Erfindungsgebiet
Die Erfindung betrifft die Konstruktion eines Multifunktionsmesswerkzeugs
zur mechanischen Messung der Länge, der Winkel, der Flächenrechtwinkligkeit,
oder zur Zeichnung von Kreislinien und ist sowohl für Zimmerleute, Tischler,
Glaser, Maler, Maurer und andere Handwerker als auch zur Verwendung in Werkstätten,
bei Instandhaltungsarbeiten und für Bastler bestimmt.
Stand der Technik
Gegenwärtig werden zur mechanischen Messung der Länge, der
Winkel oder der Flächenrechtwinkligkeit verschiedene Lineale, Winkelmesser,
Reißschienen oder Mehrzweckvorrichtungen verwendet, die eine Messung mit einer
höheren oder geringeren Genauigkeit ermöglichen. Es handelt sich dabei
sowohl um Einzweck- als auch um Mehrzweckmesswerkzeuge, die aus den verschiedensten
Materialien, wie Holz, Metalle und deren Legierungen sowie aus Kunststoffen, hergestellt
werden und mit deren Hilfe der Verwender mehr oder weniger bequem das erforderliche
Maß feststellen kann.
Neben anderen Lösungen ist eine Lösung aus der Patentschrift
CZ 279 352 bekannt, in der die Konstruktion
eines universalen Winkelmessers offenbart ist, der aus einer Halbkreis-Winkelmessscheibe
besteht, die mit ihrem Halbmesser an einem festen Winkelmessarm kippbar befestigt
ist und an deren Mitte ein zweiter, mit einem Ableseindex versehener Winkelmessarm
drehbar angebracht ist. Es handelt sich hierbei um einen eher komplizierten Messmechanismus,
der lediglich zur Vermessung der Winkel, nicht jedoch zu deren Gestaltung dient,
und der außerdem mit zwei zusätzlichen Parallelogrammen zum Abheben der
Messarme von der Winkelmessscheibe versehen ist. Der Nachteil dieses Messmechanismus
besteht darin, dass dieser nur die Vermessung von Innenwinkeln im Intervall von
0° bis 180° ermöglicht, wobei die Winkel von 0° und 180°
sowie die nahe an diese grenzenden Winkel aus Konstruktionsgründen nicht gemessen
werden können.
Bekannt ist ebenfalls die Lösung gemäß der Patentschrift
GB 2 352 039, die eine Vorrichtung zur gleichzeitigen
Messung von zwei Maßen betrifft. Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung,
die aus zwei Linealen mit Rechteckquerschnitt mit einer mittigen Längsöffnung
besteht, die durch ein mit einer Winkelmessscheibe versehenes Gelenk miteinander
verbunden sind. Beide Lineale können so eingestellt werden, dass nicht nur
ein Winkel zwischen zwei Armen, sondern zugleich auch deren Länge gemessen
werden kann. Nachteilig ist bei dieser Lösung, dass die Grundflächen der
Lineale nicht in gleicher Ebene liegen, denn die Vorrichtung ist nur zur Winkelmessung,
nicht jedoch zur Winkelbildung bestimmt, und das mittige Festziehgelenk ist mit
keinerlei Indexierungseinrichtung zum sprungartigen Einstellen der Lineale zu den
gewählten Winkeln versehen.
Gegenstand der veröffentlichen Patentanmeldung US 2003/0074800
ist die Konstruktion eines ausziehbaren Lineals mit Lagenfixierung des ausziehbaren
Teils. Das Grundelement der Konstruktion ist ein Lineal mit beiderseitiger Skala,
das an der unteren Seite mit einer T-förmigen Führungsrille für ein
schmaleres Lineal mit einem Rechteckquerschnitt versehen ist. Dieses Innenlineal
kann aus dem Grundlineal stets um einen bestimmten Schritt ausgeschoben werden,
dessen Größe durch den Abstand der im Grundlineal gebildeten Öffnungen
bestimmt ist. Das Ausziehlineal wird in der gewünschten Lage mittels eines
abgefederten Zapfens fixiert, der in die Öffnungen des Grundlineals einschnappt.
Ein Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass sie nur der einfachen Verlängerung
der Messskala des Grundlineals dient, wobei die Ableseskala nicht in einer Geraden
mit der Skala des Grundlineals liegt, wodurch die Messgenauigkeit beeinflusst wird.
