Die Erfindung betrifft rieselfähige Tierfuttermittel-Additive
auf Fermentationsbrühe-Basis, die D-Pantothensäure und/oder eines ihrer
Salze enthalten, und ein Verfahren zur Herstellung dieser Additive.
Stand der Technik
Pantothensäure wird weltweit in einer Größenordnung
von mehreren tausend Tonnen pro Jahr produziert. Ein großer Teil der produzierten
Pantothensäure wird für die Ernährung von Nutztieren wie Geflügel
und Schweinen verwendet. Der Bedarf steigt.
Pantothensäure kann durch chemische Synthese oder biotechnisch
durch Fermentation geeigneter Mikroorganismen in geeigneten Nährlösungen
hergestellt werden. Bei der chemischen Synthese ist das DL-Pantolacton eine wichtige
Vorstufe. Es wird in einem mehrstufigen Verfahren aus Formaldehyd, Isobutylaldehyd
und Cyanid hergestellt; in weiteren Verfahrensschritten wird das racemische Gemisch
aufgetrennt und das D-Pantolacton mit &bgr;-Alanin zu D-Pantothensäure kondensiert.
Die typische Handelsform ist das Calciumsalz der D-Pantothensäure.
Das Calciumsalz des racemischen Gemischs der D,L-Pantothensäure ist ebenfalls
gebräuchlich.
Der Vorteil der fermentativen Herstellung durch Mikroorganismen liegt
in der direkten Bildung der gewünschten stereoisomeren Form, nämlich der
D-Form, die frei von L-Pantothensäure ist.
Verschiedene Arten von Bakterien, wie zum Beispiel Escherichia coli,
Arthrobacter ureafaciens, Corynebacterium erythrogenes, Brevibacterium ammoniagenes,
und auch Hefen, wie zum Beispiel Debaromyces castellii, können, wie in EP-A-0
493 060, EP-A-0 590 857 und WO 97/10340 gezeigt, unter geeigneten Fermentationsbedingungen
D-Pantothensäure produzieren. Besonders gut geeignete Mikroorganismen sind
die dort beschriebenen Derivate von Escherichia coli IFO3547 wie zum Beispiel die
Stämme FV5069/pFV31 oder FV5069/pFV202.
Bei der fermentativen Herstellung der D-Pantothensäure, wie sie
in EP-A-0 493 060, EP-A-0 590 857 und WO 97/10340 beschrieben ist, wird ein zur
Produktion von D-Pantothensäure befähigter Mikroorganismus in einem geeigneten
Nährmedium kultiviert und die gebildete D-Pantothensäure anschließend
in aufwendiger Weise isoliert, gereinigt und als Calciumsalz dargestellt.
Geeignete Nährmedien enthalten eine Kohlenstoffquelle wie zum
Beispiel Glucose oder Stärkemehlhydrolysat oder Sucrose oder Melasse, Vorstufen
wie zum Beispiel &bgr;-Alanin, D,L-Pantoinsäure oder D,L-Pantolacton, eine
Stickstoffquelle wie zum Beispiel Ammoniumsulfat, eine Phosphorquelle wie zum Beispiel
Kaliumphosphat und weitere Salze, Spurenelemente und Vitamine und gegebenenfalls
komplexe Medienzusätze wie zum Beispiel Hefeextrakt. Die Mikroorganismen werden
dann in diesem Medium bei einem geeignetem pH-Wert unter entsprechender Belüftung
und Rührung inkubiert, wobei sie dann D-Pantothensäure ausscheiden.
Nach dem derzeitigen Stand der Technik, der in WO 96/33283 und EP-A-0
590857 dargestellt ist, wird das Calciumsalz der D-Pantothensäure durch eine
aufwendige Isolierung und Reinigung aus der Pantothensäure-haltigen Fermentationsbrühe
gewonnen. Nach einer ersten Abtrennung der Biomasse durch Filtration oder Zentrifugation
erfolgt die weitere Aufarbeitung des Filtrats durch Reinigung mittels Aktivkohle
oder durch Säulenchromatographie. Nach der Umsetzung der so erhaltenen Lösungen
mit Calciumhydroxid lässt man das gewünschte Ca-Salz auskristallisieren.
Gemäß der WO 96/33283 entfärbt man das Filtrat mit
Aktivkohle in der ersten Säule. Mit konzentrierter Salzsäure wird ein
pH-Wert von 3,0 eingestellt und die Flüssigkeit anschließend kontinuierlich
über zwei weitere mit Aktivkohle gepackte Säulen gereinigt. Die Elution
der D-Pantothensäure erfolgt mit Hilfe von Methylalkohol. Nach der sich anschließenden
Neutralisation mit Ca(OH)2-Pulver erhält man eine Lösung, aus
der man das Calcium-D-pantothenat durch Kristallisation bei 5°C gewinnt.
Bei der in EP-A-0 590 857 beschriebenen Methode reinigt man das Filtrat
zunächst mit Hilfe von Kationen- und Anionenaustauschersäulen. Die Elution
erfolgt mit Salzsäure. Die eluierte Fraktion wird anschließend mit Ca(OH)2
neutralisiert, mit Aktivkohle versetzt und abfiltriert. Das gewonnene Filtrat wird
dann in einem niedermolekularen Alkohol (Methanol, Ethanol, Isopropanol) extrahiert
und das Calcium-D-pantothenat durch Kristallisation gewonnen.
Das auf die beschriebene Weise hergestellte Calcium-D-pantothenat
wird als Zusatz in Futtermitteln für die Tierernährung verwendet.
Gegenstand der EP-A-1 050 219 (Stand der Technik gemäß Artikel
54(3) EPÜ) ist ein Tierfuttermittel-Additiv, das D-Pantothensäure und
deren Salze und 0 bis 100% der während der Fermentation der D-Pantothensäure
produzierenden Mikroorganismen gebildeten Biomasse enthält. In dieser Anmeldung
finden sich keinerlei Angaben zum Chloridgehalt des Additivs. Aus der
GB 598,177 ist ein Verfahren bekannt, bei
dem Bakterien aus der Gruppe Aerobacter aerogens als Hauptprodukt 2,3-Butylenglykol
und als Nebenprodukt eine sehr kleine Menge D-Pantothensäure produzieren.
