Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung
und/oder zur Bestimmung des Zustandes einer Kraftmessvorrichtung mit mindestens
einem, einen Innenraum aufweisenden Gehäuse und mit mindestens einer, im Innenraum
des mindestens einen Gehäuses eingebauten Kraftmesszelle, sowie eine zur Ausführung
des Verfahrens geeignete Kraftmessvorrichtung.
Viele Kraftmessvorrichtungen, insbesondere gravimetrische
Messgeräte wie beispielsweise Waagen, Thermogravimetriegeräte, Messgeräte
zur gravimetrischen Feuchtigkeitsbestimmung, Wägemodule für Tankanlagen
und Reaktorbehälter, Wägemodule und Mehrfachwägevorrichtungen in
Abfüll- und Verpackungsanlagen, aber auch Drehmoment- und Beschleunigungsmessvorrichtungen
werden hinsichtlich ihrer teilweise sehr aggressiven Einsatzumgebung mit wirkungsvollen
Massnahmen vor Zerstörung geschützt. Diese Schutzmassnahmen sind auf die
Einsatzumgebung angepasste Gehäuse, welche entsprechende Vorschriften im Bezug
auf das Eindringen von Staub, Feuchtigkeit und dergleichen erfüllen müssen,
wie diese beispielsweise in den Ingress Protection Ratings nach EN60529 klassifiziert
sind.
Hochlast- Kraftmesszellen für Wägemodule, so
genannte Tank- oder Reaktorbehälter-Wägemodule sind beispielsweise in
gasdicht verschweissten, rostfreien Stahlgehäusen eingebaut. Die in solchen
Gehäusen untergebrachten Kraftmesszellen arbeiten problemlos, solange das Gehäuse
die das Wägesignal beeinträchtigenden Umwelteinflüsse von der Kraftmesszelle
fernhält. Meistens werden die Kraftmesszellen bei undichten Gehäusen auch
nicht schlagartig zerstört, es findet vielmehr eine schleichende Zerstörung
statt, welche häufig erst spät festgestellt wird. Sofern die Messeinrichtung
in Industrieanlagen mit hohem Automatisierungsgrad eingebaut ist, kann ein Defekt
der Messeinrichtung zu langer Ausfallzeit der Anlage oder zu fehlerhaften Produkten
führen.
Je nach Umgebungsbedingungen müssen die Kraftmessvorrichtungen
nicht zwingend hermetisch gekapselt sein. Einfachere und kostengünstigere Gehäuse
mit berührungsfreien Durchführungen wie sie beispielsweise in der
DE 101 49 606 C2
offenbart werden, können ebenfalls in der Industrieumgebung eingesetzt
werden. Auch normale Waagengehäuse erfüllen bei entsprechenden Umgebungsbedingungen
ihren Zweck. Allerdings kann durch einen Manipulationsfehler zum Beispiel Flüssigkeit
ins Innere des Gehäuses eindringen und die relative Feuchte des Gehäuseinnenraumes
derart erhöhen, dass Teile der Kraftmesszelle oder die Elektronik- Komponenten
der Signalverarbeitung korrodieren.
Oftmals werden Kraftmessvorrichtungen bis zu ihrer Inbetriebnahme
über weite Strecken transportiert und zwischengelagert. Dabei kann sich in
ungeeigneter Transport- oder Lagerumgebung im Gehäuseinnern ein Kondensat bilden,
das die Messperformance empfindlich beeinträchtigen kann.
Die Inspektion der Kraftmesszelle ist je nach umgebendem
Gehäuse mit sehr hohem Aufwand verbunden oder gar unmöglich. Eine periodische
Überprüfung der in Anlagen eingesetzten Kraftmessvorrichtungen ist aufwändig
und teuer.
In der
EP 1 347 277 B1
wird eine Kraftmesszelle offenbart, die zusätzlich einen Temperatursensor
aufweist. Die analogen Signale der Kraftmesszelle werden mittels einer ersten Wandlerschaltung
und die vom Temperaturfühler abgegebenen analogen Signale mittels einer zweiten
Wandlerschaltung in zweiwertige pulsweitenmodulierte Signale gewandelt. Diese Signale
werden über Verbindungsleitungen zu einem Prozessormodul übertragen und
von diesem mittels aus einem Speichermodul abrufbaren Kompensationsdaten weiter
verarbeitet. Durch die Verarbeitung der Kraftmesszellen- Signale mit den Temperatursensor-
Signalen wird die Temperaturdrift der Wägezelle korrigiert. Durch die Behandlung
des Wägesignals in dieser Art können zwar die Einwirkungen der Umwelt
auf das Wägeergebnis ausreichend kompensiert werden, der eigentliche Zustand
der Kraftmesszelle ist aber dadurch nicht ermittelbar.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren zur Überwachung und/oder zur Bestimmung des Zustandes einer,
in einem Gehäuse angeordnete Kraftmesszelle anzugeben, ohne dass dieses Gehäuse
zwecks Zustandsbestimmung der Kraftmesszelle geöffnet werden muss.
Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren und einer Kraftmessvorrichtung
gelöst, welche die im Anspruch 1 bzw. 14 angegebenen Merkmale aufweisen.
In einem Verfahren zur Überwachung und/oder zur Bestimmung
des Zustandes einer Kraftmessvorrichtung mit mindestens einem, einen Innenraum aufweisenden
Gehäuse und mit mindestens einer, im Innenraum des mindestens einen Gehäuses
eingebauten Kraftmesszelle wird durch mindestens ein im Innenraum des Gehäuses
oder mindestens ein, am Gehäuse angeordneter Sensor mindestens ein, die Lebensdauer
der Kraftmesszelle beeinflussender Parameter des Innenraumklimas gemessen und ein,
dem gemessenen Parameter des Innenraumklimas entsprechendes Sensorsignal an eine
Recheneinheit und/oder an eine Ausgabe übermittelt.
Sofern der Parameter des Innenraumklimas auch das Wägesignal
der Kraftmessvorrichtung beeinflusst, kann durch den mindestens einen Sensor oder
durch einen zusätzlichen Sensor ein dem gemessenen Parameter des Innenraumklimas
entsprechendes Sensorsignal der Recheneinheit zugeführt und in der Recheneinheit
mit einem oberen Benutzungsgrenzwert und/oder einem unteren Benutzungsgrenzwert
verglichen werden. Bei Verletzung eines dieser Benutzungsgrenzwerte wird das Sensorsignal
oder ein Ausgabesignal der Recheneinheit an eine Ausgabe übermittelt.