Bekannt ist ebenfalls die Lösung einer Winkelmessvorrichtung
mit einem Gliedermaßstab gemäß der Patentschrift DE
195 34 059, die eine Einzweckergänzung betrifft, die eine Winkelmessung
mit Hilfe eines Gliedermaßstabs und die Arretierung des erforderlichen Winkels
möglich macht. Nachteilig wirkt sich bei dieser Lösung aus, dass das Drehgelenk
zur Winkelbestimmung mit keinerlei Indexierungsvorrichtung für eine sprungartige
Winkeleinstellung versehen ist.
Ein gemeinsamer Nachteil aller bekannten Lösungen besteht darin,
dass sie keine komplexe Verwendung ermöglichen, d. h., dass es dabei nicht
möglich ist, nach einer einfachen, operativen Umstellung oder einem Austausch
der Konstruktionselemente die Länge, die Winkel und die Flächenrechtwinkligkeit
genau zu messen und Winkel genau zu bilden oder Kreise genau zu zeichnen.
Zusammenfassung der Erfindung
Die aufgezählten Nachteile vermindert in einem bedeutenden Maß
das Multifunktionsmesswerkzeug gemäß der Erfindung zur mechanischen Messung
der Länge, der Winkel, der Flächenrechtwinkligkeit oder zur Zeichnung
von Kreislinien, wobei dieses Werkzeug aus mindestens einem Lineal besteht, dessen
profilierter Körper mindestens an einem Endteil für den Anschluss eines
Gegenstücks hergerichtet ist. Die Erfindung besteht darin, dass in einem mittleren
Teil der unteren Grundfläche des Körpers des Lineals eine längsverlaufende,
schwalbenschwanzförmige, innere Führungsnut gebildet
ist, wobei in der Nähe mindestens eines Stirnendes des Lineals in der oberen
Grundfläche des Körpers mindestens eine Fixierungsöffnung zum Einschnappen
eines Sicherungszapfens eines Verbindungsstücks oder von in die innere Führungsnut
eingeschobenen und in die Endlage versetzten Verbindungsstückteile eines Drehgelenks
gebildet ist.
Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht darin, dass an der oberen
Grundfläche des Körpers, gleichlaufend mit der inneren Führungsnut,
seitlich längsverlaufende, schwalbenschwanzförmige, äußere Führungsnuten
zum Aufschieben eines ggfs. durch einen Bleistifthalter ergänzten Griffs gebildet
sind und dass das Verbindungsstück aus einer flachen Platte, deren Form und
Außenmaße den Maßen der inneren Führungsnut des Lineals entsprechen,
gebildet und mit mindestens zwei Sicherungszapfen versehen ist, die im Verbindungsstück
in Bezug zur oberen Fläche der Platte senkrecht ausziehbar gelagert sind.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist die untere
Seite der Platte mit Aussparungen versehen, die mit der oberen Seite der Platte
durch Führungsöffnungen, deren Größe im Wesentlichen der Größe
der Fixierungsöffnungen des Lineals entspricht, verbunden sind. In den Aussparungen
sind Sicherungszapfen angebracht, die mit auf den die Aussparungen verschließenden
Stützen gelagerten Blattfedern fest verbunden sind, wobei der Durchmesser der
Sicherungszapfen eine gleitende Lagerung dieser Sicherungszapfen in den Führungsöffnungen
ermöglicht.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung be4steht das
Drehgelenk aus einem unteren Arm und einem oberen Arm, die gegenseitig drehbar gelagert
und mittels eines mit einem abgefederten Arretierungsrädchen versehenen, zentralen
Zapfens gekoppelt sind und die ferner gegenseitig so ausgerichtet sind, dass sich
die unteren Wände beider Arme in der gleichen waagerechten Ebene befinden.
