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Dokumentenidentifikation DE102005043290B3 24.05.2007
Titel Lüftungssystem für die Scheiben und die Passagiersitze eines Fahrzeugs
Anmelder Ford Global Technologies, LLC, Dearborn, Mich., US
Erfinder Meyer, Eckehard, Dr., 51381 Leverkusen, DE;
Fischer, Dietmar, 50733 Köln, DE;
Knoche, Volker, 40789 Monheim, DE
Vertreter Drömer, H., Dipl.-Phys. Dr.-Ing., Pat.-Ass., 51429 Bergisch Gladbach
DE-Anmeldedatum 09.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005043290
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2007
IPC-Hauptklasse B60H 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60N 2/56(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B60J 1/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B60H 1/34(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Lüftungssystem (4, 4') für die Scheiben (9, 9') und die Passagiersitze (1, 1') eines Fahrzeugs (2, 2'), das erste Belüftungsöffnungen (11, 11') in einer Karosseriesäule (6, 6'), insbesondere B-Säule des Fahrzeugs, für ein Seitenfenster (9, 9') aufweist, die durch einen Luftführungskanal (5, 5') mit Luft versorgt werden. Um neben der Belüftung der Seitenfenster auch eine Belüftung der Passagiersitze zu erlauben, aber trotzdem die gezielte Belüftung zu ermöglichen und dies in Abhängigkeit des jeweiligen Betriebsmodus des Lüftungssystems, weist das Lüftungssystem (4, 4') zweite Belüftungsöffnungen (12, 12') für einen Passagiersitz (1, 1') auf, die ebenfalls durch den Luftführungskanal (5, 5') mit Luft versorgt werden, wobei das Verhältnis der Luft aus dem Luftführungskanal (5, 5'), die an die ersten und zweiten Belüftungsöffnungen (11, 11'; 12, 12') gelangt, über ein Ventil (13, 13') regelbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Lüftungssystem für die Scheiben und die Passagiersitze eines Fahrzeugs, das erste Belüftungsöffnungen in einer Karosseriesäule, insbesondere B-Säule des Fahrzeugs, für ein Seitenfenster aufweist, die durch einen Luftführungskanal mit Luft versorgt werden.

Bei Kraftfahrzeugen ist es bekannt, daß insbesondere bei kalten oder nassen Witterungen die vorderen und hinteren Seitenscheiben aufgrund von Kondensation an der Innenseite beschlagen oder vereisen können. Um dieses Beschlagen der Scheiben zu vermeiden, ist es für die vorderen Seitenscheiben bekannt, in einem äußeren Randbereich eines Fahrzeuginstrumentenbrettes Defrosterdüsen des Lüftungssystems vorzusehen, die auf die vorderen Seitenscheiben gerichtet sind und im Defrostermodus mit (warmer) Luft versorgt werden. Eine Belüftung der hinteren Seitenscheiben ist aufgrund der zwischen der hinteren und vorderen Seitenscheibe meistens vorhandenen B-Säule mit diesen vorderen Defrosterdüsen regelmäßig nicht oder nur schlecht möglich.

Daneben ist es erwünscht, nicht nur die Passagiersitz der ersten Reihe über in der Konsole angeordnete Düsen mit frischer Luft im Belüftungsbetrieb des Lüftungssystems zu versorgen, sondern auch die hinteren Passagiersitze.

In der DE 32 27 886 A1 wird vorgeschlagen, eine Säulenverkleidung der B-Säule beabstandet zum B-Säulenrahmen dergestalt anzuordnen, daß zwischen dem Verkleidungsteil und dem Rahmenteil ein Luftführungskanal ausgebildet wird. Über diesen Luftführungskanal kann die von der vorderen Defrosterluftführung ausgehende Luftströmung über die vorderen Seitenscheiben nach hinten zu den hinteren Seitenscheiben gelangen. Die Möglichkeit der Luftzuführung zu den hinteren Seitenscheiben ist hier zwar grundsätzlich verbessert, insgesamt ist der Strömungsweg jedoch von den vorderen Defrosterdüsen ausgehend bis zu den hinteren Seitenscheiben hier relativ lang, so daß eine effektive Belüftung nicht oder nur schlecht möglich ist. Ein ähnlicher Aufbau ist auch aus der JP 7-291050 bekannt.

