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Dokumentenidentifikation DE102005057465A1 31.05.2007
Titel Nachbehandlungsverfahren sowie Vorrichtung hierfür
Anmelder MHT Mold & Hotrunner Technology AG, 65239 Hochheim, DE
Erfinder Neter, Witold, Newman, Ga., US;
Thömmes, Helmut, 54441 Kastel-Staadt, DE;
Wagner, Christian, 55118 Mainz, DE;
Petry, Rainer, 55270 Klein-Winternheim, DE;
Schweininger, Stefan, 65197 Wiesbaden, DE
Vertreter Dr. Weber, Dipl.-Phys. Seiffert, Dr. Lieke, 65183 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 30.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005057465
Offenlegungstag 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse B29C 49/42(2006.01)A, F, I, 20051130, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 49/64(2006.01)A, L, I, 20051130, B, H, DE   B29C 45/72(2006.01)A, L, I, 20051130, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings, bei dem der Formling aus der Spritzgießform einem Aufnahmeelement übergeben wird. Um ein Verfahren zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings bereitzustellen, das eine frühe Entnahme aus dem Spritzgießwerkzeug erlaubt und zudem eine weitgehend beschädigungsfreie Nachbehandlung des Formlings ermöglicht, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß der Formling zumindest zeitweise berührungsfrei von dem Aufnahmeelement gehalten wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings. Das Spritzgießen ist eines der wichtigsten Verfahren zur Herstellung von Formlingen bzw. Formteilen. Hierbei wird die im allgemeinen ursprünglich als Pulver oder Granulat vorliegende Formmasse erhitzt, plastifiziert und unter hohem Druck (mehrere 100 bar) in ein entsprechendes Formwerkzeug gedrückt. Die Formmasse erstarrt in dem Formwerkzeug und wird anschließend dem geöffneten Werkzeug entnommen.

Beispielsweise werden handelsübliche PET-Flaschen in allgemeinen durch Streckblasformen eines Hohlkörper-Preforms bzw. Hohlkörper-Vorformlings hergestellt. Dabei wird der Hohlkörper-Preform in einem ersten Schritt mittels Spritzgießen erstellt. Das sich an den Spritzgießvorgang anschließende Streckblasformen kann entweder unmittelbar nach Herstellung des Hohlkörper-Preforms oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Bei der Herstellung der entsprechenden Spritzgießformen ist ein hoher Aufwand von Nöten, da die Spritzgießform einerseits für sehr hohe Drücke ausgelegt sein muß und andererseits auch entsprechend beheizte und/oder gekühlte Kanäle aufweisen muß.

Üblicherweise besteht ein Spritzgießwerkzeug zur Herstellung von PET-Vorformlingen aus einer Vielzahl, z. B. 96, Kavitäten, in die entsprechend ausgebildete Werkzeugkerne eingeführt werden. Bei geschlossenem Werkzeug, d.h. wenn der Kern in die entsprechende Kavität eingesetzt ist, wird zwischen dem Kern einerseits und der Kavität andererseits ein Raum, der sogenannte Formraum, gebildet. In diesem Raum wird dann der plastifizierte Kunststoff, z. B. PET, unter hohem Druck eingespritzt. Sobald der PET-Vorformling genügend abgekühlt ist, kann die Form geöffnet werden und der Vorformling entnommen werden.

Um die Zykluszeiten, d.h. die Zeit von einem Spritzvorgang bis zu dem nächsten Spritzvorgang, zu reduzieren, ist es bereits üblich, den Preform zu einem sehr frühen Zeitpunkt aus der Form zu entnehmen, zu dem der Preform an seinen Außenflächen bereits fest ist, dessen innerer Bereich, die sogenannte Seele, jedoch noch flüssig ist. In diesem Zustand wird der Vorformling im allgemeinen in eine sogenannte Aufnahmeplatte übergeben, die aus einer Gruppe von Aufnahmekavitäten besteht. So ist es beispielsweise bei den sogenannten Vertikalwerkzeugen, d.h. denjenigen Spritzgießwerkzeugen, die sich durch eine vertikale Bewegung des einen Werkzeugteils gegenüber dem anderen öffnen, üblich, die Werkzeugform bereits nach z. B. 10 Sekunden zu öffnen, eine Aufnahmeplatte mit entsprechenden Aufnahmekavitäten in die Form einzufahren, die einzelnen Preforms in die Aufnahmekavitäten mittels Schwerkraft hineinfallen zu lassen, die Aufnahmeplatte mit den Preforms aus dem Werkzeug herauszufahren, die Form wieder zu schließen und den nächsten Spritzgießvorgang zu beginnen. Während des nächsten Spritzgießvorgangs verbleiben die vorherigen Preforms in der Aufnahmekavität, die üblicherweise gekühlt wird.

Es gibt auch Ausführungsformen, bei denen eine Greifereinheit in die geöffnete Spritzgießform eingefahren wird, um die Preforms zu greifen und in die Aufnahmekavitäten zu überführen.

Da der Preform zur Abkühlung in der Aufnahmekavität des Standes der Technik eine verhältnismäßig lange Zeit verweilen muss, so daß in der Regel bereits der nächste Vorformling aus dem Spritzgießwerkzeug entnommen werden kann, bevor der Preform in der Aufnahmekavität soweit abgekühlt ist, daß er ohne die Gefahr einer Beschädigung entnommen werden kann, ist es bereits üblich, Aufnahmeplatten zu verwenden, die mehrere Gruppen von Aufnahmekavitäten besitzen, wobei jede Gruppe soviel Aufnahmekavitäten aufweist, wie das Spritzgießwerkzeug Preforms pro Spritzzyklus bereitstellt. Die einzelnen Aufnahmekavitätengruppen werden dann nacheinander mit Preforms bestückt, so daß der einzelne Preform länger als einen Spritzgießzyklus in der Aufnahmekavität verbleiben kann.

Solche Aufnahmeplatten sind jedoch entsprechend groß und nur sehr aufwendig zu steuern.