Das isolierte Produkt enthält D-Pantothensäure in einer
Menge von weniger als 1%. Der Chloridgehalt wird nicht beachtet.
In der JP 58-205461 wird ein Futtermittel für die Aufzucht von
Fisch beschrieben, das beschichtete Vitamine, die unter Ascorbinsäure, Pantothensäure,
Folsäure und deren Salzen ausgewählt sind, enthält. Die
US 2,864,701 richtet sich auf stabilisierte
Pantothensäurezusammensetzungen, die einen eßbaren Träger und ein
Alkalimetallcarbonat enthalten. Diese Zusammensetzungen werden durch Mischen des
eßbaren organischen Trägers, der Pantothensäure und weiterer Komponenten
hergestellt und basieren nicht auf Fermentationsbrühen.
Aufgabe der Erfindung
Nach dem Stand der Technik werden Salze der D-Pantothensäure
oder D,L-Pantothensäure durch chemische Synthese oder aus Fermentationsbrühen
gewonnen und dann in reiner Form Futtermitteln zugesetzt.
Aufgabe der Erfindung ist, leichter zu verarbeitende Zubereitungsformen
der D-Pantothensäure und ihrer Salze mit geringem Chloridgehalt und Verfahren
zu deren Herstellung für Futtermittel zur Verfügung zu stellen.
Beschreibung der Erfindung
Gegenstand der Erfindung sind rieselfähige D-Pantothensäure
und/oder deren Salze enthaltende Tierfuttermittel-Additive auf Fermentationsbrühe-Basis,
dadurch gekennzeichnet, daß sie:
- a) D-Pantothensäure und/oder eines ihrer Salze in einer Menge von 20 bis
80 Gew.-% (Trockenmasse);
- b) einen Gehalt an chloridhaltigen Bestandteilen von < 3 mg/g des Additivs;
- c) die während der Fermentation gebildete Biomasse in einer Menge von ≥
0 bis 100% und
- d) zumindest den überwiegenden Teil der weiteren Bestandteile der Fermentationsbrühe
enthalten und
- e) in fester Form, in einer Korngrößenverteilung von 20 bis 2000 &mgr;m,
insbesondere 50 bis 800 &mgr;m, speziell 150 bis 600 &mgr;m, und rieselfähig
vorliegen.
In einer bevorzugten Ausführungsweise der Erfindung ist das rieselfähige
D-Pantothensäure und/oder deren Salze enthaltende Tierfuttermittel-Additiv
auf Fermentationsbrühe-Basis dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich,
in fester Form, einen Anteil an chloridhaltigen Bestandteilen in einer Konzentration
< 2 mg pro g Additiv und insbesondere < 1,5 mg pro g Additiv enthält.
Die Additive liegen im allgemeinen je nach Anforderung in kompaktierter,
granulierter, feinkörniger, aber in jedem Fall in rieselfähiger Form vor
und enthalten unterschiedliche Anteile an Biomasse. Die Schüttdichte liegt
bei 200 bis 800 kg/m3, insbesondere bei ca. 400–700 kg/m3.
Die Additive sind gut rieselfähig und lagerstabil.
Wird die Biomasse abgetrennt, werden im allgemeinen weitere, zum Beispiel
während der Fermentation zugesetzte anorganische Feststoffe entfernt. Daneben
enthält das erfindungsgemäße Additiv zumindest den überwiegenden
Teil der in der Fermentationsbrühe gelöst vorliegenden, weiteren gebildeten
oder zugesetzten, insbesondere organischen Stoffe, soweit sie nicht durch geeignete
Verfahren abgetrennt wurden.
Zu diesen Stoffen gehören organische Nebenprodukte, die von den
bei der Fermentation eingesetzten Mikroorganismen neben der D-Pantothensäure
erzeugt und ausgeschieden werden. Dazu zählen L-Aminosäuren,
aus der Gruppe L-Methionin, L-Lysin, L-Valin, L-Threonin, L-Alanin oder L-Tryptophan,
insbesondere L-Valin. Dazu gehören weiterhin organische Säuren, die eine
bis drei Carboxylgruppen tragen wie zum Beispiel Essigsäure, Milchsäure,
Citronensäure, Apfelsäure oder Fumarsäure. Schließlich gehören
dazu auch Zucker wie zum Beispiel Trehalose. Diese Verbindungen sind insofern gegebenenfalls
erwünscht, als sie die nutritive Wertigkeit des Additivs verbessern.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist ein Verfahren
zur Herstellung von D-Pantothensäure und/oder deren Salze enthaltenden Futtermittel-Additiven,
dadurch gekennzeichnet, daß
- a) die Chloridionen-Konzentration im Produktionsfermenter < 300 mg/l ist,
- b) man aus einer durch Fermentation gewonnenen D-Pantothensäure-haltigen
Fermentationsbrühe, gegebenenfalls vollständig oder teilweise, die Biomasse
und/oder einen Teil der weiteren Bestandteile abtrennt,
- c) man die so erhaltene Lösung bzw. Brühe gegebenenfalls mit dem Hydroxid
oder Oxid eines Erdalkali- oder Alkalimetalls versetzt,
- d) man das gemäß a) oder b) erhaltene Gemisch gegebenenfalls auf konzentriert
und
- e) man es auf geeignete Weise trocknet und
- f) man durch geeignete Maßnahmen ein rieselfähiges D-Pantothensäure
und/oder deren Salze in einer Menge von 20 bis 80 Gew.-% (Trockenmasse) enthaltendes
Tierfuttermittel-Additiv mit einer Korngrößenverteilung von 200 bis 2000
&mgr;m gewinnt.
