| Dokumentenidentifikation |
DE60028604T2 06.06.2007 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001240368 |
| Titel |
VERBESSERTES VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM STRECKEN VON FASERBÄNDERN AUS TIERISCHEN FASERN |
| Anmelder |
Wool Research Organisation of New Zealand (Inc.), Lincoln, Canterbury, NZ |
| Erfinder |
WATT, Jack David, Christchurch, NZ; VAN LUIJK, Cornelis Jan, Christchurch 8002, NZ; WATSON, Julian Mark, Leeston, Canterbury, NZ; KRSINIC, Gail Louise, Avondale, Christchurch, NZ |
| Vertreter |
Bosch, Graf von Stosch, Jehle Patentanwaltsgesellschaft mbH, 80639 München |
| DE-Aktenzeichen |
60028604 |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE |
| Sprache des Dokument |
EN |
| EP-Anmeldetag |
27.10.2000 |
| EP-Aktenzeichen |
009750274 |
| WO-Anmeldetag |
27.10.2000 |
| PCT-Aktenzeichen |
PCT/NZ00/00212 |
| WO-Veröffentlichungsnummer |
2001031097 |
| WO-Veröffentlichungsdatum |
03.05.2001 |
| EP-Offenlegungsdatum |
18.09.2002 |
| EP date of grant |
07.06.2006 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
06.06.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
D01H 5/28(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
|
| IPC-Nebenklasse |
D02J 1/22(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP
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| Beschreibung[de] |
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GEBIET DER ERFINDUNG
Die Erfindung bezieht sich auf die Verarbeitung von Tierfasern. Genauer
gesagt, jedoch nicht ausschließlich, bezieht sich die Erfindung auf ein verbessertes
Verfahren und eine verbesserte Vorrichtung zum Verändern des Durchmessers,
der Länge und der Kräuselung von Wolle und Tierfasern. Die Veränderungen
können temporär oder permanent sein, je nach den gewählten Verfahrensbedingungen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Dehnen mit temporärem Verfestigen
Fasern mit hoher Schrumpfung von normalerweise 15 bis 30% haben unterschiedliche
Anwendungsformen, die in der Textilindustrie bekannt sind. Sie werden als Bestandteil
von Garnen „großer Masse", d.h. Garnen, die ein ungewöhnlich großes
Verhältnis von Volumen zu Masse aufweisen, zum Stricken verwendet. Sie werden
auch verwendet, um Garne mit hoher Schrumpfung herzustellen, die mit Garnen geringer
oder Null-Schrumpfung in gewobenen Stoffen gemischt werden, um verworfene Effekte,
wie z.B. Seersucker, zu erzeugen. Sie können auch dazu verwendet werden, Garne
mit hoher Schrumpfung zu erzeugen, die einen Teil der Büschel in einem Florgewebe,
beispielsweise einem Teppich, bilden, so dass der Schrumpfungsunterschied zwischen
den Büscheln hoher und niedriger Schrumpfung hohen und niedrigen Flor oder
lange und kurze Büschel erzeugt, um ein visuelles Muster zu bilden. Es ist
bevorzugt, dass die potentielle Schrumpfung von Fasern für diese Zwecke durch
ein einfaches und günstiges Verfahren wie Dämpfen realisiert werden kann.
Ein Verfahren zur Herstellung von Fasern mit hohem Schrumpfungspotenzial, das bekannt
ist und häufig verwendet wird, ist, eine thermoplastische Faser zu dehnen,
während sie heiß und relativ plastisch ist, und sie abzukühlen, während
sie noch in einem gedehnten Zustand gehalten wird, und sie so zu stabilisieren.
Da die Faser während des Heißdehn-Verfahrens nicht völlig plastisch,
sondern viskoelastisch ist, wird innerhalb der Molekularstruktur der Faser eine
gewisse elastische Verzerrungsenergie erzeugt, doch diese Energie genügt nicht,
um die relative Unbeweglichkeit der Struktur nach dem Abkühlen zu überwinden
und so eine Schrumpfung zu bewirken. Wenn die Faser dann erhitzt wird, wird die
Struktur der Faser beweglicher, und die „latente" elastische Verzerrungsenergie
kann Schrumpfung verursachen. Die üblichste Anwendung dieses Verfahrens liegt
in der Erzeugung von Akrylfasern mit hoher Schrumpfung, die während der Textilverarbeitung
mit Fasern von viel niedrigerer Schrumpfung, normalerweise ebenfalls Akrylfasern,
gemischt werden, um Strickgarne großer Masse aufgrund eines differentiellen
Schrumpfungseffekts zu erzeugen. Wenn das Mischgarn schrumpft, werden Fasern mit
niedrigen Schrumpfungseigenschaften dazu veranlasst, sich zu krümmen oder in
der verdrehten Garnstruktur Spiralen von größerem Radius zu bilden, um
das Volumen des Garns zu vergrößern. Obwohl die Masse eines länglichen
Elements des Garns als Folge der Schrumpfung vergrößert wird, wird das
Volumen in höherem Maße vergrößert, wodurch die gewünschte
Vergrößerung des Verhältnisses von Volumen zu Masse hervorgerufen
wird. Als Folge dieser Technik können Kleidungsstücke mit geringerem Gewicht
hergestellt werden.
Das zur Erzeugung des hohen Schrumpfungspotenzials verwendete Heißdehn-Verfahren
wird an der Akrylfaser durchgeführt, während sie sich noch in einer Endlosfaden-Form
befindet. Techniken zum Dehnen und temporären Verfestigen von Endlosfaden-Tauen
sind in der Industrie bekannt. Hier beziehen sich die Worte „temporär
verfestigt" auf Fäden, die in gedehntem Zustand stabilisiert werden, so dass
der Faden eine potenzielle Schrumpfung aufweist, die durch eine Folgebehandlung
wie Dampf-Relaxation realisiert werden kann. Das Wort „Tau" bezieht sich
auf ein im Wesentlichen verdrehungsfreies Bündel paralleler Fäden, normalerweise
mehrere Tausend an der Zahl. Die Endlosfäden werden dann normalerweise zur
weiteren Textilverarbeitung in Garn zu unterbrochenen Stapelfasern umgeformt. Die
Schwierigkeit, Fasern wie Wolle, die nicht in Endlosfaser-Form vorliegen und nicht
thermoplastisch sind, zu dehnen und temporär zu verfestigen, hat die Industrie
bis vor kurzem davon abgehalten, das Konzept von Dehnung und temporärem Verfestigen
auf Wolle und Tierfasern anzuwenden.
Folglich haben diese Fasern einen technologischen Nachteil, und ihre
Verwendung in Garnen mit großer Masse wird erschwert. Die Hauptfaktoren, die
Wolle und Tierfasern in diesem Zusammenhang benachteiligen, sind:
- 1. Derartige Fasern liegen nicht in Endlos-Form vor, und ein Strang, der aus
Wollfasern besteht, wird normalerweise durch „Verziehen" abgedämpft
(d.h., Fasern rutschen in Bezug zu ihren Nachbarn bei viel geringerer angewendeter
Dämpfungskraft, als benötigt wird, um die Fasern selbst zu dehnen).
- 2. Derartige Fasern sind nicht thermoplastisch (d.h., sie können normalerweise
nicht alleine durch Steuerung der Temperatur plastisch gemacht
werden und die Fähigkeit erlangen, wesentlich gedehnt zu werden, ohne zu brechen).
