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Dokumentenidentifikation DE102005060850A1 28.06.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums, insbesondere einer Streichfarbe
Anmelder Voith Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Méndez-Gallon, Benjamin, 89551 Königsbronn, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060850
Offenlegungstag 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse B01D 19/00(2006.01)A, F, I, 20051216, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D21D 5/26(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   B04B 1/12(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   B04B 11/02(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   B04B 5/00(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   B04B 9/12(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (1) zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums (2), insbesondere einer Streichfarbe zum Beschichten von Papier oder Karton, mit einem Vakuumbehälter (3), der einen Einlass (4) für das zu entgasende Medium (2), einen Vakuumanschluss bzw. Unterdruckerzeuger (5) und einen Auslass (6) für praktisch gasfreies Medium (7) aufweist.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass im Inneren des Vakuumbehälters (3) eine zumindest teilweise rotierende Schereinrichtung (9) angeordnet ist, in die der Einlass (4) für das zu entgasende Medium (2) mündet und die einen Zerkleinerungsspalt (13) für das zugeführte zu entgasende Medium (2) aufweist.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Entgasen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums, insbesondere einer Streichfarbe zum Beschichten von Papier oder Karton.

Die Vorrichtung umfasst eine Vakuumkammer, die einen Einlass für das zu entgasende Medium sowie einen Vakuumanschluss bzw. Unterdruckerzeuger und einen Auslass für das praktisch gasfreie Medium aufweist, wobei Einlass und Auslass im Bereich der Behälterlängsachse, jedoch an voneinander getrennten Stellen des Vakuumbehälters angeordnet sind.

Bei dem Medium handelt es sich insbesondere um Streichfarbe, mit der vor allem eine Papier-, Karton- oder andere Faserstoffbahn gestrichen werden soll. Die Streichfarbe besteht im allgemeinen aus wässriger Pigmentdispersion. Diese wird mit einer bestimmten Filmdicke möglichst gleichmäßig aufgetragen und getrocknet. Ein solcher auch als Strich bezeichneter Auftrag, verbessert die Bedruckbarkeit sowie die optischen Eigenschaften der Bahn.

Während des Aufbereitungsprozesses des Mediums, somit zum Beispiel der Streichfarbe, gelangt Luft in das flüssige oder pastöse Medium. Hieraus bilden sich Blasen, die nach dem Streichen der Bahn zerplatzen und freie Stellen hinterlassen. Der Strich ist damit nicht mehr einheitlich. Dabei stören bereits Mikroblasen mit einem Durchmesser von wenigen Mikrometern, vor allem bei Strichfilmen geringer Stärke.

Um einen optimalen Strich mit geschlossener Strichfläche und großer Gleichmäßigkeit zu erzeugen, ist daher ein Entgasen beziehungsweise Entlüften unerlässlich. Hierzu sind zahlreiche Verfahren bekannt geworden. Ein wichtiges Verfahren ist die Vakuumentgasung beziehungsweise Vakuumentlüftung. Die DE 199 39 275 A1, aber auch die DE 10 2005 017 952 A1 beschreiben ein solches Verfahren, wobei bei letztgenannter Druckschrift die zu entgasende Streichfarbe auf eine Temperatur in der Nähe ihres Siedepunktes, insbesondere auf ca. 40 bis 60°C, und auf einen Druck von ca. 20 bis 100 mbar gebracht wird. Hierdurch wird ein Volumenstrom an Gasblasen entgegen der Förderrichtung der Streichfarbe erzeugt. Durch den erhöhten Dampfdruck im Vakuumentgaser entsteht ein Gasstrom. Dieser sorgt dafür, dass kleine eingeschlossene Gasblasen mitgerissen und an die Grenzfläche zwischen Streichfarbe und Luft befördert werden, wo sie durch Unterdruck entfernt werden.

Weitere Verfahren beruhen im wesentlichen auf einer mechanischen Wirkung und benutzen das bekannte Prinzip eines Hydrozyklons. Siehe EP 1 078 670 A1, WO 03/00 2227 A1, EP 0 735 913 B1, DE 40 09 042 C2.