Als vorteilhaft erweist sich, dass der untere Arm des Drehgelenks aus einem unteren,
tragenden Teil besteht, auf dessen einer, mit der unteren Anschlagleiste versehener
Seitenwand der erste Verbindungsstückteil gebildet ist, dessen Form und Außenmaße
den Maßen der inneren Führungsnut des Lineals entsprechen und der mit
Sicherungszapfen versehen ist, die im Bereich der Lineallängsachse eingebaut
sind. Demgegenüber ist die andere Seitenwand des unteren, tragenden Teils zum
Halbkreis geformt, und in der Mitte des unteren, tragenden Teils ist eine Verbindungsöffnung
zum Einpressen des zentralen Zapfens gebildet, wobei um die Verbindungsöffnung
auf der oberen Fläche des unteren, tragenden Teils eine untere Kreisring-Kronenverzahnung
so gebildet ist, dass ihr Umrissteil der Umfangs-Halbkreiskante des unteren, tragenden
Teils und ihre Zahnteilung dem kleinstmöglichen Schritt bei der Winkeleinstellung
der Arme entspricht. Gleichzeitig besteht der obere Arm aus einem oberen tragenden
Teil, auf dessen einer mit der oberen Anschlagleiste versehener Seitenwand der zweite
Verbindungsstückteil gebildet ist, dessen Form und Außenmaße den
Maßen der inneren Führungsnut des Lineals entsprechen und der mit Sicherungszapfen
versehen ist, die im Bereich der Lineallängsachse eingebaut sind, wobei auf
der unteren Fläche des oberen, tragenden Teils eine obere Kreisring-Kronenverzahnung
gebildet ist, die den Maßen nach mit der unteren Kreisring-Kronenverzahnung
des unteren, tragenden Teils identisch ist, während die obere Fläche des
oberen, tragenden Teils mit einer am Umkreis des Halbkreisumrisses dieses Teils
gebildeten Winkelableseskala versehen ist.
In einer vorteilhaften Ausführung besteht der Griff aus einem
Außenhandgriff und einem Innenhandgriff, die gegeneinander abgefedert gelagert
sind, wobei der Außenhandgriff in seinem unteren Teil mit Seitenklauen versehen
ist, deren Teilung und Form der Form und dem Querschnitt der äußeren Führungsnuten
des Lineals entsprechen. Optimal ist, wenn der Innenhandgriff in der Innentasche
des Außenhandgriffs gelagert ist, dieser an den Seiten der Innentasche mit
Abgrenzungsnuten und in seinem unteren Teil mit Planklauen versehen ist, wobei der
Innenhandgriff mit seitlichen Gewindeöffnungen zur Befestigung der Einstellungselemente
und im oberen Teil mit Plansenkungen für die Lagerung von Spiralfedern versehen
ist.
Im Falle des für das Zeichnen bestimmten Messwerkzeugteils besteht
der Bleistifthalter aus einem flachen Träger, der an beiden Stirnseiten mit
Plankerben, deren Form und Querschnitt den Abmessungen der Planklaue des Handgriffs
entsprechen, und an der unteren Wand mit schwalbenschwanzförmigen Führungskerben
versehen ist, deren Teilung und Form der Form und dem Querschnitt der äußeren
Führungsnuten des Lineals entsprechen, wobei der Träger in seinem mittleren
Teil mit einer Ableseöffnung versehen ist und eine seiner Seitenwände
sich beiderseitig zu Wülsten verbreitert, in denen Öffnungen zur Aufnahme
des Bleistifts gebildet sind.
Von Vorteil ist, wenn bei dem für das Zeichnen von Kreislinien
bestimmten Teil des Multifunktionswerkzeugs der Bleistifthalter aus einem Tragfuß
besteht, der zum auseinandernehmbaren Aufschieben des Verbindungsstücks oder
des Verbindungsstückteils des Drehgelenks angepasst ist und in dem der Spitzendruckknopf
gleitend gelagert ist, in dessen zentralem Kanal eine Spitze befestigt ist, wobei
die obere Lage des Spitzendruckknopfs durch ein an der unteren Seite mit einem Verblendungsdeckel
fixierten Federungselement abgegrenzt ist. Zwecks Befestigung des
Messwerkzeugs an glatten Oberflächen ist ein Haftsaugerhalter dem ausbaubaren
Aufschieben des Verbindungsstücks oder des Verbindungsstückteils des Drehgelenks
angepasst, und in ihm ist ein Haftsaugerdruckknopf, an dessen unteren Seite ein
glockenförmiger Haftsauger befestigt ist, gleitend gelagert.
Und schließlich besteht gemäß einer weiteren Ausbildung
der Erfindung die Reißschiene aus einem recheckigen, flachen Band, das in seinem
mittleren Teil mit einer Queraussparung versehen ist, in der ein Nutstein lagert,
der mit einem Längseinschnitt versehen ist, dessen Querschnitt dem Querschnitt
der inneren Führungsnut des Lineals entspricht, wobei der Nutstein in der Queraussparung
durch eine Stützplatte mit einer Arretierungsöffnung gesichert ist.