Aus der EP 0 765 723 A1 ist eine Vorrichtung zur Belüftung von Fahrzeugscheiben in einem Fahrzeug bekannt, die ein in einem Scheibenbereich verlaufendes Rahmenteil einer Fahrzeugkarosserie aufweist, das zum Innenraum hin mit einem Verkleidungsteil abdeckbar ist, wobei im Bereich zwischen dem Rahmenteil und dem Verkleidungsteil ein energieabsorbierendes Element vorgesehen ist, das mit einem Luftführungskanal gekoppelt ist, und wobei wenigstens eine in Richtung auf eine zugeordnete Fahrzeugscheibe gerichtete Auslaßdüse vorgesehen ist. Eine ähnliche Anordnung ist aus der EP 1 263 618 B1 bekannt.

In der JP 02-234834 A ist ein Lüftungssystem in einer Fahrzeugdachverkleidung offenbart, bei dem zwei Lüftungsdüsen über ein gemeinsames Ventil wahlweise mit Luft versorgt werden können. Die erste Lüftungsdüse ist dabei auf die Seitenscheibe gerichtet, die zweite auf den Passagierraum. Über das gemeinsame Ventil kann die Luft wahlweise auf die erste Lüftungsdüse, auf die zweite Lüftungsdüse oder auf beide Lüftungsdüsen gelenkt werden. Diese Anordnung der Lüftungsdüsen im Fahrzeugdach ist jedoch nicht geeignet, den unteren Passagierraum im Winter mit Warmluft zu versorgen. Auch die Enteisung oder die Verhinderung von Beschlag der Seitenscheibe ist durch die obige Anordnung der Lüftungsdüsen nicht sicher gewährleistet, da insbesondere bei geringen Luftströmungen aus der ersten Luftdüse die Warmluft kaum bis zum unteren Scheibenrand gelangt.

Aus der DE 1 755 559 A ist eine Heizungs- und Lüftungsanlage für ein Fahrzeug bekannt, bei welcher ein Teil der Warmluft oder der Frischluft durch in oder an den Fahrzeugtüren oder Seitenwänden des Wagenkastens vorgesehene Kanäle und von dort durch Öffnungen nach oben zu den Scheiben als auch nach unten in den Fußraum strömt, wobei die Kanäle aus der Schaumstoffverkleidung der Tür oder der Seitenwand geformt sind. Mittels eines Regelventils wird die Luft entweder nach oben zur Scheibe oder nach unten in den Fußraum geleitet. Die Anlage ist im wesentlichen für die Anwendung unterhalb der Seitenscheiben gedacht; sie ist jedoch nicht geeignet, in einer Säule des Kraftfahrzeuges untergebracht zu werden.

Sowohl die DE 100 26 380 A1 also auch die WO 99/61270 A beschreiben jeweils ein Lüftungssystem, bei dem eine Lüftungsdüse in einer Fahrzeugsäule in Höhe der Seitenscheibe angeordnet ist. Mit einem derartigen Lüftungssystem lässt sich der Fußraum nur schwer beheizen bzw. ist, wenn die Scheibe wegen Beschlags mit Warmluft aus der Lüftungsdüse angeblasen werden soll, fast nicht möglich.

Demgegenüber besteht die Aufgabe der Erfindung darin, ein Lüftungssystem für ein Fahrzeug bereitzustellen, das neben der Belüftung der Seitenfenster auch eine Belüftung der Passagiersitze erlaubt. Dabei soll das System einfach und preiswert aufgebaut sein, aber trotzdem die gezielte Belüftung ermöglichen und dies in Abhängigkeit des jeweiligen Betriebsmodus des Lüftungssystems.

