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Dokumentenidentifikation DE102005060979A1 28.06.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Blasfolien aus thermoplastischen Kunststoffen
Anmelder Kiefel Extrusion GmbH, 67547 Worms, DE
Erfinder Hennes, Jochen, 60594 Frankfurt, DE
Vertreter Patentanwaltskanzlei Liermann-Castell, 52349 Düren
DE-Anmeldedatum 20.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060979
Offenlegungstag 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse B29C 47/88(2006.01)A, F, I, 20051220, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 47/90(2006.01)A, L, I, 20051220, B, H, DE   B29D 7/01(2006.01)A, L, I, 20051220, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zur Herstellung von Blasfolien umfasst eine Ringschlitzdüse (10), aus der eine Blasfolie (1) ausgepresst wird. Im Inneren dieser Blasfolie befindet sich im Anschluss an die Ringschlitzdüse ein Kühlkörper mit einer Außenwand (2) und einer Innenwand (3), wobei der Zwischenraum (9) von Kühlwasser durchströmt wird. Die Außenwand (2) weist eine strukturierte Oberfläche auf, das heißt es sind zwischen rautenförmigen Oberflächenteilen (8) Strömungswege (12) ausgearbeitet, die untereinander in Verbindung stehen und für eine erhöhte Turbulenz der zwischen Kühlkörper und Blasfolie strömenden Luft sorgen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Blasfolien aus thermoplastischen Kunststoffen durch Auspressen eines Schlauches aus einer Ringschlitzdüse und Aufweiten des Schlauches durch Zufuhr von Blasluft, die in den Schlauch zwischen der Düse und einem durch Wasser gekühlten Kühlkörper eingeführt wird. Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6.

Das eingangs genannte Verfahren ist aus der DE 12 11 379 C1 bekannt. Dort wird die Blasluft zur Aufweitung der Blasfolie durch den doppelwandigen mit Wasser durchflossenen Kühlkörper gekühlt. Diese gekühlte Luft kann dann der Blasfolie Wärme entziehen. Die Oberfläche des Kühlkörpers ist glatt, so dass bei nicht ausreichender Stützkraft durch die Blasluft die Blasfolie mit der Oberfläche des Kühlkörpers in Berührung kommt, wodurch an den Berührungsstellen eine stärkere Abkühlung der Blasfolie als an den anderen Stellen eintritt, die mit dem Kühlkörper nicht in Berührung kommen. Hierdurch treten Veränderungen der Stoffeigenschaften der Blasfolie auf. Grundsätzlich weist das bekannte Verfahren den Nachteil auf, dass die Luft in einer laminaren Strömung zwischen dem Kühlkörper und der Blasfolie strömt. Hierdurch ist die Wärmeübertragung von der Blasfolie an den Kühlkörper verhältnismäßig gering, wodurch der Durchsatz bei der Herstellung der Blasfolie eingeschränkt ist. Für eine Steigerung des Durchsatzes ist eine sehr starke Erhöhung der Blasluft erforderlich.

Aus der DT 26 08 311 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, bei dem die Folie an ihrer Innenseite durch einen mit Wasser gekühlten Kühlkörper und an der Außenseite durch direkte Berührung mit Wasser gekühlt wird. Da bei der Außenkühlung Wasser an der Folie entlangläuft, können nur Anlagen eingesetzt werden, die von oben nach unten extrudieren. Der Abzug muß korrosionsgeschützt ausgeführt werden. Der innenliegende wassergekühlte Kühlkörper, an dem die Folie anliegt, bestimmt die Liegebreite der Blasfolie. Für unterschiedliche Aufblasverhältnisse und sich daraus ergebenden Liegebreiten muß die Anlage gestoppt und die Innenkühlung und Außenkühlung durch andere Aggregate ersetzt werden. Dies ist ein erheblicher Aufwand.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, mit deren Hilfe die Durchsatzleistung bei der Herstellung von Blasfolien gesteigert werden kann und Schwankungen hinsichtlich der Stoffeigenschaften der Blasfolie weitgehend vermieden werden.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Verfahren der eingangs erläuterten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Blasluft als turbulente Strömung ausgebildet und mit solcher Menge eingeführt wird, dass mindestens bei einem überwiegenden Bereich der Blasfolie eine Berührung zwischen der Blasfolie und dem Kühlkörper vermieden wird. Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung besteht darin, dass die Luft, die zwischen dem Kühlkörper und der Blasfolie eingeführt wird, eine erhebliche Turbulenz aufweist, wodurch ein sehr guter Wärmeübergang und damit eine rasche Kühlung der Folie erzielbar ist, was zur Steigerung der Durchsatzleistung beiträgt. Weiterhin ist es sehr wichtig, dass durch das erfindungsgemäße Verfahren eine unkontrollierte Berührung der Blasfolie mit dem Kühlkörper vermieden wird, so dass unterschiedliche Abkühlungen und damit Veränderungen von Stoffeigenschaften vermieden werden. Die Betonung liegt hierbei auf der unkontrollierten Berührung, da es durchaus erwünscht sein kann, eine kontrollierte Berührung und damit gezielte Veränderungen herbeizuführen.

