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Dokumentenidentifikation DE602004004638T2 06.06.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001600771
Titel Kalibrierung von Peak-Mustern
Anmelder Agilent Technologies, Inc. (n.d. Ges. d. Staates Delaware), Santa Clara, Calif., US
Erfinder JAEGER, Rainer, 76131, Karlsruhe, DE
Vertreter Barth, D., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 71083 Herrenberg
DE-Aktenzeichen 602004004638
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, LI
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 15.12.2004
EP-Aktenzeichen 041066051
EP-Offenlegungsdatum 30.11.2005
EP date of grant 07.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.06.2007
IPC-Hauptklasse G01N 30/00(2006.01)A, F, I, 20070112, B, H, EP
IPC-Nebenklasse G01N 27/26(2006.01)A, L, I, 20070112, B, H, EP   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kalibrieren eines Proben-Peakmusters, eine Datenanalyseeinheit zum Kalibrieren eines Proben-Peakmusters in Bezug auf ein erstes und ein zweites Kalibrierungs-Peakmuster sowie eine Probenanalyseeinheit.

Es gibt eine Vielfalt verschiedener Techniken zum Analysieren der Verbindungen einer unbekannten Probe. Zum Analysieren der unbekannten Probe kann ein bekanntes Peakmuster (peak pattern) gewonnen werden, bei dem die Peaks Verbindungen der unbekannten Probe repräsentieren. Bevor jedoch die Proben-Peakmuster zur weiteren Analyse verwendet werden können, müssen sie in Bezug auf Kalibrierungsproben kalibriert werden, die eine Anzahl bekannter Komponenten aufweisen. Bei der DNA-Analyse oder der Proteinanalyse werden zum Beispiel Kalibrierungsproben verwendet, die eine Anzahl bestens bekannter DNA-Fragmente oder Proteine aufweisen. Bevor die Kalibrierung durchgeführt werden kann, müssen die Stichproben-Peakmuster auf ein oder mehrere Kalibrierungs-Peakmuster ausgerichtet werden. Die Genauigkeit der Kalibrierung hängt stark von der Genauigkeit dieses Ausrichtungsschrittes ab.

In der US-Patentschrift 5 119 315 wird ein Verfahren zum Korrelieren eines Probendatensatzes mit einem Referenzdatensatz beschrieben.

BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Kalibrierung eines Proben-Peakmusters in Bezug auf mindestens ein Kalibrierungs-Peakmuster bereitzustellen. Die Aufgabe wird durch den Hauptanspruch/die Hauptansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsarten werden durch den Nebenanspruch/die Nebenansprüche dargestellt.

Gemäß Ausführungsarten der Erfindung wird ein Verfahren zur Kalibrierung eines Proben-Peakmusters in Bezug auf ein erstes und ein zweite Kalibrierungs-Peakmuster bereitgestellt. Die jeweiligen Peakmuster werden zu verschiedenen Zeiten gewonnen. Die Kalibrierungs-Peakmuster weisen jeweils einen ersten Referenzpeak und mindestens einen zweiten Referenzpeak auf, und das Proben-Peakmuster weist einen ersten Referenzpeak, mindestens einen der zweiten Referenzpeaks und eine beliebige Anzahl Peaks von interessierenden Substanzen auf. Das Verfahren weist einen ersten Schritt zum Ausrichten mindestens eines zweiten Referenzpeak auf das zweite Kalibrierungs-Peakmuster auf. Das Verfahren weist ferner einen Schritt des Durchführens einer Interpolation der jeweiligen Positionen des ersten Referenzpeak im ersten und im zweiten Kalibrierungs-Peakmuster auf, um eine Zeitabhängigkeit der Position des ersten Referenzpeak abzuleiten. Das Verfahren weist ferner einen Schritt des Ausrichtens des Proben-Peakmusters auf mindestens ein Kalibrierungs-Peakmuster derart auf, dass

  • • der erste Referenzpeak des Proben-Peakmusters gemäß der im vorhergehenden Schritt ermittelten Zeitabhängigkeit auf eine interpolierte Position des ersten Referenzpeak ausgerichtet wird, und dass
  • • mindestens einer der Referenzpeaks des Proben-Peakmusters auf mindestens einen entsprechenden zweiten Referenzpeak des Kalibrierungs-Peakmusters ausgerichtet wird.

Die Positionen von Peaks verschiedener Verbindungen können verschiedenen Arten der Zeitabhängigkeit unterliegen. Es kann eine geringfügige Änderung der Messbedingungen als Funktion der Zeit auftreten. Wegen der unterschiedlichen chemischen Struktur der Verbindungen der Probe kann eine geringfügige Änderung der Messbedingungen die Verbindungen auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Demzufolge können die Peaks des Proben-Peakmusters und der Kalibrierungs-Peakmuster verschiedenen Arten der Zeitabhängigkeit unterliegen. Insbesondere kann mit der Zeit eine Wanderung eines Peak gegenüber anderen Peaks beobachtet werden.

Die Kalibrierungs-Peakmuster weisen jeweils einen ersten Referenzpeak und einen oder mehr zweite Referenzpeaks auf. Außer den Peaks von interessierenden Proben weist das Proben-Peakmuster auch den ersten Referenzpeak und mindestens einen der zweiten Referenzpeaks auf. Wenn die Position des ersten Referenzpeak mit der Zeit gegenüber der Position des mindestens einen zweiten Referenzpeak wandert, kann diese zeitliche Wanderung von den zwei Kalibrierungs-Peakmustern abgeleitet werden, die zu verschiedenen Zeitpunkten gewonnen wurden. Ein oder mehrere der zweiten Referenzpeaks des ersten Kalibrierungs-Peakmusters werden auf entsprechende zweite Referenzpeaks des zweiten Kalibrierungs-Peakmusters ausgerichtet. Dann ist die Position des ersten Referenzpeak zu zwei verschiedenen Zeitpunkten bekannt, und daraus kann eine Zeitabhängigkeit der Position des ersten Referenzpeak abgeleitet werden. Nun ist die Zeitabhängigkeit der Position des ersten Referenzpeak bekannt.