Diese Aufgabe wir durch das in Anspruch 1 wiedergegebene Lüftungssystem gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Dadurch, daß das Lüftungssystem zweite Belüftungsöffnungen für einen Passagiersitz aufweist, die ebenfalls durch den Luftführungskanal mit Luft versorgt werden, wobei das Verhältnis der Luft aus dem Luftführungskanal, die an die ersten und zweiten Belüftungsöffnen gelangt, über ein Ventil regelbar ist, ist es möglich, sowohl die hinteren Seitenscheiben als auch die Passagiersitze der hinteren Reihe mit demselben Luftzuführungskanal mit Luft aus dem Lüftungssystem zu versorgen, wobei das Verhältnis bzw. die Versorgung über das Ventil gesteuert werden kann. Somit ist es möglich in Abhängigkeit des Betriebsmodus des Lüftungssystems gezielt den je nach Modus gewünschten Bereich gezielter mit mehr Luft zu versorgen oder den anderen Bereich von der Versorgung vollständig zu trennen. Das Ventil erlaubt also auch ein Abschalten der Luftversorgung einer der Belüftungsöffnungen zu Gunsten der verbleibenden Belüftungsöffnungen. Insbesondere eignet sich das Lüftungssystem für die Belüftung einer hinteren Sitzreihe.

Sinnvollerweise sind auch die zweiten Belüftungsöffnungen in der Karosseriesäule, insbesondere B-Säule des Fahrzeugs, vorgesehen. Die erlaubt die Verwendung des ohnehin bereits dort verlegten Luftführungskanals und die B-Säule bietet sich zudem an, da diese relativ viel Raum für den Einbau des Luftführungskanals und der Belüftungsöffnungen zur Verfügung stellt. Bevorzugt ist es, wenn die zweiten Belüftungsöffnungen etwa in Höhe der Gürtellinie der Fahrzeugtüren angeordnet sind. So wird vermieden, daß nur die Füße oder nur der Oberkörper oder Kopf der Passagiere belüftet werden.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Belüftungsöffnungen Bestandteil einer B-Säule des Kraftfahrzeugs, wobei wenigstens eine Auslassdüse auf eine dieser B-Säule benachbarte hintere Seitenscheibe gerichtet ist. Vorteilhaft ergibt sich bei einer solchen Anordnung in einer B-Säule eines Kraftfahrzeugs, daß auf einfache Weise ein Beschlagen der hinteren Seitenscheiben bei einer entsprechenden kalten oder nassfeuchten Witterung vermeidbar ist. Der Luftführungskanal kann dann hier als Defrosterkanal und die Auslaßdüse als Defrosterdüse fungieren. Vorzugsweise sind die ersten Belüftungsöffnungen für das Seitenfenster dabei entlang einer Seitenkante, insbesondere in der Höhe, des Fensters angeordnet.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Ventil derart einstellbar ausgestaltet, daß nur die ersten Belüftungsöffnungen im Defrosterbetrieb mit Luft versorgt werden. Dies sorgt für eine optimale Enteisungswirkung bzw. Aufheben einer Beschlagung.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Ventil derart einstellbar ausgestaltet, daß nur die zweiten Belüftungsöffnungen im Belüftungsbetrieb mit Luft versorgt werden. Somit werden die Passagiere z. B. im Hochsommer mit ausreichend Frischluft versorgt.

Alternativ ist es ferner möglich, daß das Ventil derart einstellbar ausgestaltet ist, daß sowohl die ersten als auch die zweiten Belüftungsöffnungen im Belüftungsbetrieb mit Luft versorgt werden. Somit kann ein Beschlagen der Seitenscheiben verhindert werden und gleichzeitig die Frischluftzufuhr der Passagiere sichergestellt werden. Diese Ausgestaltung ist besonders in der Übergangszeit zwischen Sommer und Winter sinnvoll. Vorzugsweise wird das Ventil dann so eingestellt, daß das Verhältnis an der Luft zu Gunsten der zweiten Belüftungsöffnungen ausfällt.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind das Ventil und der Luftführungskanal der ersten Belüftungsöffnungen so aufeinander abgestimmt, daß im Belüftungsbetrieb die ersten Belüftungsöffnungen durch hohen Druckverlust nahezu blockiert werden und nur die zweiten Belüftungsöffnungen mit Luft versorgt werden. Dies kann durch eine passende Abstimmung der Öffnungsquerschnitte im Luftführungskanal der ersten Belüftungsöffnungen und der vom Ventil freigegebenen Öffnungen erreicht werden. Dies erlaubt eine einfachere Ausführung des Ventils, da im Belüftungsbetrieb besagter Luftführungskanal nicht vollständig abgesperrt werden muß.

