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Dokumentenidentifikation DE102005060847A1 28.06.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums
Anmelder Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Fröhlich, Uwe, 89231 Neu-Ulm, DE;
Schachtl, Martin, 84172 Buch, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060847
Offenlegungstag 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse B01D 19/00(2006.01)A, F, I, 20051216, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D21D 5/26(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   B04C 3/00(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   B03D 1/14(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums (1), insbesondere einer Streichfarbe zum Beschichten von Papier oder Karton, wobei das zu entgasende Medium (1) in wenigstens einen Vakuumentgaser (4) eingeleitet und dabei weitgehend entgast wird und wobei Gas und das weitgehend entgaste Medium (1a) getrennt voneinander abgeführt werden, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass nach der Vakuumentgasung (4) das weitgehend entgaste Medium (1a) einer weitergehenden Entgasung durch Zyklonentgasung (8) unterworfen wird, wobei ein entstehender gashaltiger Volumenstrom (11) bzw. Schaum und ein Volumenstrom an entgastem Medium (1b) ebenfalls getrennt voneinander abgeführt werden.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung, insbesondere einer Streichfarbe zum Beschichten von Papier oder Karton, wobei das zu entgasende Medium in einen Vakuumbehälter eingeleitet und dabei weitgehend entgast wird, wobei Gas und das weitgehend entgaste Medium getrennt voneinander abgeführt werden.

Bei dem Medium handelt es sich, wie gesagt, insbesondere um Streichfarbe, mit der vor allem eine Papier-, Karton- oder andere Faserstoffbahn während ihres Herstellungs- oder Veredelungsprozesses zum Zwecke der Verbesserung ihrer Bedruckbarkeit und der optischen Eigenschaften gestrichen werden soll.

Die Streichfarbe besteht im allgemeinen aus wässriger Pigmentdispersion, welche mit einer bestimmten Filmdicke möglichst gleichmäßig aufgetragen und danach getrocknet wird.

Während des Aufbereitungsprozesses des Mediums, d.h. der Streichfarbe, gelangt Gas bzw. Luft in das Medium. Hieraus bilden sich Blasen, die beim Streichen der Bahn zerplatzen und auf der Oberfläche der Bahn freie Stellen hinterlassen. Der aufgebrachte sogenannte "Strich" ist dann nicht mehr einheitlich. Dabei stören bereits Mikroblasen mit einem Durchmesser von wenigen Mikrometern, vor allem bei Strichfilmen geringer Stärke.

In der Praxis werden unterschiedliche Methoden der Entgasung von Streichfarben eingesetzt.

Bei sogenannten Freistrahldüsenauftragswerken, kommen oftmals mechanische Entlüfter, die auf einem Wirbelstrom- bzw. Zyklonprinzip arbeiten zum Einsatz. Dabei lassen sich Gasblasen mit einer Größe von 200 &mgr;m entfernen. Kleinere Gasblasen bleiben in der Streichfarbe oder werden durch die relativ hohen Scherkräfte im Zyklon noch verkleinert, wodurch sie im Freistrahl nicht mehr störend sind.

Der Wirkungsgrad der Zyklonentgaser liegt bei ca. 40 bis 70%, so dass selbst nach Passieren des Entgasers noch Gas bzw. Luft in der Streichfarbe enthalten ist.

Da sehr große Gasblasen hundertprozentig entfernt werden und nur diese großen Blasen beim Freistrahlauftrag stören, reicht der Wirkungsgrad für diese Art des Beschichtens aus.

Zyklonentgaser sind auch aus dem Patentschriftenfonds bekannt und zwar beispielsweise aus der EP-A1 0618012 und der US 5,080,792. Bei derartigen Zyklonen wird das zu entgasende Medium exzentrisch in einen feststehenden Behälter eingeleitet, so dass sich im Innenraum des Behälters eine Wirbelbewegung des Mediums einstellt. Die durch diese Wirbelbewegung hervorgerufene Zentrifugalkraft sorgt unter Ausnutzung der Dichteunterschiede zwischen dem zu entgasenden Medium einerseits und dem darin eingeschlossenen Gas andererseits für eine Entmischung von Medium und Gas.