Bei den bekannten Verfahren sind der Verkürzung der Zykluszeit jedoch Grenzen gesetzt, da die äußeren Flächen des Preforms bereits eine gewisse Festigkeit aufweisen müssen, da ansonsten bei der Übergabe des Preforms von dem Werkzeugkern in die Aufnahmekavität der Aufnahmeplatte und der damit verbundenen Berührung zwischen Preform und Aufnahmekavität der Preform möglicherweise verformt wird.

Ausgehend von dem beschriebenen Stand der Technik ist es daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings bereitzustellen, das eine frühe Entnahme aus dem Spritzgießwerkzeug erlaubt und zudem eine weitgehend beschädigungsfreie Nachbehandlung des Formlings ermöglicht.

Unter Nachbehandlung wird im folgenden jede erdenkliche Art von Behandlung des Formlings nach der Entnahme aus dem Spritzgießwerkzeug verstanden, wie z.B die Kühlung, die Temperierung oder das Verformen.

Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings, bei dem der Formling aus der Spritzgießform einem Aufnahmeelement übergeben wird, wobei der Formling zumindest zeitweise im wesentlichen berührungsfrei von dem Aufnahmeelement gehalten wird.

Beispielsweise kann das Aufnahmeelement eine Aufnahmekavität mit einem offenen und einem geschlossenen Ende sein, deren innere Form im wesentlichen der äußeren Form des Formlings entspricht, wobei der Formling zumindest zeitweise in der Aufnahmekavität derart gehalten wird, daß der Formling nicht vollständig in die Aufnahmekavität eindringt, so daß ein Großteil der Außenfläche des Formlings die Innenfläche der Aufnahmekavität nicht berührt.

Dadurch, daß die Außenfläche des Formlings nicht mit der Aufnahmekavität in Kontakt tritt, kann der Vorformling in einem Zustand überführt werden, in dem die Oberflächen des Vorformlings noch relativ weich sind. In diesem Zustand könnte eine Berührung zwischen Vorformling und Aufnahmekavität zu einer irreversiblen Beschädigung des Vorformlings führen.

Daher wird in einer bevorzugten Ausführungsform der Formling mittels eines Fluids, vorzugsweise mittels eines gasförmigen Fluids, das durch eine Öffnung vorzugsweise in der Nähe des geschlossenen Endes der Aufnahmekavität in diese eingebracht wird, daran gehindert, mit der Innenfläche der Aufnahmekavität in Berührung zu treten. Mit anderen Worten wird beispielsweise Druckluft am unteren Ende der Aufnahmekavität in diese eingeführt, was verhindert, daß der Formling vollständig in die Aufnahmekavität eindringt, da er dann die Aufnahmekavität aufgrund der wesentlichen Übereinstimmung der äußeren Form des Formlings mit der inneren Form der Aufnahmekavität verschließen würde. In diesem Zustand würde jedoch der durch die eingeführte Druckluft erzeugte Druck den Formling sofort wieder ein kleines Stück aus der Aufnahmekavität anheben. Es bildet sich somit zwischen Aufnahmekavität einerseits und Formling andererseits eine Luftschicht, die auch als Luftkissen bezeichnet werden könnte. Der Formling schwebt daher über der Aufnahmekavität und wird im wesentlichen allein durch das Luftkissen gehalten.

Es ist hierbei im Idealfall möglich, überhaupt keinen direkten Kontakt zwischen dem Formling und der Aufnahmekavität zuzulassen. Eine ungewollte Verformung des Preforms wird durch das Luftkissen verhindert.

Es ist selbstverständlich auch möglich, den Formling an ausgewählten Bereichen, z.B. an einem Halsring, zu stützen, dabei ist jedoch darauf zu achten, daß nicht das gesamte Eigengewicht an der Stützfläche anliegt. Es hat sich nämlich gezeigt, daß bei einer sehr frühen Entnahme des Formlings aus der Form, die bereits feste Oberfläche des Formling aufgrund der immer noch sehr heißen Seele wieder aufweicht, so daß ein nur im Halsbereich gehaltener Formling seine Form allein aufgrund seiner Gewichtskraft wieder verändern kann.

Grundsätzlich ist daher jeder direkte Kontakt nicht erwünscht. Dennoch kann es bei der Übergabe des Formlings aus dem Werkzeug in die Aufnahmekavität oder auch bei der Nachbehandlung des Formlings in der Aufnahmekavität kurzzeitig zu abschnittsweisen Berührungen zwischen Formling und Aufnahmekavität kommen. Auch wenn dies prinzipiell nicht gewünscht ist, stellen diese dennoch das erfindungsgemäße Verfahren nicht in Frage, da sie nur kurzzeitig und – da das Luftkissen als Puffer wirkt – nur mit geringer Kraft erfolgen. Im Prinzip verhindert die durch die Öffnung in die Aufnahmekavität eingeleitete Druckluft, die an der äußeren Fläche des Formlings entlang strömt ein vollständiges Eindringen des Formlings in die Aufnahmekavität.

Generell ist es ausreichend, wenn die Aufnahmekavität eine Zuführöffnung für das entsprechende Fluid aufweist. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Nachbehandlung besonders vorteilhaft ist, wenn mehrere Öffnungen, durch welche das Fluid zugeführt wird, vorhanden sind. Beispielsweise kann die Aufnahmekavität an ihrem unteren Ende einen Einsatz aus porösem Material, z. B. aus Sintermetall, haben, so daß das Fluid durch die vielen Poren des porösen Abschnittes zugeführt wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist darüber hinaus vorgesehen, daß ein Nachbehandlungsstift, dessen äußere Fläche zumindest abschnittsweise in etwa mit der inneren Form eines Hohlraums innerhalb des Formlings übereinstimmt, in den Formlinghohlraum hineinbewegt wird. Dieser Nachbehandlungsstift ist für die Nachbehandlung der inneren Oberfläche des Formlings vorgesehen.