Die Einstellung des Verhältnisses der Luft für die ersten und zweiten Belüftungsöffnungen kann automatisch von einer Klimaanlage und/oder manuell einstellbar ausgestaltet sein.

Das eingesetzte Ventil kann z. B. eine Klappe sein, deren Verstellung den Luftstrom im Luftführungskanal für die verschiedenen Belüftungsöffnungen aufteilt bzw. ggf. abtrennt, d. h. eine Belüftungsöffnung von der Luftversorgung trennt.

Für eine gezielte Luftströmung, insbesondere für die erwünschte anliegende Luftströmung, kann im Bereich der Belüftungsöffnungen wenigstens eine Blende angeordnet sein. Diese Blenden umfassen vorzugsweise Strömungslamellen, die eine noch gezieltere Luftströmung ermöglichen.

Vorteilhaft ist ein Heizelement im Luftführungskanal angeordnet, welches vorteilhafterweise elektrisch betrieben ist, z. B. ein PTC-Element. Aufgabe ist es, die durchströmende Luft geringfügig zu erwärmen um die Wärmeverluste im langen Strömungsweg von der Klimaanlage bzw. Heizung zur B-Säule zu kompensieren. Das Heizelement muß aber nicht zwangsläufig elektrische betrieben sein, vielmehr kann es auf jede andere bekannte und geeignete Weise die durchströmende Luft im Luftführungskanal erwärmen. Auch kann das Heizelement im Lüftungskanal vor oder hinter dem Ventil angeordnet sein. Im ersteren Fall wird die Luft für die ersten und zweiten Belüftungsöffnungen beheizt, wobei im Belüftungsbetrieb das Heizelement sinnvollerweise nicht heizt, sondern nur im Defrosterbetrieb. Im zweiten Fall kann durch die Lage des Heizelementes ohnehin nur die Luft für die ersten Belüftungsöffnungen, die im wesentlichen für die Entfrostung vorgesehen sind, beheizt werden.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung.

Es zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht einer hinteren Sitzreihe eines Fahrzeugs mit Blickrichtung auf eine Tür mit einem Lüftungssystem im Belüftungsmodus;

2 die schematische Seitenansicht aus 1 mit dem Lüftungssystem im Defrostermodus und

3 eine schematische Seitenansicht eines alternativen Lüftungssystems.

1 und 2 zeigen eine schematische Seitenansicht einer hinteren Sitzreihe 1 eines Innenraums eines Fahrzeugs 2 mit Blickrichtung auf eine Tür 3 mit einem Lüftungssystem 4.

Das Lüftungssystem 4 umfaßt einen Luftführungskanal 5, der in der B-Säule 6 des Fahrzeugs 2 eingebaut ist. Dabei ist es unerheblich, ob der Luftführungskanal 5 nur in der Verkleidung der B-Säule 6 eingesetzt oder in der B-Säule 6 selbst eingelassen ist. Üblicherweise besteht der Luftführungskanal 5 aus einem Kunststoffblasteil. Der Luftführungskanal 5 erweitert sich auf Höhe unterhalb der der Gürtellinie bzw. der Scheibenöffnung der Tür 3 zu einem Verteilungsbereich 7.

Vom Verteilungsbereich 7 erstreckt sich nach oben entlang der vorderen Seitenkante 8 des Seitenfensters 9 ein weiterer Luftführungskanal 10, der der Höhe nach angeordnete erste Belüftungsöffnungen 11 aufweist, um das Seitenfenster 9 mit Luft zu versorgen.

Der Verteilungsbereich 7 weist ferner an seiner der Sitzreihe 1 zugewandten Seite zweite Belüftungsöffnungen 12 auf, die ebenfalls durch den Luftführungskanal 5 mit Luft versorgt werden.

Im Verteilungsbereich 7 ist eine Ventilklappe 13 vorgesehen, die im Lagerpunkt 17 drehbar gelagert ist, durch die das Verhältnis der Luft aus dem Luftführungskanal 5, die an die ersten und zweiten Belüftungsöffnungen 11, 12 gelangt, regelbar ist.