Etliche Versuche, Woll-Vorbänder zu dehnen und zu verfestigen,
sind in den folgenden Patenten dargelegt:
- 1. Verhindern des Verziehens eines endlosen verdrehungsfreien Stranges von Wollfasern,
genannt Vorband, durch Ergreifen des Vorbands mittels Klemmen an eng beieinander
liegenden Abstandsintervallen (weniger als die Länge der meisten Fasern), und
Verursachen, dass sich die Klemmen während des Verfahrens auseinander bewegen:
UK-Patent 1,189,994.
- 2. Verhindern des Verziehens eines Woll-Vorbands durch Ergreifen des Vorbands
mittels Walzen an eng beieinander liegenden Abstandsintervallen (weniger als die
Länge der meisten Fasern), und Verursachen, dass nachfolgende Walzengruppen
ihre Oberflächengeschwindigkeit progressive erhöhen: US-Patent 5,459,902.
- 3. Verdrehen des Vorbands so ausreichend, dass Verziehen unter den hohen angewendeten
Dämpfungskräften, die erforderlich sind, um die Fasern zu dehnen, verhindert
wird: UK-Patent 1,196,419.
- 4. Temporäres Verdrehen des Vorbands im Dehnungsverfahren, in der Industrie
bei vielen anderen Anwendungen als „falsche Torsion" bekannt, obwohl die
Verdrehung echt, aber temporär ist, um Verziehen zu verhindern: US-Patent 4,961,307
(Cooke), und PCT WO 91/02835, US-Patent 5,477,669 (Phillips und Warner), und US-Patent
5,758,483 (Phillips und Thomas).
Die meisten der Patente beziehen sich auf die Verwendung von Dampf,
um eine temporäre Verfestigung zu bewirken (d.h. temporäre Stabilisierung
in dem gedehnten Faserzustand). Hier wird das Vorband in dem gedehnten Zustand in
einer Atmosphäre von gesättigtem Dampf gehalten, was in der Industrie
als effektives Mittel zur Erzielung einer temporären Verfestigung bekannt ist.
In den meisten dieser Patente wird ein gewisses Maß des Vorplastifizierens
der Wollfasern beschrieben. Dies kann einfach durch die Hinzufügung von Wasser
oder vielleicht die Hinzufügung einer wässrigen Lösung eines Reduktionsmittels
wie Natriummetabisulfit bewirkt werden, beides in der Industrie bekannt als Verfahren
zur Erhöhung der Plastizität von Wolle. Die Reduktion der Disulfid-Bindungen
in Wollfasern, gefolgt von der Erneuerung der Bindungen in Wasser oder Dampf ist
weit verbreitet, beispielsweise in der Wollteppich-Industrie zur Torsionsstabilisierung.
Die Vorbehandlung der Wollfasern mit einem Reduktionsmittel, um sie
zu plastifizieren, erleichtert eine permanentere Verfestigung oder Stabilisierung
aller auf die Faser aufgebrachten Verformungen (Verdrehung, Längendehnung oder
Biegung). Daher sind in der Industrie derartige Techniken zum Steuern des Ausmaßes
von Verfestigung von sehr temporär bis hoch permanent bekannt.
Trotz des Bestehens der oben genannten Patente haben, in einigen Fällen
mehr als zwei Jahrzehnte lang, die beschriebenen Techniken nicht zu einer weit verbreiteten
Verwendung zur Bereitstellung von entweder temporär oder permanent verfestigter
gedehnter Wolle oder Tierfasern geführt. Als Grund hierfür wird angenommen,
dass die Verwendung sich bewegender eng beieinander liegender Klemmen oder die Verwendung
eines Torsionsverfahrens, gefolgt von einem Dehnungs- und Verfestigungsverfahren,
gefolgt von einem Ausdrehungsverfahren, nicht ökonomisch durchführbar
sind. Obwohl die falsche Torsion in der Textilindustrie schon lange bekannt ist,
sind Patente, die deren Verwendung im Zusammenhang mit der Dehnung von Stapel (Woll)-Fasern
beschreiben, relativ jung, und diese Patente, PCT WO 91/02835, USP 5,477,669 und
USP 5,758,483 beschreiben Verfahren, die in ihrer Brauchbarkeit für die Industrie
beschränkt sein können, weil sie eine relativ komplexe Reihe von Mehrfachrollen,
beträchtliche Verfahrens-Einsatzzeiten in Dampf und einen beträchtlichen
Bedarf an Energie erfordern, um eine Verfestigung zu erreichen. Ein früheres
Patent, das die Verwendung von falscher Torsion bei der Dehnung von Woll-Vorband
beschreibt, US 3,803,826A, ist in seiner Aufgabe
beschränkt auf das Glätten von Kräuselungen in Wollfasern, eine viel
weniger anspruchsvolle Aufgabe, als das Dehnen der Fasern selbst, und erfordert
nur sehr einfache Reibungsschluss-Falschtorsions-Eintragsvorrichtungen, die einem
Vorband einen adäquaten und konsistenten Grad von Falschtorsion mit der für
wesentliche Dehnung von Fasern erforderlichen hohen Spannung nicht zuverlässig
aufbringen würden.
Permanent verfestigte Durchmesser- und Krümmungsveränderungen
Feinere Wollfasern haben im Allgemeinen einen höheren Wert. Sie
können in feinere Garne gesponnen werden, als gröbere Fasern, was es ermöglicht,
dass Stoffe mit geringerem Gewicht hergestellt werden, und sie fühlen sich
weicher an. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die oben im Zusammenhang mit
der Dehnung mit temporärer Verfestigung beschriebenen Patente auch Verfahren
zum Dehnen mit permanenter Verfestigung bereitstellen, um eine Reduzierung des Faserdurchmessers
zu bewirken, die durch Dampf oder Wasser im Wesentlichen unbeeinträchtigt ist.
Es ist ebenfalls nicht verwunderlich, dass die oben genannten Patente
ähnliche chemische Vorbehandlungen und Nachbehandlungen gemeinsam haben. Das
Plastischermachen von Wollfasern durch Brechen einiger der Disulfid-Bindungen in
der Faser unter Verwendung eines Reduktionsmittels, normalerweise Natriummetabisulfit,
ist bekannt und in einigen Sektoren der Wollindustrie weit verbreitet. Nach derartigen
Reduktionsbehandlungen ist eine Nachbehandlung, die aus wiederholten wässrigen
Spülungen oder Spülungen in Lösungen von Wasserstoffperoxid besteht,
ebenfalls bekannt und wird als Mittel des Förderns der Erneuerung der Disulfid-Bindungen
in der Faser und des wesentlichen Entfernens von Metabisulfit-Rückständen
in der Faser praktiziert.
Beispiele für gewerbliche Verfahren, die diese Chemie des Reduzierens/Bearbeitens/Reoxidierens
verwenden, sind das Bandreinigungs- und WRON/ADM Group Ltd Torsionsverfestigungs-Verfahren,
das in den folgenden Veröffentlichungen beschrieben ist:
- WRONZ Techline Nr. T1. The WRONZ Chemset Yarn Processing System [Das WRONZ Chemset
Garnbearbeitungs-System], Oktober 1988;
- J Ince, Setting wool yarns for cut-pile carpets [Verfestigen von Wollgarnen
für geschnittene Florteppiche]. Wool Science Review, 50, November 1974; 2 E
A Forbes und J H Dittrich, JSDC, 96, 1980, 10.; und
- The Manufacture of Wool Carpets [Die Herstellung von Wollteppichen]. Herausgeber
G H Crawshaw. The Textile Institute, Manchester, 1978, 29.