Selbstverständlich kann durch den mindestens einen
Sensor auch kontinuierlich oder periodisch und/oder zufällig ein Sensorsignal
mindestens eines, die Lebensdauer der Kraftmesszelle und/oder das Wägesignal
beeinflussenden Parameters des Innenraumklimas ermittelt werden.
Eine kontinuierliche Erfassung der Sensorsignale hat den
Vorteil, dass der ganze Signalverlauf des Sensors vorhanden ist, welcher über
die Belastungshöhe und Belastungsdauer des entsprechenden Parameters des Innenraumklimas
auf die Kraftmesszelle Auskunft gibt und dadurch zur Berechnung der Restlebensdauer
herangezogen werden kann.
Zufällig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine
Signalerfassung oder Signalgenerierung nicht nach einem fixen Zeitablauf ausgelöst
wird sondern beispielsweise durch einen Zufallsgenerator oder durch den Benutzer
initialisiert wird. Diese Initialisierung kann die Erfassung eines einzelnen Signals
verursachen, jedoch aber auch über eine vorbestimmte Zeit eine periodische
Signalerfassung auslösen.
Vorzugsweise wird durch den mindestens einen Sensor die
Veränderung mindestens eines, die Lebensdauer der Kraftmesszelle und/oder das
Wägesignal beeinflussenden Parameters des Innenraumklimas detektiert, und ein
dieser Veränderung entsprechendes Sensorsignal ermittelt. Dieses Sensorsignal
kann automatisch an die Ausgabe oder Recheneinheit weitergeleitet werden.
Unter dem Begriff Recheneinheit werden alle signalverarbeitenden
Elemente wie analoge Schaltkreise, digitale Schaltkreise, integrierte Schaltkreise,
Prozessoren, Computer und dergleichen verstanden, die die durch den Sensor generierten
Sensorsignale mit bereits in der Recheneinheit gespeicherten oder eingestellten
Werten vergleicht. Diese Werte, insbesondere Maximalwerte, Schwellwerte und Benutzungsgrenzwerte
können aus Regelwerken wie nationalen oder internationalen Normen stammen,
aus Vergleichsmessungen ermittelt oder vom Hersteller der Kraftmessvorrichtung festgelegt
worden sein.
Maximalwerte und Schwellwerte sind meist abhängig
von der Auslegung der Kraftmessvorrichtung und werden in der Regel durch den Hersteller,
eventuell aber auch durch den Benutzer festgelegt. Schwellwerte definieren Zustandsgrenzwerte,
bei deren Überschreitung ein bleibender Schaden an der Wägezelle verursacht
wird, dieser bleibende Schaden aber die Kraftmessvorrichtung nicht prinzipiell unbrauchbar
macht. Durch erneute Kalibrierung der Kraftmessvorrichtung nach dem Überschreiten
des Schwellwertes kann die Veränderung kompensiert werden. Eine mehrfache Überschreitung
des Schwellwerts kann eine schrittweise Zerstörung der Kraftmessvorrichtung
bedeuten, bis hin zu einem Zustand, der nicht mehr mittels einer Kalibrierung kompensiert
werden kann. Dieser Zustand wird im Maximalwert ausgedrückt und abgebildet.
Selbstverständlich kann ein Maximalwert auch durch ein einmaliges Ereignis
erreicht werden, sofern sich die im Gehäuse herrschenden Innenraumklima-Werte
sehr stark verändern oder weitere Einwirkungen wie beispielsweise Schläge
auf die Kraftmessvorrichtung zur Zerstörung derselben führen.
Diese Werte können in geeigneter Form in der Recheneinheit
gespeichert sein. Dabei kann die Kraftmessvorrichtung bei Bedarf auch mehrere Recheneinheiten
aufweisen, beispielsweise kann für jeden eingebauten Sensor eine eigene Recheneinheit
vorhanden sein. Als Benutzungsgrenzwerte sind beispielsweise festgelegt:
- Luftdruckgrenzen nach OIML R60: +95kPa bis +105kPa
- Temperaturgrenzen nach OIML R60: Klasse II, +10°C bis +30°C Klasse
III, -10°C bis +40°C
Die Benutzungsgrenzwerte definieren den Innenraumklima-Wertebereich,
in welchem die Kraftmesszelle betrieben werden darf ohne die zulässigen Messergebnistoleranzen
der Kraftmessvorrichtung zu verletzen.
Der Begriff Ausgabe steht für alle analog beziehungsweise
digital arbeitenden Übermittlungs-, Melde- und Warnsysteme die geeignet sind,
die durch den Sensor erzeugten Sensorsignale eines Innenraumklima- Parameters oder
ein Ausgangssignal der Recheneinheit durch geeignete Mittel wie Ton, Licht, Vibrationen,
elektrische Signale, elektromagnetische Impulse, numerische Ausgaben und dergleichen
mehr darzustellen oder an weitere Geräte, beispielsweise weitere Ausgaben,
Leitsysteme, Terminals und dergleichen zu übermitteln. Die Ausgabe kann deshalb
auch ein Transponder oder Transmitter sein, welcher die Sensorsignale und/oder Ausgangssignale
beispielsweise an ein portables Gerät sendet. Mittels der Ausgabe kann eine
Warnung an den Benutzer ausgegeben, das Ereignis an eine Speichereinheit weitergesendet
oder sogar der Hersteller oder dessen Servicestelle beispielsweise über Internetverbindungen
direkt alarmiert werden.
Alle Sensoren können aktive Systeme sein, die eine
Veränderung selbständig detektieren und ein Sensorsignal an die Recheneinheit
und/oder an die Ausgabe weiterleiten. Aber auch passive Sensoren sind verwendbar,
wobei die Sensorsignale durch die Recheneinheit periodisch abgefragt werden. Die
so erfassten Daten erlauben bereits eine grobe Berechnung der Restlebensdauer, indem
bei jeder Verletzung eines Schwellwertes oder Maximalwertes ein vordefinierter Betrag
von der vordefinierten Lebensdauer subtrahiert wird. Eine kontinuierliche Erfassung
der Sensorsignale analog einem Signalverlauf erlaubt aufgrund der miterfassten Zeitabschnitte
eine sehr genaue Berechnung der Restlebensdauer.
