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Dokumentenidentifikation DE602004001340T2 14.06.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001596948
Titel BINDUNG ZUR BEFESTIGUNG EINES SCHUHS AN EINEM SCHNEEGLEITBRETT
Anmelder Edmond, Jean-Pierre, Annemasse, FR
Erfinder Edmond, Jean-Pierre, 74100 Annemasse, FR
Vertreter Reiser, T., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 69469 Weinheim
DE-Aktenzeichen 602004001340
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 05.02.2004
EP-Aktenzeichen 047083613
WO-Anmeldetag 05.02.2004
PCT-Aktenzeichen PCT/EP2004/050090
WO-Veröffentlichungsnummer 2004073811
WO-Veröffentlichungsdatum 02.09.2004
EP-Offenlegungsdatum 23.11.2005
EP date of grant 21.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.06.2007
IPC-Hauptklasse A63C 9/08(2006.01)A, F, I, 20061107, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard, in die ein Nutzer anhand einer dem Anschnallen und Abschnallen des Snowboards dienenden Einfahrvorrichtung der hinteren Stützschale seinen Schuh von hinten einbringt.

Die Erfindung betrifft eine derartige Bindung, die insbesondere eine auf dem Board zu fixierende Grundplatte, einen an der Grundplatte angebrachten Gurt zur Aufnahme eines vorderen Schuhabschnitts, eine hintere Stützschale zur Aufnahme eines hinteren Schuhabschnitts und ein Spannorgan zum Festziehen der hinteren Stützschale an der Grundplatte umfasst.

Eine derartige Bindung ist beispielsweise aus der US Patentschrift 5 556 123, aus der EP-A-0 705 625 bzw. aus der US-A-5 692 765 bekannt, wobei der Oberbegriff des Anspruches 1 auf letzterer basiert.

Ziel der Erfindung sind verschiedene Ausführungsformen einer Bindung, welche eine aus drei Backen bestehende hintere Stützschale sowie mit dieser verbundene Vorrichtungen aufweist, um diese mit allen für deren Verwendung erforderlichen Funktionen zu versehen. Diese Vorrichtungen betreffen die Einstellung der Neigung und Biegung der hinteren Stützschale, um die Bindung den Vorlieben des Nutzers anzupassen und den Transport bzw. die Lagerung zu erleichtern, die Einstellung der Spannung des Gurtes anhand eines flexiblen Verbindungselementes und die Kopplung der Gurtspannung mit der Bewegung der hinteren Stützschale, um diese beim Schließen der hinteren Stützschale zu spannen und sie beim Öffnen zu lösen, um so das An- und Abschnallen zu erleichtern.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard zu schaffen, umfassend eine auf dem Board zu fixierende Grundplatte, einen an der Grundplatte angebrachten Gurt zur Aufnahme eines vorderen Schuhabschnitts, eine hintere Stützschale zur Aufnahme eines vorderen Schuhabschnitts, eine hintere Stützschale zur Aufnahme eines hinteren Schuhabschnitts und ein Spannorgan zum Festziehen der hinteren Stützschale an der Grundplatte und dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Stützschale zwei seitliche Backen, die durch mechanische Gelenke oder durch eine Verformung der seitlichen Backen selbst bezüglich der Grundplatte schwenkbar sind, sowie einen mittleren Backen umfasst, der bezüglich der Grundplatte vor- und zurückschwenkt, um sich in einer Öffnungsstellung zu öffnen, in der die beiden seitlichen Backen geschwenkt sind, um ein Zurückkippen des mittleren Backens zu ermöglichen, und sich in einer Schließstellung wieder zu schließen, in der die beiden seitlichen Backen dem mittleren Backen überlagert und durch das Spannorgan festgezogen worden sind, um sich einem Zurückkippen des mittleren Backens bezüglich der Grundplatte zu widersetzen.

In einer besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform sind die seitlichen und der mittlere Backen auf einem Zwischenstück gelagert, das bezüglich der Grundplatte von vorn nach hinten drehbar geführt werden kann. Vorteilhafterweise ist zumindest ein Zugorgan für den Gurt an zumindest einem der seitlichen Backen über eine Verbindung befestigt, die eine Verdrehung in beliebige Richtungen zulässt, um eine Lockerung oder ein Anziehen des Gurts während der Drehung der beiden seitlichen Backen zur Öffnungsposition bzw. zur Schließstellung zu bewirken.

Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen.

1 ist eine perspektivische Ansicht einer Bindung nach einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform, wobei die hintere Stützschale sich in einer Schließstellung befindet.

2 stellt die in 1 gezeichnete Bindung dar, wobei die hintere Stützschale in einer Öffnungsposition ist.

3 ist eine Hinteransicht der in 1 dargestellten Bindung und zeigt insbesondere eine erste Form eines Spannorgans.

4 ist eine Hinteransicht der in 1 dargestellten Bindung und zeigt insbesondere eine zweite Form eines Spannorgans.

5 ist eine Explosionsdarstellung einer Bindung nach einer besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform, in der ein die seitlichen und den mittleren Backen tragendes Zwischenstück mit Bezug auf die Grundplatte drehbar geführt ist.

6 zeigt die in 5 dargestellte Bindung in einer ersten, am wenigsten gebeugten Verstellposition des Zwischenstücks, wobei der mittlere Backen sich in der Schließstellung befindet.

7 zeigt die in 5 dargestellte Bindung in einer zweiten Verstellposition des Zwischenstücks, wobei der mittlere Backen sich ebenfalls in der Schließstellung befindet.

8 zeigt die in 7 dargestellte Bindung in einer Transportposition, in der der mittlere Backen mit der Grundplatte in Anlage ist, wobei der Gurt der Bindung entfernt wurde.

9 ist eine Seitenansicht der in den 1 und 2 dargestellten Bindung und zeigt insbesondere die Kopplung des Gurtes an die seitlichen Backen.

10 zeigt den Gurt der in den 1 und 2 dargestellten Bindung mit Mitteln zur Verstellung der Spannung.

Eine Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard umfasst in den 1 bis 4 eine am Snowboard zu befestigende Grundplatte 1, einen verstellbaren Gurt 2 zur Aufnahme eines vorderen Schuhabschnitts und eine hintere Stützschale zur Aufnahme eines hinteren Schuhabschnitts.

Erfindungsgemäß weist die hintere Stützschale zwei beidseits der Grundplatte 1 entlang der Achsen 69 und 70 angelenkte Backen 67 und 68 und einen an der Grundplatte senkrecht zur Längsachse L derselben entlang einer Achse 66 angelenkten Backen 65.

Zum Öffnen der Bindung werden die Backen 67 und 68 seitlich geöffnet, so dass der Backen 65 nach hinten gekippt werden kann. Nachdem der Schuh in den Gurt eingeführt wurde, wird der Backen 65 beim Schließen nach vorn geschwenkt, bis er mit dem hinteren Schuhabschnitt in Berührung kommt. Dann überlagern die beiden Backen 67 und 68 durch ihre seitliche Schließbewegung den Backen 65, den sie dabei umgeben, und werden dann von einem Spannorgan auf einander zu bewegt und festgehalten, wobei dieses Spannorgan zwischen diesen wirksam wird, indem es den Backen 65 daran hindert, rückwärts zu drehen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine hintere Stützschale in drei Backen zu teilen, indem diese ineinander gefügt oder verschachtelt werden. So können beispielsweise die drei Backen 65, 67, und 68 sich in der Gebrauchsstellung ineinander fügen, um so die hintere Stützschale zu versteifen. Die Backen 67 und 68 können ebenfalls bereichsweise den Backen 65 überlagern und an anderen Stellen direkt mit dem Schuh in Berührung sein. In dieser Ausführungsform sind die beiden Backen 67 und 68 zu deren seitlichen Öffnung durch Verformung des bzw. der Werkstoffe, aus denen sie bestehen, beweglich ausgeführt.

Zwischen dem Augenblick, in dem die Backen 67 und 68 den Backen 65 überlagern, und dem Augenblick, in dem sie einander näher gekommen sind und in ihrer Gebrauchsstellung festgehalten werden, erfolgt beim Spannen eine kombinierte Bewegung, die sich zusammensetzt aus einem von dem Nutzer ausgelösten Verschwenken der Backen 67 und 68 nach innen und einem gleichzeitigen Verschwenken des Backens 65 nach vorn, das dadurch ausgelöst wird, dass die Backen 67 und 68 sich auf diesen abstützen und dabei ein nach vorn gerichtetes Drehmoment ausüben. In dieser Ausführungsform wird die Winkelverstellung von vorn nach hinten der hinteren Stützschale durch Verstellung der mehr oder weniger engen Schließstellung der Backen 67 und 68 erzielt. Sind diese in einer Maximalverstellung zusammengeführt, so wird der Backen 65 maximal nach vorn verschwenkt, sind sie jedoch in einer Maximalverstellung voneinander entfernt, so wird der Backen 65 maximal nach hinten verschwenkt, wobei dies der Wirkung der kombinierten Bewegungen der drei Backen zu verdanken ist. Die Verstellung erfolgt durch die Änderung des Abstandes zwischen den Befestigungen des Spannorgans an den Backen 67 und 68 oder durch Veränderung der Länge der das Spannorgan bildenden Elemente.