Die Anforderungen an die Entgasung sind aber weiter gestiegen. Das liegt daran, dass die zu entgasenden Medien inzwischen Eigenschaften haben, die eine Entgasung schwieriger machen, weil sie höhere Feststoffgehalte und höhere Viskositäten aufweisen. Auch sind die Qualitätsanforderungen an die Auftragsschicht gestiegen und auch die Art des Beschichtens verlangt ein besonders weitgehend entgastes Medium.

Zunehmend sollen Faserstoffbahn mit Hilfe des Vorhang-Auftragsverfahrens (Curtain Coating) beschichtet werden. Bei dieser Beschichtungsart wird das Auftragsmedium in der Menge, in der es auch auf der Faserstoffbahn verbleiben soll, im freien Fall, d.h. in Form eines frei fallenden und geschlossenen Vorhanges, auf die Faserstoffbahn aufgebracht. Damit dieser empfindliche und dünne Vorhang im geschlossenen und stabilen Zustand die Faserstoffbahn auch erreicht und dort eine einwandfreie Auftragsschicht erzeugt, sind die Anforderungen an das Auftragsmedium (Streichfarbe) extrem hoch, weshalb ein besonders weitgehend entgastes Medium notwendig ist.

Vom Unternehmen der Anmelderin wurden mit selbem Anmeldetag Vakuumentgaser vorgeschlagen. Das Funktionsprinzip dieser Entgaser beruht dabei auf der Erzeugung von dünnen Schichten an zu entgasendem Medium, die den Vakuumentgaser auf einem möglichst langem Weg durchlaufen. Der Absolutdruck im Vakuumentgaser beträgt zwischen 10 und 300 mbar, insbesondere zwischen 30 und 100 mbar.

Man hat gefunden, dass der Wirkungsgrad dieser vorgeschlagenen Vakuumentgaser sehr viel besser ist, als der der bekannten Zyklonentgaser. Der Wirkungsgrad beträgt ca. 95 bis 99%. liegt.

Aus der DE-A1 10252807 der Anmelderin ist eine Vorrichtung bekannt, bei der einer Entgasungseinrichtung mindestens eine weitere nachgeordnet ist, wobei alle hintereinander und/oder parallel zueinander angeordneten Entgasungseinrichtungen Vakuumentgaser sind.

Allerdings hat man festgestellt, dass immer noch Gasgehalte – wenn auch nur sehr kleine – zu verzeichnen sind, die weiterhin zu Qualitätsstörungen auf der Faserstoffbahn, insbesondere solcher aus Papier, führen.

In vielen Fällen reicht daher der Abscheidegrad des einen Vakuumentgasers oder der Mehrzahl an Vakuumentgasern nicht aus, um eine optimale Entgasung bzw. Entlüftung zu gewährleisten.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit denen eine noch bessere Entgasung möglich ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren entsprechend dem Anspruch 1 gelöst und zwar derart, dass nach der Entgasung im an sich bekannten Vakuumbehälter das bereits weitgehend entgaste Medium einer weiteren Entgasung in einem an sich bekannten Zyklonentgaser unterworfen wird, wobei ein entstehender gashaltiger Volumenstrom bzw. Schaum und ein Volumenstrom an entgastem Medium ebenfalls getrennt voneinander abgeführt werden.

Die Erfinder haben erkannt, dass durch eine Kombination von Vakuumentlüftung und Zyklonentlüftung der Gasgehalt in der Streichfarbe so reduzierbar ist, dass im Endeffekt keine durch einen Gasgehalt hervorgerufenen sichtbaren Störungen mehr auf der Bahnoberfläche vorhanden sind.

Mit dem nachgeschalteten Zyklonentgaser werden also die noch nach der Vakuumentgasung enthaltenen Gasblasen aus dem Medium (Streichfarbe) zu einem solchen Grad und in überraschender Weise entfernt, oder soweit verkleinert, dass diese nicht mehr störend sind bzw. zu sichtbaren Störungen in der Auftragsschicht führen.

