| Dokumentenidentifikation |
DE102005062435A1 05.07.2007 |
| Titel |
Verfahren und Vorrichtung zur manuellen Rotorreinigung |
| Anmelder |
Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE |
| Erfinder |
Burchert, Mathias, 73760 Ostfildern, DE; Lohmann, Ralf, 85051 Ingolstadt, DE; Kübler, Markus, 73312 Geislingen, DE; Krohmer, Siegfried, 72660 Beuren, DE |
| Vertreter |
Bergmeier, W., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt |
| DE-Anmeldedatum |
23.12.2005 |
| DE-Aktenzeichen |
102005062435 |
| Offenlegungstag |
05.07.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
05.07.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
D01H 4/24(2006.01)A, F, I, 20051223, B, H, DE
|
| Zusammenfassung |
Bei einem Verfahren zum manuellen Reinigen eines Rotors (4) in einer Offenend-Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen (1), welche jeweils eine Spinnbox (2) mit einem darin antreibbar gelagerten Rotor (4) umfassen, und mit einer Vorrichtung zum manuellen oder teilautomatischen Anspinnen, wird zur Reinigung des Rotors (4) der jeweilige Rotor (4) durch eine Rotorbremse (13) abgebremst, bevor die zugehörige Spinnbox (2) geöffnet wird. Anschließend wird dem abgebremsten Rotor (4) ein Reinigungselement (16) manuell zugestellt, eine rotatorische Relativbewegung zwischen dem Rotor (4) und dem Reinigungselement (16) erzeugt und zugleich die Reinigung des Rotors (4) durch das Reinigungselement (16) vorgenommen. Bei einer entsprechenden Reinigungsvorrichtung (15) zum manuellen Reinigen eines Rotors (4) ist ein Reinigungselement (16) einem abgebremsten Rotor (4) zustellbar. Die manuelle Reinigungsvorrichtung (15) umfasst eine Einrichtung zum Antreiben des Rotors (4) und/oder des Reinigungselementes (16).
|
| Beschreibung[de] |
|
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum manuellen Reinigen
eines Rotors in einer Offenend-Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter
Spinnstellen, welche jeweils eine Spinnbox mit einem darin antreibbar gelagerten
Rotor umfassen und mit einer Vorrichtung zum manuellen oder teilautomatischen Anspinnen.
Zur Reinigung des Rotors wird der jeweilige Rotor durch eine Rotorbremse abgebremst,
bevor die zugehörige Spinnbox geöffnet wird. Weiterhin betrifft die Erfindung
eine entsprechende Reinigungsvorrichtung mit einem Reinigungselement zur manuellen
Reinigung eines Rotors.
Reinigungsvorrichtungen zur Rotorreinigung sind im Stand der Technik
bei vollautomatischen Rotorspinnmaschinen in verschiedenster Ausgestaltung bekannt.
Bei vollautomatischen Maschinen, d. h. bei Rotorspinnmaschinen, bei welchen der
Anspinnvorgang mit Rotorreinigung vollautomatisiert ist, sind die genannten Reinigungsvorrichtungen
in einer entlang der Spinnmaschine verfahrbaren Wartungseinrichtung angeordnet.
Bei einer bekannten Rotorspinnmaschine (DE
24 57 034 A1) weist die Reinigungsvorrichtung beispielsweise ein teleskopartig
ausfahrbares Druckluftrohr auf, dessen vorderes Ende nach Positionierung der Wartungseinrichtung
gegenüber dem Spinnrotor in den Spinnrotorteller einfahrbar ist. Am vorderen
Ende des Druckluftrohres ist eine Düse zum Ausblasen von Druckluft und eine
Reinigungsbürste zum Reinigen der Rotortellerinnenseite ausgebildet. Ebenso
kann statt einer Bürste auch ein Schaber zum Reinigen der Rotortellerinnenseite
dem Ende des Druckluftrohres angeordnet sein.
