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Dokumentenidentifikation DE102005060300A1 21.06.2007
Titel Papiermaschinensieb
Anmelder Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Hack-Ueberall, Petra, 72770 Reutlingen, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060300
Offenlegungstag 21.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2007
IPC-Hauptklasse D21F 1/10(2006.01)A, F, I, 20051216, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Papiermaschinensieb, insbesondere Formiersieb, mit einer oberen Gewebelage, deren Außenseite eine Papierseite bildet, und mit einer unteren Gewebelage, deren Außenseite eine Maschinenseite des Papiermaschinensiebs bildet, und mit sich in Längsfadenrichtung erstreckenden Bindefäden, welche die obere und die untere Gewebelage miteinander verbinden,
- wobei die obere Gewebelage zumindest durch die Bindefäden und mit diesen verwobenen, sich quer zu den Bindefäden erstreckenden oberen Querfäden gebildet wird,
- wobei die untere Gewebelage zumindest durch die Bindefäden und mit diesen verwobenen, sich quer zu den Bindefäden erstreckenden unteren Querfäden gebildet wird,
- wobei jeder untere Querfaden jeweils durch mehrere Bindefäden gehalten wird, indem jeder dieser Bindefäden auf der Außenseite der unteren Gewebelage laufend den jeweiligen unteren Querfaden kreuzt, und
- wobei zumindest manche der einen jeweiligen unteren Querfaden haltenden Bindefäden durch zumindest einen den unteren Querfaden nicht haltenden Bindefaden voneinander beabstandet sind, indem der untere Querfaden auf der Außenseite der unteren Gewebelage laufend den nicht haltenden Bindefaden kreuzt.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass mehrere untere Querfäden vorgesehen sind, bei denen jeweils zwischen aufeinander folgenden, den unteren Querfaden jeweils haltenden Bindefäden immer eine gleiche Anzahl von nicht haltenden Bindefäden angeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Papiermaschinensieb, insbesondere ein Formiersieb, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Formiersiebe finden in der Formierpartie einer Papiermaschine Verwendung. Beim Formierprozess wird eine Fasersuspension vom Stoffauflauf der Papiermaschine auf ein Formiersieb oder auf zwei Formiersiebe (bei Gap-Former) aufgebracht. Eine Aufgabe des Formiersiebs besteht hierbei darin, die Fasersuspension zu entwässern und eine Faserstoffbahn zu bilden, wobei so wenig wie möglich Zellstofffasern und Füllstoffe aus der Fasersuspension beim Entwässerungsprozess geschwemmt werden sollen.

Die Qualität der gebildeten Faserstoffbahn wird hierbei stark von der Struktur der zur Faserstoffbahn weisenden Oberfläche (Papierseite) des Formiersiebs mitbestimmt. Die Lebensdauer des Formiersiebs wird hingegen stark von der Struktur der zur Papiermaschine weisenden Oberfläche (Maschinenseite) des Formiersiebs beeinflusst.

Um diesen zum Teil sich widersprechenden Anforderungen Rechnung tragen zu können, wurden mehrlagige Papiermaschinensiebe mit einer papierseitigen und einer maschinenseitigen Gewebelage entwickelt, wobei die beiden Gewebelagen durch sog. Bindefäden miteinander verbunden sind. Um eine möglichst einheitliche papierseitige Gewebestruktur zu gewährleisten, sind die Bindefäden bevorzugt integraler Bestandteil der papierseitigen Webstruktur (integrale Bindefäden), wodurch Markierungsneigungen bedingt durch die Anbindung der Heftfäden reduziert werden.

Mehrlagige Formiersiebe sind bspw. aus der EP 0 432 413, der DE 297 24 238 U1, der EP 1 00 197 B1 und der US 2004/0149342 A1 bekannt.

Die aus dem Stand der Technik bekannten mehrlagigen Formiersiebe weisen trotz einer papierseitigen und einer maschinenseitigen Gewebelage oftmals, insbesondere bei deren Verwendung in schnell laufenden Papiermaschinen, eine ungenügende Verschleißbeständigkeit auf, bedingt durch einen bereichsweise ungleichmäßigen Abrieb der Maschinenseite des Siebs.