Sehr zweckmäßig ist es, wenn die Zyklonentgasung unmittelbar vor eine Vorhang-Beschichtung durchgeführt wird, weil hier der Druck in der Rohrleitung am geringsten ist und somit mehr freies Gas und weniger gelöstes Gas im Auftragsmedium ist.

Da der Zyklonentgaser einen bestimmten Differenzdruck benötigt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte dieser zwischen 1 und 4 bar, vorzugsweise zwischen 1,5 und 2,5 bar liegen.

Die bei der Zyklonentgasung abgetrennten Gasblasen werden über eine Schaumleitung nach außen entfernt. Der Volumenstrom an dieser gashaltigen Fraktion liegt unter 15% des Gesamtvolumenstromes, insbesondere im Bereich zwischen 1 und 10%.

Dieser abgetrennte Volumenstrom kann sowohl verworfen werden, als auch in einen Arbeits- und Sammelbehälter zurückgeführt werden, um ihn erneut im Kreislauf den besagten Entgasungsschritten zu unterwerfen.

In diesem Zusammenhang ist es auch denkbar, vor der Rückführung in den Arbeitsbehälter den Volumenstrom noch über einen Vakuum- oder Zyklonentgaser zu entgasen, um die Verluste an Streichfarbe möglichst gering zu halten. Diese Maßnahme ist vor allem bei sehr teuren Spezialpapierfarben sinnvoll.

Das so hergestellte im Wesentlichen gasfreie Medium, vor allem pigmenthaltige Streichfarbe, kann nun einer dem Zyklonentgaser nachgeordneten Beschichtungseinrichtung zugeführt werden. Bevorzugt ist dabei an ein Vorhang-Auftragswerk als Beschichtungseinrichtung gedacht. Das Vorhang-Streichen ist nämlich ein sehr Bahn-schonendes und Auftragsmedium-sparendes Auftragsverfahren, weil keine Vorrichtungsteile des Coaters die Bahn berühren und nur soviel an Auftragsmedium aufzubringen ist, wie auf der Bahn bzw. dem Substrat auch verbleiben soll.

Mit der erfindungsgemäßen Lösung können selbst hochviskose Auftragsmedien mit Hilfe des Vorhang-Streichens (Curtain Coating) auf ein Substrat bzw. auf eine laufende Papier-, Karton- oder andere Bahn aufgebracht werden.

Die Aufgabe der Erfindung wird auch mit einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gelöst.

Gemäß Vorrichtungsanspruch 7 ist einem an sich bekannten Vakuumentgaser ein ebenso an sich bekannter Zyklonentgaser nachgeordnet.

Der Zyklonentgaser weist einen Einlass für das weiter zu entgasende Medium, eine Abführleitung für einen entstehenden gashaltigen Volumenstrom, sowie einen Auslass und eine Abzugsleitung für das im Wesentlichen gasfreie bzw. entgaste Medium auf.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung kann darin bestehen, dass der Zyklonentgaser in wenigstens eine vom zu entgasenden Medium durchströmte Einheit aufgeteilt ist.

Der Vorteil von mehr als einer Einheit besteht darin, dass die Durchströmung im Zyklonentgaser besser verteilt erfolgen kann. So ist es möglich, diese sowohl für unterschiedliche Durchflussvolumen, beispielsweise 10 l/min, 5 l/min und 2,5 l/min auszulegen, als auch für gleich große Durchflussvolumen.

Bei gleich großen Durchflussvolumen sind baugleiche Behälterteile, bessere Ersatzteilhaltung und Wartung als Vorteil anzusehen.

Die einzelnen Einheiten, vorzugsweise vier Stück, mit gleichem oder unterschiedlichem Durchflussvolumen sind parallel durchströmt und sind durch Ventile je nach Durchfluss zu- und abschaltbar. Damit erreicht man eine hohe Flexibilität beim Durchfluss und kann trotzdem den notwendigen Differenzdruck zwischen Einlass und Auslass des Zyklonentgasers erreichen.

