| Dokumentenidentifikation |
DE102005058563A1 16.05.2007 |
| Titel |
Streuanordnung |
| Anmelder |
Lehner Agrar GmbH, 89198 Westerstetten, DE |
| Erfinder |
Lehner, Manfred, 89198 Westerstetten, DE; Lehner, Helmut, 89198 Westerstetten, DE |
| Vertreter |
Weber, G., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 89073 Ulm |
| DE-Anmeldedatum |
08.12.2005 |
| DE-Aktenzeichen |
102005058563 |
| Offenlegungstag |
16.05.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
16.05.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
A01C 17/00(2006.01)A, F, I, 20051208, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
E01H 10/00(2006.01)A, L, I, 20051208, B, H, DE
E01C 19/20(2006.01)A, L, I, 20051208, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Für eine Streuanordnung mit einem Streuteller und einer Rühreinrichtung in einem über dem Streuteller angeordneten Behälter für Streugut wird vorgeschlagen zur Erkennung des Leerzustands, veränderliche Betriebskenngrößen des elektrischen Antriebsmotors der Rühreinrichtung zu erfassen und zur Entscheidung über das Auslösen eines Fehlersignals auszuwerten.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft eine Streuanordnung.
Streuanordnungen mit einer Verteileinrichtung, z. B. einem rotierenden
Streuteller, und einem über dieser angeordneten Streugutbehälter, welcher
eine der Verteileinrichtung zugewandte untere Ausfallöffnung aufweist und im
unteren Behälterbereich über der Ausfallöffnung eine von einem elektrischen
Antriebsmotor angetriebene Rühreinrichtung enthält, sind bekannt und gebräuchlich.
Um ein gleichmäßiges Bestreuen einer Fläche zu gewährleisten
ist insbesondere auch die Situation zu beachten, dass der Behälter leer ist.
Wenn der Benutzer dies erst mit Verzögerung merkt, ist u. U. nicht ohne weiteres
zu erkennen, welcher Flächenanteil nicht mehr bestreut wurde.
Aus der DE 198 15 970 A1
ist eine Verteilmaschine als Sämaschine bekannt, bei welcher ein Vorratsbehälter
ein Sichtfenster aufweist, an welchem der Füllstand optisch erkennbar ist.
Aus der DE 198 02 658 ist eine Verteilmaschine
bekannt, bei welcher das zu verteilende Material aus Vorratsbehältern über
Leitelemente auf Schleuderscheiben geleitet wird. Die Leitelemente sind für
eine optische Kontrolle, ob den Schleuderschiebern Material zugeführt wird,
mit einem durchsichtigen Fenster versehen. Es kann auch am unteren Ende der Leitelemente
ein Füllstandssensor vorgesehen sein. Die DE
197 48 838 A1 beschriebt einen Schleuderstreuer, bei welchem gleichfalls
zwischen einem Vorratsbehälter und einer Schleuderscheibe ein Zuführschacht
vorgesehen ist, welcher zumindest teilweise durchsichtig ist und einen Füllstandssensor
enthalten kann.
Die DE 86 03 425 U1
beschreibt einen Düngerstreuer mit einem trichterförmigen Vorratsbehälter,
welcher durch eine untere Ausfallöffnung Streugut in dosierter Form auf eine
Streuscheibe leitet. Oberhalb der Ausfallöffnung ist eine angetriebene Rührwelle
mit Rührorganen angeordnet. Um eine Brückenbildung des Streuguts im Behälter
zu erkennen und zu beseitigen, ist im unteren Bereich des Vorratsbehälters
oberhalb der Ausfallöffnung ein Füllstandssensor angeordnet, welcher das
Fehlen von Streugut erkennt und über einen kurzen Zeitraum einen Unwuchtrüttler
zur Lockerung des Streuguts im Vorratsbehälter in Gang setzt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf einfache
Weise den Benutzer schnell darüber zu informieren, dass kein Streugut mehr
abgegeben wird oder eine solche Störung bevorsteht.
Die Erfindung ist im unabhängigen Anspruch 1 beschrieben.
Die Erfindung macht sich zunutze, dass eine Situation, in welcher
kein Streugut abgegeben wird, typischerweise durch vollständiges Leeren des
Behälters entsteht, und detektiert das Fehlen von Streugut durch Erfassen und
Auswerten von Kenngrößen des elektrischen Antriebsmotors für die
Rühreinrichtung. Brückenbildungen des Streuguts im Behälter werden
gleichfalls zuverlässig erkannt.