Maschinen, welche lediglich über eine manuelle oder teilautomatische
Anspinntechnik verfügen, besitzen jedoch keine fahrbare Wartungseinrichtung,
so dass der Vorgang der Rotorreinigung bei diesen Maschinen von Hand durchgeführt
werden muss. Im Stand der Technik ist es hierzu erforderlich, dass ein Bediener
über eine entsprechende Betätigungsvorrichtung die Rotorbremse des zur
reinigenden Rotors betätigt und den Rotor hierdurch abbremst. Nachdem der Rotor
zum Stillstand gekommen ist, kann die Spinnbox geöffnet werden und schließlich
der Reinigungsvorgang mittels eines geeigneten Reinigungselementes durchgeführt
werden. Üblicherweise wird zur Reinigung des Rotors ein Pinsel verwendet. Nachteilig
ist hierbei jedoch, dass sich hartnäckige Verunreinigungen, welche sich insbesondere
in den Rotorrillen festsetzen, hierdurch kaum lösen lassen. Ein Beheben dieser
Verschmutzung ist häufig nur dadurch möglich, dass der Rotor aus der Spinnbox
ausgebaut wird und im ausgebauten Zustand gereinigt wird. Diese Reinigung des ausgebauten
Rotors ist wiederum einerseits sehr zeitaufwendig und andererseits bei Maschinen
mit direkter Lagerung des Rotors nicht möglich, da diese eine schnellen Ausbau
des Rotors verhindert.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Rotorreinigung vorzuschlagen, welche auch bei Maschinen mit
manueller oder nur teilautomatischer Anspinntechnik ein verbessertes Reinigungsergebnis
ermöglicht.
Die Aufgabe wird gelöst durch eine Reinigungsvorrichtung und
ein Verfahren gemäß der unabhängigen Ansprüche.
Bei einem Verfahren zum manuellen Reinigen eines Rotors in einer Offenend-Spinnmaschine
mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen, welche wiederum eine
Spinnbox mit einem darin antreibbar gelagerten Rotor umfassen, und mit einer Vorrichtung
zum manuellen oder teilautomatischen Anspinnen wird zur Reinigung des Rotors der
jeweilige Rotor durch eine Rotorbremse abgebremst. Anschließend wird zur Reinigung
die zugehörige Spinnbox geöffnet. Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass nach dem Abbremsen des Rotors und dem Öffnen der Spinnbox dem stillstehenden
Rotor ein Reinigungselement manuell zugestellt wird. Anschließend wird eine
rotatorische Relativbewegung zwischen dem Rotor und dem Reinigungselement erzeugt,
wobei zugleich die Reinigung des Rotors durch das Reinigungselement erfolgt. Durch
die erfindungsgemäße Drehbewegung zwischen dem Rotor und dem Reinigungselement
ist es möglich, auch bei manuellen oder teilautomatischen Maschinen eine effektive
Reinigung insbesondere der Rotorrille vorzunehmen. Die Reinigung kann hierdurch
weitgehend vollständig ausgeführt werden und das Verbleiben von Verschmutzungen
im Rotorinneren kann hierdurch vermindert werden. Probleme beim Ansetzvorgang durch
diese Verschmutzungen oder auch mangelhafte Garnqualitäten, welche durch die
Einschlüsse derartiger Verschmutzungen im produzierten Garn entstehen, können
hierdurch ebenfalls weitgehend vermieden werden.
Besonders vorteilhaft ist es bei einem erfindungsgemäßen
Verfahren, wenn nach dem Zustellen des Reinigungselementes zum Antrieb des Rotors
während der manuellen Reinigung die Rotorbremse zumindest teilweise gelöst
wird. Dies ermöglicht es einerseits, die Spinnbox völlig gefahrlos durch
einen Bediener bei vollständig abgebremstem Rotor zu öffnen und erlaubt
andererseits einen Antrieb des Rotors während der Reinigung, was die Reinigungseffizienz
weiterhin unterstützt. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn die Rotorbremse
gezielt um ein bestimmtes Maß gelöst werden kann, so dass ein gefahrloses
Anlaufen des Rotors auf eine für die Reinigung geeignete Drehzahl ermöglicht
wird.
