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Dokumentenidentifikation DE102005055635A1 31.05.2007
Titel Verbundsystem mit Sauerstoff-Scavenger/Indikator-Funktion und dessen Verwendung
Anmelder Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., 80686 München, DE;
Alcan Technology & Management Ltd., Neuhausen am Rheinfall, CH
Erfinder Langowski, Horst-Christian, Prof.Dr.rer.nat., 85406 Zolling, DE;
Wanner, Thomas, Dipl.-Ing., 86529 Schrobenhausen, DE;
Lohwasser, Wolfgang, 78262 Gailingen, DE
Vertreter PFENNING MEINIG & PARTNER GbR, 80339 München
DE-Anmeldedatum 22.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005055635
Offenlegungstag 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse G01N 30/00(2006.01)A, F, I, 20051122, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B32B 7/00(2006.01)A, L, I, 20051122, B, H, DE   B32B 33/00(2006.01)A, L, I, 20051122, B, H, DE   B01J 20/02(2006.01)A, L, I, 20051122, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verbundsystem mit der Funktion als Scavenger/Indikator für Sauerstoff, der mindestens ein Metall als Sauerstoff-Sorbens enthält, das durch Sauerstoff in eine höhere Oxidationsstufe überführbar ist. Darüber ist weiterhin ein Aktivator enthalten. Die Indikatorwirkung wird durch eine Änderung der physikalischen Eigenschaften des Sauerstoff-Sorbens bewirkt, die durch die Oxidation des Metalls bewirkt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verbundsystem mit der Funktion als Scavenger/Indikator für Sauerstoff, der mindestens ein Metall als Sauerstoff-Sorbens enthält, das durch Sauerstoff in eine höhere Oxidationsstufe überführbar ist. Darüber ist weiterhin ein Aktivator enthalten. Die Indikatorwirkung wird durch eine Änderung der physikalischen Eigenschaften des Sauerstoff-Sorbens bewirkt, die durch die Oxidation des Metalls bewirkt wird.

O2-Scavenger sind Stoffe, die Sauerstoff sorbieren können. Unter Sorption sind hier alle bekannten Sorptionsmöglichkeiten, z.B. Adsorption, Absorption, Chemiesorption und Physisorption, zu verstehen. Die derzeit nach dem Stand der Technik etablierten Systeme lassen sich hier primär nach dem O2-Scavenger-Substrat und nach ihrem Initialisierungsmechanismus qualifizieren. Hierbei unterscheidet man die folgenden Gruppen:

  • • anorganische O2-Scavenger, z.B. eisenbasierte oder sulfidbasierte Systeme
  • • niedermolekulare organische O2-Scavenger, z.B. ascarbotbasierte Systeme
  • • hochmolekulare organische O2-Scavenger, z.B. polyolefinbasierte oder polyamidbasierte Systeme

O2-Scavenger werden dabei entweder durch UV-Strahlung oder durch Feuchtigkeit initialisiert. Dies bedeutet, dass die O2-Scavenger-Funktion erst nach einer Exposition mit UV-Strahlung bzw. Wasser, d.h. Luftfeuchte, vorhanden ist.

Indikatorsysteme lassen sich im Allgemeinen in Time-Temperature-Indicator(TTI)-, Gas/Leakage-Indicator- und Freshness-Indicator-Systeme einteilen.

Ein TTI integriert die Zeit-Temperatur-Historie eines Produkts und macht somit eine direkte Aussage über dessen Lagerbedingungen. Die Indikatorwirkung wird durch eine chemische Reaktion oder durch gegenläufige Diffusion zweier Farbstoffe bewirkt.

Gas-Leakage-Indikatoren detektieren die Gaskonzentration von O2, CO2 oder H2O im Verpackungsraum. Sie machen somit eine indirekte Aussage über die Qualität des Produktes. Die Indikatorwirkung wird durch eine chemische Reaktion mit den Reaktanden O2, CO2 oder H2O hervorgerufen.

Freshness-Indikatoren detektieren die Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen und machen somit eine direkte Aussage über die Qualität des Produktes. Die Indikatorwirkung wird durch eine chemische Reaktion der Stoffwechselprodukte hervorgerufen.