Zeitveränderliche Betriebskenngrößen des elektrischen
Antriebsmotors können beispielsweise Spannung, Strom oder Drehzahl sein. Je
nach Betriebsart können einzelne Betriebskenngrößen, z. B. eine auf
einen vorgebbaren Wert eingeregelte Drehzahl des Antriebsmotors, auch als zeitlich
konstant angesehen werden.
Die Kenngrößen des Antriebsmotors sind auf einfache Weise,
insbesondere ohne zusätzliche mechanische Elemente erfassbar, vorzugsweise
in einer zur Steuerung des Antriebsmotors ohnehin bereits vorhandenen Steuereinrichtung.
In bevorzugter Ausführung sei der untere Bereich des Behälters
dadurch charakterisiert, dass eine die Rühreinrichtung noch bedeckende Menge
an Streugut maximal 10 %, insbesondere maximal 5 % des Gesamtvolumens des Streugutbehälters
einnimmt.
In vorteilhafter Ausführung ist die Drehzahl des Antriebsmotors
vorgegeben und mittels einer Steuereinrichtung, welche den Antriebsmotor ansteuert,
auf den Sollwert geregelt. Die veränderlichen Betriebskenngrößen
sind dann beispielsweise Spannung und/oder Strom bei Gleichspannungsbetrieb des
Motors, mittlere Spannung, mittlerer Strom, Frequenz, Amplitude, Pulsfolge, Pulsweite
etc. bei Ansteuerung des Motors mit Wechselspannung oder gepulster Gleichspannung.
Die Drehzahlvorgabe kann direkt oder auch über andere Größen, wie
Streubreite, Streudichte, Art des Streuguts etc. vorgegeben sein und u. U. auch
abhängig von der Fahrgeschwindigkeit eines die Streuanordnung tragenden Fahrzeugs
automatisch nachgeführt sein.
Die Möglichkeiten zur Erfassung veränderlicher Beriebskenngrößen
eines elektrischen Antriebsmotors, z. B. der genannten Betriebskenngrößen
sind aus der Steuerungstechnik elektrischer Motoren allgemein bekannt und daher
an dieser Stelle nicht in Beispielen weiter ausgeführt.
Die Auswertung der erfassten veränderlichen Betriebskenngrößen
kann analog oder digital, z. B. unter Verwendung eines programmierbaren Mikroprozessors
oder Mikrocontrollers, erfolgen. Die Mittel zur Erfassung und Auswertung der veränderlichen
Betriebskenngrößen seien allgemein unter dem Begriff der Sensoreinrichtung
zusammengefasst.
Die Kriterien für die Ableitung einer Entscheidung zur Erzeugung
können sich direkt auf die erfassten veränderlichen Betriebskenngrößen
angewandt werden und z. B. in einfacher Ausführung einen Vergleich einer solchen
Betriebskenngröße, z. B. des Motorstroms und/oder der Motorspannung, mit
einem vorgebbaren Schwellwert beinhalten. In anderer vorteilhafter Ausführung
kann die Sensoreinrichtung aus den erfassten veränderlichen Betriebskenngrößen
weitere Kenngrößen bilden und die vordefinierten Kriterien darauf oder
auf Kombinationen von direkt erfassten Betriebskenngrößen und/oder daraus
gebildeten weiteren Kenngrößen anwenden. Beispielsweise kann aus den bei
konstant gehaltener Drehzahl des Antriebsmotors veränderlichen Betriebskenngrößen
Spannung und Strom die vom Antriebsmotor aufgenommene elektrische Leistung als weitere
Kenngröße gebildet und einem Schwellwertvergleich unterzogen werden. In
anderer Ausführung kann z. B. bei im wesentlichen konstanter Spannung der Strom
und/oder die Drehzahl als zeitveränderliche Betriebskenngröße dienen.
Bei der Auswertung der erfassten zeitveränderlichen Betriebskenngrößen
des Antriebsmotors können insbesondere auch Kenngrößen der Zeitverläufe
der Betriebskenngrößen und/oder der weiteren Kenngrößen bewertet
werden.
Die Kriterien für die Entscheidung zur Erzeugung eines Fehlersignals
können unter Berücksichtigung weiterer Parameter automatisch anpassbar
sein. Insbesondere können Schwellwerte von solchen weiteren Parametern abhängen.