Auf besonders einfache Weise kann die Relativbewegung zwischen dem
Reinigungselement und dem Rotor erzeugt werden, wenn der Rotor nach dem Zustellen
des Reinigungselementes während seiner Reinigung durch Antriebselemente der
Spinnmaschine angetrieben wird. Hierdurch sind keine weiteren Bauteile vorzusehen
und es können die ohnehin vorhandenen Antriebskomponenten der Spinnmaschine
genutzt werden. Werden die zu reinigenden Rotoren der Spinnmaschine durch einen
umlaufenden Tangentialriemen angetrieben, ist das Einstellen einer für die
Rotorreinigung geeigneten Drehzahl auf besonders einfache Weise möglich, indem
der Druck auf den Tangentialriemen entsprechend angepasst wird.
Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn der Rotor während der manuellen
Reinigung mit einem gegenüber dem regulären Spinnbetrieb verminderten
Drehzahlniveau angetrieben wird. Durch einen langsam drehenden Rotor lassen sich
insbesondere Verschmutzungen in der Rotorrille durch einen Schaber besonders zuverlässig
lösen.
Eine andere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass
nach dem Zustellen der Reinigungsvorrichtung das Reinigungselement angetrieben und
in Drehung versetzt wird, um die Relativbewegung zu erzeugen. Die Reinigung kann
hierdurch ebenso besonders zuverlässig und gefahrlos erfolgen, da die Drehbewegung
durch den Bediener gesteuert werden kann.
Eine Reinigungsvorrichtung weist ein Reinigungselement zum manuellen
Reinigen eines Rotors in einer Offenend-Spinnmaschine auf, welches einem abgebremsten
Rotor zustellbar ist. Die Offenend-Spinnmaschine beinhaltet eine Vielzahl nebeneinander
angeordneter Spinnstellen, welche jeweils eine Spinnbox mit einem darin antreibbar
gelagerten Rotor umfassen, eine Vorrichtung zum manuellen oder teilautomatischen
Anspinnen und eine Rotorbremse zum Abbremsen des Rotors. Erfindungsgemäß
ist die Reinigungsvorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass die manuelle Reinigungsvorrichtung
eine Einrichtung zum Antreiben des Rotors und/oder des Reinigungselements umfasst.
Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist
die Einrichtung zum Antreiben des Rotors eine Einrichtung zum Lösen der Rotorbremse.
Das Zustellen des Reinigungselementes in den Rotor kann gefahrlos bei abgebremstem
Rotor erfolgen. Anschließend wird die Einrichtung zum Lösen der Rotorbremse
betätigt, wodurch der Rotor angetrieben wird. Die Einrichtung zum Lösen
der Rotorbremse ermöglicht so eine für die Reinigung vorteilhafte Relativbewegung
zwischen dem Reinigungselement und dem Rotor. Da die Einrichtung zum Lösen
der Rotorbremse bei abgehobener Andrückrolle betätigbar ist, wird der
Rotor mit einer ungefährlichen, gegenüber dem Spinnbetrieb verminderten
Drehzahl angetrieben.
Verfügt die Einrichtung zum Lösen der Rotorbremse über
mehrere Betätigungsstufen, ist ein gezieltes Einstellen einer ungefährlichen
und zugleich für die Rotorreinigung geeigneten Drehzahl auf besonders einfache
Weise möglich.
Die Reinigung kann auf besonders effiziente Weise erfolgen, wenn das
Reinigungsmittel ein Schaber ist. Ein derartiger Schaber ist besonders gut geeignet,
um festsitzende Schmutzanhaftungen aus der Rotorrille zu entfernen.
Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Reinigungselement
drehbeweglich antreibbar ist. Die Drehbewegung zwischen dem Reinigungselement und
dem Rotor kann hierdurch von dem Bediener auf besonders einfache Weise günstig
beeinflusst werden. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn das Reinigungsmittel ein
drehbeweglich antreibbarer Schaber ist. Der zu reinigende Rotor ist hierbei durch
die Rotorbremse zuverlässig in seiner Lage fixiert, während das Reinigungselement
in den Rotor eingebracht und darin gedreht werden kann.
Die Effizienz der Rotorreinigung kann verbessert werden, indem die
Reinigungsvorrichtung ein weiteres Reinigungselement zum Reinigen des Spinnrotors
aufweist. Vorzugsweise ist hierbei zumindest ein erstes Reinigungselement der Rotorrille
und zumindest ein zweites Reinigungselement der Rotorwand zugeordnet.