Bevorzugt ist das Verfahren zur Herstellung von D-Pantothensäure
und/oder deren Salze enthaltenden Futtermittel-Additiven, dadurch gekennzeichnet,
daß man
- a) aus einer durch Fermentation gewonnenen D-Pantothensäure-haltigen Fermentationsbrühe,
gegebenenfalls vollständig oder teilweise, die Biomasse und/oder einen Teil
der Bestandteile abtrennt,
- b) das so erhaltene Gemisch gegebenenfalls aufkonzentriert und
- c) das Ammoniumpantothenat enthaltende Futtermittel-Additiv durch geeignete
Maßnahmen in eine rieselfähige Form überführt und
- d) durch geeignete Maßnahmen ein rieselfähiges Tierfuttermittel-Additiv
mit einer Korngrößenverteilung von 20 bis 2000 &mgr;m gewinnt.
Bevorzugt ist auch das Verfahren zur Herstellung von Tierfuttermittel-Additiven
mit einem Gehalt an D-Pantothensäure und/oder deren Salzen ausgewählt
aus der Gruppe Natrium-, Kalium-, Ammonium-, Magnesium- oder Calciumsalz im Bereich
von 20 bis 80 Gew.-% (Trockenmasse) aus Fermentationsbrühen, gekennzeichnet
durch die Schritte
- a) gegebenenfalls Entfernen von Wasser aus der Fermentationsbrühe (Aufkonzentration),
- b) Entfernen der während der Fermentation gebildeten Biomasse in einer
Menge von ≥ 0 bis 100%,
- c) gegebenenfalls Zusatz von einem oder mehreren Hydroxiden oder Oxiden eines
Erdalkali- oder Alkalimetalls zu den gemäß a) und b) erhaltenen Fermentationsbrühen,
wobei die Menge der zugesetzten Verbindungen so bemessen ist, daß deren Gesamtkonzentration
im Tierfuttermittel-Additiv im Bereich von 20 bis 80 Gew.-% liegt, und
- d) Gewinnung des Tierfuttermittel-Additivs in der gewünschten Pulver- oder
bevorzugt Granulatform.
Man gewinnt das erfindungsgemäße Tierfuttermittel-Additiv
aus der Fermentationsbrühe gegebenenfalls nach Zusatz von D-Pantothensäure
und/oder deren Salzen und gegebenenfalls nach Zusatz von organischen oder anorganischen
Hilfsstoffen durch
- a) Trocknen und Kompaktieren oder
- b) Sprühtrocknen oder
- c) Sprühtrocknen und Granulieren oder
- d) Sprühtrocknen und Aufbaugranulieren.
In einer bevorzugten Ausführungsform stellt man eine D-Pantothensäure
und/oder deren Salze enthaltende Fermentationsbrühe her, bei der
- a) die Fermentation in einem im wesentlichen chloridfreien Medium abläuft,
- b) man die erhaltene Fermentationsbrühe, gegebenenfalls nach Abtrennung
der Biomasse und Aufkonzentrierung, trocknet, kompaktiert, sprühtrocknet, sprühgranuliert
oder granuliert oder auf einen Träger aufzieht oder in eine stabilisierende
Matrix einbettet.
Geeignet für das erfindungsgemäße Verfahren sind Fermentationsbrühen,
die unter Verwendung von zur Produktion von D-Pantothensäure geeigneten Mikroorganismen
gewonnen werden und D-Pantothensäure und/oder deren Salze enthalten. Bei den
Salzen handelt es sich im allgemeinen um das Natrium-, Kalium-, Ammonium-, Magnesium-
oder Calciumsalz.
Bei den Mikroorganismen kann es sich um Pilze oder Hefen, wie zum
Beispiel Debaromyces castellii, oder Gram-positive Bakterien zum Beispiel der Gattung
Corynebacterium oder Gram-negative Bakterien, wie zum Beispiel die der Familie Enterobacteriaceae,
handeln. Bei der Familie der Enterbacteriaceae ist besonders die Gattung Escherichia
mit der Art Escherichia coli zu nennen. Innerhalb der Art Escherichia coli sind
die sogenannten K-12-Stämme wie zum Beispiel die Stämme MG1655 oder W3110
(Neidhard et al.: Escherichia coli and Salmonella. Cellular and Molecular Biology
(ASM Press, Washington D. C.)) oder der Escherichia coli Wildtypstamm IFO3547 (Institut
für Fermentation, Osaka, Japan) und davon abgeleitete Mutanten zu nennen. Unter
den aus IFO3547 hergestellten Stämmen zeichnen sich wiederum FV5069/pFV31 (EP-A-0
590 857) und FV5069/pFV202 (WO 97/10340) aus. Bei der Gattung Corynebacterium ist
insbesondere die Art Corynebacterium glutamicum zu nennen.
Die oben beschriebenen Mikroorganismen können kontinuierlich
oder diskontinuierlich im Batch-Verfahren (Satzkultivierung) oder im Fed-Batch-Verfahren
(Zulaufverfahren) oder Repeated-Fed-Batch-Verfahren (repetitives Zulaufverfahren)
zum Zwecke der D-Pantothensäure-Produktion kultiviert werden. Eine Zusammenfassung
über bekannte Kultivierungsmethoden sind im Lehrbuch von Chmiel (Bioprozeßtechnik
1. Einführung in die Bioverfahrenstechnik (Gustav Fischer Verlag, Stuttgart,
1991) oder im Lehrbuch von Storhas (Bioreaktoren und periphere Einrichtungen (Vieweg
Verlag, Braunschweig/Wiesbaden, 1994) beschrieben.