Besonders zweckmäßig ist es, wenn durch eine Öffnung in dem Nachbehandlungsstift zumindest zeitweise ein Fluid, vorzugsweise ein gasförmiges Fluid in den Formlinghohlraum eingebracht wird. Mit dem Fluid kann dann beispielsweise der Formlinghohlraum gekühlt werden. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß während des Hineinbewegens des Nachbehandlungsstiftes in den Formlinghohlraum Fluid in den Formlinghohlraum eingebracht wird, so daß der Formling durch das ausströmende Fluid und im wesentlichen ohne direkten Kontakt zwischen Nachbehandlungsstift und Formling weiter in die Aufnahmekavität hineingedrückt wird. Mit anderen Worten folgt die Bewegung des Formlings innerhalb der Aufnahmekavität weitgehend berührungslos, so daß der Formling auf Seiten der Aufnahmekavität auf dem von dieser bereitgestellten Luftpolster schwebt, während der Nachbehandlungsstift aufgrund des seinerseits zwischen Nachbehandlungsstift und Formling aufgebauten Luftpolsters den Formling weiter in die Aufnahmekavität hineindrückt.

Auch hier ist es von Vorteil, wenn das Fluid über mehrere Öffnungen, vorzugsweise über ein poröses Element in dem Nachbehandlungsstift in den Formling eingebracht wird. Alternativ dazu kann auch der gesamte Nachbehandlungsstift aus einem porösen Material hergestellt sein.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Formling innerhalb der Aufnahmekavität zumindest abschnittsweise aufgewärmt wird. Es hat sich gezeigt, daß die Qualität des Formlings hinsichtlich seiner physikalischen bzw. mechanischen Eigenschaften in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit und der Gleichmäßigkeit des Abkühlvorgangs verändert. Um ein zu schnelles Abkühlen der Oberflächen des Formlings zu verhindern, kann es daher von Vorteil sein, wenn der Formling an seiner Oberfläche zumindest abschnittsweise erwärmt wird, bis das Innere des Formlingmaterials, die sogenannte Seele ebenfalls auf eine bestimmte Temperatur abgekühlt ist. Darüber hinaus kann es, je nach weiteren geplanten Verarbeitungsschritten, von Vorteil sein, wenn der Formling, insbesondere in Form eines Preforms nach dem Abkühlen wieder aufgewärmt wird, um beispielsweise eine Weiterbehandlung durch Streckblasen zu ermöglichen. Des weiteren kann es zweckmäßig sein, wenn der Formling innerhalb der Aufnahmekavität zumindest abschnittsweise gekühlt wird.

Hinsichtlich der Nachbehandlung eines Preforms wird die eingangs genannte Aufgabe insbesondere durch ein Verfahren gelöst, das nacheinander die Schritte aufweist:

  • a) Einbringen des Preforms in eine Aufnahmekavität, deren Innenfläche in etwa der äußeren Fläche des Preforms entspricht,
  • b) Einbringen eines Fluids in die Aufnahmekavität über eine Öffnung in der Nähe des geschlossenen Endes der Aufnahmekavität,
  • c) Ausbilden eines Fluidkissens zwischen Preform und Aufnahmekavität,
  • d) Halten des Preforms in der Schwebe ohne wesentlichen direkten Kontakt zwischen Preform und Aufnahmekavität.

Dabei ist es möglich und für manche Anwendungszwecke auch zweckmäßig, Schritt b) bereits während Schritt a) durchzuführen. Somit kann bereits bei der Übergabe des Preforms von der Werkzeugform in die Aufnahmekavität eine Berührung zwischen Preform einerseits und Aufnahmekavität andererseits unterbunden werden.

Es gibt jedoch auch Werkzeugformen, insbesondere sogenannte Horizontalwerkzeuge, bei denen der Preform nicht mittels Schwerkraft in die Aufnahmekavität übergeben werden kann. Die Übergabe erfolgt dann beispielsweise zu einem Zeitpunkt, zu dem die Aufnahmekavität nicht vertikal, sondern horizontal ausgerichtet ist. Würde man hier bereits während Schritt a) ein Fluid in die Aufnahmekavität einbringen, so könnte dies ein vorzeitiges Ausstoßen des Preforms aus der Aufnahmekavität bewirken. Hier ist es demnach zweckmäßig, daß Fluid erst dann einzubringen, wenn die Aufnahmekavität aus der Werkzeugform herausbewegt und in eine vertikale Position gebracht worden ist.

Sobald der Preform ohne wesentlichen direkten Kontakt in der Schwebe zwischen Preform und Aufnahmekavität allein durch das bereitgestellte Fluidkissen gehalten wird, ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, daß ein Nachbehandlungsstift in den Preform eingebracht wird, dessen äußere Kontur im wesentlichen der inneren Kontur des Preforms entspricht (Schritt e).

Durch den Nachbehandlungsstift wird die innere Kontur des Preforms nachbehandelt, d.h. entweder nachgeformt oder nachgekühlt oder ggf. sogar erwärmt.

Besonders bevorzugt ist es, wenn der Behandlungsstift an seiner Spitze und/oder an seinen Seitenflächen eine oder mehrere Öffnungen aufweist und Fluid aus der einen oder den mehreren Öffnungen des Nachbehandlungsstiftes ausströmt, wenn der Nachbehandlungsstift in den Preform eingetaucht wird. Besonders zweckmäßig ist es, wenn auch zwischen der äußeren Fläche des Nachbehandlungsstiftes und der Innenfläche ein Fluidpolster ausgebildet wird, so daß der Preform in der Aufnahmekavität im wesentlichen allein über das Fluidpolster ohne wesentliche direkte Berührung zwischen Preform und Nachbehandlungsstift hineingedrückt wird (Schritt f).