Beispielsweise kann ein Schwellwert für den Motorstrom oder die Motorleistung
von einem durch den Benutzer vorgebbaren Sollwert für die Drehzahl des Antriebsmotors
abhängig sein. Der Sollwert kann als Drehzahlwert direkt oder indirekt, z.
B. durch Vorwahl einer Streubreite, Streudichte oder Art des Streuguts vorgebbar
sein. In anderer Ausführung können die Kriterien an die Art des Streuguts,
welches hierfür z. B. in mehrere Klassen einteilbar ist, angepasst werden.
In bevorzugter Ausführung ist der Wert der für den Vergleich herangezogenen
Kenngröße (Betriebskenngröße oder abgeleitete weitere Kenngröße)
nur im Bereich um den Schwellwert von Bedeutung, so dass eine Bestimmung des entsprechenden
Werts bei vollem Behälter nicht relevant ist. Im Gegensatz zu der
DE 103 35 764 A1, wo der Rührwiderstand
als ein Maß für die Konsistenz des Streuguts ausgewertet und zur Einstellung
der Drehzahl einer Streuscheibe und anderer Parameter herangezogen wird und daher
eine gleichmäßige Streugutfüllung um die Rühreinrichtung voraussetzt,
ist der konkrete Wert des Rührwiderstands bei einem Schwellwertvergleich nach
der vorliegenden Erfindung unbeachtlich. Von Bedeutung ist primär der Vergleich
mit einem Leerzustands-Schwellwert.
In vorteilhafter Weiterbildung können die Kriterien selbstlernend
durch die Sensoreinrichtung oder eine mit dieser verbundene Steuereinrichtung festgelegt
werden. Beispielsweise kann zu Beginn eines Streuvorgangs bei hinreichend gefülltem
Behälter die Sensoreinrichtung Werte der veränderlichen Betriebskenngrößen
für ordnungsgemäßen Betrieb erfassen und aus diesen Werten selbsttätig
Kriterien, insbesondere Schwellwerte für die Feststellung eines Fehlerzustands,
z. B. eines leeren Behälters herleiten. Insbesondere kann auch vorgesehen sein,
dass die fortlaufende Erfassung der veränderlichen Betriebskenngrößen
zur adaptiven Nachführung der Kriterien, insbesondere von Schwellwerten für
Betriebskenngrößen und/oder für weitere Kenngrößen herangezogen
wird. Beispielsweise kann sich die vom Antriebsmotor aufgenommene elektrische Leistung
ausgehend von einem vollen Behälter mit abnehmender Behälterfüllung
allmählich verringern, ohne dass ein Fehlerzustand im Behälter vorliegt,
und erst bei sehr geringen Restmengen von Streugut schneller abfallen. Eine adaptive
Nachführung von Kriterien kann in solchen Fällen ein zu frühes oder
zu spätes Fehlersignal verhindern. Nach kurzzeitigen Unterbrechungen des Streuvorgangs,
z. B. bei einem Wendevorgang an einem Feldrand können die zuvor geltenden Werte
vorteilhafterweise aufgegriffen und weiterverwendet werden.
Bei einem Schwellwertvergleich als Kriterium für die Entscheidung
über die Erzeugung eines Fehlersignals ist vorteilhafterweise ein erster Schwellwert,
bei welchem das Fehlersignal erzeugt, und ein zweiter Schwellwert, bei welchem das
Fehlersignal wieder gelöscht wird, nach Art einer Schalthysterese vorgegeben.
Beispielsweise wird, wenn die vom Antriebsmotor aufgenommene Leistung unter einem
ersten niedrigeren Schwellwert sinkt, weil der Behälter leer ist, ein Fehlersignal
erzeugt. Beim Überschreiten eines zweiten höheren Schwellwerts, wenn die
Leistungsaufnahme nach Nachfüllen wieder steigt, erlischt das Fehlersignal.
In anderer vorteilhafter Ausführung kann ein weiterer Schwellwert
vorgesehen sein, welcher früher als der erste Schwellwert erreicht wird und
dessen Erreichen ein Warnsignal auslöst, um dem Benutzer auf einen kurz bevorstehenden
Leerzustand noch vor dem Erzeugen des Fehlersignals hinzuweisen.