Die Anforderungen an die Entgasung von Medien der genannten Art sind weiterhin gestiegen. Dies liegt daran, dass die zu entgasenden Medien inzwischen Eigenschaften haben, die eine Entgasung schwieriger machen. Hierzu gehören beispielsweise höhere Feststoffgehalte und höhere Viskositäten. Auch sind die Qualitätsanforderungen an die Strichqualität inzwischen gestiegen oder die Art des Beschichtens verlangt ein besonders weitgehend entgastes Medium (z.B. die Vorhangbeschichtung).

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, womit eine noch bessere Entgasung der genannten Medien erzielbar ist, und zwar auch bei schwierig zu entgasenden Medien. Auch sollen die erforderlichen Vorrichtungen möglichst wenig Bauraum beanspruchen, baulich so einfach wie möglich sein, und kurze Prozessdauern ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.

Die Aufgabe wird demgemäß mit einer Vorrichtung gelöst, bei der im Inneren des Vakuumbehälters eine Schereinrichtung zentrisch angeordnet ist, in die der Einlass für das zu entgasende Medium mündet und die das Medium bzw. die enthaltenen Gasblasen zerteilt bzw. schert. Die gescherten Gasblasen gelangen unter Fliehkraftwirkung in den Vakuumbehälter. Dort entgast das Medium unter Vakuum weiter und steht für den beabsichtigten Verwendungszweck zur Verfügung.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Schereinrichtung aus einem Hochrotationselement und einem koaxial zu diesem angeordneten fest stehenden Element besteht. Das fest stehende Element ist unterhalb des Hochrotationselementes und parallel zu diesem angeordnet und bildet eine ebene Fläche, auf dem sich das zu entgasende und zunächst zu scherende Medium gleichmäßig verteilen kann.

Zwischen beiden Elementen, also dem Hochrotationselement und dem feststehenden Element bzw. der besagten Verteilerfläche besteht ein gleichmäßiger, schmaler Zwischenraum, der als Scherspalt oder Zerkleinerungsspalt fungiert. In diesem Spalt findet die besagte Scherung statt, so dass Mikroblasen entstehen, die nun infolge der enorm hohen Rotation des oberen Elementes mit hoher Geschwindigkeit in alle Richtungen in den Vakuumbehälter strömen oder besser gesagt „fliegen". Unter dem Einfluss des Vakuums wachsen die Mikroblasen und platzen danach aufgrund der starken Druckdifferenz zwischen dem Scherspalt und dem Vakuumbehälter. es findet also schon eine Teilentgasung statt.

Der Erfinder hat herausgefunden, dass der Scherung unterworfene Blasen leichter als von vornherein bestehende größere Blasen platzen, wodurch das Medium besser entgasen kann. Dadurch lässt sich der Wirkungsgrad eines Vakuumentgasers steigern.

Eine weitere vorteilhafte Lösung besteht darin, dass die Schereinrichtung von einer konzentrisch angeordneten Leitwand umgeben ist. Auf diese Leitwand prallt das teilentgaste Medium und läuft bzw. strömt unter weitere Entgasung in den unteren Teil des Vakuumbehälters. Hier trifft das Medium auf die inzwischen gebildete freie Oberfläche von gesammelten teilentgasten Medium und entgast beim Auftreffen auf die freien Flüssigkeitsoberfläche noch weiter. Es entsteht hier – wie gewünscht – ein praktisch gasfreies Medium, welches sich leicht vom Boden des Behälters abziehen lässt.

Praktisch gasfrei bedeutet, dass realistischer Weise noch geringste Restbestandteile an Gas bzw. Luft enthalten sind, die sich allerdings nicht mehr störend auswirken.

Als Hochrotationselement kann ein an sich bekannter, handelsüblicher Rotationszerstäuber, Rotationsglocken oder ähnliche Bauteile Verwendung finden. Alternativ dazu ist es möglich, das Hochrotationselement aus einem Drehteller und einem hohlzylindrischen Zuführungselement zu fertigen.

Es ist vorgesehen, das Hochrotationselement mit Drehzahlen zwischen 5000 und 20000 U/min zu betreiben.

In einer zweckmäßigen Ausführung ist vorgesehen, dass der zwischen dem Hochrotationselement und dem feststehenden Element bestehende Scherspalt in seiner Weite in einem Bereich zwischen 0,2 und 1,0 mm verstellbar ist. Das Maß der Verstellweite richtet sich nach Art des zu entgasenden Mediums, d.h. beispielsweise nach Konsistenz, Viskosität oder Feststoffgehalt des Mediums. Je höher diese Werte sind, desto größer ist der Spalt einzustellen.

