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Dokumentenidentifikation DE102005060908A1 28.06.2007
Titel Elektrisches Schaltgerät, insbesondere Hochspannungs-Leistungsschalter, mit einem Gehäuse
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Reincke, Frank, Dr., 13125 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060908
Offenlegungstag 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse H01B 17/14(2006.01)A, F, I, 20051216, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H02B 5/06(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein elektrisches Schaltgerät (1) weist ein Gehäuse (2) auf. Das Gehäuse (2) umgibt eine Unterbrechereinheit (3). Zum isolierten Abstützen der Unterbrechereinheit (3) sind Stützisolatoren (7, 8) vorgesehen. Die Stützisolatoren sind mit einem Kapazitätsbelag (8a, 10) ausgestattet, durch welchen eine Vergleichmäßigung der Spannungsverteilung längs der Stützisolatoren (7, 8) erfolgt. Weiterhin sind diese Kapazitätsbeläge (8a, 10) einsetzbar, um eine bei einer Unterbrechung eines Abstandskurzschlusses einlaufende Spannungs-Wanderwelle zu dämpfen und damit das Kurzschluss-Ausschaltvermögen des elektrischen Schaltgerätes (1) zu erhöhen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein elektrisches Schaltgerät, insbesondere einen Hochspannungs-Leistungsschalter, mit einem Gehäuse und einer von dem Gehäuse umgebenen Unterbrechereinheit, sowie mit zumindest einem Stützisolator zum elektrisch isolierten Abstützen der Unterbrechereinheit an dem Gehäuse.

Ein derartiges elektrisches Schaltgerät ist beispielsweise aus der Offenlegungsschrift DE 44 18 797 A1 bekannt. Dort ist ein elektrisches Schaltgerät in Form eines Hochspannungs-Leistungsschalters beschrieben, welches eine Unterbrechereinheit aufweist. Die Unterbrechereinheit dient der Herstellung einer elektrisch leitenden Verbindung bzw. einer Auftrennung derselben. Die Unterbrechereinheit ist innerhalb eines Gehäuses angeordnet und durch einen Stützisolator an dem Gehäuse elektrisch isoliert abgestützt.

Insbesondere bei einem Einsatz von elektrischen Schaltgeräten im Hoch- und Höchstspannungsbereich, das heißt, bei Spannungen über 1.000 Volt, kann es zum Auftreten von erhöhten elektrischen Feldern kommen. Dies ist darin begründet, dass längs möglichst kurzer Abstände große Potentialdifferenzen voneinander zu trennen sind. Um einer dauerhaften Belastung durch die hohen elektrischen Felder über Jahre standhalten zu können, sind bekannte Stützisolatoren entsprechend großvolumig dimensioniert. Ein Stützisolator muss zum einen die elektrisch isolierende Funktion übernehmen und zum anderen die mechanische Stützung einer Unterbrechereinheit gewährleisten. Für diese Aufgaben sind qualitativ hochwertige Isolierwerkstoffe einzusetzen, die aufgrund der geforderten Qualität entsprechend kostenintensiv sind und aufwendige Fertigungsverfahren nach sich ziehen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein elektrisches Schaltgerät der eingangs genannten Art derart auszugestalten, dass der Stützisolator dielektrischen Belastungen verbessert standhält.

Erfindungsgemäß wird dies bei einem elektrischen Schaltgerät der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass der Stützisolator einen steuernden Kapazitätsbelag aufweist.

Eine dielektrische Belastung des Stützisolators ist zum einen von dem Betrag der zu trennenden elektrischen Potentiale sowie der Länge der Potentialtrennstrecke abhängig. Zum anderen ist die Belastung davon abhängig, wie sich die Potentialänderung an dem Stützisolator darstellt. In ungünstigen Fällen ist es möglich, dass sich eine Spannungsverteilung längs des Stützisolators einstellt, die auf kurzen Abschnitten hohe Potentialdifferenzen und auf längeren Abschnitten nur geringe Potentialdifferenzen aufweist. Dadurch entsteht eine ungleichmäßige Spannungsverteilung an dem Stützisolator. In dem Bereich von hohen Potentialunterschieden auf kurzen Abschnitten ist das Isoliermaterial einem stärkeren Stress ausgesetzt. Die Gesamtkonstruktion des Stützisolators ist auf derartige Extrembereiche auszulegen. Dadurch sind entsprechend großbauende scheinbar überdimensionierte Stützisolatoren oder auch entsprechend hochwertige Isolierwerkstoffe einzusetzen.