Der ungleichmäßige Abrieb wird mit durch eine mangelhafte Planarität der Maschinenseite der bekannten Papiermaschinensiebe bedingt. Die mangelhafte Ebenheit wird hierbei unter anderem durch eine ungleichmäßige Verteilung der Bindepunkte bedingt, d.h. den Punkten an denen ein Bindefaden auf der Maschinenseite der unteren Gewebelage läuft und einen Faden der unteren Gewebelage kreuzt. Des weiteren wird der ungleichmäßige Abrieb mit bedingt durch jeweils ungleiche Flottierungslängen zwischen aufeinander folgenden Bindepunkten zumindest einzelner auf der Außenseite der maschinenseitigen Gewebelage flottierender Schussfäden, die ja bekanntlich die Aufgabe haben, die Last aufnehmenden Kettfäden zu schützen.

Die ungleichmäßige Verbindung der beiden Gewebelagen hat darüber hinaus eine oftmals ungenügende Planarität der Papierseite zur Folge, wodurch die Markierungsneigung insbesondere bei graphischen Papieren deutlich erhöht wird.

Des weiteren weisen die aus dem Stand der Technik bekannten Formiersiebe, insbesondere bei denen Verwendung in schnell laufenden Papiermaschinen (Maschinengeschwindigkeiten von 1500m/min und mehr), ein oftmals zu hohes Wasserschleppen auf, bedingt durch eine zu hohe Dicke des Siebs.

Die zu hohe Dicke des Siebs wird oftmals durch eine ungenügende Verbindung der papierseitigen Gewebelage mit der maschinenseitigen Gewebelage durch die Bindefäden hervorgerufen.

Eine ungenügende Verbindung zwischen papierseitiger und maschinenseitiger Gewebelage führt darüber hinaus beim Betrieb des Papiermaschinensiebs in der Papiermaschine zu einer Relativbewegung zwischen den beiden Gewebelagen, wodurch ein Abrieb zwischen diesen entsteht, was zum Versagen solcher Siebe führen kann.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Papiermaschinensieb vorzuschlagen, bei dem die Verbindung zwischen den papier- und maschinenseitigen Gewebelagen verbessert sind und somit die oben beschriebenen Nachteile zumindest vermindert auftreten.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Das bekannte Papiermaschinensieb, insbesondere Formiersieb, weist eine obere Gewebelage deren Außenseite eine Papierseite und eine untere Gewebelage deren Außenseite eine Maschinenseite des Papiermaschinensiebs bildet sowie sich in Längsfadenrichtung erstreckenden Bindefäden, welche die obere und die untere Gewebelage miteinander verbinden auf. Die obere Gewebelage wird hierbei zumindest durch die Bindefäden und mit diesen verwobenen sich quer zu den Bindefäden erstreckenden oberen Querfäden gebildet, wie die untere Gewebelage zumindest durch die Bindefäden und mit diesen verwobenen sich quer zu den Bindefäden erstreckenden unteren Querfäden gebildet wird. Des weiteren wird bei dem bekannten Papiermaschinensieb jeder untere Querfaden jeweils durch mehrere Bindefäden gehalten, indem jeder dieser Bindefäden auf der Außenseite der unteren Gewebelage laufend den jeweiligen unteren Querfaden kreuzt, wobei zumindest manche der einen jeweiligen unteren Querfaden haltenden Bindefäden durch zumindest einen den unteren Querfaden nicht haltenden Bindefaden voneinander beabstandet sind, indem der untere Querfaden auf der Außenseite der unteren Gewebelage laufend den nicht haltenden Bindefaden kreuzt.

Das erfindungsgemäße Papiermaschinensieb ist dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren der unteren Querfäden zwischen aufeinander folgenden den jeweiligen unteren Querfaden haltenden Bindefäden eine gleiche Anzahl von nicht haltenden Bindefäden angeordnet ist.