Sodann wird das Proben-Peakmuster auf mindestens eines der Kalibrierungs-Peakmuster ausgerichtet. Der Zeitpunkt, an dem das Proben-Peakmuster gewonnen wurde, ist bekannt. Aus der bekannten Zeitabhängigkeit der Position des ersten Referenzpeak kann eine interpolierte Position des ersten Referenzpeak abgeleitet werden, die dem Zeitpunkt entspricht, an dem das Proben-Peakmuster gemessen worden ist. Nun kann die gemessene Position des ersten Referenzpeak des Proben-Peakmusters auf diese interpolierte Position ausgerichtet werden, die vom ersten und vom zweiten Kalibrierungs-Peakmuster abgeleitet wurde. Außerdem wird mindestens ein zweiter Referenzpeak des Proben-Peakmusters auf mindestens einen entsprechenden zweiten Referenzpeak eines der Kalibrierungs-Peakmuster ausgerichtet.

Unter Berücksichtigung der relativen zeitlichen Wanderung zwischen verschiedenen Referenzpeaks des Kalibrierungs-Peakmusters ist es möglich, die Referenzpeaks des Proben-Peakmusters hochgenau auf die Referenzpeaks der Kalibrierungs-Peakmuster auszurichten. Der Ausrichtungsschritt stellt eine notwendige Vorbedingung für nachfolgende Kalibrierungsschritte dar. Aus diesem Grund wird auch die Genauigkeit einer nachfolgenden Kalibrierung verbessert.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart wird zur Ermittlung der Zeitabhängigkeit der Position des ersten Referenzpeak eine lineare Interpolation zwischen der Position des ersten Referenzpeak im ersten und im zweiten Kalibrierungs-Peakmuster durchgeführt. Zumeist ist die zeitliche Wanderung des ersten Referenzpeak im Wesentlichen linear.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart wird das Proben-Peakmuster durch Analysieren einer interessieren Probe gewonnen. Außer verschiedenen interessierenden Substanzen weist die interessierende Probe eine Markiersubstanz und mindestens ein markiertes Fragment auf, wobei der erste Referenzpeak des Proben-Peakmusters der Markiersubstanz und der eine oder mehrere zweite Referenzpeaks des Proben-Peakmusters dem einen oder mehreren markierten Fragmenten entsprechen. Es ist üblich, einer interessierenden Probe eine Markiersubstanz und mindestens ein markiertes Fragment hinzuzufügen, um eine Kalibrierung des erhaltenen Proben-Peakmusters durchführen zu können. Zum Beispiel kann ein ziemlich kleines Molekül als Markiersubstanz verwendet werden, während die markierten Fragmente Moleküle beträchtlicher Größe sind. Deshalb kann sich das Wanderungsverhalten der Markiersubstanz deutlich vom Wanderungsverhalten der markierten Fragmente unterscheiden, und zwischen dem ersten Referenzpeak und dem mindestens einen zweiten Referenzpeak kann eine zeitliche Wanderung beobachtet werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart werden das erste und das zweite Kalibrierungs-Peakmuster durch Analysieren von Verbindungen einer Kalibrierungsprobe gewonnen, wobei die Kalibrierungsprobe die Markiersubstanz und einen Satz von markierten Fragmenten aufweist. Ferner entspricht der erste Referenzpeak des Kalibrierungs-Peakmusters vorzugsweise der Markiersubstanz, während sich der eine oder mehrere zweite Referenzpeaks der Kalibrierungs-Peakmuster auf die mehreren markierten Fragmente beziehen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsart wird als Kalibrierungsprobe eine so genannte Probenreihe verwendet. Eine Probenreihe ist eine Kalibrierungsprobe, die eine Vielzahl bestens bekannter Komponenten aufweist, wobei sich die Bezeichnung der Probenreihe im Englischen mit ladder (Leiter) davon herleitet, dass das Kalibrierungs-Peakmuster wie eine „Leiter" von Peaks aussieht, die sich auf die verschiedenen Komponenten beziehen. Für die DNA-Analyse und die Proteinanalyse bieten zum Beispiel viele Hersteller Probenreihen zu Kalibrierungszwecken an.

Bei einer bevorzugten Ausführungsart werden die Verbindungen der Kalibrierungsprobe und der interessierenden Probe im Flüssigkeitsstrom einer Trenneinrichtung getrennt. Zum Beispiel können in einen Eingang der Trenneinrichtung die entsprechenden Proben eingegeben und am Ausgang der Trenneinrichtung als Funktion der Zeit getrennte Verbindungen der Probe gewonnen werden. Die Trenneinrichtung kann zum Beispiel durch eine Trennsäule realisiert werden, die mit einem bestimmten Packungsmaterial gefüllt ist. Vorzugsweise wird eine der folgenden Trenntechniken verwendet: Elektrophorese, Chromatografie, Elektrochromatografie.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsart werden das Proben-Peakmuster und die Kalibrierungs-Peakmuster durch Erfassen der Fluoreszenzintensität von Verbindungen ermittelt, die in einer vorhergehenden Trenneinrichtung getrennt worden sind. Bei dieser Ausführungsart ist die Markiersubstanz eine fluoreszierende Substanz, und die Fragmente der Kalibrierungsprobe sind durch fluoreszierende Moleküle markiert. Ferner sind die Verbindungen der interessierenden Probe durch fluoreszierende Moleküle markiert. Demzufolge werden die entsprechenden Peakmuster durch Ermittlung der Fluoreszenzintensität als Funktion der Zeit gewonnen.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsart emittiert die Markiersubstanz eine Fluoreszenzstrahlung einer ersten Wellenlänge, während die markierten Fragmente eine Fluoreszenzstrahlung einer zweiten Wellenlänge emittieren, die von der ersten Wellenlänge verschieden ist. Einige der erhältlichen Probenreihen weisen zwei oder mehrere verschiedene fluoreszierende Farbstoffe zum Emittieren einer Fluoreszenzstrahlung von zwei oder mehr verschiedenen Wellenlängen auf. Dementsprechend gibt es Fluoreszenznachweiseinheiten zur gleichzeitigen Verfolgung der Fluoreszenzintensität bei zwei oder mehr verschiedenen Wellenlängen.

Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsart wird das Proben-Peakmuster zwischen dem ersten und dem zweiten Kalibrierungs-Peakmuster gemessen. Somit wird die Interpolation der Position des ersten Referenzpeak genauer.