In 1 ist die Einstellung der Ventilklappe 13 derart, daß die Luft aus dem Luftführungskanal 5 nur durch die zweiten Belüftungsöffnungen 12 strömt, was durch Pfeile angedeutet ist. Gestrichelt ist die Stellung der Ventilklappe im Defrosterbetrieb dargestellt. Die Ventilklappe 13 ist dazu so umgestellt bzw. verdreht, daß der Luftführungskanal 10 abgesperrt ist, wozu sie den Verteilungsbereich 7 etwa schräg verlaufend unterhalb der Verbindung zum Luftführungskanal 10 vollständig trennt. Das Lüftungssystem 4 befindet sich also im sommerlichen Lüftungsbetriebsmodus.

In 2 ist dagegen die Ventilklappe 13 so eingestellt, daß die Luft aus dem Luftführungskanal 5 nur durch die ersten Belüftungsöffnungen 11 auf das Fenster 9 strömt, was ebenfalls durch Pfeile angedeutet ist, wozu sie den Verteilungsbereich 7 etwa senkrecht verlaufend zu den Belüftungsöffnungen 12 vollständig trennt. Das Lüftungssystem 4 befindet sich hier im Defrostermodus.

Die Ventilklappe 13 ist also ausreichend bemessen und entsprechend angeordnet, um den Verteilungsbereich 7 sowohl senkrecht verlaufend zu den Belüftungsöffnungen 12 als auch schräg zu der Verbindung zum Luftführungskanal 10 vollständig zu trennen.

In der 3 ist dagegen eine alternative Ausführungsform eines Lüftungssystems 4' dargestellt, daß sich im Wesentlichen durch ein verändertes Ventil 13' von dem vorhergehenden unterscheidet, so daß auf eine Widerholung der Beschreibung des sonstigen Aufbaus verzichtet wird. Sich entsprechende Teile sind daher mit denselben Bezugszeichen versehen, die lediglich zur Kennzeichnung der alternativen Ausführungsform um einen Apostroph ergänzt sind.

Das Ventil 13' ist hier wiederum eine Ventilklappe, die auch im Verteilungsbereich 7' angeordnet ist. Allerdings ist diese derart bemessen, daß sie den Querschnitt des Verteilungsbereichs 7' nicht vollständig von der Verbindung zum Luftführungskanal 10' trennen kann, wie dies bei 1 der Fall ist, sondern lediglich eine Aufteilung der Luftzufuhr vornimmt.

Der Hauptstrom der Luft fließt also durch die zweiten Belüftungsöffnungen 12' in Richtung der Sitzreihe 1'. Ein kleiner Teil fließt an der Ventilklappe 13' vorbei durch den Luftführungskanal 10' und die ersten Belüftungsöffnungen 11' auf das Fenster 9'. Diese Einstellung der Ventilklappe 13' gilt für den sommerlichen Lüftungsbetriebsmodus bzw. den Betrieb in der Übergangszeit. Dies ist durch die Pfeile angedeutet, deren Anzahl jeweils zur Verdeutlichung der veränderten Strömungsstärke der Luft reduziert ist.

Die Stellung der Ventilklappe 13' im Defrostermodus ist in 3 gestrichelt dargestellt. In diesem Fall ist die Ventilklappe 13' ausreichend bemessen, um wie bei 2, den Verteilungsbereich 7' senkrecht verlaufend zu den Belüftungsöffnungen 12' vollständig zu trennen. Somit ergibt sich im Defrostermodus kein Unterschied zur Ausführungsform der 2. Dies ist möglich, da die Ausmaße des Verteilungsbereichs 7' und der Ventilklappe 13' geschickt aufeinander in den unterschiedlichen Richtung des jeweils gewünschten Luftstroms abgestimmt sind. So entspricht die Länge der Ventilklappe 13' dem Höhenquerschnitt des Verteilungsbereichs 7', aber nicht der längeren Schräge zwischen den Wänden für die Abtrennung der Verbindung zum Luftführungskanal 10'.

