 50 bar behandelt wird. Vorzugsweise sind die Zeiten, die für die erste und zweite Homogenisationsstufe angewendet werden, gleich, wobei der Gesamtzeitrahmen jeweils zwischen 10 Minuten bis 50 Minuten variiert.

Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Ergänzungsmittels und des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Unteransprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Ergänzungsmittel und das erfindungsgemäße Verfahren werden nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Ausführungsbeispiel 1

Es wurde ein Ergänzungsmittel 1 hergestellt, das folgende Inhaltsstoffe aufwies:

Das eingesetzte Palmfett war ein fraktioniertes Palmöl mit einem natürlichen Anteil an Glycerin. Es wurde nicht gehärtet (hydriert) und ist somit ein rein pflanzliches Fett. Es läßt sich durch folgende Kenndaten charakterisieren:

Das zuvor aufgeführte fraktionierte Palmfett (Palmöl) wies folgende Fettsäurezusammensetzung in Gew.% auf:

Das eingesetzte Maismehl war ein entkeimtes Maismehl, feingemahlen mit einer Korngröße überwiegend kleiner als 300 &mgr;m. Der Fettgehalt des entkeimten Maismehls betrug etwa 2,5 Gew.%; sein Stärkegehalt lag bei etwa 85 Gew.%.

Etwa die Hälfte des Palmöls, d.h. 780 kg, wurden bei 70 °C aufgeschmolzen und mit 5 kg Lecithin als Emulgator (0,25 Gew.%) und 3 kg Calciumpropionat (0,15 Gew.%) als Stabilisator vermischt, so daß eine flüssige Emulsionsvorlage entstand.

In diese flüssige Emulsionsvorlage wurden bei konstanter Temperatur von 70 °C 300 kg Maismehl (15 Gew.%) eingerührt. Die so hergestellte Mischung wurde anschließend für 10 Minuten bei 70 °C weitergerührt, um so eine gleichmäßige Ummantelung und Verteilung der Kohlehydrate in der Fettphase zu erhalten. Dieses Gemisch wurde in einem doppelstufigen Druckhomogenisator umgepumpt, um dort die Maismehlpartikel in der Fettphase weiter zu homogenisieren, wobei zunächst eine erste Druckstufe bei 150 bar für 10 Minuten und hiernach eine zweite Druckstufe von 30 bar für ebenfalls 10 Minuten angewendet worden ist.

In die so homogenisierte Mischung wurde bei 70 °C die etwa zweite Hälfte von 907 kg Palmöl zugemischt, wobei dieses Palmöl ebenfalls zuvor auf 70 °C erhitzt worden ist. Hieran schloß sich ein 20-minütiges Bearbeiten in einem Homogenisator (drucklos) an, so daß ein sprühfertiges Material somit erstellt wurde.

Das sprühfertige Material wurde bei 70 °C durch Düsen in den Sprühturm injiziert, wobei hier ein auf 10 °C abgekühlter Luftstrom im Gegenstrom geführt wurde.

Das dabei anfallende pulverartige bzw. granulatförmige feste Produkt wurde zur Erhöhung der Fließfähigkeit mit 0,15 Gew.% eines Fließhilfsmittels auf Basis einer gefällten Kieselsäure versetzt.

Das so hergestellte Ergänzungsmittel, dessen Partikelgröße grundsätzlich zwischen 500 &mgr;m und 2.800 &mgr;m variieren kann, wies unter den gewählten Versuchsbedingungen eine Partikelgröße zwischen 700 und 900 &mgr;m auf.

Ausführungsbeispiel 2

Es wurde ein Ergänzungsmittel 2 hergestellt, das folgende Inhaltsstoffe aufwies:

Als Palmfett wurde das fraktionierte Palmöl eingesetzt, wie es zuvor beim Ausführungsbeispiel 1 im Detail beschrieben und quantifiziert ist.

Das eingesetzte Weizenmehl war feingemahlen und besaß eine Korngröße überwiegend kleiner als 280 &mgr;m. Der Fettgehalt des Weizenmehls betrug etwa 1,8 Gew.%; sein Stärkegehalt lag bei etwa 87 Gew.%.

Etwa die Hälfte des Palmöls, d.h. 840 kg, wurden bei 70 °C aufgeschmolzen und mit 7 kg Lecithin als Emulgator (0,35 Gew.%) und 3 kg Calciumpropionat (0,15 Gew.%) als Stabilisator vermischt, so daß eine flüssige Emulsionsvorlage entstand.

In diese flüssige Emulsionsvorlage wurden bei konstanter Temperatur von 70 °C 220 kg Weizenmehl (11 Gew.%) eingerührt. Die so hergestellte Mischung wurde anschließend für 10 Minuten bei 70 °C weitergerührt, um so eine gleichmäßige Ummantelung und Verteilung der Kohlehydrate in der Fettphase zu erhalten. Dieses Gemisch wurde in einem doppelstufigen Druckhomogenisator umgepumpt, um dort die Weizenmehlpartikel in der Fettphase weiter zu homogenisieren, wobei zunächst eine erste Druckstufe bei 150 bar für 10 Minuten und hiernach eine zweite Druckstufe von 30 bar für ebenfalls 10 Minuten angewendet worden ist.