Eine Behandlung zur Stabilisierung von Wollteppich-Garnen und die
nachfolgende Wasserstoffperoxid-Behandlung solcher Garne vor dem Kufen- oder Haspel-Färben
des geschnittenen Florteppichs werden in der folgenden Veröffentlichung beschrieben:
C T Page, P W Robinson, S A Edwards und W W Connelly, Winch Beck Dyeing of Wool
Carpets [Haspelkufen-Färben von Wollteppichen]. Australasian Textiles, 10/2,
März/April 1990, 52. Die Verwendung von Stoff Nachbehandlungen mit Oxidierungsmitteln
einschließlich Wasserstoffperoxid ist in der Industrie ebenfalls bekannt zur
Stabilisierung von Wolle durch Erhöhen der Beständigkeit von Reduktionsverdichtungs-Verfahren,
unter Verwendung von Natrium-Bisulfit oder anderen Reduktionsmitteln, siehe zum
Beispiel: A G de Boos, J Delmenico und M A White, Permanent Press Effects in Wool,
Part VII: Stabilizing Set with Additives to the Wash Liquor [Permanente Druckeffekte
in Wolle, Teil VII: Stabilisieren der Verdichtung mit Zusätzen zur Waschflüssigkeit],
Journal of The Textile Institute, 62, 1971, 198.
Zusammenfassend steht der Wolltextilindustrie eine wohlbekannte Technologie
zur Verfügung, die auf chemischer Reduktion von Disulfid-Bindungen in der Faser
basiert, gefolgt von Behandlung oder „Nötigung" des Textilmaterials
in die gewünschte Form oder Konfiguration (z.B. glatter Stoff, Wirkplissé,
verdrehtes Garn), und schließlich gefolgt von einer Oxidationsbehandlung, um
die anfängliche Reduktionsspaltung der Disulfid-Bindungen rückgängig
zu machen. Diese Verfahren sind in der Wolltextilindustrie üblicherweise als
„permanente Verdichtungs"-Behandlungen bekannt.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen,
das eine Anzahl der vorgenannten Nachteile überwindet oder zumindest abschwächt,
und ein verbessertes Verfahren zum Dehnen und temporären Verdichten in dem
resultierenden gedehnten Zustand von Wollfasern mit einer vereinfachten Vorrichtung
bereitzustellen, das eine brauchbare alternative Wahl bietet.
Es ist weitere Aufgabe der Erfindung, Verfahrensbedingungen zu identifizieren,
bei denen das Verfahren es ermöglicht, dass die Faserbiegung (Kräuselung)
geändert wird. Gewöhnlich wird erwartet, dass ein Dehnungsverfahren die
Biegung einer Wollfaser bis zu einem Grad reduziert, der geringer ist, als der der
unbehandelten Faser. Die Faserbiegung beeinträchtigt die Bearbeitungsleistung
und die Eigenschaften des Endprodukts und ist eine Eigenschaft von beträchtlicher
gewerblicher Bedeutung.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die Erfindung stellt ein Verfahren bereit zur Schaffung eines vorübergehenden
Äquivalents von Thermoplastizität in Wolle oder Tierfasern, so dass sie
beträchtlich gedehnt werden können, ohne zu brechen und ohne das Erfordernis,
dass sie eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme aufweisen oder chemisch behandelt sind,
um die Plastizität zu erhöhen.
In einem Aspekt stellt die Erfindung ein Verfahren zum kontinuierlichen
Dehnen und temporären oder permanenten Verfestigen von Wolle oder Tierfasern
in Form eines Vorbands bereit, wobei das Verfahren die Schritte umfasst: a) Führen
von Vorband entlang eines Vorbandpfades durch einen Dehnungsbereich; b) Erzeugen
einer falschen Torsion in dem Vorband in dem Dehnungsbereich; c) Dehnen von Vorband
in dem Dehnungsbereich, indem Spannung darauf ausgeübt wird; dadurch gekennzeichnet,
dass der Vorbandpfad ein im Wesentlichen geradliniger Pfad durch
die Dehnungszone zwischen Vorschubrollen (3) und einem Eingang einer einzelnen
Zugseilrollenvorrichtung (haul pulley unit) (5) ist, wobei die falsche
Torsion durch die Zugseilrollenvorrichtung (5) erzeugt wird und sich entlang
des Vorbands in dem Dehnungsbereich frei fortsetzt; und dass das Verfahren ein schnelles
Erhitzen von Vorband und ein Reduzieren der Feuchtigkeitsaufnahme von Vorband in
zumindest einem Teil des Dehnungsbereichs unter Verwendung eines Mikrowellenfeldes
(4) umfasst.
In einem weiteren Aspekt stellt die Erfindung eine Vorrichtung zum
kontinuierlichen Dehnen und temporären oder permanenten Verfestigen von Wolle
oder Tierfasern in Form eines Vorbands bereit, die aufweist: a) eine einzelne Zugseilrollenvorrichtung
(haul pulley unit) (5), die einem Vorband in einem Dehnungsbereich eine
falsche Torsion verleiht und eine Zugspannung auf das Vorband in dem Dehnungsbereich
ausübt; b) einen Mikrowellenentfeuchter (4), der in zumindest einem
Teil des Dehnungsbereichs die Temperatur schnell erhöht und die Feuchtigkeitsaufnahme
(regain) des Vorbands verringert; und c) Vorschubrollen (3), wobei die
Vorschubrollen und ein Eingang der Zugseilrollenvorrichtung einen im Wesentlichen
geradlinigen Vorbandpfad durch den Dehnungsbereich definieren.
Der Umfang der Erfindung umfasst des Weiteren:
- (a) eine Version des Verfahrens, die Fasern bereitstellt, die gedehnt und temporär
verdichtet sind (d.h. so stabilisiert, dass sie gedehnt bleiben, bis sie Dampf oder
Wasser ausgesetzt werden);
- (b) eine Version des Verfahrens, die Fasern bereitstellt, die, verglichen mit
unbearbeiteten Fasern, permanent verdichtet sind und entweder aufweisen:
- • einen reduzierten Durchmesser mit reduzierter Biegung (Kräuselung)
- • eine erhöhte Biegung im Wesentlichen ohne Veränderung des
Durchmessers
- • bestimmte Kombinationen von reduziertem Durchmesser und wiederhergestellter
oder erhöhter Biegung.
Je nach Kombination von Durchmesser und Kräuselung kann die Faserlänge
länger oder kürzer sein, und der Glanz der Faser intensiver sein.
TEMPORÄR VERDICHTETE DEHNUNG
In einem besonderen Aspekt stellt die Erfindung ein Verfahren bereit
zum Dehnen und temporären Verdichten von Tierfasern, das umfasst:
Platzieren eines Mikrowellen- oder Hochfrequenz-Energie-Aufbringgeräts in einem
Dehnungsbereich, so dass ein Woll- oder Tierfaser-Vorband mit falscher Torsion im
Wesentlichen gleichzeitig geeignet plastisch gemacht werden kann, um bei relativ
niedriger Feuchtigkeitsaufnahme gedehnt zu werden, und gedehnt werden kann.
Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein verbessertes
Verfahren zum kontinuierlichen Dehnen und temporären Verdichten von Wolle oder
anderen Tierfasern bereitgestellt, und somit zum Bereitstellen von Fasern mit hohem
Schrumpfungspotenzial, das in geeigneter Weise in einer Dampfrelaxations-Behandlung
oder in einer Wasserrelaxations-Behandlung realisiert werden kann.
Vorzugsweise umfassen die Verfahren des Weiteren den Schritt des Verwendens
eines kombinierten Zugseilrollen-Spinnflügels (haul pulley flyer), der falsche
Torsion und Zug bereitstellt, dem Energie-Aufbringgerät nachgeordnet und außerhalb
des Energieaufbring-Bereichs, so dass der Pfad des Vorbands durch das Energie-Aufbringgerät
im Wesentlichen geradlinig ist.
Das Verfahren umfasst des Weiteren das Aufbringen von Mikrowellen-
oder Hochfrequenz-Energie, jedoch bevorzugt Mikrowellen-Energie, um das Vorband
über seine gesamte Stärke sehr schnell aufzuheizen.
Für die Erzeugung von temporär verfestigter gedehnter Faser
wird vorzugsweise eine Feuchtigkeitsaufnahme von 19 bis 25%, bevorzugter von 20
bis 23%, verwendet und erhalten, indem „trockenes" (d.h. ungefähr im
Gleichgewicht mit der Umgebungsluft) Vorband oder Oberteil durch ein Dampfrohr geführt
wird, das so ausgestaltet ist, dass sich keine Tröpfchen oder kondensierter
Dampf auf der Faser ablagern. Vorzugsweise wird eine Verringerung der Feuchtigkeitsaufnahme
auf 10 bis 15%, bevorzugter auf 12 bis 14% bewirkt, um temporäre Verdichtung
zu bewirken.
Die vorliegende Erfindung stellt auch ein Verfahren bereit zum Dehnen
und temporären Verfestigen von Tierfasern, das das Erzielen eines beweglichen
plastischen Faserzustands bei moderater, vorzugsweise 19 bis 25%, Feuchtigkeitsaufnahme
umfasst, indem die Fasertemperatur schnell auf eine Höhe oberhalb des Glaspunkts
bei dieser Höhe der Feuchtigkeitsaufnahme erhöht wird, und zwar mittels
einer linearen Mikrowellen- oder Hochfrequenz-Heizvorrichtung, die sich in einem
geraden Bereich befindet, in dem das Vorband plastifiziert, gedehnt
und dann progressiv getrocknet wird, während es sich entlang des geraden Bereichs
bewegt. Mikrowellenentfeuchter sind in verschiedenen Industrien bekannt und existieren
in vielen Formen, die die Leistung für bestimmte Anwendungen optimieren sollen.
Eine derartige verfeinerte Version ist in USP 4,908,486 beschrieben, die maximierte
Resonanz hat. Die in dieser Erfindung verwendete Form ist nicht entscheidend oder
verfeinert, sondern eine einfache Mikrowellenenergie-Erzeugungsvorrichtung und ein
linearer rohrförmiger Hohlleiter, durch den sich das Vorband hindurch bewegt.
In einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung einen einzelnen
modifizierten Zugseilrollen-Spinnflügel (haul pulley flyer) bereit, der veranlassen
kann, dass ein Vorband den Spinnflügel entlang der Drehachse verlässt,
und der sich einem Dehnungs- und Trocknungsbereich nachgeordnet befindet, so dass
der Vorbandpfad von den Vorschubrollen zu dem Spinnflügel im Wesentlichen geradlinig
ist. Der geradlinige Vorbandpfad erleichtert die Verwendung einer linearen Heizvorrichtung
und die Angleichung des Vorband-Drehmoments überall in dem Dehnungsbereich.
Die Mikrowellen- oder Hochfrequenzheizung kann durch das Durchtreten
von warmer Luft durch den rohrförmigen Hohlraum der Heizvorrichtung verbessert
werden, um verdampfte Feuchtigkeit abzuleiten.
Weitere Aspekte der Erfindung, die in all ihren neuen Aspekten betrachtet
werden sollten, werden aus der folgenden Beschreibung, die nur beispielhaft erfolgt,
ersichtlich.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die Erfindung wird nun nur beispielhaft und unter Bezug auf die beigefügten
Figuren beschrieben. Es zeigt:
1 eine Graphik des Glaspunkts von Wolle in Abhängigkeit
vom Wassergehalt;
2 eine Vorrichtung zur Erzeugung einer falschen Torsion
und zur gleichzeitigen Bereitstellung eines schleppenden Zugs;
3 eine Spinning Jenny der Seilherstellungs-Industrie,
die eine Zugseilrollen-Vorrichtung ähnlich der in 2
verkörpert;
3a den Kondensator und Greifer;
3b die Drehrichtung des Rollenantriebs;
4 eine Graphik der Beziehung zwischen Feuchtigkeitsaufnahme
des gedehnten Vorbands, Grad der Mikron-Reduzierung und Kräuselungsbiegung;
und
5 eine allgemeine Anordnung für eine Dehnungsvorrichtung
gemäß der Erfindung.
Heizverfahren des Standes der Technik umfassen das Schaffen einer
Dampfatmosphäre um das Vorband herum, wie es in PCT WO 91/0283 beschrieben
ist. Dies erfordert viel mehr Zeit, um den Kern des Vorbands zu erhitzen, der sich
in einem verdrehten, gespannten und daher dichten Zustand befindet. Es erfordert
beträchtliche Zeit, bis die Hitze, die auf die Oberfläche eines derartigen
Strangs aufgebracht wird, bis zum Kern diffundiert. Es ist daher möglich, durch
die Verwendung einer Mikrowellen- oder Hochfrequenz-Heizvorrichtung innerhalb und
durch die ganze radiale Ausdehnung des verdrehten Vorbands hindurch eine Umgebung
hoher Temperatur zu schaffen, die 100°C erreicht oder sogar übersteigt,
zusammen mit einem Feuchtigkeitsgehalt, der sich von seinem ursprünglichen
oder Anfangs-Grad noch nicht wesentlich verändert hat. Es wurde durch umfangreiche
Experimente herausgefunden, dass eine Feuchtigkeitsaufnahme von 19 bis 25%, vorzugsweise
jedoch von 20 bis 23%, geeignet ist zu ermöglichen, dass ein hoher Grad von
Dehnung, 40 bis 60%, sicher auf Woll-Vorband aufgebracht wird, und dass eine Reduzierung
der Feuchtigkeitsaufnahme auf 10 bis 15%, vorzugsweise jedoch auf 12 bis 14%, geeignet
ist, um eine temporäre Verdichtung zu bewirken.
Die Erfindung stellt ein Verfahren bereit, das es ermöglicht,
die Aufgabe des Dehnens und temporären Verfestigens mit einer Feuchtigkeitsaufnahme-Veränderung
von nur 7 bis 10% zu erreichen, was den Energieverbrauch minimiert.