In vorteilhafter Weise wird zur Erzeugung einer turbulenten Strömung ein Kühlkörper mit einer strukturierten Oberfläche verwendet. Die Struktur des Kühlkörpers ist dabei so gewählt, dass eine möglichst hohe Turbulenz der eingeführten Blasluft erzeugt wird. Hierdurch werden die laminaren Strömungen bei bekannten Verfahren vermieden, die den Wärmeübergang behindert haben.

Wenn in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung die Stützkraft der Blasluft zwischen Kühlkörper und Blasfolie in mindestens einem Umfangsbereich des Kühlkörpers verändert wird, so kann beispielsweise in einem bestimmten Umfangsbereich eine Berührung zwischen der Blasfolie und dem Kühlkörper herbeigeführt werden, um nach einem bestimmten Austrittsweg der Blasfolie, gerechnet von der Schlitzdüse aus, durch diese gezielte Berührung bestimmte Stoffeigenschaften der Blasfolie erzielt werden. Wichtig ist hierbei, dass diese Berührung auf den gesamten Umfang gleichmäßig verteilt ist, so dass die gesamte Folie in gleichmäßiger Form hinsichtlich der Stoffeigenschaften beeinflusst wird.

Weiterhin ist es vorteilhaft, die Menge an Blasluft, die Temperatur und/oder die Feuchtigkeit der Blasluft zu regeln, um hierdurch die Kühlung der Blasfolie den angestrebten Durchsatzmengen anpassen zu können.

Eine Vorrichtung zum Herstellen von Blasfolien aus thermoplastischen Kunststoffen mit einer Presse, mit einer Ringschlitzdüse, einer Abzugsvorrichtung mit Quetschwalzen, einen zwischen Presse- und Abzugsvorrichtung liegenden, mit Wasser gekühlten Kühlkörper, einer Einrichtung zum Zuführen von Blasluft und einer Einrichtung zum Abführen von Luft aus der Folienblase oberhalb des Kühlkörpers, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlkörper eine Oberfläche aufweist, die mit untereinander strömungsmäßig verbundenen Strömungswegen z. B. Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen versehen ist. Diese strukturierte Oberfläche versetzt die zugeführte Blasluft in eine erhöhte Turbulenz, wodurch eine bessere Innenkühlung der Blasfolie erzielbar ist.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die zwischen den Strömungswegen, z. B. den Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen verbleibenden Teile der Oberfläche des Kühlkörpers rautenförmig gestaltet sind, wobei die Längsachse der jeweiligen Raute im wesentlichen in Richtung der Längsachse des Kühlkörpers verläuft. Diese Ausgestaltung ermöglicht bei relativ einfacher Herstellung eine Strukturierung der Oberfläche in dem Sinne, dass die einzelnen zwischen den Rauten verlaufenden Luftströme sich vereinigen und trennen können, so dass eine sehr hohe Turbulenz erzeugt wird. Die Tatsache, dass diese Strömungswege zwischen den Rauten strömungsmäßig untereinander verbunden sind, vermeidet einen Stau in der Luftströmung, der zu einer örtlichen Störung in der gleichmäßigen Ausweitung der Blasfolie führen könnte.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Tiefe oder der Querschnitt der Strömungswege, z. B. der Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen über die Oberfläche des Kühlkörpers verteilt unterschiedlich ausgebildet sind, wobei bezogen auf einen ausgewählten Umfangsstreifen des Kühlkörpers die Tiefe oder der Querschnitt der Strömungswege, z. B. der Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen untereinander gleichbleibend ausgeführt sind. Bezogen auf einen bestimmten Umfangsbereich müssen gleiche Verhältnisse herrschen, damit die Ausweitung der Blasfolie gleichbleibend ist. Dagegen kann in Strömungsrichtung eine unterschiedliche Strukturierung, das heißt eine unterschiedliche Tiefe oder Querschnitt der Strömungswege, z. B. Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen vorgesehen sein, um entweder die Folie weiter vom Kühlkörper zu entfernen oder die Folie näher an ihn herantreten zu lassen, wenn beispielsweise eine größere Tiefe der Strömungswege zur Verfügung gestellt wird, so daß aufgrund des erweiterten Strömungsquerschnitts die Stützkraft nachlässt und die Blasfolie sich näher an den Kühlkörper annähern kann. Dabei kann es sogar erwünscht sein, dass die Folie eine kurzzeitige Berührung mit dem Kühlkörper eingeht, um ganz bestimmte Beeinflussungen der Eigenschaften der Blasfolie herbeizuführen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles einer Vorrichtung zur Herstellung von Blasfolien näher erläutert. Die einzige Figur zeigt einen Längsschnitt durch eine Ringschlitzdüse mit anschließendem Kühlkörper.