Dadurch dass bei mehreren der unteren Querfäden zwischen aufeinander folgenden, den unteren Querfaden jeweils haltenden Bindefäden immer eine gleiche Anzahl von nicht haltenden Bindefäden angeordnet sind, wird erreicht, dass jeder dieser Querfäden zwischen aufeinander folgenden Stellen an denen dieser von einem Bindefaden gehalten wird, sog. Bindestellen des oberen Gewebes an das untere Gewebe, immer gleiche Flottierungslängen auf der Außenseite des unteren Gewebes, d.h. auf der Maschinenseite, des Papiermaschinensiebs hat.

Durch die gleichen Flottierungslängen der Querfädens zwischen den Bindestellen wird eine gleichmäßig verteilte Anbindung der oberen an die untere Gewebelage bereitgestellt, weshalb ein Papiermaschinensieb mit einer bezüglich dem Stand der Technik deutlich verbesserten Planarität der Maschinen- und Papierseite bereitgestellt wird.

Durch die gleichmäßige Verteilung der Bindestellen kann des weiteren die Haltekraft gleichmäßig verteilt werden, weshalb eine deutlich festere Verbindung zwischen den beiden Gewebelagen erreicht werden kann, wodurch deren Relativbewegung zueinander auf ein Minimum reduziert werden kann, was zu einer Mininierung des Inneren Verschleißes des erfindungsgemäßen Papiermaschinensiebs führt.

Darüber hinaus führt die gleichmäßige Verteilung der Bindestellen und die damit mögliche festere Anbindung der oberen an die untere Gewebelage zu einer reduzierten Gesamtdicke des erfindungsgemäßen Papiermaschinensiebs im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Sieben.

Durch die gleichen Flottierungslängen der Querfäden zwischen den Bindestellen wird des weiteren ein gleichmäßig verteiltes Verschleißvolumen der sich auf der Außenseite des unteren Gewebes (Maschinenseite) erstreckenden unteren Querfäden geschaffen, welche somit die Last aufnehmenden Bindefäden schützen.

Erfindungsgemäß ist es somit denkbar, dass bei einem unteren Querfaden die Anzahl von nicht haltenden Bindefäden, die zwischen aufeinander folgenden haltenden Bindefäden angeordnet sind fünf beträgt und bei einem anderen untern Querfaden sieben.

Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass für jeden unteren Querfaden zwischen aufeinander folgenden, den unteren Querfaden jeweils haltenden Bindefäden immer eine gleiche Anzahl von den Querfaden nicht haltenden Bindefäden angeordnet sind. Dadurch, dass sämtliche untere Querfäden jeweils für sich und in Bezug zu den anderen unteren Querfäden immer eine gleiche Flottierungslänge aufweisen, wird die Gleichmäßigkeit der Bindestellen weiter erhöht, weshalb die oben beschriebenen positiven Effekte bei dieser Ausführungsform verstärkt werden.

Vorzugsweise beträgt die Anzahl der den jeweiligen Querfaden nicht haltenden Bindefäden zwischen zwei und zwanzig, bevorzugt zwischen sechs und zehn. Versuche haben ergeben, dass bei gleichen Flottierungslängen von zwischen zwei und zwanzig den jeweiligen unteren Querfaden nicht haltende Bindefäden eine gute Anbindung zwischen oberer und unterer Gewebelage bereitgestellt werden kann gepaart mit einer verbesserten Verschleißbeständigkeit, insbesondere für den Einsatz in Papiermaschinen bei Geschwindigkeiten von 1500m/min oder mehr.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Außenseite der oberen Gewebelage unregelmäßig gewebt ist. Hierzu ist insbesondere vorgesehen, dass die obere Gewebelage durch das Verweben der Bindefäden mit den oberen Querfäden gebildet wird, wobei sich das Webmuster der oberen Gewebelage in oberen Rapporten wiederholt, wobei die Bindefäden in Gruppen angeordnet sind und sich die Bindefäden jeder Gruppe beim Verweben mit den oberen Querfäden in Längsfadenrichtung abschnittweise abwechseln, wodurch jede Gruppe von Bindefäden durch das Verweben mit den oberen Querfäden einen Längsfadenverlauf mit Bindefadenhebungen und Bindefadensenkungen bildet, der sich nach der Länge des oberen Rapports in Längsfadenrichtung wiederholt, wobei eine Bindefadenhebung gebildet wird, indem der jeweils obere Querfäden webende Bindefaden einer Gruppe auf der Außenseite der oberen Gewebelage laufend einen oberen Querfaden kreuzt, wobei eine Bindefadensenkung gebildet wird, indem der jeweils obere Querfäden webende Bindefaden einer Gruppe zwischen oberer und unterer Gewebelage laufend einen oberen Querfaden kreuzt und wobei die Bindefadenhebungen und Bindefadensenkungen des Webmusters der oberen Gewebelage in dem oberen Rapport unregelmäßig verteilt angeordnet sind.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die unregelmäßige Struktur gebildet wird, indem im oberen Rapport zumindest zwei Längsfadenverläufe derart ausgebildet sind, dass sich der eine der beiden Längsfadenverläufe nicht durch Versatz aller seiner Bindefadenhebungen und -senkungen um eine gleiche Anzahl von oberen Querfäden in Längsfadenrichtung aus dem anderen der beiden Längsfadenverläufe erzeugen lässt.