Daneben ist es vorteilhaft, wenn eines der Reinigungselemente eine
Bürste ist. Eine derartige Bürste ist besonders gut geeignet, Verschmutzungen
der Rotorwand zu entfernen.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die
Form der Reinigungselemente in Abhängigkeit von dem zu reinigenden Spinnrotor
ausgebildet ist. Eine derartige Abstimmung der Reinigungselemente auf den Spinnrotor
ermöglicht es, für die verschiedenen Rotorformen ein jeweils optimales
Reinigungsergebnis zu erzielen.
Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgend ausgeführten
Ausführungsbeispiele beschrieben. Es zeigen:
1 eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung
und ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Rotorreinigung in einer seitlichen
Schnittansicht;
2 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Reinigungsvorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In 1 ist eine Spinnstelle 1
einer Offenend-Spinnmaschine in einer Schnittansicht gezeigt. Die Spinnstelle
1 weist eine Spinnbox 2 mit einer Verschlusseinrichtung
3 auf, welche in der vorliegenden Darstellung durch eine gestrichelte Linie
angedeutet ist. In der Spinnbox 2 ist ein Rotor 4 antreibbar gelagert.
Der Rotor 4 befindet sich innerhalb einer Rotortasse 5, welche
im regulären Spinnbetrieb durch die Verschlusseinrichtung 3 verschlossen
ist. In der vorliegenden Darstellung ist die Verschlusseinrichtung 3 entfernt,
um Zugang zum Rotor 4 zu erlangen. Der Rotor 4 ist vorliegend
in einen Keilspalt zweier Stützscheibenpaare 11 drehbar gelagert und
durch einen Tangentialriemen 6 antreibbar, welcher durch eine Andrückrolle
7 gegen den Schaft 12 des Rotors 4 gedrückt wird.
Die Lagerung des Rotors kann anstelle der hier dargestellten Stützscheiben
11 auch durch eine Direktlagerung des Rotorschafts 12 realisiert
sein. Der Rotor 4 weist weiterhin eine Rotorrille 10 auf, in welcher
sich im Spinnbetrieb die eingespeisten Fasern sammeln und sich zur Fadenbildung
an das Ende eines in den Spinnrotor 4 hineinreichenden Fadenendes anlegen.
Da während des Betriebes von Spinnmaschinen fortlaufend Verschmutzungen im
Rotor 4 entstehen, welche beispielsweise durch Staubentwicklung bei der
Verarbeitung der Fasern oder durch von den Fasern mitgeführte Verunreinigungen
verursacht werden, müssen diese immer wieder aus dem Rotor 4 entfernt
werden. Insbesondere in der Rotorrille 10 setzen sich häufig stark
anhaftende Verunreinigungen ab.
Weiterhin weist jede Spinnstelle 1 eine Rotorbremse
13 sowie eine Vorrichtung zum Abheben der Andrückrolle 7
von dem Tangentialriemen 6 auf. Die Vorrichtung zum Abheben der Andrückrolle
7 ist hier nicht dargestellt, sondern lediglich durch einen Pfeil angedeutet.
Die Rotorbremse 13 umfasst zwei Bremsbacken 14, welche an jeder
Spinnstelle 1 beidseitig des Rotorschafts 12 angeordnet sind und
durch eine hier nicht dargestellte Hebelanordnung zur Betätigung der Rotorbremse
13 an den Rotorschaft 12 gedrückt werden können. Die
Rotorbremse 13 ist hierbei durch einen Bediener manuell zu betätigen.
