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Dokumentenidentifikation DE102005057284A1 14.06.2007
Titel Pyrodepilator, Gerät zur Körperhaarentfernung durch Pyrolyse
Anmelder Hofacker, Karsten, 63619 Bad Orb, DE
Erfinder Hofacker, Karsten, 63619 Bad Orb, DE
DE-Anmeldedatum 01.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005057284
Offenlegungstag 14.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse A45D 26/00(2006.01)A, F, I, 20051201, B, H, DE
Zusammenfassung Es handelt sich um eine neue Form der Körperhaarentfernung. Haar, das sich über der Hautoberfläche befindet, wird letztlich durch portionsweise Wärmeenergiezufuhr denaturiert, bis Pyrolyse, also Verbrennung, eintritt. Diese kurzzeitige Energiezufuhr bewirkt, dass nur das Haarkeratin verbrennt, die Haut selbst aber nicht geschädigt wird. Erreicht wird dies, indem man das Haar einem Funkenhagel genügend großer Intensität aussetzt. Um diese Intensität zu erreichen, wird ein Zündstein, wie man ihn aus Feuerzeugen kennt, verwendet. Als Reib- bzw. Schleifmittel dient im Prinzip eine Bohrmaschine mit Schleifaufsatz (Einheit A in Fig. 1), die elektrisch betrieben wird. Um zu gewährleisten, dass der Zündstein immer mit genügend Druck an den Schleifkörper gepresst wird, kommt eine Federvorrichtung gemäß Fig. 1 zum Einsatz. Räder an der Einheit B sorgen für einen ausreichend großen Sicherheitsabstand zur Hautoberfläche.

Beschreibung[de]
Stand der Technik:

Zur Depilation, also dem Entfernen des über der Hautoberfläche stehenden Haares gibt es verschiedene Methoden. Es wären dies

  • 1. die Haarrasur mit normalen handelsüblichen Rasierern
  • 2. die chemische Haarentfernungsmethode, wobei die Haarstruktur über Lösen von Disulfidbrücken geschädigt wird, sowie die
  • 3. Ausreißmethode per Heiß- oder Kaltwachsbehandlung bzw. elektrischen Depilatoren, die auf dem Ausreißen des Haares mitsamt der Haarwurzel basiert.

Alle Depilationsarten weisen Nachteile auf. Das Rasieren von Haaren z. B. ist zeitaufwändig, der Effekt glatter Haut ist nur von sehr kurzer Dauer, insbesondere wirkt sich das stoppelartige Nachwachsen der Haare negativ auf das Hauterscheinungsbild aus.

Die chemische Methode mittels reduktiver Stoffe bedingt oftmals nur unvollständige Enthaarungsergebnisse, wenn man die vorgeschriebene Einwirkzeit einhält. Läßt man länger einwirken, erzielt man zwar weitgehend vollständige Depilation, jedoch nimmt die Gefahr von Hautreizungen, die grundsätzlich bei jeder Behandlung gegeben ist, stark zu.

Die Ausreißmethode mittels Kaltwachs ist als ziemlich schmerzhaft zu bezeichnen und das Entfernen aller Haare, insbesondere wenn diese einen dickeren Haarschaft und stärkere Haarwurzeln haben, gelingt selten komplett, die Heißwachsmethode gestaltet sich noch umständlicher und zeitintensiver als mit Kaltwachs.

Das Entfernen von Haaren mit elektrischen Depilatoren ist ebenfalls schmerzhaft und ist generell nur bei feinen Haaren anwendbar.

Aufgabe der Erfindung:

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gerät zu bauen, das gegenüber den aufgeführten Methoden Vorteile hinsichtlich folgender Merkmale aufweist:

universell anwendbar auf jeden Haartyp mit gutem Ergebnis, also sowohl auf dünne und dicke Haare

effektive, d.h. vollständige Depilation bei geringer Hautbelastung

unkomplizierter und schneller Einsatz

flaumartiges und langsameres Nachwachsverhalten der Haare

Lösung der Aufgabe und Vorteile der Erfindung

Wird wachsendes Haar unter der Voraussetzung, die Hautschicht selbst nicht zu verletzen, abgeflammt, wächst es nur noch dünn und flaumartig nach. Um diese Verbrennung des Haarkeratins entsprechend sicher und kontrolliert ablaufen lassen zu können, bedarf es des Einsatzes von Wärmeenergie, die gerade so groß sein darf, dass sie nur die Proteinstruktur des Haares bis zur Stufe des Kohlenstoffs denaturiert, sprich verbrennt, ohne jedoch die Haut in Mitleidenschaft zu ziehen.

Diese Aufgabe wird durch die Konstruktion mit den Merkmalen des Anspruch 1 gelöst. Die Pyrolysemethode ist eine effektive Methode, die auf jeden Haartyp anwendbar ist und verhältnismäßig schnell durchführbar ist.

Verwendungsmöglichkeiten:

Den Pyrodepilator könnte jedermann als Elektrogerät im Fachhandel erwerben. Natürlich könnte das Gerät auch im professionellen Kosmetikbereich zum Einsatz kommen, hier insbesondere auch in anderen Dimensionen, zum Beispiel als größeres Gerät für großflächigere Areale oder als kleineres Gerät für schwerer zugängliche Bereiche.

