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Dokumentenidentifikation DE202005020262U1 14.06.2007
Titel Rutschhemmende Matte als Unterlage für Industrieprodukte o.dgl.
Anmelder HMS-Dichtungen GmbH & Co. KG, 49090 Osnabrück, DE
Vertreter Busse & Busse Patentanwälte, 49084 Osnabrück
DE-Aktenzeichen 202005020262
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 14.06.2007
Registration date 10.05.2007
Application date from patent application 23.12.2005
IPC-Hauptklasse D06N 7/00(2006.01)A, F, I, 20051223, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B32B 27/04(2006.01)A, L, I, 20051223, B, H, DE   C08J 5/16(2006.01)A, L, I, 20051223, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine rutschhemmende Matte als Unterlage für Industrieprodukte, insbesondere zur Aufnahme von Coils, Papierrollen, Rohren o. dgl. Materialien auf Lagerflächen.

Bekannte rutschhemmende Matten (DE 203 11 507 U1) sind als textile Flächensubstrate hergestellt, wobei auf dem textilen Substrat ein leicht klebriger Film erzeugt und damit eine rutschhemmende Wirkung erreicht wird. Eine rutschhemmende Matte gemäß DE 203 05 280 U1 ist als Auflagematte für Industrieprodukte, insbesondere Papierrollen, vorgesehen. Bei dieser Matte sind natürliche oder synthetische Fasern durch zwischenliegende Klebefasern verbunden und an zumindest einer Seite dieser Matte wird eine Polymerschicht aufgebracht, so daß eine zweilagige Struktur vorliegt. Diese im Einsatzfall zur Aufnahme der zu lagernden Produkte obenliegende Polymerschicht ist empfindlich gegen Kratzbelastungen, so daß der Einsatz dieser Matte nachteilig eingeschränkt ist. Bei derartigen Beschädigungen der Polymerschicht werden die rutschhemmenden und schmutzabweisenden Wirkungen im Bereich der oberen Deckschicht nachhaltig beeinflußt und diese Unterlage muß nach kurzer Einsatzzeit ausgetauscht werden.

Die Erfindung befaßt sich mit dem Problem, eine rutschhemmende Matte zu schaffen, die bei einfacher und kostengünstiger Herstellung insbesondere zur wiederholten Auflage von Industrieprodukten wie Coils, Papierrollen o. dgl. Erzeugnissen geeignet ist und auch unter rauhen Betriebsbedingungen bei Reiß- und Kerbbelastungen einen langzeitstabilen Einsatz ermöglicht.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Matte mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Hinsichtlich wesentlicher weiterer Ausgestaltungen wird auf die Ansprüche 2 bis 14 verwiesen.

Die rutschhemmende Matte erfindungsgemäßer Ausbildung besteht lediglich aus einem textilen Flächensubstrat in Form eines einlagigen Filzmaterials, auf das ein als Hotmelt verarbeitbares Polymer-Material in Form eines thermoplastischen Schmelzklebstoffes so aufgetragen ist, daß dieses sich in die Faserstruktur des Filzmaterials einlagert und eine zusätzliche Verbindungs-Zone bildet. Damit ist die einlagige Matte so verbessert, daß zumindest im Bereich einer ihrer Oberseiten eine das Heraustrennen einzelner Fasern aus dem Verbund verhindernde starke Haftwirkung erreicht ist. Das Filzmaterial kann dabei an der oberen und unteren Seite mit dem Hotmelt versehen werden, wobei eine innere Kernzone des Filzmaterials von dem Hotmelt frei bleibt und damit die Kosten bei der Herstellung der verbesserten Matte durch geringeren Material-Einsatz gesenkt werden.

Diese Matte ist unter den rauhen Betriebsbedingungen eines Bodenbelages für schwergewichtige Industrieprodukte langzeitig einsetzbar. Die Matte ist insbesondere für den Einsatz als Unterlage für Coils, Papierrollen o. dgl. Zwischenprodukte aus Fertigungslinien vorgesehen. Diese Produkte werden sowohl beim Transport zur Lagerfläche als auch beim Ablegen auf der diese bedeckenden Matte mit Transportfahrzeugen verlagert, so daß die Matte extremen Belastungsspitzen ausgesetzt ist. Die kostengünstig herstellbare und belastungsstabile Matte kann auch zur Ladungssicherung im Transportgewerbe und als stationäre Lagermatte in der Papier-, Stahl- oder Holzindustrie sowie als Unterlage in Regalsystemen o. dgl. Präsentationseinrichtungen eingesetzt werden.

Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, wobei die Matte anhand von Zeichnungen näher veranschaulicht ist. In der Zeichnung zeigen:

1 eine Perspektivdarstellung der erfindungsgemäßen Matte aus Filzmaterial in Einbaulage mit auflegbarem Coil,

2 eine Querschnittsdarstellung der an einer Oberseite mit jeweiligen Noppen versehenen Matte, und

3 bis 5 eine jeweilige Draufsicht der Matte mit durch bereichsweisen Auftrag des Hotmelts erzeugten Polymer-Bindungszonen.

In 1 ist eine insgesamt mit 101 bezeichnete rutschhemmende Matte dargestellt, die als an sich bekannte Anti-Rutsch-Matte für eine Vielzahl von Anwendungen bekannt ist und insbesondere zur rutschhemmenden Ablage von Coils (C) o. dgl. Teilen vorgesehen ist.

In erfindungsgemäßer Ausführung ist eine einlagige Matte 101 mit einer Materialstärke M vorgesehen, die über den gesamten Querschnitt aus einer einlagigen textilen Flächenstruktur in Form eines Filzmaterials 102 besteht. Auf dieses einlagige Filzmaterial 102 wird zumindest einseitig ein Hotmelt-Polymer 104 aufgebracht. In den dargestellten Beispielen gemäß 1 und 2 sind aus Hotmelt jeweils zwei Polymer-Verbindungen in Form des thermoplastischen Schmelzklebstoffes enthaltende Filzschichten 103 und 103' erzeugt, so daß an der Oberseite A und an der Unterseite A' der Matte 101 eine rutschhemmende Wirkung durch die Zonen D und D' erreicht ist. Diese Wirkung bleibt auch dann erhalten, wenn Teilbereich der Materialstärke M durch Rißbildungen o. dgl. beschädigt oder bei der Anwendung der Matte 101 abgetrennt werden.

Bei der Herstellung der rutschhemmenden Matte 101 ist eine kostengünstige Ausführung dadurch erreicht, daß auf das als Halbzeug vorgeformte Filzmaterial 102 nur eine vergleichsweise geringe Menge des Hotmelts 104 aufzutragen ist. Dieses Auftragsvolumen ist so bemessen, daß sich im Querschnitt des Filzmaterials 102 (1) eine Deckzone D und/oder D' bildet(en) und eine unveränderte Kernschicht K im Filzmaterial 102 verbleibt. Dabei kann das Filzmaterial 102 durch Tränkung, Besprühung, Aufschäumung, Benebelung, Aufwalzung o. dgl. Bearbeitungsverfahren mit dem Polymer-Hotmelt 104 versehen werden. Dieses Polymer 104 bildet damit nach dem Auftrag auf das Filzmaterial 102 eine elastische Verbindungsstruktur. Bei einem Hotmelt-Auftrag wird das einen Schmelzpunkt im Bereich zwischen 80°C und 200°C aufweisende Polymer-Material vor dem Auftragen erhitzt und damit flüssig gemacht. Eine Trocknung ist nicht nötig.

In der Ausführung gemäß 2 ist die Matte 101 an der Oberseite A im Bereich der durch das Polymer-Hotmelt vernetzten Deckzone D mit einer zusätzlichen Profilierung in Form von Noppen 105 o. dgl. Vorsprüngen oder Materialverdichtungen versehen. Die Darstellungen gemäß 3 bis 5 zeigen in der Draufsicht weitere Ausführungen der Matte 101 mit jeweiligen Strukturbereichen 106, 106', 106''. Diese sind durch einen bereichsweise in Streifen- oder Punktform erfolgenden Hotmelt-Auftrag auf der Oberfläche A erzeugt, so daß mit einem weiter verringerten Auftragsvolumen von Hotmelt 104 die jeweilige rutschhemmende Struktur durch die Polymer-Verbindungen aufweisenden Strukturbereiche 106, 106', 106'' erreicht ist.

Der Anteil des Filzmaterials 2 am Mattengewicht kann dabei 2% bis 98% betragen und das als eine Dispersion 104 aufgebrachte Polymer-Hotmelt 103, 103' weist dabei entsprechend einen Anteil von 98% bis 2% auf.

Als Hotmelt-Zusatz für das Filzmaterial 102 können dabei Latex-, Kunstharz-, Acryl- o. dgl. Polymer-Ausgangsstoffe vorgesehen werden. Das Filzmaterial 102 ist dabei insbesondere in Form eines Nadelvlieses vorgesehen, in dem synthetische Recyclingfasern und PES-Bico-Fasern enthalten sind. Dieses Fasermaterial besteht dabei aus 1 bis 20% PES-Bico-Fasern (Polyethylenterephthalat) und 80 bis 99% Recyclingfasern. Die Recyclingfasern liegen dabei insbesondere in synthetischer Form vor, wobei Polyamidfasern, PES-Fasern, PP-Fasern, Acryl- und/oder PAN-Fasern verwendet werden.