Die erfindungsgemässe Anordnung mindestens eines Sensors
innerhalb des Wägezellengehäuses erlaubt somit den aktuellen Zustand der
Wägezelle zu ermitteln und im Falle mehrerer auftretender Schwellwertverletzungen
gegebenenfalls auch die Restlebensdauer zu berechnen. Dabei wird das von einem Sensor
ermittelte Sensorsignal in der Recheneinheit mit wenigstens einem Schwellwert verglichen
und nach Überschreiten dieses Schwellwerts
- a) eine entsprechende Belastung registriert;
- b) eine entsprechende Belastung registriert und die Summe aller Belastungen
berechnet oder
- c) eine entsprechende Belastung registriert und die Summe aller Belastungen
berechnet und durch Vergleich mit einem Maximalwert der zulässigen Belastungen
eine zulässige Restbelastung oder Restlebensdauer berechnet.
Die Summe der Belastungen beziehungsweise die Restlebensdauer,
kann entweder über die Ausgabe von der Recheneinheit abgefragt werden oder
die Recheneinheit übermittelt automatisch bei jeder Registrierung einer entsprechenden
Belastung, diese Angaben in Form von Ausgangssignalen an die Ausgabe. Dieses Ausgangssignal
kann verschiedene Aktionen wie eine Alarmierung oder eine Kalibrierung auslösen,
beziehungsweise den Messvorgang der Kraftmessvorrichtung unterbrechen.
Grundsätzlich ist es unerheblich, wo der Sensor innerhalb
des Gehäuses installiert ist. Er kann an der Innenseite des Wägezellengehäuses
oder an der Wägezelle selbst angebracht sein oder auch beispielsweise in der
Platine der Signalverarbeitung integriert sein. Sogar an der Aussenseite des Wägezellengehäuses
ist eine Anordnung des Sensors vorstellbar, sofern eine geeignete Verbindung zwischen
dem Innenraum und dem Sensor besteht, um einen entsprechenden Parameter des Innenraumklimas
genügend genau zu erfassen. Zum Beispiel kann ein Temperatursensoren auf der
Gehäuse- Aussenseite angebracht sein, wenn die Sensor- Kontaktfläche des
Gehäuses einen ausreichende Wärmekonvektion vom Innenraum zum Sensor gewährleistet.
Auch Drucksensoren können an der Aussenseite des Gehäuses angebracht sein,
sofern eine entsprechende Verbindung zum Innenraum hergestellt ist oder das Gehäuse
zumindest eine membranförmig ausgebildete Stelle aufweist, vermittels deren
Dehnung der Parameter Druck des Innenraumklimas erfasst werden kann.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung wird die Summe
aller Belastungen die auf die Kraftmesszelle einwirken, durch Integration
- a) des gesamten Verlaufs der Sensorsignale des mindestens einen Sensors oder
- b) des Verlaufs der Sensorsignale des mindestens einen Sensors nach Überschreiten
eines Schwellwerts oder
- c) der Zeitabschnitte während derer die Sensorsignale des mindestens einen
Sensors über dem bzw. den Schwellwerten liegt,
bestimmt und nach Überschreiten des Maximalwerts der Zustand der Kraftmesszelle
bzw. das Überschreiten des Maximalwerts an die Ausgabe übermittelt.
Das der Ausgabe zugeführte Sensorsignal oder das Ausgangssignal
der Recheneinheit kann verschiedene Aktionen wie eine Alarmierung, beispielsweise
über ein Warnsystem oder ein Meldesystem auslösen und/oder einen Messvorgang
der Kraftmessvorrichtung unterbrechen. Auch die Löschung einer Bereitschaftsanzeige,
welche anzeigt, dass die Kraftmessvorrichtung betriebsbereit ist, ist denkbar.
In einer Weiterbildung kann das mindestens eine Sensorsignal
oder das Ausgangssignal auch einen automatischen Kalibriervorgang der Kraftmesszelle
auslösen oder vom Benutzer/Hersteller eine manuell durchgeführte Kalibrierung
verlangen.
In einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens werden
zur Kontrolle des mindestens einen Sensors dessen an die Recheneinheit übermittelten
Sensorsignale zumindest periodisch in der Recheneinheit durch einen Vergleich mit
in der Recheneinheit gespeicherten oder durch die Recheneinheit gebildeten Verifizierungswerten
und Verifizierungstoleranzwerten überprüft und beim Verletzen der Verifizierungswerte
und/oder Verifizierungstoleranzwerte ein Fehler registriert und an die Ausgabe übermittelt.
Die Verifizierungswerte sind abhängig vom verwendeten Sensor und werden meistens
vom Hersteller des Sensors mitgeliefert. Wird während des Betriebs der Kraftmessvorrichtung
beispielsweise ein Sensorsignal vom Sensor geliefert, das aufgrund der physikalischen
Gegebenheiten nicht auftreten kann, wird dies durch die Verifizierung der Sensorsignale
in der Recheneinheit erkannt. Des Weiteren können die Verifizierungswerte und
Verifizierungstoleranzwerte auch mit Hilfe vorangegangener Sensorsignale oder mittels
der Sensorsignale weiterer Sensoren festgelegt und/oder angepasst werden.
In einer besonders bevorzugten Weiterbildung wird mindestens
ein Sensorsignal vor der Auslieferung der Kraftmessvorrichtung ermittelt, dieses
Sensorsignal in der Recheneinheit ausgewertet und als Referenzwert gespeichert,
zumindest nach der Auslieferung der Kraftmesszelle mit dem, dem Referenzwert zugeordneten
Sensor mindestens ein Sensorsignal ermittelt, dieses Sensorsignal in einem Sensormesswert
ausgedrückt und diesen Sensormesswert mit dem Referenzwert verglichen. Dieses
Vorgehen kann der Kontrolle dienen, ob die Kraftmessvorrichtung unerlaubt geöffnet
worden ist oder nicht.