Die Verteileinrichtung ist vorzugsweise ein um eine aufrechte zumindest
annähernd vertikale Achse rotierend angetriebener Streuteller. In erster vorteilhafter
Ausführungsform ist die Rühreinrichtung getrennt von der Verteileinrichtung
angetrieben. Die Antriebsachse der Rühreinrichtung kann insbesondere horizontal
ausgerichtet sein.
In anderer vorteilhafter Ausführungsform kann
die Antriebsachse der Rühreinrichtung zumindest annähernd vertikal verlaufen.
Bevorzugterweise fällt dann die Antriebsachse der Rühreinrichtung mit
der Rotationsachse des Streutellers zusammen und die Rühreinrichtung und der
Streuteller sind auf einer gemeinsamen, gegebenenfalls in axialer Richtung teilbaren
Antriebswelle angeordnet und durch einen gemeinsamen Antriebsmotor angetrieben.
Das Fehlersignal kann dem Benutzer vorteilhafterweise akustisch und/oder
insbesondere optisch zur Anzeige gebracht werden.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf die Abbildungen noch eingehend veranschaulicht. Dabei zeigt:
1 eine erste Ausführung einer Streuanordnung,
2 eine weitere Ausführung einer Streuanordnung,
3 Zeitverläufe einer Kenngröße.
In 1 ist schematisch eine Streuanordnung
skizziert, welche einem Behälter BE für Streugut SG enthält. Der
Behälter weist vorteilhafterweise eine nach unten verjüngte Behälterwand
BW auf und ist durch eine Bodenplatte BP abgeschlossen. In der Bodenplatte ist eine
Ausfallöffnung AO vorgesehen, deren Weite durch einen verstellbaren Dosierschieber
DS einstellbar ist. Unterhalb der Ausfallöffnung AO ist ein Streuteller ST
angeordnet, welcher mittels eines Tellermotors TM um eine aufrechte, im wesentlichen
vertikale Rotationsachse RA rotierend antreibbar ist.
Im unteren Bereich des Behälters BE über der Ausfallöffnung
AO ist eine Rühreinrichtung REH angeordnet, welche mittels eines Antriebsmotors
AM um eine im wesentlichen horizontale Drehachse DA antreibbar ist. Anstelle einer
kontinuierlich um eine Drehachse DA drehbaren Rühreinrichtung kann auch eine
durch den Antriebsmotor oszillierend bewegte Rühreinrichtung vorgesehen sein.
Der Behälter ist vorteilhafterweise lösbar an einem nicht
eingezeichneten Fahrzeug befestigt, aus dessen Bordnetz vorteilhafterweise auch
die Motoren AM, TM und gegebenenfalls andere elektrische Verbraucher gespeist sind.
Vorteilhafterweise in Sichtweite und Reichweite des Fahrers des Fahrzeugs ist eine
Steuereinrichtung SE angeordnet, welche insbesondere Anzeigeelemente und Bedienelemente
enthalten kann. Die Steuereinrichtung kann über Signalleitungen und gegebenenfalls
auch Versorgungsleitungen mit elektrischen Einrichtungen, insbesondere den Motoren
AM und TM sowie Sensoren, z. B. für Motordrehzahlen, für die Stellung
des Dosierschiebers usw. auf Seiten des Behälters verbunden sein. In der Steuereinrichtung
können durch den Benutzer verschiedene Parameter eingegeben werden, wie z.
B. Art des Streuguts, gewünschte Streubreite oder Streudichte, Drehzahl et.
Eine derartige Streuanordnung ist an sich bekannt.
Wesentlich für die vorliegende Erfindung ist eine Sensoreinrichtung
SS, welche vorzugsweise zumindest teilweise in die Steuereinrichtung integriert
sein kann und veränderliche Betriebskenngrößen des elektrischen Antriebsmotors
AM der Rühreinrichtung REH erfasst.
Solche veränderlichen Betriebskenngrößen können
beispielsweise Spannung, Strom, Drehzahl des Antriebsmotors sein. In vorteilhaftem
Beispiel kann die Drehzahl des Antriebsmotors AM vorgegeben sein. Die Vorgabe kann
durch den Benutzer direkt als Rührdrehzahl erfolgen oder in der Steuereinrichtung
aus anderen Benutzereingaben, wie z. B. Art des Streuguts, Streubreite etc. hergeleitet
sein. Veränderliche Betriebskenngrößen sind dann z. B. Motorstrom
und Motorspannung des Antriebsmotors AM. Aus diesen Betriebskenngrößen
kann vorteilhafterweise die vom Antriebsmotor aufgenommene elektrische Leistung
als weitere Kenngröße gebildet werden.
