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Dokumentenidentifikation DE102005062072A1 28.06.2007
Titel Streugutbunker zur Bereitstellung von Streugut für einen Streukopf im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten
Anmelder Dieffenbacher GmbH + Co. KG, 75031 Eppingen, DE
Erfinder Haas, Gernot von, Dr., 69181 Leimen, DE
Vertreter Hartdegen, A., Dipl.-Ing.(FH), 82205 Gilching
DE-Anmeldedatum 22.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005062072
Offenlegungstag 28.06.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.06.2007
IPC-Hauptklasse B65G 47/18(2006.01)A, F, I, 20051222, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65G 65/40(2006.01)A, L, I, 20051222, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Streugutbunker zur Bereitstellung von Streugut (5) für einen Streukopf zur Bildung einer gestreuten Matte auf einem Formband im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten, insbesondere von Holzfasern, Holzspänen oder dgl., wobei der Streugutbunker (9) mit einem endlosen Bodenband (6), einer am ausgangsseitigen Ende des Streugutbunkers (9) angeordneten Austragsvorrichtung (2) zum dosierten Austragen des Streugutes (5) und einer oben angeordneten Rückkämmvorrichtung (4) ausgestattet ist. Die Erfindung für den Streugutbunker besteht darin, dass zwischen dem endlosen Bodenband (6) und der oberen Rückkämmvorrichtung (4) des Streugutbunkers (9) eine oder mehrere Zwischenfördervorrichtungen (3) angeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Streugutbunker zur Bereitstellung von Streugut für einen Streukopf zur Bildung einer gestreuten Matte auf einem Formband im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Streugutbunker dienen normalerweise der Zwischenlagerung von in dessen Parametern (Feuchte, Wärme, Beleimung) bereits voreingestelltem Streugut, wie zum Beispiel Spänen, Fasern, oder Schnitzeln. Die Zwischenlagerung dient dem Zweck um bei Problemen in der Versorgung des Streugutmaterials, zum Beispiel einer verstopften Zuführungsleitung bei der meist pneumatische Förderung aus dem Trockner für die Späne, eine gewisse Pufferzeit im Herstellungsprozess zu erhalten. Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung von Streugutbunkern ist die Möglichkeit zur dosierten Ausgabe des Streugutes auf einen Streukopf, der schließlich auf einem Formband eine Pressgutmatte aus dem Streugut formt. Diese Pressgutmatte wird anschließend in kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Pressen unter Verwendung von Druck und Wärme zu Holzwerkstoffplatten verpresst und der Endfertigung (Aufteilung, Klimatisierung, Qualitätskontrolle, Abstapelung) zugeführt.

Aus der DE 35 29 045 C1 ist eine Rückkämmvorrichtung für einen besagten Streugutbunker bekannt geworden, von dem die Erfindung als nächstliegendem Stand der Technik ausgeht. Dabei findet sich ein am Boden des Bunkers ein Bodenband, das rieselförmiges Gut in Richtung einer Vorrichtung 8 zum dosierten Abziehen der Teilchen aus dem Bunker fördert. Besagte Rückkämmvorrichtung, Hauptgegenstand dieser Veröffentlichung, ist als Begrenzung der maximalen Füllhöhe des Bunkers am oberen Ende angebracht.

Derartige Streugutbunker sind einfach in ihrer Konstruktion und sicher in ihrer Handhabung. Problematisch ist jedoch, dass derartige Streugutbunker in Fertigungsanlagen eingesetzt werden, die reine Partikelplatten (MDF-Platten = „medium density fibre") aber auch orientiert gestreuten Schnitzelplatten (OSB = oriented strand boards) herstellen sollen. Diese Streugutbunker weisen in der Regel Höhen von 0,8 m bis 1,2 m und mehr auf und benutzen für die kontrollierte Abgabe des Streugutes 4 bis 8 Austragswalzen. Die Bunkerhöhe wird üblicherweise aus dem notwendigen Durchsatz des Streugutes bei der entsprechenden Anzahl von Streumaschinen, üblicherweise drei bis sechs, kalkuliert.