Zur weiteren Verbesserung des Lüftungssystems ist ein Heizelement 14 in den Luftführungskanal 10 eingesetzt. Das Heizelement 14 ist im Verteilungsbereich 7 oberhalb der Ventilklappe 13 angeordnet und über einen Anschluß 15 mit der Klimasteuerung verbunden. Es ist vorteilhafterweise elektrisch betrieben und kann z. B. ein PTC-Element sein, der Anschluß 15 wäre dann ein Kabel. Aufgabe des Heizelement ist es, die Luft für die erste Belüftungsöffnung 11 geringfügig zu erwärmen. Damit sind Wärmeverluste im langen Strömungsweges von der Klimaanlage bzw. Heizung zur B-Säule 2 kompensierbar und/oder die Ausströmtemperatur kann höher sein als z. B. bei den vorderen Defrosterdüsen in der Instrumententafel. Insbesondere mit elektronisch geregelter Klimaanlage ist dies sinnvoll einsetzbar, weil bei dem geringen Volumenstrom durch 11 ein elektrisches Heizelement leistungsmäßig klein ausgelegt werden kann. U. a. wird damit das elektrische Verteilsystem und der Fahrzeuggenerator nur gering belastet und weniger belastet, als wenn ein größer dimensioniertes Heizelement an der Klimaanlage selbst betrieben würde.

1, 1'
Sitzreihe
2, 2'
Fahrzeug
3, 3'
Tür
4, 4'
Lüftungssystem
5, 5'
Luftführungskanal
6, 6'
B-Säule
7, 7'
Verteilungsbereich
8, 8'
vordere Seitenkante
9, 9'
Seitenfenster
10, 10'
Luftführungskanal
11, 11'
erste Belüftungsöffnungen
12, 12'
zweite Belüftungsöffnungen
13, 13'
Ventilklappe
14
Heizelement
15
Anschluß


Anspruch[de]
Lüftungssystem (4, 4') für die Scheiben (9, 9') und die Passagiersitze (1, 1') eines Fahrzeugs (2, 2'), das erste Belüftungsöffnungen (11, 11') in einer Karosseriesäule (6, 6'), insbesondere B-Säule des Fahrzeugs, für ein Seitenfenster (9, 9') aufweist, die durch einen Luftführungskanal (5, 5') mit Luft versorgt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Lüftungssystem (4, 4') zweite Belüftungsöffnungen (12, 12') in der Karosseriesäule (6, 6'), insbesondere B-Säule des Fahrzeugs, für einen Passagiersitz (1', 1') aufweist, die unterhalb der ersten Belüftungsöffnungen (11, 11') angeordnet sind und die ebenfalls durch den Luftführungskanal (5, 5') mit Luft versorgt werden, wobei das Verhältnis der Luft aus dem Luftführungskanal (5, 5'), die an die ersten und zweiten Belüftungsöffnungen (11, 11'; 12, 12') gelangt, über ein Ventil (13, 13') regelbar ausgestaltet ist. Lüftungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Belüftungsöffnungen (11, 11') für ein Seitenfenster (9, 9') entlang einer Seitenkante (8, 8'), insbesondere in der Höhe, des Fensters angeordnet sind. Lüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (13, 13') ein Abschalten der Luftversorgung einer der Belüftungsöffnungen (11, 12) erlaubt. Lüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung des Verhältnisses der Luft für die ersten und zweiten Belüftungsöffnungen (11, 12) automatisch von einer Klimaanlage und/oder manuell einstellbar ausgestaltet ist. Lüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (13) derart einstellbar ausgestaltet ist, daß nur die ersten Belüftungsöffnungen (11) im Defrosterbetrieb mit Luft versorgt werden. Lüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (13) derart einstellbar ausgestaltet ist, daß nur die zweiten Belüftungsöffnungen (12) im Belüftungsbetrieb mit Luft versorgt werden. Lüftungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (13') derart einstellbar ausgestaltet ist, daß sowohl die ersten als auch die zweiten Belüftungsöffnungen (11', 12') im Belüftungsbetrieb mit Luft versorgt werden. Lüftungssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (13') und der Luftführungskanal (10') der ersten Belüftungsöffnungen (11') so aufeinander abgestimmt sind, daß im Belüftungsbetrieb die ersten Belüftungsöffnungen (11') durch hohen Druckverlust nahezu blockiert werden und nur die zweiten Belüftungsöffnungen (12') mit Luft versorgt werden. Lüftungssystem nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (13') das Verhältnis der Luft zu Gunsten der zweiten Belüftungsöffnungen (12') regelt. Lüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil eine Klappe (13, 13') ist. Lüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Heizelement (14) in einem Luftführungskanal (10) angeordnet ist.






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