Das Spannorgan 71 kann direkt zwischen den Backen 67 und 68 wirksam werden. Wie in 4 dargestellt ist, steht das Spannorgan mit jedem der beiden seitlichen Backen in Eingriff und wirkt auf diese, um sie zusammenzubringen und sie in der Schließstellung zu halten oder es kann auch, wie in 3 gezeigt wird, mit dem Backen 65 verbunden werden, um so die gleichzeitige Schließbewegung der drei Backen zu ermöglichen. In einer in den 1 und 3 dargestellten Ausführungsform wird ein an den jeweiligen Backen 67 und 68 befestigtes, flexibles Verbindungselement 72, über Rollen 75 und 76, die Scheiben sein können, auf dem Backen 65 geführt. Die waagerechte Bewegung des Verbindungselementes 72 diesseits der Rollen 75 und 76 wird jenseits derselben in eine senkrechte Bewegung überführt. Somit können die Enden 78 des Verbindungselementes 72 direkt vom Nutzer oder über ein Spannorgan 79 von unten nach oben gezogen werden, um auf diese Weise ohne weiteres manuelles Eingreifen die gleichzeitige Schließung der drei Backen zu bewirken. Über das Spannorgan soll das Verbindungselement 78 über eine Länge abgewickelt werden, die ausreichend ist, um einen ausreichenden Abstand zwischen den Backen 67 und 68 und eine ausreichende Öffnung der hinteren Stützschale zu bewirken.

Nach einer besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die Verstellvorrichtung zur Verstellung der Neigung und der Biegung der hinteren Stützschale aus einem Zwischenstück 7 zusammengesetzt, das mit Bezug auf die Grundplatte 1 entlang einer senkrecht zur Längsachse der Bindung verlaufenden Achse drehbar geführt ist und die Gelenke der beiden Backen 67 und 68 der hinteren Stützschale trägt, siehe hierzu die 5 bis 8. Der Backen 65 kann direkt an der Grundplatte bzw. an dem die seitlich sich öffnenden Backen 67 und 68 tragenden Zwischenstück 7 angelenkt sein, welches in dieser Ausführungsform die Winkelverstellung von vorn nach hinten der hinteren Stützschale gewährleistet.

Somit ist die aus der hinteren Stützplatte und dem Zwischenstück bestehende Baugruppe mit Bezug auf die Grundplatte von vorn nach hinten drehbar beweglich. In dieser Ausführungsform kann eine Verstellung der Winkelstellung im Gebrauch des Backens 65 anhand des Zwischenstücks erfolgen, auf dem die beiden Backen 68 und 69 gelagert sind, welche dann nach dem Wunsch des Nutzers von vorn nach hinten ausgerichtet werden. Insbesondere kann die Drehachse des Backens 65 mit der Drehachse des Zwischenstücks zusammenfallen.

Das Zwischenstück ist aus zwei Segmenten 9 und 10 zusammengesetzt, welche senkrecht zu beiden Seiten angeordnet und an der Grundplatte durch die Achsen 15 und 16 drehbar geführt sind, auf welchen die beiden Backen der hinteren Stützschale auf den Drehlagern 11 und 12 gelagert sind. Die beiden Segmente 9 und 10 können über einen Bereich 13 verbunden sein, der sich in der Gebrauchsstellung unterhalb des Absatzes des Stiefels befindet, so dass eine Art Steigbügel entsteht, wodurch die beiden Backen der hinteren Stützschale sich stets in einander entsprechenden Stellungen befinden.