Die Erfindung kann teilweise oder vollständig durch ein oder mehrere geeignete Softwareprogramme realisiert oder unterstützt werden, die auf einer beliebigen Art Datenträger gespeichert sind oder anderweitig durch diesen bereitgestellt werden und in einer oder durch eine geeignete Datenverarbeitungseinheit ausgeführt werden kann.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Weitere Aufgaben und viele der mit Ausführungsarten der vorliegenden Erfindung verbundenen Vorteile werden aus der folgenden detaillierteren Beschreibung von bevorzugten Ausführungsarten in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen klarer und verständlicher. Merkmale, die im Wesentlichen oder funktionell gleich oder ähnlich sind, werden durch dieselben Bezugsnummern bezeichnet.

1 zeigt eine Messanordnung;

2 zeigt zwei Fluoreszenzintensitätssignale, die sich auf eine Kalibrierungsprobe beziehen;

3 zeigt zwei Fluoreszenzintensitätssignale, die sich auf eine interessierende Probe beziehen;

4A zeigt gemessene Peaks in Abhängigkeit von einer absoluten Zeitskala;

4B zeigt eine Ausrichtung von Peakmustern nach dem Stand der Technik;

4C zeigt eine Ausrichtung von Peakmustern gemäß Ausführungsarten der vorliegenden Erfindung;

5 veranschaulicht eine zeitliche Wanderung des unteren Peak LM der Markiersubstanz gegenüber den Peaks der Probenreihe;

6 zeigt die Auswirkungen der Gesamtausrichtung und der stufenweisen Ausrichtung; und

7 zeigt, wie die stufenweise Ausrichtung durchgeführt wird.

1 zeigt eine Messanordnung zum Trennen und Analysieren einer Flüssigkeitsprobe, die eine Vielzahl verschiedener Probenverbindungen aufweist. Jede der Verbindungen der Probe zeichnet sich durch eine eigene Wanderungszeit aus, die zum Durchlaufen einer Trenneinrichtung 1 benötigt wird. Die Trenneinrichtung 1 kann z.B. ein Elektrophorese-Flüssigkeitsstrom, ein Chromatographie-Flüssigkeitsstrom oder ein Elektrochromatographie-Flüssigkeitsstrom sein. Am Ausgang der Trenneinrichtung 1 ist eine Nachweiszelle angeordnet. Die Nachweiszelle kann z.B. als Fluoreszenznachweiszelle 2 ausgeführt sein, die eine Lichtquelle 3 und eine Fluoreszenznachweiseinheit 4 aufweist. Die Fluoreszenznachweisezelle 2 eignet sich zum Nachweisen der Fluoreszenzbänder von fluoreszenzmarkierten Substanzen als Funktion der Zeit.

Bevor eine Probe, die eine Vielzahl unbekannter Substanzen aufweist, analysiert werden kann, muss die in 1 gezeigte Messanordnung kalibriert werden. Zu diesem Zweck gibt es eine große Vielfalt verschiedener Kalibrierungsproben, die einen Satz bestens bekannter Verbindungen unterschiedlicher Größe aufweisen. Diese Verbindungen können durch eine in 1 gezeigte Messanordnung getrennt und analysiert werden, wodurch ein charakteristisches Kalibrierungs-Peakmuster gewonnen wird. Für jede Verbindung der Kalibrierungsprobe weist das Kalibrierungs-Peakmuster einen entsprechenden Kalibrierungspeak auf. Da die Gruppe der Kalibrierungspeaks wie eine Leiter aussieht, werden die Kalibrierungsproben im Englischen oft mit ladders (Leitern) bezeichnet. Viele Hersteller stellen Kalibrierungsproben oder Probenreihen für Elektrophoresesysteme, Chromatographiesysteme oder Elektrochromatographiesysteme her. In der DNA-Analyse werden Probenreihen mit einer Gruppe unterschiedlicher DNA-Fragmente verwendet, während in der Proteinanalyse Kalibrierungsproben mit einer Gruppe unterschiedlicher Proteine verwendet werden.

Wenn der Fluoreszenznachweis zum Nachweis verschiedener Substanzen verwendet wird, werden Probenreihen verwendet, die durch fluoreszierende Moleküle markierte Fragmente aufweisen. Wenn die Substanz der Kalibrierungsprobe durch einfallendes Licht angeregt wird, emittieren die an den Substanzen angehefteten Markierungen Fluoreszenzstrahlung. Es gibt auch Kalibrierungsproben oder Probenreihen, die eine bei einer ersten Wellenlänge emittierende Markiersubstanz und einen Satz markierter Fragmente aufweisen, die Fluoreszenzstrahlung bei einer zweiten Wellenlänge emittieren.

2 zeigt zwei verschiedene Fluoreszenzintensitätssignale 5, 6 als Funktion der Zeit. Die beiden Fluoreszenzintensitätssignale 5, 6 sind durch Ermitteln der Fluoreszenzintensität bei zwei verschiedenen Wellenlängen gewonnen worden. Die Signale von 2 beziehen sich auf eine Kalibrierungsprobe, die eine Markiersubstanz und einen Satz markierter Fragmente aufweist. Die Markiersubstanz ist ein kleines Farbstoffmolekül, das rotes Fluoreszenzlicht emittiert. Allgemein sind die markierten Fragmente größer als die Markiersubstanz. Sie sind durch fluoreszierende Anhänge markiert, die grünes Fluoreszenzlicht emittieren. Außer den Fluoreszenzintensitätssignalen 5, 6 ist eine Zeitachse 7 dargestellt. Zuerst erscheinen am Ausgang der Trennsäule die kleinen Moleküle der Markiersubstanz und demzufolge in dem zum roten Fluoreszenzlicht gehörenden Fluoreszenzintensitätssignal 5 ein unterer Peak LM der Markiersubstanz. Sodann kommen an der Messzelle die markierten Fragmente an, wobei kleine, leichte Fragmente schneller durch die Trennsäule wandern als große, schwere Fragmente. Dadurch weist das zum grünen Fluoreszenzsignal gehörende Fluoreszenzintensitätssignal 6 einen Satz von Peaks LP1, LP2, LP3, ... LPn der Probenreihe auf, wobei der erste Peak LP1 der Probenreihe dem kleinsten markierten Fragment entspricht und der letzte Peak LPn dem größten markierten Fragment entspricht.