Durch eine erfindungsgemäße Ausgestaltung von Stützisolatoren an elektrischen Schaltgeräten mit einem steuernden Kapazitätsbelag kann die Spannungsverteilung an dem Stützisolator vergleichmäßigt werden, das heißt, die Isolierstrecke des Stützisolators wird an verschiedenen Streckenabschnitten eine annähernd gleiche Potentialdifferenz zu trennen haben. Der Kapazitätsbelag dient so der Steuerung eines elektrischen Feldes. Dadurch werden ungünstige Spitzenbelastungen vermieden. Beispielsweise kann so kostengünstigeres Isoliermaterial eingesetzt werden und das Bauvolumen des Stützisolators verringert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die auftretenden mechanischen Belastungen auch weiterhin von dem Stützisolator übernommen werden können.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung kann weiter vorsehen, dass der Stützisolator im Wesentlichen rotationssymmetrisch zu einer Rotationsachse ausgebildet ist und der Kapazitätsbelag koaxial zu der Rotationsachse ausgebildet ist.

Eine rotationssymmetrische Gestalt des Stützisolators stellt eine mechanisch gut belastbare Grundform dar. Solche Grundformen sind beispielsweise Zylinder, Kegel, Kegelstümpfe usw. Durch eine koaxiale Ausrichtung des Kapazitätsbelages wird die mechanische Grundstruktur des Stützisolators in geringem Maße verändert. Der Kapazitätsbelag kann beispielsweise aus mehreren koaxial zueinander angeordneten Kondensatorplatten oder Folien gebildet sein. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, einen spiralförmigen Wickel vorzusehen, um den Kapazitätsbelag auszubilden. Der spiralförmige Wickel kann beispielsweise die Form eines Hohlzylinders aufweisen. Ein Kapazitätsbelag kann beispielsweise separat von dem Stützisolator gefertigt werden und auf den Stützisolator aufgeschoben werden.

Vorteilhafterweise kann weiter vorgesehen sein, dass der Kapazitätsbelag in eine Wandung des Stützisolators eingebettet ist.

Eine Einbettung des Kapazitätsbelages in den Stützisolator ermöglicht es, die Fertigung des Stützisolators und die Fertigung des Kapazitätsbelages aufeinander abzustimmen. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Kapazitätsbelag teilweise oder vollständig von Isoliermaterial des Stützisolators bedeckt ist. Insbesondere bei einer hohlen Konstruktion des Stützisolators bietet es sich an, den Kapazitätsbelag vollständig innerhalb einer Wandung des Stützisolators anzuordnen.

Dabei kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Kapazitätsbelag innerhalb eines Zwischenraumes angeordnet ist, der von einem einen Isolierkörper überlappenden Hohlisolator und dem Isolierkörper begrenzt ist.

Eine Anordnung des Kapazitätsbelags in einem Zwischenraum ermöglicht eine variable Ausstattung von Stützisolatoren mit verschiedenen Kapazitätsbelegen. Der Isolierkörper sowie der überlappende Hohlisolator bilden dabei eine schalenartige Umhüllung des Kapazitätsbelages. Dabei kann vorgesehen sein, dass der Isolierkörper ebenfalls ein Hohlisolator ist. Dadurch kann der den Isolierkörper und den überlappenden Hohlisolator aufweisende Stützisolator in Gänze als Hohlisolator ausgebildet sein. Durch einen Hohlraum im Isolierkörper ist es dann möglich, beispielsweise Antriebsstangen, Steuerleitungen oder ähnliches hindurch zu verlegen. Durch den Einsatz eines Isolierkörpers und eines überlappenden Hohlisolators kann ein ganzes System von verschiedenen Isolierkörpern und verschiedenen Hohlisolatoren genutzt werden, aus welchen je nach Dimension des Kapazitätsbelages modulartig verschiedene Stützisolatoren zusammengestellt werden können.

Weiter kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Kapazitätsbelag aus mehreren elektrisch miteinander verschalteten Kondensatoranordnungen gebildet ist.