Die Oberfläche des Preforms kann bei diesem Verfahren noch derart weich sein, daß durch das Fluidpolster es zu einer Oberflächenglättung kommt. Dies ist insbesondere im unteren Bereich des Preforms, d.h. an der Außenseite seines geschlossenen Endes, von Vorteil, da sich hier häufig aufgrund des Anspritzpunktes bzw. des Anschnitts eine Unebenheit im Preform befindet. Durch das Fluidpolster kann auch diese Unebenheit beseitigt werden, so daß der Anspritzpunkt bei der fertig aufgeblasenen Flasche praktisch nicht mehr zu erkennen ist.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform wird der Nachbehandlungsstift schlussendlich soweit in die Aufnahmekavität hineinbewegt, daß die äußere Preformwand mit der Innenwand der Aufnahmekavität und in Kontakt tritt (Schritt g). In diesem Moment erhält der Preform seine endgültige Gestalt. Es ist hierbei möglich, daß die Innenwand des Preforms mit der Außenfläche des Nachbehandlungsstiftes in Berührung kommt. Dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Die besten Ergebnisse wurden bei Versuchen erzielt, wenn nur ein Berührung zwischen Preform und Aufnahmekavität nicht aber zwischen Preform und Nachbehandlungsstift erfolgte.

Ist der Preform vor dem beschriebenen Kontaktschritt bereits geeignet nachbehandelt worden, so kann der Formschritt, d.h. der Moment, in dem der Nachbehandlungsschrift vollständig in die Aufnahmekavität eingebracht ist, weniger als 2 Sekunden, vorzugsweise weniger als 1 Sekunde, besonders bevorzugt weniger als 500 Millisekunden andauern. Danach hat der Preform seine endgültige Form und der Nachbehandlungstift wird nun wieder etwas aus der Aufnahmekavität herausbewegt. Der Preform kann nun entweder aus der Aufnahmekavität entnommen werden oder es kann wieder in den bereits oben beschriebenen „schwebenden" Zustand übergegangen werden, in dem aufgrund des Fluids eine gezielte Abkühlung des Preforms bewirkt wird. Selbstverständlich ist es auch möglich, daß der Preform an seiner Außenseite mit der Aufnahmekavität in Kontakt bleibt.

Zweckmäßigerweise wird die Zufuhr von Fluid in dem Moment, in dem die äußere Preformwand mit der Innenwand der Aufnahmekavität in Kontakt tritt, unterbrochen.

Es hat sich darüber hinaus für manche Anwendungsfälle von Vorteil erwiesen, wenn das Fluid, das in die Aufnahmekavität eingebracht wird, und/oder das Fluid, das in den Nachbehandlungsstift eingebracht wird, erwärmt wird. Durch das Erwärmen des Fluids kann ein Nachverformung des Preforms erfolgen und somit kleinere Ungenauigkeiten in der Oberfläche des Preforms entfernt werden.

In einer weitern besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Preform in Schritt f) oder g), d.h. während des Hineinbewegens des Nachbehandlungsstiftes in die Aufnahmekavität der Preform in seiner axialen Länge gestaucht wird. Dies ist insbesondere dann von großem Vorteil, wenn während dieses Schrittes ein Abschnitt des Preforms auf eine erste Temperatur T1 und ein Abschnitt des Preforms auf eine zweite Temperatur T2 gebracht wird, wobei T1 größer, vorzugsweise um mindestens 10°C größer und besonders bevorzugt um mindestens 20°C größer als T2 ist. So könnte beispielsweise der wärmere Abschnitt näher am Halsabschnitt des Preforms angeordnet sein als der kältere Abschnitt. Dies hat zur Folge, daß der Preform in seinem unteren Bereich relativ schnell erkaltet, so daß das Stauchen des Preforms entlang seiner axialen Länge im wesentlichen in dem wärmeren Abschnitt, der näher am Halsabschnitt angeordnet ist, erfolgt. Dadurch wird dieser Abschnitt eine etwas höhere Wanddicke haben als der untere Abschnitt des Preforms. Eine solch ungleichmäßige Dicke des Preforms kann wünschenswert sein, wenn die in einem weiteren Verfahrensschritt herzustellende Flasche in einem bestimmten Bereich Verstärkungsrippen haben soll, so daß in diesem Bereich eine erhöhte Materialmenge benötigt wird.

Grundsätzlich wäre es zwar auch möglich, den Preform bereits in der Spritzgießform mit einer abschnittsweise größeren Wandstärke auszustatten, die Wandstärke ist jedoch das die Zykluszeit bestimmende Kriterium, so daß eine Vergrößerung der Wandstärke des Preforms in der Form immer eine Verlängerung der Zykluszeit nach sich zieht. Durch das erfindungsgemäße Vorgehen ist es möglich, den Preform schlußendlich eine erhöhte Wandstärke zu verleihen, ohne daß es zu einer Verlängerung der Zykluszeit kommt.

Weiterhin ist mit Vorteil der Nachbehandlungsstift derart ausgebildet, daß er bei vollständig in die Aufnahmekavität hineinbewegter Position den Preform im wesentlichen abdichtend verschließt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird im Anschluß an das Hineinbewegen des Nachbehandlungsstiftes der Nachbehandlungsstift wieder aus der Aufnahmekavität herausbewegt, ein Fluid wird über die Öffnung der Aufnahmekavität zugeführt und der Nachbehandlungsstift wird mit einer Vakuumquelle verbunden, so daß der Preform sich mit dem Nachbehandlungsstift aus der Aufnahmekavität bewegt.

Weiterhin ist es von Vorteil, wenn ein Hülsenelement bereitgestellt wird, das den Preform im Gewindebereicht umgibt und das Hülsenelement nach erfolgter Nachbehandlung mit einer Vakuumquelle verbunden wird, um den Preform aus der Aufnahmekavität zu entnehmen.