Nachdem das Fluoreszenz-Peakmuster der Kalibrierungsprobe gewonnen wurde, wird eine interessierende Probe analysiert. Um eine Ausrichtung auf das Kalibrierungs-Peakmuster zu ermöglichen, wird die Markiersubstanz und das größte markierte Fragment der Probenreihe jeweils in einer bestimmten Konzentration zur interessierenden Probe hinzugefügt. Dann werden die Verbindungen der interessierenden Probe getrennt und die am Ausgang der Trennsäule erhaltenen Fluoreszenzbänder der Probe analysiert.

3 zeigt die Fluoreszenzintensitätssignale 8, 9, die durch Analysieren der interessierenden Probe erhalten wurden. Das Fluoreszenzintensitätssignal 8 bezieht sich auf rotes Fluoreszenzlicht, während sich das Fluoreszenzintensitätssignal 9 auf grünes Fluoreszenzlicht bezieht. Außerdem ist eine Zeitachse 10 dargestellt. Zuerst kommt am Säulenausgang die Markiersubstanz an, und im Fluoreszenzintensitätssignal 8 zeigt sich ein entsprechender unterer Peak LM der Markiersubstanz. Sodann kommen an der Fluoreszenzmesszelle Fluoreszenzbanden an, die Verbindungen der interessierenden Probe entsprechen. Die Probenverbindungen sind mit fluoreszierenden Anhängen markiert worden, die grünes Fluoreszenzlicht emittieren. Dementsprechend weist das Fluoreszenzintensitätssignal 9 Peaks 11 auf, die diesen Probenverbindungen entsprechen. Zuletzt kommen an der Messzelle die größten markierten Fragmente an, und dementsprechend weist das Fluoreszenzintensitätssignal 9 einen Peak LPn der Probenreihe auf.

4A zeigt eine Folge von Messungen, die sowohl Kalibrierungs- als auch Probenmessungen aufweisen. Zuerst wird eine Kalibrierungsprobe oder Probenreihe L1 analysiert, anschließend werden Proben-Peakmuster von Proben S1 bis S4 gewonnen und zuletzt wird ein Kalibrierungs-Peakmuster einer Probenreihe L2 gemessen. Unterhalb der Messwerte zeigt eine Zeitachse 12 eine absolute Zeitskala, die beim Aufzeichnen der Peakmuster verwendet wurde. Für jede der beiden Messungen L1 und L2 der Kalibrierungsproben sind die entsprechenden Positionen des unteren Peak LM der Markiersubstanz, des Peak LP1 des ersten markierten Fragments und des Peak LP2 des letzten markierten Fragments dargestellt. Für jede der Probenmessungen S1 bis S4 sind die Position des unteren Peak LM der Markiersubstanz und die Position des Peak LPn des letzten markierten Fragments dargestellt.

Die Zeitachse 12 zeigt eine absolute Zeitskala an, die zum Aufzeichnen der Peakmuster verwendet wurde. Aus 4A ist zu ersehen, dass die absoluten Positionen entsprechender Peaks auf der Zeitachse stark voneinander abweichen. Außerdem weichen auch die Zeitintervalle zwischen dem unteren Peak LM der Markiersubstanz und dem Peak LPn des letzten markierten Fragments in gewissem Umfang voneinander ab. Diese Abweichungen zeigen eine Stauchung oder eine Dehnung der absoluten Zeitachse, die z.B. durch Schwankungen der Lösemittelzusammensetzung, durch chemische Änderungen des Packungsmaterials der Säule oder durch andere Änderungen der Messumgebung verursacht werden können.

Aus diesen Gründen ist es zum Erreichen der Vergleichbarkeit zwischen den Peakmustern erforderlich, die absolute Zeitskala in eine relative Zeitskala umzuwandeln und die Peaks des Proben-Peakmusters auf die Peaks des Kalibrierungs-Peakmusters auszurichten.

Gemäß einer Lösung nach dem Stand der Technik, die in 4B dargestellt ist, wird den unteren Peaks LM der Markiersubstanz der Kalibrierungsmessungen L1 und L2 und den unteren Peaks LM der Markiersubstanz der Probenmessungen S1 bis S4 ein erster fester Zeitwert 13 zugewiesen. Darüber hinaus wird den entsprechenden Peaks LPn der Messungen L1, L2, S1 bis S4 ein zweiter fester Zeitwert zugewiesen. Folglich werden die Positionen der entsprechenden unteren Peaks LM der Markiersubstanz und die Positionen der entsprechenden Peaks LPn der Probenreihe aufeinander ausgerichtet.

Indem den Peaks LM und LPn jedes Peakmusters jeweils feste Zeitwerte zugewiesen werden, wird für jedes der Peakmuster L1, S1 bis S2, L2 eine relative Zeitskala erzeugt. Nun können die in 4A dargestellten absoluten Zeitwerte der Peaks in entsprechende relative Zeitwerte dieser relativen Zeitskala umgewandelt werden.

Die in 4B gezeigte Lösung nach dem Stand der Technik weist jedoch Nachteile auf. Beim Umwandeln der absoluten Zeitposition von Peak LP1 der Kalibrierungsmessung L1 in einen entsprechenden relativen Zeitwert wird für den Peak LP1 ein relativer Zeitwert 15 ermittelt. Beim Umwandeln des absoluten Zeitwertes von Peak LP1 der Kalibrierungsmessung L2 in einen entsprechend relativen Zeitwert wird für den Peak ein relativer Zeitwert 16 ermittelt. Es ist ersichtlich, dass der von der Kalibrierungsmessung L2 abgeleitete relative Zeitwert 16 von Peak LP1 nicht mit dem relativen Zeitwert 15 übereinstimmt, der von der Kalibrierungsmessung L1 abgeleitet wurde. Das bedeutet, dass sich das von der Kalibrierungsmessung L1 abgeleitete Verhältnis von dem von L2 abgeleiteten Verhältnis unterscheidet: wobei &Dgr;TLP1LM das Zeitintervall zwischen LM und LP1 auf der absoluten Zeitskala von 4A und &Dgr;TLPnLP1 dem Zeitintervall zwischen LP1 und LPn auf der absoluten Zeitskala von 4A bezeichnet.