Durch eine geschickte elektrische Verschaltung mehrerer Kondensatoranordnungen kann die Gesamtkapazität des Kondensatorbelages gezielt eingestellt werden. So ist es beispielsweise möglich, mehrere Kondensatoranordnungen zueinander parallel zu schalten, um einen Kapazitätsbelag mit vergrößerter Kapazität zu erzeugen. Weiterhin ist es jedoch auch möglich, Reihenschaltungen verschiedener Kondensatoranordnungen vorzusehen und Kombinationen aus Reihen- und Parallelschaltungen zu bilden. So kann beispielsweise vorgesehen sein, Kondensatoranordnungen beispielsweise in Form von Scheibenwickeln auszubilden, welche in dem vorstehend beschriebenen Zwischenraum zwischen einem Isolierkörper und dem überlappenden Hohlisolator eingefügt werden und dort miteinander elektrisch verschaltet werden.

Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass der Stützisolator ein im Wesentlichen rotationssymmetrischer Hohlkörper ist.

Ein rotationssymmetrischer Hohlkörper bietet den Vorteil, dass bei einer relativ geringen Masse eine hohe mechanische Stabilität zu erwarten ist. Weiterhin ist der im Hohlkörper gebildete Raum nutzbar, um weitere Anbauteile aufzunehmen. Beispielsweise können in dem Hohlraum so Antriebselemente wie Antriebsstangen oder Steuer- und Überwachungsleitungen usw. geführt sein. Weiterhin kann der Hohlraum zum Führen von Schaltgasen oder Kühlmedien dienen.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann vorsehen, dass der Kapazitätsbelag eine Kapazität zwischen einer elektrisch leitenden Strombahn der Unterbrechereinheit und einem Erdpotential ausbildet.

Bei dem Einsatz eines elektrischen Schaltgerätes kann auch vorgesehen sein, dass dieses als Hochspannungs-Leistungsschalter ausgebildet ist. Leistungsschalter sind ihrer Konfiguration nach dazu vorgesehen, sämtliche auftretende Ströme, das heißt, Betriebsströme, Überströme und auch Kurzschlussströme sicher unterbrechen zu können. In Wechselstromnetzen können verschiedene Kurzschlussarten auftreten. Eine dieser Kurzschlussarten ist beispielsweise ein Abstandskurzschluss. Bei einem Abstandskurzschluss tritt der Kurzschluss beispielsweise mehrere Meter, einige einhundert Meter oder einige Kilometer von der Unterbrecherstelle des Leistungsschalters entfernt auf. Bei einem Ausschalten eines Abstandskurzschlussstromes treten auf der fehlerbehafteten Leitung hochfrequente Ausgleichsvorgänge auf, die sich der Einschwingspannung des speisenden Netzes überlagern. Der Verlauf der leitungsseitigen Einschwingspannung wird durch zwei gleiche Wanderwellen bestimmt, die nach der Stromunterbrechung unabhängig voneinander in entgegengesetzte Richtung laufen. Sie werden an den offenen Schalterkontakten positiv und am Kurzschlusspunkt auf der Leitung negativ reflektiert.

Durch das Einschalten von Kapazitäten in Form von Kondensatoren zwischen einer Freileitung und Erde an einem leitungsseitigen Schalterkontakt kann die von der leitungsseitigen Einschwingspannung ausgehende Beanspruchung des Leistungsschalters vermindert werden. Die ankommenden Wanderwellen werden nicht mehr an den offenen Schalterkontakten der Trennstelle sondern an einem durch die Kapazitäten gebildeten Abschlusswiderstand reflektiert, das heißt, der Reflexionsfaktor ist daher nicht mehr 1 sondern < 1.

Beschreibt man einen durch Kapazitäten beeinflussten Verlauf der leitungsseitigen Einschwingspannung durch seine Tangente, so lässt sich eine „Verzögerungszeit" tdL definieren, die direkt abhängig von dieser Kapazität und zu ihr proportional ist.