Eine weitere zweckmäßige Lösung besteht darin, die konzentrisch zur Schereinrichtung angeordnete Leitwand kegelstumpfförmig mit sich nach unten erweiterndem Umfang auszubilden.

Wenn der größere Umfang des Kegelstumpfes bis nahe an die Innenwand des Vakuumbehälters heran reicht, kann das teilentgaste Medium von der Innenwand nach unten in den Vakuumbehälter ablaufen und dabei weiter entgasen.

Der absolute Druck im Vakuumbehälter sollte zwischen 10 und 300 mbar, vorzugsweise zwischen 30 und 100 mbar betragen.

Das entstehende gasfreie Medium kann nun über einen Auslass und eine Mediumsleitung einer nachgeordneten Beschichtungseinrichtung zugeführt werden.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich besonders gut für die Vorbereitung des Auftragsmediums für das so genannte Vorhang-Beschichten, weil hier ein sehr gut entlüftetes Streichmedium erforderlich ist.

Die Aufgabe der Erfindung wird außerdem mit einem Verfahren gemäß Anspruch 11 gelöst.

Erfindungsgemäß wird das zu entgasende Medium einer im Inneren des Vakuumbehälters angeordneten Schereinrichtung zugeführt, dort einer Scherung der im Medium enthaltenen Gas- bzw. Luftbläschen ausgesetzt und anschließend im Vakuumbehälter weiter entgast.

Die während des Verfahrens aufsteigenden Gasblasen werden gleichzeitig über einen vorhandenen Unterdruckerzeuger bzw. eine Vakuumpumpe aus dem Vakuumbehälter abgezogen.

Die Entgasungswirkung kann erhöht werden, wenn das von der Schereinrichtung gescherte und teilentgaste Medium unter der Wirkung der Zentifugalkraft an eine konzentrisch angeordnete Leitwand geschleudert wird. Beim Aufprall und der anschließenden Strömung nach unten entlang der Innenwand des Vakuumbehälters und seinem danach folgendem Auftreffen auf die freie Flüssigkeitsoberfläche des sich im unteren Teil des Vakuumbehälters sammelnden Mediums entgast dieses sehr effektiv.

Das nun praktisch gasfreie Medium kann nun über den Auslass abgeführt und über eine Zuleitung einer nachgeordneten an sich bekannten Beschichtungseinrichtung zugeführt werden.

Der Erfinder hat im Übrigen auch erkannt, dass die Drehzahlen für das Abschleudern des Mediums möglichst hoch sein sollten, weil dadurch eine besonders feine Zerstäubung bzw. Scherung des zu entgasenden bzw. zu entlüftenden Mediums erreicht wird. Aus den so gebildeten mikroskopisch kleinen Flüssigkeitströpfchen können dann Mikro-Gasbläschen unter dem Einfluss des Vakuums sprunghaft wachsen und sofort und entweichen, wodurch im Endeffekt eine deutlich verbesserte Entgasungswirkung als bisher erreicht wird. In überraschender Weise funktioniert das sogar bei hochviskosen Medien, die bisher äußerst schwierig zu entgasen waren.

Als Hochrotationselemente eignen sich handelsübliche Hochrotationsglocken, -düsen oder -scheiben, die bisher nur zum Lackieren von einzelnen Bauteilen verwendet wurden.

Es sind aber auch ein speziell angefertigte, flache Schleuder- oder Drehteller einsetzbar, wobei um die beschriebene Entlüftungswirkung erzielen zu können, Umdrehungszahlen von ca. 500–20000 1/min vorgesehen sind. Bei der im Stand der Technik aufgeführten Lösung mit einem Schleuderteller betragen dagegen die Drehzahlen nur bis 1000 1/min.

Die vorliegende Erfindung ist anwendbar zur Vorbereitung aller beliebigen Beschichtungsvorgänge, für beliebige Substrate, Bauteile bzw. laufende Materialbahnen. Besonders vorteilhaft ist die Erfindung allerdings im Zusammenhang mit einem so genannten Vorhang- Auftragsverfahren bei der Herstellung und/oder Veredelung einer laufenden Papier-, Karton-, oder anderen Faserstoffbahn.