Das Zwischenstück kann einstückig ausgebildet sein oder aus zusammengefügten Elementen bestehen. So können beispielsweise die Drehlager 11 und 12 Teile sein, die an den Segmenten 9 und 10 bzw. in dem Bereich 13 befestigt sind, so dass im Bereich des Gelenks ein anderer Werkstoff, wie zum Beispiel ein Metallprofil bzw. ein Tiefziehblech, verwendet werden kann, um den Widerstand gegenüber eines Kunststoffteils zu erhöhen. Die Drehlager 11 und 12 können auch aus einem aus mehreren Werkstoffen hergestellten Verbundwerkstoff bestehen, so zum Beispiel aus einem Metall-Kunststoff-Verbundwerkstoff. Die Rückwärtsdrehung des Zwischenstücks kann durch einen einstellbaren Anschlag 14 gestoppt werden, so dass der Nutzer die für ihn geeignete Neigung der hinteren Stützschale wählen kann. Die Verstellung erfolgt durch die Verschiebung des Anschlags 14 von vorn nach hinten in Schritten, die einer Verzahnung 17 der Grundplatte entsprechen. Der Anschlag 14 wird anhand eines geeigneten Spannorgans, beispielsweise anhand von Schrauben 18 und Muttern 19, in der gewählten Stellung gehalten.

Das Zwischenstück 7 kann durch Nuten 20, 21 und durch den zylindrischen Bereich 22' in die Gebrauchsstellung geführt und unterstützt werden, um die Steifheit der Verbindung zwischen diesem und der Grundplatte zu verbessern und die Achsen 15 und 16 zu entlasten. Der Bereich 22, mit dem das Zwischenstück in Anlage kommt, soll insbesondere dazu beitragen, senkrechte Kräfte aufzunehmen. In einer anderen Ausführungsform kann jedoch auf diesen Bereich verzichtet werden, wobei in diesem Fall dank geschickt ausgewählter Formen der nach unten verlängerte Bereich 13 des Zwischenstücks direkt mit dem Board in Berührung kommen kann.

Das Zwischenstück 7 wird über ein einfahrbares Halteorgan in der Gebrauchsstellung fixiert. Dieses Organ kann ein in dem Bereich 13 des Zwischenstücks eingebetteter Hebel 22 sein, der an der in dem Zwischenstück angelenkten und durch eine Feder 24 rückgeholten Achse 23 befestigt ist. Der Hebel weist eine Verzahnung auf, die mit einer entsprechenden Form 25 des Anschlages zusammenwirkt, um so das Zwischenstück in der Gebrauchsstellung zu halten. Die Verzahnung kann aus ihrer Einbettung in dem Anschlag herausgebracht werden, indem der Nutzer auf die Achse 23einwirkt, um den Verriegelungshebel zu verschwenken und die Verbindung zwischen dem Zwischenstück und dem Anschlag zu lösen. Der Verriegelungshebel kann auch in dem Anschlag angelenkt sein und am Zwischenstück angebracht sein.

6 zeigt die Vorrichtung zur Einstellung der Neigung in die am Wenigsten gebeugte Stellung und 7 zeigt die Verschiebung des Anschlags 14 nach hinten und die entsprechende Neigung der hinteren Stützschale. Die Drehung des Zwischenstücks nach vorn ist frei, so dass, wenn gemäß 8 der Gurt von der Bindung gelöst wird, die hintere Stützschale soweit verschwenkt werden kann, dass sie mit der Grundplatte in Berührung kommt. Der Gurt kann dann wieder an die so gebeugte Bindung montiert werden, so dass eine kompakte Einheit entsteht, deren Elemente für den Transport bzw. die Lagerung geschützt sind.

Der Bereich 13 des Zwischenstücks befindet sich unterhalb des Absatzes des Stiefels, der direkt darauf aufliegen kann. Somit ist bei einer Einstellung der hinteren Stützschale, in der diese nach vorn verschwenkt ist, der Absatz leicht angehoben: diese Eigenschaft der Vorrichtung erleichtert die entsprechende Beugung des Stiefels und bietet dem Nutzer eine angenehmere Stellung und ein verbessertes Gleichgewicht. Der Bereich 13 des Zwischenstücks kann jedoch von einem Bereich der Grundplatte oder von einem mit dem Anschlag 14 verbundenen Bereich bedeckt sein und nicht direkt mit dem Absatz des Schuhs in Berührung sein. In einer weiteren Ausführungsform kann auf den Bereich 13 verzichtet werden, wobei die Segmente 9 und 10 dann unabhängig voneinander sind und dennoch durch den gemeinsamen Anschlag 14 daran gehindert werden, rückwärts zu drehen, indem sie anstoßen.