Bisher mussten für derartige Kondensatoren zusätzliche Anordnungen, beispielsweise außerhalb oder innerhalb des Gehäuses, vorgesehen sein und zusätzlicher Bauraum zur Verfügung gestellt werden, um derartige Dämpfungskondensatoren unterzubringen. Durch eine Ausstattung der für die Stützung der Unterbrechereinheit notwendigen Stützisolatoren und dem Einsatz eines steuernden Kapazitätsbelages kann zum einen die Spannungsverteilung an dem Stützisolator positiv beeinflusst werden, so dass entsprechend größere Leistungsreserven hinsichtlich der Isolationsfestigkeit bzw. geringere Baugröße des Stützisolators ermöglicht werden. Andererseits wird das Kurzschluss-Ausschaltvermögen des Leistungsschalters bei Beibehaltung des vorhandenen Bauraumes innerhalb des Gehäuses erhöht, das heißt, es kann auf zusätzliche Kondensatoranordnungen außerhalb des Gehäuses bzw. innerhalb des Gehäuses verzichtet werden. Dadurch wird das elektrische Schaltgerät in seinem Volumen nicht zusätzlich vergrößert. Um eine besonders effektive Einkopplung des Kapazitätsbelages zwischen einer leitenden Strombahn der Unterbrechereinheit und einem Erdpotential zu erzeugen, können an dem Stützisolator entsprechende elektrische Anschlusspunkte vorgesehen sein, die eine elektrische Kontaktierung der jeweiligen Enden des Kapazitätsbelages ermöglichen. Dies kann so erfolgen, dass beispielsweise zum Einspannen des Stützisolators am Gehäuse vorgesehene Punkte während der Montage des Stützisolators eine elektrische Kontaktierung bewirken. Ebenso kann eine derartige Konstruktion auch an der Seite des Stützisolators vorgesehen sein, an welcher die Unterbrechereinheit des elektrischen Schaltgerätes an den Stützisolator angeschlagen ist.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in einer Zeichnung schematisch gezeigt und nachfolgend näher beschrieben.

Dabei zeigt die

1 einen Schnitt durch ein elektrisches Schaltgerät, die

2 eine erste Ausgestaltungsvariante eines Stützisolator und die

3 eine zweite Ausgestaltungsvariante eines Stützisolators.

Die 1 zeigt ein elektrisches Schaltgerät 1 in Form eines Hochspannungs-Leistungsschalters im Schnitt. Das elektrische Schaltgerät 1 weist ein Gehäuse 2 auf. Das Gehäuse 2 ist aus elektrisch leitfähigem Material, beispielsweise Stahl oder Aluminium, gefertigt. Im vorliegenden Fall ist das Gehäuse derart ausgestaltet, dass es mit einem elektronegativen Gas, beispielsweise Schwefelhexafluorid, Stickstoff oder geeigneten Gasgemischen, befüllbar ist und dieses von der Umgebung hermetisch abschließt. Durch eine derartige Konstruktion ist es möglich, kompakte elektrische Schaltgeräte auch im Hoch- und Höchstspannungsbereich, das heißt, für Spannungen zwischen 1000 V insbesondere zwischen 30 kV und 1.000 kV zu konstruieren. Das Gehäuse 2 ist mit Erdpotential beaufschlagt. Im Innern des Gehäuses 2 ist eine Unterbrechereinheit 3 des elektrischen Schaltgerätes 1 gegenüber dem Gehäuse 2 elektrisch isoliert angeordnet. Die Unterbrechereinheit 3weist beispielsweise prinzipiell den Aufbau auf, wie er in der Offenlegungsschrift DE 44 18 797 beschrieben ist, das heißt, die Unterbrechereinheit 3 mit ihrer Trennstelle 4 ist über elektrische Zuführungen 5, 6 in einen Strompfad einschleifbar. Über die Trennstelle 4 ist der Strompfad ein- und ausschaltbar. Im vorliegenden Fall ist die Trennstelle 4 durch zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke ausgebildet.

Die Unterbrechereinheit 3 ist gegenüber dem Gehäuse 2 über eine Gasstrecke elektrisch isoliert. Um die Unterbrechereinheit auch in einer Position zu halten, in welcher durchschlagsfeste Gasstrecken zur Verfügung stehen, ist ein erster Stützisolator 7 sowie ein zweiter Stützisolator 8 vorgesehen. Der erste Stützisolator 7 ist an die im Wesentlichen sich längs einer Achse 9 erstreckende Unterbrechereinheit 3 stirnseitig angesetzt. Der erste und der zweite Stützisolator 7, 8 sind jeweils im Schnitt dargestellt. Im vorliegenden Beispiel ist der erste Stützisolator 7 als Vollkörper ausgebildet und der zweite Stützisolator 8 ist als Hohlkörper ausgebildet.