Dieser Effekt ist auf eine relative zeitliche Wanderung zwischen der Position des unteren Peak LM der Markiersubstanz und den Positionen der Peaks LP1 bis LPn der markierten Fragmente zurückzuführen. Die Fragmente sind durch einen fluoreszierenden Anhang markiert, während die Markiersubstanz ein freier Farbstoff ist, die an kein Fragment gebunden ist. Beim Durchlaufen der Trennsäule unterscheidet sich das Wanderungsverhalten der freien Farbstoffe beträchtlich vom Wanderungsverhalten der markieren Fragmente.

5 veranschaulicht die relative zeitliche Wanderung der Position des unteren Peak der Markiersubstanz gegenüber den Positionen der anderen Peaks der Probenreihe. 5 zeigt einen Satz verschiedener Kalibrierungs-Peakmuster, die zu verschiedenen Zeitpunkten aufgezeichnet wurden. Zuerst wird die Kalibrierungsmessung L1 durchgeführt, anschließend werden vier Probenmessungen S1 bis S4 gewonnen und dann eine weitere Kalibrierungsmessung L2 durchgeführt. Nach dem Ausführen der Kalibrierungsmessungen wird ein weiterer Satz von vier Probenmessungen S5 bis S8 durchgeführt und anschließend eine dritte Kalibrierungsmessung L3. Diese Folge von Kalibrierungsmessungen wird fortgesetzt, wobei weitere Kalibrierungsmessungen L4, L5 durchgeführt werden. Das erste Diagramm 17 von 5 bezieht sich auf die Kalibrierungsmessung L1. Das erste Fluoreszenzintensitätssignal 18 weist einen unteren Peak LM der Markiersubstanz auf, während das zweite Fluoreszenzintensitätssignal 19 vier Peaks LP1, LP2, LP3 und LP4 der Probenreihe aufweist. Die folgenden Diagramme 20 bis 23 beziehen sich jeweils auf die Kalibrierungsmessungen L2 bis L5. Es ist zu erkennen, dass die entsprechenden Positionen der Peaks LP1 bis LP4 der Probenreihe unverändert bleiben, während der untere Peak LM der Markiersubstanz mit der Zeit gegenüber den Peaks LP1 bis LP4 der Probenreihe wandert. Die entsprechenden Positionen 25a bis 25e des unteren Peak LM der Markiersubstanz verschieben sich mit der Zeit kontinuierlich gegenüber der Position 24 des Peak LP1 der Probenreihe.

Die relative zeitliche Wanderung zwischen den Peakpositionen der Markiersubstanz auf der einen Seite und den markierten Fragmenten auf der anderen Seite muss beim Ausrichten der in 4A gezeigten Peakmuster berücksichtigt werden. Gemäß Ausführungsarten der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, die Ausrichtung in der in 4C gezeigten Weise durchzuführen. In einem ersten Schritt werden der erste Peak LP1 und der letzte Peak LPn der Probenreihe der Kalibrierungsmessung L1 auf die Peaks L1 und LPn der Probenreihe der Kalibrierungsprobe L2 ausgerichtet. Das kann z.B. erfolgen, indem dem Peak LP1 der Probenreihe der Kalibrierungsmessung L1 und dem Peak LP1 der Kalibrierungsmessung L2 ein erster fester Zeitwert 26 und dem Peak LPn der Probenreihe der Kalibrierungsmessung L1 und dem Peak LPn der Probenreihe der Kalibrierungsmessung L2 ein zweiter fester Zeitwert 27 zugewiesen wird. Als Folge dieser Zuweisung sind der Peak LP1 von L1 auf den Peak LP1 von L2 sowie der Peak LPn von L1 auf den Peak LPn von L2 ausgerichtet.

Durch Zuweisen eines ersten festen Zeitwertes für LP1 und eines zweiten festen Zeitwertes für LPn jeweils für die Kalibrierungsmessung L1 und die Kalibrierungsmessung L2 wird eine relative Zeitskala erzeugt. Somit wird die absolute Zeitskala, die der Messung der Peakmuster zugrunde gelegt wurde, sowohl für L1 als auch für L2 in eine relative Zeitskala umgewandelt.

Unter Verwendung der relativen Zeitskala von L1 kann der absolute Zeitwert 28 des in 4A gezeigten unteren Peak LM der Markiersubstanz in einen entsprechenden relativen Zeitwert 29 umgewandelt werden. Dementsprechend kann der absolute Zeitwert 30 des in 4A gezeigten unteren Peak LM der Markiersubstanz in einen entsprechenden relativen Zeitwert 31 umgewandelt werden.

Im Allgemeinen unterscheidet sich der relative Zeitwert 29 vom relativen Zeitwert 31. Von diesen beiden Werten kann jedoch eine zeitliche Wanderung der Position des unteren Peak der Markiersubstanz gegenüber den Peaks der Probenreihe abgeleitet werden, vorzugsweise durch Ausführen einer linearen Interpolation. In 4C ist die lineare zeitliche Wanderung des unteren Peak LM der Markiersubstanz durch eine gerade Linie 32 dargestellt. Zum Modellieren der zeitlichen Wanderung des unteren Peak LM der Markiersubstanz kann anstelle der linearen Interpolation eine komplexere Art der Interpolation verwendet werden.

Sobald die Zeitabhängigkeit der Position des unteren Peak der Markiersubstanz bekannt ist, können interpolierte relative Zeitwerte 33, 34, 35, 36 abgeleitet werden, welche die Position des unteren Peak der Markiersubstanz zu bestimmten Zeitpunkten anzeigen, an denen die Probenmessungen S1 bis S4 durchgeführt wurden.

Jetzt wird die in 4A gezeigte absolute Zeitskala für jede der Probenmessungen S1 bis S4 dergestalt in eine relative Zeitskala umgewandelt, dass die Position des unteren Peak LM der Markiersubstanz auf jeweils einen der interpolierten relativen Zeitwerte 33 bis 36 und die Position des letzten Peak LPn der Probenreihe auf den zweiten festen Zeitwert 28 ausgerichtet ist. Für jede Probenmessungen S1, S2, S3, S4 wird durch Zuweisen jeweils eines der relativen Zeitwerte 33 bis 36 zum unteren Peak LM der Markiersubstanz und durch Zuweisen des zweiten Zeitwertes 27 zum Peak LPn der Probenreihe eine relative Zeitskala erzeugt. Somit werden die absoluten Zeitwerte in entsprechende relative Zeitwerte umgewandelt, wobei die zeitliche Wanderung des unteren Peak der Markiersubstanz berücksichtigt wird.