Zugleich wird mit Betätigung der Rotorbremse 13 die Vorrichtung zum
Abheben der Andrückrolle 7 betätigt. Hierdurch wird die Andrückrolle
7 von dem Tangentialriemen 6 abgehoben und der Druck der Andrückrolle
auf den umlaufenden Riemen 6 und den Rotorschaft 12 vermindert,
um das Abbremsen des Rotors 4 zu ermöglichen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum manuellen Reinigen
des Rotors 4 wird zunächst durch den Bediener über die oben genannte
Hebelanordnung die Rotorbremse 13 betätigt und der Rotor zum Stillstand
gebracht. Anschließend ist dem Bediener ein gefahrloses Öffnen der Verschlusseinrichtung
3 der Spinnbox 2 möglich. Nach Öffnen der Spinnbox
2 kann der Bediener ein geeignetes Reinigungselement 16 in den
Rotor einbringen und die Reinigungsvorrichtung 15 betätigen. Als Reinigungselement
16 ist im gezeigten Beispiel ein Kunststoffschaber angeordnet, welcher
besonders gut zur Reinigung der Rotorrille 10 geeignet ist. Die Reinigungsvorrichtung
15 umfasst weiterhin eine Einrichtung 17 zum Lösen der Rotorbremse
13, welche über eine hier nur symbolisch dargestellte Hebelanordnung
die Bremsbacken 14 von dem Rotorschaft 12 abhebt. Da die Andrückrolle
7 immer noch von dem Tangentialriemen 6 abgehoben ist und somit
nur einen geringen Druck auf diesen ausübt, läuft der Rotor
4 mit einem geringen Drehzahlniveau wieder an. Hierdurch kann eine für
die Rotorreinigung mittels eines Schabers oder eines anderen Reinigungselementes
16 optimale geringe Drehzahl erzeugt werden, welche zugleich für den
Bediener ungefährlich ist.
Nach Beendigung des Reinigungsvorganges kann die Einrichtung
17 zum Lösen der Rotorbremse 13 wieder betätigt werden,
wodurch die Bremsbacken wieder zur Anlage an den Rotorschaft 12 kommen
und den Rotor 4 zuverlässig abbremsen. Anschließend kann die
Reinigungsvorrichtung 15 durch den Bediener der Rotor 4 entfernt
werden und die Verschlusseinrichtung 3 wieder geschlossen werden. Die Wiederaufnahme
des regulären Spinnbetriebes ist nun möglich.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Reinigungsvorrichtung 15 ist somit auch bei teilautomatischen oder manuellen
Maschinen eine weitgehend zuverlässige und effiziente Reinigung des Rotors
4 möglich, ohne den Bediener zu gefährden. Ein zeitaufwendiger
Ausbau des Rotors 4 ist ebenfalls nicht erforderlich.
2 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung
15, welche ebenfalls zur Anwendung in Maschinen mit manueller oder nur
teilautomatischer Anspinntechnik vorgesehen ist. Im Gegensatz zur vorbeschriebenen
Reinigungsvorrichtung 15 ist hierbei das Reinigungsmittel 16,
vorliegend ebenfalls ein Schaber, drehbeweglich in der Reinigungsvorrichtung
15 gelagert. Die Reinigungsvorrichtung 15 weist hierzu einen Antrieb
18 für das Reinigungselement 16 auf. Das Abbremsen des Rotors
4 und das Öffnen der Verschlusseinrichtung 3 erfolgt ebenso
wie im vorbeschriebenen Beispiel, jedoch ist bei dieser Ausführungsform der
Erfindung keine Einrichtung 17 zum Lösen der Rotorbremse
13 notwendig. Nachdem der Bediener den Rotor 4 abgebremst hat
und die Verschlusseinrichtung 3 der Spinnbox 2 geöffnet hat,
bringt er die Reinigungsvorrichtung 15 mit dem Reinigungselement
16 in den Rotor 4 ein. Anschließend kann durch den Bediener
der Antrieb 18 der Reinigungsvorrichtung 15 betätigt werden,
welcher das Reinigungselement 16 in Drehung versetzt.
Der Rotor 4 ist währenddessen sicher durch die Rotorbremse
13 fixiert. Auch mittels dieser Reinigungsvorrichtung 15 lässt
sich im Vergleich zum Stand der Technik, welcher lediglich eine Reinigung mit einem
Pinsel oder sogar ein Ausbauen des Rotors 4 vorsah, eine sehr effiziente
Reinigung erreichen. Besondere Maßnahmen und Bauteile an den Spinnstellen
1 sind hierzu nicht erforderlich, so dass sich diese Reinigungsvorrichtung
15 in den verschiedensten Maschinen einsetzen lässt.