Der erste Stützisolator 7 weist einen Isolierkörper 7a auf, welcher von einem Hohlisolator 7b überlappt ist. Der Isolierkörper 7a und der Hohlisolator 7b sind rotationssymmetrisch ausgebildet und koaxial zueinander ausgerichtet. Zwischen dem Isolierkörper 7a und dem Hohlisolator 7b ist ein umlaufender hohlzylindrischer Zwischenraum gebildet, in welchem ein Kapazitätsbelag 8a angeordnet ist. Es besteht die Möglichkeit den Isolierkörper 7a ebenfalls als Hohlkörper auszubilden, so dass ein Stützisolator entsteht, der in Gänze als Hohlkörper ausgebildet ist.

In den hohlzylindrischen Zwischenraum zwischen dem Isolierkörper 7a und dem Hohlisolator 7b sind mehrere scheibenförmige Wickel eingebracht, die axial beabstandet zueinander den Kapazitätsbelag 8a bilden. Die Wickel können in geeigneter Form miteinander verschaltet sein. Es kann vorgesehen sein, dass die Wickel jeweils aus einer Vielzahl von koaxial angeordneten umlaufenden Hülsen gebildet sind, oder dass ein spiralförmig aufgewickeltes Flachband den Wickel bildet. Der Kapazitätsbelag 8a kann im Innern des ersten Stützisolators 7, beispielsweise innerhalb eines Fluids, beispielsweise Schwefelhexafluorid oder einer Isolierflüssigkeit, angeordnet sein. Der Kapazitätsbelag 8a ist in die Wandung des ersten Stützisolators 7 eingebettet.

Der zweite Stützisolator 8 ist als Hohlkörper ausgebildet, welcher rotationssymmetrisch aufgebaut ist. Die Rotationsachse 9a ist radial zu der Achse 9 ausgerichtet, entlang welcher sich die Unterbrechereinheit 3 erstreckt. Um die Rotationsachse 9a ist ein Kapazitätsbelag 10 ausgebildet. Der Kapazitätsbelag 10 ist in Form eines Wickels ausgebildet. Durch den Kapazitätsbelag wird die Potentialverteilung zwischen der Unterbrechereinheit 3 und dem Gehäuse 2 längs des zweiten Stützisolators 8 vergleichmäßigt. Der Kapazitätsbelag 10 ist aus einem Wickel gebildet, welcher während des Fertigungsprozesses des zweiten Stützisolators vollständig mit aushärtendem Isoliermaterial umgeben wurde. Dadurch ist der Kapazitätsbelag 10 innig mit dem Isoliermaterial des zweiten Stützisolators 8 verbunden. Ebenso wie der Kapazitätsbelag 10 des zweiten Stützisolators die Spannungsverteilung günstig beeinflusst, beeinflusst auch der am ersten Stützisolator 7 angeordnete Kapazitätsbelag 8a die dortige Spannungsverteilung positiv. Die Stützisolatoren 7,8 können auch in weiteren geeigneten Lagen an der Unterbrechereinheit 10 angeordnet sein. Ebenso kann die Anzahl der eingesetzten Stützisolatoren variieren.

Neben der Spannungsvergleichmäßigung können die Kapazitätsbeläge 8a, 10 auch dazu genutzt werden, um eine bei einem Abstandskurzschluss einlaufende Überspannungs-Wanderwelle zu dämpfen. Dadurch wird das Kurzschluss-Ausschaltvermögen des Leistungsschalters erhöht. In diesem Falle stellen die Kapazitätsbeläge 8a, 10 jeweils eine Kapazität zwischen einer elektrisch leitenden Strombahn (Unterbrechereinheit 3 mit den Zuleitungen 5, 6) und einem Erdpotential (Gehäuse 2) dar. Bei dem Einlaufen einer Wanderwelle werden die Kapazitätsbeläge aufgeladen und infolge des Energieeintrages wird die Wanderwelle gedämpft. Ein über der Trennstelle 4 gegebenenfalls auftretender Spannungsanstieg wird verlangsamt. Wie in der 1 zu erkennen ist, wird so zum einen die Haltefunktion und zum anderen die Dämpfungsfunktion durch die zum Abstützen der Unterbrechereinheit notwendigen Stützisolatoren 7, 8 übernommen. Da die Stützisolatoren 7, 8 eine isolierte Halterung der Unterbrechereinheit 3 gegenüber dem geerdeten Gehäuse 2 erfüllen, ist auch eine Kapazität zwischen den elektrisch leitenden Strombahnen der Unterbrechereinheit 3 und einem Erdpotential gegeben.