All diesen Indikatorsystemen ist gemein, dass die Indikatorwirkung durch einen sichtbaren Farbumschlag wiedergegeben wird.

Somit gibt es im Stand der Technik eine Vielzahl von O2-Scavenger-Systemen, aber nur eine verschwindend geringe Anzahl von Gas-Leakage-Indikator-Systemen.

Kombinierte O2-Scavenger/Indikator-Systeme sind derzeit im Stand der Technik nicht bekannt. Bei diesen arbeitet der O2-Scavenger unabhängig vom O2-Indikator, d.h. der O2-Indikator signalisiert lediglich das Überschreiten einer gewissen O2-Konzentration.

Ausgehend hiervon war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verbundsystem bereitzustellen, das als Sauerstoff-Scavenger/-Indikator-System fungiert, d.h. die Restkapazität eines Sauerstoff-Scavengers und das Überschreiten einer gewissen Sauerstoff-Konzentrationsspanne visuell oder messbar signalisieren kann.

Diese Aufgabe wird durch das Verbundsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Ansprüche 37 und 38 geben Verwendungen derartiger Verbundsysteme an. Die weiteren abhängigen Ansprüche zeigen vorteilhafte Weiterbildungen auf.

Erfindungsgemäß wird ein Verbundsystem bereitgestellt, das eine Substratfolie und mindestens eine in Vakuum darauf abgeschiedene Scavenger-/Indikator-Schicht als Dünnschicht aufweist. Die Scavenger-/Indikator-Schicht enthält mindestens ein Metall als Sauerstoff-Sorbens, wobei sich durch die Sorption von Sauerstoff mindestens eine physikalische Eigenschaft des Sauerstoff-Sorbens ändert. Weiterhin enthält das Verbundsystem mindestens einen Aktivator für die Oxidation des Sauerstoff-Sorbens, der indirektem Kontakt zu der mindestens einen Scavenger-Schicht steht.

Unter Dünnschicht werden erfindungsgemäß sämtliche Schichtsysteme verstanden, die durch Vakuumbeschichtungsverfahren (CVD und PVD) sowie elektrolytisches Abscheiden oder Lackierung im Nanomaßstab herstellbar sind.

Die Nachteile des Standes der Technik, dass die hier beschriebenen Sauerstoff-Scavenger oder Sauerstoff-Indikatoren eine sehr langsame Reaktionskinetik aufweisen, können erfindungsgemäß dadurch behoben werden, dass das Sauerstoff-Sorbens durch die im Vakuum abgeschiedene Scavenger-/Indikator-Schicht unter reduzierenden Bedingungen aufgetragen wird. Dieses Aufdampfen im Vakuum ermöglicht, dass die als Sauerstoff-Sorbens fungierenden Metalle reduziert werden und damit in elementarer Form, d.h. in der Oxidationsstufe 0 vorliegen. Bei den bisher aus dem Stand der Technik bekannten Einarbeitungsverfahren, wie z.B. der Extrusion oder der Lackierung, werden hingegen Metalle teiloxidiert, d.h. ein Teil der eingearbeiteten Metalle besitzt nach dem Einarbeitungsprozess eine Oxidationsstufe > 0.

Die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Verbundsystems beruht nun darauf, dass das Sauerstoff-Sorbens in Gegenwart von Sauerstoff und Feuchte den Sauerstoff in den entsprechenden Oxid-Verbindungen binden kann. Im Fall von Eisen stellt die folgende Reaktion einen möglichen Reaktionspfad für die Metalloxidation dar: 2 Fe + 3 H2O + 1 S O2 → 2 Fe (OH)3

Das Sauerstoff-Sorbens kann somit unter Sauerstoff-Exposition einen seiner physikalischen Parameter ändern. Hinsichtlich der betroffenen physikalischen Eigenschaften bestehen keinerlei Beschränkungen, sofern sie eine visuelle oder messtechnisch auswertbare Änderung darstellen.

Als physikalische Eigenschaften sind hierbei z.B. der Magnetismus, die elektrische Leitfähigkeit und die elektromagnetische Absorption bevorzugt.