Es hat sich nun herausgestellt, dass gerade bei der Fertigung orientiert gestreuter Schnitzelplatten (OSB) der Austrag aus derartigen Streugutbunkern Unregelmäßigkeiten aufweisen kann, wenn Schwankungen der Schüttdichten im Streugutbunker auftreten. Diese entstehen durch den Eigendruck innerhalb des geschütteten Streugutes im Streugutbunker wobei oben im Streugutbunker eine geringere Dichte vorhanden ist als im unteren Bereich direkt über dem Bodenförderband. Die Förderung durch das Bodenband und dessen Vibrationsübertragung auf das Streugut sorgt ebenfalls für eine Verdichtung über die Länge des Bodenbandes im unteren Bereich vor der Austragsvorrichtung. Dieser Effekt tritt im oberen Bereich des Streugutes nicht oder nicht so stark auf da hier das Streugut noch eher locker aufeinander liegt. Dennoch kommt es auch dazu, dass Feingut nach unten durchrieseln kann und weiter die Dichte im unteren Bereich erhöht.

Diese Unregelmäßigkeiten in der Schüttdichte äußern sich in einem gepulsten Austrag von Streugut auf den Streukopf, durch den sich schließlich unterschiedliche Dichten in der gestreuten Pressgutmatte ergeben können. Die üblicherweise vorhandene Rückkämmvorrichtung für eine Vororientierung der Schnitzel im Streugutbunker hat hierbei bei höheren Füllhöhen über 0,8 m keine Abhilfe geschaffen. Auch sind die verwendeten Rückkämmvorrichtungen nicht in der Lage auch die unteren Bereiche, knapp über dem Bodenband eines Streugutbunkers ordentlich zu orientieren um einen gepulsten Austrag abzumindern oder zu verhindern.

Die Aufgabe der Erfindung besteht nur darin, bekannte Streugutbunker derart weiterzuentwickeln, dass ein möglichst gleichmäßiger und pulsationsfreier Austrag des Streugutes, speziell von Schnitzeln, möglich ist.

Die Lösung für diese Aufgabe besteht nach Anspruch 1 darin, dass zwischen dem endlosen Bodenband und der oberen Rückkämmvorrichtung des Streugutbunkers eine oder mehrere Zwischenfördervorrichtungen angeordnet sind.

Grundsätzlich stellt sich eine erheblich verbesserte Flächengewichtsverteilung im Streugutbunker durch die Verminderung der auftretenden Füllhöhen ein. In diesem Zusammenhang ist als weiterer Vorteil festzuhalten, dass ein unregelmäßiger Austrag aus dem Streugutbunker durch die erfindungsgemäße Lösung in der Regel vermieden wird da es nicht mehr zu unterschiedlichen Dichten durch das Eigengewicht des Streugutes über dem Bodenband vor der Austragsvorrichtung kommen kann. Kommt es dennoch zu einem gepulsten oder stockendem Austrag aus einem der Austragsbereiche des Streugutbunkers so wird diese Dichteschwankung zumindest durch den gleichmäßigen Austrag aus den anderen Bereichen kompensiert, was im Endeffekt zu einer Verbesserung des Austragsverhaltens des gesamten Streugutbunkers führt. Dabei soll die maximale Füllhöhe auf einem Förderband (Zwischenfördervorrichtung oder Bodenband) nicht mehr als 0,8 m betragen, vorzugsweise sogar nur 0,3 m bis 0,7 m. Weiter ist von Vorteil, dass die gravimetrischen Waagen der Zwischenfördervorrichtungen bessere Messergebnisse wegen der geringen Messhöhen liefern können und somit insgesamt dazu beitragen die zu Dosierung der auszutragenden Menge aus dem Bunker feiner einzustellen. Vorzugsweise sind die Zwischenfördervorrichtungen als Riemenförderer mit daran angebrachten Rückkämmvorrichtungen ausgeführt. Diese liegen üblicherweise transportseitig (oben) auf den Bändern an und stehen für eine erfolgreiche Rückkämmwirkung (unten) steif von den Bändern ab um die Rückkämmwirkung zu erzielen. Ganz oben im Streugutbunker können zum Beispiel umlaufende Ketten mit Rückstreifrechen oder Paddeln Anwendung finden, wobei diese auch bei einer getrennten Verwendung von Zwischenfördervorrichtung und Rückkämmvorrichtung unterhalb der Zwischenfördervorrichtungen angeordnet sein können.