Zur Durchführung der vorangehend beschriebenen Verfahren
wird eine Kraftmessvorrichtung mit mindestens einem einen Innenraum aufweisenden
Gehäuse, mindestens einer im Innenraum eingebauten Kraftmesszelle und mit mindestens
einem im Innenraum des Gehäuses und/oder mindestens einem, am Gehäuse
angeordneten Sensor benötigt. Der mindestens eine Sensor weist ein Triggerelement
auf, wobei mindestens ein Schwellwert und/oder mindestens ein Benutzungsgrenzwert
in Abhängigkeit mindestens eines, die Lebensdauer der Kraftmesszelle beeinflussenden
Parameters des Innenraumklimas im Triggerelement abgebildet ist. Anstelle des Sensors
mit Triggerelement kann die Kraftmessvorrichtung auchn mindestens einen Sensor und
mindestens eine Recheneinheit und/oder eine, die Ausgabe enthaltende Ausgabeeinheit
und/oder einen Messumformer sowie ein die Funktion des Triggerns ausführendes
Betriebsprogramm aufweisen, wobei das Betriebsprogramm mindestens ein Schwellwert
und/oder mindestens ein Benutzungsgrenzwert in Abhängigkeit mindestens eines,
die Lebensdauer der Kraftmesszelle beeinflussenden Parameters des Innenraumklimas
aufweist und/oder im Betriebsprogramm mindestens eine Befehlssequenz zum Abfragen
mindestens eines Schwellwertes und/oder eines Benutzungsgrenzwertes und/oder eines
Maximalwertes aus einem Speichermodul vorhanden ist. Die Kombination eines Sensors
mit Triggerelement und einer Recheneinheit mit Betriebsprogramm ist selbstverständlich
auch möglich.
Vorzugsweise wird ein durch das Triggerelement getriggertes
Sensorsignal an eine Recheneinheit und/oder an eine Ausgabe übermittelt. Das
Triggerelement selbst kann unterschiedlich aufgebaut sein. Beispielsweise ist die
Verwendung eines in der
W02004104567
offenbarten Feuchtesensors auf Quarzkristallbasis denkbar, dessen hygroskopische
Schicht so konzipiert ist, dass der Sensor genau dann anspricht, wenn die relative
Feuchte den Schwellwert erreicht. Somit ist der Schwellwert durch die Auslegung
der hygroskopischen Schicht im Sensor abgebildet. Selbstverständlich kann das
Triggerelement auch als Analogschaltung mittels elektronischen Bauteilen wie Komparatorelementen
oder als digitaler Schaltkreis mit einem Mikroprozessor ausgebildet sein.
Ein durch das Betriebsprogramm getriggertes Ausgangssignal
der Recheneinheit kann auch an eine Ausgabe und/oder an eine weitere Recheneinheit
übermittelbar sein. Sofern die Recheneinheit der Kraftmessvorrichtung und/oder
eine die Ausgabe enthaltende Ausgabeeinheit und/oder ein mit dem Sensor in Verbindung
stehender Messumformer über einen Mikroprozessor verfügt, können
einzelne, mehrere oder alle Verfahrensschritte des Verfahrens in einem Betriebsprogramm
abgebildet werden, wobei dieses Betriebsprogramm in mindestens einer Speichereinheit,
welche mit der Kraftmessvorrichtung zumindest zeitweise in Verbindung steht, abgespeichert
ist.
In einer Ausführung muss das vorangehend beschriebene
Betriebsprogramm nicht zwingend im Prozessor eingespeichert sein, sondern kann bei
Bedarf aus einer Speichereinheit ausserhalb der Kraftmessvorrichtung abgerufen und
auf den entsprechenden Prozessor aufgeladen werden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Recheneinheit
und/oder eine, die Ausgabe enthaltende Ausgabeeinheit drahtlos oder drahtgebunden
mit dem mindestens einen Sensor verbunden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
als mindestens ein Sensor ein Sensor vorgesehen, in den ein Speichermodul und/oder
ein Messumformer integriert ist.
Als Sensor kann beispielsweise ein Feuchtesensor verwendet
werden, welcher die Veränderung des Parameters Feuchtigkeit im Innenraum infolge
eines Gehäuselecks detektiert und/oder vermittels dieses Sensors ein dem Parameter
Feuchtigkeit entsprechendes Sensorsignal periodisch und/oder zufällig oder
kontinuierlich ermittelt wird.
Ebenso ist als Sensor ein Temperatursensor verwendbar,
welcher die Veränderung des Parameters Temperatur im Innenraum infolge einer
auf das Gehäuse einwirkenden Strahlung und/oder einer gehäuseintern verursachten
Erwärmung detektiert und/oder ein dem Parameter Temperatur entsprechendes Sensorsignal
periodisch und/ oder zufällig oder kontinuierlich ermittelt wird.
Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung eines
Drucksensors dar, welcher die Veränderung des Parameters Druck im Innenraum
infolge eines Gehäuselecks, einer Gehäusedeformation und/oder einer Erwärmung
des Innenraums detektiert und/oder vermittels diesem Sensor ein dem Parameter Druck
entsprechendes Sensorsignal periodisch und/oder zufällig oder kontinuierlich
ermittelt wird.
Die Kraftmessvorrichtung kann zusätzlich zum mindestens
einen Sensor einen weiteren Sensor im Innenraum des Gehäuses oder am Gehäuse
zur Detektierung von Netzspannungsspitzen in einer die Kraftmesszelle speisenden
Stromversorgung aufweisen.
Des Weiteren kann zusätzlich zum mindestens einen
Sensor mindestens ein weiterer Sensor im Innenraum des Gehäuses oder am Gehäuse
zur Detektierung von radioaktiver Bestrahlung und/oder von Schallwellen und/oder
von Schlägen angeordnet sein.
Ferner kann die Kraftmessvorrichtung im Innenraum des Gehäuses
oder am Gehäuse zusätzlich zum mindestens einen Sensor einen weiteren
Sensor zur Ermittlung eines Sensorsignals in Abhängigkeit der Belastungszyklen
der Kraftmesszelle aufweisen.
Anstelle eines zusätzlichen Sensors können die
mechanischen Belastungen aber auch direkt in der Recheneinheit aus dem Wägesignal
der Kraftmesszelle ermittelt werden.
Die Sensoren der Kraftmessvorrichtung können so ausgebildet
sein, dass in jedem Sensor ein Speichermodul und/oder ein Messumformer und/oder
ein Transmitter integriert ist.