Nach einer weiteren Ausführungsform, zum Beispiel in dem vorderen Teil einer Skischuhschelle, können die seitlichen Backen 67 und 68 der hinteren Stützschale ohne mechanisches Gelenk ausgeführt sein und sich aufgrund der Verformung des bzw. der Werkstoffe, aus denen sie bestehen, öffnen, wobei diese Verformung bereichsweise erfolgen oder eher die gesamten Backen betreffen kann. In diesem Fall sind die seitlichen Backen 67 und 68 der hinteren Stützschale steif an dem Zwischenstück 7 befestigt, oder sie können mit dem Zwischenstück ein einziges Teil bilden, welches dann mehr oder weniger flexible Bereiche umfasst, wobei diese unterschiedliche Flexibilität durch geschickt gewählte Unterschiede in der Dicke oder durch die Verschachtelung von Werkstoffen von geschickt gewählter Flexibilität erreicht wird. In diesem Fall ist die Öffnungsbewegung schwer zu beschreiben, sie behält aber die Eigenschaft einer seitlichen Öffnungsbewegung.

Zur besseren Übersicht wird sich die Beschreibung im weiteren Verlauf im Wesentlichen mit den Ausführungsformen befassen, die ein mechanisches Gelenk aufweisen, wobei jedoch ein seitliches Öffnen durch Verformung eine Ausführungsform darstellt, die mit allen in dieser Schrift beschriebenen Ausführungsformen kompatibel ist.

Möglicherweise wird der Nutzer der erfindungsgemäßen Bindung mit hinterer Einführung Schwierigkeiten haben, den Schuh tief genug in den Gurt einzuführen, so dass dann die hintere Stützschale schwer zu schließen ist. Die weiter unten beschriebene Vorrichtung zur Kopplung der Gurtspannung dient dazu, den Gurt beim Öffnen der hinteren Stützschale zu lockern und ihn beim Schließen derselben zu spannen.

Wie in 9 dargestellt, gewährleisten vier Zugelemente 26 und 31 die Spannung des Gurtes am vorderen Schuhabschnitt, indem sie mit Bezug auf die Grundplatte beweglich sind, so dass beim Öffnen der beiden Backen 67 und 68 der hinteren Stützschale der Gurt 2 nach vorn und nach oben verschoben wird.

Ein hinteres Zugelement 26, welches anhand eines geeigneten Mittels 38 an seinem einen Ende gegenüber dem Gurt 2 verstellbar ist, ist um den Punkt 30 schwenkbar an dem Gurt befestigt. An seinem anderen Ende ist das hintere Zugelement 26 über eine auf einen Punkt 27 zentrierte Verbindung, die eine Verdrehung in beliebige Richtungen zulässt, an einem seitlichen Backen 67 oder 68 der hinteren Stützschale befestigt. Dieser Punkt befindet sich auf dem seitlichen Backen und beschreibt somit ein Kreissegment um die Gelenkachse 28 des seitlichen Backens, so dass er beim Öffnen der hinteren Stützschale nach vorn verschoben wird. Die so erzeugte Bewegung tendiert dazu, den Gurt nach vorn zu schieben.

Ein vorderes Zugelement 31 ist an seinem einen Ende in einem Punkt 32 an der Grundplatte angelenkt und an seinem anderen Ende über ein verstellbares Befestigungsmittel 38 befestigt, das um den Punkt 33 verschwenkbar ist, um so bei offener hinterer Stützschale die Bewegung des Gurtes nach vorn und nach oben zu ermöglichen. Beim Öffnen wandert somit Punkt 27 zu Punkt 29, das hintere Zugelement 26 schiebt den Gurt nach vorn, und Punkt 33 wandert zu Punkt 34, indem er sich auf einem Kreissegment 35 bewegt, der im Punkt 32 zentriert ist, wobei der Punkt 30 gleichzeitig zum Punkt 36 gewandert ist.

Um den Gurt im Bereich des vorderen Zugelements 31 maximal zu lockern, muss die Position einer durch die Punkte 34 und 32 verlaufenden Achse bei maximaler Öffnung der hinteren Stützschale nahe der Senkrechten sein. Zur Bestimmung dieser Position kann ein Anschlag vorgesehen sein, der die Vorwärtsdrehung des vorderen Zugelements 31 auf der Grundplatte stoppt. Nachdem das vordere Zugelement in Anschlag gekommen ist, nimmt in diesem Fall das hintere Zugelement 25 den Öffnungshub der hinteren Stützschale dadurch auf, dass es sich um den Punkt 30 dreht, welcher bis zum Punkt 36 nach oben wandert und dabei den hinteren Bereich des Gurtes anhebt, der dann um den Punkt 34 schwenkt, welcher in dieser Phase gegenüber der Grundplatte feststeht.