Durch das Zu- und Abschalten einzelner Zykloneinheiten ist es möglich, einen Differenzdruck zwischen 1 und 4 bar, vorzugsweise 1,5 bis 2,5 bar einzustellen.

Eine weitere vorteilhafte Lösung kann darin bestehen, mehrere Zyklonentgaser in Serie nach dem Vakuumentgaser zu installieren. Hierdurch wird die Entgasungswirkung weiter verbessert. Alternierend oder zusätzlich ist es auch möglich, mehrere Vakuumentgaser vorzusehen.

Der oder die vorgesehenen Zyklonentgaser bzw. der letzte der in Serie vorhandene Zyklonentgaser lässt sich über eine Abzugsleitung für das entgaste Medium mit einem Mediumszulauf einer unmittelbar nachgeordneten Beschichtungseinrichtung, insbesondere einem Vorhang-Auftragswerk verbinden.

Der Vorteil der Erfindung besteht in einer sehr weitgehenden Entlüftung des vorhandenen Mediums. Bei Streichfarben sind keine sichtbaren Störungen auf der Bahnoberfläche zu verzeichnen, wodurch eine höhere Auftragsqualität als bisher erreicht ist.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles beschrieben werden.

1 zeigt grob schematisch den Verfahrensablauf bzw. eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Entgasen

In der 1 ist dargestellt, wie ein flüssiges bis pastöses Medium 1 entgast wird. Im Beispiel handelt es sich um ein Auftrags- bzw. Streichmedium in Form einer hochviskosen Streichfarbe zur Veredelung einer laufenden Papier- oder Kartonbahn.

Die gezeigte Vorrichtung weist einen Arbeitsbehälter 2 auf, in dem das zu entgasende Medium 1 bevorratet ist.

Das Medium 1 wird zunächst über eine Leitung 3 in Pfeilrichtung einem ersten Entgaser, nämlich einem Vakuumentgaser 4 zugeführt. Am Deckel des Vakuumentgasers 4 ist ein Einlass 5 für das zu entgasende Medium 1 und außerdem ein Vakuumanschluss bzw. Unterdruckerzeuger 6 vorgesehen.

Der Vakuumentgaser 4 kann verschieden Bauformen und Innengestaltungen zum Zwecke der Erzielung einer verlängerten Durchlaufstrecke und der Erzielung einer zu entgasenden Dünnschicht aufweisen. Die Geometrie des Vakuumbehälters wird dabei aber nicht gegenüber herkömmlichen Vakuumentgasern vergrößert.

Möglich sind Einbauten in Form einer zentrisch angeordneten, vertikalen Antriebswelle mit zumindest einem koaxial angeordneten Drehteller mit Umdrehungszahlen von ca. 2500 1/min, oder die Anordnung von Hochrotationszerstäuberdüsen mit Drehzahlen bis zu 20000 1/min zur Zufuhr des Mediums, der Einbau von Ablaufrutschen auch in Kaskadenform und dergleichen, auf die hier allerdings nicht näher eingegangen werden soll.

Der absolute Druck im Vakuumentgaser wird auf ca. 10 bis 300 mbar, vorzugsweise 30 bis 100 mbar eingestellt. Bei einer Temperatur von 30 bis 50°C des Mediums 1 erfolgt dann die Entgasung, wobei man ein schon weitgehend entgastes Medium 1a. erhält. Dieses bereits weitgehend entgaste Medium 1a wird über eine Abzugsleitung 7 in Pfeilrichtung einem dem Vakuumentgaser 4 (bzw. bei ebenso möglichen mehreren Vakuumbehältern dem letzten der Behälter) nachgeordneten Zyklonentgaser 8 zugeführt.

Die Zufuhr erfolgt tangential, wodurch sich das spezifisch leichtere Gas bzw. die enthaltene Luft im Zentrum des hervorgerufenen Strudels sammeln kann und sich leicht abführen lässt.