Dadurch, dass der obere Rapport zumindest zwei Längsfadenverläufe umfasst, bei denen sich der eine der beiden Längsfadenverläufe nicht durch Versatz aller seiner Bindefadenhebungen und -senkungen um eine gleiche Anzahl von oberen Querfäden in Längsfadenrichtung aus dem anderen der beiden Längsfadenverläufe erzeugen lässt, wird die Anzahl von Bindungsdiagonalen und regelmäßigen Strukturen auf der Papierseite reduziert, was zu einer Reduzierung der Markierung des mit dem Papiermaschinensieb hergestellten Papiers führt.

Vorzugsweise umfasst die obere Gewebelage hierbei obere Querfäden oder obere Querfäden und Bindefäden, die einen Durchmesser im Bereich von 0,03mm bis 0,5mm, bevorzugt 0,08mm bis 0,15mm, haben. Hierdurch kann eine besonders feine und markierungsfreie Papierseite geschaffen werden.

Um eine nahezu völlig unregelmäßige Papierseite des erfindungsgemäßen Siebs zu erhalten, sieht eine weitere besonders bevorzugte Weiterbildung der Erfindung vor, dass sich keiner der Längsfadenverläufe im oberen Rapport durch Versatz aller seiner Bindefadenhebungen und -senkungen um eine gleiche Anzahl von oberen Querfäden in Längsfadenrichtung aus einem anderen Längsfadenverlauf erzeugen lässt. Dies bedeutet, dass jeder Längsfadenverlauf im oberen Rapport in seiner Bindefadenhebungs- und senkungssequenz unterschiedlich zu den anderen Längsfadenverläufen ist. Solche Bindungen werden als Kreppbindungen bezeichnet.

Des weiteren ist es denkbar, dass die unregelmäßige papierseitige Webstruktur dadurch bereitgestellt wird, indem die obere Webstruktur eine Anzahl von zueinander unterschiedlichen Längsfadenverläufen umfasst, wobei die Anzahl der zueinander unterschiedlichen Längsfadenverläufe geringer ist als die Anzahl der den oberen Rapport bildenden Längsfadenverläufe.

Bei dieser Ausführungsform sind die zueinander unterschiedlichen Längsfadenverläufe in einer sich nicht wiederholenden Reihenfolge über den ganzen oberen Rapport angeordnet. Der dadurch entstehende Längsfadenrapport kann dann sehr groß sein, bspw. 12 Längsfadenverläufe umfassen, wobei die Anzahl der zueinander unterschiedlichen Längsfadenverläufe bspw. nur vier beträgt. Dies bedeutet, dass eine sehr großrapportige Bindung kann mit nur einer geringen Anzahl an Schäften für die Papierseite gewoben werden kann. Die Reihenfolge der Längsfadenverläufe kann bspw. wie folgt sein:

1-2-3-1-4-1-2-3-4-2-3-1

Auch eine solche Bindung wird als Kreppbindung bezeichnet.

Bindungstechnisch kann die unregelmäßige Struktur der oberen Geweblage allein oder in Kombination gebildet werden durch:

freie textile Entwicklung, Veränderung einer textilen Grundbindung, Ableitung einer textilen Grundbindung, Erweiterung einer textilen Grundbindung.