Für den Leerlaufbetrieb des Antriebsmotors AM, d. h. bei leerem
Behälter BE, sind die drehzahlabhängigen Werte für die Betriebskenngrößen
Strom und Spannung bzw. die Leistung als weitere Kenngröße, z. B. durch
einmalige Messung bekannt. Bei befülltem Behälter hängt die aufgenommene
elektrische Leistung nicht nur von der Drehzahl des Antriebsmotors sondern insbesondere
auch noch von der Beschaffenheit des Streuguts, z. B. Art des Streuguts ab. Auch
hierzu können Werte durch vorausgehende Kalibriermessungen bestimmt werden
und vorbekannt sein. Die Kriterien zur Entscheidung über die Erzeugung eines
Fehlersignals können die Art des Streuguts mit berücksichtigen oder in
anderer, einfacher Ausführung auf das Streugut mit dem geringsten Rührwiderstand
und somit der geringsten Leistungsaufnahme im Rührbetrieb abgestimmt sein.
Die veränderlichen Betriebskenngrößen des Antriebsmotors,
z. B. Strom und/oder Spannung werden vorzugsweise durch in die Steuereinrichtung
integrierte Mittel der Sensoreinrichtung erfasst. Es können aber zur Erfassung
von Betriebskenngrößen auch Mittel der Sensoreinrichtung außerhalb
der Steuereinrichtung SE, beispielsweise beim Antriebsmotor AM angeordnet sein.
Welche Betriebskenngrößen erfasst und auf welche Betriebskenngrößen
oder weitere Kenngrößen die Kriterien zur Entscheidung über die Erzeugung
eines Fehlersignals angewandt werden, kann von den Gegebenheiten des Einzelfalls
abhängig gemacht werden. Anstelle des genannten Beispiels mit der Bestimmung
der aufgenommenen elektrischen Leistung kann u. U. auch eine oder beide der Betriebskenngrößen
Spannung und Strom direkt einem Schwellwertvergleich unterzogen werden.
Im Unterschied zu der Streuanordnung der 1
ist bei den Streuanordnungen nach 2(A) und 2(B)
eine Rühreinrichtung REV bzw. REZ mit im wesentlichen vertikaler Drehachse
GA bzw. DV vorgesehen. Die Drehachse GA der Rühreinrichtung REV nach
2(A) fällt mit der Rotationsachse des Streutellers ST zusammen
und Streuteller ST und Rühreinrichtung REV sind über eine gemeinsame Welle
durch einen gemeinsamen Antriebsmotor GM angetrieben.
Bei der Ausführung nach 2(B) ist eine Rühreinrichtung
REZ über eine durch den Behälter geführte vertikale Rührwelle
RWZ mittels eines im oberen Bereich des Behälters oder im Bereich dessen oberer
Öffnung angeordneten Antriebsmotors AH um eine vertikale Achse DV gedreht.
Zusätzlich zu der im unteren Behälterbereich angeordneten Rühreinrichtung
REZ können weitere Rührarme REA mit der Rührwelle RWZ verbunden sein.
Auch solche Streuanordnungen sind ist an sich bekannt. Die Ausführungen
zu der erfindungsgemäßen Erweiterung einer an sich bekannten Anordnung
nach 1 durch die Sensoreinrichtung gelten für
die Anordnungen nach 2 mit Erfassung und Auswertung
von veränderlichen Betriebskenngrößen des Antriebsmotors GM bzw.
AH analog und sind daher nicht wiederholt. Auf die vorangegangenen Ausführungen
wird Bezug genommen und verwiesen.
Die Drehachse der Rühreinrichtung kann auch verschiedene andere
Ausrichtungen aufweisen, also insbesondere auch schräg ausgerichtet sein.
In 3 sind zur weiteren Veranschaulichung der Auswertung
der Betriebskenngrößen oder weiteren Kenngrößen verschiedene
Zeitverläufe solcher Kenngrößen als Diagramme des Verlaufs einer
Kenngröße K, welche z. B. die Leistung P, die Spannung U, der Strom I
usw. sein kann, über der Zeit t aufgetragen. Anstelle der Zeit t kann die Variable
der horizontalen Diagrammachse auch als Füllgrad des Behälters angenommen
werden.