6A zeigt die gemessenen Zeitwerte der Peaks LP1 bis LPn der Probenreihe vor dem Ausführen der Ausrichtung. Die Zeitachse 37 zeigt eine absolute Zeitskala, die zur Datengewinnung verwendet worden ist. Die in 6A gezeigten Daten beziehen sich auf 12 verschiedene Kalibrierungsmessungen L1 bis L12.

6B zeigt dieselben Daten, nachdem eine Ausrichtung gemäß 4C ausgeführt wurde. Auf der linken Seite zeigt eine Zeitachse 38 eine relative Zeitskala, die gemäß 4C ermittelt wird. Für jede der 12 Kalibrierungsmessungen L1 bis L12 sind die entsprechenden Peakpositionen für die Peaks L1 bis LPn der Probenreihe angezeigt. Aus 6B ist zu ersehen, dass sowohl die ersten Peaks LP1 als auch die letzten Peaks LPn der Probenreihe genauestens ausgerichtet sind, während die Peakpositionen der anderen Peaks LP2 bis LP(n – 1) der Probenreihe noch voneinander abweichen können. Diese Abweichung weist jedoch eine wesentlich geringere Größenordnung auf als die oben beschriebene Wanderung der Markiersubstanz. Darüber hinaus steht diese Abweichung in keiner Beziehung zu den unterschiedlichen chemischen Strukturen der Markiersubstanz und der markierten Fragmente, sondern ist eher auf andere Arten von Schwankungen der Messanordnung zurückzuführen.

Aus diesem Grunde wird zusätzlich zu der in 4C gezeigten globalen Ausrichtung, die als erster Schritt ausgeführt wird, anschließend eine stufenweise Ausrichtung ausgeführt.

7 zeigt, wie eine stufenweise Ausrichtung eines Kalibrierungs-Peakmusters ausgeführt wird. Diese stufenweise Ausrichtung wird in Bezug auf einen Satz von Referenzzeitwerten der Peaks LP1 bis LPn der Probenreihe ausgeführt. Für jeden Peak LPi der Probenreihe wird ein Referenzzeitpunkt Ti' zum Anzeigen der Referenzposition des Peak der Probenreihe bereitgestellt, wobei der Satz der Referenzzeitpunkte Ti' (1 ≤ i ≤ n) auf eine relative Zeitskala bezogen ist. Der Satz der Referenzzeitpunkte kann zum Beispiel von einem Hersteller einer Kalibrierungsprobe erhalten werden. Alternativ können die Referenzpositionen der Peaks der Probenreihe durch Ausführen einer großen Anzahl von Referenzmessungen einer Kalibrierungsprobe und durch Ermitteln der Mittelwerte der relativen Zeitwerte der Kalibrierungspeaks ermittelt werden.

Im oberen Teil von 7 ist eine relative Zeitskala 39 dargestellt, wobei die Peaks LP1, LP2, ... LPn der Probenreihe erhalten wurden, nachdem eine globale Ausrichtung gemäß 4C ausgeführt wurde. Zuerst wird ein Satz von Zeitintervallen [Ti, Ti+1] definiert, wobei Ti den relativen Zeitwert des Peak LPi der Probenreihe und Ti+1den relativen Zeitwert des Peak LP(i + 1) der Probenreihe bezeichnet. Für jedes der von LPi bis LP(i + 1) reichenden Intervalle wird eine separate lineare Transformation in der Weise definiert, dass das Intervall [Ti', Ti+1'] auf ein entsprechendes Zielintervall [Ti', Ti+1'] einer Referenzzeitskala 40 abgebildet wird. Ti' bezeichnet einen Referenzzeitwert des Peak LPi der Probenreihe und Ti+1' den Referenzzeitwert des Peaks LP(i + 1) der Probenreihe. Auf diese Weise wird ein Satz von (n – 1) linearen Transformationen erhalten.

Jede der (n – 1) linearen Transformationen kann z.B. wie folgt definiert werden: ti' = Skalenwerti·ti + Konstantei, wobei Skalenwerti einen Skalierungsfaktor, Konstantei einen Verschiebungswert, ti ∊ [Ti, Ti+1] einen relativen Zeitwert auf der relativen Zeitskala 39 und ti' ∊ [Ti', Ti+1'] einen entsprechenden relativen Zeitwert auf der Referenzzeitskala 40 bezeichnet. Jede der (n – 1) linearen Transformationen wird mit einem entsprechenden Teilintervall [Ti, Ti+1] (1 ≤ i ≤ n) der relativen Zeitskala 39 ausgeführt. Indem dieser Satz von Transformationen stufenweise auf das Kalibrierungs-Peakmuster angewendet wird, wird jeder Peak LPi der Probenreihe auf seinen Referenzzeitwert Ti' abgebildet.

Während der Ausführung der Kalibrierungsmessung oder der Probenmessung werden die Messwerte mit einer konstanten Geschwindigkeit aufgezeichnet. Aus diesem Grunde sind die Abstände zwischen benachbarten Messwerten konstant. Nachdem die Zeitintervalle auf ihre entsprechenden Zielzeitintervalle abgebildet worden sind, erweisen sich die Abstände zwischen benachbarten Messwerten jedoch als gedehnt (41) oder als gestaucht (42). Deshalb werden in einem nächsten Schritt die Messwerte neu geordnet 43. Das Ergebnis dieser Operation ist eine neu geordnete Zeitskala 44.

Der Satz der vom Kalibrierungs-Peakmuster abgeleiteten linearen Transformationen kann auf nachfolgende Probenmessungen angewendet werden. Eine erste Möglichkeit besteht darin, den Satz der aus einer Kalibrierungsmessung L1 abgeleiteten Transformationen auf die nachfolgenden Probenmessungen S1 bis S4 anzuwenden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sowohl die Kalibrierungsmessung L1, die vor den Probenmessungen S1 bis S4 ausgeführt wird, als auch die Kalibrierungsmessung L2 einzubeziehen, die nach den Probenmessungen S1 bis S4 ausgeführt wird. Von L1 wird ein Satz linearer Transformationen und von L2 ein zweiter Satz linearer Transformationen abgeleitet. Zum Korrigieren einer der Probenmessungen S1 bis S4, z.B. von S2, wird vom ersten und vom zweiten Satz der linearen Transformationen ein interpolierter Satz von (n – 1) linearen Transformationen abgeleitet.