Ohne durch eine bestimmte Theorie gebunden zu sein, wird angenommen,
dass diese offensichtliche vorübergehende Thermoplastizität
in Wolle unter den gegebenen Umständen wie folgt beschrieben werden kann:
Wolle ist wie die meisten polymeren Feststoffe einem temperatur- und feuchtigkeitsabhängigen
Übergang zweiten Grades von einem glasartigen steifen Zustand in einen beweglicheren,
plastischeren Zustand unterworfen. Der Übergang von dem steifen zu dem plastischen
Zustand tritt ein, wenn die Temperatur über eine Temperatur, die Glaspunkt
genannt wird, erhöht wird. Bei Wolle ist der Glaspunkt hoch feuchtigkeitsabhängig
und ist relativ niedrig, wenn die Wollfaser-Feuchtigkeitsaufnahme hoch ist, und
zusehends höher, wenn die Faser-Feuchtigkeitsaufnahme relativ niedrig ist (siehe
1). Dadurch, dass in einem Dehnungs-Verfestigungs-Verfahren
eine Wollfaser bereitgestellt wird, die die relativ beweglichen plastischen Zustandseigenschaften
einer Faser mit höherer Feuchtigkeitsaufnahme als derjenigen an der Glaspunktgrenze
bei dieser Temperatur aufweist, ist es möglich, den plastischen Zustand auszunutzen,
um Dehnung ohne exzessive Beanspruchung zu erreichen, und um temporäre Verfestigung
durch Trocknen der Wolle in ihrem gedehnten Zustand zu bewirken, bis ihre Feuchtigkeitsaufnahme
auf der trockenen Seite des Glaspunkts, liegt.
Alternativ und als bevorzugter Gegenstand der vorliegenden Erfindung
kann der bewegliche plastische Zustand bei moderater Höhe der Feuchtigkeitsaufnahme,
19 bis 25%, erreicht werden, indem die Fasertemperatur auf eine Höhe oberhalb
des Glaspunkts bei dieser Höhe der Feuchtigkeitsaufnahme erhöht wird.
Die meisten Heizverfahren verringern die Feuchtigkeitsaufnahme durch Verdampfung,
wodurch der Glaspunkt erhöht wird. Mikrowellen- oder Hochfrequenzheizen ermöglicht,
dass die Temperatur in dem dichten Vorband mit falscher Torsion sehr schnell und
entscheidend erhöht wird, bevor wesentliche Verdampfung und Trocknung eingetreten
ist. So wird ein Übergangszustand geschaffen, in dem das Woll-Vorband mit moderater
Feuchtigkeitsaufnahme plastisch und in einem hohen Grad von Dehnung biegsam gemacht
wird. Die einzige bekannte Alternative, diesen Zustand der Plastizität im Inneren
eines verdrehten dichten Vorbands unter Spannung bei derart niedrigen Graden von
Feuchtigkeitsaufnahme zu erreichen ist, das verdrehte dichte Vorband für eine
längere Verweildauer in Dampf einzuweichen. Die vorliegende Erfindung ermöglicht
es durch die Verwendung von Mikrowellen- oder Hochfrequenzheizung, dass derselbe
Zustand sehr schnell und ohne eine extern angewendete Dampfatmosphäre erreicht
wird.
Die Erfindung ermöglicht es, dass sich das Woll-Vorband durch
den gesamten Bereich, in dem es plastifiziert, gedehnt, teilweise getrocknet, abgekühlt
und temporär verdichtet wird, in einem im Wesentlichen geradlinigen Pfad bewegt,
ohne dass es um Rollen oder Führungen herum geleitet werden muss. Dieser geradlinige
Pfad weist drei Vorteile auf:
- 1. Er erleichtert den Durchtritt des Vorbandes durch eine lineare Heizkammer,
die die elektrischen Mikrowellen- oder Hochfrequenz-Felder enthält, und es
gibt keine Probleme, die aufgrund des Vorhandenseins von Rollen oder Führungen
in starken elektrischen Feldern auftreten können.
- 2. Er stellt automatisch die Stelle der Ausdehnung an dem optimalen Punkt oder
dem kurzen Bereich entlang des Vorbands bereit, wenn es maximale Plastizität
oder minimales Zugmodul erreicht hat, während sich das Vorband aufheizt. Da
sich das Vorband schnell aufheizt, ist der Temperaturgradient entlang des Vorbandes
steil, und die Stelle, an der Dehnung auftritt, ist im Wesentlichen statisch (d.h.
sie geht nicht um große Entfernungen vor oder zurück, was zu unregelmäßigen
Verfestigungsgraden führen würde).
- 3. Es stellt automatisch gleiche Drehmomente an allen Punkten entlang des Vorbandes
in dem Dehnungs-Verfestigungs-Bereich bereit. Daher wird, während sich das
Vorband dehnt und dünner wird, Torsion (d.h. falsche Torsion) so umverteilt,
dass das dünnere gedehnte Vorband mehr Torsion erhält, als der frühere
ungedehnte Abschnitt des Vorbands. Dadurch wird verhindert, dass zusätzliche
Vorrichtungen erforderlich werden, um den Torsionsgrad einzustellen, während
sich das Vorband dehnt, wie sie in PCT WO 91/02835 beschrieben sind.
Eine beispielhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens wird nun beschrieben:
Die Stufen eines Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindungen können
folgendermaßen aussehen:
- 1. Bereitstellen eines Vorbandes aus Wolle oder anderen Tierfasern, das ein
Endlosstrang von Fasern ist, der einem verdrehungsfreien Seil gleicht, typischerweise
mit einer linearen Dichte von 28 bis 60 Gramm pro Meter, für das Verfahren.
Dies kann ein kardiertes Vorband oder ein kardiertes und geripptes (gilled) Vorband
oder ein gekämmtes Vorband sein.
- 2. Einstellen der Feuchtigkeitsaufnahme des Vorbands auf den gewünschten
Bereich von 19 bis 25%, vorzugsweise jedoch von 20 bis 23%, indem das Vorband durch
eine doppelwandige Röhre, die mit Frischdampf (d.h. gesättigtem Dampf
mit annähernd Atmosphärendruck) versorgt wird, geschoben wird. Dies dient
auch dazu, das Vorband vorzuheizen. Alternativ kann das Vorband in einer Atmosphäre,
die sich in demselben Bereich von Feuchtigkeitsaufnahme ergibt, voraufbereitet (aufbewahrt)
werden. Nach dem Einstellen der Feuchtigkeitsaufnahme wird das Vorband mit gesteuerter
Geschwindigkeit von einem Paar von Vorschub (Druck)-Rollen, die auch als Torsionsblock
dienen, zugeführt.