In die so homogenisierte Mischung wurde bei 70 °C die etwa zweite Hälfte von 925 kg Palmöl zugemischt, wobei dieses Palmöl ebenfalls zuvor auf 70 °C erhitzt worden ist. Hieran schloß sich ein 20-minütiges Bearbeiten in einem Homogenisator (drucklos) an, so daß ein sprühfertiges Material somit erstellt wurde.

Das sprühfertige Material wurde bei 70 °C durch Düsen in den Sprühturm injiziert, wobei hier ein auf 10 °C abgekühlter Luftstrom im Gegenstrom geführt wurde.

Das dabei anfallende pulverartige bzw. granulatförmige feste Produkt wurde zur Erhöhung der Fließfähigkeit mit 0,15 Gew.% eines Fließhilfsmittels auf Basis einer gefällten Kieselsäure versetzt.

Das so hergestellte Ergänzungsmittel, dessen Partikelgröße grundsätzlich zwischen 500 &mgr;m und 2.800 &mgr;m variieren kann, wies unter den gewählten Versuchsbedingungen eine Partikelgröße zwischen 600 und 850 &mgr;m auf.

Zur Messung der Pansenstabilität der zuvor beschriebenen Ergänzungsmittel 1 und 2 wurde die kumulative Gasbildung nach dem Hohenheimer-Futterwert-Test (HFT) gemessen, wobei dieser Test von Steingass und Menke, 1980, Kraftfutter, Band 63, S. 534 ff. im Detail beschrieben ist. Das Ergebnis der kumulativen Gasbildung nach dem Hohenheimer-Futterwert-Test (HFT) in ml/200 mg Trockenmasse über einen Zeitraum von 4 Stunden bis 72 Stunden ist in der nachfolgenden Tabelle angegeben.

Um die Verdaulichkeit der Ergänzungsmittel 1 und 2 an Milchkühen zu überprüfen, wurde folgender Versuch durchgeführt.

Die Verdaulichkeit wurde mit jedem der beiden Ergänzungsmittel in zwei Versuchen mit jeweils 5 hochleistenden Milchkühen in gleichem Leistungsniveau und Laktationsstadium überprüft. Hierfür wurden 15 Kühe jeweils auf drei Gruppen zu je fünf Tieren aufgeteilt. Die Kontrollgruppe (5 Kühe) erhielt ein der Leistung angepaßtes Futter aus Grassilage und Maissilage, welche mit Mineralfutter, Einweißergänzungsfutter und Propylenglykol ausgeglichen war. Die beiden Versuchsgruppen (jeweils 5 Kühe) erhielten zusätzlich noch 600 g des zuvor beschriebenen Ergänzungsmittels 1 oder des zuvor beschriebenen Ergänzungsmittels 2 je Tier und Tag. Nach einer Adaptionsphase von zwei Wochen wurde über einen Zeitraum von sieben Tagen die Futteraufnahme und die Kotausscheidung gemessen und in den aliquoten Proben wurden die Nährstoffgehalte analysiert. Die Ergebnisse dieser Verdaulichkeitsprüfung sind in der nachfolgenden Tabelle wiedergegeben.

Die vorstehende Tabelle belegt, daß die Verdaulichkeit der beiden Ergänzungsmittel bei 82,17 % (Ergänzungsmittel 1) und 84,17 % (Ergänzungsmittel 2) liegt und daß die Fettaufnahme bei Fütterung unter Zusatz des Ergänzungsmittels deutlich verbessert ist.