Wenn das Reinigungselement 16 austauschbar an der Reinigungsvorrichtung
15 gemäß 1 oder 2
angeordnet ist, lässt sich eine Anpassung der Reinigungsvorrichtung
15 an verschiedenste Rotoren 4 auf einfache Weise realisieren.
Ebenso ist es möglich, zusätzlich zu dem dargestellten Schaber ein weiteres
Reinigungselement 16, beispielsweise eine Bürste, an der Reinigungsvorrichtung
15 anzuordnen. Eine solche Bürste ist besonders gut zur Reinigung
der Rotorinnenwand geeignet.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche fallen ebenfalls
unter die Erfindung.
|
| Anspruch[de] |
|
Verfahren zum manuellen Reinigen eines Rotors (4) in einer
Offenend-Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen
(1), welche jeweils eine Spinnbox (2) mit einem darin antreibbar
gelagerten Rotor (4) umfassen, und mit einer Vorrichtung zum manuellen
oder teilautomatischen Anspinnen, wobei zur Reinigung des Rotors (4) der
jeweilige Rotor (4) durch eine Rotorbremse (13) abgebremst wird,
bevor die zugehörige Spinnbox (2) geöffnet wird, dadurch gekennzeichnet,
dass dem abgebremsten Rotor (4) ein Reinigungselement (16) manuell
zugestellt wird, eine rotatorische Relativbewegung zwischen dem Rotor (4)
und dem Reinigungselement (16) erzeugt wird und zugleich die Reinigung
des Rotors (4) durch das Reinigungselement (16) erfolgt.
Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass
nach dem Zustellen des Reinigungselements (16) zum Antrieb des Rotors (4)
während der manuellen Reinigung die Rotorbremse (13) zumindest teilweise
gelöst wird.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Zustellen des Reinigungselements (16) der Rotor (4)
während seiner Reinigung durch Antriebselemente der Spinnmaschine angetrieben
wird.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Rotor (4) während der manuellen Reinigung mit gegenüber
dem regulären Spinnbetrieb vermindertem Drehzahlniveau angetrieben wird.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Zustellen der Reinigungsvorrichtung (15) das Reinigungselement
(16) angetrieben wird, um die Relativbewegung zu erzeugen.
Reinigungsvorrichtung mit einem Reinigungselement (16) zum
manuellen Reinigen eines Rotors (4) in einer Offenend-Spinnmaschine mit
einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen (1), welche jeweils
eine Spinnbox (2) mit einem darin antreibbar gelagerten Rotor (4)
umfassen, mit einer Vorrichtung zum manuellen oder teilautomatischen Anspinnen und
mit einer Rotorbremse (13) zum Abbremsen des Rotors (4), wobei
das Reinigungselement (16) einem abgebremsten Rotor (4) zustellbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die manuelle Reinigungsvorrichtung (15)
eine Einrichtung zum Antreiben des Rotors (4) und/oder des Reinigungselements
(16) umfasst.
Reinigungsvorrichtung nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet.
dass die Einrichtung zum Antreiben des Rotors (4) eine Einrichtung (17)
zum Lösen der Rotorbremse (13) ist.
Reinigungsvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Einrichtung (17) zum Lösen der Rotorbremse
(13) über mehrere Betätigungsstufen verfügt.
Reinigungsvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (16) drehbeweglich antreibbar
ist.
Reinigungsvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, dass das Reinigungselement (16) ein Schaber, insbesondere
ein Kunststoffschaber, ist.
Reinigungsvorrichtung nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet,
dass das Reinigungselement (16) ein drehbeweglich antreibbarer Schaber
ist.
Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (15) ein weiteres Reinigungselement
(16) zum Reinigen eines Rotors (4) aufweist, wobei zumindest ein
Reinigungselement (16) einer Rotorrille (10) und zumindest ein
Reinigungselement (16) einer Rotorwand zugeordnet ist.
Reinigungsvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass eines der Reinigungselemente (16)
eine Bürste ist.
Reinigungsvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Form des Reinigungselements (16) in Abhängigkeit
von dem zu reinigenden Rotor (4) ausgebildet ist.
|
|
|