Das zu verwendende Kulturmedium muß in geeigneter Weise den Ansprüchen
der jeweiligen Mikroorganismen genügen. Das Fermentationsmedium ist im wesentlichen
frei von chloridhaltigen Bestandteilen. Erfindungsgemäß beträgt die
Chloridionen-Konzentration im Produktionsfermenter < 300 mg/l, vorzugsweise <
200 mg/l und ganz besonders bevorzugt < 150 mg/l. Als Kohlenstoffquelle können
Zucker und Kohlehydrate wie zum Beispiel Glucose, Saccharose, Lactose, Fructose,
Maltose, Melasse, Stärke und Cellulose, Öle und Fette wie zum Beispiel
Sojaöl, Sonnenblumenöl, Erdnußöl und Kokosfett, Fettsäuren
wie zum Beispiel Palmitinsäure, Stearinsäure und Linolsäure, Alkohole
wie zum Beispiel Glycerin und Ethanol und organische Säuren wie zum Beispiel
Essigsäure verwendet werden. Diese Stoffe können einzeln oder als Mischung
verwendet werden. Als Stickstoffquelle können organische stickstoffhaltige
Verbindungen wie Peptone, Hefeextrakt, Fleischextrakt, Malzextrakt, Maisquellwasser,
Sojabohnenmehl und Harnstoff oder anorganische Verbindungen wie Ammoniumsulfat,
Ammoniumphosphat, Ammoniumcarbonat und Ammoniumnitrat verwendet werden. Die Stickstoffquellen
können einzeln oder als Mischung verwendet werden. Als Phosphorquelle können
Kaliumdihydrogenphosphat oder Dikaliumhydrogenphosphat oder die entsprechenden Natrium-haltigen
Salze verwendet werden. Das Kulturmedium muß weiterhin Salze von Metallen enthalten
wie zum Beispiel Magnesiumsulfat oder Eisensulfat, die für das Wachstum notwendig
sind. Schließlich können essentielle Wuchsstoffe wie Aminosäuren
und Vitamine zusätzlich zu den oben genannten Stoffen eingesetzt werden. Dem
Kulturmedium können überdies Vorstufen der D-Pantothensäure wie Aspartat,
&bgr;-Alanin, Ketoisovalerat, Ketopantoinsäure oder Pantoinsäure und
gegebenenfalls deren Salze zugesetzt werden. Die genannten Einsatzstoffe können
zur Kultur in Form eines einmaligen Ansatzes hinzugegeben oder in geeigneter Weise
während der Kultivierung zugefüttert werden.
Zur Kontrolle des pH-Wertes werden Ammoniak oder Ammoniakwasser oder
andere basische Verbindungen wie Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid oder Calciumhydroxid
eingesetzt. Werden saure Verbindungen zur Kontrolle des pH-Werts benötigt,
so können zweckmäßigerweise Phosphorsäure oder Schwefelsäure
eingesetzt werden. Zur direkten Darstellung des Calciumsalzes der Pantothensäure
setzt man während der Fermentation Calciumhydroxid in Form einer wäßrigen
Suspension ein. Zur Kontrolle der Schaumentwicklung können Antischaummittel
wie zum Beispiel Fettsäurepolyglykolester eingesetzt werden. Zur Aufrechterhaltung
der Stabilität von Plasmiden werden dem Medium gegebenenfalls geeignete selektiv
wirkende Stoffe, zum Beispiel Antibiotika, hinzugefügt. Um aerobe Bedingungen
aufrechtzuerhalten, werden Sauerstoff oder sauerstoffhaltige Gasmischungen wie zum
Beispiel Luft in die Kultur eingetragen. Die Temperatur der Kultur liegt normalerweise
bei 20°C bis 45°C und vorzugsweise bei 25°C bis 40°C. Die Kultur
wird solange fortgesetzt, bis sich die Maximalmenge an D-Pantothensäure gebildet
hat. Dieses Ziel wird normalerweise innerhalb von 10 Stunden bis 160 Stunden erreicht.
Die so erhaltenen Fermentationsbrühen haben üblicherweise
eine Trockenmasse von 7,5 bis 25 Gew.-% und enthalten 2 bis 20 Gew.-% D-Pantothensäure.
Besonders vorteilhaft sind solche Fermentationsverfahren, bei denen die D-Pantothensäure
zu mindestens 20 Gew.-% in der Trockenmasse nach Beendigung der Fermentation vorliegt.
Vorteilhaft ist außerdem auch, wenn die Fermentation zumindest am Ende, vorteilhaft
jedoch über mindestens 30% der Fermentationsdauer zuckerlimitiert gefahren
wird. Das heißt, daß während dieser Zeit die Konzentration an verwertbarem
Zucker im Fermentationsmedium auf ≥ 0 bis 3 g/l gehalten bzw. abgesenkt wird.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Additive werden die
D-Pantothensäure und/oder deren Salze enthaltenden Fermentationsbrühen
vorzugsweise zunächst durch bekannte Separationsmethoden wie zum Beispiel Zentrifugation,
Filtration, Dekantieren oder eine Kombination hieraus vollständig oder zum
Teil von der Biomasse befreit. Es ist erfindungsgemäß jedoch auch möglich,
die Biomasse gänzlich in der Fermentationsbrühe zu belassen. Anschließend
wird die auf diese Weise erhaltene Suspension vorzugsweise auf maximal 60 Gew.-%
Trockenmasse aufkonzentriert und beispielsweise mit Hilfe eines Sprühtrockners
oder einer Gefriertrocknungsanlage zu einem Pulver aufgearbeitet. Anschließend
wird dieses Pulver durch geeignete Kompaktier- oder Granulier-Verfahren in ein gröberkörniges,
gut rieselfähiges, lagerbares und weitgehend staubfreies Produkt überführt.
Vorteilhaft bei der Granulation oder Kompaktierung ist der Einsatz von üblichen
organischen oder anorganischen Hilfsstoffen, beziehungsweise Trägern wie Stärke,
Gelatine, Cellulosederivaten oder ähnlichen Stoffen, wie sie üblicherweise
in der Lebensmittel- oder Futterverarbeitung als Binde-, Gelier-, oder Verdickungsmittel
Verwendung finden, oder von weiteren Stoffen wie zum Beispiel Kieselsäuren,
Silikaten oder Stearaten.