Das Multifunktionsmesswerkzeug gemäß der Erfindung erreicht
eine höhere Wirkung dadurch, dass die Konstruktion eine komplexe Vermessung
der Längen und Winkel, die Schaffung von Winkeln sowie die Zeichnung von Kreislinien
möglich macht, und zwar durch einen einfachen Austausch der einzelnen Bestandteile.
Die kompakte Verbindung der einzelnen Messwerkzeugteile ermöglicht sogar bei
einer nicht professionellen Verwendung in Haushalten oder in Werkstätten das
Erreichen einer hohen Messgenauigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Konkrete Ausführungsbeispiele des Multifunktionsmesswerkzeugs
sind in den beigefügten Zeichnungen dargestellt, in denen Folgendes gezeigt
ist:
1 eine axonometrische Ansicht eines Messwerkzeuggrundteils,
d.h. eines Lineals,
2 eine axonometrische Ansicht eines mittleren Teils
des Messwerkzeugs, der für die Längenmessung bestimmt ist und aus zwei
miteinander verbundenen Linealen besteht,
3 eine axonometrische Ansicht eines mittleren Teils
des Messwerkzeugs, der mit einem Drehgelenk versehen ist,
4 eine axonometrische Ansicht der Zusammenstellung
des Messwerkzeugs mit einem angeschlossenen Winkel,
5 eine axonometrische Ansicht der Zusammenstellung
des Messwerkzeugs mit einem über ein Drehgelenk angeschlossenen Zeichenwinkel,
6 eine axonometrische Ansicht des Messwerkzeugteils,
dessen Lineal mit einem Griff und einem Halter für einen Zimmermannsbleistift
versehen ist,
7 eine axonometrische Ansicht des Messwerkzeugdrehgelenks,
8 ein Längs-Mittelschnitt durch das Drehgelenk,
9 eine Draufsicht auf das Drehgelenk,
10 einen Querschnitt durch das Drehgelenk in der Lagerungsebene
des Sicherungszapfens, der in der heruntergedrückten Stellung gezeigt ist,
11 einen Längs-Mittelschnitt durch den unteren
Teil des Drehgelenks,
12 eine Draufsicht auf den unteren Teil des Drehgelenks,
13 einen Längs-Mittelschnitt durch den oberen
Teil des Drehgelenks,
14 eine Draufsicht auf den oberen Teil des Drehgelenks,
15 einen Längs-Achsschnitt durch ein Verbindungsstück,
16 eine Draufsicht auf das Verbindungsstück der
15,
17 einen Querschnitt durch das Verbindungsstück
der 15 in der Lagerungsebene des Sicherungszapfens,
18 einen Längs-Mittelschnitt durch einen mittleren
Teil der Reißschiene,
19 eine Draufsicht auf den mittleren Teil der Reißschiene
der 18,
20 eine axonometrische Ansicht eines Spitzenhalters,
21 einen Längs-Mittelschnitt durch den Spitzenhalter
der 20,
22 eine Draufsicht auf den Spitzenhalter der
20,
23 eine axonometrische Ansicht eines Haftsaugers,
24 einen Längs-Mittelschnitt durch den Haftsaugerhalter
der 22,
25 eine Draufsicht auf den Haftsaugerhalter
der 22,
26 eine Vorderansicht eines Griffs,
27 eine Draufsicht auf den Griff der 26,
28 eine Seitenansicht des Griffs der 26,
29 eine Vorderansicht des Griffaußenteils,
30 eine Vorderansicht des Griffinnenteils,
31 eine Draufsicht auf einen Bleistifthalter und
32 einen Längs-Mittelschnitt durch den Bleistifthalter
der 31,
Ausführungsbeispiele der Erfindung
Das grundlegende Element des Multifunktionsmesswerkzeugs ist das auf
1 gezeigte Lineal 1, das aus einem flachen,
länglichen, profilierten Körper 101 von im Wesentlichen trapezförmigem
Querschnitt gebildet ist, der beiderseitig abgeschrägt ist und sich in Richtung
von der oberen Grundfläche 102 zur unteren Grundfläche
103 erweitert. Im mittleren Teil der unteren Grundfläche
103 ist eine längsverlaufende, schwalbenschwanzförmige, innere
Führungsnut 104 gebildet, die gleichlaufend mit auf der oberen Grundfläche
102 seitlich längsverlaufenden, schwalbenschwanzförmigen, äußeren
Führungsnuten 105 gebildet ist. In der Nähe mindestens eines
Stirnendes 106 des Lineals 1 ist in der oberen Grundfläche
102 mindestens eine Fixierungsfläche 107 gebildet, welche
die Einstellung der erforderlichen Lage eines gewählten Gegenstücks, z.