Um mehr Flexibilität in einer Produktionsanlage einzuführen, können die Zwischenfördervorrichtungen in oder aus dem Streugutbunker verfahrbar angeordnet sein. Auch eine horizontale und vertikale Verfahrbarkeit hilft den Streugutbunker an das jeweils verwendete Streugut anzupassen.

Weitere vorteilhafte Maßnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung mit der Zeichnung hervor.

Wie aus der Zeichnung zu ersehen ist, wird der Streugutbunker 9 begrenzt durch ein unten umlaufendes Bodenband 1, einer Austragsvorrichtung 2, einer oben angeordneten Rückkämmvorrichtung 4 und der hinteren Rückwand 10. Die Rückkämmvorrichtung 4 sorgt für eine gleichmäßige Förderung des oben ankommenden Streugutes 5 in Richtung der Rückwand 10 des Streugutbunkers 9 und führt gleichzeitig eine Orientierung des Streugutes 5 durch. Während des Betriebes fördert die Zwischenfördervorrichtung 3 überwacht durch eine gravimetrische Waage 6 das Streugut 5 zu den oberen Austragswalzen der Austragsvorrichtung 2 während das Bodenband 1, ebenfalls überwacht durch eine gravimetrische Waage 6 das Streugut 5 zu den unteren Austragswalzen der Austragsvorrichtung 2 bringt. Zur Überwachung der Füllhöhe des Streugutbunkers 9 ist eine Messvorrichtung 8 an der Rückwand 10 angeordnet. Um eine Querkorrektur des Flächengewichts im Streugut 5 zu erreichen, können unter den Förderbändern der Zwischenfördervorrichtung 3 oder des Bodenbandes 6 Druckschuhe 7 angeordnet sein, die etwa 50 bis 200 mm breit sind. Diese drücken das jeweilige Förderband des Bodenbandes 1 oder der Zwischenfördervorrichtung 3 nach oben. Dadurch wird hier weniger Streugut zu den Austragswalzen transportiert. Dieser Effekt wirkt sich besonders bei einer niedrigen Höhe, unter 0,8 m, des Streugutes 5 aus.

1
Bodenband
2
Austragsvorrichtung
3
Zwischenfördervorrichtung
4
Rückkämmvorrichtung
5
Streugut
6
Waage
7
Druckschuhe
8
Messvorrichtung
9
Streugutbunker
10
Rückwand


Anspruch[de]
Streugutbunker zur Bereitstellung von Streugut (5) für einen Streukopf zur Bildung einer gestreuten Matte auf einem Formband im Zuge der Herstellung von Werkstoffplatten, insbesondere von Holzfasern, Holzspänen oder dgl., wobei der Streugutbunker (9) mit einem endlosen Bodenband (6), einer am ausgangsseitigen Ende des Streugutbunkers (9) angeordneten Austragsvorrichtung (2) zum dosierten Austragen des Streugutes (5) und einer oben angeordneten Rückkämmvorrichtung (4) ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem endlosen Bodenband (6) und der oberen Rückkämmvorrichtung (4) des Streugutbunkers (9) eine oder mehrere Zwischenfördervorrichtungen (3) angeordnet sind. Streugutbunker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Höhe des Streugutes (5) auf dem endlosen Bodenband (1) und den ggf. angeordneten Zwischenfördervorrichtungen (3) nicht mehr als 0,8 m, vorzugsweise 0,3 m bis 0,7 m, beträgt. Streugutbunker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenfördervorrichtungen (3) mit einer gravimetrischen Waage (6) ausgestattet sind. Streugutbunker nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Zwischenfördervorrichtung (3) ein Riemenförderband angeordnet ist. Streugutbunker nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenfördervorrichtungen (3) in dem Streugutbunker (9) horizontal und vertikal verfahrbar angeordnet sind. Streugutbunker nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenfördervorrichtungen (3) in dem Streugutbunker (9) hinein und aus dem Streugutbunker (9) heraus verfahrbar angeordnet sind. Streugutbunker nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an den Zwischenfördervorrichtungen (3) Mittel als Rückkämmvorrichtung (4) für das Streugut angeordnet sind. Streugutbunker nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils unterhalb einer Zwischenfördervorrichtungen (3) eine separate Rückkämmvorrichtung angeordnet ist. Streugutbunker nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer separaten Rückkämmvorrichtung die Zwischenfördervorrichtung (3) mit einem glatten Förderband ausgestattet ist.






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