In der 2 ist eine erste Ausführungsvariante eines Stützisolators dargestellt. Zu erkennen ist, dass ein Isolierkörper 20, der hohl ausgebildet ist, koaxial von einem Hohlisolator 21 überdeckt ist. Zwischen der äußeren Mantelfläche des Isolierkörpers 20 und der inneren Mantelfläche des Hohlisolators 21 ist ein Zwischenraum gebildet. In diesen Zwischenraum sind beliebig ausgestaltbare Kapazitätsbeläge einbringbar. Durch eine Kombination verschiedenartig dimensionierter Isolierkörper 20 und Hohlisolatoren 21 können Zwischenräume verschiedener Abmessungen ausgebildet werden. In diese Zwischenräume können dann Kapazitätsbeläge verschiedener Dimension eingebracht werden. So ist es beispielsweise möglich, einen einzigen den Stützisolator durchsetzenden Wickel in den Zwischenraum einzubringen. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, mehrere Wickel, beispielsweise axial versetzt, in den Zwischenraum einzulegen.

In der 3 ist eine zweite Ausgestaltungsvariante eines Stützisolators gezeigt. Der dortige Stützisolator ist stirnseitig mit Flanschen versehen. An diese Flansche können entsprechende Befestigungsmittel des Gehäuses 2 bzw. der Unterbrechereinheit 3 angreifen. In der 3 sind die Kapazitätsbeläge symbolisch durch zwei Reihenschaltungen von jeweils drei Kondensatoren angedeutet, die wiederum zueinander elektrisch parallel verschaltet sind. Es kann vorgesehen sein, dass an den Flanschen entsprechende Kontaktierungspunkte angeordnet sind, über welche der Kapazitätsbelag jeweils mit Spannung bzw. mit Erdpotential beaufschlagbar ist. Dies können beispielsweise separate Ösen oder Polschuhe sein. Es kann jedoch auch vorgesehen sein, dass dort Kontaktflächen angeordnet sind, die mit einer Befestigung an der Unterbrechereinheit 3 bzw. an dem Gehäuse 2 elektrisch kontaktiert werden. Die in den Figuren gezeigten Ausgestaltungsvarianten sind in ihrer Art untereinander kombinierbar, das heißt, einzelne Merkmale können untereinander getauscht werden. Beispielsweise können verschiedene Flansche eingesetzt werden. Es können verschiedene Hohl- oder Vollisolatoren Verwendung finden. Es können verschiedene Ausgestaltungsformen von Kapazitätsbelegen eingesetzt werden.


Anspruch[de]
Elektrisches Schaltgerät (1), insbesondere Hochspannungs-Leistungsschalter, mit einem Gehäuse (2) und einer von dem Gehäuse (2) umgebenen Unterbrechereinheit (3), sowie mit zumindest einem Stützisolator (7, 8) zum elektrisch isolierten Abstützen der Unterbrechereinheit (3) an dem Gehäuse (2), dadurch gekennzeichnet, dass der Stützisolator (7, 8) einen steuernden Kapazitätsbelag (8a, 10) aufweist. Elektrisches Schaltgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützisolator (7, 8) im Wesentlichen rotationssymmetrisch zu einer Rotationsachse ausgebildet ist und der Kapazitätsbelag (8a, 10) koaxial zu der Rotationsachse ausgebildet ist. Elektrisches Schaltgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kapazitätsbelag (8a, 10) in den Stützisolator (7, 8) eingebettet ist. Elektrisches Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kapazitätsbelag (8a) innerhalb eines Zwischenraumes angeordnet ist, der von einem einen Isolierkörper (20) überlappenden Hohlisolator (21) und dem Isolierkörper (2) begrenzt ist. Elektrisches Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kapazitätsbelag (8a, 10) aus mehreren elektrisch miteinander verschalteten Kondensatoranordnungen gebildet ist. Elektrisches Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützisolator (8) ein im Wesentlichen rotationssymmetrischer Hohlkörper ist. Elektrisches Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kapazitätsbelag (8a, 10) eine Kapazität zwischen einer elektrisch leitenden Strombahn (5, 6) der Unterbrechereinheit (3) und einem Erdpotential ausbildet.






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