Einzelheiten des erfindungsgemässen Verfahrens und
der erfindungsgemässen Kraftmessvorrichtung ergeben sich anhand der Beschreibung
der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele. Es zeigen:
- Figur 1 in schematischer Darstellung eine Kraftmessvorrichtung in Gestalt einer
Waage im Schnitt, mit einem einen Innenraum aufweisenden Gehäuse und einer
im Gehäuse angeordneten Kraftmesszelle, wobei der Innenraum zur Durchführung
des erfindungsgemässen Verfahrens mindestens einen Sensor aufweist;
- Figur 2 in schematischer Darstellung eine Kraftmessvorrichtung in Gestalt eines
Tanklast- Wägemoduls im Schnitt mit einem einen Innenraum aufweisenden Gehäuse
und einer im Gehäuse angeordneten Kraftmesszelle, wobei der Innenraum zur Durchführung
des erfindungsgemässen Verfahrens zwei Sensoren aufweist welche über Verbindungseinrichtungen
mit einer, ausserhalb des Gehäuse angeordneten Ausgabeeinheit verbunden sind;
- Figur 3 den Signalverlauf eines im Innenraum des Gehäuses angeordneten
Feuchtesensors, wobei in 3a der Signalverlauf, in 3b die aufsummierten Belastungen
und in 3c die durch den Signalverlauf generierten Ausgabesignale beziehungsweise
Ausgabemeldungen dargestellt sind,
- Figur 4 den Signalverlauf eines im Innenraum des Gehäuses angeordneten
Temperatursensors, wobei in 4a der Signalverlauf und in 4 b die durch den Signalverlauf
generierten Ausgabesignale beziehungsweise Ausgabemeldungen dargestellt sind,
- Figur 5 den Signalverlauf des Wägesignals der Kraftmesszelle, wobei in
5a der Signalverlauf, in 5b die aufsummierten Belastungen und in 5c die durch den
Signalverlauf generierten Ausgabesignale beziehungsweise Ausgabemeldungen dargestellt
sind.
Die Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Kraftmessvorrichtung
100 beziehungsweise eine Waage im Schnitt. Eine Kraftmesszelle 10 weist einen feststehenden
Teil 11 und einen Lastaufnahmeteil 12 auf, die durch einen Mittelteil 13 miteinander
verbunden sind. Die Kraftmesszelle 10 ist im Innenraum 80 eines Gehäuses 20
angeordnet und mit ihrem feststehenden Teil 11 über den gehäusefesten
Support 21 mit dem Gehäuse 20 starr verbunden. Ein ausserhalb des Gehäuses
20 angeordneter Lastaufnehmer 30 in Form einer Waagschale ist über ein Kraftübertragungsgestänge
14 mit dem im Innenraum 80 angeordneten Lastaufnahmeteil12 der Kraftmesszelle 10
verbunden. Das Kraftübertragungsgestänge 14 durchdringt das Gehäuse
20 berührungsfrei durch eine Gehäusedurchführung 22.
Die Gehäusedurchführung 22 ist derart ausgebildet,
dass ein Eindringen von Schmutz, Staub und Feuchtigkeit möglichst vermieden
oder zumindest stark reduziert wird. Je nach Anwendung kann der Innenraum 80 gegenüber
der Umgebung der Kraftmessvorrichtung 100 zu diesem Zweck auch einen höheren
Druck aufweisen. Ferner ist im Innenraum mindestens ein Sensor 50 angeordnet, welcher
mindestens einen Parameter des Innenraumklimas 90 erfasst und ein dazu korrespondierendes
Sensorsignal SHS ermittelt. Dieses Sensorsignal SHS wird zwecks
weiterer Verarbeitung über eine Recheneinheit-Verbindung 51 an eine Recheneinheit
60 weitergeleitet und/oder über eine Ausgabe-Verbindung 52 an eine Ausgabe
70 weitergeleitet. Die Recheneinheit 60 ist über die Recheneinheit- Ausgabe-
Verbindung 62 mit der Ausgabe 70 verbunden und übermittelt die von der Recheneinheit
60 generierten Ausgangssignale SHSX an die Ausgabe 70. Diese kann entweder
direkt an der Aussenseite des Gehäuses 20 angeordnet, vom Gehäuse 20 getrennt
angeordnet, oder auch innerhalb des Gehäuses montiert sein, sofern die Ausbildung
des Gehäuses 20 (schalldurchlässig, transparent) die Wahrnehmung der Ausgabe
ermöglicht. Speziell auf die auszugebende Mitteilung oder Warnung zugeschnittene
Symbole und Warnhinweise können die Übermittlung an eine Person verstärken.
So ist die Verwendung allgemein bekannter Piktogramme, wie beispielsweise aus dem
Strassenverkehr bekannte Signalschilder oder eigens für die entsprechende Warnung
kreierte Symbole, denkbar. Mittels der Variierung der Frequenz blinkender visueller
Ausgabemittel oder auch der Variierung von Lautstärke und Tonfrequenz phonetischer
Ausgabemittel kann der Grad der Wichtigkeit der Warnung oder Meldung variiert werden.
Jede der Verbindungen 51, 52, 62 im Ausführungsbeispiel von Figur 1 kann entweder
eine Kabelverbindung wie ein Signalkabel, ein Bussystem und Dergleichen, oder eine
kabellose Verbindung sein.
Sobald ein Parameter des Innenraumklimas 90, in diesem
Ausführungsbeispiel die relative Feuchte, sich verändert oder den vom
Hersteller definierten zulässigen Wert übersteigt, wird ein Sensorsignal
SHS oder ein Ausgangssignal SHSX an die Ausgabe 70 übermittelt
und dort entsprechend angezeigt. Dies kann ein Alarmton, eine optische Ausgabe wie
ein Blinklicht oder eine, auf einem Display dargestellte Warnung oder Information
sein.
Figur 2 zeigt eine nach dem erfindungsgemässen Verfahren
überwachte Kraftmessvorrichtung 200 in Form eines Tanklast- Wägemoduls.
Tanklast-Wägemodule werden insbesondere in Industrieanlagen zur Verwiegung
des Inhalts von Becken, Tanks, Reaktorbehältern und dergleichen verwendet.
Üblicherweise werden pro zu verwiegendem Behälter mehrere Wägemodule
zwischen den Füssen des Behälters 230 und dem Fundament 231 angeordnet.
Dadurch steht jeder Fuss des Behälters auf einer Kraftmessvorrichtung 200.
Um das Gewicht des Behälters und/oder dessen Inhalt zu ermitteln, müssen
die von den Kraftmessvorrichtungen 200 erzeugten Wägesignale SLC
addiert werden, da es sich um die Wägesignale SLC von Teilmassen
handelt. Deshalb weisen die Kraftmessvorrichtungen 200 in Form von Wägemodulen
in der Regel keine Ausgabe auf. Die Wägesignale SLC der einzelnen
Kraftmessvorrichtungen 200 eines Behälters werden beispielsweise an eine Recheneinheit
206 in Form eines Leitrechners übermittelt, dort ausgewertet und auf der im
Leitrechner integrierten Ausgabe 207, meistens als Teil einer Anlageübersicht
dargestellt.