In einer ersten Variante stellt das Sauerstoff-Sorbens ein magnetisches oder gezielt magnetisiertes Material, wie z.B. elementares Eisen, dar, das durch Kontakt mit Sauerstoff zu einer nicht oder minder magnetischen Verbindung, wie z.B. Eisenoxid(e), umgesetzt wird. Die dabei auftretende Veränderung der Permeabilität oder der Remanenz kann durch z.B. einen Sensor detektiert werden. Für die Remanenz kann hier ein Magnetometer eingesetzt werden, während die Änderung der Permeabilität durch eine Induktivitätsmessung detektiert werden kann.

Eine andere bevorzugte Variante sieht vor, dass das Sauerstoff-Sorbens ein elektrisch leitendes Material, wie z.B. elementares Eisen, ist und durch Exposition gegenüber Sauerstoff zu einer nicht oder minder elektrisch leitenden Verbindung, wie z.B. Eisenoxid(e), umgesetzt wird. Die Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit kann dabei z.B. mittels eines Sensors detektiert werden. Die Einkopplung des Stromes erfolgt auf induktiven oder kapazitiven Wegen. Die Detektion bei der induktiven Einkopplung kann dabei vorzugsweise über eine Wirbelstrommesstechnik erfolgen. Im Falle der kapazitiven Einkopplung kann eine Detektion vorzugsweise nach dem Kondensator-Prinzip erfolgen.

Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass sich die elektromagnetische Absorption des Sauerstoff-Sorbens ändert. Hierbei wird als Sauerstoff-Sorbens z.B. elementares Eisen eingesetzt, das unter Exposition mit Sauerstoff zu einer oxidischen Verbindung, z.B. Eisenoxid(e), umgesetzt wird. Dabei verändert sich die elektromagnetische Absorption des Sauerstoff-Sorbens. Diese kann z.B. mittels eines Sensors detektiert werden. Vorzugsweise werden für den UV-/IR-Bereich als Detektoren Photometer bzw. IR-Messgeräte eingesetzt. Im VIS-Bereich (visueller Bereich) als auch im Mikrowellenbereich ist eine Detektion gleichfalls möglich. Besonders bevorzugt ist ein visuell wahrnehmbarer Farbumschlag des Sauerstoff-Sorbens.

Die erfindungsgemäßen Sauerstoff-Sorbentien basieren auf Materialien, welche sowohl die O2-Scavenger- als auch die O2-Indikatorfunktion in sich vereinigen. Somit besitzt der O2-Scavenger und -Indikator die gleiche Reaktionskinetik.

Für das erfindungsgemäße kombinierte System bedeutet dies den weiteren Vorteil, dass die Korrelation der aufgenommenen Suaerstoffmenge des O2-Scavengers mit dem Farbumschlag des O2-Indikators unabhängig von der Temperatur ist.

Ein System mit einem Material für die O2-Scavengerfunktion und einem weiteren Material für die O2-Indikatorfunktion besitzt im Gegensatz hierzu zwei Reaktionskinetiken und somit zwei unterschiedliche Temperaturabhängigkeiten. Dies bedeutet, dass die Korrelation der Restkapazität des O2-Scavengers mit dem Farbumschlag des O2-Indikators temperaturabhängig ist.

Vorzugsweise ist das Sauerstoff-Sorbens ein Metall ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Eisen, Zink, Aluminium, Kobalt, Kupfer, Magnesium, Chrom, Nickel, Titan und Zinn.

Vorzugsweise ist der Aktivator, der im Verbundsystem enthalten ist, ein Elektrolyt, eine mit Wasser basisch reagierende Verbindung und/oder ein edleres Metall als das Sauerstoff-Sorbens, d.h. ein Metall mit einem höheren Normalpotential. Hierzu zählen z.B. Ag, Au und Cu.

Als Elektrolyt sind sämtliche Verbindungen geeignet, die den Elektronentransfer der Redoxreaktion unterstützen. Bevorzugt werden hierbei Verbindungen aus der Gruppe der Alkali- und Erdalkalimetallhalogenide eingesetzt. Ebenso ist es aber auch möglich, metallische und nicht-metallische Sulfate und Phosphate, aber auch nicht-metallische Halogenide, wie Ammoniumchlorid, einzusetzen. Diese Elektrolyte können sowohl in flüssiger wie auch in fester Form vorliegen.