- 3. Verdrehen des Vorbands mit ausreichender Torsion, im Wesentlichen um Verziehen
zu verhindern (d.h. Rutschen der Fasern in Bezug auf ihre Nachbarn). Der Grad der
Torsion, der erforderlich ist, um Verziehen zu verhindern, kann mittels eines Torsionsfaktors,
eines Parameters, der herkömmlicherweise in der Textilindustrie verwendet wird,
um den Grad der Torsion anzugeben, spezifiziert werden. Der Torsionsfaktor ist definiert
als die Torsion in Drehungen pro Meter, multipliziert mit der Quadratwurzel der
linearen Dichte des Vorbands in Gramm pro 1.000 Meter. Ein Torsionsfaktor von 2.000
bis 3.000 ist wahrscheinlich geeignet, um Verziehen zu verhindern, wobei das untere
Ende des Bereichs für lange Fasern angemessen ist und das obere Ende des Bereichs
für kürzere Fasern. Das Verfahren ist nicht auf diesen Bereich von Torsionsfaktoren
beschränkt, sie sind nur beispielhaft angegeben. Die durch die vorliegende
Erfindung eingebrachte Torsion ist keine permanente Torsion, sondern eine temporäre
Torsion. Das Vorband liegt nur während der Zeit, in der es sich durch die Stufe
des Verfahrens bewegt, in der es stark gedehnt ist, in einem verdrehten Zustand
vor, und wird ausgedreht, wenn es diesen Bereich verlässt. Dieses Verfahren
des Einbringens von Torsion, die temporär in einem Textilstrang und für
die Dauer des Durchtretens des Strangs durch einen Verfahrensbereich oder eine Verfahrensstufe
vorliegt, ist in der Industrie als falsche Torsion bekannt, trotz der Tatsache,
dass die Torsion echt, aber temporär ist.
- 4. Dehnen des Vorbands in demselben Bereich des Verfahrens, in dem es in einem
verdrehten Zustand vorliegt. Die Ausdehnung kann typischerweise 40 bis 60% für
ein Vorband betragen, das temporär zu verdichten ist und nicht mit einem Reduktionsmittel
vorbehandelt worden ist.
- 5. Der Zug, um das Dehnen des Vorbands zu bewirken, und die Torsion, um ein
Verziehen der Fasern während des Dehnens zu vermeiden, werden beide von einem
Zugseilrollen-Spinnflügel des Typs bereitgestellt, der in der Seil-, Tauwerk-,
Hartfaser- und Bastfaser-Industrie weit verbreitet ist: D Himmelfarb, The Technology
of Cordage Fibres and Rope [Die Technik von Tauwerkfasern und Seilen]. Leonard Hill
(Books) Ltd, London, 1957, 12 und S. 127–147; und A V Pringle,
The Mechanics of Flax Spinning [Die Mechanik des Flachsspinnens]. H R Carter Publications
Ltd, Belfast, 1954.
In diesen Industrien ist es normalerweise erforderlich, dass die eingebrachte Torsion
eine "echte" oder permanente Torsion ist, und dieses Ergebnis wird dadurch erzielt,
dass das Sammlungspaket (normalerweise eine große Garnrolle) in Bezug auf die
Strangachse gedreht wird (siehe 3). Bei der vorliegenden
Erfindung braucht die Torsion nicht „echt" oder permanent zu sein, sondern
vorzugsweise „falsch" oder temporär, und daher wird das dem Zugseilrollen-Spinnflügel
nachgeordnete Sammlungspaket nicht in Bezug auf die Strangachse gedreht. Ein Beispiel
eines modifizierten Zugseilrollen-Spinnflügels ist in 2
gezeigt. In 2 besteht die Vorrichtung zur Erzeugung
einer falschen Torsion aus einem Rahmen E, der einen Rollenantrieb B und Rollen
C trägt. Die Rollen C fungieren nur als Führungen, um die Richtung des
Vorbandes zu ändern. Der Rahmen dreht sich (angetrieben) um die Mittellinie
x-y. Im Gebrauch weist das Vorband, das sich in Richtung der gezeigten Pfeile bewegt,
bei A eine falsche Torsion auf und ist bei D im Wesentlichen verdrehungsfrei. Der
Rollenantrieb B ist umfangsseitig mit Nuten versehen, ebenso wie die Führungsrollen
oder Rollen C. Der Rollenantrieb B dreht sich ebenfalls um seine eigene Achse, um
Zug bereitzustellen. Dies ist eine Adaptierung einer bekannten Vorrichtung im öffentlichen
Bereich.
- 6. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Verfahrens und der Vorrichtung ist, dass
nur eine einzige Zugseilrollen-Spinnflügel-Vorrichtung erforderlich ist, was
die Zeit für das Bespannen verringert, und diese Zugseilrollen-Spinnflügel-Vorrichtung
ist dem Dehnungsbereich und dem Trocknungsbereich nachgeordnet positioniert, so
dass der Vorbandpfad von den Zuführrollen zu dem Spinnflügel im Wesentlichen
geradlinig verläuft. In diesem geradlinigen Bereich ist eine lineare Mikrowellen-
oder alternativ Hochfrequenz-Heizvorrichtung, vorzugsweise jedoch eine Mikrowellen-Heizvorrichtung,
angeordnet, durch die das Vorband hindurchtritt und schnell aufgeheizt, plastifiziert,
gedehnt und dann progressiv getrocknet wird, während es sich entlang des Bereichs
bewegt. Die Mikrowellen- (oder Hochfrequenz-) Heizvorrichtung ist im Wesentlichen
die einzige Energiequelle zum Heizen und anschließenden Trocknen. Ein zusätzlicher
warmer Luftstrom von geringem Volumen durch den röhrenförmigen Hohlraum
der Mikrowellen-Heizvorrichtung wird bereitgestellt, um die verdampfte Feuchtigkeit
zu entfernen, die sonst schließlich den Hohlraum sättigen würde.
- 7. Während das Vorband gedreht und gedehnt wird, verringert der kumulative
Trocknungseffekt der Wärme, die in das Mikrowellenfeld eingebracht wird, und
des heißen Vorbands, das sich dann über einen Luftzwischenraum von wenigstens
2 bis 3 Metern bewegt und dann schnell in der Luft durch den wirbelnden Zugseilrollen-Spinnflügel
gedreht wird, die Feuchtigkeitsaufnahme genügend, um temporäres Verdichten
zu bewirken. Der Kühlungseffekt des Luftspalts und das Herumwirbeln in der
Luft an dem Zugseilrollen-Spinnflügel unterstützen den Verdichtungseffekt.
Experimente haben gezeigt, dass dies erreicht wird, wenn die Feuchtigkeitsaufnahme
geringer ist als 15%, bevorzugt jedoch 12 bis 14%.
- 8. Aufnehmen des Vorbands in einer herkömmlichen Kannen-Aufwickelhaspel,
die in der Industrie bekannt ist. Die Kannen-Aufwickelhaspel wird mit gesteuerter
Geschwindigkeit angetrieben, die genau dazu geeignet ist, das gelieferte Vorband
aufzunehmen, jedoch keinen ungebührlichen Zug darauf auszuüben, der zu
unregelmäßigem Verziehen führen könnte. Alternativ kann das
gedehnte Vorband als verdrehtes Vorband (d.h. mit echter Torsion)
auf einer Garnrolle aufgenommen werden, die innerhalb des Zugseilrollen-Spinnflügels
angebracht ist (d.h. indem der Spinnflügel so verwendet wird, wie es in der
Seilindustrie bekannt ist und in 3 gezeigt ist, wo
8 das Kettenblech, 9 der Kondensator und Greifer, 10
die Torsionsrolle, 11 der Rollenantrieb, 12 der Spinnflügel-Zahnkranz
und 13 die Spannrolle ist). Wenn diese Option verwendet wird, ist ein Folgeverfahren
erforderlich, um das Vorband so auszudrehen, dass es in der nächsten Stufe
der Textilverarbeitung, die Rippen (gilling) oder Öffnen und Kardieren sein
kann, verarbeitet werden kann.