Der Zyklonentgaser 8 weist dazu einen tangentialen Einlass 9 für das weiter zu entgasende Medium 1a, eine Abführleitung 10 für einen entstehenden gashaltigen Volumenstrom 11 bzw. für Schaum, sowie einen Auslass 12 und eine Abzugsleitung 13 für das fast vollständig oder überaus weitgehend entgaste bzw. praktisch gasfreie Medium 1b auf.

In der Figur ist durch senkrechte Striche innerhalb des Zyklonentgasers 8 angedeutet, dass dieser Entgaser 8 in mehrere parallel durchströmte Einheiten, im Beispiel sind es vier Stück, vom zu entgasenden Medium 1a parallel durchströmt wird. Die Einheiten sind mit 8.1; 8.2; 8.3 und 8.4 bzw. 8.n für mögliche weitere Einheiten bezeichnet. Die einzelnen Einheiten bzw. einzelnen Zyklone 8.1 bis 8.n können dann je nach aktuellem Durchfluss zu- oder abgeschaltet werden.

Durch diese Ausgestaltung erreicht man mehr Flexibilität beim Durchfluss und kann dennoch den notwendigen Differenzdruck zwischen Einlass und Auslass des Zyklonentgasers von ca. 2 bar erreichen.

In den vom zu entgasenden Medium 1a durchströmten Einheiten 8.1 bis 8n sind deshalb in jeder Einheit gewünschte gleich große, aber auch unterschiedliche Durchflussvolumen einstellbar. In der ersten Einheit 8.1 sind im Beispiel 10 l/min, in der zweiten Einheit 8.3 sind 5 l/min und in den weiteren Einheiten 8.3 und 8.4 sind jeweils 2,5 l/min durch nicht mit eingezeichnete Ventile zu- und abschaltbar, wodurch für das unmittelbar nachgeordnete Vorhang-Auftragswerk 14 ein Soll-Durchfluss von 15 l/min erreicht wird.

Da die sich ergebende Druckdifferenz auch von der Viskosität der jeweiligen Streichfarbe abhängt, lässt sich mit dieser Ausführung die Druckdifferenz für eine große Bandbreite an Viskositäten einstellen.

Schließlich wird am Boden des Zyklonentgasers 8 über die Abzugsleitung 13 das fast vollständig entgaste bzw. praktisch gasfreie Medium 1b einer unmittelbar nachgeordneten Beschichtungseinrichtung, insbesondere dem besagten Vorhang-Auftragswerk 14 zugeführt. Der Ausdruck "praktisch gasfrei" bedeutet, dass realistischer Weise keine 100%ige Entgasung möglich ist. Geringste Restmengen dürfen noch enthalten sein, sind aber durch die erfindungsgemäße zusätzliche Installation des wenigstens einen Zyklonentgasers 8 so gering, dass es im Endeffekt auf der Oberfläche einer mit dem Auftragswerk 14 und dessen abgegebenen Vorhang 14a beschichteten Faserstoffbahn 15 aus Papier oder Karton nicht mehr zu gasbedingten Defekten kommt.

In Versuchen wurde festgestellt, dass nach Einbau eines Zyklonentgasers sofort eine visuelle Abnahme an Luftblasen im Vorhang 14a erkennbar war. Außerdem war auch eine Verringerung der Luftblasenanzahl in der Ablaufwanne für den Vorhang erkennbar.

Es versteht sich, dass in den Verfahrensablauf bzw. die dafür vorgesehene Vorrichtung Pumpen, Filter und auch Pulsationsdämpfer eingebaut sind, die aufgrund ihrer Bekanntheit hier nicht extra dargestellt sind. Ebenfalls wurde auf das Einzeichnen der einzelnen Zulauf- und Absperrventile verzichtet.