In 6C sind die Kalibrierungs-Peakmuster L bis L12 gezeigt, nachdem eine stufenweise Ausrichtung gemäß 7 ausgeführt worden ist. Es ist zu erkennen, dass eine Ausrichtung aller Peaks LP1, LP2, ... LPn der Probenreihe erreicht worden ist.

Durch Umwandelnder Kalibrierungsmessungen und auch der Probenmessungen auf einer Referenzzeitskala kann sowohl den Peakmustern der Probenreihe als auch den Proben-Peakmustern eine gemeinsame Zeitachse zugewiesen werden. Dadurch wird die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Kalibrierungsmessungen und Probenmessungen gefördert. Darüber hinaus können anstelle einer Zeitachse zur Angabe relativer Zeitwerte sowohl die Kalibrierungs-Peakmuster als auch die Proben-Peakmuster durch Basispaare kalibriert werden. Insbesondere kann eine Dimensionsachse verwendet werden, die die Anzahl der entsprechenden Basispaare anzeigt. Die verarbeiteten Signale können dann zur weiteren Analyse verwendet werden, z.B. zur Profilauswertung.


Anspruch[de]
Verfahren zum Kalibrieren eines Proben-Peakmusters in Bezug auf ein erstes und ein zweites Kalibrierungs-Peakmuster, bei dem die entsprechenden Peakmuster zu verschiedenen Zeitpunkten gewonnen werden;

wobei die Kalibrierungs-Peakmuster jeweils einen ersten Referenzpeak und mindestens einen zweiten Referenzpeak aufweisen und das Proben-Peakmuster den ersten Referenzpeak, mindestens einen der zweiten Referenzpeaks und eine beliebige Anzahl Peaks von interessierenden Substanzen aufweisen;

wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:

(a) Ausrichten mindestens eines zweiten Referenzpeaks des ersten Kalibrierungs-Peakmusters auf mindestens einen entsprechenden zweiten Referenzpeak des zweiten Kalibrierungs-Peakmusters;

(b) Durchführen einer Interpolation der entsprechenden Positionen des ersten Referenzpeaks im ersten und zweiten Kalibrierungs-Peakmuster, um eine zeitliche Abhängigkeit der Position des ersten Referenzpeaks abzuleiten;

(c) Ausrichten des Proben-Peakmusters in Bezug auf mindestens eines der Kalibrierungs-Peakmuster derart, dass

– der erste Referenzpeak des Proben-Peakmusters auf eine interpolierte Position des ersten Referenzpeaks gemäß der in Schritt (b) ermittelten zeitlichen Abhängigkeit ausgerichtet wird, und dass

– mindestens einer der zweiten Referenzpeaks des Proben-Peakmusters auf mindestens einen entsprechenden zweiten Referenzpeak der Kalibrierungs-Peakmuster ausgerichtet wird.
Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die zeitliche Abhängigkeit der Position des ersten Referenzpeaks durch Ausführen einer linearen Interpolation der entsprechenden Positionen des ersten Referenzpeaks im ersten und zweiten Kalibrierungs-Peakmuster abgeleitet wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Proben-Peakmuster durch Nachweisen von Verbindungen eines interessierenden Probe gewonnen wird. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem die interessierende Probe eine Markiersubstanz, mindestens ein markiertes Fragment und interessierende Substanzen aufweist, wobei der erste Referenzpeak des Proben-Peakmusters der Markiersubstanz und der mindestens eine zweite Referenzpeak des Proben-Peakmusters dem mindestens einen markierten Fragment entspricht. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, bei dem das erste und das zweite Kalibrierungs-Peakmuster durch Nachweisen von Verbindungen einer Kalibrierungsprobe gewonnen werden. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem die Kalibrierungsprobe eine Markiersubstanz und mindestens ein markiertes Fragment aufweist, wobei der entsprechende erste Referenzpeak des ersten und des zweiten Kalibrierungs-Peakmusters der Markierungssubstanz entspricht und der mindestens eine zweite Referenzpeak des ersten und des zweiten Kalibrierungs-Peakmusters dem mindestens einen markierten Fragment entspricht. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, bei dem die Kalibrierungsprobe aus einer Probenreihe mit unterschiedlich markierten Fragmenten besteht. Verfahren nach einem der Unteransprüche 5 bis 7 von Anspruch 3, bei dem die Verbindungen der Kalibrierungsprobe und der interessierenden Probe im Flüssigkeitsstrom einer Trenneinrichtung getrennt werden, wobei die Trenneinrichtung zur Trennung von Verbindungen einer Flüssigkeitsprobe eingerichtet ist. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem der Flüssigkeitsstrom der Trenneinrichtung ein Elektrophorese-Flüssigkeitsstrom, ein Chromatographie-Flüssigkeitsstrom und/oder ein Elektrochromatographie-Flüssigkeitsstrom ist. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, bei dem das erste Kalibrierungs-Peakmuster, das Proben-Peakmuster und das zweite Kalibrierungs-Peakmuster durch Nachweisen der Fluoreszenzintensität von Verbindungen gewonnen werden. Verfahren nach Anspruch 4 oder 6, bei dem die Markiersubstanz so beschaffen ist, dass sie Fluoreszenzstrahlung bei einer ersten Wellenlänge emittiert, und die markierten Fragmente so beschaffen sind, dass sie Fluoreszenzstrahlung bei einer zweiten Wellenlänge emittieren. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, bei dem das erste Kalibrierungs-Peakmuster vor des Proben-Peakmusters und das zweite Kalibrierungs-Peakmuster nach des Proben-Peakmusters gewonnen wird. Verfahren nach einem der obigen Ansprüche, das ferner einen Schritt des Ermittelns eines Satzes von linearen Transformationen aus dem ersten und/oder zweiten Kalibrierungs-Peakmuster aufweist, wobei die linearen Transformationen so ausgeführt werden, dass sie eine Justierung der Zeitskala des Peakmusters derart bewirken, dass die Positionen der Referenzpeaks mit den Referenzpositionen der im Referenzdatensatz angegebenen Referenzpeaks zusammenfallen. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem die Ermittlung eines Satzes von linearen Transformationen für ein Kalibrierungs-Peakmuster mit n Referenzpeaks, mit n gleich einer natürlichen Zahl, die folgenden Schritte aufweist:

Aufteilen der Zeitachse des Kalibrierungs-Peakmusters in eine Reihe von n – 1 benachbarten Teilintervallen, wobei ein i-tes Teilintervall vom Referenzpeak i bis zum Referenzpeak i + 1 des Kalibrierungs-Peakmusters reicht und i eine natürliche Zahl 1 ≤ i ≤ n ist;

Erstellen einer entsprechenden linearen Transformation für jedes der n – 1 Teilintervalle, wobei die i-te lineare Transformation so ausgeführt wird, dass das i-te Teilintervall einem entsprechenden i-ten Zielintervall zugeordnet wird, wobei das i-te Zielintervall von der Referenzposition des Referenzpeaks i des Referenzdatensatzes bis zur Referenzposition des Referenzpeaks i + 1 des Referenzdatensatzes reicht.
Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, bei dem eine lineare Transformation derart ausgeführt wird, dass t' = Skalenwert·t + Konstante ist, wobei t eine Zeitspanne, t' eine transformierte Zeitspanne, Maßstab einen Skalierungsfaktor und die Konstante einen Verschiebungswert darstellt. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, das ferner einen Schritt der Durchführung der n – 1 linearen Transformationen mit den entsprechenden n – 1 Teilintervallen des Kalibrierungs-Peakmusters und/oder des Proben-Peakmusters aufweist. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:

Ermitteln eines ersten Satzes linearer Transformationen aus dem ersten Kalibrierungs-Peakmuster,

Ermitteln eines zweiten Satzes linearer Transformationen aus dem zweiten Kalibrierungs-Peakmuster,

Ableiten eines interpolierten Satzes linearer Transformationen aus dem ersten und dem zweiten Satz linearer Transformationen,

Anwenden des interpolierten Satzes der n – 1 linearen Transformationen auf die entsprechenden n – 1 Teilintervalle des Proben-Peakmusters.
Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 17, das ferner einen Schritt der erneuten Auswertung der ausgewerteten Datenwerte des Kalibrierungs-Peakmusters und/oder des Proben-Peakmusters durch lineare Interpolation derart aufweist, dass gleiche Abstände zwischen benachbarten ausgewerteten Datenwerten erreicht werden. Softwareprogramm oder -produkt, das vorzugsweise auf einem Datenträger gespeichert und so beschaffen ist, dass es das Verfahren nach einem der obigen Ansprüche ausführt, wenn es auf einem Datenverarbeitungssystem wie beispielsweise einem Computer läuft. Datenanalyseeinheit, die zum Kalibrieren eines Proben-Peakmusters in Bezug auf ein erstes und ein zweites Kalibrierungs-Peakmuster eingerichtet ist, wobei das erste Kalibrierungs-Peakmuster, das Proben-Peakmuster und das zweite Kalibrierungs-Peakmuster zu verschiedenen Zeitpunkten gewonnen werden;

wobei die Kalibrierungs-Peakmuster jeweils einen ersten Referenzpeak und mindestens einen zweiten Referenzpeak aufweisen und das Proben-Peakmuster den ersten Referenzpeak, mindestens einen der zweiten Referenzpeaks und eine beliebige Anzahl Peaks von interessierenden Substanzen aufweist;

wobei die Datenanalyseeinheit Folgendes aufweist:

eine Interpolationseinheit zum Ausrichten mindestens eines der zweiten Referenzpeaks des ersten Kalibrierungs-Peakmusters auf mindestens einen entsprechenden zweiten Referenzpeak des zweiten Kalibrierungs-Peakmusters und zum Durchführen einer Interpolation der entsprechenden Positionen des ersten Referenzpeaks im ersten und zweiten Kalibrierungs-Peakmuster, um eine zeitliche Abhängigkeit der Position des ersten Referenzpeaks abzuleiten;

eine Kalibrierungseinheit zum Ausrichten des Proben-Peakmusters auf mindestens eines der Kalibrierungs-Peakmuster derart, dass

– der erste Referenzpeak des Proben-Peakmusters auf eine interpolierte Position des ersten Referenzpeaks gemäß der durch die Interpolationseinheit ermittelten zeitlichen Abhängigkeit ausgerichtet wird, und dass

– mindestens einer der zweiten Referenzpeaks des Proben-Peakmusters auf mindestens einen entsprechenden zweiten Referenzpeak der Kalibrierungs-Peakmuster ausgerichtet wird.
Datenanalyseeinheit nach Anspruch 20, die ferner eine Justierungseinheit zum Ableiten eines Satzes linearer Transformationen von dem ersten und/oder dem zweiten Kalibrierungs-Peakmuster aufweist, wobei die linearen Transformationen so ausgeführt werden, dass sie eine Justierung der Zeitskala des Peakmusters derart bewirken, dass die Positionen der Referenzpeaks mit den Referenzpositionen der im Referenzdatensatz angegebenen Referenzpeaks zusammenfallen. Probenanalyseeinheit, die Folgendes aufweist:

einen Flüssigkeitsstrom einer Trenneinrichtung zur Trennung von Verbindungen einer Flüssigkeitsprobe;

eine Nachweiseinheit zum Ermitteln von Peakmustern der getrennten Verbindungen;

eine Datenanalyseeinheit nach einem der Ansprüche 20 oder 21.
Probenanalyseeinheit nach Anspruch 22, bei der die Nachweiseinheit eine Fluoreszenznachweiseinheit zum Nachweisen der Fluoreszenzintensität von einfachen Verbindungen ist, die vorher in einem Flüssigkeitsstrom einer Trenneinrichtung getrennt worden sind. Probenanalyseeinheit nach Anspruch 22 oder Anspruch 23, bei welcher der Flüssigkeitsstrom der Trenneinrichtung ein Elektrophorese-Flüssigkeitsstrom, ein Chromatographie-Flüssigkeitsstrom und/oder ein Elektrochromatographie-Flüssigkeitsstrom ist.






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