Alternativ kann das Produkt aber auch auf einen in der Futtermittelverarbeitung
bekannten und üblichen organischen oder anorganischen Trägerstoff wie
zum Beispiel Kieselsäuren, Silikate, Schrote, Kleien, Mehle, Stärken,
Zucker oder dergleichen aufgezogen und/oder mit üblichen Verdickungs- oder
Bindemitteln stabilisiert werden. Anwendungsbeispiele und Verfahren hierzu sind
in der Literatur (Die Mühle + Mischfuttertechnik 132 (1995) 49, Seite 817)
beschrieben.
Die erfindungsgemäßen neuen D-Pantothensäure und/oder
deren Salze enthaltenden festen Produkte, die man nach dem oben beschriebenen Verfahren
herstellen kann, enthalten 20–80 Gew.-% und vorzugsweise 30–75 Gew.-%
D-Pantothensäure. Sie enthalten im allgemeinen anorganische Bestandteile in
einer Menge von 2,5–25 Gew.-% und gegebenenfalls organische Nebenprodukte
in einer Menge von > 0 bis 30 Gew.-%. Der Gehalt an Biotrockenmasse beläuft
sich auf ≥ 0 bis 35 Gew.-%. Der Wassergehalt ist bevorzugt < 5 Gew.-%.
Die erfindungsgemäßen neuen D-Pantothensäure und/oder
deren Salze enthaltenden Produkte, die man nach den oben beschriebenen Verfahren
herstellt, zeichnen sich durch eine Korngrößenverteilung von 20 &mgr;m
bis 2000 &mgr;m, vorzugsweise 50 &mgr;m bis 800 &mgr;m und besonders bevorzugt
150 &mgr;m bis 600 &mgr;m aus. Der Feinststaubanteil (< 10 &mgr;m) liegt
bei ca. 0 Gew.-% bis 10 Gew.-%, bevorzugt bei ca. 0 Gew.-% bis 5 Gew.-%. Das Produkt
wird als Futtermittel-Additiv eingesetzt.
Die Konzentration an D-Pantothensäure kann mit bekannten Verfahren
(Velisek; Chromatographic Science 60, 515–560 (1992)) bestimmt werden.
Die Korngrößenverteilung kann mit Methoden der Laserbeugungsspektrometrie
durchgeführt werden. Die entsprechenden Methoden sind im Lehrbuch zur „Teilchengrößenmessung
in der Laborpraxis" von R. H. Müller und R. Schuhmann, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Stuttgart (1996), oder im Lehrbuch „Introduction to Particle Technology"
von M. Rhodes, Verlag Wiley & Sons (1998), beschrieben.
Beispiele
Die vorliegende Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Zu diesem Zweck wurden Versuche mit dem D-Pantothensäure
produzierenden Stamm Escherichia coli 5069/pFV31 durchgeführt, der als FERM-BP
4395 gemäß Budapester Vertrag beim Fermentation Research Institute, Agency
of Industrial Science and Technology in 1-1-3, Higashi, Tsukuba-shi, Ibaraki (Japan),
hinterlegt ist (EP-A-0590857).
Die Messungen wurden an einem Laserbeugungsspektrometer vom Typ Cilas
920 der Firma Quanto Chrome (Odelzhausen, Deutschland) durchgeführt. Die Auswertung
der Meßergebnisse erfolgte nach der Vorschrift der Deutschen Industrienorm
DIN 66141 zur Darstellung der Korngrößenverteilung.
Beispiel 1
Herstellung des Calciumsalzes der D-Pantothensäure in einer Fermentationsbrühe
1. Herstellung von Inokulum (master cell bank)
Eine Probe von Escherichia coli FV5069/pFV31 wurde auf LBG-Agar ausgestrichen,
der mit 50 &mgr;g pro ml Ampicillin supplementiert worden war.
Diese Agarplatten-Kultur wurde 17 Stunden bei 37°C inkubiert und dann im Kühlschrank
bei +4°C aufbewahrt. Ausgewählte Einzelkolonien wurden anschließend
in LBG-Bouillion weiter vermehrt. LBG-Bouillion hat folgende Zusammensetzung: 10
g/l Pepton, 5 g/l Hefeextrakt, 5 g/l NaCl und 1 g/l Glucose. LBG-Agar enthält
zusätzlich 12 g/l Agar. Vorgefertigte Zubereitungen können von der Firma
Gibco/BRL (Paisley, Schottland, Großbritanien) als LB Broth Base oder LB-Agar
bezogen werden. Nach Zusatz von 1 g/l Glucose erhält man dann die angegebenen
Medien. Kulturen von 10 ml, die in 100 ml Erlenmeyerkolben enthalten waren, wurden
16 Stunden bei 37°C und 180 U/min auf einem ESR-Inkubator der Firma Kühner
AG (Birsfelden, Schweiz) inkubiert. Im Anschluß wurde die Zellsuspension auf
einer Zentrifuge vom Typ J-6B der Firma Beckmann (Hannover, Deutschland) 15 Minuten
bei 4000 U/min abzentrifugiert. Das Zellpellet wurde in 10 ml LBG-Medium, das mit
20% Glycerin supplementiert worden war, resuspendiert, in 10 Aliquots je 1 ml unter
sterilen Bedingungen abgefüllt und bei –70°C eingefroren. Diese
Kulturen wurden als „master"-Zellbank (master cell bank) verwendet.
Für die Herstellung einer Arbeitszellbank (working cell bank)
wurde LBG-Medium, das mit 50 &mgr;g/ml Ampicillin supplementiert worden war, in
10-ml-Portionen auf 100-ml-Erlenmeyerkolben verteilt und anschließend mit 100
&mgr;l der oben beschriebenen „master"-Zellbank beimpft. Die Inkubation
erfolgte über einen Zeitraum von 16 Stunden bei 37°C und 180 U/min auf
einem ESR-Inkubator der Firma Kühner AG (Birsfelden, Schweiz).
Nach der Inkubation wurde die optische Dichte (OD) der Kultursuspension
mit einem LP2W-Photometer der Firma Dr. Lange (Berlin, Deutschland) bei einer Meßwellenlänge
von 660 nm bestimmt. Sie betrug 3,5. Anschließend wurde die Zellsuspension
in sterilen 30-ml-Polyethylenröhrchen der Firma Greiner (Frickenhausen, Deutschland)
unter sterilen Bedingungen abgefüllt und bei 2500 U/min 15 Minuten mit einer
Zentrifuge vom Typ J-6B der Firma Beckmann (Hannover, Deutschland) abzentrifugiert.