B. eines Verbindungsstücks 2, einer Reißschiene 3 oder
eines Drehgelenks 4 ermöglicht. In der Nähe von Seitenkanten
108 der unteren Grundfläche 103 sind in das Profil des Körpers
101 Führungsleisten 109, vorzugsweise aus Metall, eingesetzt,
und zum anderen sind hier längsverlaufende Maßeinteilungen 110
gebildet, z. B. eingraviert oder aufgedruckt.
An das grundlegende Lineal 1 können verschiedene Hilfsmittel
oder Vorrichtungen abnehmbar angeschlossen werden, und zwar entweder direkt oder
mittels des in den 15 bis 17
gezeigten Verbindungsstücks 2. Das Verbindungsstück
2 besteht aus einer flachen Platte 201, deren Form und Außenabmessungen
den Abmessungen der inneren Führungsnut 104 des Lineals
1 entsprechen und die eine gegenseitige Gleitlagerung beider Teile
1 und 2 ermöglicht, wobei die Platte 201 an den
Seiten mit Einlaufkanten 202 versehen ist, die ein einfaches Einschieben
des Verbindungsstücks 2 in die innere Führungsnut 104
erlaubt. An der Unterseite der Platte 201 befinden sich Aussparungen
203, die mit deren Oberseite über die Führungsöffnungen
204 verbunden sind, deren Größe im Wesentlichen der Größe
der Fixierungsöffnungen 107 des Lineals 1 entspricht. In
den Aussparungen 203 sind Sicherungszapfen 205 angeordnet, die
mit Blattfedern 206 fest verbunden sind, welche ihrerseits in Stützen
207 lagern, welche die Aussparungen von unten so absperren, dass das Verbindungsstück
2 ein kompaktes Ganzes bildet. Der Durchmesser der Sicherungszapfen
205 ist so gewählt, dass er deren gleitende Lagerung in den Führungsöffnungen
204 ermöglicht, wobei der Kopf dieser Zapfen vorzugsweise linsenartig
abgerundet ist.
Mit Hilfe des Verbindungsstücks 2 kann die Reißschiene
3 an das Lineal 1 angeschlossen werden, wie in 4
gezeigt ist. Die Reißschiene 3 besteht aus einem rechteckigen, flachen
Band 301, das in seinem mittleren Teil mit einer Queraussparung
302 versehen ist, wie aus den detaillierten Ansichten in den
18 und 19 zu sehen ist.
In der Aussparung 302 lagert ein Nutstein 303, der mit einem Längseinschnitt
304 versehen ist, dessen Querschnitt dem Querschnitt der inneren Führungsnut
104 des Lineals 1 entspricht. Der Nutstein 303 ist in
der Queraussparung 302 mittels einer Stützplatte 305 gesichert,
die mit einer Arretierungsöffnung 306 versehen ist, deren Größe
so gehalten ist, dass sie für den Durchgang des Arretierungszapfens
205 des Verbindungsstücks 2 ausreicht. Der Nutstein
303 und die Stützplatte 305 sind an dem grundlegenden, flachen
Band 301 mittels versenkter Schrauben 307 abnehmbar befestigt.
Zur Messung oder zum Zeichnen von Winkeln wird an das grundlegende
Lineal 1 das Drehgelenk 4 angeschlossen, dessen Gesamtgestaltung
und dessen Einzelteile in den 7 bis 14
dargestellt sind. Das Drehgelenk 4 besteht aus einem unteren Arm
41 und einem oberen Arm 42, die gegenseitig drehbar gelagert und
mittels eines zentralen Zapfens 43 gekoppelt sind. Im oberen Teil des zentralen
Zapfens 43 ist ein Gewinde 431 eingeschnitten, auf dem ein abgefedertes
und an der Oberfläche mit einer Riffelung 441 versehenes Arretierungsrädchen
44 aufgeschraubt ist. An der unteren Stirnseite des Arretierungsrädchens
44 ist eine runde, untere Aussparung vorgenommen, in der eine Druckfeder
443 gelagert ist, und an der oberen Stirnseite des Arretierungsrädchens
44 befindet sich eine kreisförmige, obere Aussparung 444,
in welcher ein Anschlagring 445 gelagert ist, der am zentralen Zapfen
43 haftet und den oberen Hub des Arretierungsrädchens 44
begrenzt.