Die Kraftmessvorrichtung 200 weist eine Kraftmesszelle
210 auf, welche von einem Gehäuse 220 umschlossen ist. Das Gehäuse 220
ist in der Regel mit der Kraftmesszelle 210 verschweisst und gegenüber der
Umgebung der Kraftmessvorrichtung 200 dicht verschlossen. Im Messeinsatz wird sowohl
die Kraftmesszelle 210 als auch das Gehäuse 220 elastisch gestaucht. Der Einfluss
des Gehäusewiderstandes auf das Wägesignal SLC ist teilweise
kompensierbar und die Hysterese des Wägemoduls bezogen auf den Messbereich
vernachlässigbar. Die Parameter des Innenraumklimas 290 werden mittels Sensoren
250, 251 detektiert und/oder gemessen. Diese Sensoren 250, 251 sind über Anschluss-Verbindungen
252 und/oder Funkverbindungen 253, Transmitter 202, Messumformer 203, einen Segmentkoppler
204 und ein Bussystem 205 mit einer Recheneinheit 206 verbunden. Das Wägesignal
SLC der Kraftmesszelle 210 kann entweder über diese Verbindungen
oder über eine eigene Wägesignal- Verbindung 254 an die Recheneinheit
206 übertragen werden.
In Figur 2 weist die Kraftmessvorrichtung 200 im Innenraum
des Gehäuses 280 einen Temperatursensor 251 und einen Feuchtesensor 250 auf.
Die unabhängig voneinander betreibbaren Sensoren 250, 251 haben entsprechend
der Parameter des Innenraumklimas 290 Messwerte an die Recheneinheit 206 übermittelt.
Die Recheneinheit 206 in Figur 2 ist beispielsweise der Leitrechner eines Prozessleitsystems.
Je nach Konfiguration der Kraftmessvorrichtung 200 und der Recheneinheit 206 übermitteln
die Sensoren 250, 251 selbständig kontinuierlich oder periodisch und/oder zufällig
oder nach Auftreten einer Veränderung entsprechende Sensorsignale SHS,
STS an die Recheneinheit 206. Selbstverständlich kann die Recheneinheit
206 die Sensorsignale SHS, STS auch bei den Sensoren 250,
251 kontinuierlich, periodisch oder nach dem Zufallsprinzip abrufen. Der Temperatursensor
251 hat ein Sensorsignal STS übermittelt, das in der Recheneinheit
206 mit dem oberen Benutzungsgrenzwert TUOU und dem unteren Benutzungsgrenzwert
TLOU verglichen wird. Im vorliegenden Beispiel liegt, wie auch in Figur
4 dargestellt, das Sensorsignal STS innerhalb der Benutzungsbandbreite
TB und damit innerhalb des Betriebsfensters (STS = XOU).
Der Feuchtesensor 250 hat keine Veränderung des Parameters des Innenraumklimas
290 festgestellt (SHS= 0), welche auf ein Leck im Gehäuse hinweisen
würde. Hingegen hat die Analyse des Wägesignales SLC ergeben,
dass die Kraftmesszelle 210 kurzfristig überbeansprucht wurde und die Kraftmessvorrichtung
200 neu kalibriert werden muss. Da pro Behälter mehrere Kraftmessvorrichtungen
200 verwendet werden, können die Sensorsignale STS, SHS
der jeweils anderen Kraftmessvorrichtungen 200 zur Verifizierung der Sensorsignale
STS, SHS einer Kraftmessvorrichtung 200 herangezogen werden.
Die Werte zur Verifizierung können aber auch bereits im Sensor 250, 251 oder
in der Recheneinheit 206 eingespeichert sein. Diese entstammen beispielsweise aus
publizierten Tabellen, deren Werte aus anderen Geräten oder aus Internetdaten
stammen. So sind zum Beispiel, gültig für den entsprechenden Einsatzort
der Kraftmessvorrichtung, Angaben wie Druck-, Temperatur- und Strahlungsbereiche
oder Angaben über Erdbeben-Vibrationen bekannt und können zur Verifizierung
der Sensorsignale verwendet werden. Sofern ein Teil der Sensorsignale STS,
SHS in der Recheneinheit 206 im Sinne einer Historie gespeichert werden,
kann die Analyse dieser Historie zu weiteren Erkenntnissen über den Zustand
sowohl der Kraftmesszellen 210 als auch der Sensoren 251, 252 dienen. Die Verifizierungswerte
und Verifizierungstoleranzwerte sind abhängig vom verwendeten Sensor und werden
meistens vom Hersteller des Sensors mitgeliefert. Wird während des Betriebs
der Kraftmessvorrichtung beispielsweise ein Sensorsignal STS, SHS
vom Sensor geliefert, das aufgrund der physikalischen Gegebenheiten nicht auftreten
kann, wird dies durch die Verifizierung der Sensorsignale STS, SHS
in der Recheneinheit 206 erkannt. Des Weiteren können die Verifizierungswerte
und Verifizierungstoleranzwerte auch mit Hilfe vorangegangener Sensorsignale STS,
SHS oder mittels der Sensorsignale STS, SHS weiterer
Sensoren festgelegt und/oder angepasst werden.
Als Feuchtesensoren, Temperatursensoren, Schocksensoren
Stromwandler, Spannungswandler und dergleichen können alle im Stand der Technik
bekannten Sensoren eingesetzt werden die in der Lage sind, ein der zu erfassenden
Veränderung oder Messgrösse entsprechendes Sensorsignal zu bilden.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann mittels zentralisierten
und/oder dezentralisierten Teilen einer Steuervorrichtung einer Anlage, beispielsweise
mit der Recheneinheit 206 und/oder den Messumformern bzw. Transmittern 202, 203
durchgeführt werden, die dazu mit den entsprechenden Betriebsprogrammen 208
versehen sind. Beispielsweise kann der Zustand des Sensors 250 ausschliesslich auf
der Ausgabe 207 der Recheneinheit 206 oder auf den Messumformern bzw. Transmittern
202, 203 angezeigt werden. Möglich ist jedoch auch eine Aufgabenteilung zwischen
den verschiedenen Ebenen der Prozesssteuerung. Durch geeignete Massnahmen kann das
erfindungsgemässe Verfahren somit auf beliebigen ein- oder mehrstufigen Anlagen
mit geringem Aufwand implementiert werden. Messumformer und Transmitter 202, 203
können auch in einem mobilen Gerät eingebaut sein, mit dessen Hilfe die
einzelnen Werte der Sensoren 250, 251 über Funkverbindungen 253 abgefragt werden.