3(A) zeigt einen Vergleich des Zeitverlaufs einer Kenngröße
K (t) für zwei verschiedene Arten von Streugut SG1 und SG2 bei für beide
Arten gleich angenommener und konstant geregelter Drehzahl der Rühreinrichtung.
Zu einem Zeitpunkt tvoll weise die Kenngröße K bei mit Streugut SG1 gefülltem
Behälter den Wert KN1 auf, welcher beim Streubetrieb mit allmählich abnehmendem
Füllgrad des Behälters als weitgehend konstant, d. h. vom Füllgrad
unabhängig angenommen sei. Wenn zu einem Zeitpunkt trest nur noch eine geringe
Restmenge von Streugut im Behälter ist, nimmt der Rührwiderstand und mit
diesem die Kenngröße K, z. B. die elektrische Leistungsaufnahme schnell
ab und erreicht zu einem Zeitpunkt tleer bei leerem Behälter einen Minimumwert
KL der Kenngröße K.
Eine zweite Art von Streugut SG2 setze der Rühreinrichtung bei
gleicher Drehzahl einen wesentlich höheren Widerstand entgegen, so dass bei
mit Streugut SG2 gefülltem Behälter die Kenngröße K einen entsprechend
höheren Wert KN2 annimmt. Auch für das Streugut SG2 sei ein weitgehend
konstanter Wert der Kenngröße K bis zu einer Restmenge im Behälter
und danach ein schneller Rückgang auf den Wert KL bei leerem Behälter
angenommen.
Durch Vorgabe eines ersten Schwellwerts KSL für die Kenngröße
K, welcher höher liegt als der Kenngrößenwert KL für den Leerzustand
des Behälters aber tiefer als der Kenngrößenwert KN1 bei mit dem
Streugut SG1 gefülltem Behälter, und durch fortlaufenden Vergleich des
aktuellen Kenngrößenwerts K mit dem ersten Schwellwert KSL kann zu einem
Zeitpunkt ts, zu welchem der Behälter fast leer ist, eine Unterschreitung des
Schwellwerts (Kreis) in der Sensoreinrichtung detektiert und ein Fehlersignal als
Hinweis auf den Leerzustand erzeugt und dem Benutzer akustisch und/oder optisch
zur Anzeige gebracht werden.
Der Schwellwert KSL kann in vorteilhafter einfacher Ausführung
unabhängig von der Art des Streuguts so gewählt werden, dass einerseits
bei leerem Behälter eine Schwellwertunterschreitung zuverlässig detektiert
werden kann und dass andererseits bei dem Streugut mit geringstem Rührwiderstand,
z. B. Streugut SG1 im regulären Betrieb bis t rest keine Schwellwertunterschreitung
auftritt. Für das Streugut SG2 mit dem höheren Rührwiderstand tritt
dann die Detektion der Schwellwertunterschreitung typischerweise später bzw.
bei geringerem Füllstand auf. In anderer Ausführung kann der erste Schwellwert
KSL von der Art des Streuguts abhängig vorgegeben oder auch automatisch in
der Sensoreinrichtung bestimmt werden, z. B. als prozentualer Teil von beispielsweise
30 % der Differenz des Anfangswerts KN1 bzw. KN2 gegen den Minimumwert KL, also
beispielsweise zu KSL = KL + 0,3 (KN1 (bzw. KN2) – KL).
Das erzeugte Fehlersignal kann nach dem erstmaligen Auftreten so lange
als Leerzustandsanzeige gehalten werden, bis nach Wiederbefüllen des Behälters
die Kenngröße K einen zweiten, höheren Schwellwert KSH, welcher aber
noch hinreichend deutlich unter KN1 liegt, überschreitet (Quadrat in
3(A)), woraufhin das Fehlersignal gelöscht wird und
die Leerzustandsanzeige erlischt. Die Vorgabe eines ersten niedrigeren Schwellwerts
und eines zweiten höheren Schwellwerts wirkt für das Fehlersignal als
eine Schalthysterese. Bei Vorgabe nur eines Schwellwerts kann es insbesondere zwischen
trest und tleer in der Umgebung von ts durch Fluktuationen der Kenngröße
K zu einem Flackern einer optischen Anzeige oder einem unterbrochenen Signalton
kommen, was aber auch beabsichtigt eingesetzt werden kann, um die besondere Aufmerksamkeit
des Benutzers zu erregen.