Um eine Papierseite mit guter Faserunterstützung einerseits und andererseits eine offene Maschinenseite zur Bereitstellung einer guten Entwässerungsleistung des Papiermaschinensiebs bereitzustellen, ist nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das Verhältnis von oberen Querfäden zu unteren Querfäden größer als 1, insbesondere 2:1, 3:2 oder 4:3 ist.

Nach einer konkreten Ausgestaltung der Erfindung umfasst die obere Gewebelage des Papiermaschinensiebs vierzehn oder mehr obere Querfäden. Des weiteren umfasst die untere Gewebelage sieben oder mehr untere Querfäden. Vorzugsweise sind hierbei die Bindefäden in sieben Gruppen zu je zwei Bindefäden angeordnet.

Um die Flexibilität bei der Ausgestaltung der oberen und unteren Gewebelage des erfindungsgemäßen Papiermaschinensiebs zu erhöhen, wird der Gesamtrapport vorzugsweise durch eine Vielzahl von Längsfäden und/oder oberen und unteren Querfäden gebildet. Konkret kann der Gesamtrapport des Papiermaschinensiebs beispielsweise 24 oder mehr oder 26 oder mehr oder 32 oder mehr oder 48 oder mehr Längsfäden und/oder 24 oder mehr oder 26 oder mehr oder 32 oder mehr oder 48 oder mehr obere und untere Querfäden umfassen.

Nach einer konkreten Ausgestaltung der Erfindung sind die Bindefäden Kettfäden und die Querfäden Schussfäden. In diesem Fall handelt es sich um ein kettgebundenes System. Es ist aber auch möglich, dass die Bindefäden Schussfäden und die Querfäden Kettfäden sind. Im letzt genannten Fall handelt es sich um ein schussgebundenes System.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand einer Ausführungsform auf Basis der folgenden schematischen nicht maßstäblichen Zeichnungen weiter erläutert werden. Es zeigen:

1 den Kettfadenverlauf einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Papiermaschinensiebs,

2 eine Darstellung der Papierseite des Papiermaschinensiebs der 1 mit Ketthebungen und -senkungen,

3 eine Darstellung der Papier- und Maschinenseite des Papiermaschinensiebs der 1.

Die 1 zeigt eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen als Formiersieb ausgebildeten Papiermaschinensiebs 100 in Längsfaden-Richtung, wobei die Längsfadenrichtung der Kettfadenrichtung des Siebs 100 entspricht.

Die Darstellung der 1a zeigt einen Gesamtrapport der Webstruktur des Formiersiebs 100.

Das dargestellte Formiersieb 100 weist obere Querfäden SO1 bis SO14 sowie untere Querfäden SU1 bis SU7 auf, die jeweils als Schussfäden ausgebildet sind.

Wie aus der 1a zu erkennen ist, ist das Verhältnis von oberen Querfäden SO1 bis SO14 zu unteren Querfäden SU1 bis SU7 2:1.

Des weiteren weist das Formiersieb 100 als Kettfäden ausgebildete Bindefäden B1a bis B7b auf, wobei die Bindefäden jeweils in Gruppen von Bindefadenpaaren B1a und B1b, B2a und B2b .... angeordnet sind.

Die Bindefäden sind sowohl mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 als auch mit den unteren Querfäden SU1 bis SU7 verwoben.

Durch das Verweben der Bindefäden B1a bis B7b mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 wird eine obere Gewebelage gebildet, deren Webmuster sich, wie insbesondere aus den 2 und 3 ersichtlich ist, in oberen Rapporten wiederholt, wobei sich der obere Rapport in Längsfadenrichtung über die oberen Querfäden SO1 bis SO14 und in Querfadenrichtung über die Bindefäden B1a bis B7b erstreckt. Hierbei weist die obere Gewebelage eine Außenseite 101 auf, welche die Papierseite des Formiersiebs 100 bildet.