Anspruch[de]
Ergänzungsmittel als Zusatz zum Futter von Tieren, insbesondere zum Futter von Wiederkäuern und vorzugsweise als Zusatz zum Futter von Rindern, Kühen, Milchkühen, Ziegen und Schafen, dadurch gekennzeichnet, daß das Ergänzungsmittel eine homogene, pulverförmige Zusammensetzung aus mindestens einem, bei Raumtemperatur festen und pansenstabilen Fett und mindestens einer Stärke ist, wobei die homogene Zusammensetzung eine solche Matrixstruktur aufweist, bei der die Stärkepartikel in dem mindestens einen Fett gleichmäßig dispergiert sind. Ergänzungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ergänzungsmittel eine kumulative Gasbildung, bestimmt nach dem Hohenheimer-Futterwert-Test, über einen Meßzeitraum von bis zu 72 Stunden von weniger als 20 ml Gas pro 200 mg Trockenmasse aufweist. Ergänzungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ergänzungsmittel eine kumulative Gasbildung, bestimmt nach dem Hohenheimer-Futterwert-Test, über einen Meßzeitraum von bis zu 24 Stunden von 0,1 bis 5 ml Gas pro 200 mg Trockenmasse aufweist. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens eine Fett einen Schmelzpunkt zwischen 40 °C und 80 °C aufweist. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fett eine Fettsäure, ein Fettsäuresalz, insbesondere ein Alkali- oder Erdalkali-Fettsäuresalz, ein fraktioniertes Fett und/oder ein gehärtetes Fett ist. Ergänzungsmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Fett ein Fettsäuregemisch ist, wobei die Fettsäuren des Gemisches überwiegend eine C14-C20-Kohlenstoffkette besitzen. Ergänzungsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Fettsäuregemisch mindestens 45 Gew.% und insbesondere mindestens 70 Gew.% Palmitinsäure und mindestens 5 Gew.% Stearinsäure, bezogen auf die Masse des Fettsäuregemisches, enthält. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fett eine überwiegend gesättigte Kohlenstoffkette aufweist und daß der Anteil der ungesättigten Kohlenstoffketten in dem Fett kleiner als 15 Gew.%, bezogen auf die Masse des Fettes, beträgt. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fett überwiegend eine lineare Kohlenstoffkette besitzt. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Ergänzungsmittel als Stärke Getreidestärke, insbesondere Weizen-, Hafer-, Roggen-, Gerste-, Tritikale-, Dinkel- und/oder Maisstärke, enthalten ist. Ergänzungsmittel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Getreidestärke zumindest teilweise entölt und/oder entkeimt ist. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ergänzungsmittel als Getreidestärke Maisstärke und/oder Weizenstärke aufweist, die als entkeimtes Maismehl und/oder als entkeimtes Weizenmehl homogen in der Fettmatrix vorliegt. Ergänzungsmittel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Mehl eine Korngröße zwischen 20 &mgr;m und 400 &mgr;m besitzt. Ergänzungsmittel nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das entölte Mehl einen Fettgehalt von weniger als 3 Gew.% Fett aufweist. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die homogene, pulverförmige Zusammensetzung eine solche Matrixstruktur aufweist, bei der die Stärke homogen in der Fettmatrix verteilt und mit einer durchgehenden Fettbeschichtung versehen ist. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung zwischen 50 Gew.% und 99 Gew.% Fett und zwischen 50 Gew.% und 1 Gew.% Stärke aufweist. Ergänzungsmittel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung zwischen 75 Gew.% und 90 Gew.% Fett und zwischen 10 Gew.% und 20 Gew.% Stärke und zwischen 0,5 Gew.% und 5 Gew.% sonstige Zusätze aufweist. Ergänzungsmittel nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß als sonstige Zusätze in dem Ergänzungsmittel mindestens ein Emulgator, ein Fließhilfsmittel, ein Stabilisator und/oder ein veterinärmedizinischer Zusatz enthalten ist. Ergänzungsmittel nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Ergänzungsmittel als Emulgator ein Lecithin, vorzugsweise in einer Konzentration zwischen 0,1 Gew.% und 2 Gew.%, als Fließhilfsmittel ein Kieselsäurederivat, vorzugsweise in einer Konzentration zwischen 0,1 Gew.% und 2 Gew.%, und als Stabilisator ein Erdalkalisalz der Propionsäure, vorzugsweise in einer Konzentration zwischen 0,1 Gew.% und 3 Gew.%, aufweist. Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es in einer täglichen Konzentration zwischen 0,5 g und 3 g pro kg Lebendgewicht des zu fütternden Tieres dem üblichen Futter zugesetzt wird. Verfahren zur Herstellung des Ergänzungsmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

a) daß das mindestens eine Fett bei einer Temperatur, die zwischen 2 °C und 10 °C oberhalb der Schmelztemperatur des jeweiligen Fettes liegt, aufgeschmolzen wird,

b) daß ein Teil der Fettschmelze unter Beibehaltung der Temperatur mit der Stärke und ggf. dem mindestens einen weiteren Zusatz versetzt wird,

c) die hierdurch entstehende Mischung während 10 Minuten bis 50 Minuten mechanisch homogenisiert wird,

d) daß der homogenisierten Mischung unter Beibehaltung der Temperatur der verbleibende Teil der Fettschmelze zugesetzt wird,

e) daß sich hieran ein weiteres mechanisches Homogenisieren während 10 Minuten bis 50 Minuten anschließt und

f) daß die flüssige, homogenisierte Mischung unter Ausbildung des pulverartigen oder granulatförmigen Ergänzungsmittels in einen zwischen 5 °C und 15 °C kalten Luftstrom injiziert wird.
Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das pulverartige oder granulatförmige Ergänzungsmittel mit einem Fließhilfsmittel vermischt wird. Verfahren nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß das mechanische Homogenisieren ein Druckhomogenisieren umfaßt. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckhomogenisieren ein doppelstufiges Druckhomogenisieren ist und eine erste Homogenisationsstufe bei einem Druck zwischen 120 bar und 170 bar und eine sich hieran anschließende zweite Homogenisationsstufe bei einem Druck zwischen 10 bar und 50 bar umfaßt.






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