Weiterhin kann es direkt im Anschluß an die Nachbehandlung des Preforms, der in die endgültige Flaschenform aufgeblasen werden soll, von Vorteil sein, wenn zur Entnahme des Preforms aus der Aufnahmekavität eine Reckstange, wie sie beim Blasstreckformen verwendet wird, in den Preform eingebracht wird, der Preform mittels der Reckstange und einem in einer Öffnung in der Reckstange angelegtem Vakuum, aus der Aufnahmekavität entnommen wird und schließlich die Reckstange samt Preform in eine Matrize eingebracht wird und der Preform in der Matrize gereckt und aufgeblasen wird, um eine PET-Flasche oder einen anderen Gegenstand zu bilden.

Hinsichtlich der Vorrichtung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein System zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings, bei dem eine Halteeinrichtung zum im wesentlichen berührungsfreien Halten des Formlings vorgesehen ist.

Weiterhin weist in einer bevorzugten Ausführungsform die Halteeinrichtung eine Aufnahmekavität mit einem geschlossenen und einem offenen Ende zur Aufnahme des Formlings auf, wobei die innere Form der Aufnahmekavität derart angepaßt ist, daß sie im wesentlichen der äußeren Form des aufzunehmenden Formlings entspricht, und der Formling in der Kavität derart gehalten wird, daß der Großteil der Außenfläche des Formlings nicht mit der Innenfläche der Aufnahmekavität in Kontakt tritt.

Dabei ist es von Vorteil, wenn die Halteeinrichtung einen Abstand zwischen Außenseite des Formlings und Innenfläche der Aufnahmekavität zwischen etwa 1 mm bis etwa 5 mm gewährleistet.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird die Halteeinrichtung durch mindestens eine Öffnung in der Aufnahmekavität, die mit einer Fluidzufuhr verbindbar ist, gebildet. Wird über die Öffnung in der Aufnahmekavität ein Fluid zugeführt, so sorgt das Fluid dafür, daß der Formling nicht vollständig in die Aufnahmekavität eindringen kann und daher auch die Innenfläche der Aufnahmekavität nicht berührt. Das Halten des Formlings erfolgt somit durch das zugeführte Fluid ohne daß es einen direkten physischen Kontakt zwischen Formling und Aufnahmekavität bedarf.

Die mindestens eine Öffnung in der Aufnahmekavität ist vorzugsweise in der Nähe des geschlossenen Endes angeordnet. Zweckmäßigerweise ist die Aufnahmekavität zumindest abschnittsweise aus porösem Material ausgebildet.

Weiterhin ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform eine Kühleinrichtung zur Kühlung der Aufnahmekavität und/oder des zuzuführenden Fluids vorgesehen. Zusätzlich oder alternativ hierzu kann auch eine Heizeinrichtung zur Erwärmung der Aufnahmekavität und/oder des zuzuführenden Fluids vorgesehen sein.

Weiterhin ist bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ein Nachbehandlungsstift vorgesehen, der in die Aufnahmekavität hineinbewegbar ist. Hierbei ist es von Vorteil, wenn der Nachbehandlungsstift zumindest eine Öffnung, vorzugsweise im Bereich seiner Spitze, hat, die mit einer Fluidzufuhr verbindbar ist, wobei der Nachbehandlungsstift vorzugsweise aus einem porösen Material besteht. Der Nachbehandlungsstift ist in einer bevorzugten Ausführungsform dafür ausgelegt, einen Formling weiter in die Aufnahmekavität hinein zu drücken, und zwar ohne wesentliche Berührung zwischen Nachbehandlungsstift und Formling. Dieses Hineindrücken erfolgt allein aufgrund des Fluidpolsters, das sich notwendigerweise durch die Zuführung des Fluids durch die Öffnung im Nachbehandlungsstift zwischen Nachbehandlungsstift einerseits und Formling andererseits ausbildet.

Weiterhin ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform eine Kühleinrichtung zur Kühlung des Nachbehandlungsstiftes und/oder des durch den Nachbehandlungsstift zuzuführenden Fluids vorgesehen. Zusätzlich oder alternativ hierzu kann auch eine Heizeinrichtung zur Erwärmung des Nachbehandlungsstift und/oder des durch diesen zuzuführenden Fluids vorgesehen sein.

Das erfindungsgemäße System ist vorzugsweise dafür ausgelegt, den Formling zumindest zeitweise im wesentlichen ausschließlich durch das mittels Aufnahmekavität einerseits und Nachbehandlungsstift andererseits zugeführte Fluid zu halten.

Das beschriebene System ist besonders vorteilhaft bei der Nachbehandlung von Preforms, die im Anschluß daran zu entsprechenden Flaschen oder anderen Gegenständen aufgeblasen werden. Die Aufnahmekavität weist zweckmäßigerweise ein Ringelement mit vorzugsweise sich konisch erweiternder Innen- oder Außenfläche auf, das das offene Ende der Aufnahmekavität umgibt. Schließlich ist vorzugsweise ein Hülsenelement vorgesehen, das den Nachbehandlungsstift umgibt und besonders bevorzugt derart ausgebildet ist, daß das Hülsenelement bei vollständig in die Aufnahmekavität hineinbewegtem Nachbehandlungsstift mit dem Halsabschnitt des nachzubehandelnden Preforms in Kontakt tritt.

Dabei sind in einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform das Ringelement der Aufnahmekavität und das Hülsenelement des benachbarten Nachbehandlungsstiftes mit zueinander korrespondierenden vorzugsweise sich konisch erweiternden Flächen ausgebildet, die beim Eintauchen des Nachbehandlungsstiftes in die Aufnahmekavität miteinander in Kontakt treten und eine Zentrierung des Nachbehandlungsstiftes in Bezug auf die Aufnahmekavität gewährleisten.

Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform sowie der dazugehörigen Figuren.

Es zeigen 1 bis 4 jeweils eine Momentaufnahme des erfindungsgemäßen Verfahrens.