Eine weitere erfindungsgemäße Alternative sieht vor, dass der Aktivator eine mit Wasser basisch reagierende Verbindung ist. Die zugesetzte basisch reagierende Verbindung bewirkt, dass bei Kontakt mit Wasser, d.h. bei einer bestimmten relativer Feuchte der Luft, ein basisches Milieu erzeugt wird, in dem dann das Sauerstoff-Sorbens den Sauerstoff sorbieren kann. Im trockenen Zustand kommt es dagegen aufgrund des fehlenden basischen Milieus zu keiner Sauerstoff-Sorption.

Die mindestens eine mit Wasser basisch reagierende Verbindung ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der Hydroxide, Carbonate, Sulfide, Thiosulfate, Oxide, Phosphate, Polyphosphate der Alkali- oder Erdalkalimetalle. Ebenso sind Alkali- oder Erdalkalimetallsalze organischer Säuren bevorzugt. Es ist aber ebenso möglich, beliebig andere mit Wasser basisch reagierende Verbindungen zu verwenden. Besonders bevorzugt enthält der Sauerstoff-Scavenger/-Indikator Magnesiumhydroxid, Natriumthiosulfat oder Calciumoxid als basisch reagierende Verbindung.

Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass der Sauerstoff-Scavenger/-Indikator einen Polymer-Elektrolyten und/oder einen Gel-Elektrolyten enthält. Als Polymer-Elektrolyte sind insbesondere Polymere in Kombination mit Salzen einsetzbar, wie z.B. Polyethyloxid (PEO) mit LiPF6, Polypropylenoxid (PPO) mit LiCF3FO3 oder Polyethylenoxid mit LiClO4 und gegebenenfalls TiO2. Als Gel-Elektrolyte werden besonders bevorzugt Systeme aus Polyether, Polycarbonat und LiBF4, Systeme aus Polyacrylnitril (PAN), Polycarbonat (PC), elektrochromen Polymeren und LiClO4 und Systeme aus Polyvinylchlorid (PVC), Dioctyladipat (DOA) und LiN(SO2CF3)2 eingesetzt.

Ebenso ist es auch möglich, dass ein Elektrolyt und eine mit Wasser basisch reagierende Verbindung gemeinsam als Aktivator eingesetzt werden.

Die abgeschiedenen Scavenger-/Indikator-Schichten weisen vorzugsweise eine Schichtdicke im Bereich von 10 bis 1000 nm auf. Die verwendete Schichtdicke ist dabei von der geforderten Scavenger-Kapazität abhängig.

Eine bevorzugte Variante sieht vor, dass die Scavenger-/Indikator-Schicht im sichtbaren Bereich des Spektrums transparent ist.

Nach einer weiteren bevorzugten Variante kann das erfindungsgemäße Verbundsystem auch mindestens eine weitere Schicht aufweisen. Hierbei handelt es sich vorzugsweise um eine Lackschicht, eine Klebstoffschicht, eine weitere aufgedampfte Schicht oder eine Polymerfolie. Dabei ist es bevorzugt, dass diese weitere Schicht den vorbeschriebenen Aktivator enthält.

Im Falle, dass die weitere Schicht eine Polymerfolie ist, besteht diese vorzugsweise aus einem Polymer ausgewählt aus der Gruppe der Polyethylenterephthalate (PET), Polyolefine, insbesondere Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE), Polyamide (PA), Polystyrole (PS), Polycarbonate (PC) sowie deren Copolymere und Polymerblends.

In einer weiteren Variante ist die als weitere Schicht verwendete Polymerfolie mit einem Kaschierklebstoff kraftschlüssig mit der Scavenger-/Indikator-Schicht verbunden. In diesem Falle ist es dann möglich, dass der Aktivator im Kaschierklebstoff enthalten ist.

In den Fällen, in denen der Aktivator in eine Polymerschicht eingebettet ist, kann diese Schicht dann durch Schäumen und/oder Recken modifiziert werden. Auf diese Weise gelingt es, nachträglich die Sauerstoffpermeabilität des Verbundsystems zu beeinflussen.