Durch das Verweben der der Bindefäden B1a bis B7b mit den unteren Querfäden SU1 bis SU7 wird eine untere Gewebelage gebildet, deren Webmuster sich in unteren Rapporten wiederholt wobei sich der untere Rapport in Längsfadenrichtung über die unteren Querfäden SU1 bis SU7 und in Querfadenrichtung über die Bindefäden B1a bis B7b erstreckt. Die untere Gewebelage weist des weiteren eine Außenseite 102 auf, welche die Maschinenseite des Formiersiebs 100 bildet.

Demzufolge ist jeder Bindefaden B1a bis B7b abschnittweise abwechselnd mit unteren und mit oberen Querfäden verwebt.

Da die Bindefäden B1a bis B7b mit den unteren und oberen Querfäden verwoben sind, wird durch diese die obere Gewebelage mit der unteren Gewebelage verbunden. Hierbei wird jeder untere Querfaden jeweils durch mehrere Bindefäden gehalten, indem jeder dieser Bindefäden auf der Außenseite 102 der unteren Gewebelage laufend den jeweiligen unteren Querfaden kreuzt, wobei alle der einen jeweiligen unteren Querfaden haltenden Bindefäden durch sechs den unteren Querfaden nicht haltende Bindefäden voneinander beabstandet sind, indem der untere Querfaden auf der Außenseite 102 der unteren Gewebelage laufend den nicht haltenden Bindefaden kreuzt. Erfindungsgemäß sind somit bei allen unteren Querfäden zwischen aufeinander folgenden, den unteren Querfaden jeweils haltenden Bindefäden immer eine gleiche Anzahl von nicht haltenden Bindefäden angeordnet.

Beispielsweise wird der untere Querfaden SU2 im Gesamtrapport durch die Bindefäden B1a und B4b gehalten, wobei zwischen den haltenden Bindefäden B1a und B4b die nicht haltenden Bindefäden B1b, B2a, B2b, B3a, B3b und B4a und weiter in Querfadenrichtung des Rapports zwischen den haltenden Bindefäden B4b und B1a die nicht haltenden Bindefäden B5a, B5b, B6a, B6b, B7a und B7b angeordnet sind.

Des weiteren wird bspw. der untere Querfaden SU1 im Gesamtrapport durch die Bindefäden B2a und B5b gehalten, wobei zwischen den haltenden Bindefäden B2a und B5b die nicht haltenden Bindefäden B2b, B3a, B3b, B4a, B4b und B5a und weiter in Querfadenrichtung des Rapports zwischen den haltenden Bindefäden B5b und B2a die nicht haltenden Bindefäden B6a, B6b, B7a, B7b, B1a und B1b angeordnet sind angeordnet sind.

Somit ist für jeden unteren Querfaden für sich betrachtet zwischen aufeinander folgenden haltenden Bindefäden immer eine gleiche Anzahl von nicht haltenden Bindefäden angeordnet.

Des weiteren ist die Anzahl der nicht haltenden Bindefäden für alle Querfäden gleich und beträgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Zahl sechs.

Wie bereits erwähnt wird durch das Verweben der Bindefäden B1a bis B7b mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 ein oberes Webmuster gebildet, welches sich in oberen Rapporten wiederholt, wobei die Bindefäden B1a bis B7b in Gruppen angeordnet sind.

Wie aus der 1 zu erkennen ist, wechseln und sich die Bindefäden jeder Gruppe, bspw. B1a und B1b, beim Verweben mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 in Längsfadenrichtung abschnittweise ab, wodurch jede Gruppe von Bindefäden B1a und B1b, B2a und B2b, B3a und B3b, B4a und B4b, B5a und B5b, B6a und B6b, B7a und B7b durch das Verweben mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 einen oberen Längsfadenverlauf V1 bis V7 mit Bindefadenhebungen (schwarze Kästchen in 2) und Bindefadensenkungen (weiße Kästchen in 2) bildet.

Somit verwebt ein Bindefaden der Gruppe mit den oberen Querfäden, wenn der andere Bindefaden der Gruppe mit unteren Querfäden verwebt und umgekehrt. Des weiteren kreuzen sich die Bindefäden jeder Gruppe beim Wechsel vom Verweben mit unteren Querfäden zum Verweben mit oberen Querfäden an Kreuzungsstellen, wie die bspw. aus der 1b ersichtlich wird, bei der sich die beiden Bindefäden B1a und B1b an den Kreuzungsstellen K1 und K2 kreuzen.