Die abgetrennte Biomasse wurde in 10 ml LBG-Medium, das mit 20% Glycerin supplementiert
worden war, resuspendiert. Im Anschluß wurde die Zellsuspension in 500-&mgr;l-Portionen
in 1 ml sterilen Röhrchen der Firma Nalgene (New York, U.S.A.) unter sterilen
Bedingungen abgefüllt und bei –70°C eingefroren. Die auf diese
Weise hergestellten Konserven wurden als Arbeitszellbank (working cell bank) verwendet.
2. Herstellung einer Calcium-D-pantothenat-haltigen Fermentationsbrühe
Zur Herstellung einer Calcium-D-pantothenat-haltigen Fermentationsbrühe
wurde die Arbeitszellbank zunächst in einer Schüttelkolbenkultur vermehrt
und diese zur Beimpfung eines Vorfermenters verwendet. Die Kultur des Vorfermenters
wurde zur Beimpfung des Produktionsfermenters verwendet.
Für die Schüttelkolbenkultur wurde das SKA-Medium verwendet
(Tabelle 1). Dieses SKA-Medium wurde folgendermaßen zubereitet: In einem 1-l-Becherglas
wurden 7,0 g (NH4)2SO4, 0,5 g KH2PO4,
1,0 g K2HPO4, 0,5 g MgSO4·7H2O,
0,01 g MnSO4·H2O, 0,001 g ZnSO4·7H2O,
0,005 g Fe2(SO4)3 und 20 g Maisquellwasser abgewogen,
das zuvor mit 25%iger Ammoniaklösung auf pH 6,8 eingestellt worden war, und
anschließend mit destilliertem Wasser auf 825 g aufgefüllt. Diese Maisquellwasser-haltige
Salzlösung wurde im Autoklaven 20 Minuten bei 121°C sterilisiert. Weiterhin
wurde eine Lösung aus 25 g Glucose und 0,002 g Thiamin·HCl mit destilliertem
Wasser auf 125 g aufgefüllt und durch Filtration sterilisiert. 10 g CaCO3
wurden in einem 100-ml-Kolben abgewogen und im Autoklaven 20 Minuten bei 123°C
sterilisiert. Durch Vereinigung der beiden oben genannten Komponenten mit der Maisquellwasser-haltigen
Salzlösung wurde das Medium SKA erhalten.
Dieses Medium SKA wurde in 12,5-ml-Portionen auf 100-ml-Erlenmeyerkolben
verteilt und anschließend mit 0,5 ml einer Zellsuspension beimpft. Als Zellsuspension
wurde eine mit steriler physiologischer Kochsalzlösung 1:100 verdünnte
Konserve der Arbeitszellkultur verwendet. Die Inkubation erfolgte über einen
Zeitraum von 20 Stunden bei 32°C und 150 U/min auf einem RC-1-TK-Inkubator
der Firma Infors AG (Bottmingen, Schweiz). Die im Anschluß daran bestimmte
optische Dichte bei einer Meßwellenlänge von 660 nm (OD 660) betrug 12,5.
Zur Inokulierung von 20 kg des Vorkulturmediums A1-102, das in einem
42-l-Rührreaktorfermenter der Firma Bioengineering (Wald, Schweiz, Modell LP-42)
enthalten war, wurden 0,5 ml des SKA-Mediums 1:100 verdünnt und 50 ml dieser
Suspension in den Fermenter zugegeben. Das Vorkulturmedium A1-102 enthielt die in
Tabelle 2 aufgeführten Bestandteile. Die Kultur wurde 15,5 Stunden bei einer
Temperatur von 37°C, einer volumenspezifischen Belüftung von 0,5 Volumen/Volumen/Minute
(vvm), einem Sauerstoffpartialdruck von 20% der Luftsättigung und einem pH
von 6,5 bis zum Erreichen einer OD 660 von 11,3 kultiviert.
Zur Inokulierung von 5830 g des Hauptkulturmediums M1-380, das in
14-l-Rührreaktorfermentern der Firma B. Braun (BBI, Deutschland,
Melsungen, Modell Biostat E/ED) enthalten war, wurden 423 ml der zweiten Vorkultur
in Medium A1-102 zugegeben. Das Hauptkulturmedium M1-380 enthielt die in Tabelle
3 aufgeführten Bestandteile. Die Kultur wurde zunächst 6,5 Stunden bei
einer Temperatur von 37°C, einer volumenspezifischen Belüftung von 0,75
vvm, einer minimalen Rührung von 400 U/min und einem pH von 6,5 bis zum Erreichen
einer OD 660 von 18,6 und einem Sauerstoffpartialdruck von 2% der Luftsättigung
kultiviert. Die Kultur wurde anschließend weitere 41 Stunden bei einer Temperatur
von 37°C, einem Sauerstoffpartialdruck von 2% der Luftsättigung und einem
pH-Wert von 6,0 bis zum Erreichen einer OD 660 von 66,8 kultiviert. Nach einer Fermentationszeit
von 13 Stunden wurde &bgr;-Alanin in einer Konzentration von 152,7 g in 570 ml
H2O über einen Zeitraum von 34,5 Stunden zugefüttert. Nach
einer Fermentationszeit von 21,5 Stunden wurde eine zehnprozentige Ca(OH)2-Lösung
über einen Zeitraum von 26 Stunden zur pH-Statisierung zudosiert. 3,43 kg des
Mediums M2-257 mit einer Glucose-Konzentration von 650,8 g/l und einer Thiamin·HCl-Konzentration
von 35,7 mg/l wurde innerhalb von 41 Stunden zugefüttert.
