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Dokumentenidentifikation DE102006042149A1 24.05.2007
Titel Tierfutter aus getrockneten Gewebeteilen mit Ergänzungsmitteln angereichert
Anmelder Christov, Bozena, Dr., 89079 Ulm, DE
DE-Anmeldedatum 06.09.2006
DE-Aktenzeichen 102006042149
Offenlegungstag 24.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2007
IPC-Hauptklasse A23K 1/18(2006.01)A, F, I, 20060906, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A23K 1/00(2006.01)A, L, I, 20060906, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung gehört in den Bereich der Tierfutterherstellung in Form von getrockneten Naturkauartikeln.
Die Naturkauartikel für Heimtiere werden bislang ohne Ergänzungsmittel getrocknet. Mit der Erfindung wird erreicht, dass Tierfutter aus Gewebeteilen mit Ergänzungsmitteln angereichert werden.
Dabei gehen die Ergänzungsmittel derart in die Gewebeteile über, dass dadurch der Nährwert deutlich erhöht wird.
Im Falle einer Zugabe von Ergänzungsmitteln in Form von Medikamenten wird dadurch beim Fressen die gewünschte Wirkung erreicht.
Durch das Anreichen werden auch die Farbe, die natürlichen Aromastoffe und der Geschmack des jeweiligen Ergänzungsmittels in die Gewebeteile aufgenommen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung gehört in den Bereich der Tierfutterherstellung in Form von getrockneten Naturkauartikeln.

Trocknen von Lebensmitteln ist die einfachste und ursprünglichste Methode der Konservierung, d.h. Haltbarmachung.

Beim Trocknen wird den Rohstoffen, das für die Mikroorganismen lebensnotwendige Wasser entzogen und damit die Entwicklung von Verderbniserregern stark gehemmt.

Trocknen kann man einfach an der Luft, mit Sonnen- oder Ofenwärme. Man kann auch industriell trocknen in Trockenschränken oder Trockenanlagen durch so genannte aktive Verfahren, wie etwa die Schnelltrocknung mit heißer Luft.

In der Heimtierbranche wächst die Nachfrage nach getrockneten Naturkauartikeln stetig. Zurzeit befinden sich auf dem Markt ca. 100 verschiedene Naturkauartikel – unter anderem Schweineohren, Pansen, Därme, Muskelfleisch, Ochsenziemer, Lungen, etc.

Die Naturkauartikel für Heimtiere werden bislang ohne jegliche Ergänzungsmittel getrocknet, wodurch der Nährwert geringer ist.

Zudem werden sie vor dem Trocknen meist chemisch behandelt und danach in wenigen Stunden im industriellen Schnelltrockenverfahren vollständig durchgetrocknet. Dadurch gehen zusätzlich viele der Nährstoffe verloren. Sie sind hart und trocken und können beim Fressen gefährlich splittern.

Der in den Patentansprüchen angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, Kauartikel aus Gewebeteilen vor dem Trocknen mit Ergänzungsmitteln anzureichern, so dass die Ergänzungsmittel in die Gewebeteile übergehen und dadurch der Nährwert deutlich erhöht wird.

Die Schwierigkeit liegt zunächst darin ein geeignetes Ergänzungsmittel auszuwählen. Durch langwierige Versuche wird dann ein wirksames Mengenverhältnis festegelegt und die benötigte Einlege-Dauer bestimmt. Sonst bleiben die Ergänzungsmittel nicht an den rutschigen Gewebeteilen haften und können auch nicht in diese übergehen um den Nährwert zu erhöhen.

Dieses Problem wird mit den in den Patenansprüchen angeführten Merkmalen gelöst. Mit der Erfindung wird erreicht, dass Tierfutter aus Gewebeteilen mit Ergänzungsmitteln angereichert wird und die Zusätze derart in die Gewebeteile übergehen, dass dadurch der Nährwert deutlich erhöht wird.

Durch das Anreichern werden auch die Farbe, die natürlichen Aromastoffe und der Geschmack des jeweiligen Ergänzungsmittels in die Gewebeteile aufgenommen.

Die Erfindung kann beispielsweise mit Mais, Spinat oder Karotte als Ergänzungsmittel ausgeführt werden.

Dazu müssen die Gewebeteile vor dem Trocknen in eine gesättigte Lösung aus vorher getrocknetem und dann gemahlenem Mais, Spinat oder Karotte für 20 Minuten eingelegt werden.