Der untere Arm 41 besteht aus einem flachen, unteren, tragenden
Teil 411, auf dessen einer mit einer unteren Anschlagleiste
412 versehener Seitenwand ein erster Verbindungsstückteil
413 gebildet ist. Die Form und Außenmaße des ersten Verbindungsstückteils
413 entsprechen den Maßen der inneren Führungsnut 104
des Lineals 1 und ermöglichen eine gegenseitige, gleitende Lagerung
und die Verbindung beider Teile 1 und 4, wobei der erste Verbindungsteil
413 an den Seiten so gestaltet ist, dass ein einfaches Einschieben in die
inneren Führungsnuten 104 ermöglicht wird. Der erste Verbindungsteil
413 ist dabei genau so wie das Verbindungsstück 2, also mit
Sicherungszapfen 205, ausgerüstet, die im Bereich der Längsachse
des ersten Verbindungsstückteils 413 konstruktionsmäßig
analog eingebaut sind und die gleiche Funktion ausüben. Die zweite Seitenwand
des unteren, tragenden Teils 411ist zu einem Halbkreis geformt, wie vor
allem aus 12 hervorgeht. In der Mitte des unteren,
tragenden Teils 411 ist eine Verbindungsöffnung zum Einpressen des
zentralen Zapfens 43 geschaffen. Um die Verbindungsöffnung
414 ist auf der oberen Fläche des unteren, tragenden Teils
411 eine untere Kreisring-Kronenverzahnung 415 so gebildet, dass
ihr Umrissteil der Umfangs-Halbkreiskante des unteren tragenden Teils
411 und ihre Zahnteilung dem kleinstmöglichen Schritt bei der Winkeleinstellung
der Arme 41 und 42 entspricht und in der Regel 1° beträgt.
Der obere Arm 42 des Drehgelenks 4 ist im Grunde
eine spiegelartige Ausführung des unteren Arms 41, wie vor allem aus
14 hervorgeht, und besteht aus einem oberen, tragenden
Teil 421, auf dessen einer, mit der oberen Anschlagleiste 422
versehenen Seitenwand ein zweiter Verbindungsstückteil 423 so gebildet
ist, dass beim Zusammenfügen beider Arme 41, 42 die unteren
Wände beider Verbindungsstückteile 413, 423 in der gleichen
Horizontalebene zu liegen kommen. Auf der unteren Fläche des oberen, tragenden
Teils 421 ist eine obere Kreisring-Kronenverzahnung 424 gebildet,
die den Maßen nach mit der unteren Kronenverzahnung 415 des unteren,
tragenden Teils 411 identisch ist. Der zweite Verbindungsstückteil
423 ist ebenfalls mit Sicherungszapfen 205 versehen, die eine
Verbindung mit dem Lineal 1 oder der Reißschiene 3 ermöglichen.
Schließlich ist die obere Fläche des oberen Verbindungsstückteils
421 mit einer um ihren Halbkreisumriss angebrachten Winkelableseskala
425 versehen.
Zur einfachen Handhabung der einzelnen Zusammensetzungen des Messwerkzeugs
oder des Lineals 1 kann dieses mit einem Griff 5 versehen werden,
wie in den 26 bis 30 detailliert
dargestellt ist. Der Griff 5 kann durch weitere Zusatzvorrichtungen oder
Hilfsmittel, z. B. einen in den 31 und 32
gezeigten Bleistifthalter 6, einen in den 20
bis 22 gezeigten Spitzenhalter 7 oder einen
Haftsaugerhalter 8, der in den 23 bis
25 zu sehen ist, ergänzt werden.
Der Griff 5 besteht aus einem Außenhandgriff
51, in dessen Innentasche 511 ein Innenhandgriff 52 gleitgelagert
ist. Der Außenhandgriff 51 ist an den Seiten der Innentasche
511 mit Abgrenzungsnuten 512 und in seinem unteren Teil mit Seitenklauen
513 versehen, deren Zahnteilung und Form der Form und dem Querschnitt der
äußeren Führungsnuten 105 des Lineals 1 entsprechen,
und mit vorzugsweise schwalbenschwanzförmigen Planklauen 514 ausgestattet,
die eine auseinandernehmbare Verbindung mit weiteren Hilfsmitteln schaffen. Der
Innenhandgriff 52 ist mit seitlichen Gewindeöffnungen 521
zum Anschluss der Einstellungselemente 522, z. B. mittels Stiftschrauben,
und im oberen Teil mit Plansenkungen 523 zur Lagerung von Spiralfedern
524 versehen. Beim Zusammensetzen beider Handgriffe 51,
52 werden diese gegenseitig abgefedert gelagert.