Anschließend wurden die optische Dichte (OD) mit einem Digitalphotometer
vom Typ LP1W der Firma Dr. Bruno Lange GmbH (Berlin, Deutschland) bei einer Meßwellenlänge
von 660 nm und die Konzentration an gebildeter D-Pantothensäure mittels HPLC
(Hypersil APS2 5 &mgr;m, 250 × 5 mm, RI-Detektion) bestimmt.
In der Fermentationsendprobe wurde nach 70,0 Stunden eine Calcium-D-pantothenat-Konzentration
von 49,7 g/l, gemessen als D-Pantothensäure, festgestellt.
Der Gehalt an D-Pantothensäure wurde mit Hilfe einer HPLC-Anlage
(HPLC = Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie) vom Typ M321 der Firma Knauer
(Berlin, Deutschland) mittels RI-Detektion (Brechungsindex-Detektion) unter Verwendung
einer Hypersil-APS2-Aminophase mit einer Korngröße von 5 &mgr;m bestimmt.
Beispiel 2
Herstellung von feinteiligem Calcium-D-pantothenat aus Fermentationsbrühe
Aus einer Calcium-D-pantothensäure-haltigen Fermentationsbrühe,
die nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt worden war und etwa 4,9 Gew.-%
D-Pantothensäure enthielt, wurde zunächst die Biomasse abgetrennt. Hierzu
wurden 90 l der oben genannten Fermentationsbrühe durch Querstromfiltration
mit einer 0,22-&mgr;m-Mikrofiltrationsmembran in einer Filtrationsanlage CERAFLO
MSP005756 der Firma Millipore (Bad Homburg, Deutschland) abfiltriert.
Anschließend wurde die so behandelte Brühe dann unter Vakuum
bei 40–80°C in einem Rotationsverdampfer (Rotavapor R-152 der Firma
Büchi, Schweiz) auf einen Flüssigkeitsanteil von etwa 30% Trockengehalt
eingeengt. Die so eingeengte Brühe wurde anschließend zur Darstellung
des Calciumsalzes der D-Pantothensäure sprühgetrocknet. Hierzu wurde ein
Technikumssprühtrockner der Firma Niro (Kopenhagen, Dänemark) vom Typ
NIRO Minor mit Zerstäuberscheibe (120 mm Durchmesser; 135 m/s Umlaufgeschwindigkeit)
bei einer Eingangstemperatur von 175°C, einer Ausgangstemperatur von 80°C
und einem Trocknungsgasdurchsatz von 525 m3/h eingesetzt. Zum besseren
Produktaustrag wurde dem Trocknungsgasstrom Sipernat 22 der Firma Degussa-Hüls
AG (Frankfurt am Main, Deutschland) als Pulverhilfsmittel in einem Verhältnis
von 5 Gew.-%, bezogen auf Trockenmasse des Konzentrats, zugesetzt.
Das so hergestellte Calcium-D-pantothenat-haltige Produkt besaß
einen D-Pantothensäure-Gehalt von 48,5 Gew.-%, war rieselfähig und hatte
eine Schüttdichte von 460 kg/m3 bei einer mittleren Korngröße
von 34 &mgr;m.
Beispiel 3
Herstellung von D-Calcium-pantothenat mit einer Korngröße >
100 &mgr;m durch Kompaktierung im Walzenkompaktierer und Siebung
Ein Calcium-D-pantothensäure-haltiges staubförmiges Produkt,
das nach dem Verfahren von Beispiel 2 hergestellt worden war und etwa 48,5 Gew.-%
D-Pantothensäure enthielt und eine mittlere Korngröße von 34 &mgr;m
hatte, wurde mit einem Walzenkompaktor mit Zigarrenwalzen (Pharmapaktor der Firma
BEPEX vom Typ L200/50 P) mit einer Preßkraft von 40–90 Newton kompaktiert.
Die Drehzahl der Walzen betrug hierbei 10 Umdrehungen pro Minute. Das so auf diese
Weise hergestellte Kompaktat wurde anschließend in Zerkleinersieben auf eine
Korngrößenverteilung von 200 bis 400 &mgr;m gebrochen. Die Ausbeute
in den einzelnen Kornfraktionen ist in Tabelle 5 zusammengefaßt.
Das Kompaktat zeichnete sich durch einen deutlich geringeren Feinstaubanteil
und ein wesentlich verbessertes Fließverhalten im Vergleich zum pulverförmigen
Ausgangsprodukt aus.
Die Fraktion „Mittlere Korngröße" wurde durch Siebung
isoliert und stellt das Produkt dar. Das auf diese Weise hergestellte Produkt hatte
einen Gehalt von ca. 40,7 Gew.-%, gemessen als D-Pantothensäure, und besaß
eine Schüttdichte von 630 kg/m3.
Beispiel 4
Herstellung von D-Calcium-pantothenat mit einer mittleren Korngröße
von 200 bis 400 &mgr;m durch Aufbaugranulierung im Wirbelschichtgranulator
4.1 Verwendung von Wasser als Granulationsbindemittel
Calcium-D-pantothensäure-haltiges pulverförmiges Produkt,
welches nach dem im Beispiel 2 beschriebenen Verfahren durch Sprühtrocknung
aus einer Calcium-D-pantothensäure-haltigen Fermentationslösung hergestellt
worden war, wurde anschließend durch Aufsprühen einer bestimmten Menge
Wasser in einem Wirbelschichtgranulator weiter verarbeitet.
Hierzu wurden 300 g des nach Beispiel 2 hergestellten staubförmigen
Calcium-D-pantothensäure-haltigen Produkts in einer Laborwirbelschichtanlage
der Firma Aeromatics Niro (Kopenhagen, Dänemark) vorgelegt. Bei einer Wirbelschichttemperatur
von 50°C und einer Abgastemperatur von 30°C wurde über eine Düsenvorrichtung
3 g Wasser pro Minute eingesprüht. Die Wirbelgastemperatur lag bei 70–80°C.
Die Korngrößenverteilung des auf diese Weise hergestellten Produkts ist
in Tabelle 6 dargestellt.