Die Wassermenge beträgt 24 Liter und es werden 4,5 kg Mais, 4,5 kg Spinat oder 3,5 kg Karotte benötigt. Die genannte Wasser- und Gemüsemenge reicht z.B. für 600–700 Meter Darm.


Anspruch[de]
Tierfutterprodukt aus getrockneten Gewebeteilen mit Ergänzungsmitteln angereichert, dadurch gekennzeichnet, dass der Nährwert, durch ein Einlegen in eine Lösung mit Wasser und Ergänzungsmitteln vor dem Trocknen, deutlich erhöht wird. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass frische oder aufgetaute Gewebeteile in eine Lösung aus Wasser und Ergänzungsmitteln eingelegt werden und anschließend drei bis vier Tage lang schonend getrocknet werden. Die Vorteile der Erfindung sind, dass das Tierfutter aus Gewebeteilen so mit Ergänzungsmitteln angereichert wird, dass die Zusätze derart in die Gewebeteile übergehen, dass dadurch der Nährwert deutlich erhöht wird.

Durch das Anreichern werden auch die Farbe, die natürlichen Aromastoffe und der Geschmack des jeweiligen Ergänzungsmittels in die Gewebeteile aufgenommen. Durch die schonende Trocknung behalten die Gewebeteile 10–15% Feuchtigkeit, dadurch bleiben sie elastisch und können nicht gefährlich splittern, wenn das Tier sie frisst. Das macht sie ideal für die Fütterung von Jungtieren, empfindlichen oder älteren Tieren. Zudem bleiben die Inhaltsstoffe weitestgehend erhalten, die eine wertvolle Ergänzung für den Organismus sind.

Das besondere Herstellungsverfahren verzichtet zudem auf den Einsatz von chemischen Zusätzen, was ein weiterer Vorteil ist, da chemische Zusätze auch bei Tieren zu den so genannten Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Allergien beitragen können.

2.1. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Gemüse verwendet werden kann.

Als Gemüse kommen folgende Sorten in Frage:

Karotten, Spinat, Mais, Soja, Weizen, Erbsen, Rüben, Zuckerrüben, Broccoli, Grünkohl, Rote Beete, Tomaten, Paprika, Auberginen, Zucchini, Gurken, Spargel.

2.2. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Proteine verwendet werden können.

Als Proteinquellen kommen folgende in Frage:

Aminosäuren, essentielle Aminosäuren (wie: Arginin, Leucin, Lysin, Methinin, Tryptophan), Fleisch, Fisch, Sojaisolat, Carnitin, L-Carnitin, Casein, Kollagen, Milchprodukte (wie: Käse, Quark, Molke), Bohnen, Linsen, Erbsen, Sojabohnen, Hefe, Taurin, Tyrosin, DL-Methionin, Ei, Fischmehl, Geflügelleber, Geflügelmehl, Geflügelproteinisolat, Schweinegrieben, L-Lysin, Maisglutenfutter, Maiskleberfutter, Sojaproteinkonzentrat – hydrolisiert, Weizengluten, Ziegenmolke.

2.3. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Fette verwendet werden können.

Als Fette kommen folgende in Frage:

Schmalzfett, Geflügelfett, Fischöl, Gamma-Linolensäure, Borretschöl, Kokosöl, Sojaöl, Omega-3-Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren, Butter, Talg, Schweinefett, Eier, Pflanzenfett, Lachsöl, Olivenöl, Lebertran, Nachtkerzenöl, Schwarzkümmelöl, Sesamöl, Traubenkernöl, Weizenkeimöl, Sonnenblumenkernöl, Walnussöl, Kürbiskernöl.

2.4. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Mineralstoffe verwendet werden können.

Als Mineralstoffe kommen folgende in Frage:

Kalzium, Chelate, Kobalt, Kupfer, Eisen, Jod, Magnesium, Mangan, Phosphor, Kalium, Selen, Natrium, Schwefel, Zink, Chlorid.

2.5. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Vitamine verwendet werden können.