Bei diesem Auftragsverfahren ist der vom Auftragswerk abgegebene, frei fallende Streichvorhang (Curtain) sehr empfindlich gegenüber Umgebungseinflüssen. Das Aufbringen des Mediums auf das Substrat erfolgt ohne das Substrat bzw. Materialbahn berührende Vorrichtungsteile und ist daher besonders schonend.

Damit der besagte Vorhang stabil fallen kann, dabei auch nicht aufreißt und auf der Bahnoberfläche keine Fehlstellen in der Auftragsschicht verursacht werden, ist deshalb die Anwendung des erfindungsgemäß entgasten bzw. entlüfteten Mediums vorgesehen, weil damit erstmalig das Streichmedium in Vorbereitung des Streichvorganges besonders sorgfältig von Gas- bzw. Lufteinschlüssen befreit werden kann.

Ein Vorteil der Erfindung ist auch, dass das Medium bei Normaltemperatur entgast werden kann.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale ergeben sich aus weiteren Unteransprüchen.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.

Es zeigen:

1: eine grob schematische Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung

2: ein zusätzlich mögliches Bauteil für die in 1 gezeigte Vorrichtung

In der 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 dargestellt. Sie dient dem Entgasen bzw. der Entlüftung eines Auftrags- bzw. Streichmediums 2. Im vorliegenden Falle handelt es sich um eine hochviskose Streichfarbe zur Veredelung bzw. Verbesserung der Bedruckungseigenschaften einer laufenden Papier- oder Kartonbahn.

Die Vorrichtung 1 umfasst einen zylindrischen Vakuumbehälter 3, der ca. 1 m hoch ist und einen Durchmesser von ca. 0,3 m aufweist. Im Vakuumbehälter 3 herrscht ein absoluter Druck zwischen 30 und 100 mbar.

Der Vakuumbehälter 3 weist oben einen Einlass 4 für das zu entgasende Medium 2 sowie ebenfalls oben einen Vakuumanschluss 5 bzw. Unterdruckerzeuger und unten einen Auslass 6 für das erfindungsgemäß erzeugte praktisch gasfreie Medium 7 auf. Der Einlass 4 und der Auslass 6 sind im Bereich der Behälterlängsachse 8, jedoch an einander gegenüberliegenden Stellen des Vakuumbehälters 3 angeordnet.

Der Einlass 4 mündet im Inneren des Vakuumbehälters 3 in eine zumindest teilweise rotierende Schereinrichtung 9, der insgesamt stempelartig ausgebildet und zentrisch angeordnet ist. Genauer gesagt, mündet der Einlass 4 für das zu entgasende Medium 2 in einen oberen Teil bzw. ein oberes Element des Zerkleinerungskörper 9. Dieses obere Element ist ein Hochrotationselement, welches mit 10 bezeichnet ist und welches mit Drehzahlen zwischen 5000 und 20000 1/min betrieben wird.

Koaxial und parallel zum Hochrotationselement 10 ist ein feststehendes Element 11 mit einer Verteilerfläche 12 angeordnet, die auch als Reibefläche bzw. Scherfläche bezeichnet werden könnte.

Zwischen beiden Elementen 10 und 11 besteht ein Scherspalt 13, in den das zu entgasende Medium 2 eindringt und dort einer Scherung ausgesetzt, d.h. zerrieben wird. Der Scherspalt 13 weist eine Weite von 0,2 bis 1,0 mm auf, die sich auch in diesem Rahmen verstellen lässt.

Das Hochrotationselement 10 besteht aus einem Schleuder – bzw. Drehteller 14 und einer zentrisch aufgesetzten, hohlzylindrischen Mediums-Zuführung 15.

Außerdem ist die komplette Schereinrichtung 9 von einer konzentrisch angeordneten Leitwand 16 umgeben. Diese Leitwand 16 ist kegelstumpfförmig ausgebildet, deren Umfang sich nach unten hin erweitert und so bis nahe an die Innenwand 3.1 des Vakuumbehälters 3 heran reicht. Durch diese Ausgestaltung erreicht man, dass ein Ablaufen des teilentgasten oder weitgehend entgasten Mediums nach unten in Richtung des Behälterauslasses 6 verbessert wird. Nach oben hin ermöglicht der kleinere Durchmesser bzw. Umfang der Leitwand 16, dass ein Abspritzen des teilentgasten Mediums nach oben vermieden wird.