Die Erzeugung eines Fehlersignals kann zeitlich verzögert sein,
indem z. B. erst dann ein Fehlersignal an den Benutzer ausgegeben wird, wenn über
ein Zeitintervall von z. B. wenigen Sekunden eine dauerhafte Schwellwertunterschreitung
detektiert wird, oder wenn bei Schwellwertabfragen in diskreten Zeitschritten alle
oder eine vorgebbare Mindestzahl von Abfragen in einem vorgegebenen Zeitintervall
Schwellwertunterschreitungen ergeben.
In 3(B) sind zwei Zeitverläufe einer
Kenngröße K für zwei verschiedene Drehzahlen U1, U2 des Antriebsmotors
der Rühreinrichtung skizziert. Die Werte der Kenngröße können
sehr stark mit der Drehzahl variieren, so dass der Leerlauf KL2 bei t leer für
eine hohe Drehzahl n2 wesentlich größer sein kann als der Anfangswert
KN1 bei niedrigerer Drehzahl n1. Der Anfangswert KN2 bei der Drehzahl n2 liegt höher
als KN1 und KL2, der Leerlaufwert KL1 bei der Drehzahl n1 liegt tiefer als KN1 und
KL2. Der Schwellwert für die Kenngröße K ist dann frequenzabhängig
zu wählen, wie z. B. eingetragen als Schwellwert KS1 zur Drehzahl n1 und KS2
zur Drehzahl n2. Bei selbsttätiger Schwellwertsetzung durch die Sensoreinrichtung
müssen die drehzahlabhängig unterschiedlichen Leerlaufwerte KL1 bzw. KL2
berücksichtigt werden.
3(C) zeigt ein Beispiel für die Abhängigkeit
eines Leerlaufwerts KL einer Kenngröße von der Drehzahl n und einen dementsprechend
von der Drehzahl n abhängigen Verlauf eines Schwellwerts KS.
Die vorstehend und die in den Ansprüchen angegebenen sowie die
den Abbildungen entnehmbaren Merkmale sind sowohl einzeln als auch in verschiedener
Kombination vorteilhaft realisierbar. Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen
Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern im Rahmen fachmännischen
Könnens in mancherlei Weise abwandelbar. Insbesondere kann durch Mittelwertbildung,
Zeitverzögerung usw. eine Fehlersignalmeldung durch kurze, zufällige Schwellwertunterschreitungen,
z. B. bedingt durch Erschütterungen im Fahrbetrieb vermieden werden.
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| Anspruch[de] |
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Streuanordnung mit einer Verteileinrichtung und einem über dieser
angeordneten Streugutbehälter, welcher eine der Verteileinrichtungen zugewandte
untere Ausfallöffnung aufweist und im unteren Bereich über der Ausfallöffnung
eine von einem elektrischen Antriebsmotor angetriebene Rühreinrichtung enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoreinrichtung eine oder mehrere veränderliche
elektrische Betriebskenngrößen des Antriebsmotors der Rühreinrichtung
erfasst und aus diesen oder daraus gebildeten weiteren Kenngrößen durch
Vergleich mit einem oder mehreren vorgebbaren Kriterien eine Entscheidung über
die Erzeugung eines Fehlersignals, welches das Fehlen von Streugut im unteren Behälterbereich
signalisiert, ableitet.
Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schwellwertunterschreitung
oder eine Schwellwertüberschreitung ein vorgebbares Kriterium bildet.
Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine für
einen Vergleich herangezogene Kenngröße einen Wert für den Zustand
des leeren Behälters besitzt und der Schwellwert von diesem Wert um wenigstens
30 % verschieden ist.
Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass für den Antriebsmotor ein Drehzahlwert vorgebbar ist.
Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein
Vergleichskriterium von dem vorgebbaren Drehzahlwert abhängig ist.
Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch
Strom und/oder Spannung des Antriebsmotors als erfasste Betriebskenngröße.
Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass ein zweites Kriterium ein Zeitfenster für ein erstes Kriterium bildet.
Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fehlersignal
erst erzeugt wird, wenn eine Schwellwertunterschreitung oder Schwellwertüberschreitung
als erstes Kriterium für eine Mindestdauer als zweitem Kriterium erfüllt
ist.
Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das Fehlersignal an den Benutzer optisch und/oder akustisch ausgegeben wird.
Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in Sicht- und
Reichweite eines Fahrers auf einem den Streubehälter tragenden Fahrzeug eine
Bedieneinrichtung angebracht ist und das Fehlersignal auf der Bedieneinrichtung
angezeigt wird.
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