Sollen Kreislinien gezeichnet werden, wird der Griff 5 vor
dem Aufsetzen auf das Lineal 1 mit einem Bleistifthalter 6 versehen,
und zwar so, dass eine seiner Plankerben 611 auf die ausgewählte Planklaue
514 des Außenhandgriffs 51 aufgeschoben wird. Der eigentliche
Bleistifthalter 6 besteht aus einem flachen Träger 61, der
an beiden Stirnseiten mit Plankerben 611, deren Form und Querschnitt den
Abmessungen der Planklaue 514 des Griffs 5 entsprechen, und an
der unteren Wand mit schwalbenschwanzförmigen Führungskerben
612 versehen ist, deren Teilung und Form der Form und dem Querschnitt der
äußeren Führungsnuten 105 des Lineals 1 entsprechen.
Der Träger 61 ist in seinem mittleren Teil mit einer Ableseöffnung
613 versehen und an einer Seitenwand beidseitig zu Wülsten
614 erweitert, in denen Halterungsöffnungen 615 zur Aufnahme
des Bleistifts 9 gebildet sind. Der Bleistifthalter 6 kann an
beiden Seiten des Griffs 5 angebracht und zu einer beliebigen Seite des
Körpers 101 des Lineals 1 so orientiert sein, dass sich der
Bleistift an der einen oder der anderen Seite des Lineals 1 und gleichzeitig
an der einen oder der anderen Seite des Griffs 5 befindet.
Um einen festen Drehpunkt für das Zeichnen von Kreislinien oder
Bögen zu erhalten, wird ein in den 20 bis
22 gezeigter Spitzenhalter 7 an das Lineal
1 mittels des Verbindungsstücks 2 befestigt. Der Spitzenhalter
7 besteht aus einem Tragfuß 71, dessen zentraler Teil zum
ausbaubaren Aufschieben des Verbindungsstücks 2 ausgebildet ist, wobei
in ihm von unten ein Verbindungseinschnitt 72 vorgenommen ist, der mit
der entsprechend geformten, oberen Fläche über eine Abgrenzungsöffnung
73 verbunden ist. Seitlich vom Verbindungseinschnitt 72 ist ein
Spitzendruckknopf 74 im Tragfuß 71 gleitend gelagert, wobei
in einem zentralen Kanal 741 dieses Druckknopfs eine Spitze 75
befestigt ist. Die obere Stellung des Spitzendruckknopfs 74 ist durch die
Wirkung eines Federungselements 76, z. B. einer Druckfeder, abgegrenzt,
das von unten mittels eines Verblendungsdeckels 77 festgelegt
ist.
In Fällen, in denen der Spitzenhalter 7 nicht verwendet
werden kann, z. B. in Blankglasereien oder bei der Zeichnung von Kreislinien auf
harten Oberflächen, in die sich die Spitze 75 nicht einstechen lässt,
kann das Lineal 1 durch einen Haftsaugerhalter 8 ergänzt
werden, dessen Konstruktionsausführung praktisch identisch ist, mit dem Unterschied,
dass an der Unterseite des Haftsaugerdruckknopfs 81 ein glockenartiger
Haftsauger haftet, der z. B. aus Gummi gefertigt sein kann. Durch Drücken auf
den Haftsaugerdruckknopf 81 saugt sich der Haftsauger 82 an der
Oberfläche des Unterlagematerials fest, wodurch das Messwerkzeug an dem gewählten
Platz befestigt wird, und dann kann die Zeichnung von Kreislinien oder Bögen
beginnen.