Das Gewicht der Matte 101 ist in weiten Grenzen variabel, wobei beispielsweise 200 g/m2 bis 800 g/m2 denkbar sind. Eine vorteilhafte Matte 101 ist dadurch geschaffen, daß der verwendete Nadelvlies ein Flächengewicht von 300 bis 500 g/m2 aufweist und diesem das Hotmelt 104 bzw. wieder verfestigte Schmelzklebstoff in Form des Polymers 103 mit einem Anteil von 10 bis 200 g/m2 zugesetzt ist. Denkbar ist auch, daß die Matte 101 ein Filzmaterial aus Naturfasern aufweist.

In umfangreichen Versuchen wurde festgestellt, daß die erfindungsgemäße Matte 101 im Vergleich zu bekannten Anti-Rutsch-Matten eine wesentlich erhöhte Abriebfestigkeit aufweist und damit prinzipiell eine Qualitätsverbesserung erreicht ist. Bei bekannten Matten treten nach kurzer Zeit an einer oberen Schicht belastungsbedingte Schichtbeschädigungen auf, so daß die weitere Verwendung der bekannten Matte schnell einschränkt ist. Bei der vorliegenden Matte 101 sind diese Einschränkungen nicht bzw. nach wesentlich längeren Einsatzzeiten zu verzeichnen. Mit dem den Mattenquerschnitt M zumindest im Bereich der Deckzone D, D' erfassenden Polymer 103 ist eine verbesserte Flächenstruktur geschaffen, deren Rutschwirkung bei extremen Belastungen an Ober- bzw. Unterseite A, A' der Matte 101 beispielsweise auch dann langzeitig erhalten bleibt, wenn diese als Unterlage im Bereich der Stahlindustrie, z. B. für Stahlcoils, Stahlpakete, Stahlrohre, Profilstähle o. dgl. verwendet wird.


Anspruch[de]
Rutschhemmende Matte als Unterlage für insbesondere Industrieprodukte (C) wie Coils, Papierrollen o. dgl. auf stationären Lagerflächen, dadurch gekennzeichnet, daß die Matte (101) aus einem einlagigen textilen Flächensubstrat in Form eines Filzmaterials (102) besteht, das zumindest einseitig im Bereich einer Oberfläche (A) mit einem auf diese als Hotmelt (104) aufgetragenen Polymer-Schmelzklebstoff (103) versehen ist und dieses mit dem Filzmaterial (102) eine Verbindungs-Zone (D, D') bildet. Matte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hotmelt (104) beidseitig auf das Filzmaterial (102) im Bereich der Oberfläche (A, A') aufgetragen ist. Matte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des Filzmaterials (102) 2% bis 98% des Mattengewichts beträgt bzw. das oberseitig (Pfeil 4) aufgebrachte Polymer (103) einen entsprechenden Anteil von 98% bis 2% aufweist, wobei in bevorzugter Ausführung 70 bis 95% Filzanteil (102) und 5 bis 30% Polymeranteil (103) vorgesehen sind. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das vorgeformte Filzmaterial (102) mit dem Polymer-Hotmelt (104) nach Art einer Imprägnierung versehen ist und damit das Filzmaterial (102) eine von dem nachträglich aufgebrachten Polymer (103) freie Kernzone (K) aufweist. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Filzmaterial (102) durch Tränkung, Besprühung, Aufschäumung, Benebelung, Aufwalzung o. dgl. Bearbeitungsverfahren mit der Polymer-Hotmelt (104) versehen ist. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Filzmaterial (102) nach Behandlung mit dem Polymer-Hotmelt (104) getrocknet ist. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatz zum Filzmaterial (102) Latex-, Kunstharz-, Acryl- o. dgl. Polymer-Hotmelts (104) vorgesehen sind. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Filzmaterial (102) aus einem Fasermaterial besteht, in dem synthetische Recyclingfasern mit oder ohne PES-Bico-Fasern enthalten sind. Matte nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Nadelvlies aus 1 bis 20% PES-Bico-Fasern (Polyethylenterephthalat) und 80 bis 99% Recyclingfasern besteht. Matte nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die synthetischen Recyclingfasern in Form von Polyamidfasern, PES-Fasern, PP-Fasern oder PAN-Fasern vorgesehen sind. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Filzmaterial (102) eine Masse von 300 bis 600 g/m2 aufweist und diesem das Polymer-Hotmelt mit einer Masse von 10 bis 200 g/m2 zugesetzt ist. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Filzmaterial (102) Naturfasern enthält. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Oberfläche (A, A') des Filzmaterials (102) das Polymer-Hotmelt (104) nur bereichsweise aufgetragen ist. Matte nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Filzmaterial (102) im Bereich der vom Polymer (103) durchdrungenen Zone(n) (D, D') eine oberseitige Profilierung, insbesondere in Form von Noppen (105) oder Streifen, aufweist.






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