In 1 ist eine Aufnahmekavität 1 dargestellt, die ein unteres, geschlossenes Ende und ein oberes, offenes Ende aufweist. Innerhalb der Aufnahmekavität ist ein Kühlkanal 2 angeordnet, der eine Kühlung der Aufnahmekavität beispielsweise mittels Kühlwasser erlaubt. Der Boden der Aufnahmekavität 1 wird durch einen porösen Einsatz 3 gebildet. Schließlich ist unterhalb des porösen Einsatzes 3 eine Zuführung 4 für ein Fluid, z. B. Druckluft dargestellt. Durch die Zuführung 4 kann Druckluft in die Aufnahmekavität 1 eingebracht werden, die sich durch das poröse Material verteilt und im unteren Bereich der Aufnahmekavität aus dem porösen Material in die Aufnahmekavität 1 eintritt. Die Aufnahmekavität ist für die Aufnahme eines Preforms 5 vorgesehen, der hier schematisch eingezeichnet worden ist. Der Preform 5 weist einen Gewindeabschnitt 6, einen Halsring 7 und einen unteren Bereich 13 auf. Die äußere Fläche des unteren Bereichs 13 des Preforms 5 entspricht im wesentlichen der inneren Oberfläche der Aufnahmekavität 1. Zur Entnahme des Preforms 5 aus der Werkzeugform, wird diese zunächst geöffnet und dann eine Platte mit entsprechenden Aufnahmekavitäten in die Form eingefahren. Der Preform 5 wird dann in die Aufnahmekavität 1 übergeben. Aufgrund des Luftstromes 12, der durch die an die Zuführung 4 angelegten Druckluft erzeugt wird, wird der Preform 5 in der Schwebe gehalten, so daß er nahezu keinen Kontakt zu der Innenfläche der Aufnahmekavität 1 hat. Der Luftstrom ist in 1 schematisch durch Pfeile dargestellt.

Die Aufnahmekavität 1 wird nach der Übergabe des Preforms 5 in die Aufnahmekavität 1 aus der Werkzeugform herausgefahren. Diese kann nun zur Herstellung eines weiteren Preforms 5 verwendet werden. Währenddessen wird ein Nachbehandlungsstift 9 in den Preform eingebracht. Dieser Zustand ist in 2 dargestellt. Deutlich zu erkennen ist, daß der Preform weder die Aufnahmekavität 1 noch den Nachbehandlungsstift 9 berührt. Der Nachbehandlungsstift 9 ist ebenfalls aus porösem Material gefertigt und mit einer entsprechenden Zufuhr für ein Fluid, z. B. Druckluft verbunden. Es bildet sich somit auch zwischen dem Nachbehandlungsstift 9 und dem Preform 5 ein Luftkissen. In diesem Zustand, der in 2 gezeigt ist, kann der Preform 5 nachbehandelt werden. Das zuzuführende Fluid kann entsprechend temperiert werden. Diese Temperierung kann beispielsweise mittels eines Widerstandsheizers, z.B. in Form einer Heizwendel, erfolgen. Der Verlauf des Fluidstroms 12 ist auch hier durch Pfeile gekennzeichnet.

In 3 ist der Schritt der endgültigen Ausbildung der Form des Preforms dargestellt. Hier wird der Nachbehandlungsstift 9 für einen kurzen Moment soweit wie möglich in die Aufnahmekavität 1 eingeführt. In dieser Situation berührt der Preform 5 die Innenwand der Aufnahmekavität 1 jedoch nicht die Außenwand des Nachbehandlungsstiftes 9. Deutlich zu erkennen ist, daß der Nachbehandlungsstift 9 mit einem Hülsenelement 10 ausgestattet ist. Ringförmig um die Aufnahmekavität angeordnet ist ein Ringelement 8. Das Hülsenelement 10 ist so ausgebildet, daß es mit dem Halsring 7 des Preforms in der in 3 gezeigten Position in Kontakt tritt. Das Ringelement 8 und das Hülsenelement 10 sind jeweils mit konischen Flächen versehen, die derart zueinander korrespondieren, daß sie in der in 3 gezeigten Position miteinander in Kontakt treten und für eine Zentrierung des Nachbehandlungsstiftes 9 innerhalb der Aufnahmekavität 1 sorgen. In der in 3 gezeigten Position tritt der obere Rand des Preforms 5 mit dem Hülsenboden 11 des Hülsenelementes 10 in Kontakt, so daß sich rund um den Gewindeabschnitt 6 des Preforms 5 zwischen Preform einerseits und dem umgebenden Hülsenelement 10 andererseits eine geschlossene Kammer ausbildet. Diese geschlossene Kammer kann ggf. mit einer Vakuumquelle verbunden werden, um in einem weiteren Schritt den Preform 5 aus der Aufnahmekavität 1 zu entnehmen.

Der in 3 gezeigte Zustand wird nur für einen sehr kurzen Moment, vorzugsweise für weniger als 1 Sekunde, beibehalten. Während dieses Momentes wird zweckmäßigerweise die Fluidzuführung abgeschaltet. Dann wird der Nachbehandlungsstift 9 wieder etwas aus dem Preform 5 herausgefahren, so daß sich in etwa die in 4 gezeigte Position ergibt. Durch Anlegen des unter Druck gesetzten Fluids an den Nachbehandlungsstift 9 wird die Innenseite des Preforms wieder mit Fluid umströmt. In diesem Zustand kann der Preform aufgrund der Fluidzufuhr noch weiter abgekühlt werden. Die Außenseite des Preforms wird durch den direkten Kontakt mit der wassergekühlten Aufnahmekavität 1 gekühlt. Es ist jedoch auch möglich, im Bereich des Basisabschnittes 11 und/oder über den Nachbehandlungsstift 9 ein Vakuum zu errichten, so daß der Preform 5 nach oben in Richtung des Nachbehandlungsstiftes 9 angezogen wird. Der Preform 5 kann nun mit dem Nachbehandlungsstift 9 aus der Aufnahmekavität 1 entnommen werden.