5 zeigt eine allgemeine Anordnung von Teilen für
ein Beispiel einer Dehnvorrichtung. In diesem Beispiel wird ein Vorband
7 von einer Spule 1 zu einem Vor-Verdampfer 2 zu Abpresswalzen
3 geführt. Das Vorband 7 tritt dann in einem Zustand falscher
Torsion durch den Mikrowellenentfeuchter 4 hindurch zu dem Zugseilrollen-Spinnflügel
5. Das Vorband wird dann von einer geeigneten Aufnahmeeinrichtung, beispielsweise
einer Kannen-Aufwickelhaspel 6, aufgenommen.
PERMANENT VERDICHTETE DEHNUNG
Eine weitere Anwendung des offenbarten Verfahrens und der offenbarten
Vorrichtung ist es, die Dehnungs-Verdichtungs-Vorrichtung mit einem Vorband zu versorgen,
das in einer in der Industrie bekannten chemischen Reduktionsbehandlung vorplastifiziert
worden ist, so dass ein höherer Grad von Dauerhaftigkeit der Verdichtung erreicht
wird. Eine weitere Erhöhung des Grads der Verdichtung kann erreicht werden,
indem der Abstand zwischen der Mikrowellen- oder Hochfrequenz-Heizvorrichtung und
dem Zugseilrollen-Spinnflügel vergrößert wird, und indem das Vorband
wahlweise mit einer Dampfatmosphäre umgeben wird. Eine noch weitere Erhöhung
des Grads der Verdichtung oder der Dauerhaftigkeit der Dehnung kann durch eine oxidierende
Nachbehandlung, beispielsweise mit einer Wasserstoffperoxid-Lösung, die in
der Industrie für diese Anwendung bekannt ist, oder durch eine Vernetzungs-Behandlung,
beispielsweise mit Formaldehyd, die in der Industrie für diese Anwendung bekannt
ist, erreicht werden.
Eine beispielhafte Ausführungsform eines Verfahrens zur Herstellung
permanent gedehnter Fasern gemäß der Erfindung wird nun beschrieben. Die
Stufen eines erfindungsgemäßen Verfahrens können folgendermaßen
aussehen:
- (a) Behandle ein Woll- oder Tierfaser-Vorband oder ein -Oberteil mit einem chemischen
Reduktionsmittel wie z.B. einer Natriummetabisulfit-Lösung, beispielsweise
unter den folgenden bevorzugten Bedingungen:
- – Natriummetabisulfit 10 bis 30 g/l
- – Temperatur 80 bis 85°C
- – Zeit 1,5 bis 10 Minuten
- – pH 5 bis 7,5
Die höheren Konzentrationen von Natriummetabisulfit werden mit den kürzeren
Zeiten kombiniert, und umgekehrt.
- (b) Verringere die Feuchtigkeitsaufnahme des Vorbands auf 45 bis 60% durch die
Verwendung von Abpresswalzen.
- (c) Dehne das Vorband im Wesentlichen wie in den Stufen 3 bis 6 des vorher beschriebenen
Verfahrens beschrieben, um eine temporär verdichtete Dehnung zu bewirken, mit
der folgenden wichtigen Ausnahme: Die auf das Vorband aufgebrachte Dehnung oder
Ausweitung ist typischerweise, jedoch nicht notwendigerweise ausschließlich,
60 bis 90%.
- (d) Wähle die Eingabe von Mikrowellenenergie, um die Feuchtigkeitsaufnahme
des Vorbands oder des Oberteils nach dem Austreten aus dem Dehnungsbereich zu steuern,
um den Grad der Kräuselungsbiegung und der Mikron-Reduzierung in dem bearbeiteten
Vorband zu wählen, gemäß den nachfolgend verallgemeinerten Parametern
aus:
- i. für eine minimale Kräuselungsbiegung und eine maximale Mikron-Verschiebung
verwende eine minimale Feuchtigkeitsaufnahme des Vorbands, typischerweise weniger
als 10% für ein Vorband, das mit 10 g/l Metabisulfit behandelt ist, und weniger
als 20% für ein Vorband, das mit 20 g/l Metabisulfit behandelt ist,
- ii. für eine maximale Kräuselungsbiegung und eine minimale (oder sogar
Null-)Mikron-Verschiebung, verwende eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme des Vorbands,
typischerweise 30 bis 60%, und nicht mehr als 15 g/l Metabisulfit-Vorbehandlung,
- iii. für eine Mikron-Verschiebung, die nahe am Maximum liegt, typischerweise
90 bis 100% der maximalen Mikron-Verschiebung, und eine Kräuselungsbiegung,
die für gedehntes Mikron in natürlichen Wollen typisch ist, verwende eine
Feuchtigkeitsaufnahme des Vorbands im Bereich von 20 bis 40% für ein Vorband,
das mit 10 bis 15 g/l Metabisulfit behandelt ist.
Die verallgemeinerten Parameter zum Steuern der Kräuselungsbiegung
und des Grads der Mikron-Verschiebung beschreiben ausgewählte Ergebnisse eines
Kontinuums, das in 4 gezeigt ist, das den Effekt
des Dehnens von Wolle über einen Bereich von Feuchtigkeitsaufnahmen des Vorbands
zeigt. Es ist wichtig, dass diese Feuchtigkeitsaufnahme-Werte die Feuchtigkeitsaufnahmen
am Ausgang des Dehnungsbereichs sind.
Die folgenden Ausführungsformen der Erfindung werden beispielhaft
angegeben, ohne die Anwendung der Erfindung einzuschränken.
Beispiel 1
Ein Vorband von 28,6 Mikron Wolle wurde mit 10% Natriummetabisulfit-Lösung
bei 85°C behandelt und dann in Druckwalzen ausgedrückt, während es
in den Dehnungsbereich des Verfahrens eintrat, so dass die Feuchtigkeitsaufnahme
auf ca. 60% verringert wurde. Es wurde um 65% gedehnt und gleichzeitig getrocknet,
während es sich durch einen röhrenförmigen Mikrowellenofen hindurch
bewegte, so dass es mit einer Feuchtigkeitsaufnahme von ca. 8% aus dem Dehnungsbereich
austrat. Der Durchmesser und die Kräuselungsbiegung der Faser nach der Dampfrelaxation,
gemessen mit dem OFDA-Verfahren (Optical Fibre Diameter Analyser, IWTO Test Method
47) waren folgendermaßen. Die Faserlänge (Almeter-Verfahren) und der Gelbstich
(Y-Z) sind ebenfalls angegeben.
Die gedehnte Faser war feiner und wies eine geringere Kräuselungsbiegung,
eine größere Faserlänge und einen verminderten Gelbstich auf (d.h.
hatte eine weißere Farbe).
Beispiel 2
Ein ähnliches Vorband wie das in Beispiel 1 beschriebene wurde
mit Metabisulfit unter denselben Bedingungen vorbehandelt. Es wurde unter denselben
Bedingungen ausgedrückt und gedehnt wie in Beispiel 1, mit der wichtigen Ausnahme,
dass weniger Mikrowellenenergie zugeführt wurde, so dass die Feuchtigkeitsaufnahme
des Vorbands nach dem Dehnungsbereich ca. 35% betrug. Nach der Dampfrelaxation des
Vorbands waren der Faserdurchmesser, die Kräuselungsbiegung, die Faserlänge
und der Gelbstich wie folgt:
Die gedehnte Faser war feiner (obwohl die Durchmesserverringerung
nur 13% betrug, im Vergleich zu 15% bei Beispiel 1). Die Kräuselungsbiegung
und die Faserlänge wurden vergrößert, und der Gelbstich verminderte
sich.