Hierbei sind die Bindefäden jeder Gruppe derart mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 und mit den unteren Querfäden SU1 bis SU7 verwoben, dass auf der Länge des oberen Rapports zwei Kreuzungsstellen angeordnet sind.

So bildet bspw. das Bindefadenpaar B1a und B1b durch Verweben mit den oberen Querfäden SO1 bis SO14 den oberen Längsfadenverlauf V1, der sich nach der Länge des oberen Rapports in Längsfadenrichtung wiederholt.

Eine Bindefadenhebung wird hierbei gebildet, indem der jeweils obere Querfäden webende Bindefaden, bspw. B1a, einer Gruppe auf der Außenseite 101 der oberen Gewebelage laufend einen oberen Querfaden, bspw. SO7, kreuzt. Eine Bindefadensenkung wird hierbei gebildet, indem der jeweils obere Querfäden webende Bindefaden, bspw. B1a, einer Gruppe zwischen oberer und unterer Gewebelage laufend einen oberen Querfaden, bspw. SO8, kreuzt.

Die 2 zeigt eine schematische Draufsicht auf die die Papierseite bildende Außenseite 101 der oberen Gewebelage. Wie insbesondere aus der 2 zu erkennen ist, wird der obere Rapport durch die oberen Längsfadenverläufe V1 bis V7 entlang der oberen Querfäden SO1 bis SO14 gebildet.

Die Papierseite 101 weist eine unregelmäßige Struktur auf, indem sich keiner der oberen Längsfadenverläufe V1 bis V7 im oberen Rapport durch Versatz aller seiner Längsfadenhebungen (schwarze Kästchen) und Längsfadensenkungen (weiße Kästchen) um eine gleiche Anzahl von oberen Querfäden in Längsfadenrichtung aus einem anderen oberen Längsfadenverlauf V1 bis V7 des Rapports erzeugen lässt. So lässt sich bspw. der Längsfadenverlauf V1 nicht durch Verschiebung eines der anderen Längsfadenverläufe V2 bis V7 um eine Anzahl von Querfäden erzeugen.

Die 3 zeigt eine Darstellung der Papier- und Maschinenseite des erfindungsgemäßen Formiersiebs 100.

Schwarze Kästchen an Kreuzungsstellen von Bindefäden (B) mit oberen Querfäden (SO) stellen Bindefadenhebungen der Papierseite dar, wie weiße Kästchen an Kreuzungsstellen von Bindefäden (B) mit oberen Querfäden (SO) Bindefadensenkungen der Papierseite darstellen.

Des weiteren stellen weiße Kästchen an Kreuzungsstellen von Bindefäden (B) mit unteren Querfäden (SO) Stellen dar, an denen der jeweilige untere Querfaden auf der Außenseite der unteren Gewebelage, d.h. Maschinenseite, läuft, wie Kästchen mit einem vertikalen Balken Kreuzungsstellen darstellen, an denen der jeweilige Bindefaden (B) auf der Außenseite der unteren Gewebelage, d.h. Maschinenseite, läuft, d.h. ein unterer Querfaden durch den Bindefaden gehalten wird.


Anspruch[de]
Papiermaschinensieb, insbesondere Formiersieb, mit einer oberen Gewebelage deren Außenseite eine Papierseite und mit einer unteren Gewebelage deren Außenseite eine Maschinenseite des Papiermaschinensiebs bildet und mit sich in Längsfadenrichtung erstreckenden Bindefäden, welche die obere und die untere Gewebelage miteinander verbinden,

– wobei die obere Gewebelage zumindest durch die Bindefäden und mit diesen verwobenen sich quer zu den Bindefäden erstreckenden oberen Querfäden gebildet wird,

– wobei die untere Gewebelage zumindest durch die Bindefäden und mit diesen verwobenen sich quer zu den Bindefäden erstreckenden unteren Querfäden gebildet wird,

– wobei jeder untere Querfaden jeweils durch mehrere Bindefäden gehalten wird, indem jeder dieser Bindefäden auf der Außenseite der unteren Gewebelage laufend den jeweiligen unteren Querfaden kreuzt, und