1
Aufnahmekavität
2
Kühlkanal
3
poröser Einsatz
4
Zuführung
5
Preform
6
Gewindeabschnitt
7
Halsring
8
Ringelement
9
Nachbehandlungsstift
10
Hülsenelement
11
Hülsenboden
12
Fluidstrom
13
Unterer Bereich des Preforms


Anspruch[de]
Verfahren zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings, bei dem der Formling aus der Spritzgießform einem Aufnahmeelement übergeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Formling zumindest zeitweise berührungsfrei von dem Aufnahmeelement gehalten wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufnahmeelement eine Aufnahmekavität (1) mit einem offenen und einem geschlossenen Ende ist, deren innere Form im wesentlichen der äußeren Form des Formlings entspricht, und der Formling derart gehalten wird, daß der Formling nicht vollständig in die Aufnahmekavität (1) eindringt, so daß ein Großteil der Außenfläche des Formlings die Innenfläche der Aufnahmekavität nicht berührt. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Formling mittels eines Fluids, vorzugsweise eines gasförmigen Fluids, das durch eine Öffnung vorzugsweise in der Nähe des geschlossenen Endes der Aufnahmekavität (1) in diese eingebracht wird, daran gehindert wird, mit der Innenfläche der Aufnahmekavität (1) in Berührung zu treten. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Druckluft durch eine Öffnung in die Aufnahmekavität (1) eingeleitet wird und den Formling an seiner äußeren Fläche umströmt und somit daran hindert vollständig in die Aufnahmekavität (1) einzudringen. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Fluid durch mehrere Öffnungen, vorzugsweise durch einen porösen Abschnitt (3) in die Aufnahmekavität (1) eingebracht wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Nachbehandlungsstift (9), dessen äußere Fläche zumindest abschnittsweise in etwa mit der inneren Form eines Hohlraums innerhalb des Formlings übereinstimmt, in den Formlinghohlraum hineinbewegt wird. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß durch eine Öffnung in dem Nachbehandlungsstift (9) zumindest zeitweise ein Fluid, vorzugsweise ein gasförmiges Fluid, in den Formlinghohlraum eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß während des Hineinbewegens des Nachbehandlungsstiftes (9) in den Formlinghohlraum Fluid in den Formlinghohlraum eingebracht wird, so daß der Formling durch das ausströmende Fluid und im wesentlichen ohne direkten Kontakt zwischen Nachbehandlungsstift (9) und Formling weiter in die Aufnahmekavität hineingedrückt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Fluid über mehrere Öffnungen, vorzugsweise über ein poröses Element (3) in dem Nachbehandlungsstift (9) in den Formling eingebracht wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Formling innerhalb der Aufnahmekavität (1) zumindest abschnittsweise aufgewärmt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Formling innerhalb der Aufnahmekavität (1) zumindest abschnittsweise gekühlt wird. Verfahren zum Nachbehandeln eines Preforms (5), nachdem dieser einer Werkzeugform entnommen wurde, das nacheinander die Schritte aufweist:

a) Einbringen des Preforms (5) in eine Aufnahmekavität (1), deren Innenfläche in etwa der äußeren Fläche des Preforms entspricht,

b) Einbringen eines Fluids in die Aufnahmekavität (1) über eine Öffnung in der Nähe des geschlossenen Endes der Aufnahmekavität (1),

c) Ausbilden eines Fluidkissens zwischen Preform (5) und Aufnahmekavität (1),

d) Halten des Preforms (5) in der Schwebe ohne wesentlichen direkten Kontakt zwischen Preform (5) und Aufnahmekavität (1).
Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß Schritt b) bereits während Schritt a) durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß Schritt b) erst nach Vollendung von Schritt a) durchgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sich an Schritt d) der Schritt

e) Einbringen eines Nachbehandlungsstiftes (9), dessen äußere Kontur im wesentlichen der inneren Kontur des Preforms (5) entspricht, in den Preform (5) anschließt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sich an Schritt d) der Schritt

e) Bereitstellen eines Nachbehandlungsstiftes (9), dessen äußere Kontur im wesentlichen der inneren Kontur des Preforms (5) entspricht und der an seiner Spitze und/oder an seiner Seitenflächen eine oder mehrere Öffnungen aufweist, Ausströmen lassen von Fluid aus der einen oder den mehreren Öffnungen des Nachbehandlungsstiftes (9) und Eintauchen des Nachbehandlungsstiftes (9) in den Preform (5),

anschließt.
Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß sich an Schritt e) der Schritt

f) Ausbilden eines Fluidpolsters zwischen Nachbehandlungsstift (9) und Innenfläche des Preforms (5) und Hineindrücken des Preforms (5) in die Aufnahmekavität (1) im wesentlichen allein über das Fluidpolster ohne wesentliche direkte Berührung zwischen Preform (5) und Nachbehandlungsstift (9)

anschließt.
Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß sich an Schritt f) anschließt der Schritt