1
zu entgasendes Medium, Streichfarbe
1a
weitgehend entgastes Medium
1b
praktisch gasfreies Medium
2
Arbeitsbehälter
3
Leitung
4
Vakuumentgaser
5
Einlass
6
Vakuumanschluss
7
Abzugsleitung
8
Zyklonentgaser
8.1
Einheit
8.2
Einheit
8.3
Einheit
8.4
Einheit
8.n
Einheit
9
Einlass
10
Abführleitung
11
gashaltiger Volumenstrom bzw. Schaum
12
Auslass für gasarmes Medium
13
Abzugsleitung
14
Vorhang-Auftragswerk
14a
Vorhang
15
Faserstoffbahn


Anspruch[de]
Verfahren zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums (1), insbesondere einer Streichfarbe zum Beschichten von Papier oder Karton, wobei das zu entgasende Medium (1) in wenigstens einen Vakuumentgaser (4) eingeleitet und dabei weitgehend entgast wird und wobei Gas und das weitgehend entgaste Medium (1a) getrennt voneinander abgeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Vakuumentgasung (4) das weitgehend entgaste Medium (1a) einer weitergehenden Entgasung durch Zyklonentgasung (8) unterworfen wird, wobei ein entstehender gashaltiger Volumenstrom (11) bzw. Schaum und ein Volumenstrom an entgastem Medium (1b) ebenfalls getrennt voneinander abgeführt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgasung im Zyklonentgaser (8) unmittelbar vor der Beschichtung von Papier oder Karton vorgenommen wird. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung mit einem an sich bekannten Vorhang-Auftragswerk (14) erfolgt, dem der Volumenstrom an entgastem Medium (1b) zugeführt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der gashaltige Volumenstrom (11) kleiner als 15%, vorzugsweise im Bereich zwischen 1 bis 10% des Gesamtvolumenstromes beträgt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Einlass (9) und Auslass (12) des Zyklonentgasers (8) ein Differenzdruck zwischen 1 und 4 bar, vorzugsweise 1,5 bis 2,5 bar eingestellt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der gashaltige Volumenstrom bzw. Schaum (11) in einen Arbeitsbehälter (1) eingeleitet wird und danach erneut im Kreislauf den einzelnen Entgasungsschritten (4; 8) unterworfen wird oder auch verworfen oder auch vor Einleitung in den Arbeitsbehälter (1) in einem Entgaser (4; 8) entgast wird. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit wenigstens einem Vakuumentgaser (4), der einen Einlass (5) für das zu entgasende Medium (1) sowie einen Vakuumanschluss bzw. Unterdruckerzeuger (6) und einen Auslass bzw. Abzugsleitung (7) für weitgehend entgastes Medium (1a) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass dem Vakuumentgaser (4) wenigstens ein Zyklonentgaser (8) nachgeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Zyklonentgaser (8) einen Einlass (9) für das weiter zu entgasende Medium (1a), eine Abführleitung (10) für einen entstehenden gashaltigen Volumenstrom (11), sowie einen Auslass (12) und eine Abzugsleitung (13) für das entgaste bzw. praktisch gasfreie Medium (1b) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Zyklonentgaser (8) wenigstens eine vom zu entgasenden Medium (1a) durchströmte Einheit (8.1; 8.2; 8.3; 8.4;. 8.n) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anordnung von mehreren vom zu entgasenden Medium (1a) durchströmten Einheiten (8.1; 8.2; 8.3; 8.4; 8.n) diese für unterschiedliche Durchflussvolumen, beispielsweise 10 l/min, 5 l/min und 2,5 l/min ausgelegt und durch Ventile zu- und abschaltbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anordnung von mehreren vom zu entgasenden Medium (1a) durchströmten Einheiten (8.1; 8.2; 8.3; 8.4; 8.n) diese für gleich große Durchflussvolumen ausgelegt und durch Ventile zu- und abschaltbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Zu- und Abschalten einzelner Zykloneinheiten (8.1; 8.2; 8.3; 8.4;. 8.n) eine Druckdifferenz zwischen 1 und 4 bar, vorzugsweise 1,5 bis 2,5 bar einstellbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass über eine Abzugsleitung (13) das entgaste Medium (1b) einer unmittelbar nachgeordneten Beschichtungseinrichtung, insbesondere einem Vorhang-Auftragswerk (14) zuführbar ist, mit dem bzw. dessen abgegebenen frei fallendem Vorhang (14a) wenigstens eine Seite einer in Laufrichtung L laufende Faserstoffbahn (15) zu beschichten ist.






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