In einer weiteren Ausführungsform kann die Drehung des Zugelements gegenüber dem Gurt das Ergebnis einer elastischen Verformung von Teilen des Gurtes bzw. der Zugelemente sein. Der Drehhub des hinteren Zugelements 26 mit Bezug auf den Gurt kann in beiden Richtungen durch ein geeignetes Mittel begrenzt werden, um die Endpositionen des Gurtes zu gewährleisten. Es kann insbesondere steif am Gurt befestigt sein: in diesem Fall muss das vordere Zugelement über einen ausreichenden Drehhub von vorn nach hinten verfügen, um den gesamten Hub aufzunehmen, der von dem hinteren Zugelement vorgegeben wird, welches nicht mehr gegenüber dem Gurt um den Punkt 30 schwenken kann.

Es wurde beschrieben, dass das hintere Zugelement 26 direkt auf den Gurt einwirkt, es kann aber auch über eine an der Grundplatte oder am Zwischenstück befestigte Vorrichtung wirken, welche die Drehbewegung um die Achse 28 des Endes 27 des hinteren Zugelements 26 in eine Bewegung umwandelt, welche derart ausgerichtet ist, dass sie das Spannen bzw. Lockern des Gurtes bewirkt. So kann beispielsweise das hintere Zugelement 26 durch ein flexibles Band ersetzt werden, welches über eine am Zwischenstück bzw. an der Grundplatte befestigte Rolle geführt werden kann. Desgleichen kann ein Element, das mit seinem einen Ende am seitlichen Backen über eine Verbindung, die eine Verdrehung in beliebige Richtungen zulässt, befestigt ist, direkt oder über eine Vorrichtung auf den vorderen Teil des Gurtes einwirken, wobei diese Vorrichtung im Hinblick darauf gewählt wurde, den Spann- bzw. Lockerungshub des vorderen Teils des Gurtes zu vergrößern. So kann beispielsweise ein flexibles Verbindungselement an einem Ende des seitlichen Backens befestigt sein, über eine an der Grundplatte befestigte Rolle geführt werden und an seinem anderen Ende auf den vorderen Bereich des Gurtes wirken, den es beim Spannen nach unten zieht.

Die in diesem Absatz erwähnte Verbindung, die eine Verdrehung in beliebige Richtungen zulässt, kann entweder durch eine mechanische Vorrichtung oder durch Verformung eines flexiblen Materials hergestellt werden. Die Kopplungsvorrichtung zur Kopplung des Spannens des Gurtes mit der Bewegung der hinteren Stützschale wird in diesem Abschnitt lediglich für eine Seite einer Bindung beschrieben, kann aber symmetrisch auf beiden Seiten angewendet werden.

Die in dem vorstehenden Absatz beschriebene Kopplungsvorrichtung zur Kopplung des Spannens des Gurtes kann mit einer Verstelleinrichtung zusammenwirken, so dass der Nutzer die Spannung anpassen kann.

Hierzu wird zum Verstellen ein schnürsenkelartiges flexibles Verbindungselement verwendet. Eine mehr oder weniger flexible Kappe 39, siehe 10, die direkt mit dem vorderen Schuhabschnitt in Berührung sein soll, ist vorgesehen. Diese Kappe wird durch zwei flexible Flügel 40 und 41 festgezurrt, die über ein geeignetes Mittel 45 an einer Seite an den Zugelementen befestigt und in der Mitte über ein Verbindungselement 42 zusammengeführt sind.

Übt also der Nutzer einen Zug auf das Verbindungselement aus, so gleiten die beiden Flügel auf der Kappe, indem sie sich in der Mitte einander näher kommen, die Kappe wird auf den Stiefel aufgedrückt, um die gewünschte Spannung sicherzustellen.

Die Flügel können jeweils in zwei Teile geteilt sein, welche jeweils an einem Zugelement befestigt sind, so dass zwischen dem vorderen und dem hinteren Gurtabschnitt eine größere Unabhängigkeit beim Spannen erzielt wird.