Dazu müssen die einzelnen Sensoren 250, 251 über einen Identifikationscode
verfügen, wie dies im Stand der Technik für viele Anwendungen bekannt
ist und verwendet wird.
In Figur 3 ist die aus den kontinuierlich erfassten Sensorsignalen
SHS gebildete Verlaufskurve der relativen Feuchte des aus Figur 1 bekannten
Sensors 50, und die durch die Sensorsignale SHS generierten Ausgabesignale
beziehungsweise Ausgabemeldungen AC, AM, AD dargestellt. In
Figur 3a überschreitet der Sensorsignalverlauf in den Zeitpunkten t1,
t3, t5, t8 einen Schwellwert KH. Dieser
stellt den Grenzwert dar, bei dessen Überschreitung die Feuchtigkeitskonzentration
so gross ist, dass infolge von Korrosionsescheinungen an Teilen der Kraftmesszelle
10 oder der Signalverarbeitung das Wägesignal beeinflusst, und die Kraftmesszelle
10 allmählich zerstört wird. Die Grösse des Schwellwerts KH
hängt einerseits von den im Innenraum 80 der Kraftmessvorrichtung 100 vorhandenen
Materialien, andererseits von der Aggressivität des eindringenden Mediums ab
und muss vom Hersteller fallbezogen festgelegt werden. Als Schwellwerte können
beispielsweise folgende Werte definiert sein:
- Vibrationsgrenzen: 0.196133 m/s
2
- Max./Min. Lagertemperaturgrenzen: -20°C bis +70°C
- Netzspannungsspitzen (Störung oder Zerstörung von elektrischen Komponenten)
Belastungszyklen (Ermüdungsgrenzen)Sobald der Schwellwert
KH wie in den Zeitpunkten t2, t4, t7
unterschritten wird, wird der Zustand stabilisiert und die Zerstörung im Innenraum
80 der Kraftmessvorrichtung 100 schreitet nicht weiter voran. Wie in Figur 3c dargestellt
ist, kann bei der Unterschreitung des Schwellwertes KH eine Kalibrierung
AC über die Ausgabe verlangt oder automatisch eine Kalibrierung
ausgelöst werden.
Ferner kann auch ein Maximalwert Kmax definiert
werden, bei dessen Überschreitung beispielsweise die Kraftmesszelle 10 und
die elektronischen Komponenten innerhalb kürzester Zeit zerstört werden.
Die Überschreitungen des Schwellwertes KH
und des Maximalwertes Kmax in Abhängigkeit der Überschreitungszeit
(t2- t1; t4- t3 ; t7 - t5
;...) werden wie in Figur 3b dargestellt, als Belastungen INTLTH registriert
und aufsummiert. Die aufsummierten Belastungen INTLTH werden mit dem
durch Versuche ermittelten Lebensdauergrenzwert MAXLTH verglichen und
daraus die Restlebensdauer RLTH1, RLTH2, RLTH3
errechnet. Diese wird an die Ausgabe 70 übermittelt oder in der Recheneinheit
gespeichert.
Wie in Figur 3b dargestellt, können noch weitere Grenzwerte
definiert werden. Als Beispiel sei der Wartungsgrenzwert LMH genannt,
bei dessen Überschreitung ein Warnhinweis und/oder eine Wartungsaufforderung
AM an die Ausgabe 70 weitergeleitet wird (Figur 3c). Des Weiteren kann bei der Überschreitung
des Wartungsgrenzwertes LMH im Zeitpunkt t6 beispielsweise
die Messwertausgabe der Kraftmesszelle blockiert, die Genauigkeitsklasse der Waage
heruntergestuft, Messwertausdrucke mit Warnhinweisen versehen und/oder über
Internetverbindungen der Hersteller automatisch informiert werden. Diese Aufzählung
soll nicht als abschliessend verstanden werden, da in diesem Zusammenhang noch viele
weitere Aktionen und Ausprägungen der Ausgabe möglich sind.
Sobald die Belastungen INTLTH den Lebensdauergrenzwert
MAXLTH überschreiten, wird wie in Figur 3c dargestellt, ein entsprechender
Signalwert AD an die Ausgabe übermittelt, welcher die wahrscheinlich
endgültige innere Zerstörung der Kraftmessvorrichtung anzeigt. Der Signalwert
AD blockiert sinnvollerweise auch die Ausgabe, so dass der weitere Einsatz
der Kraftmessvorrichtung verhindert wird.
In Figur 4 ist eine aus den kontinuierlich erfassten Sensorsignalen
STS gebildete Temperaturverlaufkurve eines im Innenraum des Gehäuses
angeordneten Temperatursensors, sowie die durch die Sensorsignale STS
in der Recheneinheit generierten Ausgabesignale beziehungsweise Ausgabemeldungen
AC, XOU dargestellt. Der Temperaturverlauf in Figur 4a unterschreitet
teilweise einen unteren Benutzungsgrenzwert TLOU und überschreitet
teilweise einen oberen Benutungsgrenzwert TUOU. Anders als bei der in
Figur 3 dargestellten Verlaufskurve der relativen Feuchte, führt im vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Verletzung der Grenzwerte TLOU, TUOU
nicht zur Zerstörung der Kraftmesszelle. Die Überprüfung einer Grenzwertverletzung
findet entweder in der Recheneinheit oder im Sensor selbst statt. Sobald die Sensorsignale
STS innerhalb der durch die Benutzungsgrenzwerte definierte Bandbreite
TB ist, wird an die Ausgabe beispielsweise ein entsprechendes Signal
STS = XOU übermittelt, wie dies in Figur 4b dargestellt
ist. Je nach Konfiguration kann dieses Signal eine Freischaltung des Messvorganges
bewirken, so dass ein Verwiegen mittels der Kraftmesszelle möglich wird. Zudem
kann beim Eintritt der Temperaturverlaufskurve in die definierte Bandbreite TB,
eine Kalibrierung AC automatisch ausgelöst oder vom Benutzer verlangt
werden.