Die Vorrichtung 1 arbeitet wie folgt:

Das flüssige Medium 2 bzw. die Streichfarbe enthält in unerwünschten Maße Gas- bzw. Luftblasen, die möglichst weitgehend entfernt werden sollen.

Das gasreiche Medium 2 wird kontinuierlich vom Einlass 4 her auf die Verteilerfläche 12 geleitet und wird dort – wie ihr Name schon sagt – gleichmäßig verteilt. Aufgrund der enorm hohen Rotation des Rotationselementes 10 wird das gasreiche Medium 2 im Spalt 13 einer starken Scherung und hohem Druck unterworfen und dabei wie in einem Mörser zerrieben. Das somit gescherte Medium mit Mikro-Gasbläschen wird nun mit sehr hoher Geschwindigkeit unter Fliehkraftwirkung in den Vakuumbehälter 3 geschleudert. Dabei wachsen die Mikro-Bläschen zu größeren Blasen 17 und platzen dann sprunghaft, wie in 1 angedeutet ist. Als aufsteigende Gasblasen 22 werden diese dann mittels der Vakuumpumpe 5 abgezogen.

Das schon weitgehend entgaste Medium prallt an die Leitwand 16 und strömt von hier aus nahe der Wandung 3.1 in den unteren konischen Teil 18 des Vakuumbehälters 3 auf die freie Flüssigkeitsoberfläche 19, wo sich das schon weitgehend entgaste Medium sammelt. Beim Aufprall auf die Oberfläche bzw. den Flüssigkeitsspiegel 19 wird das Medium noch weitgehender entgast und praktisch gasfrei. Das praktisch gasfreie Medium 7 („praktisch gasfrei" deshalb, weil man einen minimalen Restgehalt an Gas- oder Luft nicht völlig ausschließen kann) wird anschließend über den Auslass 6 abgeführt und über eine Leitung 20 einer nachgeordneten Beschichtungseinrichtung 21, bevorzugt einem Vorhang- Auftragswerk zugeführt. Ein derartiges Vorhang- Auftragswerk ist zum Beispiel aus der WO 98/48113 bekannt.

Nachzutragen ist noch, dass anstelle des in der 1 gezeigten Drehtellers 14 und der Zuführung 15 auch ein handelsüblicher Rotationszerstäuber zur Zuführung und feinen Zerstäubung des zu entgasenden Mediums verwendet werden könnte. Ein solcher Rotationszerstäuber ist auch aus verschieden Druckschriften bereits bekannt. Beispielsweise soll auf die DE-A1 101 01 372 oder die US-A1 2002/0092922 verwiesen werden.

Außerdem ist es möglich, in die in 1 gezeigte Schereinrichtung 9 mit der Zuführung 15 ein bereits teilentgastes Medium einzuleiten. Die besagte erste Teilentgasung könnte beispielsweise mit einer im oberen Teil des Vakuumbehälters 3angeordneten „kleinen„ Abgabeeinheit 23, die hier als Düse mit eine Ablauffläche 24 ausgebildet ist, erfolgen. Über den Einlass 4 gelangt das zu entgasende Medium 2 in diese Abgabeeinheit 23. Die Abgabeinheit gibt, wie 2 zeigt, das zu entgasende Medium 2 in Form eines lang gestreckten Vorhanges 25 entweder direkt an die Zuführung 15 ab oder gibt den Vorhang noch über nicht dargestellte darunter abgeordnete Ablauf- oder Prallplatten weiter, von denen das Medium dann in Form einer dünnen Schicht in die Zuführung 15 der Schereinrichtung 9 gelangt. Sinn dieser Ausgestaltung ist die Erreichung einer möglichst langen Fließstrecke innerhalb des Vakuumbehälters 3 und die Erzeugung von möglichst dünnen Schichten an zu entgasendem Medium, die besser von einem innerem Bauteil zum nächsten immer wieder neue Oberflächen ausbilden.

Insgesamt wird die Entgasungswirkung dadurch erheblich erhöht.