– wobei zumindest manche der einen jeweiligen unteren Querfaden haltenden Bindefäden durch zumindest einen den unteren Querfaden nicht haltenden Bindefaden voneinander beabstandet sind, indem der untere Querfaden auf der Außenseite der unteren Gewebelage laufend den nicht haltenden Bindefaden kreuzt,

dadurch gekennzeichnet,

dass mehrere untere Querfäden vorgesehen sind, bei denen jeweils zwischen aufeinander folgenden, den jeweiligen unteren Querfaden haltenden Bindefäden eine gleiche Anzahl von nicht haltenden Bindefäden angeordnet ist.
Papiermaschinensieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden unteren Querfäden zwischen aufeinander folgenden, den unteren Querfaden jeweils haltenden Bindefäden, immer eine gleiche Anzahl von den Querfaden nicht haltenden Bindefäden angeordnet sind. Papiermaschinensieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der den jeweiligen Querfaden nicht haltenden Bindefäden zwischen zwei und zehn, bevorzugt sechs ist. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Gewebelage durch das Verweben der Bindefäden mit den oberen Querfäden gebildet wird, wobei sich das Webmuster der oberen Gewebelage in oberen Rapporten wiederholt, wobei die Bindefäden in Gruppen angeordnet sind und sich die Bindefäden jeder Gruppe beim Verweben mit den oberen Querfäden in Längsfadenrichtung abschnittweise abwechseln, wodurch jede Gruppe von Bindefäden durch das Verweben mit den oberen Querfäden einen oberen Längsfadenverlauf mit Bindefadenhebungen und Bindefadensenkungen bildet, der sich nach der Länge des oberen Rapports in Längsfadenrichtung wiederholt, wobei eine Bindefadenhebung gebildet wird, indem der jeweils obere Querfäden webende Bindefaden einer Gruppe auf der Außenseite der oberen Gewebelage laufend einen oberen Querfaden kreuzt, wobei eine Bindefadensenkung gebildet wird, indem der jeweils obere Querfäden webende Bindefaden einer Gruppe zwischen oberer und unterer Gewebelage laufend einen oberen Querfaden kreuzt und wobei die Bindefadenhebungen und Bindefadensenkungen des Webmusters der oberen Gewebelage in dem oberen Rapport unregelmäßig verteilt angeordnet sind. Papiermaschinensieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die unregelmäßige Struktur des oberen Webmusters gebildet wird, in dem im oberen Rapport zumindest zwei Längsfadenverläufe derart ausgebildet sind, dass sich der eine der beiden Längsfadenverläufe nicht durch Versatz aller seiner Bindefadenhebungen und -senkungen um eine gleiche Anzahl von oberen Querfäden in Längsfadenrichtung aus dem anderen der beiden Längsfadenverläufe erzeugen lässt. Papiermaschinensieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich keiner der Längsfadenverläufe im oberen Rapport durch Versatz aller seiner Bindefadenhebungen und -senkungen um eine gleiche Anzahl von oberen Querfäden in Längsfadenrichtung aus einem anderen Längsfadenverlauf erzeugen lässt. Papiermaschinensieb nach Anspruch 5 oder 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass die unregelmäßige Struktur des oberen Webmusters allein oder in Kombination gebildet wird durch:

freie textile Entwicklung, Veränderung einer textilen Grundbindung, Ableitung einer textilen Grundbindung, Erweiterung einer textilen Grundbindung.
Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von oberen Querfäden zu unteren Querfäden größer als 1, insbesondere 2:1, 3:2 oder 4:3 ist. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Gewebelage 14 oder mehr obere Querfäden umfasst. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Gewebelage 7 oder mehr untere Querfäden umfasst. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefäden in sieben Gruppen zu je zwei Bindefäden angeordnet sind. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Gesamtrapport des Papiermaschinensiebs 24 oder mehr, oder 26 oder mehr oder 32 oder mehr oder 48 oder mehr Längsfäden und/oder obere und untere Querfäden umfasst. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefäden Kettfäden und die Querfäden Schussfäden sind. Papiermaschinensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefäden Schussfäden und die Querfäden Kettfäden sind.






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