Bei Längenmessungen kann entweder das Lineal 1 oder
Zusammenstellungen aus mehreren, mittels Verbindungsstücken 2 zusammengesetzten
Linealen 1 verwendet werden, wie aus der 2
hervorgeht. Die Lineale 1 können ferner mittels des Drehgelenks
4 miteinander verbunden werden, wie aus 3
hervorgeht. Das Drehgelenk 4 dient auch zum Anschluss der Reißschiene
3, wie aus 5 hervorgeht. Die Reißschiene
3 kann auch mittels des Verbindungsstücks 2 mit dem Lineal
1 direkt verbunden werden, wie in 4 gezeigt
ist, und das Lineal 1 kann mit einem Griff 5 ausgestattet werden,
der wiederum durch einen Bleistifthalter 6 ergänzt sein kann, wie
aus 6 hervorgeht. Alternativ können weitere Vorrichtungen,
wie ein Spitzenhalter 7, ein Haftsaugerhalter 8 usw., ergänzt
werden. Das Zusammensetzen und Auseinandernehmen der einzelnen Bestandteile des
Messwerkzeugs wird mit Hilfe einfacher, schwalbenschwanzförmiger Elemente vorgenommen,
wobei die gegenseitige Fixierung der Lage dieser Elemente mittels vorgespannter
Sicherungszapfen 205 geschieht.
Die dargelegten Ausführungen stellen nicht die einzigen möglichen
Konstruktionsausführungen gemäß der Erfindung dar, und es versteht
sich von selbst, dass das Design der einzelnen Bestandteile des Messwerkzeugs je
nach Verwendung verschiedener Konstruktionsmaterialien verschieden sein kann. In
ähnlicher Weise kann auch die Ausführung der elementaren Sicherungs- und
Verbindungselemente verschiedenartig sein.
Industrielle Verwendbarkeit
Das Multifunktionsmesswerkzeug gemäß der Erfindung kann
von Fachleuten verschiedener Berufe, wie Zimmerleuten, Tischlern, Glasern, Malern,
Maurern und anderen Handwerkern, als auch in Werkstätten, bei Instandhaltungsarbeiten
und von Bastlern verwendet werden.
- 1
- Lineal
- 101
- Körper
- 102
- Obere Grundfläche
- 103
- Untere Grundfläche
- 104
- Innere Führungsnut
- 105
- Äußere Führungsnut
- 106
- Stirnende
- 107
- Fixierungsöffnung
- 108
- Seitenkante
- 109
- Führungsleiste
- 110
- Längeableseskala
- 2
- Verbindungsstück
- 201
- Platte
- 202
- Einlaufkante
- 203
- Aussparung
- 204
- Führungsöffnung
- 205
- Sicherungszapfen
- 206
- Blattfeder
- 207
- Stütze
- 3
- Reißschiene
- 301
- Band
- 302
- Queraussparung
- 303
- Nutstein
- 304
- Längseinschnitt
- 305
- Stützplatte
- 306
- Arretierungsöffnung
- 307
- Versenkte Schraube
- 4
- Drehgelenk
- 41
- Unterer Arm
- 411
- Unterer, tragender Teil
- 412
- Untere Anschlagleiste
- 413
- Erster Verbindungsstückteil
- 414
- Verbindungsöffnung
- 415
- Untere Kronenverzahnung
- 42
- Oberer Arm
- 421
- Oberer tragender Teil
- 422
- Obere Anschlagleiste
- 423
- Zweiter Verbindungsstückteil
- 424
- Obere Kronenverzahnung
- 425
- Winkelableseskala
- 43
- Zentraler Zapfen
- 431
- Gewinde
- 44
- Arretierungsrädchen
- 441
- Riffelung
- 442
- Untere Aussparung
- 443
- Druckfeder
- 444
- Obere Aussparung
- 445
- Anschlagring
- 5
- Griff
- 51
- Außenhandgriff
- 511
- Innentasche
- 512
- Abgrenzungsnut
- 513
- Seitenklaue
- 514
- Planklaue
- 52
- Innenhandgriff
- 521
- Seitliche Gewindeöffnung
- 522
- Einstellungselement
- 523
- Plansenkung
- 524
- Spiralfeder
- 6
- Bleistifthalter
- 61
- Träger
- 611
- Plankerbe
- 612
- Führungskerbe
- 613
- Ableseöffnung
- 614
- Wulst
- 615
- Halterungsöffnung
- 7
- Spitzenhalter
- 71
- Tragfuß
- 72
- Verbindungseinschnitt
- 73
- Abgrenzungsöffnung
- 74
- Spitzendruckknopf
- 741
- Zentraler Kanal
- 75
- Spitze
- 76
- Federungselement
- 77
- Verblendungsdeckel
- 8
- Haftsaugerhalter
- 81
- Haftsaugerdruckknopf
- 82
- Haftsauger
- 9
- Bleistift