Um eine zusammenhängende Einheit zu erzielen, weist die Kappe Durchführungen auf, die den Kontakt mit den Flügeln und die Symmetrie ihrer Stellungen aufrechterhalten und dabei gleichzeitig das freie Gleiten zwischen der Kappe und den Flügeln ermöglichen. Hierzu weist die Kappe beispielsweise Schnürsenkel 43 als Führungen in der Mitte und eine aus einem flexiblen Material hergestellte Doppelwand auf, in der die Flügel eingeführt sind. Um die Spannung in dem Verbindungselement 42 aufrechtzuerhalten und dazu beizutragen, die Flügel auf die Kappe aufzudrücken, übt ein elastisches Verbindungselement 44 einen Zug zwischen der Kappe und den Flügeln aus. Die Befestigung der Flügel an den Zugelementen ist einstellbar, um so die Schuhgrößenpalette der in der Bindung verwendbaren Schuhe zu erweitern.


Anspruch[de]
Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard, eine auf dem Board zu fixierende Grundplatte (1), einen an der Grundplatte angebrachten Gurt (2) zur Aufnahme eines vorderen Schuhabschnitts, eine hintere Stützschale zur Aufnahme eines hinteren Schuhabschnitts und ein Spannorgan zum Festziehen der hinteren Stützschale an der Grundplatte umfassend und dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Stützschale zwei seitliche Backen (67, 68), die durch mechanische Gelenke (69, 70) oder durch eine Verformung der seitlichen Backen selbst bezüglich der Grundplatte schwenkbar sind, sowie einen mittleren Backen (65) umfasst, der bezüglich der Grundplatte vor- und zurückschwenkt, um sich in einer Öffnungsstellung zu öffnen, in der die beiden seitlichen Backen (67, 68) geschwenkt sind, um ein Zurückkippen des mittleren Backens (65) zu ermöglichen, und sich in einer Schließstellung wieder zu schließen, in der die beiden seitlichen Backen dem mittleren Backen (65) überlagert und durch das Spannorgan festgezogen worden sind, um sich einem Zurückkippen des mittleren Backens bezüglich der Grundplatte zu widersetzen. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannorgan an jedem der beiden seitlichen Backen angreift und zwischen ihnen wirksam wird, um sie zusammenzuziehen und in der Schließstellung zu halten. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannorgan ein flexibles Verbindungselement (72) umfasst, das an den beiden seitlichen Backen (67, 68) befestigt ist und über zumindest eine am mittleren Backen (65) befestigte Rolle (76) geführt wird, um das gemeinsame Schließen des mittleren Backens (65) und der beiden seitlichen Backen (67, 68) durch Zug an einem Ende (78) des Verbindungselements (72) zu bewirken, das sich jenseits der Rolle (76) befindet. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Backen (67, 68) an einem Zwischenstück (7) angelenkt oder befestigt sind, das bezüglich der Grundplatte (1) von vorn nach hinten drehbar geführt werden kann. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstück (7) zumindest zwei durch ein Querstück (13) verbundene Segmente (9) und (10) umfasst. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenstück (7) an einem Punkt seiner Drehung nach hinten mit einem Anschlag (14) in Berührung kommt, und dadurch, dass ein lösbares Halteorgan (22) zwischen dem Anschlag (14) und dem Zwischenstück wirkt, um eine Drehung des Zwischenstücks nach vorn zu verhindern. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Zugorgan (26) für den Gurt (2) an zumindest einem der seitlichen Backen (67, 68) gelenkig befestigt ist, um eine Lockerung oder ein Spannen des Gurts während der Drehung der beiden seitlichen Backen zur Öffnungsstellung bzw. zur Schließstellung zu bewirken. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugorgan des Gurts an der seitlichen Backe durch eine Verbindung, die eine Verdrehung in beliebige Richtungen zulässt, gelenkig befestigt ist. Bindung zur Befestigung eines Schuhs an einem Snowboard nach Anspruch 1, 7 oder 8 dadurch gekennzeichnet, dass der Gurt (2) eine Kappe (39) umfasst, auf der die Zugorgane (31, 26) des Gurts gleiten, wenn sie durch ein flexibles Verbindungselement (42) zueinander gezogen werden, um die Gurtspannung einzustellen, wobei ein elastisches Verbindungselement (44) eine Kraft zwischen der Kappe (39) und den Zugorganen (31, 26) ausübt.






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