Bei Metallen als Sauerstoff-Sorbens mit schlechter Verbundhaftung zu der Substratfolie ist es bevorzugt, sog. Metall-Mischschichten zu verwenden, um eine ausreichende Haftung sicherzustellen. Derartige Metall-Mischschichten bestehen dann aus dem Sauerstoff-Sorbens und einem Spacer. Der Spacer kann dabei ein anderes, als Sauerstoff-Sorbens geeignetes Metall oder auch ein Metall ohne Scavenger-Eigenschaft sein. Bevorzugte Beispiele für Spacer sind Au, Ag, SiOx mit x = 1,0 bis 2,0, AlOy mit y = 1,3 bis 1,6, B2O3, Cr-SiO2, Cr2Si2, GeO2, InO2 und TiO2.

Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass die Substratfolie selbst eine Verbundfolie ist. Hierbei ist es dann besonders bevorzugt, dass die Substratfolie eine Sperrschicht für Sauerstoff aufweist. Die Sperrschicht kann dabei SiOx mit x = 1,0 bis 2,0, AlOy mit y = 1,3 bis 1,6, Ethylenvinylalkoholcopolymere (EVOH) und/oder Vinylidenchloridcopolymere (PVDC) enthalten. Die aus Siliziumoxiden und Aluminiumoxiden bestehenden Sperrschichten können beispielsweise durch ein Vakuumdünnschichtverfahren hergestellt werden, wobei die bevorzugten Schichtdicken im Bereich von 1 nm bis 200 nm liegen.

Hinsichtlich des Materials der Substratfolie bestehen keinerlei Beschränkungen, wobei diese vorzugsweise aus einem Polymer besteht, das aus der Gruppe der Polyethylenterephthalate, Polyolefine, insbesondere Polypropylen und Polyethylen, Polyamide, Polystyrole, Polycarbonate und/oder deren Copolymeren und Polymerblends ausgewählt ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der mindestens eine Aktivator in die Scavenger-/Indikator-Schicht integriert.

Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Verbundsystem in zwei Varianten vorliegen, d.h. als nicht-sichtbare und sichtbare Variante. Die sichtbare Variante ermöglicht dabei eine visuelle Wahrnehmung und Auswertung, was im Hinblick auf qualitative Auswertungen in der Regel ausreichend ist. Die nicht-sichtbare Variante basiert wiederum auf der Änderung anderer physikalischer Eigenschaften, die, wie zuvor beschrieben, mit entsprechenden Messinstrumenten ausgewertet werden können und so auch zusätzlich quantitative Ergebnisse liefern können. Besonders für den Verpacker als auch den Vertreiber von Produkten, z.B. Lebensmitteln, ist oft die Information wichtig, wie sich die Kopfraumatmosphäre in der Verpackung verhält. Desweiteren ist mit der Etablierung von aktiven Verpackungen mit O2-Scavengern das Wissen nach der Restzehrkapazität des Scavengers in der Verpackung, z.B. zum Zeitpunkt des Verpackens, von höchstem Interesse. Diese Erfordernisse können mit den beschriebenen Verbundsystemen hervorragend gelöst werden.

Das erfindungsgemäße Verbundsystem weist die Besonderheit auf, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zu Aktivator so einstellbar ist, dass das Sauerstoff-Sorbens zu einem definierten Zeitpunkt, der die Restkapazität des Sauerstoff-Sorbens wiedergibt, mindestens eine seiner physikalischen Eigenschaften ändert. Hierzu zählt besonders bevorzugt ein Farbumschlagspunkt.

Eine weitere erfindungsgemäße Variante sieht vor, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zu Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens eine Änderung seiner physikalischen Eigenschaften zu einem definierten Zeitpunkt, der das Überschreiten einer bestimmten Sauerstoffkonzentrationszeitspanne anzeigt, aufweist. Als bevorzugte physikalische Eigenschaft gilt auch hier die elektromagnetische Absorption, d.h. die Änderung der Farbe des Sorbens. Durch den Farbumschlagspunkt soll visuell oder mit Hilfe einer Messung eine definierte Restkapazität des Sauerstoff-Sorbens signalisiert werden.