Da die vorliegende Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Dehnen von Wolle betrifft, ist es offensichtlich, dass eine Kombination eines Dehnungsverfahrens
mit permanenten Verdichtungsbehandlungen, wie sie in der Industrie bekannt sind,
es der Industrie ermöglicht, aus der Erfindung Nutzen zu ziehen, indem
sie sowohl eine permanent verdichtete gedehnte Faser als auch die temporär
verdichtete Version, die vorher beschrieben worden ist, bereitstellt.
Somit werden durch die Erfindung ein verbessertes Verfahren und eine
verbesserte Vorrichtung zum Dehnen von Vorbändern von Wolle oder Tierfasern
bereitgestellt, die vorteilhaft entweder zur Herstellung von temporär verdichteten
gedehnten Fasern mit hohem Schrumpfungspotenzial oder zur Herstellung von permanent
verdichteten gedehnten Fasern mit reduziertem Durchmesser, erhöhter Länge
und modifizierter Kräuselbiegung verwendet werden können.
Einzelne Beispiele der Erfindung sind beschrieben worden, und es ist
beabsichtigt, dass Verbesserungen und Änderungen stattfinden können, ohne
vom Umfang der beigefügten Ansprüche abzuweichen.
|
| Anspruch[de] |
Verfahren zum kontinuierlichen Dehnen und temporären oder permanenten
Verfestigen von Wolle oder Tierfasern in Form eines Vorbands, wobei das Verfahren
die Schritte einschließt:
a) Führen von Vorband entlang eines Vorbandpfades durch einen Dehnungsbereich;
b) Erzeugen einer falschen Torsion im Vorband in dem Dehnungsbereich;
c) Dehnen von Vorband in dem Dehnungsbereich, indem Spannung darauf ausgeübt
wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
der Vorbandpfad ein im wesentlichen geradliniger Pfad durch die Dehnungszone zwischen
Vorschubrollen (3) und einem Eingang einer einzelnen Zugseilrollenvorrichtung
(haul pulley unit) (5) ist, wobei die falsche Torsion durch die Zugseilrollenvorrichtung
(5) erzeugt wird und sich entlang des Vorbands in dem Dehnungsbereich frei
fortsetzt; und
dass das Verfahren ein schnelles Erhitzen von Vorband und ein Reduzieren der Feuchtigkeitsaufnahme
von Vorband in zumindest einem Teil des Dehnungsbereichs unter Verwendung eines
Mikrowellenfeldes (4) einschließt.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem die falsche Torsion
in dem Dehnungsbereich automatisch innerhalb des Dehnungsbereichs in der Weise verteilt
wird, dass ein konstantes Drehmoment entlang des Vorbands und daher eine stärkere
Torsion (Drehungen pro Meter) an den gedehnten und dünneren Teilen des Vorbands
vorhanden ist, wo sie benötigt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2, in welchem ein
schnelles Erhitzen und Trocknen des dicht gepackten Vorbands bewirkt wird, indem
das Vorband durch das Mikrowellenfeld (4), welches als Entfeuchter fungiert,
geführt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 3, wobei das Mikrowellenfeld in einem
zylinderförmigen Wellenleiter eingeschlossen ist.
Verfahren gemäß Anspruch 3 oder Anspruch 4, in welchem der
im wesentlichen geradlinige Pfad des Vorbands frei von Rollen oder Führungen
ist, um zu ermöglichen, dass das Vorband in geeigneter Weise durch das Mikrowellenfeld
hindurch geht
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 3 bis 5, in welchem
Vorband, welches temporär in einem gedehnten Zustand verfestigt werden soll,
zu einem geringen Grad plastifiziert wird, indem es durch ein vor den Vorschubrollen
angeordnetes Dampfrohr (2) geführt wird, welches die Temperatur des
Vorbands auf ungefähr 100°C erhöht und die Feuchtigkeitsaufnahme
des Vorbands (sliver regain) auf mindestens 19% erhöht, und in welchem die
Feuchtigkeitsaufnahme des Vorbands anschließend durch den Mikrowellenentfeuchter
auf weniger als 14% reduziert wird.
Verfahren gemäß Anspruch 6, in welchem das Vorband temporär
verfestigt wird, indem eine Änderung der Feuchtigkeitsaufnahme von 7 bis 10%
vorgenommen wird.
Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Verfestigen, welchem die Vorbänder unterzogen werden, ein temporäres
Verfestigen ist.
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das
Verfestigen, welchem die Vorbänder unterzogen werden, ein permanentes Verfestigen
ist.
Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei die größere Beständigkeit
des Verfestigens durch eine chemische Reduktion der Fasern vor einem Dehnen erzielt
wird.
Verfahren gemäß Anspruch 9 oder Anspruch 10, wobei die größere
Beständigkeit des Verfestigens entweder durch ein Erhöhen der Entfernung
zwischen dem Mikrowellenentfeuchter und dem Zugseilrollen-Spinnflügel (haul
pulley flyer) (5) oder durch Umgeben des Vorbands mit einer Dampfatmosphäre
erzielt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 11, wobei ein weiterer Anstieg des
Verfestigungsgrades entweder durch eine Oxidationsnachbehandlung oder durch ein
Vernetzungsverfahren erzielt wird.
Vorrichtung zum kontinuierlichen Dehnen und temporären oder permanenten
Verfestigen von Wolle oder Tierfasern in Form eines Vorbands,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine einzelne Zugseilrollenvorrichtung (haul pulley unit) (5) einem
Vorband in einem Dehnungsbereich eine falsche Torsion verleiht und eine Zugspannung
auf das Vorband in dem Dehnungsbereich ausübt;
b) ein Mikrowellenentfeuchter (4), welcher in zumindest einem Teil des
Dehnungsbereichs die Temperatur schnell erhöht und die Feuchtigkeitsaufnahme
(regain) des falsch verdrillten Vorbands verringert; und
c) Vorschubrollen (3) und ein Eingang der Zugseilrollenvorrichtung einen
im Wesentlichen geradlinigen Vorbandpfad durch den Dehnungsbereich definieren.
Vorrichtung gemäß Anspruch 13, wobei die einzelne Zugseilrollenvorrichtung
dafür ausgebildet ist, zu bewirken, dass ein Vorband entlang der Rotationsachse
aus der Zugseilrollenvorrichtung (5) austritt, und welche nach dem Dehnungsbereich
angeordnet ist.
Vorrichtung gemäß Anspruch 13 oder Anspruch 14, wobei zwischen
einem Ausgang des Mikrowellenentfeuchters (4) und der Zugseilrollenvorrichtung
(5) ein Luftzwischenraum von mindestens 2 bis 3 Metern vorhanden ist.
Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 13 bis 15, wobei
der Vorbandpfad durch das Dehnungsgebiet und zwischen dem Dehnungsgebiet und der
Zugseilrollenvorrichtung (5) frei von Rollen und Walzen ist.
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