Eine mit 1 bezeichnete Folienblase tritt aus einer Ringschlitzdüse 10 aus und wird durch eine untere über eine Schlitzdüse 4 zugeführte Luftströmung von einem flaschenartigen Kühlkörper 2, 3 ferngehalten. Dabei ist mit 2 die Außenwand des Kühlkörpers und mit 3 eine Innenwand des Kühlkörpers bezeichnet, so dass ein Zwischenraum 9 verbleibt, in welchen zur Kühlung des Kühlkörpers ein Kühlmedium, zum Beispiel Wasser einführbar ist. Dieses Kühlmedium wird über eine Leitung 7 zugeführt und über eine Leitung 6 am unteren Ende des Kühlkörpers abgeführt. Die Oberfläche des Kühlkörpers ist mit Rauten 8 versehen, zwischen denen Strömungswege 12 bestehen, die untereinander verbunden sind. Die Längsachse der Rauten verläuft im wesentlichen in Längsrichtung des Kühlkörpers 2, 3. Die Strömungswege 12 sind durch Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen gebildet. Ein mit 11 bezeichneter Kühlring führt an die Außenseite der Folienblase 1 Luft heran, um diese zusätzlich zur Innenkühlung auch außen kühlen zu können. Im oberen Bereich des Kühlkörpers 2, 3 ist ein Austrittsschlitz 5 für die im Inneren der Ringschlitzdüse zugeführte Luft vorgesehen, die nach dem Kühlkörper 2, 3 zu einer weiteren Ausweitung der Folienblase führt. Diese weitere Luftzuführung ist vom Volumen her wesentlich größer als diejenige, die durch die Schlitzdüse 4 am unteren Ende des Kühlkörpers bezeichnet ist.

Die Luftströmungswege 12 sind bezogen auf einen bestimmten Umfangsbereich gleichförmig ausgebildet, damit auf den Umfang der Folienblase gesehen, keine unterschiedlichen Beeinflussungen stattfinden, jedoch können diese Luftströmungswege in Längsrichtung des Kühlkörpers gesehen unterschiedlich ausgebildet sein, um beispielsweise bei größerer Tiefe und größerem Querschnitt, der zwischen Kühlkörper und Folienblase strömenden Luft eine Ausweichmöglichkeit zu schaffen und damit die Stützkraft dieser Luft herabzusenken, so dass eine stärkere Annäherung in Richtung auf den Kühlkörper stattfinden kann. Werden diese Luftströmungswege weniger tief ausgeführt, dann erhöht sich die Stützkraft der Luft und die Folie wird weiter weg vom Kühlkörper gedrängt.


Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen von Blasfolien aus thermoplastischen Kunststoffen durch Auspressen eines Schlauches aus einer Ringschlitzdüse und Aufweiten des Schlauches durch Zufuhr von Blasluft, die in den Schlauch zwischen der Düse und einem durch Wasser gekühlten Kühlkörper eingeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Blasluft als turbulente Strömung ausgebildet und in solcher Menge eingeführt wird, dass mindestens bei einem überwiegenden Bereich der Blasfolie eine Berührung zwischen der Blasfolie und dem Kühlkörper vermieden wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer turbulenten Strömung ein Kühlkörper mit einer strukturierten Oberfläche verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkraft der Blasluft zwischen Kühlkörper und Blasfolie in mindestens einem Umfangsbereich des Kühlkörpers verändert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge an Blasluft geregelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur und/oder die Feuchtigkeit der Blasluft geregelt wird. Vorrichtung zum Herstellen von Blasfolien aus thermoplastischen Kunststoffen mit einer Presse, mit einer Ringdüse, einer Abzugsvorrichtung mit Quetschwalzen, einem zwischen Presse und Abzugsvorrichtung liegenden mit Wasser gekühlten Kühlkörper, einer Einrichtung zur Zuführung von Blasluft und einer Einrichtung zum Abführen von Blasluft aus der Folienblase oberhalb des Kühlkörpers, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlkörper (2, 3) eine Oberfläche (8, 12) aufweist, die mit untereinander strömungsmäßig verbundenen Strömungswegen (12), zum Beispiel Nuten, Riefen, Vertiefungen, Furchen oder dergleichen versehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen den Strömungswegen (12) verbleibenden Teile (8) der Oberfläche des Kühlkörpers rautenförmig gestaltet sind, wobei die Längsachse der jeweiligen Raute im wesentlichen in Richtung der Längsachse des Kühlkörpers (2, 3) verläuft. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe oder der Querschnitt der Strömungswege (12) über die Oberfläche des Kühlkörpers (2, 3) verteilt unterschiedlich ausgebildet ist, wobei bezogen auf einen ausgewählten Umfangsstreifen des Kühlkörpers die Tiefe oder der Querschnitt der Strömungswege gleichbleibend ausgeführt ist.






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