Eine dritte erfindungsgemäße Variante sieht vor, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zu Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens zu einem definierten Zeitpunkt, der das Überschreiten einer bestimmten Sauerstoff-Konzentration anzeigt, mindestens eine seiner physikalischen Eigenschaften ändert. Bevorzugte physikalische Eigenschaft ist auch hier der Farbumschlagspunkt.

Die drei zuvor genannten erfindungsgemäßen Varianten können natürlich auch miteinander kombiniert werden.

Die beschriebenen Verbundsysteme eigenen sich hervorragend als Verpackungsfolien für beliebiges Verpackungsgut, insbesondere Lebensmittel. Ebenso können die Verbundsysteme zum Schutz von Feuchtigkeitsempfindlichen Komponenten in elektronischen oder elektrischen Geräten verwendet werden.

Die Anwendungsfelder betreffen dabei die Lebensmittelindustrie, pharmazeutische Produkte und Geräte, die Elektronikindustrie, die chemische Industrie aber auch kulturelle und militärische Bereiche.

Anhand der nachfolgenden Figuren soll der erfindungsgemäße Gegenstand näher erläutert werden, ohne diesen auf die hier dargestellte spezielle Ausführungsform einschränken zu wollen.

In 1 ist die Sauerstoff-Aufnahme über die Zeit, normiert auf die O2-Scavengermaße, von erfindungsgemäßen Verbundsystemen dargestellt. Als Sauerstoff-Sorbens wurden hier Eisen, Aluminium und Zink verwendet. Die Substratfolie in allen drei Fällen ist ein Verbundsystem aus PET und SiOx mit x = 1,0 bis 2,0. Diese Substratfolie weist damit eine Sauerstoffsperrfunktion auf.

In 2 ist die Sauerstoff-Aufnahme über die Zeit, normiert auf die O2-Scavengermaße, eines erfindungsgemäßen Verbundsystems dargestellt. Dieses weist als Substratfolie ein Verbundsystem aus PET und SiOx mit x = 1,0 bis 2,0, mit Sauerstoffsperrschichtfunktion auf. Die Scavenger-/Indikator-Schicht, die im Vakuum aufgedampft wurde, basiert auf Aluminium als Sauerstoff-Sorbens. Im vorliegenden Fall ist zusätzlich ein Aktivator in die Scavenger-/Indikator-Schicht integriert. Als Siegelschicht weist das erfindungsgemäße Verbundsystem zusätzlich eine Folie aus Polyethylen auf.