g) Hineinbewegen des Nachbehandlungsstift (9) soweit in die Aufnahmekavität (1), daß die äußere Preformwand mit der Innenwand der Aufnahmekavität (1) in Kontakt tritt.
Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß in Schritt g) der Nachbehandlungsstift nach einem Zeitintervall von weniger als 2 Sekunden, vorzugsweise weniger als 1 Sekunde, besonders bevorzugt weniger als 500 Millisekunden wieder ein Stück weit aus der Aufnahmekavität herausgezogen wird. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß Schritt b) zumindest unterbrochen wird in dem Moment, in dem die äußere Preformwand mit der Innenwand der Aufnahmekavität (1) in Kontakt tritt. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Fluid, das in die Aufnahmekavität (1) eingebracht wird, und/oder das Fluid, das in den Nachbehandlungsstift (9) eingebracht wird, erwärmt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Preform (5) in Schritt g) in seiner axialen Länge gestaucht wird. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß während Schritt g) die ein Abschnitt des Preforms (5) auf eine erste Temperatur T1 und ein Abschnitt des Preforms (5) auf eine zweite Temperatur T2 gebracht wird, wobei T1 größer, vorzugsweise um mindestens 10°C größer und besonders bevorzugt um mindestens 20°C größer als T2 ist. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der wärmere Abschnitt näher am Halsabschnitt des Preform (5) angeordnet ist als der kältere Abschnitt. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Nachbehandlungsstift (9) derart ausgebildet ist, daß er bei vollständig in die Aufnahmekavität (1) hineinbewegter Position den Preform (5) im wesentlichen abdichtend verschließt. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an das Hineinbewegen des Nachbehandlungsstiftes (9) der Nachbehandlungsstift (9) wieder aus der Aufnahmekavität (1) herausbewegt wird, ein Fluid über die Öffnung der Aufnahmekavität (1) zugeführt wird und der Nachbehandlungsstift (9) mit einer Vakuumquelle verbunden wird, so daß der Preform (5) sich mit dem Nachbehandlungsstift (9) aus der Aufnahmekavität (1) bewegt. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hülsenelement (10) bereitgestellt wird, daß den Preform (5) im Gewindebereich umgibt und das Hülsenelement (10) nach erfolgter Nachbehandlung mit einer Vakuumquelle verbunden wird, um den Preform (5) aus der Aufnahmekavität (1) zu entnehmen. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reckstange im Anschluß an die Nachbehandlung in den Preform (5) hineingebracht wird, der Preform (5) mittels der Reckstange und Vakuum aus der Aufnahmekavität (1) entnommen wird, die Reckstange samt Preform (5) in eine Matrize eingebracht wird und der Preform (5) schließlich in der Matrize gereckt und aufgeblasen wird, um eine Kunststoffflasche zu bilden. System zur Nachbehandlung eines in einer Spritzgießform hergestellten Formlings, dadurch gekennzeichnet, daß eine Halteeinrichtung zum im wesentlichen berührungsfreien Halten des Formlings vorgesehen ist. System nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung eine Aufnahmekavität (1) mit einem geschlossenen und einem offenen Ende zur Aufnahme des Formlings aufweist, wobei die innere Form der Aufnahmekavität derart angepaßt ist, daß sie im wesentlichen der äußeren Form des aufzunehmenden Formlings entspricht, und der Formling in der Kavität (1) derart gehalten wird, daß der Großteil der Außenfläche des Formlings nicht mit der Innenfläche der Aufnahmekavität (1) in Kontakt tritt. System nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung einen Abstand zwischen Außenseite des Formlings und Innenfläche der Aufnahmekavität (1) zwischen etwa 1 mm bis etwa 10 mm gewährleistet. System nach Anspruch 30 oder 31, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung durch mindestens eine Öffnung in der Aufnahmekavität (1), die mit einer Fluidzufuhr verbindbar ist, gebildet wird. System nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Öffnung in der Aufnahmekavität (1) in der Nähe des geschlossenen Ende angeordnet ist. System nach Anspruch 32 oder 33, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmekavität (1) zumindest abschnittsweise aus porösem Material (3) besteht, das die mindestens eine Öffnung bildet. System nach einem der Ansprüche 32 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kühleinrichtung (2) zur Kühlung der Aufnahmekavität (1) und/oder des über diese zuzuführenden Fluids vorgesehen ist. System nach einem der Ansprüche 32 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß eine Heizeinrichtung zum Erwärmen der Aufnahmekavität (1) und/oder des über diese zuzuführenden Fluids vorgesehen ist. System nach einem der Ansprüche 30 bis 36, dadurch gekennzeichnet, daß ein Nachbehandlungsstift (9) vorgesehen ist, der in die Aufnahmekavität (1) hineinbewegbar ist. System nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß der Nachbehandlungsstift (9) zumindest eine Öffnung, vorzugsweise im Bereich seiner Spitze, hat, die mit einer Fluidzufuhr verbindbar ist, wobei der Nachbehandlungsstift (9) vorzugsweise aus einem porösen Material besteht. System nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, daß der Nachbehandlungsstift (9) dafür ausgelegt ist, einen Formling weiter in die Aufnahmekavität (1) hineinzudrücken ohne wesentliche Berührung zwischen Nachbehandlungsstift (9) und Aufnahmekavität (1). System nach einem der Ansprüche 38 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß das System dafür ausgelegt ist, den Formling zumindest zeitweise im wesentlichen ausschließlich durch das mittels Aufnahmekavität (1) einerseits und Nachbehandlungsstift (9) andererseits zugeführte Fluid zu halten. System nach einem der Ansprüche 37 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kühleinrichtung zur Kühlung des Nachbehandlungsstiftes (9) und/oder des über diesen zuzuführenden Fluids vorgesehen ist. System nach einem der Ansprüche 37 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß eine Heizeinrichtung zum Erwärmen des Nachbehandlungsstiftes (9) und/oder des über diesen zuzuführenden Fluids vorgesehen ist. System nach einem der Ansprüche 29 bis 42, dadurch gekennzeichnet, daß das System für die Nachbehandlung von Preforms (5) vorgesehen ist. System nach Anspruch 43, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmekavität (1) ein Ringelement (8) mit vorzugsweise sich konisch erweiternder Innenfläche aufweist, daß das offene Ende der Aufnahmekavität (1) umgibt. System nach einem der Ansprüche 37 bis 44, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hülsenelement (10) vorgesehen ist, das den Nachbehandlungsstift (9) umgibt und vorzugsweise derart ausgebildet ist, daß das Hülsenelement (10) bei vollständig in die Aufnahmekavität (1) hineinbewegtem Nachbehandlungsstift (9) mit dem Halsabschnitt des nachzubehandelnden Preforms (5) in Kontakt tritt. System nach Anspruch 45, dadurch gekennzeichnet, daß Ringelement (8) der Aufnahmekavität (1) und das Hülsenelement (10) des Nachbehandlungsstiftes (9) zueinander korrespondierende Flächen haben, die beim Eintauchen des Nachbehandlungsstiftes (9) in die Aufnahmekavität (1) miteinander in Kontakt treten und eine Zentrierung des Nachbehandlungsstiftes (9) in Bezug auf die Aufnahmekavität (1) gewährleisten.






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