Der bestimmte Gehalt, gemessen als D-Pantothensäure, betrug 38,1
Gew.-%. Das Produkt war nahezu staubfrei. Die Schüttdichte betrug 310 kg/m3.
Das Produkt war sehr gut rieselfähig.
4.2 Verwendung eines Calciumpantothenat-haltigen Konzentrats als Granulationsbindemittel
Ein Calcium-D-pantothensäure-haltiges pulverförmiges Produkt,
welches nach dem im Beispiel 2 beschriebenen Verfahren durch Sprühtrocknung
aus einer Calcium-D-Pantothensäure-haltigen Fermentationslösung hergestellt
worden war, wurde in einem anderen Versuch durch Aufsprühen einer bestimmten
Menge an konzentrierter Lösung an Calcium-D-pantothenat mit einem Trockenmassengehalt
von etwa 50 Gew.-% in einem Wirbelschichtgranulator weiter verarbeitet.
Hierzu wurden 1000 g des nach dem im Beispiel 2 beschriebenen Verfahren
hergestellten staubförmigen Calcium-D-Pantothensäure-haltigen Produkts
in einer diskontinuierlich arbeitenden Laborwirbelschichtanlage der Firma Glatt
(Binzen, Deutschland) vorgelegt. Bei einer Wirbelschichttemperatur von ca. 40–45°C
und einer Zulufttemperatur von ca. 80°C wurden über eine Düsenvorrichtung
ca. 5 g des oben beschriebenen Konzentrats pro Minute in die Laborwirbelschichtanlage
eingesprüht. Die Korngrößenverteilung des auf diese Weise hergestellten
Produkts ist in Tabelle 7 dargestellt.
Der bestimmte Gehalt, gemessen als D-Pantothensäure, betrug 38,9
Gew.-%. Das Produkt war nahezu staubfrei. Die Schüttdichte betrug 400 kg/m3.
Nach dem hier beschriebenen oder einem anderen Sprüh-, Fließbett-,
Rühr- oder Mischverfahren wird das D-Calcium-pantothenat-haltige oder D-Pantothensäure-haltige
Konzentrat auf andere übliche organische oder anorganische Träger- oder
Hilfsstoffe wie Kieselsäuren, Silikate, Schrote, Kleien, Mehle, Stärken,
Zucker oder dergleichen gesprüht und gegebenenfalls unter Einsatz von Binde-,
Gelier- oder anderen Formulierungshilfsmitteln granuliert.
Beispiel 5
Herstellung von D-Calcium-pantothenat mit einer mittleren Korngröße
von 100 bis 400 &mgr;m durch Mischen und Granulierung in einem Vakuumtrockner
Aus einer Calcium-D-pantothensäure-haltigen Fermentationsbrühe,
die nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt worden war und etwa 4,9 Gew.-%
D-Pantothensäure enthielt, wurde zunächst die Biomasse abgetrennt. Hierzu
wurden 90 l der oben genannten Fermentationsbrühe durch Querstromfiltration
mit einer 0,22-&mgr;m-Mikrofiltrationsmembran in einer Filtrationsanlage CERAFLO
MSP005756 der Firma Millipore (Bad Homburg, Deutschland) abfiltriert.
Anschließend wurde die so behandelte Brühe dann unter Vakuum
bei 40–80°C in einem Rotationsverdampfer (Rotavapor R-152 der Firma
Büchi, Schweiz) auf einen Flüssigkeitsanteil von etwa 50 Gew.-% Trockengehalt
eingeengt. Das so hergestellte Calcium-D-pantothensäure-haltige Konzentrat
mit einem D-Pantothensäure-Gehalt von 28,8 Gew.-% wurde dann zur Bildung eines
freifließenden Granulats mit Hilfe eines Vakuumtrockners (Typ VT130, Gebrüder
Lödige Maschinenbau GmbH, Paderborn, Deutschland) mit einer Kieselsäure
(Sipernat 22 der Firma Degussa-Hüls AG, Frankfurt, Deutschland) vermischt.
Zunächst wurden 15 kg der Kieselsäure (Sipernat 22 der Firma Degussa-Hüls
AG, Frankfurt, Deutschland) im Vakuumtrockner (Typ VT130, Gebrüder Lödige
Maschinenbau GmbH, Deutschland) vorgelegt und dann 39,0 kg des oben hergestellten
Calcium-D-pantothensäure-haltigen Konzentrats mit einer Rate von 2,0 kg pro
Minute unter einem Vakuum von 200 mbar zugegeben, wobei das zu vermischende Material
eine Temperatur von 45°C aufwies und die Rührerleistung 120 U/min (Umdrehungen
pro Minute) betrug. Dann wurde unter Erhöhung des Vakuums auf 50 mbar noch
15 Minuten weitergemischt. Das so hergestellte Calcium-D-pantothensäure-haltige
Granulat wurde dann in einem Vibrationswirbelschichttrockner (Escher-Wyss, Linden,
Deutschland) mit einer Wirbelschichtoberfläche von 0,3 m2 bei einer
Schichttemperatur von 65°C und einem Trocknungsgasdurchsatz von 270 Nm3/Stunde
auf einen Restfeuchtigkeitsgehalt von weniger als 2 Gew.-% getrocknet. Die mittlere
Korngrößenverteilung des Produkts ist in Tabelle 8 dargestellt.
Der bestimmte Gehalt, gemessen als D-Pantothensäure, betrug 32,6
Gew.-%. Das Produkt war nahezu staubfrei. Die Schüttdichte betrug nach der
Trocknung 650 kg/m3.
Nach dem hier beschriebenen oder einem anderen Sprüh-, Fließbett-,
Rühr- oder Mischverfahren kann das D-Calcium-pantothenat-haltige oder D-Pantothensäure-haltige
Konzentrat auf andere übliche organische oder anorganische Träger- oder
Hilfsstoffe wie Kieselsäuren, Silikate, Schrote, Kleien, Mehle, Stärken,
Zucker oder dergleichen gesprüht und gegebenenfalls unter Einsatz von Binde-,
Gelier- oder anderen Formulierungshilfsmitteln granuliert werden.