In Figur 5 ist die aus den kontinuierlich erfassten Wägesignalen
SLC gebildete Verlaufskurve der mechanischen Belastungen der Kraftmesszelle
und die durch die Wägesignale SLC generierten Ausgabesignale beziehungsweise
Ausgabemeldungen AC, AM, AD dargestellt. In Figur
5a überschreitet der Wägesignalverlauf mehrere Male einen Schwellwert
FH. Dieser stellt den Grenzwert dar, bei dessen Überschreitung die
mechanische Belastung so gross ist, dass infolge von plastischen Deformationen an
Teilen der Kraftmesszelle 10 das Wägesignal SLC beeinflusst, und
die Kraftmesszelle 10 allmählich zerstört wird. Die Grösse des Schwellwerts
FH hängt von den in der Kraftmesszelle 10 verwendeten Materialien
ab und muss vom Hersteller fallbezogen festgelegt werden.
Wenn das Wägesignal SLC unterhalb des Schwellwerts
FH liegt, werden die Materialien im elastischen Bereich beansprucht,
was die Kraftmesszelle nicht zerstört. Wie in Figur 5c dargestellt ist, kann
bei der Überschreitung des Schwellwertes FH eine Kalibrierung AC
über die Ausgabe verlangt oder automatisch eine Kalibrierung ausgelöst
werden.
Ferner kann auch ein Maximalwert Fmax definiert
werden, bei dessen Überschreitung davon ausgegangen werden kann, dass die Kraftmesszelle
10 durch eine entsprechend hohe, mechanische Belastung zerstört worden sind.
Die Überschreitungen des Schwellwertes FH
und des Maximalwertes Fmax werden wie in Figur 5b dargestellt, als Belastungen
INTLTF registriert und aufsummiert. Die aufsummierten Belastungen INTLTF
werden mit dem durch Versuche ermittelten Lebensdauergrenzwert MAXLTF
verglichen und daraus die Restlebensdauer RLTF1, RLTF2, RLTF3
errechnet. Diese wird an die Ausgabe 70 übermittelt oder in der Recheneinheit
gespeichert.
Wie in Figur 5b dargestellt, können noch weitere Grenzwerte
definiert werden. Als Beispiel sei der Wartungsgrenzwert LMF genannt,
bei dessen Überschreitung ein Warnhinweis und/oder eine Wartungsaufforderung
AM an die Ausgabe 70 weitergeleitet wird (Figur 5c). Des Weiteren kann bei der Überschreitung
des Wartungsgrenzwertes LMF wie in Figur 3b beschrieben, beispielsweise
die Messwertausgabe der Kraftmesszelle blockiert, die Genauigkeitsklasse der Waage
heruntergestuft, Messwertausdrucke mit Warnhinweisen versehen und/oder über
Internetverbindungen der Hersteller automatisch informiert werden.
Sobald die Belastungen INTLTF den Lebensdauergrenzwert
MAXLTF überschreiten, wird wie in Figur 5c dargestellt, ein entsprechender
Signalwert AD an die Ausgabe übermittelt, welcher die wahrscheinlich
endgültige innere Zerstörung der Kraftmessvorrichtung anzeigt. Der Signalwert
AD blockiert sinnvollerweise auch die Ausgabe, so dass der weitere Einsatz
der Kraftmessvorrichtung verhindert wird.
Die vorliegende Erfindung birgt noch weitere Vorteile,
welche nur indirekt die Zustandserfassung und Lebensdauerberechnung betreffen. Bei
hermetisch gekapselten Kraftmessvorrichtungen kann beispielsweise durch einen Vergleich
der Sensorsignale eines installierten Feuchtesensors bei der Auslieferung und nach
der Installation beim Kunden sogar festgestellt werden, ob die Kraftmessvorrichtung
während des Transports geöffnet worden ist oder nicht. Dieser Aspekt ist
insbesondere bei eichfähigen Kraftmessvorrichtungen von grosser Bedeutung und
stellt eine zusätzliche Sicherheit zum Siegel dar.
Zudem können geeignete, von dem mindestens einen Sensor
generierte Sensorsignale auch zur Korrektur des Messergebnisses herangezogen werden,
um die Anordnung zusätzlicher Messfühler zu vermeiden, wie sie beispielsweise
im Stand der Technik zur Kompensation von Hysterese- und/oder Drifterscheinungen
verwendet werden.
Die Ausführungsbeispiele in der Beschreibung sollen
nicht dahingehend verstanden werden, dass die vorliegende Erfindung auf die Anordnung
von nur einer Zelle in nur einem Gehäuse limitiert ist. Es liegt im Verständnis
des Fachmannes, die Erfindung ebenso in Anordnungen anzuwenden, die mindestens zwei
Wägezellen in einem Gehäuse beinhalten. Des Weiteren spielt die Koordination
von Messungen und Warnungen im Bezug auf den Erfindungsgegenstand keine Rolle. Sowohl
Meldungen / Warnungen in "Echtzeit" als auch Meldungen / Warnungen zeitlich zu den
Messungen versetzt sind möglich.
Bezugszeichenliste
- 210, 10
- Kraftmesszelle
- 11
- feststehender Teil
- 12
- Lastaufnahmeteil
- 13
- Mittelteil
- 14
- Kraftübertragungsgestänge
- 220, 20
- Gehäuse
- 21
- gehäusefester Support
- 22
- Gehäusedurchführung
- 30
- Lastaufnehmer
- 50
- Sensor
- 51
- Recheneinheit- Verbindung
- 52
- Ausgabe- Verbindung
- 60
- Recheneinheit
- 62
- Recheneinheit- Ausgabe- Verbindung
- 70
- Ausgabe
- 280, 80
- Innenraum
- 290, 90
- Parameter des Innenraumklimas
- 200, 100
- Kraftmessvorrichtung
- 202
- Transmitter
- 203
- Messumformer
- 204
- Segmentkoppler
- 205
- Bussystem
- 206
- Recheneinheit / Leitrechner
- 207
- Ausgabe / LeitrechnerAusgabe
- 208
- Betriebsprogramm
- 230
- Behälterfuss
- 231
- Fundament
- 250
- Feuchtesensor
- 251
- Temperatursensor
- 252
- Anschluss- Verbindung
- 253
- Funk- Verbindung
- 254
- Wägesignal- Verbindung