1
Vorrichtung
2
Auftrags- bzw. Streichmedium
3
Vakuumbehälter
3.1
Innenwand
4
Einlass
5
Vakuumanschluss bzw. Vakuumpumpe
6
Auslass
7
praktisch gasfreies Medium
8
Behälterlängsachse
9
Schereinrichtung
10
Hochrotationselement
11
feststehendes Element
12
Verteilerfläche
13
Scherspalt
14
Drehteller
15
Mediums-Zuführung
16
Leitwand
17
Gas- bzw. Luftblasen
18
konischer Teil des Vakuumbehälters
19
freie Flüssigkeitsoberfläche
20
Leitung
21
Beschichtungseinrichtung
22
Gasblasen
23
Abgabeeinheit
24
Ablauffläche
25
Vorhang


Anspruch[de]
Vorrichtung (1) zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums (2), insbesondere einer Streichfarbe zum Beschichten von Papier oder Karton, mit einem Vakuumbehälter (3), der einen Einlass (4) für das zu entgasende Medium (2), einen Vakuumanschluss bzw. Unterdruckerzeuger (5) und einen Auslass (6) für praktisch gasfreies Medium (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Vakuumbehälters (3) eine zumindest teilweise rotierende Schereinrichtung (9) angeordnet ist, in die der Einlass (4) für das zu entgasende Medium (2) mündet und die einen Scherspalt (13) für das zugeführte, zu entgasende Medium (2) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schereinrichtung (9) aus einem Hochrotationselement (10) und einem koaxial angeordneten feststehenden Element (11) besteht, wobei sich zwischen dem Hochrotationselement (10) und dem feststehenden Element (11) der Scherspalt (13) befindet. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schereinrichtung (9) von einer konzentrisch angeordneten Leitwand (16) umgeben ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Hochrotationselement (10) ein an sich bekannter, handelsüblicher Rotationszerstäuber ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Hochrotationselement (10) aus einem Drehteller (14) und einer zentrisch aufgesetzten, hohlzylindrischen Zuführung (15) besteht. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Hochrotationselement (10) mit Drehzahlen zwischen 5000 und 20000 1/min betreibbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zwischen dem Hochrotationselement (10) und dem feststehenden Element (11) bestehende Scherspalt (13) in seiner Weite in einem Bereich zwischen 0,2 und 1,0 mm verstellbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitwand (16) kegelstumpfförmig mit sich nach unten erweiterndem Umfang ausgebildet ist, der bis nahe an die Innenwand (3.1) des Vakuumbehälters (3) heran reicht. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der absolute Druck im Vakuumbehälter (3) zwischen 10 und 300 mbar, insbesondere zwischen 30 und 100 mbar beträgt. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslass (6) für das praktisch gasfreie Medium (7) mit einer Leitung (20) verbunden ist, die wiederum mit einer nachgeordneten Beschichtungseinrichtung (21), bevorzugt einem Vorhang- Auftragswerk, in Verbindung steht. Verfahren zum Entgasen eines flüssigen bis pastösen Mediums (2), insbesondere einer Streichfarbe für das Beschichten von Papier oder Karton, wobei das zu entgasende Medium (2) in einen Vakuumbehälter (3) eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das zu entgasende Medium (2) kontinuierlich eine im Inneren des Vakuumbehälters (3) angeordnete Schereinrichtung (9) zugeführt, dort einer Scherung ausgesetzt und anschließend unter Vakuum entgast wird, wobei Gas (22) und praktisch gasfreies Medium (7) getrennt voneinander abgeführt werden. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das zu entgasende Medium (2) von der Schereinrichtung (9) aus gegen eine konzentrisch angeordnete Leitwand (16) geschleudert wird, dort teilentgast und unter weiterer Entgasung auf eine inzwischen gebildete freie Oberfläche (19) des sich im Vakuumbehälter (3) sammelnden Mediums auftrifft, wodurch das Medium praktisch gasfrei wird und abgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schereinrichtung (9) das zu entgasende Medium (2) aus einer oberhalb angeordneten Abgabeeinheit (23), in Form eines gestreckten Vorhanges (25) zugeführt wird. Verfahren nach Anspruch 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Vakuumbehälters (3) ein absoluter Druck zwischen 10 und 300 mbar, insbesondere zwischen 30 und 100 mbar eingestellt wird.






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