Anspruch[de]
Verbundsystem enthaltend eine Substratfolie, mindestens eine im Vakuum darauf abgeschiedene Scavenger-/Indikator-Schicht als Dünnschicht, die mindestens ein Metall als Sauerstoff-Sorbens enthält, wobei sich durch die Sorption von Sauerstoff mindestens eine physikalische Eigenschaft des Sauerstoff-Sorbens verändert, sowie mindestens einen in direktem Kontakt zu der mindestens einen Scavenger-Schicht stehenden Aktivator für die Oxidation des Sauerstoff-Sorbens. Verbundsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die physikalische Eigenschaft der Magnetismus, die elektrische Leitfähigkeit und/oder die elektromagnetische Absorption des Sauerstoff-Sorbens ist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetische Absorption den Mikrowellen-, den IR-, den VIS- oder den UV-Bereich betrifft. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Änderung der physikalischen Eigenschaften ein Farbumschlag des Sauerstoff-Sorbens ist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Metall ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Aluminium, Eisen, Zink, Kobalt, Kupfer, Magnesium, Chrom, Silicium, Nickel, Titan und Zinn. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Aktivator ausgewählt ist aus einem Elektrolyt, einer mit Wasser basisch reagierende Verbindung und/oder einem Metall, das im Vergleich zum Sauerstoff-Sorbens ein höheres Normalpotential aufweist. Verbundsystem nach einem dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das ein höheres Normalpotential aufweisende Metall Gold, Silber und/oder Kupfer ist. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt ausgewählt ist aus der Gruppe der Alkali- und Erdalkalimetallhalogenide, der metallischen und nicht-metallischen Sulfate und Phosphate und der nicht-metallischen Halogenide. Verbundsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt ein Polymerelektrolyt ist. Verbundsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt ein Gelelektrolyt ist. Verbundsystem nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Wasser basisch reagierende Verbindung ausgewählt ist aus der Gruppe der Hydroxide, Carbonate, Sulfite, Thiosulfate, Oxide, Phosphate, Polyphosphate der Alkali- oder Erdalkalimetalle und Alkali- oder Erdalkalimetall-Salze organischer Säuren. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Wasser basisch reagierende Verbindung Magnesiumhydroxid, Natriumthiosulfat und/oder Calciumoxid ist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Scavenger-/Indikator-Schicht eine Dicke im Bereich von 10 bis 1000 nm aufweist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Scavenger-/Indikator-Schicht im sichtbaren Bereich des Spektrums transparent ist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundsystem mindestens eine weitere Schicht enthält. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Schicht eine Lackschicht, eine Klebstoffschicht, eine weitere aufgedampfte Schicht oder ein Polymerfolie ist. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Schicht den Aktivator enthält. Verbundsystem nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerfolie aus einem Polymer ausgewählt aus der Gruppe der Polyethylenterephthalate, Polyolefine, Polyamide, Polystyrole, Polycarbonate sowie deren Copolymeren und Polymerblends besteht. Verbundsystem nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Scavenger-/Indikator-Schicht zwischen der Substratfolie und der weiteren Schicht sandwichartig zumindest bereichsweise kraftschlüssig eingeschlossen ist. Verbundsystem nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerfolie mit einem Kaschierklebstoff kraftschlüssig mit der Scavenger-/Indikator-Schicht verbunden ist. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Kaschierklebstoff den mindestens einen Aktivator enthält. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivator in der Scavenger-/Indikator-Schicht integriert ist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Scavenger-/Indikator-Schicht mindestens einen Spacer zur Verbesserung der Verbundhaftung zu der benachbarten Substratfolie enthält. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Spacer ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Au, Ag, SiOx mit x = 1,0 bis 2,0, AlOy mit y = 1,3 bis 1,6, B2O3, Cr-SiO2, Cr2Si2, GeO2, InO2 und TiO2. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Substratfolie eine Verbundfolie ist. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Substratfolie eine Sperrschicht für Sauerstoff aufweist. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrschicht SiOx mit x = 1,0 bis 2,0, AlOy mit y = 1,3 bis 1,6, Ethylenvinylalkoholcopolymere und/oder Vinylidenchloridcopolymere enthält. Verbundsystem nach einem der Ansprüche vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Substratfolie aus einem Polymer ausgewählt aus der Gruppe der Polyethylenterephtalate, Polyolefine, Polyamide, Polystyrole, Polycarbonate und/oder deren Copolymeren und Polymerblends besteht. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundsystem im sichtbaren Bereich des Spektrums transparent ist. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zum Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens eine Änderung mindestens einer seiner physikalischen Eigenschaften an einem definierten Punkt, der die Restkapazität des Sauerstoff-Sorbens wiedergibt, zeigt. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zum Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens einen Farbumschlagspunkt aufweist, der die Restkapazität des Sauerstoff-Sorbens wiedergibt. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zu Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens eine Änderung seiner physikalischen Eigenschaften an einem definierten Punkt, der das Überschreiten einer bestimmten Sauerstoff-Konzentrationszeitspanne anzeigt, aufweist. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zu Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens einen Farbumschlagspunkt aufweist, der das Überschreiten einer bestimmten Sauerstoff-Konzentrationszeitspanne anzeigt. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zum Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens eine Änderung mindestens einer seiner physikalischen Eigenschaften an einem definierten Punkt, der das Überschreiten einer bestimmten Sauerstoff-Konzentration wiedergibt, zeigt. Verbundsystem nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis von Sauerstoff-Sorbens zu Aktivator so eingestellt ist, dass das Sauerstoff-Sorbens einen Farbumschlagspunkt aufweist, der das Überschreiten einer bestimmten Sauerstoff-Konzentration anzeigt. Verbundsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Form einer Folie. Verwendung des Verbundsystems nach einem der vorhergehenden Ansprüche als Verpackungsfolie oder partiell applizierte Einzelfolie. Verwendung des Verbundsystems nach einem der Ansprüche 1 bis 36 zum Schutz von Sauerstoffempfindlichen Komponenten in elektronischen oder elektrischen Geräten.






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