Ein Ausführungsbeispiel, wie ein Pyrodepilator funktioniert und gebaut sein könnte, ist in den beigefügten Skizzen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen

1 Aufsicht im Längsschnittformat

2 rechte Seitenansicht im Querschnittformat

3 linke Seitenansicht

4 Frontansicht

Kernbestandteile des Pyrodepilators sind ein sich rotierender Schleifkopf (1), der an einem fest positionierten Zündstein (2) geeigneter Größe und Härte schleift oder jede andere Alternativmethode, die geeignet ist, Funkenschlag entsprechender Intensität zu erzeugen. Durch das Schleifen bzw. durch die entstehenden Reibungskräfte am Zündstein kommt es zum Abrieb feinster Zündsteinpartikel, die sich aufgrund ihrer besonderen oxidationsempfindlichen Zusammensetzung unter Funkenbildung spontan entzünden. Die Hitze bzw. Energie der Funken ist bei geeignetem Abstand und genügend langer Einwirkzeit groß genug, um Haare an der Hautoberfläche abzuflammen, ohne jedoch die Haut selbst zu schädigen. Damit für die Depilation zum einen der optimale Abstand, zum anderen ein ausreichend großer Sicherheitsabstand zur Hautoberfläche gewährleistet ist (Schutz der Haut vor Überhitzung und Berührung durch den rotierenden Schleifkörper), sind Abstandhalter zur Haut in Form von Rädern (3) eingebaut.

Möglicher Aufbau des Pyrodepilators:

Der Pyrodepilator besteht aus zwei zusammensetzbaren Einheiten.

Einheit A ist im Prinzip baugleich zu einer elektrischen Bohrmaschine, die einen Schleifaufsatz trägt und diesen zur Rotation bringt. Einheit A ist so konstruiert, dass sie sich z. B. mittels eines Gewindes oder Bajonettverschlusses in die zweite Einheit B einsetzen läßt. Über den Schalter (4) kann das Gerät wie bei einer herkömmlichen Bohrmaschine jederzeit ein- und ausgeschaltet werden.

Einheit B besitzt ein Gehäuse, beispielsweise mit rechteckigem Grundriss, wie in den Skizzen dargestellt, aus hitzebeständigem, vorzugsweise leichtem Material. Auf der rechten Seite der Einheit B befindet sich die Öffnung (6) zur Aufnahme von Einheit A. Die linke Seite der Einheit B ist mit einer Klappe (7) versehen, die geöffnet werden kann, um verbrauchte Zündsteine auszuwechseln. Der Schleifkörper und der Zündstein im Innern der Einheit sind so positioniert, dass ein Kontakt bzw. ein Abschleifen des Zündsteines zur Funkenbildung möglich ist. Um diesen ständigen Kontakt zu gewährleisten, wird der Zündstein über eine spezielle Federvorrichtung (8) gegen den Schleifkörper gedrückt, Um einen verbrauchten Zündstein bequem austauschen zu können, kann die Federvorrichtung mittels einer Schiebevorrichtung (9) manuell nach hinten geschoben werden. Die vier Räder dienen dem oben schon erwähnten Sicherheitsabstand und dem Gleiten über die Haut. An der Einheit B befinden sich Lufteinlassschlitze (10) für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr.

Pyrodepilator im praktischen Einsatz:

Einheit A ist in Einheit B fest eingerastet bzw. eingeschraubt.

Die Einheit A dient als Griff zum Führen des Pyrodepilators. Über einen Schalter an Einheit A wird das Gerät eingeschaltet und bleibt auch nur so lange eingeschaltet, bis der Bediener den Schalter wieder losläßt. Einheit B wird durch Führen der Einheit A langsam über die Hautoberfläche geführt. Dabei haben die Räder von Einheit B ständigen Hautkontakt. Es ist darauf zu achten, dass der Pyrodepilator während der Behandlung ständig über die Hautoberfläche bewegt wird, um unnötige Hautimtationen oder möglicherweise gar Verbrennungen zu vermeiden. Sollte ein Schmerzgefühl entstehen, kann jederzeit über Loslassen des Schalters an Einheit A die Behandlung unterbrochen werden.


Anspruch[de]
Gerät zur Körperhaarentfernung durch Pyrolyse, dadurch gekennzeichnet, dass ein über eine elektrisch betriebene Welle zur Rotation gebrachter Körper unter starker Funkenbildung Abrieb an einem Zündstein verursacht oder jede andere geeignete Methode, die Funkenschlag geeigneter Intensität erzeugt. Die Funken treffen auf Haarkeratin, das sich unter Energieaufnahme pyrolytisch zersetzt. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Räder der Einheit B ein Rollen über die Haut ermöglichen und diese für eine effektive und sichere Depilation gleichzeitig die Funktion von Abstandhaltern zur Hautoberfläche erfüllen. Die Achsen der Räder stehen dabei vorzugsweise in solchem Abstand zueinander, dass auch weniger glatte Oberflächen sicher depiliert werden können. Gerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät nur dann in Betrieb ist, wenn der Schalter der Einheit A durch den Bediener gedrückt bleibt. Beim Loslassen automatische Abschaltung. Gerät nach vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung so oder ähnlich wie in beigefügten Zeichnungen dargestellt, den Zündstein gegen den Schleifkopf drückt, damit beim Betrieb des Gerätes ausreichend Abrieb zur Funkenbildung erzeugt wird.






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