Als Vitamine kommen folgende in Frage:

Pantothensäure (auch: Vitamin B5), Biotin (auch: Vitamin B8), Folsäure (auch: Folate, Vitamin B9), Cholin, Niacin (auch: Vitamin PP, Nikotinsäure), Pyridoxin (auch: Vitamin B6), Riboflavin (auch: Vitamin B2), Thiamin (auch: Vitamin B1, Anti-Polyneuritis-Vitamin, Aneurin), Vitamin A (auch: Retinol, Axerophtol), Vitamin B12 (auch: Cyanocobalamin), Vitamin C (auch: Ascorbinsäure), Vitamin E (auch: Tocopherole), Vitamin K (auch: antihämorrhagischer Faktor), Vitamin D (auch: Calciferol, Vitamin D2: Ergocalciferolum, antirachitischer Faktor, Vitamin D3: Cholecalciferol).

2.6. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Antioxidantien verwendet werden können.

Als Antioxidantienquelle kommen folgende in Frage:

Vitamine, Farbpigmente, Beta-Carotin, Taurin, Polyphenole, Enzyme aus Früchten und Gemüsearten (wie: Olive, Zitrone, Orange, Melone, Tomate, Traube), aus Getreidekeimlingen, den Blättern von grünem Tee und Rotwein.

2.7. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Kohlenhydrate verwendet werden können.

Als Kohlenhydratquellen kommen folgende in Frage:

Stärke, Reis, Mais, Weizen, Kammut, Gerste, Dinkel, Hafer, Kartoffel, Maniok, Zellulose, Lingnin, Pektin, Hemicellulose, Fructo-Oligosaccharide (auch: Prebiotika), Mannan-Oligosaccharide, Rote Beete, Sojabohnen, Flohsamen, Zichorie, Laktose (auch: Milchzucker), Ballaststoffe, Zucker (auch: einfache Kohlenhydrate, Di- und Trisaccharide), Glukose, Saccharose (wie: Rüben- und Rohrzucker), Fructose (wie: Fruchtzucker).

2.8. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel pflanzliches Material verwendet werden kann.

Als pflanzliches Material kommt folgendes in Frage:

Fruchtpflanzen (wie: Hagebutten, Erdbeeren, Kirschen, Äpfel, Birnen, Bananen, Trauben), Beerenpflanzen (wie: Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Cranberry), Wurzeln (wie: Angelikawurzel, Astragulaswurzel, Echinaceawurzel, Ingwer), Knollen, Nüsse (wie: Walnüsse, Haselnüsse, Cashewnüsse, Paranüsse, Mandeln, Pistazien), Pilze (wie: Ling Zhi, Shitake, Trüffel), Kräuter (wie: Kamille, Basilikum, Salbei, Pfefferminze, Petersilie, Weihrauch, Thymian, grüne Minze, Baldrian, Johanniskraut), Malz, Ginseng, Knoblauch, roter Ginseng, Bambus, Hülsenfrüchte (wie: Erbsen, Bohnen), Granatapfel, grüner Tee, Schwarztee, weißer Tee, Ringelblume, Gerstengras, Weizengras, Samen (wie: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Schwarzkümmelkerne, Sesam, Flachssamen, Chia-Samen, Fenchelsamen), Rotweinblätter, Gingko Biloba, Akazienfasern, Yucca, Algen (wie: Süßwasser- und Salzswasseralgen), Chlorella, Spirulina, Rotalge, AlfaAlfa, Hopfen.

2.9. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel Medikamente verwendet werden können.

Als Medikamente kommen in Frage:

Impfstoffe, Entwurmungsmittel, Probiotika, Laktobazillen, OPC, Herz- und Kreislaufmittel, Schmerzmittel, Hormone (wie: Mellatonin, Verhütungspräparate), Anti-Allergiemedikamente, Anti-Virenmedikamente (z.B. gegen: Staupe, Leberentzündung, Zwingerhusten, Hundeseuche), Anti-Bakterienmedikamente (z.B. gegen: Stuttgarter Hundeseuche), Rheuma-Medikamente, Diabetes-Medikamente, Stoffwechselerkrankungs-Medikamente, Durchfall-Medikamente, Harnstein-Medikamente, Milben-Medikamente, Tollwut-Medikamente, Parasiten-Medikamente, Corticoide.

2.10. Anspruch zur Herstellung eines Tierfutterprodukts nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Ergänzungsmittel sonstige Nährstoffe verwendet werden können.

Als sonstige Nährstoffe kommen folgende in Frage:

Chondroitin (auch: Chondroitinsulfat), Glucosamin, Zeolithe, SOD (auch: Superoxid-Dismutase), Kakao, Polyphenole, Gluksosaminsulfat, MSM, Bioflavonoide, Kelp, Thyroxin.






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